Theodora - Die Hure des Herzogs | Erotischer Roman - Helen Carter - E-Book

Theodora - Die Hure des Herzogs | Erotischer Roman E-Book

Helen Carter

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Beschreibung

Dieses E-Book entspricht 232 Taschenbuchseiten ... London 1687 Diese Stadt ist wie gemacht für die wilde und gierige Theodora. Sie arbeitet als Bedienstete im Hause von Captain John Lewis. Doch als ihm ein schlimmes Unglück geschieht, wird sie die Magd des Earl of Darnham. Er ist fasziniert von ihr und zerrt sie mit Kraft und Gier in sein Bett. Auch Theodora ist von ihm auf wilde, unersättliche Art begeistert. Doch dann kommt der Bruder des Königs, der Duke of York, ins Spiel und stiftet allerlei Verwirrung bei Theodora – nicht nur in ihrem Leben, sondern auch in ihrem Bett … Und schließlich bringt eine unglaubliche Neuigkeit Theodoras gesamte Welt komplett durcheinander … Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.

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Seitenzahl: 313

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Impressum:

Theodora - Die Hure des Herzogs | Erotischer Roman

von Helen Carter

 

Helen Carter wurde 1965 an der englischen Ostküste geboren.Bereits mit dreizehn Jahren begann sie, erste Geschichten zu schreiben. Es dauerte allerdings noch weitere zehn Jahre, bis sie bei den erotischen Romanen ihre wahre Heimat fand. Ihre Familie war mit diesem Genre nicht besonders glücklich. Besonders ihr Vater hatte Probleme mit den sehr expliziten Texten. Doch Helen wich nicht von ihrem Weg ab. Im Gegenteil: Sie begann damit, immer intensiver eigene Erlebnisse in ihre Romane einfließen zu lassen. Und so entstand ein prickelnder Mix aus Fantasie und Realität. Nach ihrem Studium an der Universität von Oxford arbeitete Helen im PR-Bereich. Irgendwann kam der Moment, wo sie sich zwischen ihrer zeitraubenden Arbeit in der PR-Agentur und ihren immer erfolgreicheren Romanen entscheiden musste. Helen wählte den zeitweise recht steinigen Weg der Autorin.Heute lebt Helen in den ländlichen Cotswolds, wo sie ein ruhiges Cottage bewohnt, das ihr Zeit und Muße für ihre Arbeit lässt und dennoch nahe genug am aufregenden Treiben in London und den Küstenorten liegt. Sie ist nicht verheiratet und hat auch keine Kinder, denn – so betont sie – man müsse eine Sache richtig und ohne Abstriche machen. Zudem vertrage sich ihr Leben nicht mit einer gewöhnlichen Form der Ehe.

 

Lektorat: Nicola Heubach

 

 

Originalausgabe

© 2021 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © artyme83 @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783750715417

www.blue-panther-books.de

Kapitel 1

»Pack dein Zeug!«, donnerte seine Stimme durch den Schankraum.

»Hab ich was gemacht?«, blaffte ich zurück.

»Pack dein Zeug, sag ich dir, oder ich prügel dich raus!«

Da ich nur zu gut wusste, wie sich die Faust von Master Drake anfühlte, stopfte ich meine paar Habseligkeiten in die alte lederne Satteltasche, die ein Gast vergessen hatte, und die seitdem mir gehörte. Ich schaute von Master Drake, der überraschend nüchtern war, zu dem Afrikaner, der in der Tür der Schänke stand und den ganzen Raum ruhig überblickte.

»Der da bringt dich zu deinem neuen Zuhause.« Es klang beinahe versöhnlich.

»Und wer macht meine Arbeit hier? Bleibt doch alles liegen. Und wenn ich zurückkomme, hab ich noch mehr zu tun.«

Drake schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. »Du bist scheinbar nicht nur taub … Du bist auch noch dämlich. Du gehst mit dem Afrikaner und tauchst hier nicht mehr auf. Kapiert?«

Er machte mit ausgestreckter Faust ein paar schnelle Schritte auf mich zu. Ich konnte gerade noch einen tönernen Krug in seine Richtung schleudern, um ihn von seinem Vorhaben, auf mich einzuschlagen, abzubringen. Das Gefäß zerplatzte ziemlich dicht neben seinem Kopf an einem hölzernen Dachbalken.

Der große, breitschultrige Afrikaner in den kurzen Hosen und der gepflegten Jacke hatte ebenfalls seinen Platz verlassen. Offensichtlich hatte er mich vor einer Tracht Prügel bewahren wollen.

»Verpiss dich, du Schlampe!«, keifte Master Drake hinter uns her, nachdem wir das Gasthaus verlassen hatten. »Kannst deine Schenkel ja eh nicht zusammenhalten!«

Als wäre ich an dem Wechsel meiner Arbeitsstelle schuld! Ich beschloss, nicht mehr zurückzublicken, sondern herauszufinden, wo mein Ziel lag. »Wo gehen wir hin?«, fragte ich.

Mein Begleiter war gut zwei Köpfe größer als ich, doch er würdigte mich keines Blickes, während er antwortete: »Zu Captain John Lewis.«

»Was für ein Captain ist er?«

»Er fährt zur See, kleine Dame.«

Klein … Das kannte ich als Attribut für mich. Dame war neu. Ich mochte den Kerl.

»Und wieso muss ich zu ihm?«, wollte ich weiter wissen.

Wir drängten uns durch die überfüllte Straße. Frauen, die ihre Waren in Körben schleppten. Kinder mit Bierkrügen. Pferde. Maulesel. Gestank. Geschrei.

Neben mir platschte es. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Frau, die einen Nachttopf aus dem Fenster leerte. Verdammt, ich hatte keine Lust, meine neue Arbeitsstelle nach Pisse stinkend anzutreten.

»Soweit ich weiß, hat mein Herr deinem Herrn Waren geliefert, die dein Herr nicht bezahlen konnte.«

Mehr brauchte er nicht zu sagen. Ich war also die Bezahlung.

