Training The Heart - Paisley Hope - E-Book

Training The Heart E-Book

Paisley Hope

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Beschreibung

Schlagfertige Dialoge, knisternde Anziehung und heiße Cowboys, die man so schnell nicht wieder vergisst – spicy Smalltown-Romance at its best!

Das Leben hat Wade Ashby hart gemacht: Nach seiner schmutzigen Scheidung lässt er keine Frau mehr an sich heran und investiert jede Minute in die Leitung der Silver Pines Ranch. Auch Pferdetrainerin Ivy Spencer hat viel durchgemacht, doch sie ist das absolute Gegenteil von Wade: Nie lässt sie sich unterkriegen, sie nimmt die Zügel für ihr Leben selbst in die Hand. Als sie die einmalige Chance bekommt, auf Silver Pines zu arbeiten, greift sie sofort zu. In Wade bringt Ivy längst vergessene Gefühle wieder zum Brodeln. Aber er darf ihnen nicht nachgeben, schließlich ist er immer noch ihr Boss …

Spicy Smalltown-Romance trifft auf die Tropes Grumpy x Sunshine und Forced Proximity!

Die »Silver Pines Ranch«-Reihe:
Band 1: Holding The Reins
Band 2: Training The Heart
Band 3: Riding The High
Alle Bände sind unabhängig voneinander lesbar.

Books that make you – blush.
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Enthaltene Tropes: Cowboy Romance
Spice-Level: 4 von 5

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 584

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Buch

Das Leben hat Wade Ashby hart gemacht: Nach seiner schmutzigen Scheidung lässt er keine Frau mehr an sich heran und investiert jede Minute in die Leitung der Silver Pines Ranch. Auch Pferdetrainerin Ivy Spencer hat viel durchgemacht, doch sie ist das absolute Gegenteil von Wade: Nie lässt sie sich unterkriegen, sie nimmt die Zügel für ihr Leben selbst in die Hand. Als sie die einmalige Chance bekommt, auf Silver Pines zu arbeiten, greift sie sofort zu. In Wade bringt Ivy längst vergessene Gefühle wieder zum Brodeln. Aber er darf ihnen nicht nachgeben, schließlich ist er immer noch ihr Boss …

Autorin

Paisley Hope ist Mutter, Ehefrau und begeisterte Leserin von Liebesromanen – solche verfasst sie als Autorin auch selbst. Sie wuchs in Kanada auf und träumte stets davon, eine Welt zu erschaffen, in die ihre Leser*innen eintauchen können. Das ist ihr mit der »Silver Pines Ranch«-Trilogie gelungen: Die Small-Town-Romance lädt zum Träumen ein, doch bleibt dabei stets knisternd – nicht zuletzt wegen der heißen (Teilzeit-) Cowboys, die einfach zu perfekt sind, um wahr zu sein.

Paisley Hope

Training The Heart

Roman

Deutsch von Christina Kagerer

Die Originalausgabe erschien 2024 unter dem Titel Training the Heart bei Century, London.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag behält sich die Verwertung des urheberrechtlich geschützten Inhalts dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.

Copyright © Paisley Hope 2024

First published as TRAININGTHEHEART in 2024 by CENTURY, an imprint of CORNERSTONE. CORNERSTONE is part of the Penguin Random House group of companies.

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2025 by blush. Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

[email protected]

(Vorstehende Angaben sind zugleich Pflichtinformationen nach GPSR.)

Redaktion: Ingola Lammers

Umschlaggestaltung: Anke Koopmann, Designomicon nach einer Vorlage von Paisley Hope unter Verwendung von Bildmaterial von shutterstock / PON-PON, Sarath_Civic, Todor Stoyanov-Raveo

Innengestaltung unter Verwendung der Bilder von: © Adobe Stock (Aigul)

JS · Herstellung: DiMo

Satz: satz-bau Leingärtner, Nabburg

ISBN 978-3-641-33170-2V001

www.blush-verlag.de

LIEBE*R LESER*IN,

dieses Buch enthält potenziell triggernde Inhalte. Deshalb findest du am Ende des Buchs eine Anmerkung von mir, Paisley Hope, sowie eine Triggerwarnung.

Achtung: Diese enthält Spoiler für das gesamte Buch.

Paisley Hope und der Blush Verlag

Für all diejenigen, die nach einem griesgrämigen, loyalen, beschützenden Cowboy suchen, der sich »Mein« auf die Hand tätowieren lasst, weil es schön aussieht, wenn er sie um deinen Hals legt – gib die Hoffnung nicht auf, Baby.

Dein Wade Ashby wartet irgendwo da draußen.

Prolog

Wade

Juli

»Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es der längste Slow Burn der Geschichte war. Ich habe einfach die Zeit vergessen, und dann war da auf dem Weg hierher noch eine Umleitung …«

Ich gehe die Stufen vor dem großen Haus hinunter, während diese kleine, temperamentvolle Frau neben mir einfach immer weiterredet und versucht, mir bis ins kleinste Detail zu erklären, warum sie zu spät zu ihrem Bewerbungsgespräch bei mir gekommen ist.

Ich starre auf das Feld und frage mich, wovon zum Teufel sie spricht und was ein verdammter Slow Burn sein soll.

Sie fährt damit fort, mir die ganze Handlung zu erzählen, während ich die Bergluft von Kentucky am späten Vormittag einatme und ahne, dass ich meine Frage bereuen werde. Aber verdammt, sie soll einfach zum Punkt kommen.

»Erklären Sie das«, sage ich.

»Erklären? Einen Slow Burn? Oder warum ich wegen des Buchs so spät dran bin?« Sie lässt mir gar keine Zeit zu antworten. »Ein Slow Burn ist … Sie wissen schon, der Teil, der zur … heißen Stelle des Buches führt …«

Heißen?

Sie wartet genau eine Millisekunde, ob ich etwas sage, und als ich schweige, fährt sie fort. »Egal, der Hauptcharakter, den ich am meisten mag, hat sie gerade geküsst, endlich … weil der andere Mann, mit dem sie zusammen war … er war ihr Mitbewohner …«

Ich bleibe stehen, drehe mich um und überrumple sie, indem ich auf sie hinabschaue und dabei ein Gesicht mache, das einfach verraten muss, dass ich keine Ahnung habe, wovon sie da überhaupt redet.

Sie blinzelt, blickt zu mir auf und erkennt wohl, dass sie hier definitiv zu weit gegangen ist. Aber aus irgendeinem Grund redet sie immer noch. »Also, was ich meine, ist, dass er jetzt seine Chance bei ihr ergreifen wollte und …« Sie hält für weniger als eine Sekunde inne, schaut auf ihre Stiefel hinab und macht dann weiter. »Wie dem auch sei … ich bin jetzt hier und kann später herausfinden, wen von beiden sie …«

Nein.

»Hören Sie einfach … mein Gott … haben Sie überhaupt eine Vorstellung von Professionalität? Nur die geringste Ahnung?«, frage ich und unterbreche damit ihren Satz, weil ich irgendwie denke, dass eine Diskussion über ihr Buch – das mir verdammt nach einem Porno klingt – als sexuelle Belästigung angesehen werden könnte. Auch wenn ich in diesem Moment derjenige bin, der hier belästigt wird.

Ihr bleibt der Mund offen stehen, aber sie sagt nichts. Ich nehme das als Zeichen weiterzugehen.

»Es tut mir leid, dass ich mich verspätet und Ihre Zeit verschwendet habe, Mr. Ashby«, sagt sie in einem viel professionelleren Tonfall, als hätte ich sie bereits aufgegeben, bevor das Bewerbungsgespräch überhaupt begonnen hat. Was bis zu dieser Sekunde auch zutraf.

Ich knirsche mit den Zähnen. Irgendetwas an der Art, wie sie meinen Namen so niedergeschlagen ausspricht, bringt mich etwas runter. Vielleicht hat meine Familie recht. In Anbetracht dessen, wie nervös diese Frau gerade klingt, war ich vielleicht doch ein bisschen zu streng, als sie ganze sechs Minuten zu spät zu ihrem Bewerbungsgespräch erschienen ist. Aber ich habe einfach keine Geduld. Alles, was ich will, ist, diesen verdammten Tag überstehen und zu Atem kommen nach einem viel zu langen Vormittag mit meinen Anwälten und meiner Ex Janelle.

Ich bleibe stehen und will diesem kleinen Energiebündel gerade sagen, dass wir das Gespräch auf einer professionelleren Ebene noch mal von vorne beginnen werden. Aber dann wird mir klar, dass sie zu schnell geht und nicht nach oben blickt. Also sieht sie nicht, dass ich stehen geblieben bin, läuft direkt in mich hinein und stolpert dann rückwärts ins Gras.

»Verdammt, scheiße. Fuck … tut mir leid«, sagt sie, als ich nach ihren Ellbogen greife, um sie aufzufangen.

»Hören Sie, Miss …« Ich lasse sie los, als sie ihr Gleichgewicht wiedererlangt hat, und versuche zu ignorieren, wie hübsch ihre lila-blauen Augen aussehen, wenn sie mich anschaut.

»Spencer.« Sie sagt das, als wäre es mehr als unhöflich, dass ich ihren Nachnamen vergessen habe. Den Nachnamen, den sie gerade erwähnt hat, als sie vor weniger als fünf Minuten meine Familie kennengelernt hat.

