Trumpismus - Carsten Rasch - E-Book

Trumpismus E-Book

Carsten Rasch

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Beschreibung

Der Trumpismus ist kein Randphänomen - er hat die älteste Demokratie der Welt ins Wanken gebracht. Was als Wahlkampfslogan begann, ist heute eine Bewegung, die Amerikas Selbstverständnis herausfordert und die Grundlagen westlicher Demokratien auf die Probe stellt. Dieses Buch erzählt die Geschichte des Trumpismus: von seinen ideologischen Wurzeln über den Slogan "Make America Great Again" bis hin zu den gesellschaftlichen Krisen, die seinen Aufstieg ermöglichten. Es zeigt, wie ein exklusives Bild des "wahren Amerika" entsteht, das ethnische und religiöse Identität ins Zentrum rückt und die Gesellschaft spaltet. Die Analyse reicht von Angriffen auf demokratische Institutionen über die Innen- und Außenpolitik unter "America First" bis hin zu Wirtschaftsnationalismus, Handelskriegen und Protektionismus. Sie beleuchtet die Radikalisierung der Bewegung, die Rolle von Verschwörungstheorien und Desinformation sowie den Sturm auf das Kapitol - ein Symbol für die Gefährdung demokratischer Prinzipien. Doch das Buch bleibt nicht bei der Diagnose stehen: Es zeigt auch, wie Institutionen, Zivilgesellschaft und Medien Widerstand leisten und welche Szenarien für die Zukunft denkbar sind. Kann der Trumpismus ohne Donald Trump überleben? Welche Konflikte könnten entstehen - und wie wird die Geschichte ihn bewerten? Mit 100 präzisen Leitfragen bietet dieses Werk die umfassendste Analyse einer Bewegung, die nicht nur Amerikas Zukunft, sondern die Stabilität der westlichen Demokratie prägen könnte.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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„Trumpism is here to stay”Bernie Sanders

Gender Disclaimer

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die geschlechtsspezifische Schreibweise sowie auf eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

Eine politische Bewegung erschüttert die älteste Demokratie der Welt. Der Trumpismushat sich von einer Wahlkampfstrategie zu einem gesellschaftlichen Phänomen entwickelt, das die Vereinigten Staaten von Amerika grundlegend verändert – und dessen Auswirkungen weit über ihre Grenzen hinausreichen.

Dieses Buch unternimmt eine umfassende Analyse des Trumpismus als ideologisches, politisches und gesellschaftliches Phänomen des 21. Jahrhunderts. Es geht weit über die Person Donald Trump hinaus und untersucht die tiefen historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wurzeln einer Bewegung, die das amerikanische Selbstverständnis herausfordert und die demokratischen Institutionen auf eine beispiellose Probe stellt.

Der Aufstieg einer Bewegung

Im ersten Teil des Buches werden die ideologischen Grundlagen des Trumpismus beleuchtet: seine Abkehr vom traditionellen US-Konservatismus, die Bedeutung des Slogans „Make America Great Again“ und die gesellschaftlichen Krisen, die seinen Aufstieg begünstigten. Der Trumpismus entpuppt sich dabei als Reaktion auf Globalisierung, wirtschaftliche Unsicherheit und einen tiefgreifenden kulturellen Wandel, der große Teile der amerikanischen Gesellschaft verunsichert hat.

Der Kampf um Amerikas Seele

Das Buch analysiert, wie der Trumpismus ein exklusives Bild des „wahren Amerika“ konstruiert, das ethnische, religiöse und kulturelle Identität ins Zentrum rückt. Es untersucht die trumpistische Vision von Gesellschaft und Familie, die Behandlung von Minderheiten und die zunehmende Polarisierung, die das Land in unversöhnliche Lager spaltet. Der Kampf um amerikanische Werte und Identität wird dabei zu einem Kampf um die Zukunft der Nation selbst.

Angriff auf die Demokratie

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Trumpismus als Bedrohung für demokratische Prinzipien. Das Buch untersucht systematisch, wie Legislative, Exekutive und Judikative unter Druck geraten, wie das Wahlsystem gefährdet wird und welche Risiken für Menschen- und Bürgerrechte entstehen. Die Politisierung des Militärs und die potenzielle Transformation zu einer autoritären Staatsform werden ebenso thematisiert wie die Erosion verfassungsrechtlicher Grundprinzipien.

Innen- und Außenpolitik als Machtinstrument

Die innenpolitischen Positionen des Trumpismus – von der Einwanderungspolitik über Sozial- und Gesundheitspolitik bis hin zu Bildung und Kultur – werden detailliert dargestellt. Ebenso wird die Außenpolitik unter dem Banner „America First“ analysiert: der Bruch mit multilateralen Institutionen, die Neuordnung internationaler Beziehungen und die Auswirkungen auf die globale Weltordnung. Die USA ziehen sich zurück – und hinterlassen ein Machtvakuum.

Wirtschaftskrieg und Protektionismus

Das Buch widmet sich ausführlich der trumpistischen Wirtschaftspolitik als Herrschaftsinstrument: Wirtschaftsnationalismus, Handelskriege und Protektionismus werden nicht nur als ökonomische Strategien verstanden, sondern als politische Waffen im Kampf um nationale Souveränität. Die langfristigen Risiken für die amerikanische Wirtschaft und die globalen Märkte werden dabei ebenso untersucht wie die sozialen Folgen für verschiedene Bevölkerungsgruppen.

Radikalisierung und Gewalt

Ein besonders brisanter Teil analysiert die Radikalisierung innerhalb der trumpistischen Bewegung: die Rolle von Desinformation und Verschwörungstheorien, die Konstruktion von Feindbildern und Bedrohungsszenarien, die wachsende Bereitschaft zu politischer Gewalt. Von Charlottesville bis zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 – das Buch zeichnet nach, wie eine politische Bewegung an den Rand der Demokratie driftet und paramilitärische Strukturen entstehen.

Digitale Manipulation und Medienkrieg

Der Trumpismus hat die Medienlandschaft revolutioniert. Das Buch untersucht die Strategien der politischen Kommunikation, die bewusste Verbreitung von Desinformation, die Rolle sozialer Medien und den Angriff auf die Pressefreiheit. Die Politisierung der Medien und der Verlust des Vertrauens in traditionelle Informationsquellen werden als zentrale Elemente der trumpistischen Machtausübung analysiert.

Widerstand und demokratische Resilienz

Doch das Buch zeigt auch Gegenbewegungen auf: politische Institutionen, die Zivilgesellschaft, Kirchen und Medien, die sich dem Trumpismus entgegenstellen. Es untersucht die Reaktionen beider Parteien, analysiert Formen des Widerstands und stellt die Frage, wie langfristige demokratische Resilienz aufgebaut werden kann. Der Kampf um die amerikanische Demokratie ist noch nicht entschieden.

Zukunftsszenarien

Abschließend wagt das Buch einen Blick in die Zukunft: Kann der Trumpismus ohne Donald Trump überleben? Welche neuen Themen könnte die Bewegung aufgreifen? Welche nationalen und internationalen Konflikte könnten entstehen? Das Buch entwickelt verschiedene Szenarien – von der langfristigen Stabilisierung bis zum möglichen Zerfall der Bewegung – und fragt, wie die Geschichte den Trumpismus einmal bewerten wird.

Ein unverzichtbares Werk

Mit 100 präzise formulierten Leitfragen bietet dieses Buch die umfassendste Analyse des Trumpismus als politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Phänomen. Es verbindet wissenschaftliche Präzision mit verständlicher Sprache und liefert sowohl Einsteigern als auch Experten tiefe Einblicke in eine Bewegung, die die Zukunft nicht nur Amerikas, sondern der gesamten westlichen Demokratie bestimmen könnte.