Wir mussten ein ordentliches Stück laufen, bis wir an einem schmalen Haus ankamen, dessen Front zur Themse wies und für einen Captain in angemessener Nähe zum Hafen lag.

»Das ist ja ein neues Haus …«, stellte ich fest. »Es ist schön.«

»Ja, nach dem holländischen Stil erbaut«, erläuterte mir mein kluger Begleiter. Es war eine entschiedene Verbesserung, verglichen mit dem düsteren Wirtshaus, in dem ich bislang gelebt hatte.

»Werde ich den Herrn gleich treffen?«, fragte ich.

»Er wird kaum Zeit haben, sich um dich zu kümmern.«

Wir betraten das Haus durch die Vordertür. Den Atem anhaltend blieb ich stehen und starrte in den Vorraum, wo einen bereits ein offener Kamin begrüßte.

»Bist du ein Dämon, dass du nicht über die Schwelle treten kannst?«, spöttelte mein Begleiter.

Welche Pracht herrschte im Inneren des Hauses! Überall gab es Tische und Stühle, Kerzen, wohin man auch blickte. Sogar einen Spiegel sah ich im angrenzenden Zimmer. Und wie sauber es überall war …

»Thomas? Hast du den Brief besorgt?«, rief eine raue Stimme aus einem der weiter hinten gelegenen Zimmer.

»Ja, Sir. Noch bevor ich das neue Dienstmädchen abgeholt habe.«

»Ah. Ist sie da?« Schwere Schritte von genagelten Stiefeln näherten sich und dann stand er da.

Mittelgroß, das lange Haar nach hinten gekämmt mit einem sauber gestutzten Bart, der Kinn und Lippen umstand. Seine Augen waren leicht zusammengekniffen, offensichtlich, um mich besser sehen zu können. Die Sonne stand hinter Thomas und mir.

Ich hielt die Luft an vor Schreck. Es war ein Schock, der meine Arme taub herunterhängen ließ und in meinem Magen ein Gefühl erzeugte, als müsse ich mich im nächsten Moment übergeben. Gewiss, ich hatte schon viele entstellte Menschen gesehen. Entweder durch Unfälle, Verletzungen oder Krankheiten, aber noch nie hatte ich so etwas gesehen! Dieses Gesicht war sicherlich einst beinahe schön zu nennen gewesen, doch jetzt zog sich eine Narbe vom Haaransatz über sein rechtes Auge und bis zu seiner linken Wange. Sie spaltete das Gesicht förmlich in zwei Teile wie ein dunkelroter Graben. Seine Unterarme – er trug die Ärmel seines weißen Hemdes hochgekrempelt, und darüber nur die lange, ärmellose Weste – waren von Muskeln und Narben überzogen.

Er überkreuzte sie vor seiner Brust und fragte: »Kannst du kochen?«

Was auch immer er verlangen würde – ich konnte es! Aus diesem wundervollen Haus würde mich niemand mehr vertreiben. Und den Blick in sein Gesicht würde ich einfach so gut wie möglich vermeiden.

»Natürlich!«, erklärte ich ruhig.

»Gut. Thomas … Zeig ihr die Küche. Sie soll gleich anfangen.« Damit marschierte mein neuer Herr breitbeinig davon, als ginge er über die Planken eines schwankenden Schiffes.

»Gibt es noch mehr Dienstboten? Lerne ich die Herrin auch kennen? Gibt es Kinder im Haus?«

»Ja. Nein. Nein.«

Da ich die Reihenfolge meiner Fragen vergessen hatte, kam sein Scherz nicht gut bei mir an.

»Der Captain ist nicht verheiratet. Ab und an kommen Frauen ins Haus. Das geht dich aber nichts an.«

»Ich bin nicht töricht, Thomas. Ich weiß, was das heißt. Ich habe einen Gutteil von der Welt gesehen.«

Hatte ich Amüsement oder Überraschung in seiner Miene zu sehen erwartet, so irrte ich mich. Er wirkte verärgert.

»Du hast noch gar nichts gesehen, kleine Dame. Gar nichts!«

Kapitel 2

»Mal sehen, ob deine Fähigkeiten im Schlafzimmer ebenso zu wünschen übrig lassen, wie deine Fähigkeiten am Herd«, schnaubte der Captain.

Er zog sein Hemd über den Kopf und begann, seinen entblößten Oberkörper mit einem Lappen abzuwaschen. Sein Rücken war von parallel verlaufenden, länglichen Narben überzogen.

Ich gestehe, dass ich wie erstarrt in jenem düsteren Raum stand, in dem nur eine Kerze brannte sowie das Feuer im Kamin. Man hatte ihn also schon ausgepeitscht. Das gab mir zu denken …

»Was ist? Du bist doch wohl keine Jungfrau mehr?«

»In Schankstuben nur Jungfrauen, Sir«, erwiderte ich jenen Spruch, den mir Master Drake immer wieder eingebläut hatte.

»Gut. Dann zieh dich aus und leg dich ins Bett.« Sein Blick traf mich durch den Spiegel, der über der Waschschüssel hing.

Er durfte nicht sehen, wie steif meine Finger waren, während ich mein Mieder löste. Ich hakte sie förmlich hinter die Bänder, um diese zu lockern. War mein Unterkleid schon immer mit einem so hauchdünnen Faden geschlossen gewesen? Es gelang mir kaum, die Schleife zu öffnen.

Als der Captain aus seiner Hose stieg, dachte ich, dass er der schönste Mann sei, den ich je gesehen hatte. Die schmalen Hüften, die glänzende Haut. Er hatte Narben – ja – aber sie kamen nicht von den Blattern oder der Syphilis. Es waren Narben, die seine Gesundheit bezeugten.

Ich war es gewohnt, mich hinzulegen, die Beine zu spreizen und die Männer mit mir verfahren zu lassen, wie sie wollten, die Augen geschlossen, mit flachem Atem. Nur gegen ihr Schnaufen und Stöhnen konnte ich nichts tun. Das musste ich mit anhören.

