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In der Zwischenzeit hat Theresias Öl einen weiten Weg zurückgelegt. Die Flut der Briefe und Berichte von wunderbaren und ganz unerwarteten Abheilungen nimmt nicht ab. Sie sind Gesprächsthema in den Wartezimmern der Ärzte, wo die Patienten ihre Erfahrungen austauschen. Sie alle sind jetzt die eigentlichen Wegbereiter von Theresias Öl. Die Berichte landeten aber auch bei Kosmetikern und Physiotherapeuten, Sportmedizinern und Olympiatrainern. Man hat dort längst registriert, dass eine Medizin nicht nur für die Krise da ist, sondern genauso gut prophylaktisch eingesetzt werden kann. Ein kleines Kind muss sich nicht erst die Finger verbrennen, damit die Mutter darauf kommt, welches Öl der Haut ihres Kindes Balsam ist und gut tut. Und was für ihr Kind gut ist, kann der Mutter auch nicht schaden. Und die Strapazen im Spitzensport mit seinen alltäglichen Sportverletzungen lassen sich durch Theresias Öl genauso beheben.
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Seitenzahl: 112
Veröffentlichungsjahr: 2014
Jürgen Fliege
Theresias Öl
Das geheimnisvolle Öl aus den Tiroler Bergen
Jürgen Fliege
Theresias Öl
Das geheimnisvolle Öl aus den Tiroler Bergen
© tao.de in J.Kamphausen Mediengruppe GmbH, Bielefeld
1. Auflage 2014
Gestaltung Umschlag: Kerstin Fiebig
(unter Verwendung der Abbildung © ING_33594_26277
von www.ingimage.com)
Verlag: tao.de in J.Kamphausen Mediengruppe GmbH
www.tao.de · eMail: [email protected]
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN(Paperback): 978-3-95802-330-7
ISBN (Hardcover): 978-3-95802-331 -4
ISBN(e-Book): 978-3-95802-332-1
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Jürgen Fliege
Theresias Öl
Das geheimnisvolle Öl aus den Tiroler Bergen
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Frühjahr 2005 in Tirol
Eine Berufung
Geschichten heilen
Die Auferstehung des Öls
Hingabe
Das Mysterium
Die Ägyptische
Der Durchbruch
Das Ölwunder
Die Legende
Die junge Frau mit dem Kinde
Jenseits der Klostermedizin
Das Wunder
Später
Der Griff nach dem Öl
Der Weg ist frei
JETZT
Vorwort
Warum trifft uns eine Nachricht wie ein Blitz? Und warum lässt uns so manches andere in der Welt kalt, als hätten wir damit nichts zu tun? Es liegt wohl daran, was wir selbst in unserem Leben erlebt und erfahren haben. Jahrelang, jahrzehntelang kann ein unbewältigter Schmerz in uns schlafend überleben, bis der Tag kommt, an dem er seinen Sinn und seine Antwort bekommt. Als mir eine unbekannte Stimme am anderen Ende der Telefonleitung von einem geheimnisvollen Heilöl erzählte, das seit Generationen in der Familie wahre Wunder vollbringt, tauchte in meiner Erinnerung der kleine Sohn meines Patenkindes auf. Ein wunderbar aufgeweckter tiefsinniger Junge mit leuchtenden Augen und roten Haaren. Ich habe ihn getauft und über sein Leben einen Taufspruch aus dem Alten Testament gesprochen: «Wenn du durchs Feuer musst, sollst du nicht verbrennen!» Das steht so im Buch des Propheten Jesaja. Und dann ist es tatsächlich passiert, als wenn ein Spruch eine Prophezeiung wäre: «Wenn Du durchs Feuer musst, sollst Du nicht verbrennen.» «Du sollst nicht verbrennen!» Ich habe ihn damals natürlich nicht schreien hören. Er wohnt ja Hunderte von Kilometern weit weg. Aber ich wollte mir die Ohren zuhalten, als seine Mutter mir weinend am Telefon von dem Unglück erzählte. Es war eine klassische Situation! Ein großer Topf heißer, kochender Milch ergießt sich über den Kleinen, der sich am Herd hochzieht. Ich habe gesehen, wie er sich später tapfer in seine maßgefertigte Stretch-Unterwäsche zwängte. Ich vergesse nicht, wie diszipliniert er war und wie seine Mutter um sein Leben gebangt und gebetet hat und wir uns aus dem Taufspruch Trost holten. Damals vor zehn Jahren. Und jetzt erzählt mir da eine fremde Frau von einem Öl, das alles hätte heilen können, die Wunden des Körpers – und so auch die Wunden der Seele. Da öffnet sich mein Herz ganz weit und lauscht. Der alte Schmerz über den kleinen Jungen führt meine Aufmerksamkeit.
