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Jeder Mensch träumt, wenn er schläft! Immer! Man kann sich jedoch nur selten genau erinnern, was man geträumt hat. Doch wenn man sich erinnert, scheinen die Träume oftmals sehr real gewesen zu sein. Warum ist das so? Diese Frage kann der Autor auch nicht beantworten. Was aber, wenn der Geist des Träumenden in eine "reale" Traumwelt gelangt? Laut Wikipedia wird als "real" zum einen etwas bezeichnet, das keine Illusion ist und nicht von den Wünschen oder Überzeugungen einer einzelnen Person abhängig ist. Zum anderen ist "real" vor allem etwas, das in Wahrheit so ist, wie es erscheint, bzw. dem bestimmte Eigenschaften "robust" – also nicht nur in einer Hinsicht und nicht nur vorübergehend – zukommen. (Zitat; zu finden unter dem Stichwort: Realität) Anders gesagt: …, dass Realität so ist, wie sie erscheint … Und anderer Stelle (frei zitiert): Realität ist, wenn etwas real ist! Also: Wasser ist nass, wenn Wasser nass ist; und somit ist Wasser nass, weil es nass ist! Ist also ein Traum real? Nach der Erklärung bei Wikipedia nicht! Denn wie steht da: "…und nicht nur vorübergehend …!" Aber das ganze Leben ist nur vorübergehend, erfüllt also auch nicht die Anforderung!
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Seitenzahl: 132
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Manfred Greifzu
Traumwelten
Roman
Impressum
© NIBE Media © Manfred Greifzu
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Die Handlung dieses Romans ist frei erfunden. Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Danksagung
Ich bedanke mich bei meinem Freund und Verleger „Nick“ (Bettinger), dass ich seine Kurzgeschichte Das Geheimnis der Menschheit Die Botschaft der Anunnaki abgewandelt als Kapitel verwenden durfte, sowie für das gelungene Buch-Cover.
Dank auch an Jörg Petersen, der mich in meine Traumwelt begleitete, sich von ihr inspirieren ließ, mir seine künstlerischen Gedanken zur Verfügung stellte und so meinem Roman ein eigenes Flair gab.
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Doppelt
Der erste Kontakt
Der Schlüssel
Alptraum
Erste Erklärung
Vorstellung
Allschöpfer
Isazana
Mahel
Ikne
Klukks
Allschöpfer
Erste Experimente
Erstes Wissen
Menschwerdung
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
Besuch auf dem Mond
Pandemie
Freundes Traum
Bedrohung
Manipulation der Zeit
Erklärung
Höllenqualen
Neue Freunde
Erholung und Spaghetti
Die Fliege
Vorbereitung
Die Aufgabe
Ausführung
Eine merkwürdige Welt
Neue Gefahr
Lange Leitung
Schatten
Alien
Der Aufzug
Das Tor
Was ist Realität?
Die verlorene Stadt
Zurück auf den Mond
Das Opfer
Epilog
Die Grafiken und Künstler
Vorwort
Was ist real? Was Realität?
Können wir sicher sein, überhaupt in einer realen Welt zu leben? Ist das, was wir Leben nennen, nicht vielleicht nur ein Traum?
Vor Jahren gab es im TV einen interessanten Spielfilm.
Sein Titel: „Welt am Draht“.
Kurz zusammengefasst: Einer Gruppe von IT-Spezialisten war es gelungen, in einem riesigen Computer eine kleine Welt mit allem, was dazugehörte zu simulieren. Die in dieser Simulation lebenden Menschen waren fest davon überzeugt, real zu existieren.
Mit Hilfe einer besonderen Schnittstelle konnte sich einer der Wissenschaftler – natürlich nicht körperlich – in diese Welt geben und an dem dortigen Leben teilhaben.
Und dann beging der Leiter dieser wissenschaftlichen Einrichtung völlig unerwartet und unerklärlich Selbstmord.
Warum?
Eines Tages tauchte plötzlich aus dem Nichts ein Mann in dem Labor auf, in dem der Leiter gerade Berechnungen für eine Erweiterung der virtuellen Welt vornahm.
