The Witch‘s Sword - Katherine Winterwood - E-Book

The Witch‘s Sword E-Book

Katherine Winterwood

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Beschreibung

Wie erklärte man einem Schwert, dass es kein Blut mehr bekam?

Das E-Book The Witch‘s Sword wird angeboten von via tolino media und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
female rage,sword,fantasy,schwert,dark,hexe,Witch,witchy,feminine rage,Fantasy,Episch,High Fantasy

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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1. Auflage 2024TextKatherine Winterwoodc/o Werneburg Internet Marketing und PublikationsservicePhilipp-Kühner-Straße 299817 [email protected] Lisa FranzkeKorrektoratAntje BremerBuchsatzSherlaya (www.sherlaya.com)CoverNina HirschnerChapter HeaderRemus Gölß

Für Mich, weil ich ohne Schwert überlebt habe.Auch wenn ich nicht weiß, wie.Und für jede Person, die manchmal ein Schwert bräuchte, ich hoffe, es steht dir immer zur Seite.

Playlist

„Slut!“ - Taylor SwiftThe History of Man - Maisie PetersLabour - Paris PalomaWould’ve Could’ve Should’ve - Taylor SwiftThe Albatross - Taylor SwiftAll American Bitch - Olivia RodrigoThe Man - Taylor SwiftMad Woman - Taylor SwiftI Did Something Bad (live from the Eras Tour) - Taylor SwiftLook What You Made Me Do - Taylor Swifttolerate it - Taylor SwiftDear John (Taylor’s Version) - Taylor SwiftUs and Pigs - SOFIA ISELLABears and Wolves - Lilith MaxNo Body No Crime - Taylor SwiftBlock me out - Gracie Abramsevermore - Taylor Swift happiness - Taylor SwiftWho’s afraid of little old me? - Taylor Swiftgirl i’ve always been - Olivia Rodrigo

Content note

Liebe*r Lesende*r, Vielen Dank, dass du mein Buch in die Hand genommen hast!Bevor du dich entscheidest, es zu lesen, achte bitte darauf, dass einige Themen ungewünschte Reaktionen bei manchen Menschen hervorrufen können.Eine Auflistung der in diesem Werk behandelten Themen findest du am Ende des Buches.Entscheide selbst, wie du damit umgehen möchtest, achte auf dich.Solltest du betroffen sein, wende dich an Vertraute oder suche dir professionelle Hilfe.Das bestmögliche Leseerlebnis,Katherine Winterwood

1

Der Schnee färbte sich schwarz unter dem Blut, kämpfte mit der Klinge darum, wer mehr aufnehmen konnte.

Das Schwert pulsierte, langsam, als hätte die Flüssigkeit es erweckt, als wäre es begierig auf mehr, mehr, mehr - als wäre dieser der Mord, der es ihr nun unmöglich machte, sie an ihren Händen abzuzählen.

Zählen konnte sie mit ihnen gerade sowieso nicht, sie waren fest um den Griff des Schwertes geklammert, bohrten es immer tiefer in den Boden unter dem leblosen Körper.

Ihre Blick wandte sich von der fleischigen, unsauberen Wunde ab und fokussierte sich auf das Gesicht ihres Opfers. Seine Augen waren starr auf das Blätterdach über ihnen gerichtet, sein Mund nur leicht geöffnet. Obwohl er sie hätte kommen hören müssen, sah er nicht erschrocken aus.

Damit machte er sich besser als sein Vorgänger.

Die junge Hexe sog die kalte Nachtluft in sich auf und meinte zu spüren, dass ihre Klinge ebenso gierig das Blut aufnahm. Sie besah sich des Schwertes, das sich nicht regte. Dennoch meinte sie, erkennen zu können, dass sich das Metall langsam verdunkelte.

Ein Schauder lief ihr den Rücken hinunter.