Söll in den 1960er Jahren
Die nüchtern klingenden Berichte der Ärzte und Professoren aus Krankenhäusern und Universitäten über die Heilkraft von Theresias Öl habe ich erst später gelesen. Sie verwundern mich jetzt nicht mehr. Ich lehne mich eher beim Lesen der Dokumente in meinem Schreibtischsessel zurück und staune über meine frühe Intuition, dass da etwas Besonderes auf mich zukommen würde. «Mein Bauch» wusste es vorher, definitiv.
Meine Mitarbeiterin stellte vor ein paar Monaten ein Telefonat durch. Eine Frau mit österreichischem Akzent entschuldigt sich für die Störung und berichtet mir vorsichtig von einem besonderen Heilöl, das ihre Familie seit dem Mittelalter herstellt und hütet wie einen großen geheimnisvollen Schatz. Und weil sie mir von grauen Fernsehzeiten her vertraut, will sie mir davon erzählen. Es ist nicht einfach, heute von Wundern zu erzählen. Es würde gleich alles als Verkaufsmasche abgetan. Sie bittet um einen Termin.
Ein paar Tage später sitzt sie mir gegenüber, Theresia, eine ehemalige Lehrerin mittleren Alters aus Söll in Tirol, die in der x-ten Generation die «Wächterin» des goldenen Öls ist, sagt sie. Ein Kräuteröl, das auch noch die dramatischsten Verbrennungen, Verbrühungen und offenen Wunden narbenfrei oder fast narbenfrei zu heilen vermag. Unwillkürlich denke ich wieder an den ältesten Sohn meines Patenkindes. Jahrelang trug er einen Kompressionsanzug. Ich habe ihn für seine Disziplin bewundert, wenn er mich mit seinen Eltern und Geschwistern besuchte. Die Narben am ganzen Körper versucht der Junge heute noch zu verstecken. Ich bin also neugierig.
Seit dem Mittelalter geht diese Aufgabe, das Kräuteröl zu mischen und zu schützen, von Generation zu Generation, erzählt Theresia weiter.
Und seit dieser Zeit kamen die Menschen von nah und fern zu ihrem Hof in Tirol und baten um das Öl. Wenn die Narbe des Waldbauern nicht heilt, wenn der Dachdecker sich die Hände im Teer verbrüht und sich wieder einmal die heiße Milch, von den heißen Holzherden der Bauernhäuser gerissen, über die kleinen Körper der schreienden Kinder ergießt und alles zerstört. Ich höre gebannt zu. Es sind solche Geschichten, die mich schon immer besonders interessiert haben. Wenn es auch nicht immer ein Patenkind ist, das mir mit seinem Schicksal durch den Kopf geht, eine oder einer ist es immer, dessen Wunsch nach Heilung mich begleitet und mich Umschau halten lässt. Heilung ist möglich, sage ich mir immer. Und hinter den «sieben Bergen bei den sieben Zwergen» gibt es auch bei uns ein Heilwissen, das alle Universitäten von heute noch nicht erreicht hat. Und es ist selten genug, dass die Professoren an den Universitäten so offen sind wie in diesem Fall, einmal der Kraft des Öls zu vertrauen. In Innsbruck ist das vor gut zehn Jahren gelungen. Das mag daran gelegen haben, dass die Universität sich gerade mit den Heilkräutern der Tiroler Umgebung intensiv beschäftigen musste, weil Ötzi, der Mann aus dem Eis, mit Heilkräutern in den Ledertaschen gefunden wurde. Das Leben liebt solche sogenannten Zufälle, um ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Ehemaliger Bauernhof von Theresias Großeltern
Die Anfänge des Öls liegen wohl im Dunkeln des Mittelalters. Eine junge Frau legt in einer kalten Nacht ihr Baby vor die Tür der Familie und hinterlässt wohl auf einem Lederstück ein Rezept für ein Heilöl. Neben dem Kind eine ägyptische Pflanze, die in der Kälte Tirols genauso beschützt werden muss wie das Kind. Ich höre zu und gehe später, quasi als ausgebildeter «Schriftgelehrter», der Legende auf den Grund und finde viel Wahres. Ich habe das in diesem Buch aufgeschrieben. Darin erzähle ich auch, wie das Öl Theresia vor ein paar Jahren unruhig machte und dafür sorgte, dass es aus dem verborgenen Tiroler Haus in die Welt ging. Radio Tirol hatte damals von einem dramatischen Unfall eines kleinen Jungen berichtet, der mit Verbrennungen dritten Grades mit Blaulicht in die Uni-Klinik eingeliefert wurde. Bestand Lebensgefahr? Würden die Ärzte das Kind und seine Haut retten können? Theresia nahm ihr Öl, fuhr in die Klinik, und das Wunder nahm seinen Lauf.