Dies ist nicht nur ein Buch über Donald Trump – es ist eine Analyse darüber, wie Demokratien unter Druck geraten, wie Gesellschaften sich spalten und wie autoritäre Tendenzen in modernen Demokratien Fuß fassen können.

Der Trumpismus ist mehr als eine politische Episode – er ist ein Wendepunkt der Geschichte. Dieses Buch erklärt, warum.

Inhalt

Der Aufstieg des Trumpismus Ursprung und ideologische Grundlagen des Trumpismus

1. Was ist der Trumpismus?

2. Was sind die kurzfristigen und langfristigen Strategien des Trumpismus?

3. Was sind die kurzfristigen und langfristigen Ziele des Trumpismus?

4. Welche geschichtlichen Entwicklungen beeinflussten den Trumpismus?

5. Welche wirtschaftlichen, philosophischen und politischen Ideologien prägen den Trumpismus?

6. Wie unterscheidet sich der Trumpismus von traditionellem US-Konservatismus?

7. Welche Bedeutung hat Donald Trump als Person im Trumpismus?

8. Was bedeutet der Slogan „Make America Great Again“ (MAGA) im Kontext des Trumpismus?

9. Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Krisen begünstigtenden Aufstieg des Trumpismus?

10. Warum ist der Trumpismus ein politisches und gesellschaftliches Phänomen des 21. Jahrhunderts?

Ordnung, Unordnung, Neuordnung Kampf um Amerikas Identität und Werte

11. Wie definiert der Trumpismus das „wahre Amerika“?

12. Wie interpretiert der Trumpismus amerikanische Werte?

13. Welche Bedeutung haben religiöse Inhalte und Werte im Trumpismus?

14. Welche gesellschaftlichen Gruppen gelten im Trumpismus als „die eigentlichen Amerikaner“?

15. Welche Bedeutung hat die ethnische Identität im Gesellschaftsbild des Trumpismus?

16. Welche Vorstellung hat der Trumpismus von der amerikanischen Gesellschaft?

17. Welche Vorstellung hat der Trumpismus von der amerikanischen Familie?

18. Wie werden People of Color im politischen Diskurs des Trumpismus behandelt?

19. Wie werden LGBTQ-Rechte im politischen Diskurs des Trumpismus behandelt?

20. Welchen Einfluss hat der Trumpismus auf die Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft?.

Angriff, Legitimationskrise, Erosion Trumpismus als Angriff auf die Demokratie

21. Wie beeinflusst der Trumpismus die Demokratie in den USA?

22. Warum wird der Trumpismus als Gefahr für die Demokratie gesehen?

23. Welche verfassungsrechtlichen und demokratischen Prinzipien stehen imKonflikt mit dem Trumpismus?

24. Wie beeinflusst der Trumpismus die Legislative?

25. Wie beeinflusst der Trumpismus die Exekutive?

26. Wie beeinflusst der Trumpismus die Judikative?

27. Welche Positionen hat der Trumpismus zu Menschen-/Bürgerrechten?

28. Welche Risiken bestehen für das Wahlsystem in den USA durch den Trumpismus?

29. Welche Risiken bestehen durch die trumpistische Politisierung des Militär für die Demokratie?

30. Welches Risiko besteht für die Errichtung einer autoritären Staatsform in den USA durch den Trumpismus?

Sturm im Inneren Innenpolitik des Trumpismus

31. Wie definiert der Trumpismus die Funktion des Staates für die Innenpolitik?

32. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Einwanderungspolitik?

33. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Polizei-/Sicherheitspolitik?

34. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Sozialpolitik?

35. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Familienpolitik?

36. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Gesundheitspolitik?

37. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Bildungspolitik?

38. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Kulturpolitik?

39. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Arbeitsmarktpolitik?

40. Welche Positionen hat der Trumpismus zur Steuerpolitik?

America First - Die globale Neuordnung der Welt Außenpolitik, Weltbild und geopolitische Auswirkungen

41. Was bedeutet „America First“ in der Außenpolitik des Trumpismus?

42. Wie beeinflusste der Trumpismus die sicherheitspolitischen Strategien der USA?

43. Wie unterscheidet sich der trumpistische außenpolitische Ansatz von früheren US-Doktrinen?

44. Wie positioniert sich der Trumpismus zu EU, UN und NATO?

45. Wie bewertet der Trumpismus internationale Wirtschafts- /Umweltabkommen?

46. Welche Positionen hat der Trumpismus zum Nahost-Konflikt?

47. Welche Positionen hat der Trumpismus zum Ukraine-Konflikt?

48. Wie steht der Trumpismus zur US-Militärpräsenz im Ausland?

49. Welche Auswirkungen hat der Trumpismus auf die politischeGlaubwürdigkeit der USA in der Weltordnung?

50. Wie reagieren internationale Partner auf die Außenpolitik des Trumpismus?......

Wirtschaftskrieg, Protektionismus und Wirtschaftsnationalismus Wirtschaftspolitik als Herrschaftsinstrument des Trumpismus

51. Was sind die zentralen Grundprinzipien und Ziele der Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

52. Was bedeutet „America First“ als Wirtschaftsnationalismus für die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

53. Welche Bedeutung hat der Protektionismus in der Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

54. Wie begründet der Trumpismus die Handels- / Wirtschaftskriege als Schutz nationaler Interessen?

55. Welche Wirtschaftssektoren fokussiert die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

56. Welche Position hat der Trumpismus zu Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechten?

57. Wie reagieren die US-Wirtschaft und Gesellschaft auf die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

58. Wie reagieren die internationalen Handels- und Finanzmärkte auf die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

59. Welche langfristigen Risiken entstehen durch die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

60. Wie nachhaltig ist die Wirtschaftspolitik des Trumpismus?

Am Rand der Demokratie Radikalisierung, Gewalt und demokratische Risiken

61. Welche gesellschaftlichen und politischen Anzeichen sind erkennbar für die Radikalisierung des Trumpismus?

62. Welche Gründe existieren für die ansteigende Bereitschaft zu politischen Gewalt unter den Anhängern des Trumpismus?

63. Welchen Einfluss haben Desinformationen auf die Radikalisierung?

64. Welchen Einfluss haben Verschwörungstheorien auf die Radikalisierung?

65. Welchen Einfluss hat die Konstruktion von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Feindbilder auf die Radikalisierung?

66. Welchen Einfluss hat die Konstruktion von Angst und Bedrohungsszenarien bei der Gesellschaft auf die Radikalisierung?

67. Welche Bedeutung haben paramilitärische Gruppierungen für das Selbstverständnis des Trumpismus?

68. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Charlottesville und den 6. Januar 2021 zum Trumpismus?

