Traumspiegel - Peter G. Zöls - E-Book

Traumspiegel E-Book

Peter G. Zöls

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Beschreibung

Gedichte aus Tag und Traum bis 2010. Inspiriert wurde ich dazu aus meinen Träumen und Visionen, aber auch durch die manchmal als traumatisch empfundene Lebenswelt, wie in meinem Buch Traumzeit bereits dargestellt.

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Seitenzahl: 62

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhaltsverzeichnis

Der goldene Baum

Das goldene Schwert

Selene

Amsel

Gipfel der Zeit

Ball verkehrt

Friedhof

Deutschland

Der schöne Stern

Prinz Vogelfrei

Existenz

Heiße Herzen

Melinda

Heiße Dichter

Universalklinik

Ode an das Nichts

Die Fratzen

Fata Morgana

Glück

Das Orakel

Die Wolke

Freude

Ebenbild

Einheitsbrei

Früchte

Bisher veröffentlicht:

Versuchende

Traumzeit

Abenteuer eines Zeitreisenden

Werksverzeichnis Peter G. Zöls

Der goldene Baum

Zwischen schillernden Blumen steht ein prächtiger Baum

Unvergleichbar herrlich anzuschaun,

umhüllt mit fliederfarbenen Saum

und einer goldenen Krone,

Welch ein Traum!

Diese Farben! Wie benenn ich sie,

Solches sah ich mein Lebtag noch nie!

Angesichts solcher Kostbarkeit

Verlieren Worte alle Fähigkeit.

Doch bedrohlich nähern Wesen sich dem Zaun

das erhabene Gebilde umzuhaun.

Das Bächlein, fließend hell und klar,

trachten sie zu vergiften gar.

Jüngster Tag

Der jüngste Tag ist immer schon da

Wir sollten uns schämen

für jeden Moment,

der lieblos war.

Liefe die Zeit zehntausendfach schneller

sähen wir einen Herzschlag lang viel heller.

wie die Lebenskräfte sich verdünnen

und in öden Wüsten verrinnen.

Das werden wir im Anblick des Todes sehen

wenn die Uhren rasend rückwärts gehen.

Lieblosigkeit gleicht Selbstverachtung,

Menschen gehen freiwillig zur Schlachtung

lassen sich auf dem Fließband zersägen,

und durch den Fleischwolf zerlegen

dem Wahn verfallen, man könne Zeit,

die unfassbare Wesenheit,

mit tickenden Uhren bemessen.

Nebel der Nacht

Die Geschöpfe des Frühlings leben in Träumen

Schweifend sie selig den Olymp umsäumen,

doch verzweifelt suchen sie vergebens

das grüne Laub über den Gebirgshöhn.

Unerreichbar flimmern die Lichter des Lebens,

einsam ziehen die Nebel der Nacht

in öden sinnentleerten Räumen.

Taumelnd zerstreut sich das All

in dunkle unvorstellbare Weiten

Myriaden leuchtender Sterne

verstrahlen die Botschaft des Sein.

Einsame Wanderer der Zeiten

was treibt euch in die Ferne?

Wirbelnd um Gleichgewicht ringend

erwecken die Strahlen der Sonnen das Leben

auf den erstarrten dunklen Begleitern

und bunte Träume des Himmels

lassen die kostbaren Blumen erblühn.

Durstend trinken die Geschöpfe das Licht

und strahlend setzt das liebende Feuer

seine Hoffnung in das blühende Leben

Erst war es einsam ganz bei sich,

dann erdachte es die Leere.

Zerstreut es sich in diesen Traum,

um in der umgekehrten Welt

sein Spiegelbild zu schaun?

Was das zersplitternde All zusammenhält,

sind die verbindenden Gesetze dieser Welt.

Doch die Fesseln und Bande reißen

und mit rauben plündern und morden

werden Paradiese verwüstet durch wilde Horden

Am Anfang war nicht nur das Wort,

denn verdunkelt ist dieser Ort,

zur Hinterlist geworden die Sprache,

als Werkzeug von Betrug, Intrige und Mord

wenn sich die Welt als Täuschung offenbart,

löst sich das Licht von den Schatten.

Meere stürzen aufs Land,

die Himmel zerspalten sich.

heulend zerren Hunde an den Ketten,

Schlangen speien tödliches Gift

Luft und Wasser sind verpestet.

Die Sonne hält inne in ihrem Lauf,

die belebenden Strahlen des Lichts

werden zur versengenden Glut,

doch aus der brennenden Asche,

steigt strahlend der Phönix auf.

Träume

Die Welt um uns ist künstlich gemacht

Träume sind wahr, drum gebt auf sie acht!

Die rätselhaften Bilder der Nacht

kommen und gehen,

und sind nicht erdacht.

Wenn sie offenbaren im Leben

will verborgene Wahrheit sich regen

Doch will man uns auf diesem Planeten zwingen,

dem Mammon alle Opfer zu bringen

und was unsere Augen sehen wollen.

ist nur noch das, was wir auch sehen sollen.

Für welchen Weltzweck verkümmert das Gefühl,

wird Menschlichkeit zertreten im Gewühl?

Platte Oberwichtel kennen nur die nackte Gier,

werden wir dafür so verstümmelt hier?