Okay, vielleicht ist es unhöflich – selbst für meine Verhältnisse.

»Richtig. Miss Spencer, ich werde gleich zum Punkt kommen.« Ich drehe mich um und gehe wieder los. Sie holt auf, als wir uns meiner Bürotür nähern. Dabei kommen wir an zwei Mitarbeitern der Ranch vorbei, die sofort ihre Arbeit unterbrechen, um die Frau neben mir abzuchecken. Ich schüttle den Kopf, weil alle auf meiner Ranch hier dauergeil sind.

»Ich suche keine unerfahrene Arbeitskraft«, erkläre ich. »Auch wenn es nur vorübergehend ist, brauche ich einen erfahrenen Trainer, der Sams Platz einnimmt.«

Sie folgt mir in mein Büro. Als ich um meinen Schreibtisch herumgehe, bleibt sie auf der anderen Seite stehen. Da steht sie nun in ihren verblichenen Jeans, dem perfekt sitzenden schwarzen T-Shirt und passenden schwarzen Cowboystiefeln, verschränkt die Arme unter ihren festen Brüsten und schiebt sie ein bisschen nach oben. Ich schaue ihr in die Augen, und mir wird klar, dass sie etwas, das ich gerade gesagt habe, sauer gemacht haben muss.

»Oh, ich verstehe. Sie sind einer von denen? Sie denken, nur weil ich jung und eine Frau bin, bin ich unerfahren?«

Ich nehme meinen Hut ab und werfe ihn auf den Schreibtisch. Verdammt, ich bin weit davon entfernt, einer von denen zu sein. Diese kleine, freche …

»Ich sehe, ich verschwende meine Zeit, wenn ich mehr von Ihnen erwarte«, sagt sie herausfordernd.

Ich beuge mich vor, lege die Handflächen auf die Tischplatte und spreche ganz langsam und deutlich, damit sie erkennt, dass ich ihre Attitüde satthabe und dass ich hier derjenige bin, der das Sagen hat, verdammt. Nicht sie.

»Es hat nichts damit zu tun, dass Sie eine Frau sind. Einige der angesehensten Trainer in dem Business sind Frauen. Die Trainerin, die Sie ersetzen sollen, ist eine Frau, verdammt.«

Ihr Blick wird weicher, und sie sieht fast schüchtern aus, als sie nun die Arme runterhängen lässt.

»Oh, ich hatte vermutet, der Name Sam …«

»Samantha«, schneide ich ihr das Wort ab. »Vermutungen bringen einen fast nie irgendwo hin«, füge ich mürrisch hinzu.

Ich fahre mir mit einer Hand durchs Haar, setze mich und lehne mich in meinem Stuhl zurück. Sie hat Mut, das muss man ihr lassen. Und sie ist wahrscheinlich die hübscheste Frau, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Okay, sie ist atemberaubend, verdammt. So atemberaubend, dass sich mein Schwanz in dem Moment aufgerichtet hat, in dem sie ihr langes, rabenschwarzes Haar über die Schultern geworfen hat, als ihre Cowboystiefel den schmutzigen Boden berührt haben.

Ivy Spencer. Ich schaue sie jetzt an und frage mich, wie ich ihren Namen vergessen konnte.

Sie tut es mir gleich und entspannt sich etwas, als sie sich mir gegenüber hinsetzt. Bevor ich fortfahre, hole ich erst mal tief Luft. Ich hatte nicht geplant, dass dieses Bewerbungsgespräch so intensiv beginnt. Ich bin eigentlich kein Arschloch. Ich habe nur die ganze Zeit so viel zu tun, dass ich zügig spreche. Und neun von zehnmal aus reinem Frust, damit ich mich der nächsten Aufgabe widmen kann.

»Hören Sie, sind wir mal ehrlich. Sie sind jung. Sie können nicht viel mehr als fünf Jahre Erfahrung haben?«

Da ist er wieder, dieser trotzige Blick. Ihr herzförmiges Gesicht verrät nichts – hohe Wangenknochen, eine schlanke, gerade Nase und volle rosa Lippen. Das sieht alles ganz normal aus. Es sind ihre Augen. In ihren Augen tobt ein Sturm, und sie verraten mir, dass sie mich in meine Schranken weisen will, und zwar schnell. Wenn ich heute nicht schon so verdammt erschöpft wäre, würde mich das belustigen.

»Fast fünfzehn, ehrlich gesagt. Wenn man all meine Praktika mitzählt. Aber selbst ohne die – ich habe einen Abschluss in Pferdekunde von der University of Kentucky, den ich mit einem vollen Stipendium erlangt habe. Ich habe fünf Jahre lang Vollblüter auf der Bellingham Ranch trainiert …« Sie zieht eine Augenbraue nach oben, als wolle sie fragen: Schon beeindruckt, Mr. Ashby? »Davor drei Jahre im Rehabilitation Center als Hilfskraft. Ach, und vier Sommerpraktika bei der amerikanischen Vereinigung für Quarter Horses und Vollblüter unter Peter Sampson während der Highschool und dem College.« Sie erwähnt damit einen bekannten Trainer, der den Sieger des Triple Crown-Gewinners von 2015 mit trainiert hat.

Verdammt.

»Hat Ihnen noch niemand gesagt, dass einen Vermutungen meist nicht weit bringen?«, sagt sie. Ein freches Grinsen legt sich auf ihre hübschen Lippen, und irgendetwas daran weckt in mir das Bedürfnis, alles Mögliche mit ihr anzustellen – das meiste davon höchst unangemessen –, um ihr das Grinsen aus dem Gesicht zu vertreiben.

Ich schnaube, und sie scheint sich etwas zu entspannen.

»Hören Sie, ich bin gut in meinem Job. Mein Ansatz ist modern, und ich nehme an, dass er auf dieser Ranch nicht praktiziert wird. Aber er könnte Ihnen helfen, vor allem, wenn Sie irgendwann mal wieder an einem Derby teilnehmen wollen«, sagt sie.

Ich schaue sie an und überlege, ob sie vielleicht doch die Richtige für den Job wäre. Fünfzehn Jahre? Sie arbeitet also mit Pferden, seit sie – ein Kind war? Ich schüttle den Kopf und frage mich, warum ich mich so für ihre Lebensgeschichte interessiere.

Sie steht auf und deutet auf die Tür.

»Wollen Sie mir die Ranch zeigen, während wir reden, oder läuft dieses Bewerbungsgespräch so ab, dass wir hier rumsitzen und Sie mich schweigend verurteilen?«

Für einen kurzen Moment klappt mir die Kinnlade runter bei ihrem vorlauten Tonfall, dann reiße ich mich zusammen, setze meinen Hut wieder auf und stehe auf.

»Die Ställe sind dort hinten«, sage ich, als ich an ihr vorbeigehe.

Zwanzig Minuten später stehen wir vor einer großen Reithalle, wo einer unserer Trainer, Dusty, versucht, mit einem nervösen, neuen Hengstfohlen zu arbeiten. Dieses Fohlen ist schreckhaft, und es dazu zu bekommen, sich zu konzentrieren und nicht zu scheuen, ist schwierig.

Ivy schaut vom Rand aus zu und scheint zu versuchen, eine Art telepathische Verbindung zu dem Pferd aufzubauen, während ich die Fragen meiner Mitarbeiter beantworte. Aus irgendeinem Grund müssen sie plötzlich alle genau hier arbeiten, wo Ivy und ich uns aufhalten. Als ob ich nicht wüsste, dass es nur daran liegt, weil sie die Attraktion der Stunde ist.

Einer meiner Vorarbeiter unterhält sich mit Ivy, als wären sie alte Freunde. Sie lachen über etwas, und ich weiß sofort, dass diese Frau hier nicht arbeiten kann. Sie ist eine zu große Ablenkung, zu charmant. Diese Mistkerle hier werden nie etwas fertig bekommen, wenn sie hier ist. Und mir ist Produktivität auf meiner Ranch sehr wichtig. Das Letzte, was ich brauche, ist noch ein Punkt, um den ich mir täglich Sorgen machen muss.

»Wie läuft’s, Sarge?« Nash, mein bester und längster Freund, klopft mir auf den Rücken und kommt wahrscheinlich gerade vom Frühstück aus dem Haupthaus, wo er mit meiner Mutter und meiner Schwester gegessen hat.

»Mhm …«, brumme ich.

»So gut?«, fragt er und lacht leise. »Denkst du nicht, du bist vielleicht ein bisschen zu streng mit ihr? Sechs Minuten zu spät? Im Ernst?«

»Vielleicht. Ihr Lebenslauf ist gut.« Mehr sage ich nicht, während ich beobachte, wie sie eine Dressurpeitsche von der Wand mit dem Zubehör nimmt und dann den Reitplatz betritt.

Nash und ich werfen uns einen Blick zu, dann gehe ich ihr schnell hinterher, als sie das Gatter aufmacht, um mich zu vergewissern, dass es sicher ist einzutreten.

»Darf ich es mal versuchen?«, fragt sie Dusty geradeheraus.

Dusty schaut sie mit fragendem Blick an. Dann legt sich ein breites Grinsen auf sein Gesicht.