69. Welche Auswirkungen hat die Radikalisierung für die Gesellschaft und Demokratie in den USA?

70. Wie reagieren Institutionen und Gesellschaft auf die zunehmende Radikalisierung?

Gefangen in der digitalen Manipulation Medien, Kommunikation und Desinformation

71. Welchen Einfluss hat der Trumpismus auf die Medien?

72. Welchen Einfluss hat der Trumpismus auf die öffentliche Kommunikation der Gesellschaft?

73. Was sind die Medien- / Kommunikationsstrategien des Trumpismus?

74. Was bedeutet die Politisierung der Medien- / Kommunikationslandschaft durch den Trumpismus?

75. Welche Bedeutung haben Desinformationen auf die Medien-/ Kommunikationssystem des Trumpismus?

76. Welche Bedeutung haben soziale Medien im Medien- / Kommunikationssystem des Trumpismus?

77. Wie beeinflusst der Trumpismus das Vertrauen der Gesellschaft in die traditionellen Medien?

78. Welche Position hat der Trumpismus zur Meinungs- und Pressefreiheit?

79. Welche Position hat der Trumpismus zur Medienzensur?

80. Welche Auswirkungen haben die Medien- / Kommunikationsstrategien des Trumpismus auf die politische Kultur?

Verteidigung der Demokratie Widerstand, Abwehr und demokratische Resilienz

81. Welche zentralen Argumente richten sich gegen den Trumpismus?

82. Welche Formen des Widerstandes existieren gegen den Trumpismus?

83. Welche Bedeutung haben politische Institutionen im Widerstand gegen den Trumpismus?

84. Wie reagiert die Demokratische Partei auf den Trumpismus?

85. Wie reagiert die Republikanische Partei auf den Trumpismus?

86. Welche Bedeutung hat die Zivilgesellschaft im Widerstand gegen den Trumpismus?

87. Welche Bedeutung haben die Kirchen im Widerstand gegen den Trumpismus?

88. Welche Bedeutung haben die Medien im Widerstand gegen den Trumpismus?

89. Wie entsteht eine langfristige demokratische und gesellschaftliche Resilienz gegenüber dem Trumpismus?

90. Wie reagiert der Trumpismus auf Kritik und Protest?

Zukunft vom Trumpismus Szenarien einer Bewegung zwischen Dauerhaftigkeit und Zerfall

91. Warum könnte der Trumpismus auch ohne Donald Trump bestehend bleiben – oder eben auch nicht?

92. Welche neuen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Themen könnten für den Trumpismus wichtig werden?

93. Wie könnte sich der Trumpismus als gesellschaftliche. wirtschaftliche und politische Ideologie in den kommenden Jahren verändern?

94. Welche Ereignisse könnten eine langfristige Stabilität des Trumpismus bewirken?

95. Welche langfristigen Auswirkungen könnten der Trumpismus auf das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische System der USA haben?

96. Welche nationalen und internationalen Konfliktszenarien könnte der Trumpismus verursachen?

97. Welche Bedeutung könnte der Trumpismus auf die Internationalen Beziehungen in der Weltgemeinschaft haben?

98. Welche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Bedeutung könnte der Trumpismus im Jahr 2050 haben?

99. Welche Ereignisse könnten ein Ende des Trumpismus bewirken?

100. Wie wird der Trumpismus retrospektiv in der US-Geschichtsschreibung bewertet werden?

Der Trumpismus stellt eine politische Bewegung dar, die weit über die Person Donald Trumps hinausreicht und tiefgreifende Auswirkungen auf die amerikanische Demokratie sowie die internationale Ordnung entfaltet hat. Diese ideologische Strömung entstand während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 und bezeichnet eine populistische politische Methode, die auf komplexe gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Probleme einfache Antworten suggeriert. Der Begriff dient als Sammelbegriff für ein spezifisches Programm, einen charakteristischen Regierungsstil und eine dahinterstehende Ideologie, die sich fundamental von traditionellen konservativen Positionen unterscheidet und zugleich tief in der amerikanischen Geschichte verwurzelt ist.

Die Entstehung des Trumpismus lässt sich nicht isoliert betrachten, sondern muss im Kontext jahrzehntelanger struktureller Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft verstanden werden. Seit der Präsidentschaft Ronald Reagans in den 1980er Jahren haben sich die sozioökonomischen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten dramatisch gewandelt. Die Einkommens- und Vermögensungleichheit erreichte ein Ausmaß, das an die Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert. Das oberste Prozent der Bevölkerung konnte seinen Wohlstand massiv vermehren, während weite Teile der Mittel- und Arbeiterklasse stagnierten oder sogar Rückschritte erlebten. Die Folgen der Globalisierung und des technologischen Fortschritts manifestierten sich besonders deutlich im Niedergang traditioneller Industrieregionen, wo ganze Gemeinden ihre wirtschaftliche Basis verloren. Die Beschäftigungsquote bei Männern mit lediglich einem High-School-Abschluss brach dramatisch ein und fiel von etwa 73 Prozent in den 1990er Jahren auf unter 65 Prozent nach der Finanzkrise 2008. Diese wirtschaftlichen Verwerfungen schufen ein Klima der Unsicherheit und Angst, das den Nährboden für populistische Bewegungen bildete.

Der Soziologe Jeff Goodwin identifiziert fünf zentrale Schlüsselelemente, die den Trumpismus charakterisieren und ihn von anderen politischen Strömungen unterscheiden. Erstens manifestiert sich ein ausgeprägter gesellschaftspolitischer Konservatismus, der sich insbesondere in einer restriktiven Haltung gegenüber Abtreibung und den Rechten von sexuellen Minderheiten zeigt. Zweitens vertritt der Trumpismus einen neoliberalen Kapitalismus, der durch massive Steuersenkungen für Vermögende und weitreichende Deregulierungen gekennzeichnet ist. Drittens bildet ein aggressiver Wirtschaftsnationalismus einen Kernbestandteil dieser Ideologie, der sich in protektionistischen Handelsmaßnahmen und der Ablehnung multi-lateraler Wirtschaftsabkommen niederschlägt. Viertens prägt ein gegen Migranten gerichteter Nativismus die politische Agenda, wobei Einwanderer systematisch als Sündenböcke für gesellschaftliche Probleme konstruiert werden. Fünftens manifestiert sich ein weißer Nationalismus, der zwar nicht immer offen artikuliert wird, aber in der Weigerung erkennbar ist, rassistische Gruppierungen wie die Proud Boys eindeutig abzulehnen. Diese fünf Elemente verbinden sich zu einer kohärenten ideologischen Ausrichtung, die ihre Anhänger emotional mobilisiert und gesellschaftliche Spaltungen verstärkt.

Als zentrale Spielart postfaktischer Politik zeichnet sich der Trumpismus durch eine fundamentale Geringschätzung des Wahrheitsgehalts politischer Aussagen aus, solange diese der emotionalen Mobilisierung der eigenen Zielgruppen dienen. Diese Haltung zur Wahrheit stellt einen Bruch mit etablierten demokratischen Normen dar und unterminiert die epistemologischen Grundlagen liberaler Gesellschaften. Alternative Fakten und Verschwörungstheorien werden strategisch eingesetzt, um ein geschlossenes Weltbild zu konstruieren, das gegen rationale Argumente weitgehend immun erscheint. Die Medienlandschaft wird dabei in Freund und Feind unterteilt, wobei kritische Berichterstattung pauschal als Fake News diskreditiert wird, während loyale Medien wie Fox News die politische Agenda aktiv unterstützen. Diese Instrumentalisierung der Medien dient nicht nur der Massenmobilisierung, sondern auch der systematischen Untergrabung etablierter Institutionen, die traditionell als Kontrollinstanzen demokratischer Macht fungierten.

Die ideologischen Wurzeln des Trumpismus reichen tief in die amerikanische Geschichte zurück und lassen sich nicht als bloße Anomalie oder historischen Zufall abtun. Der Politikwissenschaftler Peter J. Katzenstein weist darauf hin, dass die Ideologie auf drei fundamentalen Pfeilern ruht, nämlich Nationalismus, evangelikaler Religion und ethnischer Identität. Diese Elemente besitzen alle starke Traditionslinien in der Geschichte der USA und verbinden sich zu einer spezifisch amerikanischen Form des Rechtspopulismus. Der Vergleich mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons im 19. Jahrhundert verdeutlicht historische Kontinuitäten. Jackson verkörperte einen Ethnonationalismus des kleinen Mannes, wobei allerdings nur weiße Männer als gleichberechtigt anerkannt wurden. Seine Politik der Vertreibung indigener Völker und die Etablierung einer populistischen Rhetorik gegen die Elite weisen erstaunliche Parallelen zur heutigen Situation auf. Der Trumpismus kann somit als Wiederkehr historischer Muster verstanden werden, die in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und wirtschaftlicher Unsicherheit regelmäßig an Bedeutung gewinnen.