Der Captain stieg in das hohe Bett und ich kletterte hinterher. Er roch nach einem schweren, fremdartigen Parfum, das er bestimmt aus der Neuen Welt mitgebracht hatte. Sogar die Laken rochen danach.

Schweigend drückte er meine Schenkel auseinander. In einer Art Reflex befeuchtete ich meinen Finger, um mich damit einzureiben. Wie erschrak ich aber, als ich in meine Spalte eintauchte und sie vollkommen nass vorfand! Ein Beben lief durch mich, und jetzt erst, da ich mich auf meinen Körper konzentrierte, stellte ich fest, dass sich mein Unterleib vollkommen angespannt hatte. Etwas floss aus mir heraus und ich wusste nicht, warum dies geschah, oder was es war.

Der Captain kniete zwischen meinen Schenkeln und ich sah sein wunderbares durchtrenntes Gesicht mit der schmalen Nase und den entschlossenen Lippen, auf dem das Licht der Kerzenflamme tanzte. Er würde seinen Stamm in mich hineinstoßen, drei oder vier Hübe setzen und dann abspritzen. Ein Schmerz, der Trockenheit meiner Spalte geschuldet, mit dem ich umgehen konnte. Ich war ihn gewohnt. Es war bekanntes Territorium, in dem ich mich nur allzu oft bewegt hatte. Ich würde danach einfach meine Sachen nehmen und in meine Stube verschwinden.

Aber der Captain erfüllte meine Erwartungen nicht. Er kauerte sich stattdessen zwischen meinen Schenkeln zusammen und schob sein Gesicht in meine Spalte.

Ich schrie erschrocken auf, als ich seine Zunge spürte. Mit einem gezielten Tritt gegen seine Brust stieß ich ihn von mir weg. Er sackte auf die Fersen. Im gleichen Moment hätte mich beinahe seine Faust getroffen, doch er konnte sich im letzten Moment bremsen. So schwebten seine fest geschlossenen Finger über meinem Gesicht, ohne jedoch zuzuschlagen. Nach einem Moment, in dem er sich zu fassen schien, ließ er die Faust sinken und sah mich verblüfft an.

»Du bist noch nie von einem Mann geleckt worden«, sagte er mehr zu sich selbst, als zu mir.

»Es gefällt mir«, murmelte ich, wobei ich seinen heißen Atem schon wieder an meiner Möse spürte.

Es brauchte einen Moment, bis ich anfangen konnte, seine Liebkosungen zu genießen. Halb aufgerichtet beobachtete ich seinen Hinterkopf, während er mich in einer Art und Weise verwöhnte, die ich wie einen befremdlichen Sturm über mich hinwegstreifen ließ. Ich wollte verstehen, wie er es schaffte, all diese Gefühle in mir hervorzurufen. Das Beben meiner Glieder. Die Schauer, die über meinen Rücken rannen. Der Druck in meinem Unterleib. Doch ich schaffte es nicht.

Irgendwann zog er den Kopf zurück und schob stattdessen seine Finger in mein Innerstes. Dort erreichte er einen Punkt, den er besonders heftig zu reiben begann.

Und da geschah es … Ohne irgendwelche Kontrolle über das Ganze zu haben, explodierte mein Körper. Feuersbrünste rasten über meine Haut hinweg. Ich war zu einer Vase geworden, die auf dem Boden in zahllose funkelnde Scherben zersprang. Diese wiederum durchbohrten mein Fleisch und zerschnitten meinen Leib. Ich schrie und trat um mich. Blitze zuckten durch meinen Kopf und das Blut, welches durch meine Ohren pulsierte, machte mich taub. Nie zuvor hatte ich etwas auch nur annähernd Ähnliches erlebt. Todesangst mischte sich mit unendlichem Genuss. Ein Krampf befiel mich, der von einer unüberwindlichen Starre abgelöst wurde.

Der Captain legte sich auf mich und drückte mich in die harte Matratze. Was war er für ein Mann, dass er über eine solche Macht über meinen Körper verfügte?

Zitternd, wie eine nasse Katze im Winter, kam ich langsam zu Atem und fand meinen Verstand wieder, der sich winzig klein in meinem Kopf zusammengekauert hatte.

»Was habt Ihr mit mir gemacht, Sir?«, stammelte ich und verspürte mit einem Mal den Drang, mich an seine Brust zu drücken, mich an ihn zu klammern. »Was … war das?«

»Das ist meine Zauberkraft!«, sagte er leichthin. »Hast du auch Zauberkraft?« Es klang so spielerisch, wie er es sagte und doch war es eine solch gefährliche Frage.

Schnell schüttelte ich den Kopf. »Nein, Sir … Captain. Nein, ich habe sicherlich keine Zauberkraft.«

War das ein Lächeln, das auf seinen Lippen entstand und zu seinen Augen wanderte? Machte er sich lustig über mich?

»Ich bin keine Hexe, Sir. Bitte … Das dürft Ihr nie und nimmer denken!«

»Hab keine Angst«, wisperte er und seine Lippen berührten meine, doch er küsste mich nicht wirklich. Stattdessen drehte er sich auf den Rücken, zog mich auf sich und drückte meine Schultern nach unten.

Ich konnte mich dem nicht widersetzen und rutschte so langsam an seiner glatten, duftenden Brust abwärts. Meine Lippen glitten über seinen Nabel und an jenem schmalen Haarstreifen entlang, der bei den Männern an ihrem Stamm endet.

»Nimm ihn in den Mund!«, sagte er mit einer Stimme, die klang, wie Samt sich anfühlte. Es war kein Befehl, aber auch keine Bitte.

Abermals erstarrte ich. Konnte er wirklich von mir erwarten, dass ich sein Teil in den Mund nahm? Das hatte noch nie ein Mann von mir verlangt … Mein Magen wurde flau. Zudem war er wirklich groß gebaut.

