Tödlicher Wüstensturm - Akim al Kadr - E-Book

Tödlicher Wüstensturm E-Book

Akim al Kadr

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Beschreibung

In 29 Reportagen beschreibt der Autor den Weg des Abubakar Umar vom Kindersoldaten zum gefürchteten Anführer des Islamischen Staates und seine Beteiligung an den Massenhinrichtungen im Jahre 2042 auf dem Scharia-Platz in Neu Riad, dem ehemaligen Berlin. Die Reportagen öffnen den Blick in eine bedrückende, dystopische Zukunft Deutschlands. Abubakar Umar, der Schlächter, ist in seinem Kulturkreis ein Held und großes Vorbild. In westlichen Kulturen wäre er ein krankhafter, verabscheuenswürdiger, brutaler Mörder und Vergewaltiger. Ein Killerhai, der in den Gewässern des Islamischen Staates ungestraft tötet.

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Seitenzahl: 180

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Das Buch

In 29 Reportagen beschreibt der Autor den Weg des Abubakar Umar vom Kindersoldaten zum gefürchteten Anführer des Islamischen Staates und seine Beteiligung an den Massenhinrichtungen im Jahre 2042 auf dem Scharia-Platz in Neu Riad, dem ehemaligen Berlin. Die Reportagen öffnen den Blick in eine bedrückende, dystopische Zukunft Deutschlands.

„ Abubakar Umar, der Schlächter, ist in seinem Kulturkreis ein Held und großes Vorbild. In westlichen Kulturen wäre er ein krankhafter, verabscheuenswürdiger, brutaler Mörder und Vergewaltiger. Ein Killerhai, der in den Gewässern des Islamischen Staates ungestraft tötet.“

Auf den religiösen und ideologischen Schlachtfeldern dieser Welt ereignen sich täglich unfassbar grausame Dinge, die wir uns als Bewohner eines sicheren Europas nur schwer vorstellen können. Diese Gräueltaten geschehen irgendwo - weit weg. Aber wird das so bleiben? Unsere Grenzen sind offen für jeden, der zu uns kommen will. Auch ein Abubakar Umar kann dabei sein.

Wer glaubt, aus einem Abubakar Umar könnte man einen verantwortungsvollen Demokraten formen, kennt die menschliche Psyche nicht oder ist ideologisch beschränkt.

Wir sollten wachsam sein, damit Menschen wie Abubakar Umar ihre Schlachten nicht bei uns austragen.

Sind die ersten warnenden Anzeichen nicht schon zu erkennen?

Die vorliegenden 29 Reportagen beschreiben eine virtuelle, dystopische Zukunft. Namen und Personen sind frei erfunden. Die Gräueltaten nicht.

Dieses Buch ist einem liebenswerten Deutschland mit menschlichen Werten gewidmet, einem Deutschland ohne ideologische Indoktrinationen

Inhalt

1.Reportage:

Ein Hadd Verbrechen und keine Reue

2. Reportage:

Abubakar Umar, der Schlächter

3. Reportage:

Die Soldatin

4.Reportage:

Ein Spion des Islamischen Staates

5. Reportage:

Vorbereitung zum Kampf

6. Reportage:

Kindersoldaten

7. Reportage:

Morden für den Islamischen Staat

8. Reportage:

Der Angriff

9. Reportage:

Die Gefangene

10. Reportage:

Ein Sieg für den IS

11. Reportage:

Saboteure

12. Reportage:

Tod und Verderben den Ungläubigen

13. Reportage:

Ein Hai in den Gewässern des IS

14. Reportage:

Eine Entführung

15. Reportage:

Tibesti

16. Reportage:

Spezialisten für den Islamischen Staat

17. Reportage:

Eine Schatzkammer in der Wüste

18. Reportage:

Man muss den Feind kennen, um ihn zu schlagen

19. Reportage:

Verbrecher ans Kreuz

20. Reportage:

Über das Mittelmeer

21. Reportage:

Ein muslimischer Innenminister

22. Reportage:

Die deutsche Kanzlerin

23. Reportage:

Der Islamische Staat kämpft nicht nur mit dem Schwert

24. Reportage:

Ein privater Dschihad: Ungläubige abklatschen

25. Reportage:

Sturm auf den Reichstag

26. Reportage:

Das ehrenvolle Handwerk des Scharfrichters

27. Reportage:

Der Schwulen-Scharia-Tag

28.Reportage:

Kein Erbarmen mit Dieben

29. Reportage:

Der große Scharia-Tag

1. Reportage:

Ein Hadd Verbrechen und keine Reue

Der 5.Mai 2042 ist in Neu Riad, dem ehemaligen Berlin, ein feucht-kühler Tag. Tief stehende, dunkle Wolken ziehen über eine unruhige Stadt, in der die Emotionen brodeln.

Unzählige Gruppen muslimisch gekleideter Menschen laufen laut jubelnd durch die Straßen und schwenken stolz die schwarzen Fahnen des Islamischen Staates. Autofahrer veranstalten im Siegestaumel ein nicht enden wollendes Hupkonzert. Und immer wieder hört man die begeisterten Ausrufe:

„Allahu-Akbar! Gott ist groß!“

Aber es gibt auch Menschen, die sich verängstigt und unsicher in ihren Wohnungen verkriechen. Dieser Hexenkessel auf den Straßen erschreckt sie.

Das, was sie gerade erleben, sind die ersten emotionsgeladenen Wochen des „Deutschen Frühlings“. Es ist die Zeit nach dem Sturz der öko-sozialistischen Regierung und der Machtübernahme durch salafistische Muslime.

Christine M. (28) geht wie jeden Abend von ihrer Arbeitsstelle zurück zum Frauenwohnheim. Sie ist Hausangestellte des Imam von Neu Riad Mitte.

Früher war sie Fremdsprachenkorrespondentin einer großen Exportfirma. Aber solche Posten sind jetzt Muslimen vorbehalten. Früher hatte sie ein gutes Gehalt und eine eigene kleine Wohnung. Heute arbeitet sie 14 Stunden täglich für Essen, Trinken und Unterkunft.

Ihr Dienstherr hat sie bisher nicht geschlagen, obwohl das bei schlechter Arbeit der Angestellten oder übler Laune des Arbeitgebers nicht ungewöhnlich ist.

Deshalb beklagt sie sich nicht. Vielen ihrer deutschen Bekannten geht es schlechter.

Christine findet es richtig, dass salafistische Muslime in Deutschland die Macht übernommen haben.

„Das ist ausgleichende Gerechtigkeit“, sagt sie, „Muslime wurden bei uns immer unterdrückt, ausgegrenzt und verleumdet. Es ist nur gerecht, dass sie jetzt an der Macht sind.

Außerdem konnte ich mit Deutschland nie etwas anfangen. Das Wort „Heimatland“ hat mich angeekelt. Ich war nie stolz auf die Geschichte dieses Landes, oder seine Kultur. Das Ende dieser sogenannten Nation ist also kein Verlust.“

Die junge Frau hat sich schon in jungen Jahren für „Refugees Welcome“ engagiert, für eine bunte, multikulturelle Gesellschaft, für eine unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert und hatte das Wahlrecht für alle, auch für Flüchtlinge, gefordert.

Aus Solidarität mit den muslimischen Frauen hatte sie ein Kopftuch getragen. Züchtige Kleidung war folglich konsequent. Sie wollte nicht die Männer des muslimischen Kulturkreises in ihrer Empfindsamkeit verletzen.

Es war nur ein kleiner Schritt, jetzt die Burka zu tragen. „Es ist kein Opfer, mich den Gewohnheiten der Muslime anzupassen“, sagt sie.