Die amerikanische Einzigartigkeit des Trumpismus manifestiert sich in spezifischen strukturellen Bedingungen, die keine andere westliche Demokratie in vergleichbarer Form aufweist. Die extreme soziale Ungleichheit in den USA übertrifft die Verhältnisse in europäischen Ländern bei weitem und schafft ein Gefühl der Zweiteilung der Gesellschaft. Das Fehlen eines umfassenden Wohlfahrtsstaates verschärft die Verwundbarkeit breiter Bevölkerungsschichten gegenüber wirtschaftlichen Krisen. Millionen Amerikaner leben ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz, was existenzielle Ängste verstärkt. Die enorme wirtschaftliche und militärische Macht der Vereinigten Staaten verleiht dem amerikanischen Präsidenten eine globale Bedeutung, die bei Regierungschefs anderer Länder nicht anzutreffen ist. Das Zweite Amendment der Verfassung, das das Recht auf Waffenbesitz garantiert, ermöglicht die Existenz bewaffneter Milizen und verleiht politischen Auseinandersetzungen eine potenzielle Gewaltschwelle, die in anderen westlichen Demokratien undenkbar wäre. Die spezifische Verfassungsstruktur der USA mit ihrem ausgeprägten Föderalismus und den weitreichenden Rechten der Einzelstaaten schafft zudem Möglichkeiten für Minderheiten, auf nationaler Ebene Macht auszuüben, selbst wenn sie nicht die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren.

Die wirtschaftspolitische Dimension des Trumpismus manifestiert sich besonders deutlich in einer aggressiven protektionistischen Handelspolitik, die einen fundamentalen Bruch mit der seit dem Zweiten Weltkrieg etablierten liberalen Welthandelsordnung darstellt. Das zentrale Versprechen lautete, Arbeitsplätze ins Inland zurückzuholen und Handelsdefizite zu reduzieren. Zu diesem Zweck verhängte die Trump-Administration eine Vielzahl von Zöllen und Importabgaben auf Einfuhren aus wichtigen Partnerländern. Der Handelskrieg mit China eskalierte ab Juli 2018, als beide Seiten gegenseitig Strafzölle verhängten. Die US-Durchschnittszölle stiegen von 3,8 Prozent auf 12,0 Prozent, während China seine Zölle von 7,2 Prozent auf 18,3 Prozent erhöhte. Auch traditionelle Verbündete wie die Europäische Union wurden nicht verschont. Die Zölle auf Stahl und Aluminium sowie später die Androhung pauschaler Zölle auf nahezu alle Importe schufen eine Atmosphäre erheblicher Unsicherheit im internationalen Handel. Der sogenannte Phase-One-Deal mit China konnte zwar eine weitere Eskalation verhindern, führte jedoch nicht zu einer substanziellen Reduktion der Zollsätze.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser protektionistischen Politik erwiesen sich als ambivalent und verfehlten weitgehend ihre erklärten Ziele. Empirische Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommen zu dem Schluss, dass Trumps Handelspolitik ihre zentralen Versprechen nicht einlösen konnte. Die erhofften Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe kehrten nicht in dem versprochenen Umfang zurück. Stattdessen führten die Zölle zu höheren Importpreisen, die amerikanische Konsumenten und Unternehmen belasten. Die Androhung von Zöllen oder eines Handelskriegs beeinträchtigt zudem die Planungssicherheit im internationalen Handel erheblich. Exporteure und Importeure haben Schwierigkeiten, ihre Kosten langfristig einzuschätzen, was zu Investitionszurückhaltung führt. Der Trade-Policy-Uncertainty-Index, der die Unsicherheit in der Handelspolitik misst, erreichte seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017 regelmäßig neue Höchststände. Berechnungen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft prognostizieren, dass pauschale Zölle auf fast alle Einfuhren das weltweite reale Bruttoinlandsprodukt kurzfristig um 0,83 Prozent reduzieren würden. Für Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft könnten sich die kumulierten BIP-Verluste über eine vierjährige Amtszeit auf 127 bis 180 Milliarden Euro belaufen, abhängig von der Höhe der verhängten Zölle. Auch die USA selbst würden erhebliche wirtschaftliche Einbußen erleiden, mit prognostizierten BIP-Rückgängen von bis zu 1,5 Prozent und steigender Inflation.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Trumpismus manifestieren sich in einer tiefgreifenden Polarisierung der amerikanischen Bevölkerung entlang verschiedener Bruchlinien. Die erste zentrale Spaltung verläuft zwischen Abgesicherten und prekär Lebenden. Die extremen Vermögensungleichheiten und das Fehlen eines kompensierenden Sozialstaates schaffen eine Zweiteilung der Gesellschaft, in der Millionen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz leben müssen. Die zweite Bruchlinie trennt liberale, international vernetzte Globalisierungsbefürworter von jenen, die Amerika nicht verlassen wollen und den Eindruck haben, dass die internationale Ausrichtung des Landes ihnen keinen Nutzen bringt. Diese geografische und mentale Spaltung zwischen kosmopolitischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen verschärft sich kontinuierlich. Die dritte Spaltung verläuft entlang kultureller und ethnischer Linien zwischen weißen Amerikanern und People of Color sowie in religiöser Hinsicht zwischen säkularen und fundamentalistisch-christlichen Bevölkerungsteilen. Der Trumpismus nutzte diese bereits bestehenden gesellschaftlichen Gräben systematisch aus und verschärfte sie durch eine Politik der bewussten Spaltung und Polarisierung.

Die Mobilisierung der Trump-Basis erfolgt primär durch die Konstruktion von Bedrohungsszenarien und die Identifikation von Sündenböcken für gesellschaftliche Missstände. Immigranten, Muslime und eine vermeintlich korrupte Elite werden als Verursacher der Probleme dargestellt, die das Leben einfacher Amerikaner bedrohen. Diese Rhetorik der Bedrohung erzeugt ein Gefühl permanenter Krise, das die Akzeptanz autoritärer Maßnahmen erleichtert. Der amerikanische Historiker Robert Paxton bewertet den Trumpismus aufgrund seiner xenophoben Programmatik, der wiederholten Thematisierung des nationalen Niedergangs und der angewandten rhetorischen Stilmittel als protofaschistisch. Andere Wissenschaftler ordnen ihn als spezifische Form des autoritären Populismus ein, die sich von klassischem Faschismus unterscheidet, aber gleichwohl demokratische Grundprinzipien in Frage stellt. Die Politikwissenschaftler Stephen Hanson und Jeffrey Kopstein argumentieren, dass diese Formen des autoritären Populismus nicht nur auf die Abschaffung der liberalen Demokratie abzielen, sondern auch die Strukturen des bürokratischen Rechtsstaats zertrümmern wollen. Das Ziel besteht darin, für die neuen Machthaber sowie deren Familien und Günstlinge die Kontrolle über den Staat zu erlangen, was einem sultanistischen oder patrimonialen Herrschaftsmuster entspricht.

