Trampolin - Marcel Meyer - E-Book

Trampolin E-Book

Marcel Meyer

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Beschreibung

Trampolinspringen ist keineswegs nur eine Sportart für Leistungssportler, sondern bietet gerade auch für den Breitensport in Schule und Verein vielfältige Möglichkeiten. Dies deutlich zu machen ist das Anliegen diese Buchs. Das besondere Augenmerk gilt daher den methodischen und didaktischen Aspekten des Trampolinturnens.

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, durchgängig die männliche (neutrale) Anredeform zu nutzen, die selbstverständlich die weibliche mit einschließt.

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autoren noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.

Wo Sport Spaß macht

Meyer, Christlieb & Keuning

Trampolin

Schwerelosigkeitleicht gemacht

Meyer & Meyer Verlag

Trampolin – Schwerelosigkeit leicht gemacht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Details sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren – ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

© 1999 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen

3., überarbeitete Auflage 2009

Adelaide, Auckland, Budapest, Cape Town, Graz, Indianapolis, Maidenhead, Olten (CH), Singapore, Toronto

Member of the World

Sport Publishers’ Association (WSPA)

eISBN: 9783840330841

www.dersportverlag.de

E-Mail: [email protected]

Inhalt

1 Vorwort

2 Geschichte des Trampolinturnens

3 Aufbau und Leitung von Trampolingruppen

3.1 Voraussetzungen für die Gruppengründung

3.2 Kompetenzen des Trainers

3.3 Formale Qualifikation des Trainers

3.4 Voraussetzungen der Aktiven

3.5 Verein/Schule

3.6 Hallenausstattung

3.7 Öffentlichkeitsarbeit

4 Aus- und Fortbildungsangebote

4.1 Konzept des Fachgebiets im DTB

4.2 Einführungslehrgänge

4.3 Trampolinschein für Pädagogen

4.4 Basisschein/Trainerassistent

4.5 Trainer C

4.6 Trainer B

4.7 Trainer A

4.8 Diplomtrainer

4.9 Hochschulausbildung

4.10 Lehrerfortbildung

4.11 Weitere Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten

5 Gerätekunde

5.1 Trampolin

5.1.1 Spannketten

5.1.2 Fußstützen

5.1.3 Federn

5.1.4 Sprungtuch

5.2 Minitramp

5.3 Doppelminitramp (DMT)

5.4 Hilfsmittel

5.4.1 Schiebematten

5.4.2 Icepad

5.4.3 Sicherheitsgürtel

6 Sicherheitsbestimmungen beim Trampolinturnen

6.1 Aufbau des Trampolins

6.2 Abbau des Trampolins

6.3 Überprüfung der aufgebauten Geräte und Zusatzgerätschaften

6.3.1 Spannketten

6.3.2 Fußstützen

6.3.3 Federn

6.3.4 Sprungtuch

6.3.5 Rahmenabdeckung

6.3.6 Unterbau für Weichböden

6.3.7 Weichböden

6.3.8 Matten

6.4 Gerätumgebung

6.4.1 Um das Trampolin herum

6.4.2 Unter dem Trampolin

6.4.3 Über dem Trampolin

6.5 Verhalten des Trainers

6.6 Aktive

6.6.1 Kleidung

6.6.2 Haare

6.6.3 Sehhilfen/Schmuck

6.6.4 Befindlichkeit

6.6.5 Essen

6.7 Verhalten am und auf dem Trampolin

6.7.1 Sicherheitsstellungen

6.7.2 Auf dem Gerät

6.7.3 Verlassen des Geräts

6.7.4 Nicht beschäftigte Aktive

7 Die Haftung des Trainers

7.1 Die zivilrechtliche Haftung

7.1.1 Vertragsrecht

7.1.2 Deliktsrecht

7.1.3 Unfälle, die im weiteren Zusammenhang mit dem Sport stehen

7.1.4 Haftungserleichterungen für den Trainer

7.1.5 Versicherungsschutz

7.1.6 Besonderheiten beim Schulsport

7.2 Strafrechtliche Konsequenzen

7.3 Schlussbetrachtung

8 Methodik und Didaktik der Sprünge

8.1 Lehrmethoden und Lernphasen

8.2 Fehlerkorrekturen

8.3 Angstabbau und Lernhilfen

8.4 Standardausrüstung des Trainers

8.5 Gewöhnungsübungen

8.6 Zusammenstellung der Spielformen mit verschiedenen Materialien

8.6.1 Vorschläge für Spiele ohne Materialien

8.6.2 Vorschläge für Spiele mit Materialien und Sportgeräten

8.7 Reihenfolge der Sprungvermittlung

8.8 Strecksprung

8.8.1 Das Anzählen

8.8.2 Das Stellen der Arme

8.9 Fußsprünge

8.9.1 Hocksprung

8.9.2 Grätschwinkelsprung

8.9.3 Bücksprung

8.10 Fußsprungschrauben

8.11 Landungsarten und Folgesprünge

8.11.1 Sitzsprung

8.11.2 Sprung in den Stand (aus der Sitzposition)

8.11.3 ½ Schraube in den Stand (aus der Sitzposition)

8.11.4 ½ Schraube in den Sitz

8.11.5 ½ Schraube in den Sitz (aus der Sitzposition)

8.11.6 Rückensprung

8.11.7 Sprung in den Stand (aus der Rückenlage)

8.11.8 ½ Schraube in den Stand (aus der Rückenlage)

