Tom Prox 21 - Gunnar Kolin - E-Book

Tom Prox 21 E-Book

Gunnar Kolin

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Beschreibung

TOM PROX‘ verwegene Abenteuer gehen weiter ...

SCHWIERIGER AUFTRAG

Die kleine Stadt Crosstown an der mexikanischen Grenze ist in weiter Umgebung als Verbrechernest und Banditenschlupfwinkel berüchtigt. Dass Tom Prox jetzt im Morgengrauen in die Stadt einreitet, hat natürlich einen Grund: In Crosstown soll sich der gefährlichste Verbrecher der USA verstecken ...

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Cover

Impressum

SCHWIERIGER AUFTRAG

DIE HÄRTE ENTSCHEIDET - Teil 3

Vorschau

Kleines Wildwest-Lexikon

Aus dem Wilden Westen

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Heinrich Berends

Illustrationen Innenteil: duncan1890/iStockphoto; Rustic/shutterstock

Datenkonvertierung eBook: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-8330-0

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

SCHWIERIGER AUFTRAG

Von Gunnar Kolin

Die kleine Stadt Crosstown an der mexikanischen Grenze ist in weiter Umgebung als Verbrechernest und Banditenschlupfwinkel berüchtigt. Dass Tom Prox jetzt im Morgengrauen in die Stadt einreitet, hat natürlich einen Grund: In Crosstown soll sich der gefährlichste Verbrecher der USA verstecken …

Captain Russel, der Leiter der Außenstelle des FBI in Santa Fe, der Hauptstadt des Staates New Mexico, sah düster auf den vor ihm stehenden jungen Mann.

Russel war ein mit allen Wassern gewaschener Beamter, kein Mann vom grünen Tisch. Jahrelang hatte er den harten Dienst an den Grenzen der Staaten versehen, und er konnte bestimmt nicht behaupten, dass es dort unten immer zart zugegangen war. So manches tolle Stück hatte er erlebt, manchen harten Kampf bestanden und war mehr als einmal dem Tode, den ihm irgendein Bandit zugedacht hatte, entgangen.

Aber was jetzt dort unten am Tooth-River, einem kleinen Fluss unmittelbar an der mexikanischen Grenze, los war, das ging ihm doch über die Hutschnur.

Es wollte schon viel heißen, wenn Russel, statt sich seiner Leute zu bedienen, den G-Mann Tom Prox kommen ließ.

»Weiß der Teufel, Prox«, wandte er sich an den G-Mann, der sich mit aller Gelassenheit eine Zigarette drehte und so tat, als sähe er die immerhin begreifliche Aufregung des Captains nicht, »die Herren in Washington glauben, man könne dem ganzen Spuk in ein paar Tagen ein Ende bereiten! Möchte wissen, wie die sich das vorstellen?«

»Bei meinem nicht vorhandenen Bart, Captain, was ist denn überhaupt los? Sie bestellen mich in dieses traurige Nest, knallen ein Aktenbündel vor mir auf den Tisch und brummen dazu wie ein alter Grizzly! Schießen Sie los – aber mit dem Mund bitte! Tun Sie Ihren Gefühlen keinen Zwang an, ich bin auf alles gefasst!«

»Wissen Sie, was hier gespielt wird? Hölle und Pest! Menschenschmuggel!«

»Ach, du liebe Zeit!« Prox machte ein enttäuschtes Gesicht. »Das ist alles? Dafür holen Sie mich extra aus meinem schönen Urlaub?«

»Sie haben ein goldenes Gemüt! Ich bekomme bald graue Haare, und Sie tun so, als ob das überhaupt nichts wäre! Ich gebe zu, Menschenschmuggel blüht in den Staaten immer, aber in einem solchen Ausmaß, wie er jetzt festgestellt worden ist, war er noch nie da.«

Russel machte eine Pause, um sich seine Pfeife anzustecken. Dann fuhr er grimmig fort: »Da haben doch diese Heuochsen die Einwanderungsbestimmungen wieder einmal verschärft. Gut, muss ja auch sein! Gebe zu, dass die Bürohengste etwas zu tun haben müssen! Aber der Erfolg? In allen Oststaaten, vor allem in den Industriezentren, werden in letzter Zeit immer wieder größere Mengen illegaler Einwanderer festgestellt. Und das tollste dabei ist, dass diese Burschen vollkommen ordnungsmäßige Papiere haben.«

