The lies between us - Alice Vandersee - E-Book

The lies between us E-Book

Alice Vandersee

0,0
3,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Nellys Familie zog von der Nordsee weg, als sie noch klein war, nachdem ihr Bruder Kaspian das Leben einer Familie zerstört hat. Mittlerweile ist sie 20, sehnt sich nach dem kleinen Ort Bixlund und ihrer Großmutter, die im Krankenhaus liegt. In Bixlund weiß niemand, wer sie wirklich ist, und das soll auch so bleiben. Doch dann trifft sie auf Alex, dem Kaspian Vater und Schwester genommen hat … Alex hasst die Meyers allesamt, allen voran Kaspian Meyer. In den Semesterferien kehrt er nach Bixlund zurück, um im Café seiner Mutter zu arbeiten. Dann trifft er ein Mädchen mit kornblumenblauen Augen, das ihm nicht aus dem Kopf geht. Aber nicht nur sie hat ein Geheimnis, das sie zu hüten versucht. Auch Alex hat eins, das zwischen ihnen steht …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

Impressum

Impressum

The lies between us

verlieben verboten

Nellys Familie zog von der Nordsee weg, als sie noch klein war, nachdem ihr Bruder Kaspian das Leben einer Familie zerstört hat. Mittlerweile ist sie 20, sehnt sich nach dem kleinen Ort Bixlund und ihrer Großmutter, die im Krankenhaus liegt. In Bixlund weiß niemand, wer sie wirklich ist, und das soll auch so bleiben. Doch dann trifft sie auf Alex, dem Kaspian Vater und Schwester genommen hat …

Alex hasst die Meyers allesamt, allen voran Kaspian Meyer. In den Semesterferien kehrt er nach Bixlund zurück, um im Café seiner Mutter zu arbeiten. Dann trifft er ein Mädchen mit kornblumenblauen Augen, das ihm nicht aus dem Kopf geht. Aber nicht nur sie hat ein Geheimnis, das sie zu hüten versucht. Auch Alex hat eins, das zwischen ihnen steht …

Coverbild: (c) Riocool -bigstockphoto.com

Text: Alice Vandersee

Über die Autorin.

Alice Vandersee lebt in der Märchenstadt Buxtehude, wo sich Has´und Igel gute Nacht sagen. Wenn sie nicht schreibt, trinkt sie Kaffee, spielt mit ihren Katzen oder geht spazieren.

1

Nelly

Mein Leben hatte ich genau durchgeplant. Hochzeit mit 21, erstes Kind nach Beendigung des Studiums, aber mit spätestens 28, und ein Haus mit Garten und einem Golden Retriever namens Jack. Nun rückte mein 20. Geburtstag in die Nähe, das Studium machte mir nur wenig Spaß (Englisch und Französisch auf Lehramt), mein Berufswunsch Lehrerin zu werden war mit einem Schlag ins Wanken geraten und dieser Schlag hatte mich ratlos zurückgelassen, was meine Zukunft betraf. Kinder zu unterrichten war für mich auf einmal so unvorstellbar geworden, wie zum Mond zu fliegen. Und das lag nicht nur am schlechten Image der Schulen und Lehrer. Neulich hatte mich eine siebte Klasse in der Bahn angepöbelt und der Klassenlehrer hatte seelenruhig auf seinem Platz gesessen und auf sein Handy gestarrt. Beim Versuch, die Rasselbande zu bändigen war ich mit Müll beworfen worden. Nein, Lehrerin war nicht wirklich mehr das Ziel meiner Träume.

Und dann war da noch mein Freund Tobias. Seit drei Jahren waren wir zusammen. Und noch immer hasste er den Gedanken an Sesshaftigkeit, von einer Heirat und Kindern ganz zu schweigen.

Er wollte nach dem Studium eine Weltreise machen und das Leben so auf sich zukommen lassen. Bitte was?!

»Ich habe nie verstanden, wie man sein Leben so durchplanen kann«, sagte meine beste Freundin Marie eines Abends, als wir auf dem Balkon saßen und Wein tranken. Tobias war mit seinen Freunden ins Kino gegangen und Marie und ich und hatten die WG für uns alleine, da Rebecca drei Tage bei ihrer Mutter war. Rebecca studierte Biologie und Chemie und verkrümelte sich meistens in ihrem Zimmer und las. Wir kannten sie gar nicht richtig, aber sie bezahlte immer pünktlich ihren Teil der Miete und das war das Wichtigste.

»Das gibt Sicherheit«, meinte ich. »Man muss doch wissen, worauf hinaus man hinarbeitet«, erwiderte ich und schenkte mir Wein nach. Mir war danach, mich zu betrinken.