8.11.9 Bauchsprung

8.11.10 Sprung in den Stand (aus der Bauchlage)

8.11.11 ½ Schraube in die Bauchlage

8.11.12 Variationen der Landungsarten

8.12 Salti

8.12.1 Salto rückwärts gehockt

8.12.2 Salto rückwärts gebückt

8.12.3 Salto rückwärts gehockt zum Sitz

8.12.4 Salto vorwärts gehockt

8.12.5 Barani gehockt

8.13 Sprungverbindungen und Übungen

9 Minitramp

9.1 Sicherheitshinweise

9.1.1 Lagerung, Auf- und Abbau, Aufstellen des Geräts

9.1.2 Unterschiedliche Geräte

9.1.3 Landeflächen

9.1.4 Landezone

9.1.5 Umgebung der Landefläche

9.2 Minitramp als Vorbereitung auf das Trampolin

9.2.1 Stoppen

9.2.2 Landung

9.2.3 Einsprung

9.2.4 Abgang

9.2.5 Anlauf

9.2.6 Hilfestellung

9.3 Fußsprünge und Fußsprungschrauben

9.3.1 Landungsarten

9.3.2 Salto vorwärts: Der blaue Elefant

9.4 Minitrampkombinationen

10 Doppelminitramp

10.1 Sicherheitshinweise

10.1.1 Auf- und Abbau des DMTs

10.1.2 Landefläche

10.2 Springen auf dem DMT

10.2.1 Aufgang

10.2.2 Spotter

10.2.3 Abgang

10.2.4 Vom Strecksprung zum Durchgang

10.2.5 Rollen

10.2.6 Salto vorwärts

10.2.7 Salto rückwärts

10.3 Wettkampfangebot DMT

10.4 Gerätelandschaften

11 Stundengestaltung

11.1 Grundsätzlicher Aufbau einer Übungsstunde

11.2 Grundregeln für die Stundendurchführung

11.3 Differenzierung

11.4 Intensivierung

11.5 Stundenbeispiele

11.5.1 Stundenbeispiel „Einführung in die Sportart I“

11.5.2 Stundenbeispiel „Einführung in die Sportart II“

11.5.3 Stundenbeispiel „Vermittlung von 10-teiligen Übungen“

11.5.4 Stundenbeispiel „Vermittlung des Saltos rückwärts gehockt

12 Wettkampfangebote

12.1 Vereinsinterne Wettkampfformen

12.2 Turnfestwettkampf (DTB-Wahlwettkampf)

12.3 Wettkampfformen der unteren Ebenen

12.4 Auszüge aus den Wettkampfbestimmungen

12.4.1 Qualifikation und Finale

12.4.2 Wettkampfübungen

12.4.3 Wettkampfformen

12.4.4 Kampfgericht

12.4.5 Berechung von Einzel- und Gesamtergebnissen

12.4.6 Teilnahmebedingungen und Meldungen

12.4.7 Anmeldung, Wettkampfkarten, Einturnen und Betreuerbesprechungen

12.4.8 Wettkampfkleidung

12.4.9 Wettkampfverlauf

Anhang

1 Adressen

2 Literaturverzeichnis

3 Videos und DVDs

4 Webseiten

5 Bildnachweis

1Vorwort

Unbestreitbar besitzt das Trampolin einen ungeheuren Aufforderungscharakter. So verwundert es nicht, dass Schüler und Kinder in Turngruppen ihre Lehrer und Trainer mit der Frage löchern, ob sie nicht einmal mit ihnen darauf turnen würden. Oft kann dieser Wunsch nicht erfüllt werden, weil die Verantwortlichen im Umgang mit dem Trampolin zu unerfahren sind. Der sichere Umgang ist aber unbedingte Voraussetzung dafür, dass das Trampolinturnen allen Beteiligten Spaß macht.

Mit diesem Buch richten wir uns sowohl an Personen, die das Trampolin gelegentlich nutzen oder die mit dem Trampolin regelmäßig arbeiten, als auch an bereits erfahrene Übungsleiter und Lehrer, die ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Es eignet sich auch für Lehrgangsteilnehmer, die die Fülle von neu erhaltenen Informationen nachschlagen möchten.

In den vielen Lehrgängen, die wir im Bereich Trampolinturnen durchgeführt haben, konnten wir selbst skeptische Teilnehmer schnell davon überzeugen, dass das Trampolin neben dem regelmäßigen Einsatz auch für den gelegentlichen Gebrauch in Schule und Verein eine breite Palette von Turn- und Spielmöglichkeiten bietet. Dieses Buch stellt die Grundlage für die Basisschein-Ausbildung dar, die der Deutsche Turner-Bund den Landesturnverbänden als das erste von drei Modulen der Trainer-C-Ausbildung empfiehlt.

In den Abschlussgesprächen wurden wir häufig mit der Frage konfrontiert: „Welche Literatur gibt es zum Thema Trampolinturnen im Breitensportbereich?“ Die Antwort auf diese Frage stellte die Interessierten oftmals nicht zufrieden: Die meisten deutschsprachigen Lehrbücher sind älteren Datums (Hering (1961), Braecklein (1976), Schulz (1976), Spohnholz & Buchmann (1982), Christmann & Kraft (1986), Christmann & Christmann (1986)) oder befassen sich ausschließlich mit dem Trampolinturnen als Spitzensport (Braecklein (1974), Schmitt (1990)). Es existieren an einigen Universitäten Scripte (DSHS Köln: Riehle (1972); Uni Bochum: Schreiber (o. J.); etc.), an die schwer heranzukommen ist. Weitere Lehrbücher sind in englischer Sprache verfasst (Loken (1960), La Due & Norman (1967), Horne (1970; 1978), Griswold & Wilson (1975)). Für das Doppelminitramp gibt es einige wenige Veröffentlichungen, aber überhaupt kein Lehrbuch. Lediglich für das Minitramp existieren mehrere verschiedene Lehrbücher und Veröffentlichungen.

Wir denken, dass dieses Buch eine seit langer Zeit bestehende Informationslücke schließt, jedoch kann und soll es die praktische Ausbildung am Trampolin nicht ersetzen. An dieser Stelle möchten wir alle Leser dazu ermuntern, Lehrgangsangebote wahrzunehmen. Sowohl bei allen Fort- und Ausbildungsmaßnahmen als auch bei der Verwendung von Literatur sollten Einsteiger sehr kritisch sein, auch bei diesem Buch: Allgemeingültigkeit können und wollen wir für uns nicht beanspruchen.