Sie hatte gejubelt, als die deutsche Regierung gestürzt wurde und ein neues Zeitalter begann. Menschen mit einer Weltanschauung wie die ihre nannten es den „Deutschen Frühling“, analog zum „Arabischen Frühling“ vor einigen Jahrzehnten.

Viele Anhänger der linken und grünen Ideologien waren stolz, dass sie an diesem epochalen Ereignis aktiv beteiligt waren. Sie hatten jahrelang auf diesen Sturz hingearbeitet. Es war ein langer Weg, aber am Ende erfolgreich.

Christine durchquert wie jeden Abend den Park, um zur Frauenunterkunft zu gelangen.

Sie fühlt sich sicher. Die Scharia Polizei ist wachsam und überall präsent. Unter ihrer Obhut ist die Zahl der Verbrechen zurückgegangen. Besonders die Kapitalverbrechen wie Ehebruch und Unzucht, Homosexualität, Diebstahl, Raubmord sowie Verbrechen mit Drogen und Alkohol sind unter der strikten Anwendung der Scharia deutlich weniger geworden.

Christine hört hinter sich lautes Lachen und Männerstimmen, die rasch näher kommen. Sie geht zur Seite, um die Unbekannten vorbeizulassen. Aber die haben andere Absichten. Mit obszönen Bemerkungen umringen sie die junge Frau, stoßen sie hin und her und zerren sie seitlich ins Gebüsch.

Christine wehrt sich verzweifelt, aber gegen die Männer kann sie nichts ausrichten. Die ziehen ihr die Burka über den Kopf, zerren ihr die Unterwäsche vom Leib und werfen sie auf den Boden. Zwei halten sie an den Armen, der dritte reißt ihr die Beine auseinander und fällt über sie her.

Voller Schrecken wird ihr klar: sie kennt diesen Mann. Er ist ein häufiger Besucher ihres Imams. Auch seinen Namen kennt sie: Abubakar Umar.

Christine fühlt einen stechenden Schmerz und schreckliche Todesangst. Die Burka über ihrem Kopf hindert sie am Atmen.

Irgendwann ist alles vorbei. Einer der Männer tritt ihr in die Seite. „Christenhure!“, hört sie ihn rufen, dann verschwinden die Vergewaltiger.

Die junge Frau bleibt liegen, gelähmt von Schmerzen, Panik und Verzweiflung. Nach einiger Zeit erhebt sie sich weinend und taumelt durch den Park.

Kurz vor ihrer Unterkunft wird sie von Scharia-Wächtern angehalten. Mit einer zerrissenen, von Dreck und Blut beschmutzten Burka steht sie vor ihnen.

„Warum läufst du alleine und so spät durch die Stadt?“, fragt sie einer der Schwarzgewandeten streng. Christine schluchzt und erklärt nach mehreren Sprechversuchen, dass sie vergewaltigt wurde.

Das hätte sie nicht sagen sollen. Aber die junge Frau kann nicht mehr klar denken. Deshalb ist ihr auch die Reaktion des Scharia Wächters unerklärlich.

„Ich habe den Verdacht, du hast dich eines Hadd Verbrechens schuldig gemacht“, sagt er, „wir nehmen dich jetzt mit!“

Christine will protestieren, aber sie hat nicht mehr die Kraft dazu. Nicht sie hat ein Verbrechen begangen, vielmehr war sie das Opfer eines Verbrechens.

Schmutzig, verängstigt, und mit starken Schmerzen im Unterleib verbringt sie die Nacht in einer unsauberen, kalten Zelle.

Am nächsten Morgen wird sie verhört. Sie erzählt, was passiert ist und dass sie einen der Vergewaltiger erkannt hat.

„Er heißt Abubakar Umar, ein nigerianischer Migrant. Er besucht häufig meinen Arbeitgeber, den Imam.“

Der Nigerianer wird geholt und befragt, aber er streitet empört die Tat ab. Danach entlässt man ihn wieder.