»Das klingt nicht nach Spaß. Und auch nicht danach, glücklich zu sein.«

Was wusste Marie schon?! Seit zwei Jahren war sie überzeugte Single. Sie hatte ab und zu einen ONS, aber gab nie ihre Telefonnummer heraus. Vor drei Wochen hatte sie ihr Studienfach gewechselt und fing nun noch mal ganz von vorne an. Aber ihr schien das nichts auszumachen.

Mein Handy vibrierte. Ich nahm es vom Tisch und stellte erstaunt fest, dass es eine WhatssApp-Nachricht von Tobias‘ Bruder Tim war. »Was zum F*!«, rief ich, als ich auf das Foto starrte, das er mir gesendet hatte. Es zeigte Tobias Arm in Arm mit Anna Jensen. Ich hielt Marie das Handy hin, die sofort einen Pfiff ausstieß. »Die ist doch schon ewig hinter dem her, aber was ist mit ihm los? Was soll das?«

Mit zittrigen Händen tippte ich Tobias eine Nachricht.

Na, viel Spaß mit Anna?

Es dauerte keine drei Minuten, da kam eine Antwort

Ja, sie mag wenigstens die gleichen Filme wie ich.

Ich riss eine Augenbraue hoch. Aha. Gibt ja auch nichts Wichtigeres in einer Beziehung

Ich sah, dass er eine Antwort schrieb und starrte wie gebannt auf das Display.

Vielleicht ist das ein guter Moment, getrennte Wege zu gehen.

»Was?«, rief ich laut. Marie beugte sich zu mir hinüber und las die Nachricht. »Oh je.«

Bist du betrunken, Tobias?

Das auch. Aber lass mal Schluss machen. Hat doch seit Langem keinen Sinn mehr.

Ich schnappte nach Luft. War er betrunken, oder meinte er das ernst?

Wieder kam eine Nachricht von Tim, die mir den Ernst der Lage zeigte. Tobias und Anna küssten sich vor dem Kino. Ich schluckte und konnte gerade noch dem Impuls widerstehen, das Handy in die Ecke zu pfeffern.

Anna war 23 und fertig mit ihrem Studium. Nun arbeitete sie in einer Werbeagentur. Aber dadurch, dass sie eng mit Tim war, gehörte sie zu unserer Clique, auch wenn ich sie noch nie hatte leiden können. Sie war eingebildet und oberflächlich. Außerdem war sie seit Monaten hinter Tobias her. Mir waren ihre Flirtversuche jedenfalls nicht entgangen.

Ich trank das Glas Wein auf ex und verfluchte mich dafür, dass mir Tränen in die Augen stiegen. Tröstend legte Marie eine Hand um meine Schulter. »Tut mir leid. So ein Arsch. Besser du bist den jetzt los, als …« Sie räusperte sich.

»Auf Arschlöcher«, sagte ich und hielt die Weinflasche hoch, bevor ich sie an meinen Mund ansetzte und fast ganz austrank. Marie ging rein, holte neuen Wein und Taschentücher.

»Was ist bloß los mit den Männern heutzutage«, sagte sie und reichte mir ein Tempo.

Ich schnäuzte mir geräuschvoll die Nase. »Alles Idioten«, murmelte ich.

Sie nickte bekräftigend. »Die wissen doch gar nicht, was sie an uns haben.«

»Na, du willst ja auch nichts Festes«, sagte ich fast vorwurfsvoll.

»Aus gutem Grund. Du siehst ja, was dann passiert. Sie servieren dich wegen so einem Flittchen per Handy einfach ab. Widerlich. Er hätte es dir wenigstens persönlich sagen können.«

»Er war schon immer feige«, meinte ich und erinnerte sie daran, dass ich immer diejenige war, die die Spinnen in meinem Zimmer wegmachen musste, wenn er zu Besuch war. Oder vor ein paar Tagen, wo wir zusammen Essen waren und er kaltes, halb gefrorenes Hühnchen hinuntergewürgt hatte, weil er sich nicht getraut hatte, der Kellnerin Bescheid zu sagen.

»Er ist es nicht wert, dass du ihm nachweinst. Es gibt da draußen viel bessere Exemplare. Irgendwo müssen sich doch noch ein paar anständige Kerle verstecken.«

Ich nickte zaghaft und versuchte den Schmerz in meiner Brust zu ignorieren. Marie hatte recht. Er war es nicht wert, dass ich auch nur noch einen Gedanken an ihn verschwendete. Leider war das einfacher gesagt als getan.