Tom Prox seufzte. »Und was soll ich dabei tun? Vielleicht jeden Illegalen nach Läusen und versteckten Krankheiten untersuchen?«

»Machen Sie mich nicht auch noch verrückt! Sie sollen die Sache übernehmen. Und zwar Sie allein! Hinter der ganzen Angelegenheit steckt ein Mann, der nicht nur intelligent ist, sondern der eine ungeheure Macht hat – ganz zu schweigen von dem Geld, das ihm zur Verfügung steht. Von den kleinen Banditen, die unten an der Grenze für ihn arbeiten, und die wir hier und da geschnappt haben, weiß keiner etwas über den Chef des Unternehmens. Der illegale Übergang ist bei Crosstown, einem verrufenen Nest. Hier, lesen Sie den ganzen Kram durch, und dann dampfen Sie ab! Alles andere überlasse ich Ihnen!«

Tom Prox erhob sich aus dem großen Holzsessel.

»Sind ein furchtbarer Mensch, Captain!« Damit ergriff er das Aktenstück und seinen Stetson. An der Tür drehte er sich noch einmal um. »Werden von mir noch hören! So long, Captain!«

»Okay, Prox! Ist für mich klar, dass die Sache bei Ihnen in besten Händen ist. Bevor Sie abgondeln, kommen Sie noch einmal zu mir. Sie erhalten noch besondere Vollmachten, falls Sie auf mexikanischen Boden müssen. Wir haben mit der mexikanischen Regierung ein Sonderabkommen getroffen. Sie haben dann die gleichen Rechte drüben wie ein mexikanischer Kommissar.«

Crosstown ist eine kleine Stadt an der mexikanischen Grenze. Wenn auch die Bezeichnung Stadt etwas hochtrabend klingt, so muss sie doch angewandt werden, denn in Crosstown hält der Südexpress, und die wenigen Reisenden, die ihn hier verlassen, wollen nicht etwa in dieser rauen Stadt ein neues Leben beginnen, sondern haben vielmehr die Absicht, in den abfahrbereiten Zug nach Tucson umzusteigen.

In Crosstown auch nur eine Nacht zu verbringen, würde für jeden Reisenden ein geradezu wahnwitziges Unternehmen sein, denn Crosstown ist in weiter Umgebung als Verbrechernest und Banditenschlupfwinkel mehr berüchtigt als bekannt und erfreut sich aus diesem Grund auch der besonderen Aufmerksamkeit des FBI.

Ein Umstand ist besonders hervorzuheben: Crosstown besitzt einen Sheriff!

Nun, schließlich hat ja jeder Ort einen derartigen Vertreter des Gesetzes, aber in Crosstown hatte man bisher noch jeden Verrückten, der diesen Posten annahm, nach einigen Tagen zu Grabe tragen müssen. Allein im Laufe des letzten Jahres mussten acht Männer dran glauben.

Sheriff Kingsley war nun immerhin einige Monate in Amt und Würden, und das war eben verwunderlich. Aus diesem Grunde waren auch die wenigen anständigen Einwohner des Ortes ehrlich erstaunt darüber, zumal der Sheriff von Zeit zu Zeit unbarmherzig unter dem Gelichter, dass sich in Crosstown angesammelt hatte, aufräumte.

Hatte man anfangs gemunkelt, Sheriff Kingsley stecke mit den Banditen unter einer Decke, so verstummten diese Gerüchte bald.

Aber schließlich lag ja der Verdacht nahe, denn Kingsley wurde immer verschont, selbst bei Gelegenheiten, bei denen seine acht Vorgänger über den Haufen geknallt wurden, nur weil sie es wagten, ihre Rechte geltend zu machen und auf das Gesetz zu pochen.

Der Sheriff war erst eine Woche im Amt, da brachte er schon ein Banditenpaar zur Strecke, das eine lange Zeit hindurch die ganze Gegend tyrannisiert hatte und wohl auch nicht schuldlos am Tode einiger seiner Vorgänger war.