Der Einfachheit halber haben wir uns entschlossen, bei Personenbezeichnungen nur die männliche Form zu verwenden, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass wir damit gleichberechtigt weibliche und männliche Personen ansprechen.

Um ständige Aufzählungen zu vermeiden, haben wir, wenn Lehrer, Trainer, Übungsleiter, Erzieher etc. gleichermaßen angesprochen sind, das Wort „Trainer“ verwendet, es sei denn, wir sprechen eine dieser Gruppen gezielt an. Für Schüler, Übende, Turner etc. haben wir das Wort „Aktive“ gewählt.

Als wir mit dem Buchprojekt begonnen haben, war uns der damit verbundene Arbeits- und Technikaufwand nicht bewusst. Unser Dank gilt deshalb den vielen Freunden und Bekannten, die dieses Buch durch ihre Mitarbeit überhaupt erst ermöglicht haben. Speziell die Aktiven, die sich für die Bildreihen zur Verfügung gestellt haben, und die „Techniker“, die bei der Aufnahme und Bearbeitung der Bilder behilflich waren, sollen an dieser Stelle genannt werden: Nils Wiemann, Katja Bock und Bernd Christlieb, die uns technisch unterstützt haben, und Tanja Wessling, Jacqueline Bahr, Miriam Ophey, Sandra Küper, Regina Krause, Derya Ergin, Mara Rott, Lisa Demmer, Julika Demmer, Mario Korte, Kevin Nagel, Gorden Möllenberg, Fabian Pietzka und Henrik Beddies, die uns als Probanden für die Fotos und Bildreihen gedient haben, sowie Hans-Jürgen „Pingo“ Michels, René Böhme, Prof. Dr. Stephan Starischka und Dr. Ulrich Fischer, die uns ebenfalls nach Kräften unterstützt haben.

2Geschichte desTrampolinturnens

Riehle (1972) gibt eine tabellarische Zusammenstellung der wichtigsten Ereignisse rund ums Trampolinturnen. Neuere Daten sind ergänzt worden.

1928wurde von dem Amerikaner Georg Nissen ein Gerät entwickelt, das seinen Ursprung im Zirkus hatte. Nissen entwickelte 1937 dieses Gerät weiter, vergrößerte es; es entstand das Nissen-Trampolin.1945wurde dieses Gerät dann auch von den Kunstturnern zu Trainingszwecken genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst in der Schweiz das Trampolin eingeführt.1957setzte sich Nissen für die Verbreitung in Europa ein und erstellte das erste Lehrbuch/Richtlinien/Regeln.1959erklärte der Internationale Turner-Bund die Sportart als „eigenständig“!1960wurde von Heinz Braecklein das Trampolinturnen nach sportwissenschaftlichen und pädagogischen Gesichtspunkten untersucht und weiterentwickelt. Das erste deutschsprachige Standardwerk entstand und kam in den Handel. Diese Forschungsarbeit setzte entscheidende Impulse in Deutschland, das Trampolinturnen wurde verbreitet. Die Fa. Eurotramp stellt bis heute in Deutschland eigene Geräte her.1960setzte sich Braecklein in Deutschland für die Verbreitung ein.1964gab es die ersten Weltmeisterschaften.1964wurde in Frankfurt der Internationale Trampolin-Verband (FIT) gegründet, seitdem werden alle zwei Jahre die Weltmeisterschaften (gerade Zahl) durchgeführt. Die Kontinentalmeisterschaften finden in den ungeraden Jahren statt (auch Zwei-Jahres-Jahresrhythmus). Auch das Synchronturnen wurde dann von Nissen gefördert.1975wurde das Doppelminitramp eingeführt.1980gab es die ersten DM DMT.1986gab es ca. 500 Vereine und 5.000 Aktive im Wettkampfsport; dazu kamen ca. 5.000 Vereine mit 50.000 Turnern im allg. Sportbetrieb.2000Trampolinturnen wird olympische Programmsportart. Deshalb werden die Weltmeisterschaften seit 1999 in den ungeraden Jahren ausgetragen.2004Bei den Olympischen Spielen in Athen holen Deutsche die Gold-(Anna Dogonadze) und die Bronzemedaille (Hendrik Stehlik) im Einzel!

3Aufbau und Leitung vonTrampolingruppen

Die Betreuung einer Trampolingruppe beschränkt sich nicht nur auf das Vermitteln von sportartspezifischen Fertigkeiten, sondern umfasst darüber hinaus die persönlichen Umstände des Trainers, die formalen Aspekte der Lehrerlaubnis auf Vereins- und Schulebene, das Miteinander mit den Aktiven, die Zusammenarbeit mit der zuständigen Institution, materielle Belange und Öffentlichkeitsarbeit.

Eine Trampolingruppe kann sowohl im Verein als auch im schulischen Bereich als AG aufgebaut werden. Arbeitsgemeinschaften sind an schulinterne Bedingungen geknüpft, die oft einen längerfristigen Aufbau einer festen Gruppe nicht zulassen. Deshalb gehen wir bei den folgenden Ausführungen von der Gründung einer Gruppe auf Vereinsebene aus.

3.1Voraussetzungen für dieGruppengründung

Am Anfang aller Überlegungen zum Aufbau einer Trampolingruppe muss die Frage nach den eigenen Zielen (Spielgruppe, Hobbygruppe, Wettkampfgruppe) des Trainers stehen. Erst wenn klar ist, welche Ziele erreicht werden sollen, ist es sinnvoll, die bestehenden Voraussetzungen zu überprüfen und gegebenenfalls nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Die Zielsetzung kann sich mit der Entwicklung der Gruppe im Laufe der Zeit verändern. Dementsprechend müssen die Voraussetzungen dann erneut überprüft werden.