»Bitte sehr. Er ist ein sturer Mistkerl, der mir keinerlei Dominanz erlaubt.«

Sie nickt und stellt sich vor das lebhafte Pferd in der Mitte des Platzes.

»Haben Sie je vom Parelli-Programm gehört?«, fragt sie Dusty und mich.

»Kann ich nicht behaupten«, sage ich und schaue zu, wie sie Dusty den Führstrick aus der Hand nimmt. Sie ist jetzt ein ganz anderer Mensch als vorhin in meinem Büro, als sie so aufgebracht war. Diese Frau hier ist ruhig und gefasst und scheint sich in der Gegenwart dieses nervösen Pferdes vollkommen wohlzufühlen. Sie nimmt sich einen Moment, um mit der Hand über seine Nase zu streicheln, und flüstert ihm etwas ins Ohr, das wir nicht hören können.

»Die Idee dabei ist, dass die Reitkunst durch Kommunikation, Verständnis und Psychologie erlangt werden kann. Nicht durch Funktion, Angst und Einschüchterung.«

Sie hält die Dressurpeitsche hoch und lässt die Schnur am Ende langsam über den Rücken des Pferdes gleiten, bevor sie sie wieder runtergleiten lässt. Das Pferd scheut, aber anstatt es festzuhalten, hebt Ivy einfach eine Hand und gibt dem Pferd dann mehr Freiraum.

»So machen wir das hier nicht«, sage ich zu ihr, als ich mich nach vorne über das Gatter beuge und sie beobachte. Und Ivy mit diesem Pferd zu beobachten, hat fast etwas Hypnotisierendes.

»Warum machen Sie es auf die altmodische Weise?«, will sie wissen.

Darauf habe ich nur die lahme Antwort: »Weil wir es schon immer so gemacht haben.«

Ivy bewegt sich weiter und legt die Schnur der Peitsche abwechselnd über den Rücken des Pferdes und schwingt sie in Kreisen wie ein Lasso über dem Boden. Jedes Mal, wenn das Pferd scheut, flüstert sie ihm etwas zu, dann geht sie wieder auf es zu und fährt mit der Schnur über sein Rückgrat. Und nach zehn Minuten dieser immer gleichen Abläufe schafft es das Fohlen, seinen Blick auf ihr zu lassen und sich ganze dreißig Sekunden lang ruhig mit ihr im Kreis zu bewegen, während sie es führt.

»Mir wurde beigebracht, dass man eine echte Partnerschaft mit seinem Pferd herstellen will. Dazu muss man sein Vertrauen gewinnen und ihm helfen, sich sicher zu fühlen. Und das können wir nicht mit den altmodischen, traditionellen Trainingsmethoden erreichen. Die Tiere suchen nach Sicherheit und Geborgenheit. Und wenn sie das bei uns nicht finden, werden sie uns nie vertrauen. Sie werden nie bereitwillige Partner werden.«

»Das klingt für mich wie irgend so ein neumodischer Hippie-Scheiß«, entgegne ich, ohne nachzudenken, und Nash stößt mir den Ellbogen in die Rippen. Das, was sie tut, funktioniert offensichtlich. Ich mag es nur nicht, unrecht zu haben oder die Kontrolle abzugeben. Und beides ist im Moment der Fall.

Ivy führt das Pferd noch ein paarmal um den Platz und macht mit ihrer Methode weiter. Als sie zufrieden und der Meinung ist, dass es genug hat, nimmt sie ihm den Führstrick ab und lässt ihn frei. Dann geht sie zu mir, drückt mir die Dressurpeitsche gegen die Brust, schaut mich aus ihren blauen Augen an und sagt: »Hey, Sie sind der Boss hier. Ich sage Ihnen nur, wie es für mich funktioniert hat, das ist alles. Genau wie beim Arbeiten mit Menschen muss man Respekt aufbauen und ihn nicht nur erwarten. Danke für die Gelegenheit. Ich würde gerne auf Ihrer Ranch aushelfen, solange Sam weg ist.« Sie drückt sich zwischen Nash und mir hindurch und wirft noch einen letzten Blick über ihre Schulter hinweg. »Das heißt, wenn Sie nicht vermuten, dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin.« Sie grinst, während sie das sagt.

Nash beugt sich zu mir und flüstert: »Verdammt, Sarge. Ich glaube, du hast gerade dein Match gefunden.«

Ich verschränke die Arme vor der Brust und schaue ihr hinterher. Mir ist nur allzu bewusst, dass sie nicht nur Ärger bringen wird, sondern dass sie sich gerade quasi selbst eingestellt hat, verdammt.

Kapitel 1

Wade

Oktober

»Mein Körper ist bereit, ehe es mein Verstand ist. Chase packt mich am Hinterkopf und vergräbt seine Faust in meinen Haaren, als er meinen Mund mit seinem verschlingt.«

»Mein Gott, machst du eigentlich auch irgendwann etwas anderes?« Ich stöhne auf, als ich versuche, die Lautstärke des fremden Autoradios in dem Truck, der nicht mir gehört, runterzudrehen.

»Ich will ihn auf seinen Knien. Ich will, dass er in meiner …«

»Brauchst du Hilfe, Chief?« Ivy kichert neben mir, als ich schließlich den richtigen Knopf erwische, um ihr Hörbuch abzustellen, damit uns die Erzählerin nicht den ganzen Rückweg zur Ranch mit ihrem Höhepunkt begleitet.

»Ich hab’s schon«, fahre ich sie an. Ich muss zwei samtige Haargummis den Schalthebel runterschieben, damit ich Ivys Silverado in den Rückwärtsgang bringen kann.

Es überrascht mich nicht, dass ich mich auch für so eine einfache Sache wie das Autofahren mit den verdammten Dingern rumschlagen muss. In den wenigen Wochen, die Ivy jetzt auf meiner Ranch arbeitet, hat sie mit Sicherheit schon in jeder Ecke einen davon liegen lassen. Gleich am ersten Tag hat sie einen auf meinem Schreibtisch vergessen und ihn dann hinterher gesucht. Da habe ich gelernt, dass ihre Haargummis einen speziellen Namen haben, wenn sie so weich und fluffig sind – Scrunchie. Und Ivy hortet die Dinger. Alle möglichen Farben und Muster, als könnte sie jeden Moment zweiunddreißig zusätzliche brauchen. Sie hat einen Turm davon auf ihrem Schreibtisch – in jeder Farbe des Regenbogens und noch mehr. Sieben Tage in der Woche bunt und fröhlich aussehend – genau wie sie.

Tatsächlich ist alles an dieser Frau feminin und strahlend wie die Sonne. Sogar ihr Truck, den ich heute Abend fahren muss. Am Rückspiegel hängt ein Wunderbaum, der nach Piña colada duftet, in den Flaschenhaltern befinden sich lauter Lippenstifte und Handcremes. Ein verdammter Schönheitssalon auf Rädern.

Ihre rot angemalten Lippen verziehen sich zu einem teuflischen Grinsen, als ich meine Missgunst über ihre Bücherwahl offen zur Schau stelle.

»Wenn du den Truck einer Frau fährst, musst du mit den Konsequenzen leben.« Ivy lacht. »Du weißt, dass ich meine Bücher liebe.« Ihre großen, mandelförmigen Augen blitzen frech auf, als sie meinen Blazer fest über ihr rotes Abendkleid zieht. Ich habe ihn an sie verloren, als sie gesagt hat, ihr sei kalt, und Coles schleimiger Polizistenfreund ihr gerade seine Jacke anbieten wollte. Ich fahre sie nach Hause. Da ist es nur vernünftig, wenn sie meine Jacke anzieht.

»Nur ein anderer Weg für mich, dir auf die Nerven zu gehen, Boss … weißt du nicht, dass ich das absichtlich mache?« Sie kichert, als ich nur den Kopf schüttle.

Ich bezweifle nicht, dass sie es mit Absicht macht. Seit dem Tag, an dem ich sie kennengelernt habe, treibt sie mich in den Wahnsinn und stellt mein ›Immer alles unter Kontrolle, immer einen Plan haben‹-Motto auf die Probe. Aber sie war die beste Wahl als unsere vorübergehende Pferdetrainerin. Ich muss zugeben, sie hat mich bei ihrem Bewerbungsgespräch beeindruckt, und ihr Mentor von der amerikanischen Vereinigung für Quarter Horses und Vollblüter konnte gar nicht mehr aufhören, von ihr zu schwärmen, als ich ihn angerufen und um Referenzen gebeten habe.

Nachdem ich die letzten paar Wochen jeden Tag mit ihr gearbeitet habe, weiß ich, was er gemeint hat. Ivy ist brillant und hat ein Talent dazu, die Pferde zu beruhigen und eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Das habe ich noch nie zuvor gesehen. Sie verliert nie die Geduld bei einem – von unseren temperamentvollsten Hengstfohlen bis hin zu unseren lahmarschigsten Rössern.