Mit einer Hand hielt sie das Schwert weiter in Position, mit der anderen griff sie unter ihren Umhang und zog das kleine Fläschchen hervor, verkrustet mit rotem Blut und bedeckt von Fingerabdrücken. Sie versuchte, die Blutreste mit ihrem Nagel abzubröseln, verzeichnete jedoch kaum Erfolg und entschied sich dazu, es einfach neu zu befüllen. Wenige Tropfen Blut genügten, den Rest überließ sie der Leiche, auch wenn das Schwert noch einiges in sich aufnahm.

Sjera drehte ihren Begleiter ein paar Mal zwischen den Handflächen - und ignorierte die nassen Geräusche, die das Fleisch dabei von sich gab - bis es ihrem Griff beinahe entglitt. Nur, um es dann anzuheben und ein paar Mal zu drehen, als würde sie befürchten, das Schwert konnte all den Erfolg wieder verlieren. Ein paar Momente blieb die Spitze gen Himmel gerichtet, blitzte in dem Mondlicht, dass sich durch die Äste gekämpft hatte, auf und ließ ihre Besitzerin an ihrer Wahrnehmung zweifeln.

Knackte es in der Ferne? War ihr Atem zu laut? Sank der Boden unter ihren Füßen ein?

Für einen Moment fühlte sie sich wie erstarrt, ihr Arm zitterte unter dem Gewicht des Schwertes und wollte es doch nicht sinken lassen. Sjera senkte lediglich ihren Blick. Schnee durchnässte ihre Stiefel, den Saum ihres Mantels, sogar ihre Hose. Aber sie stand fest auf dem Boden. Für einen Moment zwang sie sich, ihre Augen zu schließen. Ihr eigenes Blut floss viel zu heiß in ihren Adern, ihre Oberarme zitterten, ihr Rücken schmerzte, ihr Kiefer war kalt - aber sie war unverletzt. Sie hatte nicht einen Schlag einstecken müssen und in Begleitung schien er auch nicht gewesen zu sein. Sie war in Sicherheit - oder zumindest so sicher, wie sie sein, sich fühlen konnte. Ob sie das Gefühl überhaupt kannte, war eine ganz andere Frage.

Das Schwert landete in seiner Scheide auf ihrem Rücken, bevor sie realisierte, was sie da tat.

„Hexe.“, schoss es ihr durch den Kopf.

Während sie sich hinhockte und dem Mann unter die Arme griff, achtete sie auf ihre Nägel. Sie waren nicht lang, nicht spitz, nicht dafür gemacht, zu morden. Nur um sicher zu gehen fuhr sie sich mit der Zunge über die Zähne. Auch diese waren nicht spitz, eher glatt gerieben, damit konnte sie niemanden beißen.

Das Blut, das in ihr floss war dennoch weiß. Die Tatsache, dass sie Magie anwenden konnte, trotz der Farbe ihres Blutes, machte sie zur Hexe. Und das widerrum zum meist gehassten Etwas in so ziemlich jedem Kopf. Schwarzblutende herrschten über den Tod selbst, aber waren aus ihr unerklärlichen Gründen weniger gefürchtet. Dabei gab es sogar mehr von ihnen, als Hexen. Die meisten Weißblutenden verwandelten sich nie in Hexen, mehrere Mengen Blut zu trinken und dann ein Schwert ins eigene Fleisch zu rammen war es für die meisten einfach nicht wert.

Ihr nächster Atemzug war erfüllt von seinem Geruch, seinem Schweiß, dem metallenen Geruch von Blut und seiner billigen Seife. Der Gestank schmerzte in ihrem Kopf. Es erschwerte ihr, sich darauf zu konzentrieren, seinen Blutfluss zu stoppen. Vor Allem mit den Erinnerungen an ihren ersten Blutschwur, die nun im Vordergrund ihrer Gedanken herumgeisterten. Ohne ein pumpendes - lebendiges - Herz, das es zu verlangsamen galt, war es schwieriger, die Blutung zu stoppen, sie musste sich auf das Blut selbst fokussieren. Die Reste überhaupt zu fassen zu bekommen stellte eine Herausforderung dar, es brauchte einige Versuche, bis die Tropfen sich an die Venen und Wunden hefteten, ohne der Schwerkraft nachzugeben und aus der Wunde herauszulaufen.