Punkte, die der (angehende) Trainer bei diesen Überlegungen auf jeden Fallberücksichtigen sollte, sind:

Vom Verein geforderte Qualifikation.Persönliche Situation (Familie, andere Hobbys etc.).Berufliche Situation und Werdegang (Ortsansässigkeit, verfügbare Zeit).Maximal mögliche Trainingsdauer und -häufigkeit (anfänglich, später) im Hinblick auf die persönlich verfügbare Zeit und auf die Vergabe von Hallenzeiten.Betreuung der Übungsleiter durch den Verein (Aufklärung über Verbandszugehörigkeit, Vertragsangelegenheiten, Rechte, Pflichten, überfachliche Angebote etc.).Rückhalt durch die Vereinsführung bei der Umsetzung der Zielvorstellungen (mehr Trainingskapazitäten, Leistungsgruppe).Finanzierung durch den Verein (Geräte, Trainerentgelt, Fachzeitschriften, Wettkampfgebühren, Fahrtkosten, Vereinsanzüge etc.).Bestehende Strukturen in der näheren Umgebung herausfinden (bestehende Vereins- oder Schulgruppen, Organisation in Fachverbänden).

Nach dem Abschluss der Vorüberlegungen und der Klärung der Bedingungen stehen zunächst einige organisatorische Schritte an, die den Aufbau und den Fortbestand der Gruppe sichern:

Geräte beschaffen (eventuell gebrauchte Trampoline von anderen Vereinen oder über die Fachwarte – Anschriften über die Landesturnverbände, s. Hier f.).Sich über mögliche Zuschüsse bei den jeweiligen Sportbünden erkundigen, Sponsoren suchen.Dafür sorgen, dass der Verein die neue Gruppe bei Kreis- oder Stadtsportbünden anmeldet, damit Informationen an Interessierte weitergegeben werden können.

Ein kontinuierliches und zielstrebiges Arbeiten führt in der Regel zu einem starken Zulauf bei Trampolingruppen. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, die Gruppe nach bestimmten Kriterien aufzuteilen (Alters- oder Leistungsdifferenzierung). Damit ist ein größerer Hallenzeitenbedarf und ein größerer Anspruch an die verfügbare Zeit des Trainers verbunden. Diesen Fall sollte der Trainer bereits in seinen Vorüberlegungen vor der Gründung der Gruppe, spätestens aber vor deren Erweiterung, kritisch überdenken.

3.2Kompetenzen des Trainers

Erfolg im Sport kommt nicht von alleine und nicht durch Zufall. Fachliche, menschliche, soziale, pädagogische und psychologische Kompetenzen des Trainers sind die Voraussetzungen, um effektiv lehren und den Aufbau einer Gruppe auf längere Sicht erreichen zu können. Daher sollte jeder Trainer daran arbeiten, diese Bedingungen weitestgehend zu erfüllen, auch wenn es sehr zeitintensiv ist und Kraft und manchmal auch Überwindung kostet.

Als wichtigste fachliche Voraussetzungen gelten folgende Faktoren:

Die Fachkompetenz (Kenntnis der Voraussetzungen zum Erlernen des jeweiligen Sprungs, des genauen Bewegungsablaufs, der Lernschritte und der richtigen Hilfeleistung).Übergreifendes Fachwissen (allgemeine Trainingslehre, Medizinisches, Rechtliches).Didaktische Kenntnisse und Fähigkeiten (Stoffauswahl, Aufbereiten des Lernstoffs, Vermittlungsmethoden, Auswertung von Trainingsstunden).Die Bereitschaft, sich fortzubilden unddie Fähigkeit, fachfremde Techniken und Methoden auf die eigene Sportart zu übertragen.

Das Erlangen der fachlichen Kompetenz verlangt ein hohes Maß an persönlichem Engagement. Es genügt nicht, alle vier Jahre die Trainerlizenz zu verlängern, um den aktuellen Stand des Wissens zu erlangen. Vielmehr ist ein gedankliches und praktisches Aufarbeiten vieler Detailfragen notwendig, um einen Gesamtüberblick zu erhalten und möglicherweise eigene Ideen zu entwickeln.

Unterstellen wir, dass die formale Qualifikation mit Fachkompetenz gleichgesetzt werden kann, so garantiert diese allein jedoch noch kein erfolgreiches Arbeiten. Auch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten kennzeichnen einen Trainer als gut oder weniger gut. Diese sollen anhand einer umfangreichen, aber bei Weitem nicht vollständigen Schlagwortsammlung verdeutlicht werden: persönliches Engagement; Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen; Entscheidungsfreudigkeit und -fähigkeit; Menschenkenntnis; Menschenführungsqualitäten; soziales Denken; positives Denken; Einfühlungsvermögen; Kooperationsfähigkeit; Kommunikationsfähigkeit; Diskussions- und Kritikfähigkeit; Geduld; zuhören können; Bedürfnisse anderer erkennen; eigene Bedürfnisse zurückstellen; Fähigkeit, andere zu motivieren; Spaß am Lehren; selbstkritisch; Vertrauen erweckend; vorbildlich; pünktlich; zuverlässig; glaubwürdig; selbstbewusst; willlensstark; zielstrebig, gerecht, fair, freundlich etc.

Den unerfahrenen Trainer mag diese Aufzählung erschrecken, vielleicht sogar abschrecken. Möglicherweise fühlt er sich angesichts dieser Kriterien überfordert und verliert an dieser Stelle die Motivation, eine Gruppe ins Leben zu rufen oder weiterzuentwickeln. Selbstverständlich zeichnen die Schlagworte nur das Bild des „Idealtrainers“, dem auch die besten und erfahrensten Trainer nicht in vollem Umfang gerecht werden können. Die Begriffe sollen lediglich dazu dienen, bei Problemen mit der Gruppe einen Anhaltspunkt zu finden, weshalb die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten.