Aber sie geht mir wirklich unter die Haut, verdammt. Es ist nicht ihre Schuld, es ist meine. Es fällt mir nämlich schwer zu ignorieren, wie atemberaubend sie ist. Und je besser ich sie kennenlerne, desto klarer wird mir, dass sie sich ihres Aussehens und ihres bezaubernden Charmes überhaupt nicht bewusst ist. Was bedeutet, dass sie sich nichts dabei denkt, wenn jeder Mitarbeiter auf der Farm sich ein Bein ausreißt, um früh aufzustehen und ihr am Morgen einen Kaffee zu bringen. Oder wenn sie ihr anbieten, ein paar ihrer Aufgaben zu übernehmen. Diese Mistkerle sind noch keinen Tag in ihrem Leben zu früh bei der Arbeit erschienen, und plötzlich sind sie in den Ställen, bevor der Hahn kräht, und freuen sich auch noch darüber?

Ivy ist begeistert davon, wie »nett« doch alle sind, wie sie mir bei vielen Anlässen erzählt hat. Das bringt mich zu der Überzeugung, dass sie trotz ihrer offenkundigen Erfahrung ein bisschen naiv ist, was das andere Geschlecht betrifft.

Deshalb habe ich sie ständig im Auge, muss mich aber auch immer zusammenreißen, damit ich nicht dabei erwischt werde, wie ich sie zu sehr anstarre. Ich habe mich unter Kontrolle, aber es sind erst ein paar Wochen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass mich diese Anstrengung schon um zehn Jahre hat altern lassen.

Ich winke meinem jüngeren Bruder Cole zum Abschied durch das Fenster zu, als ich vom Parkplatz des Pubs unserer Stadt fahre. Er steht im Türrahmen des Horse and Barrel und grinst mich wie ein Idiot an, weil ich Ivys Truck fahre.

Ich bin nur ihr Chauffeur, weil meine Schwester CeCe und ihre Mädels-Crew Ivy heute Abend als eine von ihnen adoptiert haben. Sie haben sie eingeladen, CeCes Verlobung im Stil der »Not Angels« zu feiern. Was auf den Punkt gebracht bedeutet, viel zu viel zu trinken und den ganzen Abend auf der Tanzfläche des Horse and Barrel zu feiern. Also fahre ich jetzt hier einen Truck, der einen Aufkleber hinten drauf hat, auf dem steht »Cowgirls Just Wanna Have Fun«.

Ich sehe ihr schadenfrohes Grinsen und nehme an, sie denkt, dass ihr versautes Buch mich in Verlegenheit gebracht hat.

»Es tut mir leid, wenn du rot werden musstest wegen meines Liebesromans«, sagt sie, als sie ihre Haare aufmacht und nicht im Geringsten so aussieht, als täte es ihr wirklich leid. Ich sehe im Augenwinkel, wie ihr Haar über ihre Schultern fällt.

»Es braucht schon ein bisschen mehr als so einen kleinen Porno, um mich zum Erröten zu bringen«, entgegne ich.

Bei meinen Worten verzieht Ivy beleidigt das Gesicht.

»Es ist ein heißer Liebesroman, kein Porno. Und es wurde gerade gut, als ich bei der Bar angekommen bin. Ich habe mich schon darauf gefreut, es auf dem Heimweg weiterzuhören. Ich konnte ja nicht ahnen, dass du mich fahren würdest.« Sie kichert und klingt immer noch überhaupt nicht beschämt.

Mir ist nicht entgangen, dass sie ihre Bücher nicht nur bei jeder Gelegenheit liest, sie fährt auch durch die Stadt und hört sie in voller Lautstärke an, ohne dass es ihr peinlich ist. Ich finde es gut, wenn Frauen sich wohl in ihrer Haut fühlen und Sex und alles, was dazu gehört, genießen. Aber weil ich selbst mein größter Feind bin, schnaube ich bei dem Wort, das sie benutzt hat – Liebe –, laut genug, dass sie mir einen Schlag auf die Schulter gibt.

Sie lacht – das freche Lachen, das von zu vielen »Nash und CeCe sind verlobt, also lasst uns feiern«-Shots kommt. »Na ja, wir können nicht alle so griesgrämig und prüde sein. Also entschuldige bitte, dass ich eine gute Liebesgeschichte genießen kann.«

Ich werde jetzt einfach den Mund halten. Ich bin so weit von prüde entfernt, wie es nur geht. Ich bin sogar ein Verfechter dessen, dass es beim Sex keine Grenzen geben sollte. Sich in dem einen Bereich des Lebens zurückzuhalten, in dem man sich fallen lassen kann, wäre eine Verschwendung.

Also … griesgrämig? Sicher. Prüde? Auf keinen Fall.

»O nein, das wirst du nicht tun. Denk nicht einmal daran, nichts mehr zu sagen. Ich würde gern wissen, warum du die ganze Zeit so schnaubst, wenn ich etwas sage. Hast du etwas zu meiner literarischen Wahl zu sagen?«, sagt Ivy herausfordernd und fügt dann hinzu: »Hat es dir die Sprache verschlagen?«

Ich reibe mir mit der freien Hand über das Gesicht. Ich habe mich immer noch nicht ganz an diese kleine, freche Göre gewöhnt – und an die Art, wie sie mir unter die Haut geht.

»Komm schon, spuck’s aus«, sagte sie und wackelt mit den Augenbrauen. Ich drehe mich nur kurz zu ihr um, während ich fahre.

»Die Handlung dieses Buches hat nichts mit Liebe oder Romantik zu tun«, sage ich trocken und deute auf das Armaturenbrett.

»Doch, hat es«, sagt Ivy trotzig und tut schockiert, bevor sie fortfährt. »Ich meine, beide scheinen sie auf ihre eigene Art und Weise zu lieben.«

Beide? Gott im Himmel.

»Okay, ich mache mit. Dann lass uns doch damit beginnen. Wie heißt es?«, frage ich, als wir am Ortsschild von Laurel Creek vorbeifahren und von der dunklen Landschaft verschluckt werden.

»Wie es heißt?« Sie wiederholt meine Frage und beißt sich auf die Unterlippe.

»Ja, wie heißt sie. Diese heiße Liebesgeschichte, die du so verteidigst. Wie lautet der Titel?« Ich schaue sie an und zähle die Sekunden, in denen sie schweigt. »Was ist denn los?«, frage ich. »Hat dir der schlüpfrige Buchtitel die Sprache verschlagen?«

Ivy verzieht das Gesicht. »Nein … es ist nur … das ist keine faire Frage, weil der Titel nicht gerade romantisch klingt.«

Jetzt habe ich sie.

Sie blickt auf ihre Fingernägel hinab, obwohl sie sie im Dunkeln nicht sehen kann, und tut so, als benötigten die unbedingt ihre Aufmerksamkeit.

»Wie lautet der Titel, Trouble?«, wiederhole ich.

Ivy seufzt und starrt aus dem Fenster. »Schmutzige Herrscher der Sünde«, flüstert sie kaum hörbar.

Ich nicke. »Mein Fehler. Klingt ziemlich romantisch.«

Ivy schnaubt auf, verliert aber kein Wort mehr über das Thema und schaut nur noch aus dem Fenster.

Beweisführung abgeschlossen.

Ich belasse es dabei und schalte das Radio an. Colter Wall schmachtet uns zu, als wir nach Hause fahren. Ich genieße die Ruhe. Aber sie dauert nur drei Minuten, weil diese Frau die ganze Zeit fröhlich drauflos plappern muss.

»Was für eine schöne Party für so ein nettes Paar. Ich weiß, ich bin noch nicht lange hier, aber ich mag deine Familie wirklich. Sie sind alle so nett.«

»Ja, sie sind alle einfach prima«, sage ich und klinge verbitterter, als ich es beabsichtigt hatte. Dann füge ich hinzu: »Ich hätte nie gedacht, dass ich erleben werde, wie Nash sesshaft wird.«

Mein bester Freund seit zwanzig Jahren und bald mein Schwager – ganz offiziell. Die Behauptung, es war eine Überraschung, als ich herausgefunden habe, dass er sich den ganzen Sommer heimlich mit CeCe getroffen hat, ist untertrieben. Aber nachdem ich die Chance hatte, mich zu beruhigen und seine Absichten erkannte, wusste ich, dass die beiden perfekt zusammenpassen. Und obwohl ihre ständige Rumknutscherei und ihr Händchenhalten in mir das Bedürfnis hervorrufen, mein letztes Essen wieder hoch zu würgen, bin ich froh, dass Nash und meine kleine Schwester glücklich miteinander sind. Und vielleicht brechen sie ja tatsächlich den Ashby-Fluch, der immer auf uns dreien lag, wenn es um Beziehungen ging.

»Ich habe nur eine Frage, und unterbrich mich, wenn es zu persönlich ist«, sagt Ivy.

O verdammt.

»Persönlich ist nichts für mich«, presse ich hervor.

»Was du nicht sagst.« Ihre Stimme trieft nur so vor Sarkasmus. »Ich verspreche, es wird nicht wehtun. Ich bin nur neugierig.« Sie deutet mein Schweigen als Zustimmung. »Ich verstehe es nur nicht. Was ist die wahre Geschichte hinter deiner Familie?«

Ich blinzle sie an und verstehe nicht, was sie meint.

»Es sind alles so nette und herzliche Menschen. Und sie scheinen glücklich zu sein. Also bist du adoptiert oder in einem anderen Haushalt aufgewachsen oder so? Der lange verloren geglaubte Bruder, der immer noch einen Groll hegt?«

Ich drehe mich zu ihr um. Ivys blaue Augen funkeln Ärger verkündend, weshalb ich ihr den Spitznamen Trouble gegeben habe, und ich runzle die Stirn, als sie viel zu lange über ihren nur halb lustigen Witz lacht.

