Tirade - Julien Maret - E-Book

Tirade E-Book

Julien Maret

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Beschreibung

Jemand fällt und spricht zugleich, redet, singt, schwadroniert. Seine Lage ist riskant: Es ist ein Ich ohne Geschichte, ohne Zivilstand, das dennoch versucht, mit äußerster Genauigkeit und Intensität dem gerecht zu werden, was ihm zustößt und zugestoßen ist. Im Fallen reihen sich rasende Bilderfluchten eines Lebens aneinander, die in Echtzeit vor unseren Augen vorüberziehen. Und so entsteht die poetische Aneignung eines Lebens, ein parodierter Gesang. Von ferne grüßen, abgrundtief traurig und zum Totlachen, Lewis Carrolls Alice und Samuel Becketts Namenloser. Julien Marets kühnes literarisches Experiment nimmt den Leser von den ersten Sätzen an gefangen: ein bemerkenswerter Romanerstling.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 81

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Julien Maret

Tirade

Aus dem Französischen von

Christoph Roeber

diaphanes

broschur

Für Vital Bender

Aporie des Anfangs

Dass ich in die Röhre hineinschlüpfe, dass ich mich ins Loch fallen lasse, obwohl ich nicht weiß, wie tief es ist, denn das Loch ist schwarz wie Ebenholz oder wie die Nacht, und nichts verschafft mir die Gewissheit, dass es ein Ende hat, und noch weniger, dass es der Weg irgendwohin ist. Dass ich mich ins Rohr hineinzwänge, ohne zu wissen, wohin es führt, ein Rohr, das leicht einige tausend Kilometer lang sein kann, ist ja nichts Neues, all die Abflussrohre in den Wänden, all die Leitungen unter den Straßen und in der Erde, dass ich da hineinkrieche, liegt an meiner Situation, die das erfordert. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wenn alles anders gelaufen wäre, ich hätte mich davor gehütet, diesen Weg einzuschlagen, der mir, da ich sein Ende nicht absehen kann, keinen Ausweg garantiert, und es kann sein, dass er mich letztendlich in eine Sackgasse führt, und zwar genau in die, die ich verzweifelt zu vermeiden versuche. Diese Eingänge sind meine einzige Chance, aus dem Zustand herauszukommen, in dem ich zur Zeit bin. Und die Risiken sind groß, denn wer sagt mir, dass ich nicht in einer Verengung steckenbleibe oder an Sauerstoffmangel ersticke oder einen heftigen Anfall von Klaustrophobie bekomme oder einfach verhungere oder mich für immer verliere und den Rest meines Lebens damit verbringe, wie ein Wurm in einem Gewirr von Gängen herumzuirren, oder mir das Rückgrat breche, sofern der Fall auf hartem Boden endet, oder verdaut werde, sofern ich mich im Innern eines Darms befinde, oder verschlungen, warum nicht?, von einem riesigen Maulwurf. Nichts garantiert mir, dass es dort unten nicht riesige Maulwürfe und andere, noch viel unförmigere und viel grausamere Geschöpfe gibt. Niemand ist von dort je zurückgekehrt. Und nein, ich möchte auch gar nicht zurückkehren, denn wenn ich aufbreche, dann weil ich fort will von dem, was ich hier durchlebe. Eines Tages wieder am Ausgangspunkt zu stehen ist meine größte Befürchtung. Das würde ich nicht ertragen, ich würde es nicht ertragen, wenn sich meine Bestimmung darin erschöpfte, mich im Kreis zu drehen oder wie eine Katze um den heißen Brei zu schleichen, mit dem Ziel, herauszufinden, wer Recht hat, der andere oder ich, ich würde es nicht ertragen, weiterhin dieselben ausgetretenen Pfade zu gehen oder weiterhin dieselben Spuren zu hinterlassen, die meine eigenen Spuren sind, denen ich zum x-ten Mal folge, ich würde es nicht ertragen, dieselben Umwege zu machen und dieselben Finten zu schlagen, um nicht dieselben Wege zu beschreiten oder vor denselben Fehlern zu fliehen und alles von vorn beginnen zu müssen, in dem Bewusstsein, dass jeder neue Aufbruch zum gleichen Ende führt, ich würde das nicht ertragen. Am Ende meines Falls muss Wasser sein, sanftes und klares Wasser, schäumendes und sprudelndes Wasser, das meinen Aufprall dämpft, oder ein Federbett und ein zarter Duft, am Ende des Tunnels müssen Licht und Himmel sein oder Sterne, die ich vom Himmel herunterhole, am Ende wünsche ich mir ein Paar Arme, die mich aufnehmen, oder ein Gesicht, das mich anlächelt, oder dich, die mich tröstet.

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