Tom Prox 25 - Gunnar Kolin - E-Book

Tom Prox 25 E-Book

Gunnar Kolin

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Beschreibung

Das Banditen-Duell

Obwohl der Notruf auf der Polizeistation in Sierra Blanca nicht ungehört geblieben ist, kommt die Hilfe für Leutnant Oliver und seine Mannschaft zu spät. Die Banditen haben einen weiteren Sieg davongetragen! Ihre Beute: 150.000 Dollars und fünf Polizisten ...

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Seitenzahl: 96

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Cover

Impressum

DAS BANDITEN-DUELL

DIE LETZTE CHANCE - Teil 1

Vorschau

Kleines Wildwest-Lexikon

Aus dem Wilden Westen

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Heinrich Berends

Illustrationen Innenteil: duncan1890/iStockphoto; Rustic/shutterstock

Datenkonvertierung eBook: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-8497-0

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

DAS BANDITEN-DUELL

Von Gunnar Kolin

Obwohl der Notruf auf der Polizeistation in Sierra Blanca nicht ungehört geblieben ist, kommt die Hilfe für Leutnant Oliver und seine Mannschaft zu spät. Die »Grauen Wölfe«, eine gefährliche Banditenbande, haben einen weiteren Sieg davongetragen! Ihre Beute: 150.000 Dollar und fünf tote Polizisten …

Tom Prox heftet sich an die Spuren der Mörder. Dieses Verbrechen muss gesühnt werden!

Langsam und schwerfällig keuchte ein Güterzug durch die Prärie. Wöchentlich einmal fuhr er diese Strecke, zwischen Fort Worth und El Paso. In unbestimmten Zeitabständen wurde dieser Zug von Banditen überfallen, merkwürdigerweise immer dann, wenn Geldtransporte mitgeführt wurden.

Nun hatte die Landespolizei von Texas eingegriffen und den leicht gepanzerten Goldwagen mit einem Leutnant und vier Mann besetzt. Um noch ein Übriges zu tun, hatte man diesen Waggon mit zwei Maschinengewehren bestückt. Aber die Banditen hatten schon Lunte gerochen und waren bereits auf die Polizeimannschaft und die Maschinenwaffen gefasst.

Während die Lokomotive Wasser- und Dampfwolken in die Luft stieß und den Zug, der aus zwölf Wagen bestand, mit jämmerlichem Gestöhne über die alten, längst erneuerungsbedürftigen Geleise zog, lagerten in einer Bodenvertiefung, unmittelbar an der großen Biegung vierundzwanzig Meilen hinter der Station van Horn, fünf Männer, denen man die Desperados auf den ersten Blick ansehen konnte.

Der Kleinste von ihnen hielt einen Kasten in der Hand, von dem eine kaum sichtbare Schnur durch das Gras zu den Schienen hinaufführte.

Leutnant Oliver, der Führer der Begleitmannschaft, gähnte laut.

»By Jove, boys, da haben sie uns einen langweiligen Auftrag aufgehalst! Schätze, es wird am besten sein, wenn wir ein Spielchen machen! Bobby«, wandte er sich an einen seiner Leute, der an einem Funkgerät saß, »was gibt es denn Neues?«

»Nichts Besonderes, Chef! Der Polizeifunk gibt gerade einen Bericht durch: Ronald Buster, genannt ›Feuernase‹, hat wieder einmal einen Postreiter hier in der Nähe, bei Melville, abgeschossen! Aber Feuernase ist ja ein Einzelgänger. Wird sich kaum an uns heranwagen!«

»I am sure! Nimm Verbindung mit der nächsten Station auf – ist Sierra Blanca! Vielleicht wissen die etwas Neues!«

»All right, boss!«

Während der Funker an seinem Gerät die neue Welle einstellte, setzten sich die anderen auf ein paar Kisten und begannen zu pokern.

Der Zug näherte sich jener Stelle, an der die fünf Banditen im Dunkel der Nacht lagen und gespannt dem heranfauchenden Ungetüm entgegensahen.