»Weißt du … kannst du auch anders schauen als stirnrunzelnd?«, fragt sie, als wir die Einfahrt zu Silver Pines – der Ranch und dem Trainingszentrum meiner Familie – reinfahren. Mein Zuhause. Meine Verantwortung.

Ich fahre an meiner Hütte vorbei und die alte Schotterstraße zu ihrer Unterkunft entlang. Ivy hat die Hütte Blue Eyes genommen, unsere fünfte Hütte, wo sie während ihrer Zeit hier wohnt. Sie liegt meiner am nächsten. Sie hätte sich jede der leeren Hütten aussuchen können, aber sie hat sich aus zwei Gründen für Blue Eyes entschieden, wie sie verkündete. Erstens, weil ihre Augen blau sind, was meiner Meinung nach eine Untertreibung ist. Sie sind so blau, dass sie an manchen Tagen fast lila erscheinen, die Farbe eines wolkenlosen Winterhimmels … oder was auch immer.

Und ihr zweiter Grund war, dass Blue Eyes an die Wälder im Norden grenzt, und sie sagte, sie mag ihre Privatsphäre.

Wahrscheinlich, damit sie in Ruhe draußen sitzen und ihre schlüpfrigen Bücher lesen kann.

»Home Sweet Home«, trällert sie, als sie sich zu mir umdreht. »Danke fürs Heimfahren, Captain Frohnatur. Es war ein lustiger Abend – außer den letzten fünfzehn Minuten natürlich.«

Die einzige Antwort, die sie von mir bekommt, ist ein Schnauben, als ich aus dem Truck steige und auf ihre Seite gehe. Ivy zieht meinen Blazer aus und gibt ihn mir, als sie ebenfalls aussteigt.

»Mir ist nicht mehr kalt, danke«, sagte sie, als ich ihn nehme und ihr stattdessen die Autoschlüssel in die Hand lege. Unser Größenunterschied ist noch deutlicher, wenn wir so nah voreinander stehen. Selbst in diesen hohen Schuhen reicht sie mir kaum bis zur Schulter. Ich warte darauf, dass sie ins Haus geht, aber stattdessen murmelt sie etwas wie »Ich warte keine Sekunde länger« und zieht sich einen ihrer schwarzen High Heels aus.

»Mmh … verdammt, fühlt sich das gut an.« Sie gibt ein kehliges Stöhnen von sich, woraufhin ich schlucken muss. »Darauf habe ich schon den ganzen Abend gewartet.« Sie lacht unschuldig, als sie sich auch den zweiten Schuh auszieht, und wird noch ein paar Zentimeter kleiner. Dann grinst sie zu mir hoch.

Ich schaue weg, um die Geräusche aus dem Kopf zu kriegen, die sie macht, während sie murmelt, wie gut sich das Gras unter ihren nackten Füßen anfühlt. Und etwas davon, dass sie sich mit der Erde verbindet, während ich auf ihre Eingangstür deute. Sie folgt meinem Finger mit ihrem Blick, dann schaut sie wieder mich an und macht ein Gesicht, als wolle sie fragen: Dein Ernst?

»Ich glaube, ich schaffe es allein rein, Boss. Du kannst nach Hause gehen. Und außerdem kannst du meine Veranda von deiner aus sehen.« Sie deutet auf meine Hütte, die nur sechzig Meter entfernt liegt.

Ich schüttle den Kopf. »Ich gehe nach Hause, wenn du drinnen bist.«

Sie legt ihren Kopf in den Nacken und lacht, als sie die Stufen hochgeht. »Okay, ich tue dir den Gefallen«, ruft mir Ivy über ihre Schulter hinweg zu. »Aber nur, weil ich ein paar Drinks zu viel hatte. Aber ich bin schon ein großes Mädchen, ich kann selbst auf mich aufpassen.« Sie klopft auf ihre Handtasche und zwinkert mir zu. »Bärenspray.«

Natürlich hat sie Bärenspray in ihrer Handtasche. Aber diese kleine Kröte bräuchte es wahrscheinlich gar nicht. Wahrscheinlich würde Ivy zu dem Bären eine Verbindung aufbauen und ihn von ihrer Hintertür aus füttern.

»Gute Nacht, Chief. Wir sehen uns morgen«, trällert sie. Dann schließt sie die Tür hinter sich, und ich stehe da und kann nur noch den Kopf schütteln über diesen Wirbelwind namens Ivy Spencer.

Ich werfe die Jacke über meinen Unterarm und gehe den kurzen Weg zu meiner eigenen Hütte, Bluegrass.

Meine Hütte ist neben dem Haupthaus die größte auf dem Grundstück. Es ist die Chef-Hütte, die einzige mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern, und ich habe sie endlich so hergerichtet, wie sie mir gefällt, nachdem ich nach meiner Trennung zurückgekommen bin. Den Großteil der Küchenrenovierung habe ich selbst übernommen – mit Coles Hilfe.

Ich gehe durch die Tür und schalte das Licht ein. Dann hole ich tief Luft. Das hier ist mein Zuhause. Dunkle Hüttenwände und alte Holzböden umrahmen die offene Fläche. Es riecht immer noch leicht nach Leder und Tabak von den vorherigen Bewohnern über die Jahre hinweg. Die kleine Küche vor mir ist mit Walnussholzschränken und Edelstahlgeräten ausgestattet.

Links befindet sich das geräumige Wohnzimmer mit einem bis unter die Decke reichenden Kamin aus Ziegelsteinen und Fenstern, durch die man das Haupthaus und die Ställe in der Ferne sehen kann. Es ist der perfekte Ort, um abends mit einem Glas Whiskey dazusitzen und meine Lieblingsplatte zu hören. Es ist auch der einzige Ort, an dem ich mir keine Gedanken darüber machen muss, wie ich alle führen soll, über die Ranch, über meine Mom, die älter wird und allein in die Fußstapfen meines Vaters tritt, über Janelle, über die Zukunft.

Das ist mein Ort, an dem ich einfach nur Wade sein kann. Wer auch immer das mittlerweile ist. Ich habe keine Zeit, über mich nachzudenken, wenn ich eine ganze Ranch führen muss und mir der Druck des Derbys nächstes Jahr im Nacken sitzt. Ich lockere meine Krawatte und ziehe meine verdammt unbequemen Anzugschuhe aus. Dann gehe ich gedanklich den morgigen Arbeitstag durch, als ich etwas Weiches an meinem Fuß spüre, während ich das Jackett aufhänge.

Ich bücke mich, um es aufzuheben und genauer zu betrachten. Ivy hatte meine Jacke gerade einmal zwanzig Minuten an, verdammt. Ich halte mir den weichen Stoff unter die Nase und atme Ivys süßen, zuckerartigen Geruch ein. Verdammt, riecht das gut. Ich lege den schwarzen Scrunchie in den Korb auf meinem Kühlschrank, bevor ich duschen gehe.

Wer ihn findet, darf ihn behalten.

Kapitel 2

Wade

NASHMorgen, Jungs. @Sergeant, danke, dass du Ivy gestern Abend nach Hause gefahren hast. Ich habe mich vergewissert, dass dein Truck abgeschlossen war, als ich gegangen bin, und kann dich nachher abholen, damit du ihn holen kannst.

NASHHat es ihr Spaß gemacht? Rae hört überhaupt nicht mehr auf, von ihr zu reden.

Sie hatte zu viel Spaß, weil diese Familie anscheinend nie eine professionelle Grenze einhalten kann.

COLE@Nash Beachte ihn gar nicht. Er ist nur sauer, weil er neben ihr sitzen und so tun musste, als würde er nicht bemerken, wie sie in diesem roten Kleid ausgesehen hat.

Sie ist meine Angestellte.

NASHDeine Angestellte? Das habe ich auch schon mal gesagt. Aber wenn man denkt, dass man es nicht tun sollte, will man sie nur noch umso mehr anschauen, richtig?

COLEVerdammt. Wir haben schon zu oft darüber geredet. Das muss aufhören.

NASHTut mir leid, ihr zwei seid meine einzigen Freunde.

NASHIch habe gar nicht gesehen, wie ihr gegangen seid. Ich bin aus dem Büro zurückgekommen, und ihr wart weg.

Wir haben euch gesucht, aber CeCe und du wart verschwunden, und wir wollten gar nicht wissen, warum.

COLENoch mal, das ist nicht das Bild, das ich zu meinem Kaffee am Morgen brauche, mein Gott.

NASHIch verweigere die Aussage. Und Jungs, danke, dass ihr da wart. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich verlobt bin, verdammt.

COLELOL. Das Beste ist, er hat keine Ahnung.

Nein, nicht die geringste.

NASHWovon redet ihr?

COLEMach dich auf was gefasst.

NASHAuf was gefasst machen? Ein Leben voller Glück?

Ich muss grinsen und weiß genau, worauf Cole hinaus will.

CeCe plant eine Hochzeit. Stell dir vor, wie sie im Büro ist und multipliziere es mit einer Million.

NASHDu übertreibst. Es wird schon gut gehen. Hochzeiten sollen Spaß machen.

COLEErzähler: Genau in diesem Moment wurde ihm klar, dass er im Arsch war.