»Ich … wirklich …« Mehr brachte ich nicht zustande. In meinem Kopf wirbelten die Gedanken. Durfte ich mich wirklich einem Mann wie ihm widersetzen? Reich und mächtig, wie er war … Aber wenn er meine Auster leckte, warum sollte ich mich dann nicht revanchieren? Vielleicht, so kam es mir in den Sinn, vermochte ich ja, in ihm das Gleiche auszulösen, was er mit mir vollbracht hatte … Also überwand ich meine Bedenken und den Druck in meiner zugeschnürten Kehle, fasste seinen harten Stamm und ließ ihn langsam in meinen Mund gleiten.

Ich kam nicht weit. Während ich noch die Reaktionen seines Körpers beobachtete, das flacher werden seines Atems und die Anspannung in seinen Muskeln, hatte ich es gerade mal geschafft, seinen Helm in meinen Mund zu bekommen. Was also sollte ich tun? Immerhin hatte er meine ganze Möse bearbeitet und ich konnte mich nur so kläglich erkenntlich zeigen.

»Es geht nicht, Sir. Mein Mund ist zu klein.«

»Andere kriegen es auch hin …«, brummte er.

Dieser Satz schmerzte doppelt. Zum einen demonstrierte er mir meine Unzulänglichkeit, des Weiteren bedeutete es, dass er mir auch nicht raten konnte, und … dass es noch andere Frauen gab, die ihn so verwöhnten.

Sicherlich hatte ich in meiner Zeit nicht viel von Männern gelernt, aber eines wusste ich: Bis jetzt hatte noch nie ein Mann mir gegenüber eine andere Frau gepriesen, während ich es mit ihm getrieben hatte. Im Gegenteil. Männer sagten einem immer, dass man die tollste Frau sei, die sie je im Bett gehabt hätten. Dass keine sie je mehr verwöhnt hätte oder so einfallsreich gewesen wäre.

»Mach den Mund weiter auf«, knurrte der Captain stattdessen.

Es ging nicht. Meine Mundwinkel rissen bereits ein … Ich kniete über seinem Bauch und hielt mit einer Hand seinen Schwanz, der mir mit jedem Atemzug größer vorkam. Er schien anzuschwellen, länger zu werden.

»Schieb ihn in deine Kehle, törichtes Weib!«, herrschte er mich an.

Tränen schossen in meine Augen. Es ging doch nicht. Wenn ich tat, was er wollte, würde ich ersticken. Es war schrecklich. Mein Gesicht brannte und die Tränen benetzten seinen Schwanz.

»Gut. Lass es. Hör auf.« Wie unzufrieden er mit mir war, versuchte er nicht mal zu verbergen. »Knie dich hin! Los. Mach schon.«

Ich setzte mich auf meine Fersen, während er sich ebenso mir gegenüber positionierte. Dann beugte er sich vor und spie auf meine Brüste. Erschrocken zog ich meinen Kopf zurück.

»Was haben die Männer bislang mit dir gemacht?«, wollte er atemlos wissen und griff dabei nach meinen Brüsten.

»Sie haben mich gefickt und sich in mir entladen«, antwortete ich wahrheitsgemäß.

»Na großartig.« Er rückte näher an mich heran, spie auf seinen Ständer und rieb ihn ein, um ihn sodann zwischen meine Titten zu schieben, als wäre dies meine Kehle oder meine Möse.

»Geh etwas tiefer«, kommandierte er und ich folgte ihm.

Jetzt bewegte er seinen Hammer zwischen den beiden hellen Halbkugeln auf und ab und stöhnte dabei mit jedem Moment intensiver.

Ohne darüber nachzudenken, begann ich gleichzeitig, seine Eier zu massieren. Erst sanft und dann immer energischer, da ich merkte, wie sehr ihm dies gefiel. Seine Fingerkuppen krallten sich brennend in meine Schultern, doch ich ließ es geschehen. War es doch nur ein winziger Schmerz gegen mein eigenes Versagen.

Sein Gesicht verzerrte sich. Das Ächzen, das seine Bewegungen begleitete, erregte mich mindestens ebenso wie ihn. Als meine Brüste ihn zu bremsen drohten, anstatt ihn zu reiben, spie ich auf sie und benutzte nach Kräften meine Zunge, um den Saft zu verteilen.

»Jetzt!«, stieß er plötzlich zwischen seinen wunderbaren Zahnreihen hindurch. Er riss seinen Schwanz zwischen meinen Titten heraus und wichste ihn, bis seine Salbe sich in mein Gesicht ergoss.

Zu Tode erschrocken starrte ich ihn an und konnte so nicht verhindern, dass der dickliche Saft sogar in meine Augen tropfte. Von meinen Brüsten, die ganz und gar mit seinem Samen überzogen waren, mal ganz zu schweigen.

Ein Zittern erschütterte seinen muskulösen Körper, wohl gerade so wie das Beben, das er in mir ausgelöst hatte. Tatsächlich hatte noch nie ein Mann an anderer Stelle abgeschossen, als in meine Möse. Höchstens noch in ein Tuch. So ließ ich, wie in Gedanken versunken, meine Finger durch den warmen Überzug gleiten und kostete sodann davon. Es schmeckte nussig, duftete ein wenig wie Waldboden im Herbst.

Nachdem ich meine Finger abermals benetzt hatte, hielt ich sie ihm hin. Er zögerte für einen Moment, dann aber kostete er seinen eigenen Saft. Doch nicht nur meine Fingerspitzen saugte der Captain ein. Nein. Er leckte meine ganze Hand ab. Nur, um sodann seine Lippen über meinen Arm und zu meinen Brüsten wandern zu lassen.

»Ich habe noch nie solch großen Titten gefickt!«, sagte er anerkennend, als er meinen Nippel zwischen seinen Zähnen hin und her rollen ließ.