„Hast du denn Zeugen für deine Behauptung?“, wird Christine gefragt. Sie hat keine.

Am nächsten Tag muss sie vor dem Richter erscheinen

„Du bist angezeigt worden, weil du fälschlicherweise einen rechtgläubigen Mann einer Vergewaltigung bezichtigt hast. Wie ich sehe, kannst du keine vier männlichen Zeugen benennen, die deine Aussagen bestätigen, und der Beschuldigte streitet eine solche verwerfliche Tat voller Empörung ab. Deshalb hast du dich eines Hadd Verbrechens schuldig gemacht, nämlich der Verleumdung wegen Unzucht.

Nach dem Recht der Scharia verurteile ich dich zu 60 Peitschenhieben. Die Strafe wird in zwei Teilen vollstreckt. Die erste erfolgt morgen. Die nächste in einer Woche. Abführen!“

Am nächsten Tag wird Christine zum Platz des Gerichts geführt. Da der Richter das Urteil nach Vorschrift der Scharia öffentlich verkündet hat, steht schon eine große Menge Schaulustiger erwartungsvoll bereit.

Durch die ausgedehnten Verletzungen als Folge der Vergewaltigung haben sich bei der Verurteilten eine eitrige Entzündung, Fieber und Schüttelfrost entwickelt. Wegen massiver Koliken im Unterleib kann sie sich nur gebeugt vorwärts bewegen.

Die Zuschauer denken, sie schäme sich ihrer Taten und johlen schadenfroh. Sie erwarten ungeduldig das kommende Schauspiel.

Christine muss sich auf den Boden knien. Dann prasseln die Schläge auf ihren Rücken. Nach dem 20. Schlag wird sie ohnmächtig und fällt zur Seite.

Zwei verschleierte Frauen zerren sie wieder hoch und halten sie in aufrechter Position, damit der Richterspruch wie vorgesehen ausgeführt wird. 30 Schläge und keinen weniger!

Die umstehenden Zuschauer begleiten jeden Schlag mit lautem Jubel. Sie sind auf ihre Kosten gekommen. Das Warten hat sich gelohnt.

Nach der Auspeitschung wird Christine vom Platz geschleift und in einer Zelle abgelegt. Der erste Teil ihrer Strafe ist vollzogen. Sie könnte jetzt nachhause gehen, aber sie ist zu schwach.

Nach einigen Stunden, in schmerzvollem Dämmerzustand, hat sie einen Entschluss gefasst. Sie steht auf und macht sich auf den qualvollen Heimweg, erreicht nur mit Mühe das Frauenhaus, erklimmt die Stufen zum Flachdach, stellt sich an die Simskante und lässt sich fallen.

Sie hat keine Angst vor dem Tod. Er ist jetzt ihr einziger Freund. Er bringt die Erlösung.

„Allahu Akbar - Gott ist groß!

2. Reportage:

Abubakar Umar, der Schlächter

2. Februar 2039

Abubakar Umar hört im Halbschlaf, wie sich die Tür seines gepanzerten Marauder Kommandowagens quietschend öffnet. Er ist sofort hellwach. Seine Hand fährt automatisch zur Beretta-Pistole an seiner rechten Hüfte. Gegen den noch dunklen, nächtlichen Himmel sieht er die Silhouette des Wachhabenden, der in das Fahrzeug blickt.

„Kommandeur, es ist Zeit, aufzustehen.“

Abubakar Umar greift nach einem Schraubenschlüssel neben sich und wirft ihn mit Schwung in Richtung des Mannes in der Türöffnung. Der hat anscheinend mit solch einer Reaktion gerechnet, denn er bückt sich blitzschnell und verschwindet aus dem Blickfeld.

Abubakar Umar ist 29 Jahre alt und Kommandeur der 4. Kampfbrigade des Islamischen Staates in Nigeria.

