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Es ist ein heißer Sommer. Die Hauptfiguren sind: Mona - ein Mädchen, circa 11 Jahre alt, und Leo - ihr Bruder, wahrscheinlich 6 Jahre alt. Sie leben zusammen mit Onkel Jonas, der ein humorvoller und kluger Erfinder ist. Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung des alten Hauses und seiner Bewohner; eine märchenhafte Atmosphäre baut sich auf. Es folgt eine Reise zu einem großen See, wo Onkel Jonas seine neueste Erfindung - ein aufblasbares U-Boot - präsentieren will. Unterwegs stoßen die Ausflügler auf verschiedene Hindernisse, z. B. werden sie in einen magischen Tunnel gesaugt und von einem riesigen Lochfisch verschluckt. Nach dem Bestehen zahlreicher Abenteuer kehren sie nach Hause zurück, voller Erinnerungen und neuer Erlebnisse. Die Botschaft: Überraschung und Zauber gibt es überall - wenn man neugierig und mit offenem Herzen durch die Welt geht. Es ist wichtig, Neuem mutig zu begegnen und die eigenen Ängste zu überwinden. Die kreative Verbindung zwischen Natur und Technik hilft dabei, die Umwelt besser kennen und schätzen zu lernen. Sprache und Stil: Die Ereignisse sind manchmal märchenhaft, manchmal realistisch. Zwei Welten verschmelzen auf natürliche Art und Weise miteinander. Dabei sind die Atmosphäre und die Emotionen genauso wichtig wie die Ereignisse. Die Sprache ist plastisch und balanciert zwischen Humor und Ernst.
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2021
Marcelina Wellmer
Tra-ra!
Der Lochfisch und andere Abenteuer.
© 2021 Marcelina Wellmer
Autor: Marcelina Wellmer
Umschlaggestaltung, Illustration: Marcelina Wellmer
Lektorat: Helen Bauerfeind
Korrektorat: Sabine Jansen
Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-347-31062-9 (Paperback)
978-3-347-31063-6 (Hardcover)
978-3-347-31064-3 (e-Book)
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d- nb.de abrufbar.
Inhaltsverzeichnis
Deine Seite
Kapitel 1: Das Haus
Kapitel 2: Mona
Kapitel 3: Leo
Kapitel 4: Der Wald
Kapitel 5: Am Teich
Kapitel 6: Im Tunnel
Kapitel 7: Urania
Kapitel 8: Letzter Abschnitt
Kapitel 9: Am See
Kapitel 10: In den Tiefen
Kapitel 11: Der Lochfisch
Kapitel 12: Das Labyrinth
Kapitel 13: Das Herz
Kapitel 14: Die Befreiung
Kapitel 15: Im Lager
Kapitel 16: Auf Pilzsuche
Kapitel 17: Das Gewitter
Kapitel 18: Heimkehr
Kapitel 19: Das Experiment
Kapitel 20: Die letzten Tage des Sommers
Kapitel 21: Das Herbst
Statt Vorwort – Eine Seite für Deine Skizzen und Notizen.
KAPITEL 1
Das Haus
Hinter stattlichen Bäumen versteckte sich ein in die Jahre gekommenes Haus. Vor neugierigen Blicken geschützt, abseits vom alltäglichen Trubel, genoss es seine Ruhe und wirkte dabei ziemlich erhaben.
Das Grundstück zum Haus betrat man durch eine schwere, kreischende Pforte – es war schon längst fällig, die Scharniere zu ölen. Allerdings hatten die Bewohner Wichtigeres zu tun, als ihre Zeit mit solchen Kleinigkeiten zu verschwenden.
Den weitläufigen Garten bewuchsen erhabene Tannenbäume, Fichten und Kastanien. Der Boden war von Farnen und Feldblumen überwuchert. Lediglich in der südlichsten Ecke versuchten noch einige Apfelbäume, dem Drängen des Gartenwaldes standzuhalten.
Aber zurück zum Haus. Das Gebäude verfügte über zwei Eingänge, drei Balkone, Fenster unterschiedlichster Größe und ein kleines, spitzes Türmchen. Die Farbe zu benennen ist schwierig: an manchen Tagen würdet ihr das Haus als weiß bezeichnen, an anderen als gelb-grün oder sogar grau – darüber gab es schon lange Streit. Sicher ist, dass Efeu und Moos die nördliche Seite erobert hatten, wodurch es insgesamt recht düster wirkte.
Ein sandiger Weg, der von Wildrosen gesäumt wurde, führte vom Tor zur Eingangstreppe. Das Geländer schmückten zwei steinerne Löwen, wobei dem linken die Pfote und dem rechten ein halbes Ohr fehlte.
Fünf Stufen führten zu einer mit Holzornamenten dekorierten Eingangstür. Ein Löwenkopf aus Bronze thronte in der Mitte. In seinen lächelnden Lippen hielt er einen Ring, der zum Klopfen diente. Doch immer wenn jemand ihn in die Hand nahm, erschien das Lächeln nicht mehr so freundlich – viel mehr ähnelte es einer böser Grimasse. Trotzdem, es war geboten die Angst zu überwinden und gegen die Tür zu klopfen, um das seltsame Haus und seine Bewohner näher kennenzulernen.