Marie warf ich langes, blondes Haar in den Nacken und blickte in den Abendhimmel. Wieder einmal bewunderte ich ihr puppenartiges Gesicht. Stupsnase, volle Lippen, leichte Sommersprossen, herzförmiges Gesicht und hübsche blaugrüne Augen. Ihr sahen die Männer auf der Straße reihenweise nach. Anders als bei mir. Mein haselnussfarbenes, leicht gelocktes Haar sah immer ein wenig unordentlich aus, wenn ich es nicht zusammenband. Ich fand mein Gesicht zu rund meine Nase zu spitz. Aber meine Lippen und meine blauen Augen gefielen mir. An manchen Tagen fand ich mich sogar ganz hübsch. Dieser gehörte nicht dazu. Nicht, nachdem was Tobias getan hatte.

2

Alex

Ich hatte gerade den letzten Strandkorb geschlossen, als ein Mann mit Lederkluft neben mir auftauchte und über das Meer schaute. »Ihr macht schon zu?«

»Wochentags immer um 20 Uhr«, erklärte ich. Das Café meiner Mutter war ein beliebter Treffpunkt in dem kleinen Touristenort, in dem überwiegend Familien Urlaub machten. Deswegen lohnte es sich nicht, länger geöffnet zu haben. Die Familien hatten meist kleine Kinder, die früh zu Bett mussten. Und die wenigen Singles in dem Ort gingen in die einzige Bar, die in der Saison bis nach Mitternacht geöffnet hatte. Dies erklärte ich dem Mann geduldig, doch der schüttelte nur den Kopf. »Ne, ich wollte gerne einen Kaffee trinken und ein bisschen aufs Meer schauen dabei. Dann komme ich morgen wieder, etwas früher.« Er lachte und verschwand winkend den Strandweg zur Hauptstraße entlang.

Ich wischte noch schnell die Tische ab, dann ging ich nach drinnen ins Café, wo meine Mutter hinter dem Tresen den restlichen Kuchen einpackte.

»War ein guter Tag. Und die Saison geht erst los«, sagte sie. Sie war einen Kopf kleiner als ich, hatte aber die gleichen grünen Augen wie ich und ebenso lange Wimpern. Doch da hörten die Gemeinsamkeiten schon auf. Sie hatte kein pechschwarzes Haar wie ich, ihres war honigblond. Und sie hatte ein spitzes Kinn und Grübchen, während mein Gesicht eher kantig war.

Angeblich hatte ich das Gesicht von meinem Vater, doch er war nun schon so lange tot, dass ich sein Gesicht kaum noch ins Gedächtnis rufen konnte. Und Fotos von ihm wollte ich mir nicht ansehen. Der Schmerz saß noch zu tief.

Sobald ich bei meiner Mutter im Wohnzimmer war, ignorierte ich die Ecke mit den Fotografien von meinem Vater und meiner Schwester, die zehn Jahre zuvor bei einem Unfall, an dem ein betrunkener Autofahrer Schuld hatte, gestorben waren.

Ein Siebzehnjähriger hatte das Auto gefahren, nachdem er eine Flasche Wodka getrunken hatte. Dass er dafür nur drei Jahre gesessen hatte, hatten weder meine Mutter noch ich verstanden. Zehn Jahre wären nicht genug gewesen. Ich rechnete kurz nach. Er musste jetzt 27 sein und hatte bestimmt einen Führerschein und führte vermutlich ein normales Leben. Vielleicht mit Frau und Kindern. Ich knüllte den Wischlappen zusammen und warf ihn in die Spüle.

Er war weit weg. Nach dem Unfall war die ganze Familie weggezogen. Nur die Großmutter lebte noch hier und führte ein Eiscafé am anderen Ende vom Strand, bei der kleinen Bucht. Sie war eine nette Frau und konnte nichts für ihren Enkel, dennoch kaufte ich mir mein Eis lieber im Supermarkt als bei ihr. Meine Mutter sah das anders. Sie hatte der Familie verziehen. Bis auf den Sohn. Kaspian. Sie könne sonst keinen Frieden finden, meinte sie. Mir war das egal. Ich hasste die Meyers allesamt.

»Du solltest mal ausgehen, Junge«, sagte meine Mutter, nachdem sie alle Stühle hochgestellt hatte.

Ich zog beide Brauen hoch. »Wohin?«

»In die Disco oder wo ihr jungen Leuten hingeht. Wie willst du mal ein Mädchen kennenlernen?« Sie lächelte schief.

»Ich hab doch schon zigmal gesagt, dass ich neben Studium und Job keine Zeit habe.« Zwar waren im Moment Semesterferien, aber der Job im Café schlauchte mich, seit Konrad gekündigt hatte und ich draußen alle Tische allein bedienen musste.

---ENDE DER LESEPROBE---