Die Medien nennen ihn Al Djasar, den Schlächter. Er hat keine Skrupel, Menschen zu töten. Im Gegenteil. Er genießt es, Leben auszulöschen. Das Gefühl, unbegrenzte Macht über Leben und Tod zu besitzen, berauscht ihn. Und er ist besessen davon, den Dschihad in alle Länder zu tragen. Für den Islamischen Staat ist er ein hervorragender Kommandeur.

So wie ihr Befehlshaber sind auch die Kämpfer der Brigade fanatisch, brutal und kompromisslos. Sie gehören zu einer Ingimashi-Einheit und kämpfen mit dem unbedingten Willen, die Feinde des Islam zu töten.

Falls sie in eine ausweglose Situation geraten, zögern sie nicht, sich selbst in die Luft zu sprengen und von den Feinden so viele wie möglich in den Tod mitzunehmen.

Der Kommandeur springt aus dem Fahrzeug, reckt sich kurz und spürt, wie ein Schub Adrenalin durch seine Adern fließt, während er an den kommenden Tag denkt. Dieser Tag soll wieder ein Schlachtfest nach seinem Geschmack werden.

Ein Kämpfer bringt ihm Maisbrei und Hibiskus-Saft. Während er frühstückt, versammeln sich die Unterführer vor seinem Kommandowagen.

Es sind ausgewählte Kämpfer, die sich in vielen Einsätzen bewährt haben. Fanatische Muslime, körperlich fit, belastbar, hundertprozentig loyal, unerschrocken und ohne Skrupel. Jeder ist bereit, sein Leben für den Islamischen Staat zu opfern.

Der Techniker schließt ein bewegliches Display an den Einsatz- und Operationscomputer an, der im Inneren des Kommandowagens installiert ist.

Während der Nacht sind die letzten Informationen eingespeist worden. Sie kommen von einer geheimen Aufklärungs-, Strategie- und Taktikzentrale irgendwo in der Wüste. Dort werden Angriffsziele festgelegt, Aufklärungsdaten gesammelt und gleichzeitig von Spezialisten Einsatzempfehlungen gegeben.

Die Männer sehen auf dem Monitor das Satellitenbild einer bebauten, eingezäunten Anlage im Norden Nigerias, umgeben von einer savannenartigen Landschaft mit niedrigem Buschwerk, weit außerhalb von menschlichen Ansiedlungen.

In dieser Anlage ist eine quer verlaufende breite Trasse erkennbar. Von hier aus gehen zur einen Seite Straßen ab. Zwischen diesen Straßen erkennt man längliche Gebäude. Zur anderen Seite der Trasse erstreckt sich ein großer Fahrzeugpark.

All das ist von einem Zaun umgeben. Beim Vergrößern des Bildes sind Menschen und Militärfahrzeuge erkennbar. Das ist eindeutig eine militärische Anlage. Es ist das heutige Angriffsziel: Die 4. Versorgungs- und Ausbildungsbrigade der nigerianischen Armee.

Der Kommandeur steht vor seinen Unterführern am Kommandowagen und erläutert den Angriffsplan. Er ist ein mittelgroßer, kräftiger Mann aus dem Norden Nigerias, mit markanten Gesichtszügen, einer ausgeprägten, scharfen Nase und einem schwarzen Vollbart. An seiner Physiognomie erkennt man den arabischen Einfluss. Für diese Region ein ungewöhnliches Gesicht. Möglicherweise war einer seiner Vorfahren ein Sklavenhändler.

Der Kommandeur strahlt eine aggressive Wildheit, unerschütterliches Selbstbewusstsein und natürliche Autorität aus. Ein militärischer Führer mit Charisma.