Mit dem Atem, den sie aus ihrer Lunge entließ, stand sie wieder auf - und hustete drauf los. Sjera grub ihre Nägel in das Oberteil des Mannes, der schwerer war, als sie erwartet hatte. Nun spürte sie auch den Schweiß, der ihren Körper benetzte.

Schnaufend bewegte sie sich rückwärts, zog den leblosen Mann hinter sich her, betend, dass sie in die richtige Richtung unterwegs war.

Die Lichtung beim ersten Mal ausfindig zu machen, war ihr schon ein Dorn im Hintern gewesen und hatte viel zu viel Zeit beansprucht. Von der letzten Taverne aus hatte sie immerhin einen Anhaltspunkt gehabt. Nun musste sie aus dem Nirgendwo heraus wieder zurückfinden und dann erst voran - bei allen Blütern, sie war jetzt schon müde.

Aber der Mann in ihren Armen sollte gefälligst dort ausbluten, wo er seine Untaten begangen hatte. Eine junge Frau mit einem anderen Mann nicht nur zu missbrauchen, sondern auch noch im Schnee zurückzulassen, ohne Kleidung, hätte ihm ein schmerzhafteres Ende einbringen sollen, als sie ihm beschert hatte. Ihr Ziel würde eines bekommen. Sie hatte ihm hier auch qualvollere Wunden zufügen wollen, doch war sie - Die Lichtung. Da war sie. Genau vor ihr.

Vor ihr?

Vor ihr.

Sie wäre beinahe vorbeigelaufen.

Stöhnend wendete sie, und betrachtete dabei die Spur, die der schleifende Körper im Schnee hinterlassen hatte. Schön. Die Kraft hatte sie für nichts und wieder nichts aufgewandt.

Vereinzelte Schneeflocken tanzten um sie herum.

Grummelnd schleifte sie den Sack Fleisch auf die Lichtung. Der Schnee war unberührt, perfekt glatt, nicht ein Blatt hatte sich auf die freie Fläche verirrt und es gewagt, das reine Weiß zu stören. Der Wind erstarb, ließ sie in einer beinahe unheimlichen Stille allein.

Die Bäume bildeten einen fast perfekten Kreis, der Schnee füllte ihre Spuren und die Orientierung hatte sie bald verloren. Willkürlich entschied sie sich für einen Baum, und schleifte den Körper zu ihm.

Das Schwert von seiner Seite entfernte sie und rammte es in den erwählten Baum. Es war zu stumpf, um stecken zu bleiben - oder sie war einfach nicht stark genug. Also begann sie, auf den Baum einzustechen, nicht treffsicher und mit schwindender Kraft, aber langsam entwickelte sich ein Schnitt, in dem die Klinge ein paar Finger tief stecken blieb. Noch ein paar weitere Einstiche und sie ließ es herausgleiten und in den Schnee fallen.

Ihre Kehle brannte, Blut rauschte in ihren Ohren, das Weiß des Schnees brannte in ihren Augen, ihr Kopf drehte sich.

Sie stolperte zu dem Körper und ließ sich neben ihn sinken. Auf den Knien warf sie einen letzten Blick auf die Wunde, dann tunkte sie die Finger hinein. Sjera kämpfte sich zurück auf die Beine und schmierte das Blut so hoch an den Baum, wie sie es erreichen konnte. Sie spürte, wie es am Holz weiter abkühlte, löste die Finger aber nicht davon.

Alle Kraft, die sie in sich finden konnte, kratzte sie zusammen, um erneut einen Griff für die Tropfen zu bekommen und sie zu heben, sie gegen die Oberseite des Körper zu drücken. Schweiß bildete sich erneut auf ihrer Haut und der Körper wankte in der Luft. Mit angespanntem Kiefer hob sie den Körper weiter, und weiter, befahl dem Blut, sich wieder mit dem anderen, dem an dem Baum zu verbinden. Sobald der Körper gegen den Baum lehnte, zog sie ihre Hand zurück und hob das Schwert auf.