NASHVerdammt, ich bin im Arsch.

Schönen Tag noch, Kumpel.

Ich stecke mein Handy in die Tasche und schaue aus dem Fenster. Die Sonne kommt gerade hinter dem Gipfel des Sugarland Mountain hervor, als ich den Deckel auf meinen Kaffeebecher drehe und mich auf den Weg von der Bluegrass zu den Hauptställen mache. Normalerweise würde ich fahren, aber da mein Truck immer noch auf dem Parkplatz des Horse and Barrel steht, muss ich mich heute Morgen auf meine Beine und mein Herz verlassen. Und ich freue mich auf den kurzen Spaziergang, der mir helfen wird, einen klaren Kopf zu bekommen.

Meine Gedanken wandern zu meinem Vater, wie so oft. Er ist jetzt gerade einmal zehn Monate tot, und manchmal fühlt es sich an wie eine Ewigkeit, manchmal kommt es mir so vor, als wäre es gestern gewesen. Aber wahrscheinlich ist das einfach so mit der Trauer. Alles, was ich auf dieser Ranch mache, entspringt meiner Hoffnung, dass er genauso gehandelt hätte. Wir haben diesen Sommer endlich Gewinn gemacht, unsere Ställe sind voll, wir geben Stunden und bieten endlich wieder Trainingseinheiten an.

Letztes Jahr war für uns nicht gut gewesen. Er war so krank, ich hatte mit meiner Trennung von Janelle zu tun, und wir haben vieles einfach ein bisschen vernachlässigt. Jetzt habe ich das Gefühl, ich kann mich wieder konzentrieren und voll mitarbeiten. Und ich denke ernsthaft darüber nach, das zu tun, was meine Mom und meine Geschwister sich wünschen. Ivys Zeit hier dazu zu nutzen, ein einjähriges Pferd auszusuchen und mit dem Training für die Qualifikation des Derbys im nächsten Jahr zu beginnen. Der ganze Prozess und der Weg zu einem Derby wird über eineinhalb Jahre dauern, und selbst dann ist nicht sicher, ob wir es schaffen. Das Kentucky Derby ist nicht das finanziell Lukrativste, aber es ist das bedeutendste, und in die Fußstapfen meines Dads zu treten, indem ich mit einem unserer Vollblüter einen Preis gewinne, scheint unausweichlich.

Wir haben endlich die Zeit und die Ressourcen dafür, aber wir müssen unser Wettkampfpferd bald finden, damit wir sofort mit dem Training beginnen können. Dafür werde ich alles benötigen, was ich kriegen kann. All die Hilfe, die Ivy mir bieten kann, und ein kleines Vermögen, es zu verwirklichen. Aber mit unserer finanziellen Situation, die jetzt dank Nashs Hilfe besser aussieht, und mit einem allgemein guten Jahr denke ich, dass es möglich ist. Ich könnte Ivy unter meine Fittiche nehmen und ihr die Trainingserfahrung und etwas Abstand von meinen verzweifelten, kleinen Mitarbeitern bieten, die nicht aufhören können, sie anzustarren.

»Guten Morgen, Boss.« Ivy lächelt mich an, als ich durch die Scheune gehe. Sie sieht frisch und bereit für den Tag aus. Ihr rabenschwarzes Haar hat sie zu einem lockeren Dutt nach oben gebunden, weiche kurze Löckchen umrahmen ihr ungeschminktes Gesicht. Sie trägt eine ihrer vielen Levi’s-Jeans, die sich wie eine zweite Haut an ihre üppigen Kurven schmiegt, und ein weißes, perfekt sitzendes und tief ausgeschnittenes Eric Church-Tour-T-Shirt, das ihre vollen Brüste zur Geltung bringt.

Ja, ich weiß, sie ist meine Angestellte, aber ich bin auch nur ein Mann. Und ein Mann müsste tot sein, um Ivy nicht zu bemerken.

»Dir scheint es nicht allzu schlecht zu gehen nach den ganzen Margaritas«, stelle ich fest.

»Ich habe ihr einen Kaffee aus dem Haus mitgebracht«, mischt sich Haden, einer meiner Vorarbeiter, von einer Box aus ein. Natürlich hat er das getan, und natürlich ist er schon hier, um ihr zu helfen, obwohl er eigentlich ein kleines Team beim Ausmisten der Boxen leiten sollte. Was für eine Hingabe.

»Ich habe gehört, sie hat ihn nach gestern Abend gebraucht.« Er grinst.

Ivy schenkt ihm ihr strahlendes Lächeln, und ich knirsche mit den Zähnen. Er ist der Letzte, der Ivy irgendetwas bringen soll.

»Deine Familie weiß auf jeden Fall, wie man feiert«, sagt sie, als sie die Box schließt, in der sie gerade gearbeitet hat.

»Mhm«, brumme ich.

»Ach, und ich habe die Registrierungsinfo für Nashville ausgedruckt und auf deinen Schreibtisch gelegt, falls es dich interessiert. Es ist am siebenundzwanzigsten. Hast du schon weiter darüber nachgedacht?«, fragt sie.

Richtig, der jährliche Zuchtverkauf in Nashville. Unsere beste Chance, einen Einjährigen zu kaufen.

»Ich habe darüber nachgedacht«, sage ich und reibe mir das Kinn. »Wir brauchen einen Jockey und jede Menge Zeit, um nächsten Winter und Frühling zu trainieren. Außerdem bliebe hier viel Arbeit liegen.«

Ivy nickt und ist meine Unentschlossenheit bei diesem Thema schon gewohnt. Wir bewegen uns vor und zurück, seit sie offiziell bei uns angefangen hat. Und davor auch schon.

»Ich kann Ivy bei allem, was du willst, helfen, Boss«, mischt sich Haden wieder ein und schaut abwechselnd mich und Ivy an. »Ich kann sie zu jedem Training mit dem Einjährigen begleiten, hier mehr Aufgaben übernehmen … alles, was nötig ist. Ich könnte auch mit Ivy nach Nashville fahren, wenn du zu beschäftigt bist und ihr Feedback willst?«

Ivy wirft ihm einen hoffnungsvollen Blick zu, dann schaut sie mich an. »Das wäre eine Lösung, falls du dir Sorgen deswegen machst«, sagt sie.

Einen Scheißdreck. Haden schaut Ivy an wie einen Nachtisch, seit sie einen Fuß auf diese Ranch gesetzt hat, und obwohl er ein guter Cowboy ist – vielleicht der beste, den ich habe –, ist er auch ein absoluter Aufreißer. Er hat mit mehr Frauen in Laurel Creek geschlafen als Cole. Und aus diesem Grund kommt es überhaupt nicht infrage, dass er jede Menge Zeit mit Ivy allein verbringt.

Ich räuspere mich und treffe eine impulsive Entscheidung.

»Nein, ich habe mich bereits entschieden. Haden, ich brauche dich hier, damit du uns mehr Verantwortung abnimmst. Du musst für mich einspringen, wenn es nötig ist. Du musst meine Augen und meine Ohren hier auf der Ranch sein, wenn wir weg sind.«

Was tue ich gerade?

Ich ziehe meinen Cowboyhut runter und fahre mir mit der Hand durch die Haare, als mich beide erwartungsvoll anstarren.

»Ich habe schon ein Hotel in Nashville für uns gebucht«, lüge ich. »Wir werden hinfahren und sehen, wie es weitergeht.«

»Wir?«, fragt Ivy und zieht erwartungsvoll die Augenbrauen hoch. Ich blicke auf sie hinab und nicke.

»Ja, du bist im Moment und für die absehbare Zukunft unsere Trainerin, also wirst du mitkommen und deine Meinung äußern«, sage ich lahm.

Ivy quietscht auf und wirft sich in meine Arme. Ich bin total überrascht, als sie sich an mich drückt und ihre Arme um meine Hüften schlingt.

»Verdammt, ja, Chief. Ich werde dich nicht enttäuschen. Ich werde dieses Pferd für dich trainieren, damit es im Frühling schneller ist als der Wind«, brüllt sie mir aufgeregt ins Ohr. Ihre Stimme ist so weich und heiser. Eine Stimme, die ich überall wiedererkennen würde, und bei der sich meine Nackenhärchen aufstellen. Vor allem, wenn sie mir so nahe ist und ich weiß, dass sie nicht versucht, sexy zu klingen. So klingt sie einfach. Ihre Hände auf meinem Rücken, ihr weicher, warmer Körper an meinen gedrückt, gepaart mit dieser Stimme – das ist genau der Moment, in dem mein Schwanz beschließt zu erwachen und sich die Sache genauer anzusehen.

Beruhige dich, Kumpel, das ist nichts für dich.

Ich löse ihre Hände von mir und trete einen Schritt zurück. »Okay. Wir haben eine Menge zu besprechen. Ich bin im Büro, wenn du hier fertig bist. Komm dann zu mir, und wir fangen mit den Planungen an.«

Sie nickt, und der Blick in ihrem Gesicht sagt mir, dass sie sich dafür entschuldigt, mich umarmt zu haben. »Klingt gut«, sagt sie und wird wieder professionell.

Haden lacht leise in seiner Box, und plötzlich habe ich das dringende Bedürfnis, ihm links und rechts eine runterzuhauen, als ich ins Büro gehe.