Die Erosion demokratischer Institutionen unter dem Trumpismus vollzieht sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig und stellt die fundamentalen Prinzipien der amerikanischen Verfassung in Frage. Das System der Gewaltenteilung, das als Kernbestandteil der checks and balances konzipiert wurde, gerät zunehmend unter Druck. Die in der Verfassung eingebauten Sicherungsmechanismen beruhen auf der Annahme, dass die verschiedenen Gewalten sich wechselseitig kontrollieren und in Schach halten. Diese Annahme erweist sich jedoch als zunehmend brüchig, wenn sowohl die Legislative als auch die Judikative als Kontrolleure der Exekutive ausfallen. Der Kongress hat in seiner Kontrollfunktion erheblich an Bedeutung verloren, bedingt durch die tiefe politische Spaltung und die Dominanz parteipolitischer Loyalitäten über institutionelle Verpflichtungen. Die Bereitschaft zur überparteilichen Zusammenarbeit und zu Kompromissen nimmt kontinuierlich ab. Stattdessen führen Versuche, der eigenen Partei einen machtpolitischen Vorteil zu verschaffen, immer häufiger zu Verstößen gegen etablierte Verfahren. Die gescheiterten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump verdeutlichen die Grenzen parlamentarischer Kontrolle, wenn eine Zweidrittelmehrheit im Senat nicht zu erreichen ist.

Die Instrumentalisierung der Justiz stellt eine weitere gravierende Bedrohung für die demokratische Ordnung dar. Trump zeigte wiederholt Missachtung gegenüber Gerichtsentscheidungen und versuchte aktiv, die richterliche Unabhängigkeit zu untergraben. Die Ernennung konservativer Richter, insbesondere am Supreme Court, dient dem strategischen Ziel, die Judikative langfristig zu beeinflussen. Die jüngste Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur absoluten Immunität des Präsidenten für Amtshandlungen stellt einen fundamentalen Wandel dar, der die Gewaltenteilung weiter untergräbt. Mit einer Pseudotheorie von der unitary executive, der einheitlichen Exekutivgewalt, versuchen konservative Kräfte, die Macht des Präsidenten nahezu unbegrenzt auszuweiten. Diese Theorie argumentiert, dass der Präsident als einziger zur Exekutivgewalt verfassungsrechtlich ermächtigter Akteur alle Bereiche der Verwaltung direkt kontrollieren müsse, ohne Einschränkungen durch den Kongress oder unabhängige Behörden. Eine vollständige Akzeptanz dieser Theorie würde die USA von einer konstitutionellen Demokratie in eine Autokratie transformieren, in der der Präsident faktisch als Monarch agiert.

Die föderale Struktur der USA bietet zwar theoretisch eine Barriere gegen eine übergriffige Präsidialmacht, doch hat Trump erfolgreich versucht, die republikanisch regierten Bundesstaaten auf Linie zu bringen. In den meisten dieser Staaten sind Loyalisten an der Macht, die hinter Trumps Agenda stehen. Lediglich in demokratisch regierten Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York formiert sich systematischer Widerstand. Die Politisierung des Wahlprozesses selbst stellt eine besonders beunruhigende Entwicklung dar. Die wiederholte Leugnung des Wahlergebnisses von 2020 und die Verbreitung von Verschwörungstheorien über angeblichen Wahlbetrug unterminieren das Vertrauen in die Integrität demokratischer Prozesse. Der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 markiert einen vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung und verdeutlicht, wie weit Teile der Bewegung bereit sind zu gehen, um Wahlergebnisse anzufechten. Die Bereitschaft, demokratische Institutionen zu akzeptieren, schwindet, wenn die politische Auseinandersetzung als existenzieller Kampf um die Zukunft des Landes konstruiert wird.

Die internationale Dimension des Trumpismus manifestiert sich in einer fundamentalen Neuorientierung der amerikanischen Außenpolitik, die den Multilateralismus als Kernprinzip der internationalen Beziehungen herausfordert. Unter dem Motto America First verfolgte die Trump-Administration eine unilaterale Politik, die nationale Interessen kompromisslos in den Vordergrund stellt und multilaterale Verpflichtungen systematisch in Frage stellt. Der Multilateralismus hatte nach dem Ende des Kalten Krieges das Kernprinzip der internationalen Beziehungen gebildet. Präsident Trump attackierte dieses Prinzip auf breiter Front durch den Handelsstreit mit der Europäischen Union, die Infragestellung der NATO, die Aufkündigung des Iran-Deals, den Ausstieg aus der Weltgesundheitsorganisation und die Blockade der WTO-Streitschlichtungsorgane. Während die Präsidentschaft Trumps mit den gemeinsam geteilten Prinzipien der Außenpolitik brach, halten die europäischen Staaten überwiegend am Modell einer multilateralen Weltordnung fest. Diese Divergenz schafft erhebliche Spannungen in den transatlantischen Beziehungen und schwächt die Fähigkeit der internationalen Gemeinschaft, auf globale Herausforderungen koordiniert zu reagieren.

Die liberale internationale Ordnung, wie sie die USA und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt haben, basiert auf der politischen Selbstverpflichtung zu Multilateralismus, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Der Trumpismus zeigt sich nicht bereit, diese Grundsätze uneingeschränkt zu unterstützen. Das Prinzip der regelbasierten internationalen Ordnung wird durch ein System ersetzt, in dem bilaterale Deals und Machtpolitik dominieren. Internationale Organisationen werden als Fesseln amerikanischer Souveränität dargestellt, die es abzuwerfen gilt. Diese Haltung ermutigt andere autoritär regierte Staaten, ebenfalls vom Multilateralismus abzurücken. China präsentiert sich zunehmend als Verteidiger multilateraler Strukturen, nutzt aber gleichzeitig seinen wachsenden Einfluss, um diese Strukturen nach eigenen Vorstellungen umzugestalten. Die Belt and Road Initiative setzt jedoch auf reinen Bilateralismus, wobei beteiligte Staaten bilaterale Vereinbarungen mit Peking unterzeichnen. Die Frage, ob die liberale Weltordnung überleben kann, wenn die USA sich von den darin enthaltenen Werten abwenden, stellt eine der zentralen geopolitischen Herausforderungen der Gegenwart dar.

Die Erosion des Vertrauens in multilaterale Institutionen vollzieht sich nicht nur durch explizite Rückzüge aus Abkommen, sondern auch durch deren Sabotage von innen. Die USA blockierten Entscheidungen, hielten sich nicht mehr an Regeln oder entzogen Organisationen finanzielle Mittel. Der Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen symbolisiert die Ab-lehnung globaler Kooperation bei existenziellen Herausforderungen. Die Blockade der WTO-Streitschlichtungsorgane lähmt das internationale Handelssystem. Die Infragestellung der NATO durch die Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben der europäischen Partner und die Drohung, Beistandsverpflichtungen von finanziellen Beiträgen abhängig zu machen, untergräbt das Fundament kollektiver Sicherheit. Diese Politik erzeugt bei Verbündeten das Gefühl, dass auf die USA nicht mehr verlässlich zu zählen ist, was langfristig die amerikanische Soft Power erodiert. Die Unberechenbarkeit der Trumpschen Außenpolitik mag kurzfristig taktische Vorteile in Verhandlungen bringen, führt aber mittelfristig dazu, dass sich immer weniger Staaten auf die USA einlassen wollen.