»Hat es Euch gefallen, Sir?«

»Sagen wir so …«, er hatte sich entspannt auf das Bett gesetzt und rieb in Gedanken versunken die kleine Perle in meiner Auster, »… wenn ich Erfahrung will, muss ich andere Huren frequentieren.« Und als müsste er präziser sein, fügte er an: »Bis du soweit bist.«

Kapitel 3

»Aaaahhh … Meine kleine Novizin …«, sagte die Frau gedehnt und mit einer mir nicht nachvollziehbaren Begeisterung in der Stimme. Ihr Haar war mit grauem Puder bestäubt und eng am Kopf aufgesteckt. Über ihrem Scheitel stand ein Gestell aus Draht in die Höhe, welches mit Spitzen und Schleifen umwunden war. Sie trug einen schweren silbernen Rock, über dem sich mehrere geraffte Lagen eines bunt gemusterten Stoffes befanden. Diese Raffungen liefen zu einer Schleppe aus, die ein Mohr hinter ihr hertrug, bis sie den Schmutz der Straße zwischen ihrer Kutsche und dem Eingang des Hauses, überwunden hatte.

Als sie Thomas ihr Cape übergeben hatte, sah ich, dass der Ausschnitt ihres Mieders so tief war, dass ich sogar ihre Brustwarzen erkennen konnte. Offensichtlich sollte man ungestraft dort hinstarren dürfen, denn sie betonte ihre kleinen Halbkugeln durch ein wundervolles Diamantgeschmeide.

»Mein lieber John … Welch exquisites Wesen … So einen Engel konntet nur Ihr entdecken.« Sie nahm meine Hand und drehte mich um meine eigene Achse, als wäre ich eine Tänzerin.

»Unter uns gesprochen, ich wusste gar nicht, dass Euch üppige Formen locken. Das habt Ihr mir verschwiegen …« Sie tippte mit ihrem geschlossenen Fächer neckisch gegen seine Stirn.

Er aber machte ein ernstes Gesicht.

»Sie hat Erfahrung?«, wollte die Dame mit dem tiefen Ausschnitt wissen, während sie mich so genau inspizierte, als wollte sie mich kaufen. »Alt genug ist sie ja …«

»Nicht besonders. Sie war Schankmädchen«, sagte er, als erkläre dies meine Unfähigkeit, ihn mit meinem Mund zufrieden zu stellen. »Deswegen wollte ich, dass Ihr Euch ihrer annehmt.«

»Sind ihre Sachen gepackt?« Die Begeisterung in ihrer Stimme war verschwunden und hatte einem Ton Platz gemacht, den ich vom Captain kannte, wenn er mit jemandem verhandelte.

Ich sollte mit dieser Frau mitgehen? Wenn ich auch nicht weit aus der Wirtsstube hinausgekommen war, so erkannte ich trotzdem eine Puffmutter, wenn ich eine sah. Ob sie nun ein paar Farthings einnahm oder Goldstücke.

Panik machte sich in mir breit. »Ich … Darf ich mit Euch sprechen, Sir?«, stieß ich mit bebender Stimme hervor. Die schiere Angst gab mir den Mut, den Captain in eines der angrenzenden Zimmer zu ziehen, während er mir mit ärgerlicher Miene folgte.

»Sir, ich bitte Euch … Ich flehe Euch an, schickt mich nicht in ein Bordell. Ich werde mich anstrengen. Glaubt mir … Ihr werdet zufrieden mit mir sein. Ich lerne auch zu kochen …« Ohne darüber nachzudenken, hatte ich mich vor ihm auf die Knie geworfen. »Ich will keinem anderen Mann zu Willen sein. Ihr habt Dinge mit meinem Körper getan, die ich so niemals … Kein anderer könnte das.« So hörte ich mir selbst fassungslos dabei zu, wie ich mich um den letzten Rest meiner Würde plapperte und jammerte.

Er stand über mir, starrte mich feindselig an und ich kannte die Männer gut genug, um zu wissen, dass – selbst wenn er mich nicht auf die Straße schickte – er beginnen würde, mich zu schlagen, sobald die Madame verschwunden wäre.

Es erregte Männer, wenn sie die Mädchen zuerst schlugen und dann fickten. Und was ich in seinen tiefgrauen Augen las, war die Bestätigung meiner Erfahrung.

Für mich war es besser, nur bei einem Mann zu sein, das Übel durchzustehen, das man kannte, anstatt für zahllose Männer und deren Gier die Beine breitmachen zu müssen.

»Bitte«, flehte ich weiter, »ich schwöre … Ich werde alles tun, was Ihr wollt, ohne auch nur einmal zu murren.«

»Schwörst du es?« Seine Worte klangen nicht wie ein Hoffnungsschimmer, sondern wie eine Drohung.

»Ja, Sir. Ja, ich schwöre es. Schickt mich nicht zu ihr.«

Er goss sich Brandy in ein Glas und trank es in einem Zug leer.

»Gut. Du bleibst hier. Ich werde dir selbst beibringen, was du wissen musst.«

Erschöpft von meiner eigenen Erniedrigung sank ich auf dem Boden zu einem erbärmlichen Häuflein zusammen, dessen brennende Stirn nur durch den Steinboden gekühlt werden konnte, gegen den ich mich presste.

»Jetzt steh auf und komm mit.«

Ich raffte meine Röcke und eilte hinter ihm her.

Die Hure hatte sich inzwischen in einen der Sessel gesetzt und sich von Thomas mit Wein versorgen lassen. Sie hatte kleine Brüste, fest mit hochstehenden Nippeln in einem so dunklen Rot, dass es beinahe wie Braun erschien.

»Gerade hatte ich mir überlegt, ob ich mit Thomas vorliebnehmen sollte, während Sie Ihr Zepter in die enge Möse unserer Novizin versenken …«, verkündete sie mit ungehaltenem Unterton. Sie bemühte sich gar nicht, dem Captain gegenüber zu verbergen, dass sie über den Fortgang der Ereignisse nicht allzu glücklich war.

»Wir werden umdisponieren«, erklärte er ihr.

»Aha?!« Sie folgte ihm mit ihrem ganzen Oberkörper, während der Captain auf und ab ging.