3.3Formale Qualifikation des Trainers

Die Frage, wer Trampolinturnen in Verein oder Schule anbieten kann, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Übungsleiter mit einer Trainer-C- oder höheren Lizenz für Trampolinturnen können in jedem Fall eigenverantwortlich eine Gruppe leiten. Für Übungsleiter und Trainer vermittelt und bescheinigt der jeweilige Fachverband die Qualifikation. Übungsleiter mit einer allgemeinen Lizenz oder Personen, die über Kenntnisse verfügen, aber keine Lizenz besitzen, dürfen mit Zustimmung des Vereins in einer Gruppe Trampolinturnen anbieten. Zu ihrer eigenen Sicherheit und der ihrer Aktiven sollten sie jedoch das Trampolin nur benutzen, wenn sie sich vorher fundierte Kenntnisse angeeignet haben.

Wenn ein Verein darauf besteht, nur lizensierte Übungsleiter zu beschäftigen, so werden üblicherweise die folgenden Qualifikationen anerkannt:

Trampolinbasisschein,Trainer-C- (-B-, -A-) Lizenz Trampolinturnen,Sportlehrer mit Fachausbildung Trampolinturnen,Übungsleiterlizenz mit Ausbildungsinhalt Trampolinturnen,Übungsleiterlizenz mit Teilnahmebescheinigung über mindestens einen Fortbildungslehrgang im Trampolinturnen.

Die Bestimmungen im schulischen Bereich sind strenger. Sportlehrer dürfen Trampolinturnen anbieten, wenn es ihr zuständiges Landeskultusministerium grundsätzlich erlaubt und sie dessen Vorgaben erfüllen. Sofern das Trampolinturnen von den Kultusministerien der Länder überhaupt an Schulen erlaubt ist (das Trampolinturnen ist in Schleswig-Holstein und Bayern an Schulen nicht erlaubt), müssen Sportlehrer eine der folgenden Qualifikationen nachweisen können:

Fachausbildung Trampolinturnen während des Sportstudiums (entspricht weitestgehend den Inhalten des Trampolin-Basisscheins),Lehrerfortbildung Trampolinturnen,Trainer-C- (-B-, -A-) Lizenz.

Die Nachweise über fachspezifische Aus- und Fortbildungen können im Rahmen der Aus- und Fortbildungsinhalte für den Übungsleiter/Lehrer bei einem Sportunfall eines Aktiven/Schülers in der Frage der fahrlässigen Körperverletzung aus mangelnder Sachkenntnis von Vorteil sein.

3.4Voraussetzungen der Aktiven

Nicht nur der Trainer, auch die Aktiven müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Vor allem zwei Aspekte bedürfen besonderer Berücksichtigung: das Alter und der gesundheitliche Zustand.

Sicherlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Drei- oder Vierjährige ein bisschen auf dem Trampolin „rumhopsen“. Es schadet ihnen nicht und macht außerdem Spaß. Allerdings sollten Kinder erst mit sechs Jahren an einem regelmäßigen Training teilnehmen, ohne sich dabei auf das Trampolinturnen zu spezialisieren. Andere Sportarten als Ergänzung und als Teil einer ganzheitlichen sportlichen Ausbildung sollten nicht vernachlässigt werden. Bei Geschwistern, die nur ein Jahr auseinander sind, kann bei der Altersregelung ohne Weiteres eine Ausnahme gemacht werden.

Mit acht Jahren kann eine Spezialisierung erfolgen. Die körperlichen Voraussetzungen für die übliche Trainingsbelastung sind im Allgemeinen gegeben, und im Hinblick auf eine möglicherweise wettkampforientierte Laufbahn ist dies der späteste Erfolg versprechende Zeitpunkt. Bei allen diesen Angaben gilt es zum einen zu bedenken, dass das biologische und nicht das kalendarische Alter ausschlaggebend ist, zum anderen, dass es immer Ausnahmen von der Regel gibt.

Es ist sicherlich einzusehen, dass das Trampolinturnen gute körperliche Voraussetzungen verlangt. Je nach Sprunghöhe wirken Kräfte auf den Bewegungsapparat, denen dieser standhalten können muss. Bei gesunden Aktiven gibt es selten Probleme, bei bereits vorgeschädigten Personen, speziell im Rücken- oder im Kniegelenkbereich, ist eine besondere Aufmerksamkeit angebracht. Bei Beschwerden sollten Betroffene einen Arzt zurate ziehen. Der Hausarzt ist an dieser Stelle die falsche Adresse, besser sollte sich ein Orthopäde darum kümmern, der über Grundkenntnisse im Trampolinturnen verfügt.

3.5Verein/Schule

Wenn eine Trampolingruppe eingerichtet werden und erfolgreich arbeiten soll, muss die zuständige Institution dem Trampolinturnen wohlwollend gegenüberstehen und ihre Trainer in allen Belangen unterstützen. Schlüsselfragen sind die Vergabe von Hallenzeiten, Anschaffung von Sportgeräten und Materialien, Bereitstellung von Geldern für Übungsleiter, Fahrten und Wettkämpfe. Die Praxis hat gezeigt, dass eine Zusammenarbeit von Schule und Verein für beide Seiten Vorteile durch Kostensenkung und gegenseitige personelle Unterstützung bringen kann. So werden beispielsweise in vielen Bundesländern Schularbeitsgemeinschaften im Rahmen der Kooperation Schule-Verein von Vereinstrainern geleitet.

3.6Hallenausstattung

Zur Minimalaustattung für das Trampolinturnen gehören:

Ein Trampolin,zwei Turnkästen, fünfteilig ca. 1,10 m hoch,zwei Weichbodenmatten undsechs Turnmatten.