Abubakar Umar unterstreicht seine Worte mit geschmeidigen, kraftvollen Bewegungen. Er wirkt wie eine Raubkatze beim Angriff. Die Sätze sind kurz und werden energisch und temperamentvoll im Staccato vorgetragen. Seine Formulierungen unterstützt er mit dem erhobenen Zeigefinger der rechten Hand. Die Miene ist konzentriert. Die Augen, zu Schlitzen verengt, fixieren seine Männer.

„Mit Allahs Hilfe werden wir heute wieder einen großen Sieg erringen.“ Er blickt jeden seiner Unterführer der Reihe nach an.

„ Allahu Akbar“, antworten die Männer im Chor.

Der Kommandeur zeigt auf das Display.

“Hier seht ihr den Standort der 4. nigerianischen Versorgungs- und Ausbildungsbrigade Nord. 300 aktive Soldaten, 400 Soldaten in Ausbildung, davon 100 Frauen. Kampfwert insgesamt schlecht. Materialwert hoch. Sechs bis an den Rand gefüllte Tankfahrzeuge. Ein Spritlager. Das Munitionsdepot gut gefüllt. Ein Waffenlager mit 2cm Kanonen und Handfeuerwaffen, tragbare Boden-Boden und Boden-Luftraketen. Ein Park mit nagelneuen Fahrzeugen und Bewaffnung. Unser Operationsziel: Vernichtung der Soldaten. Übernahme des Materials. Was wir nicht brauchen können, wird vernichtet.

Zur Durchführung: Das Tor zur Kaserne wird von 4 Mann bewacht. Betonpoller sichern die Einfahrt. Das wäre zu überwinden, aber nimmt Zeit in Anspruch und der Überraschungseffekt ist dann gleich null. Deshalb kommen wir durch den Hintereingang.

Die Kaserne wird mit einem 3m hohen Drahtzaun abgesichert, Stacheldraht auf der Krone. Das ist mit unserem Pionierfahrzeug in wenigen Sekunden zu überwinden und der Weg frei für unsere Kampfwagen.“

Während Abubakar, der Schlächter, mit seinen Unterführern die Einzelheiten des Einsatzes bespricht, bereiten seine Kämpfer in der Dunkelheit der Nacht die Fahrzeuge für den Abmarsch vor.

Es sind Männer unterschiedlicher Herkunft, aber durch dieselbe Religion und Weltanschauung verbunden. Der Kommandeur hat fanatische Kämpfer um sich versammelt. Die Lehren des Propheten und der Dschihad sind der Mittelpunkt ihres Lebens. Sie sind eine Auslese. Denn alle, die schwach, nicht ausdauernd und wenig motiviert waren, überstanden die bisherigen Einsätze nicht. Die Überlebenden haben sich den Namen ihrer Brigade verdient:

Saif Alnabi - das Schwert des Propheten.

Wie vor jedem Einsatz versammeln sich die Männer um ihren Anführer. Sie wollen ihn sprechen hören:

„Gott ist groß und Mohammed ist sein Prophet.“ Abubakars Stimme ist scharf und klar in der kalten Luft der zu Ende gehenden Nacht. Die Männer rufen mit einer Stimme:

„Allahu Akbar!“

Abubakar Umar, den sie auch den Schlächter nennen, hebt die Arme.

„Heute werden wir alle vernichten, die Gott und seinen Propheten beleidigen. Wir werden die ungläubigen Hunde auslöschen, die immer wieder Gott und seinen Propheten in den Schmutz ziehen. Diese erbärmlichen Feiglinge haben es nicht verdient zu leben!“

„Allahu Akbar!“, antworten die Kämpfer mit wutverzerrten Gesichtern.

„Der Anblick dieser räudigen Hunde beleidigt jeden gläubigen Muslim. Ihr werdet ihnen erbarmungslos die Kehlen durchschneiden und sie daran hindern, sich weiter an unseren Frauen zu vergreifen, gläubige Muslime zu jagen und zu töten und den Koran zu beschmutzen.

