Therapiestunde - Heiko Grießbach - E-Book

Therapiestunde E-Book

Heiko Grießbach

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Beschreibung

Der Ich-Erzähler berichtet einer Therapeutin, wie er durch die sexuellen Erlebnisse auf einem Ball sexsüchtig wurde. Die Therapeutin reagiert ungewöhnlich, als er fertig ist und verwirrt ihn. Eine Erzählung auf 47 Normseiten, empfohlen ab sechzehn Jahren.

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Seitenzahl: 45

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Heiko Grießbach

Therapiestunde

Eine erotische Geschichte

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Eine erotische Geschichte

Impressum

Eine erotische Geschichte

Heiko Grießbach

Kapitel 1

Mit forschem Schritt betrat ich die Praxis. Ich fühlte mich gut und die leise Entspannungsmusik in der Art von Feng Shui störte mich heute nicht. Es war Mittwochabend und ich hatte, wie jeden Mittwochabend, eine Therapiestunde bei meinem Psychotherapeuten. Der Warteraum war hell und freundlich, mit einem sauberen Fenster, das den Innenhof mit einem blühenden Kirschbaum zeigte. Der Baum war übersät mit weißen Blüten; der Frühling ließ grüßen. Gepflegte Pflanzen standen auf Regalen an der einen Wand, die andere Wand säumten Stühle. Auf dem Tisch in der Mitte des Raumes lagen Magazine und Klatschzeitschriften. Die Musik plätscherte angenehm leise aus versteckten Lautsprechern. Wie immer war bei meinem Eintreten keine Menschenseele zu sehen, nur der Türsummer zeigte mir, dass mein Kommen registriert worden war und ermöglichte mir den Zutritt.

Ich hegte die Vermutung, dass Dr. Eisenbrenner die Termine seiner Patienten so legte, dass sie sich nicht in der Praxis begegneten und keine Unannehmlichkeiten entstehen konnten. Wenn Arbeiter X seinen Chef Y hier antraf, konnte dies das Arbeitsverhältnis irreparabel schädigen. Damit war niemandem gedient, dem Arbeiter nicht, dem Chef nicht und dem Psychotherapeuten, der wahrscheinlich zwei Patienten verlor, auch nicht.

Ein Summen an der Sitzungszimmertür signalisierte mir, einzutreten. Mit etwas zu viel Schwung öffnete ich die Tür, betrat den Therapieraum und blieb verblüfft stehen. Nicht Doktor Eisenbrenner sah mich, in seinem Sessel sitzend, von gegenüber an, sondern eine Frau hatte es sich in diesem Sessel bequem gemacht und sah mir erwartungsvoll entgegen.

Mein Blick huschte durch den Raum und zur leeren Couch, die links von mir an der Wand stand, dann zurück zu der äußerst attraktiven Frau.

„Herr Nautilus?“, fragte sie mit angenehm tiefer, rauchiger Stimme. Ich nickte und fragte: „Und Sie sind …? Guten Tag, übrigens.“

Meine Augen begannen ein Eigenleben und erforschten mein gegenüber. Das Haar der Frau war dunkel aber nicht schwarz, mit einem seidigen Schimmer und fiel weich in sanften Wellen über die Schultern. Bekleidet war sie mit einem beigen kurzärmligen Pullover und einem lindgrünen Rock, der bis unter die Knien reichte. Die Beine, lang und wohlgeformt, soweit es zu erkennen war, hatte sie übereinander geschlagen. Nun stand sie auf und fuhr sich mit der Hand über das Haar.

„Oh, Entschuldigung“, sie deutete ein kurzes Lächeln an. „Guten Tag. Mein Name ist Doktor Richter. Ich bin Psychotherapeutin. Bitte treten Sie näher. Sie müssen heute mit mir vorliebnehmen.“ Mit einer einladenden Bewegung deutete sie auf den zweiten Sessel, ihr gegenüber.

Wir nahmen Platz und sie schlug wieder die Beine übereinander.

„Ich bin immer bei Doktor Eisenbrenner“, begann ich zögernd. Meine Augen waren noch beim Erforschen, was mir auf der einen Seite peinlich war, auf der anderen Seite war diese Frau atemberaubend schön und ich gönnte es meinen Augen. Sie schien in meinem Alter zu sein und hatte meine Größe von knapp einen Meter achzig. Ihre Haut war makellos und hell. Die Nase war gerade und hatte ein paar Sommersprossen, in den Wangen hatten sich bei dem kurzen Lächeln Grübchen gezeigt, was mir gut gefiel.

„Ich weiß. Aber Doktor Eisenbrenner ist leider verhindert und ich vertrete ihn. Ich hoffe, das ist kein Problem für Sie?“ Sie wartete mein Kopfschütteln ab und fuhr fort: „Ich habe mich mit Ihrer Akte vertraut gemacht, wir können mit der Therapie dort fortfahren, wo Sie mit Doktor Eisenbrenner aufgehört haben. Allerdings …“, sie dehnte das Wort, „… hätte ich zuerst ein paar Fragen, wenn es Ihnen recht ist.“

„Ich bin noch etwas verwirrt“, sagte ich. „Was ist denn mit Doktor Eisenbrenner?“

„Er hatte einen Unfall und ist eine Weile verhindert, nichts, was Sie beunruhigen müsste. Er bat mich, ihn zu vertreten, da er möchte, dass Ihre Therapie nicht unterbrochen wird.“

Sie besaß eine sportliche Figur und schien kein Gramm Fett zu viel am Körper zu haben. Trotzdem waren die Rundungen von Taille und Po auch im Sitzen gut zu sehen. Mein geschulter Blick strich über ihren Busen und rief mir in Gedanken zu: Größe sechsundsiebzig B. Ich versuchte, mich zu konzentrieren und strich mir durch mein kürzlich geschnittenes, dunkelblondes Haar. An die neue Igelfrisur hatte ich mich noch nicht so ganz gewöhnt. Aber ich wollte meinen Plan, neues Outfit, neues Leben, durchführen.

„Also gut. Fangen wir an. Ich habe kein Problem, heute mit Ihnen vorlieb nehmen zu müssen. Ich hatte immer eine Doppelstunde bei Doktor Eisenbrenner und wir haben oft länger gemacht.“

„Das ist kein Problem für mich, Herr Nautilus. Den anderen Patienten habe ich für heute abgesagt, ich soll mich voll und ganz Ihnen widmen, ist Doktor Eisenbrenners Wunsch.“

Nun straffte sie sich, stellte die Füße nebeneinander auf den Boden, raffte ihr Haar und band es mit einem Gummi zusammen. So sah sie strenger, professioneller aus. Nach einem gekünstelten Räuspern begann sie: „Sie sind Herr Nautilus, Steffen, geboren am 22. 08. 1976 in Berlin, ledig, keine Kinder und seit neun Monaten bei Doktor Eisenbrenner in therapeutischer Behandlung gegen Hypersexualität. Ist das richtig?“

Ihre Stimme klang angenehm in meinen Ohren, ich schaute auf ihren sinnlichen Mund und sah am zarten, schlanken Hals eine Ader pulsieren.