Schauplatz dieser bedeutenden Amtshandlung war Joe Bradleys Bar. An jenem Abend waren die hitzigen, vom Whisky angefeuerten Reden plötzlich verstummt, als die Tür aufflog und Sheriff Kingsley in der Tür stand. Auf der Brust glitzerte der Stern, die Hände hatte er in den Coltgürtel geschoben, an dem nur ein schwerer Sechsschüssiger baumelte.

Die grauen Augen Kingsleys blitzten zwei Männer an, die an der Theke standen und gerade im Begriff waren, die Gläser zum Mund zu führen. Der größere dieser beiden Banditen war unter dem Spitznamen »Bottle-Jim« bekannt und im Fahndungsbuch der Landespolizei schon seit einiger Zeit verewigt.

Sein Begleiter, der etwas kleiner war, hörte auf den schönen Namen »Mutton-Jeff«, weil sein Gesicht eine verteufelte Ähnlichkeit mit einem Hammel aufwies.

Beide waren rücksichtslose Revolvermänner, die in Crosstown wegen ihres schnellen Ziehens so gefürchtet waren, dass es niemand wagte, sie zu reizen.

Joe Bradley, bei dem sie jeden Abend ihren Drink nahmen, war nicht so lebensmüde, auch nur ein einziges Mal für die vielen Whiskys, welche von den zwei Banditen konsumiert wurden, eine Bezahlung zu verlangen.

Bottle-Jims flaschenförmiges Gesicht verzog sich zu einem breiten Grinsen, als er den Sheriff in der Tür stehen sah.

»Hallo, was will denn dieser lächerliche Clown hier? Such das Weite, old fellow, sonst puste ich dir dein Lebenslicht aus! Möchte mir den Abend durch deine Anwesenheit nicht verderben lassen!«

»Bottle-Jim!« Die Stimme des Sheriffs klang metallisch hart. »Lang mit deinen Händen schnell zum Himmel! Auch du, Jeff Robertson! Schätze, dass ich euch sonst euer Licht ausblasen werde. Kalkuliere, dass sich so mancher Richter freuen wird, euch für ein paar Jahrzehnte hinter die Mauern oder auch auf den Stuhl bringen zu können!«

Die Banditen wussten genau, was ihnen blühte, wenn die Justiz sie einmal fest in Händen hatte. Ihre Hände fuhren blitzartig zum Colt.

Was nun geschah, konnte später keiner der Anwesenden schildern, die bei den Worten des Sheriffs sofort das Schussfeld frei gemacht hatten. Sechsmal krachte der schwere Colt des Sheriffs, die erwarteten Schüsse Bottle-Jims und Mutton-Jeffs blieben aus.

Kingsley war ihnen im Ziehen weit überlegen. Er hatte mit seinen Schüssen getroffen, bevor die Banditen zum Abdrücken gekommen waren. Beiden waren die rechte und linke Hand sowie das rechte Knie zerschossen. Schreiend lagen sie auf dem Boden. Sheriff Kingsley aber stand immer noch ruhig an der Tür, als ob überhaupt nichts geschehen wäre.

Dann trat er in den Raum und sagte: »Verbindet die beiden Strolche! Der Distriktrichter wartet schon auf diese Höllenhunde!«

Man hatte Respekt vor dem Sheriff bekommen. Aus diesem Grunde waren im Handumdrehen vier Männer dabei, den Banditen die Wunden zu verbinden. Sie verfuhren dabei nicht sehr zärtlich, was ihnen Jim und Jeff mit wüsten Flüchen quittierten. Schaum stand ihnen vor dem Mund, als Kingsley an sie herantrat, um ihnen die verdienten Armspangen aus Stahl umzulegen.

Wenig später waren die zwei Verbrecher im Hause des Sheriffs eingesperrt. Am nächsten Morgen wurden sie an die Station gebracht, denn der Zug nach Tucson führte morgens einen Gefängniswagen mit.

Sheriff Kingsley, den man vorher nie in Crosstown gesehen hatte, war vom Distrikt-Sheriff ernannt worden. Man wusste in Crosstown nur, dass er von der Landesregierung mit Vollmachten ausgestattet war, die ein gewöhnlicher Sheriff sonst nicht besaß.

