Uncool - Ramón Heberlein - E-Book

Uncool E-Book

Ramón Heberlein

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Beschreibung

Wusstest du, dass Gott uns liebt? Wirklich! Ohne Wenn und Aber! Und dennoch versuchen wir so oft, uns anzustrengen, um Gott zu gefallen. Brauchen wir nicht. Können wir gar nicht. Gott will, dass wir uns hingeben, fallen lassen, quasi nichts tun. Fällt uns aber ziemlich schwer. Dieses Buch kann helfen, diesen Willen Gottes zu verstehen und eine Ahnung davon zu bekommen, wie wir zu diesem Nichtstun gelangen können.

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Seitenzahl: 116

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Wusstest du, dass Gott uns liebt? Wirklich! Ohne Wenn und Aber! Und dennoch versuchen wir so oft, uns anzustrengen, um Gott zu gefallen. Brauchen wir nicht. Können wir gar nicht. Gott will, dass wir uns hingeben, fallen lassen, quasi nichts tun. Fällt uns aber ziemlich schwer. Dieses Buch kann helfen, diesen Willen Gottes zu verstehen und eine Ahnung davon zu bekommen, wie wir zu diesem Nichtstun gelangen können.

Geboren wurde ich 1988, studierte (etwas später) Soziologie an der TU Chemnitz, bevor ich 2014 die Arbeit als Betreuer an einem Internat begann und später hauptsächlich als Lehrer tätig wurde. Ich bin Mitglied in der Evangelisch-methodistischen Kirche, verheiratet und lebe mit meiner Frau und unseren drei Kindern in Leipzig. 2015 wurde Glaubst du an ein Leben vor dem Tod? veröffentlicht, ein Buch über meine Ansichten des christlichen Glaubens. 2019 erschien mein Roman Rindl..

Für

Elmo, Betti, Wilma, Jule

& Menschen wie John

Inhaltsverzeichnis

NICK

WARUM

FALLENLASSEN

GEFALLEN

NOCHMAL

ARBEIT

ANGST

GNADE

UNCOOL

ANMERKUNGEN

NICK

FALLENLASSEN

GEFALLEN

NOCHMAL

ARBEIT

ANGST

GNADE

UNCOOL

NOCH WAS …

NICK

Kennst du die Geschichte von Nick Foles?

Kennen die meisten nicht, aber, oh Mann, die ist es echt wert, erzählt zu werden! Okay, ich gebe zu, ich würde sie vermutlich auch nicht kennen, wäre ich nicht vor ein paar Jahren mit meiner Frau und ihren Eltern nach New York gereist. Wir saßen in diesem schmucken Appartement im East Village und verfolgten gespannt die letzten Minuten des Superbowl-Finales 2018, die Philadelphia Eagles gegen die New England Patriots. Ich hatte ja keine Ahnung (und hab‘ sie heute noch kaum), und aus diesem Grund habe ich auch nicht auf die Eagles gehofft, sondern zitterte mit den sich abkämpfenden Patriots, die kurz vorm Ende des vierten Quarters hinten lagen, und ich meist prinzipiell auf den Außenseiter hoffe. Außerdem sollte das Spiel ja spannend bleiben. Gewonnen haben am Ende die Spieler aus Philadelphia, und erst später stellte sich für mich heraus, dass dies wohl einer echten Sensation glich.