Eindringlich und ziemlich energisch forderte dieser Mann den Wissenschaftler auf, ihn in die wirkliche, reale Welt zu lassen. Auf die Erklärung, dies sei die reale Welt, entgegnete der Fremde: „DU meinst, dies wäre die reale Welt…“
Kurze Zeit später beging der Wissenschaftler Selbstmord.
In diesem Roman nun wird die Geschichte eines Mannes erzählt, dessen Identität nicht preisgegeben wird. Dies erleichtert dem Leser, sich in seine Person ohne Probleme hineinzuversetzen.
Aber ist es nur ein phantastischer Roman?
Die Beantwortung dieser Frage bleibt jedem Leser selber überlassen. Ein Hinweis sei aber doch gegeben: Einige hier beschriebene Gegebenheiten beruhen auf „realen“ Vorkommnissen…
Doppelt
Alles begann an einem schönen Tag Anfang August.
Ich war auf dem Heimweg. Ich hatte meine Mutter, die in einem Seniorenwohnheim wohnte, besucht. Ich war mit dem Bus gefahren, da ich kein Auto hatte. Nebenbei bemerkt: Ich vermisste es auch nicht.
Ich wollte die Gelegenheit nutzen und noch einige Einkäufe in einem Supermarkt tätigen, bevor ich mich wieder meinem Roman, an dem ich gerade arbeitete, widmete. Also stieg ich ein paar Haltestellen früher aus, als ich eigentlich musste.
Beim Aussteigen hatte ich plötzlich das Gefühl, dass meine Brille verrutscht wäre. Ich sah alles leicht doppelt und ein unwirkliches Gefühl beschlich mich. Der fast automatische Griff zur Brille zeigte mir, dass diese richtig auf meiner Nase saß. Ich dachte sofort daran, dass ich heute noch nichts getrunken hatte – nee, keinen Alkohol – ich war strikter Anti.
Ab und zu mal ein Pils, wenn ich mit Freunden essen war, gönnte ich mir aber schon; der besseren Verdauung wegen!
Das unwirkliche Gefühl verstärkte sich und ich fühlte mich irgendwie am falschen Ort, als wäre ich „in einem falschen Film“. Nun war ich von Natur aus nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Das hatte mir schon oft geholfen, brenzliche und unangenehme Situationen zu überstehen. Solange alles so war, wie ich es in Erinnerung hatte, machte ich mir keine Sorgen.
Das änderte sich aber schlagartig, als ich den Supermarkt betrat. Bisher hatte ich immer genau gewusst, wo das Gesuchte zu finden war. Schnell rein, die benötigten Sachen aus den Regalen genommen, zur Kasse und schnell wieder raus – das war meine Devise. Nun aber stutzte ich. Ich hatte etwas direkt aus dem ersten Regal am Eingang nehmen wollen und hatte meine Hand schon erhoben. Aber das erwartete Regal war nicht da! Der ganze Eingangsbereich war nicht so, wie er sein sollte. Nun gut, hier war wohl einiges umgestellt worden und so dauerte es etwas, bis ich das Gesuchte gefunden hatte. Nun wurde mir aber doch etwas mulmig. Die restliche Aufteilung des Supermarktes war zwar wie gewohnt, aber das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein, verstärkte sich.
Nur nichts wie raus hier, dachte ich und steuerte auf die Kassen zu. Da ich den Supermarkt mindestens zweimal die Woche besuchte, kannte ich alle Kassiererinnen – meinte ich.
Nun saßen dort nur mir fremde Frauen. Der „Doppelblick“ verstärkte sich etwas. Nun bloß nicht die Nerven verlieren!
Ich konzentrierte mich und verließ mich nun ganz auf meine Erinnerung wo und wie alles war. Dabei wurde das Gefühl, dass etwas nicht stimmte – das ich am falschen Ort war – immer stärker. Und das, obwohl von nun an alles so war, wie es sein sollte. Selbst der Rückweg zur Bushaltestelle, den ich vor ein paar Minuten ja schon mal gegangen war, kam mir aber unwirklich vor.