KAPITEL 2
Mona
Der dunkle, lange Flur roch nach Staub und altem Holz. An seinem Ende begann eine Treppe, die zu einer Galerie führte. Für diejenigen, die noch nie von so etwas gehört haben, erkläre ich kurz, dass das ein Balkon innerhalb eines Hauses ist, von welchem weitere Zimmer zu erreichen sind. Dort, hinter einer grünen Tür, befand sich ein kleines, nach Osten ausgerichtetes Zimmer.
Was einem in dem Raum als erstes ins Auge fiel, waren die hellgrünen Wände. Die wenigen Möbel nahmen nicht viel Platz ein, sorgten aber für Behaglichkeit. Mehrere unbestimmbare Gegenstände wurden hier und da – wahrscheinlich nach dem Zufallsprinzip – verstreut; es war eine gemütliche, aber nicht übermäßig ordentliche Stube.
Heute Morgen herrschte die Sonne über die Räumlichkeiten. Eine dicke Fliege saß auf dem Fensterbrett und putzte eifrig die Flügel. Ein höher gelegenes Eckchen wurde von einer Spinne besetzt – sie wartete geduldig auf ihre Frühstück.
Im hinteren Teil des Zimmers stand ein schmales Bett. Aus dem zerwühlten Deckenberg guckte ein Stück Bein heraus.
Sonnengebräunt, zerkratzt und nicht besonders sauber, verriet es, dass es sein Besitzer, im Gegensatz zur Fliege, nicht zu genau mit der Sauberkeit nahm.
Das Insekt entschied sich, an dem großen Zeh zu lecken, ohne geringste Kenntnis über dessen Empfindlichkeiten. Mit lautem „Iiiii” erwachte nicht nur der Zeh, sondern auch der ganze Deckenberg. Der Störenfried flog fort und verschwand zwischen den Büchern.
Es war ein Mädchen namens Mona, das so überraschend geweckt wurde. Bekleidet mit einem blauen Pyjama saß sie in ihrem Bett, und zwinkerte verschlafen. Die kurzen braunen Haare standen in alle Richtungen ab; die grünen Schlitzaugen schauten verloren umher. Sie griff zur Brille, die abends unter dem Schlafkissen gelandet war. Die Welt hatte wieder ihre Schärfe gewonnen.
„Heute ist doch unser Ausflugstag!”, erinnerte sie sich und wurde auf einmal hellwach. Auf ihrem schmalen, sommersprossigen Gesicht zeigte sich ein schwärmerisches Lächeln.
Gegenüber dem Bett hing eine alte Kuckucksuhr. Der Vogel war leider kaputt und ließ sich seit langem nicht mehr blicken. Die Zeiger wiesen immer das gleiche: Fünf vor Zwölf.
,Die bioquantische Uhr, die mir Onkel Jonas versprochen hat, wäre schon prima…‘, grübelte das Mädchen und sprang aus dem Bett heraus.
Ja … der Onkel Jonas … Er hauste in einem nicht allzu großen, schattigen Zimmer im Erdgeschoss, gleich neben der Küche. Noch eine Etage tiefer, im Keller, betrieb er seine Entdeckerwerkstatt, wo er unermüdlich an den seltsamsten Erfindungen arbeitete.
Eine davon war die versprochene, bioquantische Uhr. Sie sollte auf Pfiffe reagieren und die Uhrzeit sanft ins Ohr flüstern.
,Wahrscheinlich hat er die schon vergessen, kein Wunder bei all den Experimenten. Ich muss ihn wieder erinnern!‘, dachte das Mädchen und hopste auf einem Bein durchs halbe Zimmer, das andere war irgendwo in den Hosen verloren gegangen.
Auch der heutige, lange geplante Ausflug hatte etwas mit seiner neuen Erfindung zu tun. Die Reise sollte durch den nah gelegenen, mächtigen Wald führen, bis zu dem großen See – mehr wusste Mona nicht.
„Das Geheimnis wird erst am Seeufer gelüftet”, das war alles, was Onkel Jonas verraten hatte.
KAPITEL 3
Leo
Der Wasserkocher pfiff durchdringend und langgezogen, in der Hoffnung, es findet sich endlich jemand, der das Feuer ausschalten mag. Die Küche, zentral im Erdgeschoss gelegen, war groß und bequem eingerichtet, wirkte aber etwas düster. Vielleicht lag das an der Feuchtigkeit, die sich aus dem Garten hereindrängte, oder an den alten Bäumen, die dicht an den Fenstern wuchsen, oder an den stämmigen, dunklen Möbeln. Auf jeden Fall – die Stimmung hier war zwielichtig.
Zum Beispiel die schwere braune Kommode. In ihren Tiefen bewahrte sie wichtige Küchenausrüstung – Besteck, Teller, Tassen und Ähnliches. Diese betagten Utensilien hingen den alten Zeiten nach und versuchten, jedermann die alten Geschichten zu erzählen; leider – zu oft fehlten die Zuhörer.
Aus Rache verschwanden die Messer und Gabeln in den dunkelsten Schlupfwinkeln, wo sie tagelang beleidigt schwiegen. Teller und Tassen wieder sprangen auf den Boden, zerbrachen in tausend Stücke und schrien: „Hör uns zu!“
Zum Glück war der große Küchentisch etwas ausgeglichener.
Aber um gerecht zu sein, muss man schon erwähnen, dass auch er nicht immer mit bester Laune glänzte. Und schon verteilten seine Ecken heftige Rippenstöße – um mehr Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen.