Nick Foles wurde 1989 geboren und wuchs in Texas auf. Zu dieser Zeit gab es drei Dinge, die man in Texas verehrte: Gott, Football und Fleisch. Nick kümmerte sich in seiner Jugend mehr um den Sport als um die anderen beiden Dinge, und so kam es, dass er 2012 einen Vertrag bei dem Footballverein der Philadelphia Eagles unterschrieb. Und es ging auch ziemlich gut los für ihn.1 Doch aufgrund schwacher Leistungen und einiger Verletzungen trennten sich die Eagles im Sommer 2015 von ihm. Er überlegte, nach einer Verletzung aufzuhören. Doch Nick, ein tiefgläubiger Christ, betete für eine Entscheidung und blieb in der NFL.2 So strolchte Nick also zwei Jahre lang als Ersatzspieler durch die Liga und stellte dabei fest, wie sich seine Prioritäten verschoben. Seine Frau litt an einer Infektionskrankheit und sie erwarteten ihr erstes gemeinsames Kind. Nick wollte aufhören. Hätten die Eagles ihn nicht zum Weitermachen überredet und ihm einen Zweijahresvertrag als Bankdrücker gegeben, wäre diese gute Geschichte an dieser Stelle wohl zu Ende (und das Intro für mein Buch dahin). Doch Nick nahm den Vertrag an (thanks, man!), die Fans ihn wiederum nicht. Er saß auf der Ersatzbank, und dann geschah es.

2017, gegen Ende der regulären Spielzeit, verletzte sich der damalige Stammquarterback der Eagles schwerwiegend am Knie und Nick musste spielen. Die Fans gaben die Hoffnung auf. Nick selbst hatte verlauten lassen, dass Football in seiner persönlichen Rangordnung lediglich auf Platz drei liegt, nämlich hinter Gott und dem Fleisch – nein Spaß, der Familie natürlich –, und keiner konnte glauben, dass so einer in dieser Footballwelt, die sich nur so nach ehrgeizigen Helden sehnt, bestehen könne.

Doch es kam anders: Die Eagles schafften es ins Finale. Bereits vor dem Finale meinte Nick, dass er gerne Pastor an einer Highschool werden würde.3 Dieser Kerl, an dem alle zweifelten, war also der Meinung, dass es andersherum genauso wunderbar gewesen wäre. Er war dankbar, dass er das alles erleben durfte, aber als Pastor wäre er wohl genauso glücklich gewesen. Und das alles sagte er vor dem Finale gegen die New England Patriots, quasi dem damaligen FC Bayern München des American Footballs.

Nick aber hatte sich von all dem nicht verrückt machen lassen. Er hatte vor dem Spiel nicht versucht, mit markanten oder angsteinflößenden Aussagen hervorzustechen. Nein, Nick sah es ganz klar als das, was es nun einmal war: ein Spiel. Der Superbowl ist ein kaum vergleichbares Spektakel. Um die einhundert Millionen Menschen sehen dabei zu, und es ist der Traum vieler Kinder, genau das selbst einmal zu erleben. Und dann kam da dieser Kerl aus Texas und spielte das ganze Ding nach seinen eigenen, ganz ruhigen und demütigen Regeln. Und es war auch genau der Kerl, der maßgeblich dazu beitrug, dass die Eagles dieses Spektakel gewannen und zum Meister gekürt wurden. Holy Nick, wie er von Eagles Fans genannt wurde4, wurde zudem als wertvollster Spieler des Superbowl-Spiels gewählt. Eine Geschichte, die kaum zu glauben, aber wahr ist.5

WARUM

Eine Frage – vier Antworten: Warum? Eine absolut berechtigte Frage! Aber lass mich möglichst kurz und knapp (hüstelhüstel) eine Antwort darauf geben.

Es war im Januar 2015. Acht völlig verschiedene und quasi wildfremde Menschen – darunter ich – kamen in Bonn zusammen, um eine gut einjährige Weiterbildung im Bereich Internatserziehung zu absolvieren. In dieser Zeit schrieb ich bereits an meinem ersten Buch und stellte es kurz nach unserem ersten Treffen auch fertig. Während dieser Weiterbildung gab es zwischen uns Teilnehmenden sehr inspirierende und motivierende Gespräche. Vor allem zwei Menschen bleiben mir dahingehend sehr in Erinnerung. Zum einen Valentin, ein katholischer Priester, zum anderen John, der Lebemann, wie ich ihn bezeichnen würde. John outete sich damals schon als Agnostiker und bleibt, zumindest bis zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen, dabei (wer weiß, ob ich ihn noch überzeugt kriege).