Ihr Öl muss vorsichtig und nicht hektisch weiter fließen. Es muss organisch wachsen. Die ägyptische Pflanze bestimmt am Ende, wie man der Nachfrage Herr wird. «Und das Heilige muss der Pflanze bleiben», sagt Theresia. «Und deshalb bin ich jetzt bei Ihnen …». Ich schaue sie an. «Ja», sage ich dann, «ich werde Ihrem Öl zu Ehren Ihre Geschichte erzählen. Sie ist gut belegt und glaubwürdig und fromm. Sie wird vielen Menschen helfen.»
Jürgen Fliege Tutzing im Dezember 2013
Frühjahr 2005 in Tirol
Der Notarztwagen versuchte sich mit seinem Martinshorn, mit Blaulicht und den aufgeblendeten Scheinwerfern einen Weg durch den abendlichen Berufsverkehr von Innsbruck zu bahnen. Der schmutzige Schnee war noch nicht überall geräumt worden und türmte sich an manchen Straßenkreuzungen zu hohen Bergen. Und die Frühjahrssonne war noch nicht hoch genug, um für ein paar Stunden mit ihrer Wärme über die südlichen Berge bis ins Inntal vorzudringen, um den Schnee zu schmelzen. Die Wagenreifen mahlten sich mühsam einen Weg durch den Matsch. Es war mal wieder kein Durchkommen. Wenigstens schien es der jungen Mitfahrerin so, die mit ihrem Mann hinten im hell erleuchteten Wagen saß, nervös und ungeduldig. Ihre Beine zitterten. Das enge Tal, der stetig anwachsende Verkehr, die Baustellen, die kein Ende fanden. Warum nimmt niemand Rücksicht? Wissen die anderen nicht, dass es hier im Rettungswagen oft um Leben oder Tod gehen kann? Warum fährt keiner an den Rand? Das ist doch nicht nur der Schnee!
Das leise Wimmern des kleinen Jungen auf der neonhell erleuchteten Trage neben ihr war auch vorne am Lenkrad noch zu hören. Und es trieb den Fahrer der Ambulanz immer wieder zur Eile an. Er tat, was er konnte. Das Schicksal von Kindern geht auch den Rettungssanitätern und den Notärzten näher, als sie oft zugeben wollen. Die Zeit würde kommen, darüber reden zu müssen. Aber nicht jetzt. Er wusste wohl, dass es auf jede Minute ankommen konnte. Verbrennungen! Mindestens der ganze Rücken! Er hatte ja nicht allzu viel von dem Kind gesehen. Sie hatten den Jungen nicht entkleidet. Das war alles erst einmal die Sache des Kollegen. Aber der hatte kritisch geschaut und die Augenbrauen nach oben gezogen, als er die Verbrennungen sah. Da wusste auch er Bescheid. Man kennt sich seit vielen Einsätzen.