Es gibt nicht nur einen Sinn in diesem Leben,

wenn wir nach höherer Erkenntnis streben,

Am Anfang war Gott ganz nach innen gekehrt,

dann hat er sich ins Außen verkehrt.

Träume sind sein Atem, der uns berührt

und uns wieder heimwärts führt

Selbst das Universum verfliegt sich im Sein

doch dann atmet es auch wieder ein.

Die kosmischen Gesetze gründen im Kleinen

und gelten im Groben, wie im Feinen.

Es ahnt niemand von den verbogenen Zwergen,

welche Schätze wir in uns selber bergen

Das goldene Schwert

Prometheus

Am Grunde des Wassers bei dem Riff,

liegt das alte versunkene Schiff.

Ritter mit goldblauen Helmen

reichen das goldene Schwert empor,

staunend befühlt er das kostbare Dekor.

Warum findet sich niemand bereit,

ihm die Bürde abzunehmen?

Taugt diese Waffe überhaupt zum Streit?

Ist er Held genug, sie anzunehmen?

Selene

Am Anfang ist das Bild

Sehen und Verstehen ist eins im Leben

Das ist die Wahrheit auf dem Schild

Der Weg ins goldene Zeitalter ist weit

Da gab es begabtere Wesen

In der sagenumwobenen alten Zeit

wohnten selbst Götter noch auf Erden,

nun wird sie abgegrast von stumpfen Herden.

Traut denen nicht, die viel Worte wählen,

euch mit „Einerseits“

und wieder mit „Andererseits“ quälen!

Die Herrschaft der Worte ist nicht tüchtig,

denn als Rädchen im Sprachgetriebe

seid ihr viel zu wichtig

Wer weiß heute noch, wovon er redet

Das Zeitalter ist traurig verödet.

Selbst die Liebe will man mit Worten erklären,

andererseits aber mit dem Zweifel zerstören.

Wollt ihr Euch binden nach Eurer Wahl

wird Euch staatlicher Segen zur Qual

wollt ihr Euch von Eurem Weibe trennen,

müsst ihr einen Advokat benennen.

Wollt ihr mit eurem Feinde streiten,

sollt ihr ihm auf Akten entgegen reiten,

die Stände reißen Beute für falschen Rat,

zum Moloch geworden ist der Staat

Er sieht Euch als sein alleiniges Gut

und fordert für jedes Bedürfnis Tribut

Um das Eigentum zu mehren in diesem Reich,

fallen Tausend und aber Tausend

oft auf einen Streich.

Ihr einziger Gott liebt Menschenopfer

und den Geruch von verbranntem Fleisch.

Hört auf, in fremder Sprache zu denken,

die falschen Priester sollten Euch nicht länger lenken.

Ihr sind viel mehr als man Euch lehren kann!

Drum haltet mit dem Denken ein

und kein Scherge dringt in euren Hain.

Zwergenkönig Burri

Wir dulden dich auf unserem Planeten nicht,

denn aus anderem Holz bist du geschnitzt

Hier erreichst du den unsterblichen Ruhm

nur durch das heilige Eigentum

Die Armen sind hier, ihre Sünden zu büßen,

nicht, um das schöne Leben zu genießen.

Das Dasein ist Ihnen nicht zum Vergnügen.

Du wirst noch unsere Knechte belügen,

die sich mit ihrer Einfalt begnügen.

Ihr täglich Brot müssen sie hart erwerben,

dafür dürfen sie in Glückseligkeit sterben,

hoffend auf eine gerechtere Welt

in der sie verdienen besseres Geld.

Wir sind die Herrscher auf diesem Stern

Euer größtes Glück sei uns zu dienen,

verehren sollt ihr nur einen Herrn.

Heilig, heilig, heilig ist nur das Geld,

arm bleibst du verachtet in dieser Welt.

Prometheus

Weh mir,

sicher bin ich auf Erden nicht,

mich verrät mein strahlendes Gesicht.

In welchem Winkel sollt ich mich verbergen,

unbehelligt von den grauen Zwergen

an ihr Bergwerk werden sie mich schmieden,

um den Geist mir durch Knechtschaft zu biegen.

Was Leben sie nennen ist der Tod,

das Glück verkümmert zur nackten Not,

das Heute verschieben sie auf Morgen,

das Dasein erniedrigen sie zu Sorgen,

Freiheit heißt Knechtschaft gar,

nur Falschheit ist ihnen wahr.

Die Harmonie der Stille ist ihnen nicht geheuer,

ist doch der Kling-Klang ihrer Kassen so teuer.

Schrilles Gelärme Tag um Tag,

sind die Klänge, die der Wichtel mag

Maschinen röhren stampfen heulen,

zertrümmert sind die alten Säulen.

Menschsein geht unter im toten Geklapper

und im stumpfen Maschinengeratter.

Die Nachtigall kann niemand mehr hören

Das Getöse wird alles Leben zerstören.

Abschied nehmen die Dichter,

vorbei die Sommer der Glückseligkeit,

jetzt gleiten kalt belebte Nebel

in grauer Öde der Vergeblichkeit

fahl erbleichen geknechtete Gesichter

Dunkle Schatten fallen auf den Mai,