Je mehr Trampoline zur Verfügung stehen, desto intensiver kann geübt werden. Für jedes weitere Trampolin, das man in einer Reihe mit anderen aufbaut, benötigt man je einen weiteren Turnkasten und eine weitere Weichbodenmatte. Die Turnkästen sollten möglichst genauso hoch wie die Trampoline sein, damit die Weichbodenmatten waagerecht liegen. Da die Trampoline zwischen 0,97 m und 1,15 m hoch sind, die Kastenelemente jedoch üblicherweise 20 cm hoch sind, kann man die Kastenhöhe mit aufgelegten Turn- oder Niedersprungmatten variieren. Die elegantere Lösung ist der Einsatz von halben Kastenteilen. Ebenso kann man Turnpferde statt Turnkästen verwenden. Vom Gebrauch von Barren als Unterbau für die Weichbodenmatten ist abzuraten, da die Barrenholme seitlich herausragen und eine mögliche Gefahrenquelle darstellen. An den Längsseiten sollten zur Sicherheit Turnmatten auf dem Boden liegen (drei pro Seite).

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich der Einsatz von zusätzlichen Hilfsmitteln. Für Sprünge mit Rücken- oder Bauchlandungen oder zur Absicherung von Salti bietet sich die Sicherheitsschiebematte an, die vor der Landung bereits unter dem Aktiven liegt oder dorthin geschoben wird. Als Schiebemattenersatz sind ausgediente Schaumstoffmatratzen geeignet, die mit einem festen (Stoff-)Bezug versehen sind.

Für Saltovorübungen und die ersten Saltoversuche sollte der Aktive nicht nur bei der Landung, sondern während des gesamten Sprungs gesichert werden. Bewährt hat sich zur Sicherung ein Judogürtel, der dem Aktiven um die Taille gebunden wird. Der Trainer, der mit dem Aktiven mitspringt, fasst während des gesamten Sprungs den Judogürtel und unterstützt gegebenenfalls die Drehung. Geeignet wären auch Schals, lange, dünne Handtücher oder alle anderen breiten, festen Bänder. In manchen Hallen ist sogar eine Handlonge vorhanden. Sie kann jedoch nur zum Sichern während der Landung, aber nicht zur Unterstützung einer Drehbewegung eingesetzt und muss immer von zwei Helfern gehalten werden.

3.7Öffentlichkeitsarbeit

Nicht zu unterschätzen ist die Akzeptanz einer Sportgruppe in der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund sollte der Trainer dafür Sorge tragen, dass aus der Vereinsgruppe heraus Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird. Diese Aufgabe kann er selbst übernehmen oder an Gruppenmitglieder oder deren Angehörige delegieren.

Die Aufgaben, die auf den Verantwortlichen (in enger Zusammenarbeit mit dem Trainer und der Gruppe) zukommen, sind u. a.:

Persönlichen Kontakt zur örtlichen Presse suchen und pflegen bzw. Verbindung zum Vereinspressewart aufnehmen.Berichte für die Presse immer kurz, präzise und ansprechend verfassen.Berichte mit Bildern für Vereinszeitung erstellen, Chronik der Abteilung führen.Tag der offenen Tür, Eltern-Kind-Spieltage, Grillfeten, Wochenendaktivitäten, Schauturnen, Wettkämpfe organisieren und dafür werben.Kontakte zu Schulen suchen, Arbeitsgemeinschaften mitgestalten, andere Abteilungen des Vereins einladen, befreundete Vereine einladen.Werbeaktionen, z. B. in Schulen, Kindergärten und Schwimmbädern, organisieren (Schauturnen, Mitmachaktionen, Briefkastenaktion mit Handzetteln über besondere Maßnahmen, Plakataktion etc.).

Um für Interessierte ein kompetenter Ansprechpartner zu sein, sollte ein Übungsleiter die folgenden Informationen über seinen Verein weitergeben können:

Vollständiger Name und Gründungsjahr des Vereins,Anschrift der Geschäftsstelle/Ansprechpartner/Öffnungszeiten,Beiträge, Eintrittsbedingungen,Sportartenangebot/Übungsstätten,die nächsten öffentlichen Aktivitäten des Vereins undgruppeninterne Informationen.

4Aus- und Fortbildungsangebote

Den Ruf als gefährliche Sportart hat sich das Trampolinturnen in früheren Jahren durch Unfälle erworben, die hauptsächlich durch mangelnde Sachkenntnis entstanden sind. Inzwischen hat sich das Aus- und Fortbildungsangebot vergrößert und entscheidend verbessert. Das Angebot richtet sich nicht nur an Neueinsteiger und etwas Fortgeschrittenere, sondern auch an solche Lehrkräfte, deren Ausbildung schon einige Zeit zurückliegt und möglicherweise nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.

Die Ausbildung im Trampolinturnen untergliedert sich in die Bereiche

Fortbildung (Einführungslehrgänge, Verlängerung von Trainerlizenzen, Basisschein/Trainerassistentenausbildung, Trampolinschein für Pädagogen, sonstige Lehrgänge),Ausbildung (Trainer-C) undWeiterbildung (Trainer-B, Trainer-A, Diplomtrainer).

Die Inhalte der Fortbildungen regeln die Veranstalter der Lehrgänge, ausgenommen der Basisschein/die Trainerassistentenausbildung. Hier sind die Inhalte bundeseinheitlich festgelegt.

Die Trainer-C-Ausbildung liegt im Verantwortungsbereich der Landeslehr- bzw. -fachwarte, die Weiterbildungen obliegen dem Bundeslehrwart.

Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten werden von den folgenden Institutionen angeboten:

Kreis-, Gau- und Bezirksverbände,Landesturnverbände,Deutscher Turner-Bund,Hochschulen,Bezirksregierungen und Lehrerfortbildungsinstitute undandere Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten.

Die Teilnahme an den Lehrgängen und Kursen ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, die in den jeweiligen Ausschreibungen genannt werden.

Fortbildungslehrgänge werden im Regelfall mit einer Bescheinigung unter Angabe der Lehrgangsinhalte bestätigt. Ausbildungslehrgänge schließen nach einer Prüfung mit dem Erwerb der entsprechenden Lizenz ab. Fortbildungslehrgänge können zur Verlängerung einer Lizenz dienen, sofern dies in der Ausschreibung angegeben ist.