Die Auswirkungen auf die Weltgemeinschaft manifestieren sich in einer zunehmenden Fragmentierung der internationalen Ordnung und der Stärkung autoritärer Tendenzen weltweit. Der Trumpismus sendet Signale an autoritär regierte Staaten, dass die internationale Gemeinschaft Verletzungen demokratischer Normen und Menschenrechte nicht mehr konsequent sanktioniert. Autokraten wie Viktor Orbán in Ungarn, Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei oder Jair Bolsonaro in Brasilien fühlten sich durch Trumps Erfolg bestärkt und ahmten Elemente seiner Politik nach. Die Bezeichnung El Trumpito für den Präsidenten El Salvadors verdeutlicht, wie sich ein spezifischer Politikstil international verbreitet. Die Vernetzung rechtspopulistischer und autoritärer Bewegungen über nationale Grenzen hinweg schafft eine Art internationale der Nationalisten, die zwar paradox erscheint, aber durchaus funktional ist. Diese Bewegungen lernen voneinander und adaptieren erfolgreiche Strategien der Machtsicherung und Demokratiedemontage.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen der Weltwirtschaft werden durch die protektionistische Handelspolitik des Trumpismus erheblich gestört. Globale Lieferketten, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben, werden durch Zölle und Handelsbeschränkungen beeinträchtigt. Die daraus resultierende Unsicherheit führt zu Investitionszurückhaltung und Wachstumseinbußen in allen beteiligten Volkswirtschaften. Berechnungen zeigen, dass ein umfassender Handelskrieg zwischen den USA und ihren wichtigsten Partnern das weltweite Bruttoinlandsprodukt erheblich reduzieren würde. Die Erinnerung an die protektionistische Spirale während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mahnt zur Vorsicht. Damals führte die gegenseitige Verhängung von Zöllen zu einem Einbruch des Welthandels um etwa 66 Prozent und verschärfte die globale wirtschaftliche Kontraktion dramatisch. Ökonomen warnen, dass eine Wiederholung dieses Szenarios zwar nicht unvermeidlich ist, aber die aktuellen Entwicklungen beunruhigende Parallelen aufweisen.

Die langfristigen Perspektiven des Trumpismus hängen von verschiedenen Faktoren ab, deren Entwicklung schwer vorherzusagen ist. Der Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt argumentiert, dass der Trumpismus vergleichbar mit dem Bonapartismus in Frankreich zu einem dauerhaften Bestandteil der amerikanischen politischen Kultur werden könnte. Unabhängig vom weiteren politischen Schicksal Donald Trumps persönlich wird die Bewegung Bestand haben, da sie tieferliegende strukturelle Probleme und gesellschaftliche Spaltungen reflektiert, die nicht einfach verschwinden. Die sozioökonomischen Bedingungen, die zum Aufstieg des Trumpismus beigetragen haben, bestehen weitgehend fort. Die extreme Ungleichheit, der Niedergang traditioneller Industrieregionen, die Erosion der Mittelschicht und das Gefühl vieler Menschen, von politischen und wirtschaftlichen Eliten ignoriert zu werden, schaffen einen anhaltenden Resonanzraum für populistische Botschaften. Solange diese grundlegenden Probleme nicht adressiert werden, bleibt das Potenzial für weitere populistische Mobilisierung erhalten.

Die Frage, ob die amerikanische Demokratie die Herausforderungen durch den Trumpismus überwinden kann, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Die institutionelle Resilienz des politischen Systems wird auf eine harte Probe gestellt. Während die Verfassung der USA zu den ältesten demokratischen Verfassungen der Welt gehört und historisch beachtliche Stabilität bewiesen hat, sind die eingebauten Sicherungsmechanismen nicht für ein Szenario konzipiert, in dem alle drei Gewalten gleichzeitig von einer Partei dominiert werden, die bereit ist, demokratische Normen zu missachten. Benjamin Franklin wird die Aussage zugeschrieben, die neue Republik sei eine Republik, wenn man sie bewahren könne. Diese Mahnung erweist sich als prophetisch, denn die Bewahrung demokratischer Institutionen erfordert nicht nur formale Strukturen, sondern auch den Willen der politischen Akteure, diese Strukturen zu respektieren und innerhalb der gesetzten Grenzen zu agieren.

Die Rolle der Medien und der Informationsökosysteme stellt einen weiteren kritischen Faktor dar. Die Fragmentierung der Medienlandschaft in ideologisch geschlossene Blasen ermöglicht die Verbreitung und Verfestigung alternativer Realitäten. Soziale Medien verstärken diesen Effekt durch Algorithmen, die Nutzer primär mit Inhalten versorgen, die ihre bestehenden Überzeugungen bestätigen. Die Erosion gemeinsamer epistemologischer Grundlagen macht einen rationalen politischen Diskurs zunehmend schwierig. Wenn unterschiedliche Teile der Gesellschaft nicht mehr auf gemeinsame Fakten zurückgreifen können, wird die Möglichkeit demokratischer Deliberation fundamental in Frage gestellt. Die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien unterminiert das Vertrauen in Wissenschaft, Expertise und etablierte Institutionen. Diese Entwicklung beschränkt sich nicht auf die USA, sondern stellt eine globale Herausforderung für Demokratien dar. Die europäischen Reaktionen auf den Trumpismus oszillieren zwischen Anpassung und Widerstand. Einige europäische Politiker fordern eine stärkere strategische Autonomie Europas, um sich von der amerikanischen Führung unabhängiger zu machen. Die Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben und dem Aufbau europäischer Verteidigungskapazitäten reflektiert die Einsicht, dass Europa sich nicht mehr bedingungslos auf den amerikanischen Sicherheitsschirm verlassen kann. Gleichzeitig gibt es Bemühungen, multilaterale Strukturen zu stärken und Allianzen mit gleichgesinnten Partnern weltweit zu schmieden. Die deutsch-französische Initiative für eine Allianz für Multilateralismus versucht, ein Gegengewicht gegen die unilateralen Tendenzen der Trump-Administration zu schaffen. Die Frage ist jedoch, ob Europa die notwendige Einigkeit und Handlungsfähigkeit aufbringen kann, um diese Ambitionen in konkrete Politik umzusetzen. Die internen Spaltungen innerhalb der Europäischen Union und das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in mehreren Mitgliedstaaten erschweren eine kohärente europäische Antwort.

Die Auswirkungen auf den globalen Süden verdienen besondere Beachtung, werden aber oft vernachlässigt. Entwicklungs- und Schwellenländer leiden besonders unter der Erosion multilateraler Strukturen, da sie über weniger Macht verfügen, ihre Interessen bilateral durchzusetzen. Die Schwächung internationaler Organisationen beraubt sie wichtiger Foren, in denen sie ihre Anliegen artikulieren können. Gleichzeitig bietet die relative Zurückhaltung der USA Raum für andere Akteure, insbesondere China, ihren Einfluss in diesen Regionen auszuweiten. Chinas Belt and Road Initiative profitiert von der amerikanischen Abkehr vom Multilateralismus und bietet Ländern alternative Entwicklungspartnerschaften an. Die langfristigen Konsequenzen dieser Machtverschiebungen für die globale Ordnung sind noch nicht absehbar, aber zweifellos von erheblicher Tragweite.

Abschließend lässt sich konstatieren, dass der Trumpismus ein komplexes Phänomen darstellt, das sich nicht auf die Person Donald Trumps reduzieren lässt, sondern tieferliegende strukturelle Probleme und gesellschaftliche Spaltungen reflektiert. Die Kombination aus extremer Ungleichheit, wirtschaftlichen Verwerfungen, kulturellen Ängsten und dem Gefühl politischer Entfremdung schafft einen Nährboden für populistische Bewegungen, der über einzelne Wahlzyklen hinaus Bestand haben wird. Die Auswirkungen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind fundamental und betreffen nicht nur die USA, sondern die gesamte internationale Ordnung. Die Erosion demokratischer Normen, die Schwächung multilateraler Institutionen und die Zunahme autoritärer Tendenzen stellen die Weltgemeinschaft vor enorme Herausforderungen, die koordinierte Antworten erfordern. Die Frage, wie Demokratien auf diese Herausforderungen reagieren und ob sie die notwendige Resilienz aufbringen können, wird die politische Entwicklung der kommenden Jahre maßgeblich prägen. Die wissenschaftliche Analyse des Trumpismus bleibt daher von zentraler Bedeutung, um die Mechanismen populistischer Mobilisierung zu verstehen und wirksame Strategien zur Verteidigung demokratischer Werte und Institutionen zu entwickeln.