Es ist Zeit, nach Hotelzimmern zu suchen, verdammt.

Kapitel 3

Ivy

Ich habe Menschen noch nie besonders vertraut. Nicht, dass ich Menschen nicht mag, im Gegenteil. Ich finde es einfach leichter, den meisten nicht zu nahe zu kommen, sie auf Abstand zu halten. Lieber lasse ich mich auf Tiere ein, vor allem auf die Pferde, mit denen ich arbeite. Menschen sind launisch und lassen einen fast immer im Stich oder hauen ab, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Besonders Männer. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Männer leicht zu durchschauen. Die, die ich über die Jahre hinweg kennengelernt oder mit denen ich gearbeitet habe, haben entweder Angst vor mir oder sie versuchen, mich ins Bett zu kriegen oder mich zu verarschen. Die meisten Männer nehmen mich nicht ernst, und sie denken immer, sie wissen alles besser als ich. Die Welt des Pferdesports ist voll von diesen Typen, also bin ich es gewohnt, einen Mann schnell zu deuten und zu wissen, woran ich bei ihm bin.

Bis ich Wade Ashby kennengelernt habe. Wade hat definitiv keine Angst vor mir, und er schaut mich auch nicht so an, als versuche er, mich ins Bett zu kriegen. Wade Ashby ist vielleicht der einzige Mann, den ich kennengelernt habe, der immer grimmig schaut. Aber seltsamerweise fällt es mir trotzdem leichter, mit ihm zusammenzuarbeiten als mit jedem anderen Mann, den ich kenne, denn Wade ist vollkommen anders.

Stark, professionell, verdammt klug, respektvoll und die ganze Zeit so kontrolliert, dass ich mich frage, ob er auch nur für eine Minute diese Kontrolle verlieren könnte. Beim ersten Blick kam er mir bescheiden und irgendwie mysteriös vor – wie ein sexy Henry Cavill, wenn dieser zwei Meter groß wäre, einen Rancher spielen und die ganze Zeit grimmig schauen würde.

Dann hat er den Mund aufgemacht, und ich habe ziemlich schnell gelernt, dass Wade Ashby nicht der Typ ist, den man »besser kennenlernt«. Seit ich hier angekommen bin, hatte ich Mühe, mit seinen zwei Stimmungen umzugehen – grimmig und verdammt schlecht gelaunt. Wie gerunzelt seine Stirn über diesen tiefgrünen Augen ist, die mir mitten in die Seele blicken, wenn er mich anschaut, verrät mir jeden Morgen, worauf ich mich einstellen kann. Eins ist klar, in seinem Blick liegt fast immer Ablehnung, denn Wade ist sehr festgefahren in seinen Methoden und erinnert mich bei jeder Gelegenheit daran, dass meine modernere Art des Trainings nicht sein Stil ist.

Da ich mir vor Kurzem das Versprechen gegeben habe, mich von niemandem mehr verarschen oder auf meinen Gefühlen herumtrampeln zu lassen, erwidere ich seine Einstellung die meiste Zeit – was er seltsamerweise zu schätzen scheint. An den meisten Tagen ist Wades Laune sehr vorhersehbar. Aber heute? Heute hat er mich wirklich überrascht.

Ich weiß nicht, warum sich Wade jetzt entschlossen hat, ein neues Rennpferd für Silver Pines zu suchen, aber das ist mir auch egal. Ich bin dabei. Neunundzwanzig Jahre alt und ein potenzielles Derbypferd trainieren? Ja, verdammt. Das ist meilenweit entfernt vom Winding Eagles Trailerpark, den ich in Jellico hinter mir gelassen habe. Und das ist meine Chance, mir einen Namen als Pferdetrainerin zu machen.

Ich habe seit dem Tag meiner Einstellung gehofft, dass mein Boss irgendwo hinter dieser mürrischen Fassade einen Sinn für Abenteuer hat, aber ich war mir nicht sicher. Bis jetzt natürlich. Denn jetzt will er mit mir in zwei Wochen ein Pferd kaufen. Ich bin so aufgeregt, dass ich es von den Dächern schreien könnte.

Ich arbeite weiter mit meinem neuesten Pferdefreund, Nutmeg. Langsam dringe ich zu ihm durch. Diesen Hengst habe ich an meinem ersten Tag hier kennengelernt. Er hat es schon weit gebracht und ist das Lieblingsreitpferd von Wades siebenjähriger Nichte Mabel. Was verständlich ist.

Mein Vater war Tierarzt und hat immer gesagt, dass Pferde – eigentlich alle Tiere – einen Seelenverwandten haben. Und bis jetzt scheint Nutmeg Mabel sehr ähnlich zu sein – ungestüm und mit dem Bedürfnis nach viel Spielzeit. Ich lasse ihn ausreiten, als mein Handy in der Hosentasche vibriert. Ein paar Minuten lang ignoriere ich es und konzentriere mich weiter auf die Arbeit, dann lasse ich Nutmeg auf die Koppel und nehme mein Handy raus.

CECEVielen Dank, dass du gestern Abend für uns Gitarre gespielt hast. Ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht.

Habe ich schon erwähnt, dass ich mich – abgesehen von meinem mürrischen Boss – total in seine Familie verliebt habe? Sie haben mich hier so willkommen geheißen, also habe ich natürlich Ja gesagt, als Nash mich gestern Abend auf der Verlobungsfeier gefragt hat, ob ich CeCes Lieblingslied von Shania Twain spielen kann. Sie sind alle supernett zu mir – abgesehen von Wade –, aber das nehme ich nicht persönlich, weil er uns alle so anschaut, als würde es ihm fürchterlich stinken, dass er nicht alles auf der Ranch allein machen kann.

Es war mir ein Vergnügen. Ich hatte viel Spaß. Die Not Angels wissen, wie man feiert.

CECEO ja, das wissen wir.

Aber ich bin mir nicht sicher, wie viel Spaß dein Bruder hatte. Er schien nicht so begeistert davon gewesen zu sein, mich nach Hause zu fahren.

CECEEr ist nie begeistert. Ich sage den Leuten immer, das ist Teil seines Charmes.

Was du nicht sagst. Er scheint nicht einmal davon begeistert zu sein, bei einem Derbyrennen mitzumachen, was ich total aufregend finde. Für mich ist das ein Grund zum Feiern. Weiß er überhaupt, wie man feiert?

CECEEr hat beschlossen, bei einem Derby mitzumachen? Bist du sicher?

Scheiße. Ich tippe, dann breche ich ab. Dann tippe ich wieder.

Na ja, wir werden ein Pferd kaufen, also denke ich schon? Hat er dir das nicht erzählt?

CECEDas muss mir entgangen sein. 😉

Ich glaube, ich habe mich gerade verplappert. Also tu überrascht, wenn er es dir erzählt, okay?

CECEDein Geheimnis ist bei mir sicher. Was auch immer der Grund dafür ist, ich bin froh, dass er sich dazu entschieden hat. Wir werden euch anfeuern und helfen, wo wir können.

Danke, dass du nichts sagst. Und für deine Unterstützung.

CECEKlar. Wir Mädels müssen doch zusammenhalten.

Zum zweiten Mal heute überrascht Wade mich. Warum hat er seiner Familie noch gar nichts davon erzählt, wenn er sogar schon Hotelzimmer für uns gebucht hat?

Mein Handy vibriert erneut, aber dieses Mal ist es nicht Wades Schwester. Es ist die Schwester von meinem Ex.

CHELSEATut mir leid, wenn ich störe, aber Brad gibt einfach keine Ruhe. Er fragt ständig nach dir. Ich hasse es, zwischen euch zu stehen, und ich vermisse dich. Ich hoffe, es geht dir gut.

Ich seufze und stecke mein Handy zurück in die Tasche. Nicht heute, Satan.

Es ist jetzt drei Monate her, seit ich die Bellingham Ranch und den Teufel höchstpersönlich – alias Brad – verlassen habe. Ich habe seiner Schwester Chelsea und seiner Mutter normalerweise immer geantwortet. Eine Zeit lang hat es sich für mich wie Familie angefühlt. Ich versuche, nicht sauer auf sie zu sein. Ich weiß, wie überzeugend Brad sein kann, wenn er etwas will.

Aber jetzt ignoriere ich sie meistens, wenn sie versuchen, mich zu kontaktieren. Ich brauche dringend ein neues Handy und eine neue Nummer. Mein Handy ist uralt, aber mehr kann ich mir bei den finanziellen Verpflichtungen, die immer noch auf meinen Schultern lasten, nicht leisten. Am Anfang habe ich versucht, Brads Nummer zu blockieren, aber dann ist er erfinderisch geworden und hat mir von den Handys seiner Familie geschrieben oder mich vom Telefon der Ranch aus angerufen. Ich sage mir immer, dass es nicht von Dauer sein wird. Brad kann nicht gut allein sein. Ich hoffe immer noch, dass er eine Neue finden wird, an die er sich klammern kann, und mich dann endlich in Ruhe lässt. Bis jetzt hat er noch nicht herausgefunden, wo ich bin, und ich hoffe, das bleibt auch so.