Für die Teilnahme an den Lehrgängen sind oft bestimmte Voraussetzungen und eine Unkostenbeteiligung notwendig. Sie werden üblicherweise in der Lehrgangsausschreibung angegeben.

Informationen zu Lehrgangsterminen und -inhalten erhält man über den Landesturnverband (Landesfachwart oder Landeslehrwart) oder unter www.tramplanet.de.

4.1Konzept des Fachgebiets im DTB

Die Ausbildungskonzeption des Fachgebiets Trampolin im DTB besitzt eine zielgruppenorientierte Ausrichtung. Dabei werden vier Interessentengruppen unterschieden:

Neueinsteiger ohne Erfahrung auf dem Trampolin,Trampolinerfahrene, die den ersten Schritt in Richtung Übungsleitertätigkeit machen wollen,fortgeschrittene Trainerassistenten, die eine eigenverantwortliche Trainertätigkeit anstreben undfortgeschrittene Trainer, die in der Leistungsspitze arbeiten wollen.

Für die Neueinsteiger werden Einführungslehrgänge angeboten, die zwar auch Methodikanteile enthalten, aber keine aktive Hilfeleistung auf dem Trampolin fordern. Im Vordergrund stehen das Ausprobieren und der Spaßfaktor.

Der Basisscheinlehrgang bzw. die Trainerassistentenausbildung gehen etwas weiter. Es wird u. a. Hilfestellung auf dem Gerät vermittelt und abgeprüft. Es sind keine Einführungslehrgänge!

Die Trainerlizenzen werden gemäß der Ausbildungsordnung des DTB ausgerichtet. Bei der Trainer-C-Lizenz werden Methoden zur Sprungvermittlung im Leistungsbereich vorgestellt. Aktive Hilfeleistung und theoretisches Wissen werden abgeprüft. In vielen Landesturnverbänden gilt der Basisschein als Voraussetzung zur Zulassung, um eine zu unterschiedliche Gruppenzusammensetzung zu vermeiden.

Für das Training in der Leistungsspitze werden oberhalb der Trainer-C-Lizenz die Trainer-B- und die Trainer-A-Lizenz angeboten. Die jeweils niedrigere Qualifikation ist Voraussetzung für die Teilnahme am Folgelehrgang, bei teilnehmerbeschränkten Lehrgängen ist die Fürsprache des Landesfachwarts erforderlich.

4.2Einführungslehrgänge

Einführungslehrgänge sollen unerfahrenen Trampolininteressierten die Möglichkeit geben, zum einen selbst Erfahrungen auf dem Trampolin zu sammeln, andererseits methodische Kenntnisse für die praktische Umsetzung in einer Sportgruppe zu erlangen. Dabei ist es selbstverständlich, dass die Methoden ohne jegliche Hilfeleistung zu bewerkstelligen sein müssen – folglich beschränkt sich das Sprungrepertoire auch auf sehr einfache Sprünge.

Teilnehmer sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Vorerfahrungen auf dem Trampolin sind nicht notwendig, allerdings sind körperliche Fitness und Unversehrtheit notwendig.

Ein Einführungslehrgang beinhaltet sinnvollerweise

Geräteauf- und abbau,Sicherheitsbestimmungen,Gewöhnungsübungen,Methodik Fußsprünge (Hocke, Grätsche, Bücke),Fußsprungschrauben (halbe und ganze Schraube),Sitzsprung und Variationen des Sitzsprungs,Spielformen,Intensivierungsmöglichkeiten sowiewenige theoretische Inhalte.

4.3Trampolinschein für Pädagogen

Im Bereich der universitären und der schulischen Aus- und Fortbildungen gibt es einen Mangel zu beklagen, der es schwierig macht, die Qualität der Ausbildung einzuschätzen: Niedersachsen zum Beispiel schreibt vor, dass sich die Sportlehrer mit dem Trampolin vertraut gemacht bzw. eine entsprechende Ausbildung absolviert haben sollten. Allerdings wird nicht ausdrücklich definiert, was darunter zu verstehen ist. Es werden weder Angaben zum Umfang noch zu den Inhalten gemacht. Ähnlich sieht es in anderen Bundesländern aus.

Der Deutsche Turner-Bund entwickelt zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Buches zusammen mit der Firma Eurotramp ein Fortbildungskonzept für Pädagogen, das diesen Mangel beheben soll. Eine bundeseinheitliche Übernahme des Konzepts könnte eine verlässliche Einstufung der Kompetenz eines Pädagogen im Bereich Trampolinturnen bewirken.

Das Konzept umfasst die drei Teilbereiche Großgerät, Minitrampolin und Sondergruppen (Menschen mit Behinderungen unterschiedlichster Art) und besteht aus einzelnen Modulen:

Tab. 4.1:Trampolinschein für Pädagogen

Sowohl das Trampolingroßgerät- als auch das Minitrampolinkonzept berücksichtigten das Schülerklientel, das es zu betreuen gilt: Es wird unterschieden zwischen der Grundschule und den Jahrgangsstufen 5 bis 13. Beide Lehrgangsformen verfügen über ein zielgruppenunabhängiges Grundmodul (Gerätekunde, Sicherheit, Gewöhnungsübungen) und ein zielgruppenspezifisches Aufbaumodul. Im grundschulspezifischen Aufbauteil sind spielerische Elemente dominierend, in den höheren Jahrgängen wird vermehrt der Leistungsaspekt berücksichtigt (Sprünge bis zum Salto vorwärts und rückwärts mit entsprechender Hilfeleistung).

Für Sondergruppen wird ein gemischter Lehrgang angeboten, der sowohl das Trampolin als auch das Minitramp beinhaltet.

Das Konzept umfasst zudem folgende Lehrmaterialien, die speziell für dieses Projekt erstellt werden:

Literatur,Lehr-DVD,Musik-CD undSchüler-Arbeitskarten.