Der Aufstieg des Trumpismus Ursprung und ideologische Grundlagen des Trumpismus

1. Was ist der Trumpismus?

Der Trumpismus stellt ein vielschichtiges politisches Phänomen dar, das als eine spezifische Ausprägung eines rechtspopulistischen Nationalkonservatismus beschrieben werden kann. Sein Ursprung liegt nicht in einem ausgearbeiteten theoretischen Werk, sondern entfaltete sich praxisbasiert aus der politischen Rhetorik und den Wahlkampfauftritten Donald Trumps während seiner Präsidentschaftskampagne im Jahr 2016. Politische Beobachter und Wissenschaftler charakterisieren ihn als eine politische Methode, die auf komplexe politische, wirtschaftliche und soziale Probleme vereinfachende, nationalistische Antworten suggeriert. Sein Kern besteht aus einer Synthese verschiedener Ideologiefragmente, die der Soziologe Jeff Goodwin in fünf Schlüsselelementen zusammenfasst: gesellschaftspolitischer Konservatismus, neoliberaler Kapitalismus, ökonomischer Nationalismus, ein gegen Migranten gerichteter Nativismus sowie weißer Nationalismus. Über diese inhaltlichen Komponenten hinaus ist der Trumpismus wesentlich durch seinen personalistischen und auf Emotionalisierung setzenden Regierungs- und Kommunikationsstil geprägt, der die politische Landschaft der USA nachhaltig verändert hat.

Um die ideologischen Grundlagen des Trumpismus zu verstehen, ist ein Blick auf seine historischen Wurzeln im amerikanischen Konservatismus unerlässlich. Der heutige Trumpismus ist keineswegs ein unvorhersehbarer politischer Unfall, sondern lässt sich in eine lange Entwicklung rechter Strömungen in den USA einordnen. Seine geistigen Vorläufer reichen bis zu Barry Goldwater zurück, dessen Buch „Gewissen eines Konservativen“ aus dem Jahr 1960 eine fundamentale Kritik am New Deal und am Wohlfahrtsstaat formulierte und eine Rückbesinnung auf radikalere Formen des Freiheitsbegriffs forderte, die sich auf freies Geschäft und einen minimalen Staatsapparat konzentrierten. Diese Ideen wurden in den folgenden Jahrzehnten von einer gut finanzierten Netzwerkarbeit aus Think Tanks und Medien, wie dem von Rupert Murdoch gegründeten Sender Fox News, systematisch verbreitet und massiv ausgebaut. Diese Infrastruktur schuf ein ideologisches Ökosystem, das wirtschaftliche Deregulierung mit der Bewahrung traditioneller sozialer Werte verband und so den intellektuellen Nährboden für spätere Bewegungen wie die Tea Party und schließlich den Trumpismus bereitete. Der Trumpismus stellt somit eine Radikalisierung und Zuspitzung bereits existierender Tendenzen dar, die insbesondere den Nativismus und die internationale Abschottung in den Vordergrund rückte und sich damit von der traditionellen, auf Freihandel und internationale Bündnisse ausgerichteten Politik des republikanischen Establishments absetzte.

In wirtschaftspolitischer Hinsicht vereint der Trumpismus scheinbar widersprüchliche Elemente, nämlich neoliberale mit protektionistischen Ansätzen. Einerseits setzte die Regierung Trump auf massive Steuersenkungen, insbesondere für Wohlhabende und Unternehmen, und setzte damit eine klassische Forderung des neoliberalen Kapitalismus um. Andererseits verfolgt sie einen ausgeprägten Wirtschaftsnationalismus, der sich in einer protektionistischen Handelspolitik mit hohen Schutzzöllen manifestiert. Diese als „America First“ bezeichnete Wirtschaftspolitik zielt darauf ab, industrielle Arbeitsplätze in die USA zurückzuholen und das massive Leistungsbilanzdefizit des Landes zu verringern. Ein zentraler wirtschaftspolitischer Hebel ist dabei die gezielte Schwächung des US-Dollars, um die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Produkte im Ausland zu erhöhen, auch um den Preis, die globale Rolle des Dollars als Reservewährung langfristig zu gefährden. Diese Politik reagiert auf reale wirtschaftliche Problemstellungen, wie die Überbewertung des Dollars, den anhaltenden Niedergang der verarbeitenden Industrie und die gefährlich hohe Staatsverschuldung. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zielen auch auf geopolitische Erwägungen ab, da eine starke heimische Industrie, insbesondere die Rüstungsproduktion, als Frage der nationalen Sicherheit betrachtet wird.

Die kulturelle und gesellschaftliche Dimension des Trumpismus ist ebenso bedeutsam wie seine wirtschaftliche Programmatik. Der Trumpismus mobilisierte gezielt jene Teile der Bevölkerung, die sich von den rasanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der Globalisierung und Digitalisierung „zurückgelassen“ fühlen. Dieses Gefühl der Benachteiligung speist sich aus einer Mischung aus wirtschaftlicher Verunsicherung durch Deindustrialisierung und einem kulturellen Backlash gegen fortschreitende Werte wie Vielfalt und Multikulturalismus. Der Soziologe Michael Kimmel beschreibt dieses Phänomen als „aggrieved entitlement“, also als ein Gefühl des Anspruchs auf bestimmte Privilegien, die einem vermeintlich von unsichtbaren, mächtigen Kräften weggeschnappt wurden. Der Trumpismus bedient diese Ängste und Unzufriedenheiten durch eine Rhetorik, die sich explizit gegen religiöse und ethnische Minderheiten richtet und nativistische sowie xenophobe Ressentiments bedient. Zugleich instrumentalisierte die Bewegung bewusst evangelikale christliche Milieus, indem sie sich gesellschaftspolitisch als Verteidiger traditioneller Werte und als Anti-Feministisch sowie Anti-LGBTQ inszenierte. Dieser Mix aus kultureller Gegenmobilisierung und identitätspolitischer Markierung erwies sich als äußerst wirkmächtig.

Eine kritische wissenschaftliche Betrachtung des Trumpismus hebt besonders seine autoritären und illiberalen Tendenzen sowie seine Herausforderung für die liberale Demokratie hervor. Zahlreiche Wissenschaftler charakterisieren den Trumpismus als eine Spielart des Autoritarismus oder Protofaschismus, die demokratische Normen und Institutionen systematisch untergrabe. Ein zentraler Kritikpunkt ist die Betonung einer extremen Interpretation der „unitary executive theory“, also der Vorstellung eines nahezu allmächtigen Präsidenten, der über dem Gesetz stehe – eine Haltung, die Trump selbst mit der Aussage „Article II gives me the right to do whatever I want“ auf den Punkt brachte. Dieser autoritäre Führungsstil, der von manchen Beobachtern auch mit sultanistischen oder patrimonialen Herrschaftsformen verglichen wird, zeigt sich in der personalisierten Machtausübung, der Belohnung bedingungsloser Loyalität und der Geringschätzung für etablierte Verfahrensregeln. Der renommierte Soziologe Philip S. Gorski warnte daher, der Trumpismus stelle die größte Bedrohung für die amerikanische Demokratie seit dem Angriff auf Pearl Harbor dar, da er durch Einschüchterung der Medien, Massenpropaganda und den Einsatz bewaffneter paramilitärischer Gruppen die notwendigen Bedingungen für eine autoritäre Entwicklung schaffe.