Sie spürte den Zug zur Rinde, als wäre es ihr eigenes Blut, das sich an ihn heften wollte. Sjera widersetzte sich, hievte sein Schwert hoch und stach es wieder in die Wunde. Es trat aus seinem Rücken wieder heraus, traf allerdings auf unnachgiebiges Holz. Also biss sie erneut die Zähne zusammen und verschob den Körper um das Schwert, stocherte in Organen und Holz gleichermaßen herum, bis sie den Einschnitt fand und die Klinge hineinschob.

Endlich ließ sie den Griff des Schwertes los und taumelte ein paar Schritte zurück. Ihre eigene Klinge an ihrem Rücken schien dagegen zu protestieren, sich von der Blutquelle zu entfernen.

Sjera besah sich ihrer Arbeit, versicherte sich, dass er gesichert dort hing und festigte dann noch einmal den Griff um das Blut, das in ihm übrig war. Sie schob es zwischen seine Beine und kochte es auf.

2

Sjera verließ die Lichtung, ignorierte das demonstrative Pulsieren des Schwertes und griff unter ihren Mantel.

Das Wasser, das an ihrem Gürtel hing war alt, schmeckte fahl - aber es reichte, um ihren Durst zu stillen und das schwarze Blut von ihren Händen zu waschen. In den kalten Schnee wollte sie die nicht stecken, ihre Füße waren schon kalt genug.

Also zog sie den Umhang enger um sich und stapfte voran. Durch den Schnee, der sich von ihren Füßen hoch zu ihren Knien arbeitete, durch den endlosen Wald, vorbei an den hoohenden Eulen, an knackenden alten Weiden, die sie befürchten ließen, gleich angegriffen zu werden und an einem toten Jungtier, bei dessen Anblick sich ihr Herz zusammenzog.

Sie wusste, dass die nächste Taverne und der nächste Pub nicht mal eine halbe Nacht Fußweg entfernt waren - nur war sie sich nicht sicher, ob sie auch die richtige Richtung eingeschlagen hatte. Ein Weg war schon lange nicht mehr zu erkennen, falls es in diesem Teil des Waldes überhaupt mehr als ein paar Pfade von Tieren gab, und ihre eigenen Spuren waren beinahe schon wieder verweht, bevor sie sich umdrehen konnte. Bis ihr ein Baum bekannt vorkam dachte sie gar nicht daran, dass sie in diesem dichten Schneesturm auch im Kreis laufen konnte. Hatte sie die Einkerbung und die Art, wie die Äste die seines Nachbarn berührten nicht schon einmal gesehen? Bevor ein Großteil ihres Sichtfelds von Eis bedeckt war?

Kälte biss in ihren Kiefer. Dass es noch kälter werden konnte, hatte Sjera für unmöglich gehalten. Nachdem der Schnee und die Kristalle unter ihren Mantel gekrochen waren, schienen sie sich nun ihre Haut vorzunehmen. Ihre Gliedmaßen froren ein, als wollten sie den letzten Moment, in dem sie Wärme empfunden hatten, in die Ewigkeit meißeln. Doch Sjerah zog sie voran, auf das Versprechen von mehr Wärme hinzu.

Schweiß bildete sich in ihren Handflächen, heftete sie in dem Moment an den Mantel, in dem er gefror.

So würde sie niemandem unter die Augen treten können, am Ende würde sie noch jemand aus dem Mantel herausschneiden oder -reißen. Sjera versuchte, ihre Arme durchzustrecken, sie in eine angenehme Position zu bringen - erfolglos. Jegliche Kraft hatte sie verlassen, den Platz für die Müdigkeit geräumt, die sich nun in ihr breit machte.

Die Hexe bildete sich schon ein, Musik zu vernehmen.

Aber Musik würde eine Unterkunft bedeuten, eine Raststätte.

Noch konnte sie die nicht erreicht haben, dafür war sie noch nicht lang genug unterwegs - einen Anhaltspunkt dafür, wie vie Zeit allerdings tatsächlich vergangen war, hatte sie aber auch nicht, der Mond war schon vor einer Weile von Schnee und einem Dickicht aus Ästen verschluckt worden.

---ENDE DER LESEPROBE---