Wir sind die Auserwählten, wir sind das Schwert des Propheten. Allahu Akbar!“

Die Männer schwingen ihre Waffen. Sie schreien begeistert in die dunkle, kühle Nacht:

„Allahu Akbar!“

Sie sind ungeduldig, denn sie wollen endlich in die Schlacht ziehen.

Töten im Namen Gottes ist ihre Mission!

3. Reportage:

Die Soldatin

2. Februar 2039

Grace Atta ist ein weiblicher Unteroffizier beim 4. nigerianischen Versorgungs- und Ausbildungsregiment.

Sie läuft gebückt im Schatten der Baracken. Eine junge Haussa, 19 Jahre alt, schlank, mit schmalen, schön gezeichneten semitischen Gesichtszügen. Ihre provozierenden Brüste beulen die Uniformjacke aus.

Grace kommt aus ärmlichen Verhältnissen, einer Familie mit 8 Kindern. Armut und Hunger waren immer ein Teil ihres Lebens. Sie hat früh gelernt, sich durchzusetzen und ihre weiblichen Reize zu benutzen, um das zu bekommen, was sie wollte.

Ihr Lebensziel ist es, finanziell abgesichert und unabhängig zu sein.

Das alles bietet ihr das nigerianische Militär. Ein Aufstieg in das Offizierskorps ist ihr verwehrt. Sie kann keine nennenswerte Schulbildung vorweisen und hat keine Beziehungen zu einflussreichen Leuten. Aber der Unteroffiziersrang genügt ihr. Und hier im Versorgungsregiment kann sie nebenher Geschäfte auf dem Schwarzmarkt machen.

„Ein bisschen Protektion ist bei meinen Aktivitäten immer gut“, sagt sie sich und lässt ihre Reize spielen, um beim Kommandeur aufzufallen. Das hat Erfolg. Sie wird nach kurzer Zeit seine Maitresse.

Der Vater des Kommandeurs ist Marschall der Luftwaffe. Bei solch einem einflussreichen Erzeuger braucht man in Nigeria keine besonderen Fähigkeiten zu besitzen, um einen guten Posten zu bekommen.

Besondere Fähigkeiten hat der Kommandeur auch nicht. Er hält nichts von militärischem Ehrgeiz, zieht gutes Essen und schöne Frauen dem Dienst vor. Seiner einträglichen Nebenbeschäftigung widmet er die meiste Zeit: den Schwarzmarktgeschäften.

Bei der Auswahl seiner Kunden ist er nicht wählerisch. Deshalb landen häufig Waffen und Material der nigerianischen Armee beim Islamischen Staat.

Grace erreicht das Regimentsgebäude. Ein Eckfenster ist nur angelehnt. Sie stößt es auf und gleitet in den Raum. Aus einem Bett an der gegenüberliegenden Wand ist lautes Schnarchen zu hören.

Grace zieht sich rasch aus, hebt das Moskitonetz an und legt sich neben den nackten Schläfer, ihren Kommandeur. Der große, fette Mann riecht intensiv nach Alkohol und Schweiß. Das stört Grace nicht. Sie greift nach seinem schlaffen Glied und beginnt es intensiv zu reiben. Das Schnarchen endet mit einem tiefen Seufzer.

„Da bist du ja“, grunzt der Dicke.

Sein Glied ist inzwischen steif geworden. Grace kniet sich hin und stützt sich mit den Händen auf. Sie kennt die Vorlieben ihres Kommandeurs. Der hat sich hinter sie gekniet. Nach mehreren Fehlversuchen führt er sein Glied mit ungeduldigen Stößen in ihre Scheide ein. Einige Minuten vergehen. Grace spürt seine schweißnassen Hände auf ihren Pobacken. Der Dicke arbeitet wie besessen, keucht und atmet schwer. Dann bricht er plötzlich ab und lässt sich auf das Bett fallen.