Ich fange Nutmeg ein und bringe ihn in seine Box, während ich mich zum millionsten Mal frage, wie ich jemals auf Brads Manipulationen hereinfallen konnte. Ich bin nicht nur darauf hereingefallen, ich habe mich kopfüber in die Sache gestürzt. Er ist der Prinz der Bellingham Ranch – altes Geld. Die Art von Typ, der von außen intellektuell wirkt, was aber nur eine Maske dessen ist, was darunter lauert.

Damals wusste ich es noch nicht, aber Brad ist ein Narzisst durch und durch. Einer mit einer gemeinen Ader, eine Seite, die ich in den letzten Jahren schmerzhaft kennenlernen musste. Ich bin wie viele andere kleine Mädchen aufgewachsen und habe Sätze wie »lass dich nie schlecht von einem Mann behandeln« gehört. Und »sei dir deines Selbstwerts bewusst«. Ich hatte einen tollen Dad, der mir beigebracht hat, stark und mutig zu sein. Aber es war so berechnend und ist so langsam passiert, dass ich die emotionalen Fesseln, die Brad mir angelegt hat, erst bemerkt habe, als es schon zu spät war. Je abhängiger ich von ihm und seiner Ranch wurde, desto weniger hat er versucht, seine Art zu verbergen. Er hat mit meiner Unsicherheit gespielt und mich irgendwie glauben lassen, dass er die beste Chance auf Stabilität und Sicherheit wäre, die ich je kriegen würde.

Irgendwann in diesen Jahren mit Brad habe ich meine Version von mir verloren – die Version, zu der ich erzogen wurde. Wenn ich jetzt zurückblicke, glaube ich, dass mein Dad von oben auf mich herabgeschaut und mir dabei geholfen hat, Brad zu verlassen. Als der Mann, den ich schon als Baby kannte, mein Mentor bei der amerikanischen Vereinigung für Quarter Horses und Vollblüter und einer der besten Freunde meines Dads mir erzählt hat, dass auf der Silver Pines Ranch ein neuer Trainer gesucht wird, hat mir eine innere Stimme geraten: Das ist deine Chance. Ergreife sie.

Es war nicht leicht hierherzukommen, aber ich habe es geschafft.

Und so lange ich meinen neuen Boss in den nächsten paar Monaten nicht schrecklich verärgere, habe ich jetzt ein Zuhause und einen Job, den ich wirklich liebe. Ganz zu schweigen von einem tollen Eintrag in meinem Lebenslauf, wenn die Zeit gekommen ist weiterzuziehen.

Ich hänge den Lederstrick und das Halfter vor Nutmegs Box auf, schließe sie und hole seufzend Luft, als ich den Berg hinter den Ställen bewundere. Brad Bellingham wird mir heute nicht die Laune verderben – niemand wird das, denn Ivy Grace Spencer wird ein Rennpferd trainieren!

HADENDer Sarge schaut aus, als würde er gleich ausflippen, während er auf dich wartet. Er läuft ständig mit dem Telefon am Ohr hin und her.

HADENBeeil dich lieber und komm her, bevor er seine Meinung ändert und doch kein neues Rennpferd kaufen will.

Ich muss grinsen.

Vielleicht solltest du versuchen, ihn zu umarmen. Es klingt, als bräuchte er eine.

HADENIch will meine Arme behalten.

Kapitel 4

Wade

»Du hättest ihr auch einfach an die Knöchel pissen können, Sarge. Das wäre vielleicht einfacher gewesen, als Hunderttausende von Dollar für ein Pferd zuzusagen«, sagt Haden spöttisch, als er mit vor der Brust verschränkten Armen im Türrahmen zu meinem Büro steht. Ich kenne ihn, seit er dreizehn war, und manchmal reißt er deswegen die Klappe etwas weiter auf als die anderen Arbeiter auf der Ranch. »Wir alle kennen die Ranch-Regeln. Sie ist tabu«, fügt Haden hinzu.

»Verdammt noch mal.« Ich werfe meinen Hut auf den Schreibtisch. »Sie hat nichts mit meiner Entscheidung zu tun«, brumme ich. Dafür habe ich jetzt überhaupt keine Geduld. Ich telefoniere seit einer Stunde die Hotels in Nashville ab. Natürlich findet die Pferdeauktion am selben Wochenende wie der Nashville Marathon statt, also ist online nichts mehr verfügbar. Ich hatte gehofft, wenn ich anrufe, habe ich vielleicht mehr Glück. Aber bis jetzt stehe ich noch immer mit leeren Händen da für einen Trip, den ich angeblich schon gebucht habe. Deshalb tue ich normalerweise nie etwas, ohne vorher darüber nachzudenken.

»Also, wenn sie nichts mit deiner Entscheidung zu tun hat, dann hättest du auch kein Problem damit, wenn ich sie zum Abendessen einladen würde? Oder vielleicht ins Kino? Schön nah beieinander in der letzten Reihe?« Haden grinst.

Ich werfe ihm einen warnenden Blick zu. Einen Blick, den er mittlerweile nur allzu gut kennt.

»Du forderst dein Glück heraus, und meine Antwort darauf kennst du bereits.« Nur über meine Leiche wird er sie zum Essen einladen. »Du hast gerade gesagt, du kennst die Regeln. Und das Letzte, was ich will, ist nach einer neuen Trainerin suchen zu müssen, nur weil du deine Fuckboy-Routine mit ihr abziehst«, füge ich hinzu.

Haden lacht leise und streicht sich über die Stirn.

»Ich wollte dich nur provozieren, Boss. Aber hey, Gratulation zur Entscheidung, wieder an einem Rennen teilzunehmen. Dein Pa wäre stolz auf dich«, sagt er ernst. »Und ich meine es ernst, wenn ich dir irgendwie helfen kann, dann sag es.«

Ich nicke. So sehr er mir manchmal auf die Nerven geht, ich weiß, dass er immer hinter mir steht.

Ivys heisere Stimme ertönt im Gang. Ich höre sie, bevor ich sie sehe. Sie singt einen Song von Sierra Ferrell, und es klingt nicht schlecht. Es klingt sogar verdammt gut, als sie durch ihre Bürotür geht, die zufälligerweise direkt gegenüber von meiner liegt.

Sie zieht sowohl meine als auch Hadens Aufmerksamkeit auf sich, als wir ihr dabei zusehen, wie sie sich eines ihrer typischen Scrunchies – diesmal in Kirschrot – aus dem langen, dicken Haar zieht. Das fällt ihr in schimmernden Wellen über die Schultern wie ein Wasserfall. Haden schluckt hörbar. Um noch eins draufzusetzen, beugt sie sich jetzt nach vorne, um etwas in ihrer Tasche zu suchen, und ihr Ausschnitt ist deutlich zu sehen, während ihr Haar nach vorne fällt. Zum zweiten Mal heute schenkt mein Penis ihr in dem unpassendsten Moment Beachtung.

»Fuck«, flüstert Haden und spricht mir damit aus der Seele. Ich schlage ihm auf die Schulter, weil er sie anstarrt.

»Sorry, aber verdammt, musstest du die heißeste Pferdetrainerin auf dem Planeten finden und uns dann sagen, dass sie tabu ist?«

»Du hast genug Kerben in deinem Bettpfosten«, sage ich nachdrücklich und beobachte aus dem Augenwinkel die Kurven von ihren Brüsten bis zu ihren schmalen Hüften. Ich wette, ich könnte sie mit beiden Händen umfassen, während ich …

»Vielleicht solltest du mal wieder mit Cole nach Lexington fahren und dich mit einer Frau treffen, damit du deine eigenen Regeln befolgen kannst«, flüstert Haden lachend und stupst mich freundschaftlich an.

Ich gebe ein genervtes Brummen von mir, weil er bemerkt hat, wie ich sie angestarrt habe, obwohl ich hier mit gutem Beispiel vorangehen sollte.

»Wie läuft es, Boss?« Ivy klopft an meinen Türrahmen, steckt ihren Kopf in mein Büro und bringt Haden augenblicklich zum Schweigen. Er räuspert sich und geht auf meine Seite des Schreibtisches.

»Bist du schon dazu gekommen, die Registrierung für die Auktion durchzugehen?« Sie blickt auf ihr Handy, während sie auf uns zugeht, und aus meiner Höhe kann ich ihr direkt ins T-Shirt schauen, was meinen Schwanz nicht gerade beruhigt. Ich wende meinen Blick ab, aber – verdammt – enge, tief ausgeschnittene T-Shirts sind die größte Schwäche eines Mannes.

»Ich habe noch eine Stunde, bevor der Kurs anfängt. Wenn du also Hilfe brauchst?«, bietet sie mir an.

Ich drehe mich zu Haden um, der immer noch ein rotzfreches Grinsen im Gesicht hat, das mir verrät, dass er mich durchschaut.

»Klar, komm rein.« Ich nicke in Richtung Tür, während ich Haden nicht aus den Augen lasse, damit er ihr nicht in den Ausschnitt schaut. Denn das wird er, verdammt. »Haden wollte sowieso gerade gehen.«

Fast eine Stunde später sind wir für die Auktion registriert und haben alles unter Dach und Fach. Wir haben uns auch schon die vielversprechenden Einjährigen angeschaut. Derbypferde müssen drei Jahre alt sein, um an einem Rennen teilzunehmen, was bedeutet, dass wir über ein Jahr lang Zeit für das Training haben und um uns zu qualifizieren, wenn das Pferd zwei ist.