»Sie bleibt hier. Ich werde Eure Hilfe ab und an einfordern, wenn sie notwendig ist.«

Die Madame glättete die Raffungen ihres Kleides, öffnete den Fächer und schlug ihn wieder zu. »Nun ja, mein famoser Captain. Allerdings hatte ich Auslagen. Ich habe schon so allerhand in die Wege geleitet.«

Ja, dachte ich, du Miststück. In deine Kutsche bist du gestiegen und hierhergefahren. Und jetzt willst du meinen Herrn ausnehmen.

»Ich werde Euch entlohnen. Aber vorher noch eins …« Er nahm mit einem eleganten Kavaliersschwung ihre Hand und nickte mir zu. So leitete er uns in sein Schlafzimmer.

»Zeigt ihr, wie man einen Mann mit dem Mund verwöhnt. Wie man es fertigbringt, ihn zur Gänze in die eigene Kehle aufzunehmen.«

Sie schaffte es, mit zusammengepressten Lippen zu lächeln. »Nichts leichter als das, mein lieber Freund. Wenn Ihr Euch zur Verfügung stellen würdet …«

Wie erregend er sie fand, erkannte ich, als sie sich vor ihm auszuziehen begann. Natürlich auch vor mir, aber ich zählte nicht. In diesem Moment war meine Bedeutung für das Ganze ungefähr so groß, wie die des Spitzendeckchens, das auf dem kleinen Beistelltisch lag.

Unter all den Stoffschichten, Schnüren, Spitzen und dem Korsett tauchte ein beinahe knabenhafter Körper auf. Die kaum vorhandenen Brüste hatte sie hochgeschnürt, die schma­len Hüften mit einem Gestell überdeckt und die dünnen Arme unter Seide und Rüschen verborgen. Jetzt aber stand sie vor uns in all ihrer dünnen, weißen Pracht. Zu meiner Überraschung sah ich, dass sie ihr Dreieck rasiert hatte. Nichts verdeckte ihren Schlitz, aus dem eine Art kleines, faltiges Läppchen hervorlugte. Es schien aus demselben Fleisch wie ihre Nippel gefertigt zu sein.

Ich fand sie nicht schön, aber der Captain mochte, was er sah. Seine Hose hatte sich ausgebeult und als er sie fallen ließ, sah ich sein Zepter … Er war ohne jeden Zweifel höchst erregt. Mich jedoch schien er vollkommen vergessen zu haben.

»Legt Euch auf das Bett, mein Göttlicher«, schnurrte sie wie eine Katze, die vor dem Sahnekrug sitzt. Dann nahm sie auf allen vieren über ihm Platz, wobei ihre Möse in Richtung seines Gesichts zeigte.

»Ja was ist?« Das Schnurren hatte sich in Knurren verwandelt. »Es geht doch um dich! Du sollst doch lernen!«, herrschte sie mich an.

So schnell ich konnte, öffnete ich mein Mieder und stieg aus meinen Sachen. Abschätzige Blicke meiner Lehrerin wanderten über meine entblößten Rundungen.

»Du hast ja solch ein Pech … So jung und schon derart baumelnde Titten. Da musst du unbedingt etwas machen … Aber dazu ein andermal.« Erfüllt von tiefem Mitleid atmete sie kräftig durch und dirigierte mich neben sich. »Knie dich genauso hin wie ich und jetzt sieh her …«

Sein Duft nach exotischem Parfum umhüllte mich und ich genoss den Anblick seiner Haut, die straff von seinen Muskeln und Sehnen getragen wurde. Die harten kleinen Löckchen seines Schoßes, aus deren Nest sich sein Stamm erhob.

»Hör auf, deinen Herrn so impertinent anzustarren, törichtes Wesen. Sieh mich an!« Sie ergriff seinen Ständer und bog ihn hoch.

Ich wusste, wie schwer das ging, wenn der Captain richtig erregt war.

»Und nun machst du den Mund weit auf. Siehst du … so …«

Es wirkte befremdlich, doch ich schwieg und verzog keine Miene.

»Siehst du, wie lang mein Hals ist? Theoretisch gesehen, könntest du mit der richtigen Technik einen Schwanz schlucken, der mindestens ebenso lang ist, denn dein Hals ist nichts weiter als eine Röhre. Ein langes Futteral für den Freudenspender deines Geliebten.«

Bei diesem letzten Wort erfasste mich eine Gänsehaut und die winzigen Härchen in meinem Nacken stellten sich auf.

»Wenn du ihn jetzt in deine Kehle nimmst, wird dein Verstand versuchen, zu schlucken … So. Aber das darfst du nicht. Siehst du diese Muskeln hier und in deiner Kehle? Sie wollen arbeiten. Den Stamm hinunterschlingen … Aber das darfst du nicht zulassen, denn dann obstruieren sie den Weg.« Sie richtete sich auf, gestikulierte, rieb ihren Hals mit ihren dünnen Fingern, bis die Haut dunkelrote Striemen hatte. »Das musst du üben. Immer wieder. Dein Herr ist dir da sicher gern behilflich …« Sie grinste hinter sich, doch er reagierte nicht. Das Lächeln verschwand und sie schaute wieder nach vorn. »Konzentrier dich, dummes Ding! Sieh her! Du musst dich entspannen. Vollkommen. Und dann schiebst du seinen Schwanz einfach in deine Kehle. So …«

Sie senkte ihren Kopf und ich beobachtete fassungslos, wie sie seinen Ständer vollkommen mühelos immer tiefer in ihrem Mund verschwinden ließ. Als ihr Hals sich auszubeulen schien, hielt ich selbst die Luft an.

Und dann begann sie, sich zu bewegen. So, wie normalerweise ein Ständer sich in der Möse bewegt, bewegte sie ihren Mund um den Stamm.

Der Captain begann zu keuchen. Seine Oberschenkel drehten sich nach innen und wieder nach außen. Er schien sich förmlich in sie hineinzuschrauben.