Keine zwei Jahre schätzte er den kleinen Jungen hinten auf der Trage. Die dunkelblonden feinen Haare des Kleinkinds hatten aus dem weißen Bündel geschaut, als sie ihn auf der Klapptrage festgeschnallt hinten in den Wagen schoben. Seine Eltern wollten unbedingt mit. Manchmal lehnten sie das aus rechtlichen Gründen ab. Notarzt und Rettungssanitäter müssen ihre Arbeit ohne Rücksicht auf die berechtigten Gefühle entsetzter Angehörigen machen können. Aber die Eltern waren wie selbstverständlich in den Wagen geklettert und die junge Mutter setzte sich zitternd neben ihr Kind. Den kleinen Körper hatten sie in dem Café in Innsbruck noch mit weißen Leinentüchern notdürftig abgedeckt. Das war eher ein Schutz vor der abendlichen Frische als vor den Gefahren einer Sepsis. So schnell reagiert auch der Körper eines Kleinkinds nicht. Der Junge wimmerte leise. Die junge Mutter griff nach ihrem Kind, streichelte ihm kurz über die Stirn und schaute ihren Mann an. Der saß wie versteinert auf dem Klappnotsitz an der anderen Seite der Klapptrage. Sein Kind, sein Sohn! Was würde aus seinem Kind? Was war passiert? Sein kleiner Sohn würde auf einmal kämpfen müssen. Er ist doch noch viel zu klein! Und er, sein Vater sitzt da und kann nichts tun und tut nichts. Er senkt seinen Kopf, fährt mit dem linken Arm über seine Augen und schüttelt wieder und wieder den Kopf, als wenn er etwas abschütteln oder nicht annehmen und verstehen könnte. Ansehen kann er seine Frau jetzt nicht groß.
Seine Frau schien den Schmerz ihres Kindes noch weniger ertragen zu können. Aber sie wollte etwas tun. Ihr Kind auf der Trage schien ihr allein und so fern. Kurz musste der Wagen wieder an einer Kreuzung anhalten, um sich zu vergewissern, dass auch bei Blaulicht und grün geschalteter Ampel kein Wagen auf der Kreuzung war, um weiterzufahren. Da nimmt die junge Mutter die Gelegenheit wahr, richtet sich ein wenig auf und schaut flehentlich die Männer an. Sie fragt laut, ob sie ihr Kind nicht auf dem Schoß halten kann? Das wenigstens scheint ihr doch mehr als nichts zu sein. Die Rettungssanitäter hatten ihr dann gestattet, ihr Kind von der Trage auf den Schoß zu nehmen. Das war gegen die Vorschrift. Die verlangt, dass gerade im Rettungs- und Notarztwagen jeder zu jedem Zeitpunkt fest angeschnallt sein muss. Die schnelle Fahrt macht plötzliches Bremsen notwendig. Aber vielleicht war das in diesem besonderen Fall zu vernachlässigen. Es ging ja nur langsam durch die verstopfte Stadt. Und da war ein schwer verletztes wimmerndes Kleinkind in den Armen der Mutter besser aufgehoben als – wie sonst üblich und vorgeschrieben – auf der Trage fixiert transportiert zu werden. Trost war wohl jetzt die erste und einzige Medizin, da war man sich schweigend einig.
Was war passiert? Der kleine Junge musste sich wohl in einem unbeobachteten Augenblick – neugierig wie Kinder in diesem Alter sind, die ihre ersten eigenen Schritte durchs Leben probieren, umfallen und wieder aufstehen, kriechen und sich irgendwo dran hochziehen –, vom Tisch der Eltern weggerobbt haben. Und sich dann hinter der Theke im Café zu schaffen gemacht haben. Da war das Leben. Von da kam die freundliche Bedienung und von da kam Essen und Trinken und Leben. Auch eine junge Mutter und ein junger Vater können nicht immer die Augen überall haben. Und dann war doch der Augenblick gekommen, vor dem sich alle Mütter und Väter fürchten und hoffen, dass es nie passieren würde. Der Kleine hatte endlich hinter dem Rücken der Eltern sein Ziel erreicht und sich mit seinen gut anderthalb Jahren an den Griffen der Thekenschublade hochgezogen und dann mit der anderen Hand, die nach oben griff, den mit kochend heißer Milch gefüllten Milchaufschäumer der Kaffeemaschine erwischt. Und die mit kochend heißem Dampf brodelnde Milch im Topf schlug auf seinem kleinen Kopf auf und ergoss sich nach hinten durch die Kleidung über seinen ganzen Rücken. So ungefähr würde es wohl gewesen sein. Genau hatte es ja niemand gesehen. Erst das Scheppern des leeren Topfes auf dem Steinfußboden hatte sie alle aufgeschreckt und Richtung Theke schauen lassen.