Der Mann, der neben dem Kleinen mit dem Kasten lag, flüsterte diesem zu: »Mach die Sache richtig, Gary! Teufel, die Brüder haben mindestens 200 000 Dollar im Wagen!«

Der Sprecher war Al Brent, der Anführer der »Grauen Wölfe«, wie seine Bande genannt wurde.

Der Name stammte von den grauen Gesichtsmasken, die die Burschen bei ihren Überfällen trugen. Al Brent hieß allgemein »der Graue«. Er hatte unter diesem Spitznamen schon vor langer Zeit in Arizona gearbeitet, war dann allerdings geschnappt worden und im Zuchthaus von Phoenix gelandet.

Jetzt! Es war so weit! Die Lokomotive war noch ungefähr hundert Meter von den Banditen entfernt, da drehte Gary Buttes den kleinen Hebel an seinem Kasten.

Diese Bewegung hatte eine verheerende Wirkung. In einer Länge von fast zwanzig Metern flog der Schienenstrang mit einer gewaltigen Detonation in die Luft. Eine riesige Stichflamme erhellte die nächste Umgebung.

Auf der Maschine riss der Lokführer mit verzweifelter Gewalt den Regulator herunter, aber es war schon zu spät! Der Zug hatte noch zu viel Geschwindigkeit, die Bremsen blockierten die Räder, ein Kreischen und Knirschen ertönte, dem ein lautes Quietschen folgte. Dann bohrte sich die Lokomotive in den Bahndamm und bäumte sich wie ein todwundes Tier auf.

Mit lautem Zischen entströmte dem defekten Kessel der Dampf, glühende Asche und Kohlestückchen flogen in der Luft umher. Der Tender hatte sich gelöst und rollte, sich überschlagend, den Bahndamm hinunter.

Der Packwagen und der Geldtransportwagen prallten durch den heftigen Stoß aufeinander, blieben aber auf den Schienen stehen. Dagegen schoben sich mit Klirren und Krachen die nachfolgenden Wagen ineinander, Splitter zischten durch die Luft, und verbogene Eisenteile ragten in die Höhe.

Der ganze Spuk dauerte kaum drei Minuten. Dann war es ruhig.

Nur die Lokomotive, die auf der Seite lag, zischte und sprühte noch den restlichen Dampf aus ihrem dickwandigen Bauch. Neben ihr lagen der Lokführer und der Heizer. Beide waren tot!

Der eine war durch den gewaltigen Ruck mit dem Kopf gegen die Kesselwandung geschleudert worden und hatte sich das Genick gebrochen. Der andere war beim Absturz der Lokomotive aus dem Führerstand herausgeschleudert worden und lag nun unter einem Rad des Tenders, das sich gelöst und ihn erschlagen hatte.

Das aus zwei Mann bestehende Zugpersonal, welches im Packwagen geschlafen hatte, war unverletzt, konnte aber nicht heraus, weil sich die Tür verklemmt hatte. Der gepanzerte Wagen war ebenfalls unbeschädigt, nur die schwere, mit Stahlplatten gesicherte Tür war derartig verklemmt, dass man sie weder von außen noch von innen öffnen konnte.

Leutnant Oliver erhob sich ächzend vom Boden.

»Death and devil!«, fluchte er.

Seine Leute waren durcheinander gewirbelt worden, verletzt war außer dem Sergeanten Kenton, dem anscheinend ein Arm gebrochen war, niemand. Das Funkgerät war noch intakt, der Beamte gab ununterbrochen Notsignale an die Station Sierra Blanca. Aber Leutnant Oliver meinte achselzuckend: »Vergebliche Mühe, Bobby! Bis die hier sein können, sind wir längst in den ewigen Jagdgründen. Der Zauber wird wohl gleich losgehen!«

Al Brent hatte draußen das Zeichen zum Angriff gegeben. Gary Buttes, der kleine Bandit mit dem Galgenvogelgesicht, grinste hämisch.