Aufmerksam und konzentriert sah ich mich immer wieder um, da ich befürchtete, mich zu verlaufen. Aber bis auf dieses Gefühl war alles wie immer. Was war bloß los?
Ich musste daran denken, dass ich nur sehr ungerne Fahrstühle benutzte. In jungen Jahren hatte ich immer die Befürchtung gehabt, dass sich die Türen nicht dort öffneten, wo ich eigentlich hinwollte. Und damit war nicht ein falsches Stockwerk gemeint. Eher so ala „Fahrstuhl in die Vergangenheit“ oder so.
Entgegen meiner aufkeimenden Befürchtung fuhr der Bus die bekannte Strecke und hielt auch an der gewohnten Haltestelle. Immer noch „doppelsichtig“ ging ich vorsichtig den Weg zu meiner Wohnung. Nun fehlt nur noch, dass der Hausschlüssel nicht passt, schoss es mir durch den Kopf. Aber er passte!
Als ich aber die Wohnungstür aufgeschlossen hatte, blieb ich erstarrt stehen. „Wo bist du so lange gewesen“, tönte mir die keifende Stimme einer Frau entgegen. Also, das war nicht meine Frau, wie ich sie kannte. Meine Frau war eine nette liebevolle Frau mit einer meist immer netten freundlichen Stimme. Aussehen tat sie allerdings wie meine Frau, sah mich aber mit einem stechenden unfreundlichen Blick an.
„Ich war noch einkaufen“, murmelte ich überrascht und leicht schockiert. Ich verstaute die gekauften Sachen an ihren Platz in der Küche und flüchtete erst einmal auf die Toilette.
Als ich mich wieder einigermaßen gesammelt hatte, beschloss ich, meinen Verleger und Freund anzurufen und mich nach dem Stand des Verkaufs meiner bisherigen Bücher zu erkundigen. „Was willst du denn schon wieder“, tönte es aggressiv und unfreundlich aus dem Hörer. Ich schluckte; das war doch nicht mein Freund! „Oh, Tschuldigung; hab mich verwählt“, stotterte ich und unterbrach die Verbindung. Einen Augenblick blieb ich unbeweglich an meinem Schreibtisch sitzen. Nun wusste ich mit Sicherheit: Hier stimmte etwas nicht!
Die besten Ideen für den Fortgang der Handlungen in meinen Romanen hatte ich immer im Bett – kurz vor dem Einschlafen. Vielleicht half mir das ja auch bei der Lösung dieses Problems. Also legte ich mich, so wie ich war, aufs Bett und versuchte, mich zu entspannen. Was natürlich nicht leicht war und auch durch die immer noch vorhandene „Doppelsichtigkeit“ nicht gerade gefördert wurde. Doch es dauerte nicht lange und ich schlief ein.
„Ist alles in Ordnung?“ Die besorgte, aber freundliche Stimme meiner Frau weckte mich. „Du gibst so komische Geräusche von dir“, klärte sie mich auf. Ich atmete tief durch; die „Doppelsichtigkeit“ und dieses unwirkliche Gefühl waren weg.
„Nein, nein“, murmelte ich. „Der Besuch bei meiner Mutter war wohl nervenaufreibender als gedacht“, wiegelte ich nachdenklich ab.
Das Klingeln des Telefons bewahrte mich vor weiteren Erklärungen. Mein Verleger war am anderen Ende. „Hi, du lebst ja noch“, begann dieser das Gespräch. „Hast ja lange nichts von dir hören lassen.“ Nun ja, wenn man gewöhnlich jeden Tag mit einander telefoniert, dann ist ein Tag schon mal eine lange Zeit. „Ich will dich nur informieren, dass gerade eine große Buchhandelskette 100 deiner Romane bestellt hat. Ist doch toll, was?“
„Toll“, antwortete ich kurzsilbig.