4.4Basisschein/Trainerassistent

Mit der Einführung der Trainerassistentenausbildung für 14-Jährige ist das Einstiegsalter für den Basisschein von ehemals 16 Jahren um zwei Jahre herabgesetzt worden. Eine Zusammenlegung ist wegen der fast vollständigen Übereinstimmung der Inhalte sinnvoll gewesen.

Der Trampolin-Basisschein bzw. die Trainerassistentenausbildung soll erfahrenen Trampolinern – darunter sind Personen zu verstehen, die sich sicher auf dem Trampolin bewegen können – die ersten Schritte zu einer Übungsleitertätigkeit nahebringen.

Auf diesem Lehrgang wird zum Abschluss eine aktive Hilfeleistung auf dem Trampolin verlangt und abgeprüft – für absolute Anfänger ist das nicht zu leisten –, der Basisschein ist damit kein Einführungslehrgang für unerfahrene Trampolininteressenten!

Der Basisschein beinhaltet

Geräteauf- und abbau,Sicherheitsbestimmungen,Gewöhnungsübungen,Methodik Fußsprünge (Hocke, Grätsche, Bücke),Fußsprungschrauben (halbe und ganze Schraube),Sitzsprung und Variationen des Sitzsprungs.Bauchsprung und Variationen des Bauchsprungs (mit Hilfeleistung),Rückensprung und Variationen des Rückensprungs (mit Hilfeleistung),Salto vorwärts (mit Hilfeleistung),Salto rückwärts (mit Hilfeleistung),Spielformen,Intensivierungsmöglichkeiten,Bewegungskorrektur,Wettkampfbestimmungen (Auszüge) undAufsichtspflicht.

4.5Trainer C

Die folgende Konzeption der Trainer-C-Ausbildung ist ein Vorschlag, der in vielen, aber nicht allen Landesturnverbänden umgesetzt wird. Die genauen Informationen hat die Geschäftsstelle des jeweiligen Landesturnverbandes (Adressen siehe Hier f.).

Am Ende der Ausbildung stehen eine theoretische und eine praktische Prüfung. Bei Bestehen beider Prüfungsteile erhält der Teilnehmer die Trainer-C-Lizenz. Sie hat vier Jahre Gültigkeit und muss innerhalb dieser Zeit mit Fortbildungslehrgängen im Umfang von 15 LE verlängert werden.

Teilnehmer an der Trainer-C-Ausbildung müssen zum Ausbildungsbeginn das 16. Lebensjahr vollendet haben. Sie müssen unbedingt in der Lage sein, die praktischen Übungen mitzumachen, also körperlich voll belastbar sein. Geistige Reife und ein Mindestmaß an Verantwortungsgefühl sollten selbstverständlich sein. Die Lizenz wird erst nach dem vollendeten 18. Lebensjahr ausgehändigt.

4.6Trainer B

4.7Trainer A

4.8Diplomtrainer

Für Trainer, die hauptberuflich im Bereich Trampolinturnen tätig sein wollen, ist die Diplom-Trainer-Ausbildung sinnvoll. Die Ausbildung gliedert sich in vier Bereiche:

Grundlagenausbildung (480 LE),Spezialisierung (480 LE),sportartspezifische Ausbildung (240 LE) undPraktikum (100 LE).

Weitere Informationen: Trainerakademie Köln des DOSB, Guts-Muths-Weg 1, 50933 Köln, Tel. 0221/94875-15, Fax 0221/94875-20. Internet: www.trainerakademie-koeln.de.

4.9Hochschulausbildung

Viele, jedoch nicht alle Hochschulen bilden im Rahmen des Sportstudiums Studenten im Trampolinturnen aus. Die Einführungskurse entsprechen inhaltlich im Allgemeinen den Inhalten des Basisscheins. In weiterführenden Kursen kann in Absprache mit dem jeweiligen Landesturnverband auch die Trainer-C-Lizenz erworben werden.

4.10Lehrerfortbildung

Für Sportlehrer besteht die Möglichkeit, sich über Fortbildungsangebote der zuständigen Bezirksregierungen und den Lehrerfort- und -weiterbildungsinstituten mit dem Trampolinturnen vertraut zu machen. Wenn diese für Trampolinturnen nicht im Programm enthalten sind, sollten sich interessierte Lehrer mit der Bitte an den entsprechenden Beauftragten der Bezirksregierung wenden, eine solche Fortbildung anzubieten. Da manche Lehrgänge nur einen sehr begrenzten Umfang haben, ist es in diesen Fällen ratsam, den Kontakt zu nahe gelegenen Vereinen oder zu den Verbänden zu suchen.

Informationen über Angebote zur Lehrerfortbildung erteilt neben den zuständigen Stellen in den Bezirksregierungen auch der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV, Am Rasselberg 16, 35578 Wetzlar, T (06441) 92 12 10).

4.11Weitere Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten

Der Aktionskreis Psychomotorik e. V. (akP) befasst sich mit Kindern, die Körperwahrnehmungsstörungen haben, und wendet das Trampolinturnen als eine Therapieform an. Er bietet ebenfalls Lehrgänge an, an denen Lehrkräfte aus den Bereichen Psychomotorik, Motopädagogik, Mototherapie und Ergotherapie teilnehmen können. Die Anschrift der Bundesgeschäftsstelle lautet:

Aktionskreis Psychomotorik e. V., Kleiner Schratweg 32, 32657 Lemgo, T (05261) 97 09 70, Fax (05261) 97 09 72.

Über weitere Verbände oder Organisationen in Deutschland ist uns nichts bekannt. Es ist jedoch ratsam, sich im Hinblick auf die Aneignung von Kenntnissen nicht nur auf die Lehrgangsangebote der verschiedenen Institutionen zu beschränken, sondern jeder Interessierte sollte Eigeninitiative entwickeln und in benachbarten Vereinen, den Fachverbänden oder in der Hochschule nach Informationsquellen suchen.