»Hallo, Al, wird wohl am besten sein, wenn ihr die Cops da drin ein bisschen ablenkt! Kann dann die Sache an der Tür fingern!«

Der »Graue« nickte. »Geht in Ordnung, Gary! Sieh zu, dass du das Ding aufkriegst! Geh nur gut in Deckung! Die Burschen werden höllisch aufpassen. Los, Boys, jetzt!«

Die fünf Banditen schlichen sich an den Panzerwagen heran, der sich von dem durch das Mondlicht schwach beleuchteten Himmel abhob.

Wie drohende Finger ragten die Läufe der beiden Maschinengewehre in die Luft. Lewis Forbes, einer der Bande, eröffnete das Feuer. Sofort antworteten die Maschinengewehre der Besatzung und spuckten ihre Geschosse in die Gegend. Aber es war zu spät, die Banditen befanden sich bereits im toten Winkel der Kugelspritzen.

Während Al Brent mit seinen drei Leuten jetzt ein wahres Schnellfeuer auf die rechte Seite des Wagens eröffnete, schlich sich Gary Buttes an die andere Seite heran, auf der sich die Panzertür befand. Mit geschicktem Griff klemmte er eine Sprengpatrone unter den Schlitz, dann flammte ein Zündholz auf.

Die Schnur brannte! Der Bandit hetzte in langen Sprüngen am Zug entlang und verschwand hinter den Trümmern eines Güterwagens. Kaum war er in Deckung gegangen, als es vorn aufblitzte. Heller Feuerschein, von einem heftigen, kurzen Knall begleitet, zerriss das Dunkel der Nacht! Einige kurze Schmerzensschreie waren zu hören.

Leutnant Oliver und ein Polizist waren sofort tot, ein Mann wurde schwer verwundet. Die anderen zwei Beamten verschwanden hinter Eisenkästen und bereiteten sich darauf vor, die Banditen gebührend zu empfangen.

Die Schurken ließen sich allerdings nicht blicken; sie kannten die Feuerkraft, die zwei Maschinengewehre besitzen.

Wieder musste Gary Buttes in Erscheinung treten. Der kleine, flinke Bandit war inzwischen unter den Panzerwagen gekrochen. In seiner erhobenen Rechten glänzte etwas Metallisches, eine silbergrau schimmernde Kugel.

Da! Ein kurzer Ruck, Gary Buttes war unter dem Wagen hervorgehuscht, eine schnelle Wurfbewegung des rechten Armes und die Kugel flog in den Wagen.

Die Polizisten starrten erschreckt auf das Ding, das mit leisem Knall vor ihnen zerplatzte. Sofort verbreitete sich in dem engen Raum ein beißender Geruch: Tränengas!

Schon nach kurzer Zeit war die Situation durch die kleine unscheinbare Kugel zugunsten der Banditen entschieden. Den Beamten blieb nichts anderes übrig, als der barschen Aufforderung Folge zu leisten und mit erhobenen Händen ins Freie zu springen.

Während Clark Hamcolm und Jim Baker die zwei Uniformierten paketartig zusammenschnürten, begann Al Brent mit den anderen Spitzbuben Säcke und Kisten aus dem Waggon zu werfen. Sie hatten sich leichte Gasmasken vorgebunden, um nicht selbst von dem Gas belästigt zu werden.

Forbes führte die Packpferde herbei. Die Tiere wurden bis zur Grenze ihrer Tragfähigkeit beladen.

Die Beute dieser Nacht betrug, wie sich später herausstellen sollte, etwa 150 000 Dollar.

Das Ganze dauerte – von der Explosion des Schienenstranges bis zum Abritt – keine halbe Stunde. Es wurde dabei überhaupt kein Wort gesprochen.