2. Was sind die kurzfristigen und langfristigen Strategien des Trumpismus?

Die kurzfristigen und langfristigen Strategien des Trumpismus sind eng miteinander verwoben und zielen auf eine dauerhafte Transformation des politischen Betriebs in den Vereinigten Staaten ab. Eine unmittelbare, kurzfristige Strategie besteht in der permanenten Mobilisierung einer emotional hoch engagierten Wählerschaft durch die Erzeugung und Aufrechterhaltung eines Gefühls der Krise und des Kulturkampfes. Diese Strategie bedient sich einer ununterbrochenen Folge von politischen Dramen, provokativen Äußerungen und polarisierenden Konflikten, die die Medienagenda dominieren und oppositionelle Kräfte in reaktive Positionen drängen. Dieses Vorgehen, oft als „political shock and awe“ beschrieben, zielt darauf ab, den normalen politischen Diskurs zu überschreiben und die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, bei denen die Bewegung einen strategischen Vorteil besitzt. Eine weitere zentrale kurzfristige Taktik ist die systematische Untergrabung des Vertrauens in etablierte Institutionen, insbesondere in unabhängige Medien, das Justizsystem und die wissenschaftliche Expertengemeinschaft. Durch pauschale Abwertungen als „Fake News“, „deep state“ oder korrupt wird die Glaubwürdigkeit dieser Kontrollinstanzen angegriffen, um die eigene Narrative als einzige vertrauenswürdige Wahrheit zu positionieren. Diese Taktik zielt nicht darauf ab, diese Institutionen zu reformieren, sondern ihre Autorität für die eigene Anhängerschaft vollständig zu entkräften.

Auf längere Sicht verfolgt der Trumpismus eine Strategie der dauerhaften Machtkonsolidierung durch die Besetzung und Umformung staatlicher Schlüsselpositionen. Dies beinhaltet eine gezielte Personalpolitik, bei der Loyalität gegenüber der Person Donald Trump oder der „America First“-Agenda oft höher gewichtet wird als fachliche Qualifikation oder traditionelle konservative Prinzipien. Die langfristige Strategie zielt darauf ab, den republikanischen Apparat von innen heraus zu verändern und zu einer treibenden Kraft für den Trumpismus umzugestalten, was durch die Unterstützung Trump-treuer Kandidaten bei parteiinternen Vorwahlen und die Marginalisierung traditionalistischer Republikaner forciert wird. Ein weiteres langfristiges strategisches Element ist die Veränderung des juristischen Feldes durch die Ernennung von Bundesrichtern, die einer engen Verfassungsauslegung folgen und oft eine expansive Interpretation der Exekutivgewalt befürworten. Diese Strategie zielt darauf ab, die politischen Errungenschaften der Bewegung über die Amtszeiten einer einzelnen Regierung hinaus abzusichern und einen juristischen Rahmen zu schaffen, der die politische Agenda des Trumpismus für kommende Jahrzehnte stützt und legitimiert.

Die digitale Infrastruktur und die Nutzung alternativer Medienkanäle stellen eine weitere entscheidende Langfriststrategie dar. Anstatt sich auf den Gatekeeper-Funktion traditioneller Medien einzulassen, baute die Bewegung eigene Kommunikationswege auf, vor allem über soziale Medienplattformen und darauf abgestimmte Mediennetzwerke. Diese Parallelstruktur erlaubt es, Botschaften direkt und ungefiltert an die Anhängerschaft zu senden, eine in sich geschlossene ideologische Ökosphäre zu stärken und die Gemeinschaft durch eine gemeinsame Erzählung zu binden. Diese langfristige Investition in eine mediale Gegenöffentlichkeit dient nicht nur der unmittelbaren Mobilisierung, sondern schafft ein nachhaltiges Fundament für politische Bewegung, das unabhängig von den Wahlzyklen bestehen bleibt. Ergänzt wird dies durch die Kultivierung einer spezifischen politischen Ästhetik und Symbolsprache, die sich um Slogans wie „Make America Great Again“ und ikonische Symbole wie die rote „MAGA“-Kappe rankt. Diese Symbolik schafft eine starke Gruppenidentität, die emotionale Loyalitäten bindet und die Bewegung auch dann zusammenhält, wenn konkrete politische Ergebnisse einmal ausbleiben.

Eine fundamentale Langfriststrategie ist die Neuausrichtung der amerikanischen Außenpolitik weg von multilateralen Bündnissen und hin zu einer transaktionalen, unilaterale Souveränität betonenden „America First“-Politik. Dies beinhaltet eine systematische Schwächung internationaler Organisationen und Abkommen, die als Einschränkung der nationalen Handlungsfreiheit betrachtet werden. Langfristig zielt diese Strategie darauf ab, die globale Ordnung von einem regelbasierten System in ein System reiner Machtpolitik zu überführen, in dem bilaterale Verhandlungen und nationale Stärke die bestimmenden Faktoren sind. Diese strategische Neuorientierung hat tiefgreifende Implikationen für die geopolitische Landschaft und die transatlantischen Beziehungen. Parallel dazu verfolgt der Trumpismus eine langfristige Strategie der Wählerdemobilisierung durch die Verschärfung von Wahlgesetzen auf Bundesstaatenebene. Unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Wahlbetrug werden Maßnahmen wie restriktivere Wähleridentifikationsgesetze, die Einschränkung der vorzeitigen Stimmabgabe und die Erschwerung der Briefwahl vorangetrieben, von denen angenommen wird, dass sie unverhältnismäßig Wählergruppen betreffen, die tendenziell oppositionelle Parteien unterstützen. Diese taktischen und strategischen Initiativen zeigen, dass der Trumpismus weniger eine starre Ideologie als ein flexibles Bündel von Methoden zur Erlangung und Sicherung politischer Macht darstellt.

3. Was sind die kurzfristigen und langfristigen Ziele des Trumpismus?

Die kurzfristigen und langfristigen Ziele des Trumpismus lassen sich als ineinandergreifende Ebenen eines politischen Projekts verstehen, das auf eine fundamentale Neuordnung der amerikanischen Politik und Gesellschaft abzielt. Unmittelbare, kurzfristige Ziele konzentrieren sich auf die rasche Implementierung einer als „America First“ bezeichneten Agenda, die eine Abkehr von multilateralen Verpflichtungen und eine Hinwendung zu unilaterale Souveränität betonender Politik vorsieht. Dies umfasst den Abbau als hinderlich empfundener Handelsabkommen, die Einschränkung sowohl legaler als auch irregulärer Migration durch restriktive Grenzpolitik und die Stärkung heimischer Industrien durch protektionistische Maßnahmen. Ein weiteres primäres Kurzfristziel ist die systematische Schwächung administrativer Staatskapazitäten, die unter dem Schlagwort der „Deregulierung“ firmiert, jedoch oft auf eine De-Legitimierung und personelle Ausdünnung jener Behörden abzielt, die exekutive Macht kontrollieren könnten. Diese Entmachtung des sogenannten „deep state“ zielt darauf ab, politische und bürokratische Hindernisse für die exekutive Entscheidungsgewalt zu beseitigen und damit den Weg für eine personalisierte, an präsidialen Dekreten orientierte Regierungsführung zu ebnen.