»Ja …«, keuchte er. »Ja … tiefer … Oh Gott … Ja …«

Meine Brust wurde eng, als ich zusehen musste, wie sehr er diese Behandlung genoss. Und dann hob der Captain den Kopf und barg sein Gesicht in ihrer Auster.

Das war also tatsächlich nicht mir vorbehalten.

Sie entließ seinen Schwanz aus ihrem Mund, nachdem sie ihn auf diese Weise längere Zeit verwöhnt hatte.

»Wo wollt Ihr hinspritzen?« Hatte sie wirklich gemerkt, dass er in Kürze kommen würde? Die Madame richtete sich auf und drehte sich zu ihm um. Das weiße Make-up in ihrem Gesicht war verschmiert und der rote Lippenstift hatte sich über ihr Kinn verteilt. Voller Vorfreude legte sie ihre Zeigefinger unter ihre Tütchen, als wolle sie sie ihm entgegenhalten. »Auf meine Titten?«

Ohne nachzudenken, schüttelte er den Kopf.

Wenn sie enttäuscht war, so zeigte sie es nicht, sondern setzte sich auf seinen Ständer und begann, ihn zu reiten. Nichts an ihr hüpfte. Selbst ihr Hintern schien aus Alabaster gefertigt. Alles fest und stramm. So sehr sie sich auch bemühte … Er kam nicht.

Zögerte er seinen Höhepunkt hinaus, weil er es so genoss oder weil er es eben nicht genoss, fragte ich mich.

Ich kauerte mich hinter sie und streckte meine Zunge so weit heraus, wie nur irgend möglich. So gelang es mir, seinen Steifen zu erreichen und sowohl den unteren Teil seines Stamms zu lecken als auch seine Eier. Ich saugte sie in meinen Mund und nagte mit spitzen Zähnen an der weichen Haut. Dass er kam, merkte ich nur daran, dass sein Saft aus ihrer Möse lief und sich auf meine Zunge ergoss.

Er hatte nicht gestöhnt und nicht geschrien. Nichts.

»Ah … Wie wundervoll … Wir sind beide im gleichen Moment gekommen!«, jubilierte die Hure und ich wusste so gut wie alle im Raum, dass es eine Lüge war.

Der Captain streckte den Arm zu seinem Nachttisch hin aus und holte eine goldene Münze aus der Lade.

»Steck sie dahin, wo sie hergekommen ist«, schnurrte die Madame, woraufhin mein Herr die Münze in ihrer Möse verschwinden ließ. Sie lachte und wirkte zum ersten Mal wie ein wirklicher Mensch. »Ich hoffe, du hast dir das gut gemerkt«, zischte sie mir ins Ohr und kniff mich gleichzeitig schmerzhaft in den Oberarm. »Du bist viel zu dick«, fügte sie an. »Komm bei mir vorbei und ich sage dir, wie du deine Figur für Männer erträglich machst.«

Der Captain half ihr dabei, ihr Mieder zu schnüren und die Haken zu verschließen. Nur um ihre verwischte Schminke kümmerte sie sich selbst.

Ich wiederum zog mich allein an.

»Das Ding hat noch viel zu lernen«, stöhnte sie, als sie einen kleinen Lederbeutel aus der Hand des Captains in Empfang nahm. Es war ihre Versicherung auf ein üppiges Lehrgeld in den kommenden Wochen.

Kapitel 4

»Findest du, ich bin zu dick?«, fragte ich und drehte mich vor dem Spiegel, während Thomas am Schreibtisch die Bücher unseres Herrn überprüfte.

Er blickte leicht irritiert auf und legte die Feder zur Seite. »Dummes Zeug. Bei mir zu Hause würdest du als zu dürr gelten. Männer wollen Frauen, an denen was dran ist. Der Körper braucht Kraft, wenn er Babys gebären will. Frauen brauchen Kraft wie die Männer, um ihre Arbeit zu tun.«

»Die Hure sagte, ich sei zu dick«, erzählte ich und hing meinem eigenen Anblick nach.

»Nenn sie nicht Hure. Sie heißt Miss Ingram. Wenn der Captain das hört, schlägt er dich windelweich. Darauf kannst du dich verlassen. Er duldet solche Reden nicht.« Damit beugte er sich wieder über das Hauptbuch.

»Wann fährt der Captain wieder zur See?« Ich hatte die Frage noch nicht beendet, da floss es siedend heiß über meinen Rücken.

»Soweit ich weiß, bleibt er noch ein, zwei Wochen.«

Zwei Wochen … Welche Ewigkeit, dachte ich beglückt.

»Wo ist er jetzt?«, fragte ich.

»Am Hafen. Er ist dabei, die Mannschaft zu inspizieren.«

»Muss er keine neuen Matrosen suchen?«

»Nein. Es fährt immer die gleiche Mannschaft mit ihm.«

»Ich weiß nur, dass normalerweise immer neue …«

»Du stellst zu viele Fragen, Frau. Geh und kümmere dich um deine Arbeit.«

Da Thomas nicht zum Schwatzen aufgelegt schien, begab ich mich in mein Lieblingszimmer im Haus: Das Schlafzimmer meines Herrn, in jenen mit dunklen Holztafeln ausgeschmückten Raum, in dessen Mitte das wundervolle Bett mit den schweren dunkelroten Vorhängen thronte. Ein Rot, das an das Blut von Stieren erinnerte. Schwer und fast schwarz wie der Wein, den der Herr so gern trank. In keinem Raum fühlte ich mich ihm so nah wie hier, denn in keinem Raum erlebte ich ihn so wie hier.

Mit einem kostbaren Tuch wischte ich über die Oberflächen und zog die Bettdecke glatt, die doch von keinem Fältchen verunstaltet war. Ich betete, dass er mich auch an diesem Abend zu sich rufen würde. Dafür lebte ich. Auch wenn ich es ihm niemals sagen konnte. Es musste mein Geheimnis bleiben.