Wie die Polizeibeamten später erklärten, hatten sie den Eindruck, dass der Überfall nach einem genauestens eingeübten Plan ablief. Der Chef der Bande, also der »Graue« – er war leicht an der grauen Gesichtsmaske zu erkennen, die er selbst unter der leichten Gasmaske trug – hatte kaum irgendwelche Befehle zu geben brauchen. So plötzlich, wie die Bande aufgetaucht war, so plötzlich war sie auch wieder verschwunden.

Verhallende Hufschläge verkündeten den Beamten, die man achtlos an die Böschung geworfen hatte, dass die »Grauen Wölfe« auf dem Rückweg in ihr geheimes Versteck waren.

Die Desperados mochten zwei Stunden den Schauplatz ihres rücksichtslosen Überfalls hinter sich gelassen haben, als sich in gestrecktem Galopp, von Osten her kommend, zwei Reiter dem Schauplatz des Verbrechens näherten. Die Pferde scheuten vor dem immer noch leise zischenden eisernen Ungetüm.

»Verdammt, Snuffy«, der eine Reiter sprang von seinem Pferd, »da sind wir zu spät gekommen! Pflock meine Beauty an!«

Tom Prox eilte den Bahndamm hinauf und trat vorsichtig an den Panzerwagen heran. Da ließ ihn ein Stöhnen herumfahren. Mit einigen schnellen Schnitten hatte er die Beamten befreit.

»By Golly, hier war ja allerhand los!«

Einer der Polizisten schaute misstrauisch auf den vor ihm Stehenden.

»Wer sind Sie? Werdet verstehen, dass ich vorsichtig bin!«

Der G-Mann zog eine Metallmarke hervor. »Schätze, dass dies genügt, was?«

Jetzt trat der zweite Reiter heran, ein baumlanger, dünner Mensch, der sich in das halblaut geführte Gespräch einmischte.

»Tom, ich glaube, in dem anderen Wagen …«, er deutete auf den Packwagen, »sind auch noch welche drin! Habe Geräusche gehört!«

Die Polizisten bestätigten seine Worte.

»Yes, sind zwei Mann von der Bahngesellschaft! Scheinen nichts abgekriegt zu haben.«

Mit vereinten Kräften machte man sich daran, die Tür zu öffnen. Nach einigen ergebnislosen Versuchen hatten sie Erfolg. Die zwei eingeschlossenen Bahnbeamten waren heilfroh, als sie endlich auf dem Boden standen.

»Sergeant Kenton muss noch im Wagen liegen! Er war verwundet! Vielleicht lebt er noch!«, rief einer der Polizisten und lief schon dem Wagen zu.

»Komm, Snuffy, wollen mal sehen!«

Sergeant Kenton hatte es schwer erwischt. Bei dem Zusammenprall hatte er sich einen Arm gebrochen, bei der Türsprengung durch Gary Buttes war ihm dann noch ein fingerlanger Splitter zwischen die Rippen gefahren. Schwer verwundet war er in dem tränengasverseuchten Raum liegen geblieben – die Banditen hatten geglaubt, dass er tot sei.

Kenton hatte bittere Stunden durchstehen müssen, bis Tom Prox und Sergeant Patterson ihn endlich herausholten.

Später untersuchte Tom Prox die Umgebung des Bahndammes sehr eingehend. Nach kurzem Spüren fand er die Bodensenke, in der immer noch der kleine Kasten mit der Zündanlage stand.

Ein Pfiff rief Snuffy herbei.

»Hier, my friend, schau dir die Schweinerei an! Original Snyder-Batterie-Zündanlage für Ekrasitladungen! Schätze, dass es der ›Graue‹ mit seinen Leuten war!«

»Tom, du sprühst wieder einmal von Geistesblitzen! Wenn die Schufte graue Masken getragen haben, werden es auch die Wölfe gewesen sein! Doch hör mal …!«

Leises Rollen wurde hörbar, das immer näher kam. Dann leuchteten im Westen einige Lichter auf.

»Das sind Draisinen, Snuffy, kommen aus Sierra Blanca!«