„Hä? Was’n mit dir los“, ließ sich mein Freund vernehmen. „Du tust ja gerade so, als wäre das das Normalste der Welt.“
„Nein, nein. Ist natürlich großartig. Ich… Ich bin… äh, mit meinen Gedanken im Augenblick ganz wo anders“, stotterte Ich. „Ich muss erst mal beikommen. Ich erzähl’s dir später.“
„OK, dann störe ich nicht länger“, entgegnete mein Freund und Verleger. „Aber melde dich bald, ja?“
„Versprochen“, sagte ich und unterbrach die Verbindung.
„Ich will jetzt aber sofort wissen, was mit dir los ist.“ Die ruhige nette Stimme meiner Frau gab mir das gewohnte Selbstbewusstsein wieder.
„Es ist nichts Schlimmes. Gib mir nur bitte etwas Zeit. Ich hab da einiges zum Nachdenken.“ Ich sah meine Frau bittend an. Sie nickte verständnisvoll und widmete sich wieder ihrem Hobby.
Später erzählte ich ihr, was mir passiert war. Da sie mich kannte und daher genau wusste, dass ich mit sowas keine Scherze treiben würde, fragte sie mich leicht beunruhigt, ob ich nicht besser einen Arzt aufsuchen sollte. Aber was für einen Arzt sollte ich konsultieren? Ich beruhigte sie und versprach, dies zu tun, sollte es sich wiederholen.
Meine Gedanken über diesen Vorfall gingen in eine ganz andere Richtung!
Ich legte mich also wieder ins Bett und versuchte, in diesen Zustand kurz vor dem Einschlafen zu gelangen. In diesem Zustand konnte ich am besten nachdenken und hatte oft auch gute Ideen für den Fortgang meiner Romane. Aber diesmal schlief ich fast augenblicklich ein.
Mein Leben sollte sich alsbald grundlegend ändern!
Der erste Kontakt
Ich saß vor meinem Blockhaus am See. Ich hatte es mir auf einem Gartenstuhl auf der Terrasse, die bis über das Ufer reichte, gemütlich gemacht und versuchte, an nichts zu denken.
Hinter dem Haus erstreckte sich eine saftig grüne Naturwiese. Rundherum wurde diese von einem dichten urtümlichen Wald begrenzt. Im Hintergrund war der Beginn eines Gebirges zu erkennen. Das Wasser des Sees war spiegelglatt, kein Windhauch ging und es war merkwürdig ruhig.
Also alles, um richtig auszuspannen und sich seinen Tagträumen hinzugeben.
Und genau das war die Gefahr! Denn dies hier war ein merkwürdiger, um nicht zu sagen überirdischer Ort.
Denn hier wurden Träume und Wünsche wahr! Das ist doch toll, meinen Sie?
Dann will ich Ihnen einmal von diesem Ort erzählen.
Schöner alter Wald, eine grüne Wiese, kein Wind, kein Ton. Wo sind die Vögel? Käfer und surrende Insekten? Auch Hasen oder Kaninchen würde man erwarten – nichts!
Kaum hatte mein Bewusstsein diese Fragen gestellt, erhob sich ein Zwitschern von Vögeln, Insekten summten um mich herum, und die Oberfläche des Sees wurde von einer leichten Briese gekräuselt. Fasziniert sah ich einer großen Libelle nach, die kurz vor meinem Gesicht in der Luft verharrt hatte und nun Kurs auf das Seeufer nahm.
Tja, so geht das hier! Kaum an etwas gedacht, schon ist es da. Das ist doch toll, meinen Sie? Nun, warten Sie’s ab.
Als ich zum ersten Mal an diesen Ort kam, gab es hier nichts. Einfach nur eine Ebene – flach – so unendlich weit, dass man das Ende nicht sehen konnte.
Wieso ich gerade in diesem Moment an einen See, ein Blockhaus inmitten einer Wiese, umgeben von einem Wald denken musste, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall war genau dies nach einem Wimpernschlag meinerseits da. Einfach so.
Neugierig ging ich in das Haus. Leer – nichts – nur kahle leere Wände. So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt!
Nein? Dann vielleicht so?
Plötzlich war da an einer Seite ein gemauerter Kamin, daneben führte eine Tür in einen weiteren Raum. Nach vorne, Richtung See gab es plötzlich auf jeder Seite der Eingangstür ein großes Butzen-Fenster. Ebenso auf der gegenüberliegenden Seite. Eigentlich fehlen im Hintergrund noch ein paar Berge dachte ich gerade – und voila – wie wär‘s denn damit?