Allerdings war niemandem bekannt, weshalb er eine derartige Vorzugsstellung einnahm. Man führte es eben darauf zurück, dass sich in Crosstown so allerlei Banditenvolk angesammelt hatte.

In Wirklichkeit aber war Kingsley nur damit beauftragt, den illegalen Menschenschmuggel aufzuklären. Er hatte auch schon verschiedentlich einige Banditen, die mit zu der Organisation gehörten, geschnappt. Aber er kam nicht weiter. Kingsley war ein Mann der Tat, von geistigen Anstrengungen hielt er nicht viel. Weil man das in Santa Fe inzwischen eingesehen hatte, wurde der G-Mann Tom Prox nach Crosstown geschickt.

Tom sollte es nicht leicht haben, ihm stand ein Gegner gegenüber, der nicht nur im sicheren Dunkel saß, sondern der auch mit den modernsten technischen Mitteln arbeitete.

Tom Prox hatte aus dem umfangreichen Aktenstück nicht viel entnehmen können, nur so viel wusste er: Sowohl die Landespolizei als auch das FBI und die mexikanischen Behörden, die ja auch ein Interesse an der Zerschlagung des Menschenschmuggels hatten, tappten noch völlig im Dunkeln.

Nun lag er im Gepäckwagen des Süd-Express neben seiner Susy und unterhielt sich mit seinem Pferd.

»Ich glaube, es ist besser, wenn wir ein paar Meilen vor Crosstown aussteigen. Schließlich braucht ja nicht jeder die Ankunft zweier so berühmter Lebewesen zu sehen.«

Der Zug raste durch die Nacht. Tom Prox konnte kein Auge zumachen, denn der Wagen rüttelte ihm sämtliche Knochen durcheinander.

Susy dagegen schlief, was den G-Mann zu der Feststellung veranlasste, dass es Tiere eben doch besser hätten als die armen, geplagten Menschen.

Langsam graute der Morgen, und Tom konnte im schummerigen Licht der Dämmerung feststellen, dass der Zug durch die Schluchten der Sierra de los Órganos brauste. Der G-Mann kannte diese Gegend. Als der Express über eine große Hängebrücke fuhr, die eine breite Schlucht überspannte, machte er sich langsam bereit, auszusteigen.

Er hatte richtig kalkuliert, denn nach zwanzig Minuten wichen die Höhenzüge der Sierra zurück, und eine weite Ebene war sichtbar.

Auf diesen Moment hatte Tom Prox gewartet. Mit einiger Kraftanstrengung öffnete er die Schiebetür des Gepäckwagens und zog dann die Notbremse. Sofort verlangsamte der Zug seine Geschwindigkeit, und mit anhaltendem Rucken und Quietschen hielt er auf freier Strecke.

Die Zugschaffner rannten aufgeregt an den Wagen entlang, um festzustellen, wer die Notbremse gezogen hatte.

»Hallo!« Der G-Mann rief einen der Beamten zu sich an den Wagen. »Welcher Schafskopf hat denn den Zug zum Halten gebracht?«

»Kann ich Ihnen noch nicht sagen, Mister!«

»Dann will ich Ihnen etwas sagen, my friend! Ich steige hier gleich aus, brauche dann nämlich nicht zurückzureiten. Oder haben Sie etwas dagegen?«

Ehe der verdutzt blickende Bahnbeamte etwas erwidern konnte, sprang Tom schon aus dem Waggon. Er stand kaum auf dem Boden, als er einen grellen Pfiff ausstieß. Wie ein Phantom kam Susy aus dem Wagen gesaust, sodass der Schaffner mit einem Schreckensruf beiseite sprang.

Ehe er sich von seinem Schrecken erholt hatte, waren Pferd und Reiter in einer Senke verschwunden.

Der Beamte fluchte nicht schlecht, als er einige Minuten später feststellen musste, dass Tom Prox derjenige gewesen war, der die Notbremse gezogen hatte, knapp zwanzig Meilen vor Crosstown.

Kurz darauf setzte der Süd-Express seine unterbrochene Fahrt fort.