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1999 erschien mein erster Gedichtband mit dem Titel "Im Tierkreiszeichen Zwillinge geboren". Es heißt, dass Menschen dieses Tierkreiszeichens zwei Seelen in ihrer Brust haben. Das erklärt, dass in Teil eins dieses Gedichtbandes unter dem Titel "Mensch und Natur" ernste und sensible Gedichte zusammengefasst sind und in Teil zwei "Freude am Spaß" heitere und auch manchmal frivole. Als ich noch als Lehrerin im Berufsleben stand und auch noch andere Anforderungen an mich gestellt wurden, fand ich keine Muße zum Dichten. Da mir das Reimen leicht fällt, habe ich zu verschiedenen Anlässen Beiträge geleistet. Für meine Schulkinder schrieb ich Theaterstücke eigenen Inhaltes und nach bekannten Erzählungen. Als ich mich im sogenannten Ruhestand befand, begann ich mit meinem Gedichtband "tierisch – menschlich". Dabei erkannte ich, dass Mensch und Tier ähnliche Verhaltensweisen haben. Es machte mir Spaß, in Form von Tiergedichten den Menschen einen Spiegel vor die Augen zu halten. Über Teil zwei steht: "Kein Mensch ist vollkommen". Wir alle haben unsere Schwächen. Nehmen wir es mit Humor!
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Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2017
Gerda Ocker, Jahrgang 1919, studierte an der Pädagogischen Hochschule in Hannover und war anschließend im Schuldienst tätig. Die in Langenhagen-Krähenwinkel lebende Autorin führte mit Kindern selbstverfasste Theaterstücke auf. 1999 veröffentlichte sie ernste und heitere Gedichte unter dem Titel „Im Tierkreiszeichen Zwillinge geboren".
Teil 1
Der Philosoph
Das Reh im Schnee
Eine traurige Geschichte
Auf anderer Kosten
Das nackte Schwein
Ritter Esel
Die Macke
Hahn und Regenwurm
Warum denn ich?
Theodor
Der Traum
Lebenskünstler
Durch Schaden wird man klug
Vergebens
Das Faultier
Einst am Lago Maggiore
Verletzte Seele
Der Maulwurf
Aufstand der Hennen
Eine neue Spezies
Teil 2
Spaziergang
Ich sah ihn
Streitgespräch
Das einfältige Mariechen
Der unmögliche Ton
Tierisch
Churchill und die Zigarre
Die Vollkommene
Fritz und Karl
Pingel-Single
Nein, so etwas!
Das Fernglas
Sternbild „Zwillinge“
Agathe
Die edle Seele
Pfarrer Seligs Wunder
Dat Vergneugen
Alwine und der Floh
Die Sahnestückchentanten
Stahlross und Pferd (bzw. Zossen)
An der Raucherkette
Malerpech
Herbststurm
Der Nachtigallenmuffel
Das Schwein
Erst in den letzten zwanzig Jahren meines Lebens habe ich, bis auf wenige, meine Gedichte geschrieben. Als ich noch im Arbeitsleben stand, stellten der Beruf als Lehrerin und der Alltag so viel Anforderungen an mich, dass ich nicht die innere Ruhe zum Dichten fand.
Ich habe wohl, da mir das Reimen leicht fiel, zu Geburtstagen, Hochzeiten und anderen Anlässen Beiträge geleistet. Für meine Schulkinder schrieb ich Theaterstücke selbst erdachteten Inhaltes, und nach Erzählungern wie z.B. die Schildbürgerstreiche oder das Märchen „Lüttjemann und Pütcherinchen“ von Hermann Löns. Diese Stücke schrieb ich fast immer im Reim, weil sich gereimter Text leichter auswendig lernen lässt als Prosa. Erst viele Jahre später, als ich im „sogenannten Ruhestand“ war, fand ich dazu, Eindrücke und Gedanken durch Verdichtung zum Ausdruck zu bringen. Ich schrieb Gedichte, ernste und heitere zu „Mensch und Natur“ und zu „Freude am Spaß“. Der Titel „tierisch menschlich“, unter dem ich meine letzten Gedichte zusammengefasst habe, lässt vielleicht ahnen, was den Leser erwartet. Er beseht aus zwei Teilen.
Teil 1
menschlich – tierisch
Wenn ich beim Schreiben dieser Gedichte zunächst einfach Spaß am Reimen empfand, erkannte ich dabei bald, wie ähnlich Mensch und Tier sich in ihrem
Verhalten sind, sodass tierisches Verhalten für uns ein Spiegel sein kann. Es machte mir einfach Spaß zu zeigen: „So sind wir!“
Teil 2
tierisch – menschlich
„Tierischen“ Spaß macht es, lustige menschliche Begebenheiten in Gedichtform wiederzugeben. Einfach nach dem Motto :
Nichts „Menschliches“ sei uns fern!
Es gleichen auf der Welt allhier
auf viele Art sich Mensch und Tier.
Vielleicht erkennst du gar beim Lesen
ein dir bekanntes menschlich Wesen.
Der „Kuckucke“, der gibt es viele,
gar mancher steckt zu hoch die Ziele.
Das Tier kann für uns sein ein Spiegel,
z. B. der Igel und der Beagle.
Späte Erkenntnis
Der Philosoph, der Marabu,
klappt seine Augen auf und zu,
stöhnt hochmütig, den Schnabel schief:
„Dumm sind sie alle, primitiv!
Ich glaube wohl, es ist das Beste,
wenn ich sie wissenschaftlich teste.“
Ein Fluss im Dschungel ward sein Ziel.
Dort schwamm ein altes Krokodil.
„Du schwimmst hier rum im großen Bach,
denkst übers Leben du auch nach?
Das wollte ich dich gerne fragen.
Kannst Wesentliches du mir sagen?“
„Komm näher!“, sprach’s. „Komm nah heran,
damit ich dich verstehen kann!“
Kaum nähert sich der Marabu,
mit offnem Rachen kommt im Nu
das Krokodil an Land gezischt.
Fast hätt’s den Marabu erwischt.
Der springt total entsetzt zur Seite.
„Ich dacht’s mir doch, die erste Pleite!
Das Krokodil denkt nur ans Fressen.
Das streich’ ich aus, kann ich vergessen.“
In seinem Buch macht er ,nen Strich
und aus dem Dschungel er entwich.
Im Urwald trifft er einen Affen,
scheint zur Befragung wie geschaffen.
„Was denkst du über den Sinn des Lebens?“
„Ach je, da fragst du mich vergebens.
Frag lieber dort mein teures Weib!
Sie tut’s vielleicht zum Zeitvertreib.“
„Gut“, sagt er. „Ja, ich werd sie fragen.“
Sie sieht ihn an. „Was soll ich sagen?
Sie sind doch klug. Gewiss Sie ahnen,
wo’s gibt die leckersten Bananen.
Ich habe wirklich großen Schmacht.“
„Ach, habe ich mir’s doch gedacht!