Sie können sich sicherlich vorstellen, dass ich ziemlich perplex war. Wo war ich hier? Und – wie bin ich überhaupt hierhergekommen?
Nun bin ich ein Mensch, der nicht so leicht in Panik verfällt – es war ja auch keine direkte Bedrohung für mich sichtbar.
So plötzlich, wie der Spuk – war es ein Spuk gewesen? – gekommen war, war er auch wieder verschwunden. Ich lag in meinem Bett. Etwas verwirrt sah ich auf meinen Wecker.
Gerade mal eine Stunde war vergangen. Während ich versuchte, meine Gedanken zu sortieren und über das Erlebte nachzudenken, schlief ich wieder ein.
Dass es sich um keinen normalen Traum gehandelt haben konnte, merkte ich am nächsten Morgen. Ich konnte mich nämlich an jede Kleinigkeit erinnern. Normalerweise konnte ich mich schon sehr kurz nach dem Erwachen nicht mehr an das Geträumte erinnern, meist blieb nur ein Gefühl zurück und das schon mal ziemlich lange.
Ich hatte das Glück, dass ich mir als freischaffender Schriftsteller meinen Tag so einteilen konnte, wie ich wollte und so beschloss ich, nach einem guten Frühstück für heute die Arbeit Arbeit sein zu lassen. Ich wollte über das Geschehene nachdenken und bald schon machte sich ein Verdacht in mir breit. Ich harrte der Dinge, die kommen würden – dass noch mal etwas passieren würde, dessen war ich mir sicher.
Und so war es auch einige Tage später. Ich hatte wieder einige Einkäufe in dem schon bekannten Supermarkt getätigt und befand mich auf dem Weg „Richtung Heimat“. Ich hatte beschlossen, den nicht allzu langen Weg heute einmal zu Fuß zu gehen, denn schließlich würde ich wieder lange vor dem Computer sitzen und an meinem neuen Roman schreiben.
Und ein wenig Bewegung schadet ja bekanntlich nicht.
Ich war noch nicht weit gekommen, da schlug die Doppelsichtigkeit so plötzlich und stark zu, dass ich ins Stolpern geriet. Die Sehbeeinträchtigung verging zum Glück so schnell, dass ich mich fangen konnte und nicht hinfiel. Tief Luft geholt – und ich sah vor mir einen kleinen im Sonnenlicht in allen Regenbogenfarben funkelnden Gegenstand auf dem Bürgersteig liegen und dicht daneben ein Ein-Cent-Stück.
Prinzipiell bücke ich mich für ein Ein-Cent-Stück, wie ich es auch schon seit jeher mit einem Ein-Pfennig-Stück gemacht habe. Denn das waren für mich immer Glückspfennige gewesen!
Natürlich hob ich auch den funkelnden Gegenstand auf.
Es handelte sich um einen Ohrstecker. Ich steckte ihn in meine Jackentasche und legte ihn später oberhalb des Zahlenblockes auf meine PC-Tastatur.
Nachdem ich den getätigten Einkauf in der Küche verstaut hatte, fühlte ich mich mit einem Mal ziemlich müde und leistete mir den Luxus, mich am helllichten Tage aufs Bett zu legen. Meine Frau kannte das schon, da ich das oft machte, wenn ich mit meinem Roman nicht weiterkam. Sie sagte also dazu nichts weiter, und ich schlief sofort ein.
Da saß ich nun auf dem Gartenstuhl auf meiner Terrasse in dieser merkwürdigen Welt, versuchte mich zu entspannen und bloß an nichts zu denken. Früher einmal, in jungen Jahren, war mir das leichtgefallen. Jetzt musste ich mich sehr konzentrieren, um meinen Geist leer zu bekommen und auch zu halten.
Schön blöd von mir, denken Sie vielleicht. Ich könnte mir doch einen Sack voll Geld oder ein tolles Auto wünschen!
Ach ja?