„ Scheiße, da hab ich wohl zu viel getrunken, ich brauch ´ne Pause.“

„Keine Angst, gleich geht es weiter, ich kenn dich doch. Du bist der geilste Hahn, den ich je erlebt habe.“

Grace lacht gurrend und streichelt seine empfindlichen Teile. Nach einigen Augenblicken rührt sich unter ihren Händen wieder etwas.

Sie schwingt sich auf den Dicken. Jetzt übernimmt sie die Arbeit. Mit gekonnten Bewegungen bringt sie ihn endlich soweit, dass er sich mit lautem Stöhnen in sie ergießt. Für Grace ist die ganze Aktion Routine. Sie empfindet nichts.

Als junges Mädchen wurde sie von ihrer Tante beschnitten. Das war so üblich, und sie wurde von der ganzen Familie dazu gedrängt. Sie selbst konnte sich nicht dafür oder dagegen entscheiden. In ihrer Erinnerung war das ein schreckliches und schmerzhaftes Erlebnis.

Irgendwann danach fielen nigerianische Soldaten über sie her und vergewaltigten sie. Seither hat sie keine sexuellen Empfindungen.

Das muss kein Nachteil sein, stellte sie fest. Durch ihre Verführungskünste bekam sie Macht über Männer, ohne selbst von ihnen abhängig zu sein. Sie setzte ihren reizvollen Körper ganz bewusst wie eine Hure ein.

Sie weiß, die Wahrscheinlichkeit, Gonorrhö, Syphilis oder Aids zu bekommen, ist bei diesem Partner sehr groß. Die ausschweifenden sexuellen Aktivitäten ihres Kommandeurs mit unterschiedlichen Partnerinnen müssen irgendwann zu einer Ansteckung führen, denn er benutzt grundsätzlich kein Präservativ.

Aber das ist für die junge Frau kein Problem. Bei ihrem nächsten Urlaub wird sie zum Witchdoctor ihres Heimatortes gehen.

„Der behandelt mit seinen magischen Kräften auch Aids. Besser als jeder Arzt“, sagt sie voller Überzeugung.

Grace legt sich auf die zerwühlten Laken neben ihren Vorgesetzten, der eingeschlafen ist. Vor Sonnenaufgang muss sie ihn verlassen haben. Eigentlich ist es egal, wann sie geht. In der Kaserne sind die sexuellen Eskapaden des Kommandeurs bekannt. Seine Verschlagenheit, sein Machtmissbrauch, sein schlechter Charakter haben keine Autoritätsprobleme zur Folge. Im Gegenteil. Er wird von seinen Männern wegen dieser Eigenschaften bewundert und nachgeahmt. Besonders seine sexuelle Potenz bringt ihm bei den Soldaten große Anerkennung.

4.Reportage:

Ein Spion des Islamischen Staates

Bashir Saidu (22) ist Flugzeugtechniker am Militärflugplatz Maiduguri im Norden Nigerias. In dieser Stadt wurde 2002 die Terror-Organisation Boko Haram von Ustaz Mohammed Yusuf gegründet.

Der Schriftgelehrte und berühmte Prediger ist für Bashir ein großes Vorbild. Vor allem, weil er den nigerianischen Staat als unislamisch ablehnt und die Einführung der Scharia fordert.

Bashir Saidu versieht wie jeden Tag seine Arbeit engagiert und mit großer Aufmerksamkeit.

Er ist ein mittelgroßer, schlanker Yoruba aus dem Süden des Landes. Wie beim nigerianischen Militär üblich, trägt er keinen Bart. Bärte tragen Dschihadisten als Zeichen ihres muslimischen Glaubens. Diese Extremisten sind die Feinde der Republik Nigeria. Deshalb will das Militär auch äußerlich den Gegensatz zu den muslimischen Extremisten aufzeigen.

Bashirs Vorgesetzte kennen ihn als einen fleißigen, engagierten Soldaten, der durch seine stramme Haltung und korrekte Kleidung auffällt.