Er würde sicherlich bald nach Hause kommen, denn ich sah auf der Uhr im Wohnzimmer, dass es kurz vor sechs war. Also lief ich schnell in den Garten hinter dem Haus und schnitt Blumen für sein Schlafzimmer und den Esstisch.

»Wofür sind die Blumen?«, fragte Thomas, als ich mit dem Strauß in Richtung der Treppe eilte.

»Für das Schlafzimmer des Captains.«

»Die werden ihm nicht auffallen.«

Die Frage nach dem Warum sparte ich mir. Ich kannte die Antwort. Er würde die Hu… Miss Ingram und ihre Mädchen aufsuchen. Die nicht ausgesprochenen Worte verlangsamten meine Schritte. Mein Herz wurde so schwer, dass es meine Beine mit Blei zu füllen schien.

Nachdem ich die Vase dekoriert hatte, begab ich mich wieder zu Thomas. »Was denkst du, wann er nach Hause kommt?«

Er klappte das Buch zu, faltete die Hände darauf und sah mich traurig an. »Theodora … Du weißt, dass sowohl du als auch ich, längst schlafen, wenn er zurückkehrt. Wir wissen beide, dass er heute Nacht auswärts isst.«

Das war unser beider Ausdruck für den mir so schmerzlichen Umstand, dass der Captain nicht in meinen Armen einschlafen würde, sondern in denen einer bezahlten Hure.

»Warum, Thomas? Was findet er bei den Mädchen im Hurenhaus, was ich ihm nicht geben kann?«

Er bewegte seinen großen Kopf mit den kurzen schwarzen Locken langsam hin und her. »Das weiß ich nicht. Er denkt anders als ich.«

»Und wie denkst du?«

Er schenkte mir ein sanftes Lächeln. »Ich habe mal eine Geschichte gelesen aus Zeiten, da die Menschen noch glaubten, dass es viele Götter gebe. Und diese Götter haben Kugelwesen geschaffen. Diese hatten die Götter erzürnt, sodass sie die Wesen zur Strafe gespalten haben. Von diesem Tag an waren die Kugelwesen dazu verdammt, ihre zweite Hälfte zu suchen. Und wenn ein Mensch sehr viel Glück hat, dann findet er seine zweite Hälfte und ist wieder ganz.«

Es war eine schöne Geschichte, fand ich, sie enthielt viel Wahrheit.

»Und der Captain?«, wollte ich wissen.

Thomas hob seine Schultern und ließ sie wieder sacken.

»Ich will nicht, dass er zu Huren geht«, flüsterte ich und sagte es mehr zu mir selbst, als zu ihm.

Kapitel 5

»Wenn ich dich noch einmal hier erwische – das schwöre ich dir – werde ich dich prügeln, dass deine Wunden noch offen sind, wenn ich von der See zurückkehre!«

Er hielt meinen Arm so heftig gepackt, dass meine Finger steif und taub wurden, während seine Fingerkuppen sich durch mein Fleisch bis auf meine Knochen durchzubohren schienen.

Wir standen an Deck und er hatte mich auf meine Knie gedrückt, während seine Männer verstohlen aus den Augenwinkeln beobachteten, was er mit mir tat. Als hätte es nicht genügt, diese wilden Gesellen zu sehen, mit den vernarbten und verbrannten Körpern. Schädeln, auf denen das Haar in Büscheln wuchs, weil sie von Narben überzogen waren. Bläuliche Tätowierungen aus längst vergessenen Häfen, auf einer Haut, die nicht vergessen konnte.

Er war die Treppe emporgepoltert gekommen, nachdem man mich gemeldet hatte. Sein Gesicht rot vor Zorn, seine Stimme bebend. »Was in tausend Teufelsnamen tust du hier, Weib?«, schrie er mich an. »Wer hat sie auf das Schiff gelassen?« Er riss noch während er sprach einen Knüppel aus einer Halterung und reckte ihn drohend jedem entgegen.

»Niemand«, wimmerte ich.

Weiter kam ich nicht. Er stieß mich die Stufen zu seiner Kajüte hinunter, wo ich der Länge nach hinschlug. Der Captain aber kümmerte sich überhaupt nicht um mich und so musste ich mich allein aufrappeln und – den Schwindel bekämpfend – gegen die Wand lehnen. »Ich wollte Euch nur einen Brief bringen … Der Bote sagte, es sei dringend.«

Er entriss mir den zerdrückten Umschlag und öffnete ihn ohne Rücksicht auf das Siegel, das ich gerade noch rot schimmernd zur Erde fallen sah. Der Herr überflog die Zeilen und goss gleichzeitig Gin in ein auf dem Tisch stehendes Glas nach.

Aus dem Augenwinkel kontrollierend, hielt er mir das Glas hin. Es war wohl seine Art, sich zu entschuldigen.

Ich leerte das Glas. Auch wenn es meine Angst nicht bannte, so deckte es sie doch gnädig mit einem dichten Nebel zu.

»Komm nie mehr hierher! Hast du das verstanden, du dummes Ding? Höchstens in Begleitung von Thomas. Aber niemals allein!«

Als hätte das alles noch nicht genügt, packte er jetzt mein Kinn mit seinem stählernen Griff und seine Augen funkelten so dicht vor meinen, dass ich jeden Sprenkel in ihnen erkennen konnte.

»Diese Kerle da oben ficken eine Frau tot, ohne, dass sie auch nur mit der Wimper dabei zucken.«

Als hätte ich ihm das nicht auf Anhieb und ohne jeden Zweifel sofort geglaubt.

Abermals las er die Zeilen des Schreibens. Er schien die Tragweite ermessen zu wollen, doch schien es ihm nicht wirklich zu gelingen. Wenigstens hatte er mich wieder losgelassen.

Ohne zu fragen, schenkte ich nach.

»Lass mir auch noch was in der Flasche«, knurrte er.

»Ihr stecht bald wieder in See, ja?«, fragte ich vorsichtig, denn es verunsicherte mich, wenn er so gar nichts weiter sagte.