Als diese Art Ausbildung und sehr intensive Zeit zu Ende ging, blieben wir fast alle in Kontakt. Vielleicht sollte ich hier kurz erwähnen, dass uns neben dem Inhaltlichen – ähm, also, knapp zehn Jahre später konnte sich jetzt niemand mehr ganz intensiv an alle Inhalte erinnern – vor allem die Abendstunden mit guten Gesprächen, viel Quatsch und einigen Runden Wahrheit oder Pflicht (ja, wir waren alle erwachsen und machten eine berufliche Weiterbildung!) zusammenschweißten. An sich könnte ich ein eigenes Buch über diese Zeit damals schreiben, aber ich befürchte, da hätten meine Mitstreitenden einiges dagegen.

Nach knapp zehn Jahren unseres ersten Aufeinandertreffens veranstalteten wir nun quasi eine Art Klassentreffen. Das Vorhaben war schon ziemlich verrückt (aber auch sozial höchst interessant, was mich sehr faszinierte): Sieben von den damaligen acht Leuten sollten in einem Haus irgendwo in einer Kleinstadt zusammenkommen. Und dabei bedenke man bitte, dass über acht Jahre seit unserem letzten Treffen vergangen sind und wir uns in den insgesamt sechzehn Monaten, die die Fortbildung dauerte, lediglich sechsmal im Leben an ein paar Wochenenden und eine einzige zusammenhängende Woche gesehen hatten!

Aber wie bereits erwähnt (unter anderem Dank Flaschendrehen) empfanden wir diese Zeit als wahnsinnig intensiv, sodass wir unbedingt so ein Treffen haben wollten. Gesagt, getan. Aufgeregt also (zumindest ich) kamen wir nun zusammen und es dauerte keine zehn Minuten und ich fühlte mich sofort zehn Jahre zurückversetzt in diese lockere und schöne Atmosphäre. Und bei einem unserer Gespräche am ersten Abend wurde relativ schnell klar, dass mindestens zwei sich recht gut daran erinnerten, dass ich dieses Buch damals geschrieben hatte. Einer davon war John, der mir berichtete, wie gut es ihm, dem Agnostiker, also dem, der nicht so richtig zum Glauben finden kann, aber definitiv offen dafür ist, gefiel.

Jetzt sollte man wissen, dass ich nach meinem ersten kleinen christlichen Buch einen belletristischen Roman geschrieben hatte und ich eigentlich gerne einen zweiten Roman schreiben wollte. Aber wie das mit der Zeit und der Motivation so ist, ging das irgendwie nicht so richtig voran. Das Verlangen aber, vielleicht doch nochmal was zu Papier zu bringen, war allerdings da, konzentrierte sich für mich aber eben auf solch einen belletristischen Roman und nicht auf ein weiteres christliches Buch. Als mir John aber dann berichtete, was mein kleines Büchlein mit ihm angestellt hatte und dass nach so vielen Jahren dies noch immer so präsent für ihn war, motivierten mich genau dieses Wochenende unseres Wiedersehens, dieses Gespräch, das ganze Drumherum immens dazu, diese Zeilen hier zu verfassen und somit das zweite Buchprojekt dieser Art zu starten.

Die quasi dritte Antwort (neben meiner Lust am Schreiben und den Aussagen von John) auf die eingangs gestellte Frage ist unter anderem die Geschichte von Nick Foles. Was ich damit sagen will: Es ist mein Drang nach Output. Dinge, die ich erlebt und erfahren habe, die mir in den Kopf kamen, die ich weitergeben möchte. Ich habe einfach immer irgendwas zu sagen (ich weiß, kann nerven, aber Gott gab auch dir den freien Willen, mir nicht zuzuhören). Letztendlich ist dieses Buch hier nur ein Sammelband meiner Predigten und so ’nem Zeugs.

Und hier kommt dann auch die vierte und letzte Antwort: Ja, ich finde es irgendwie einfach cool, zu sagen, ich habe ein Buch geschrieben. Und ja, so ein paar Ansichten einfach weiterzugeben beziehungsweise zu hinterlassen, finde ich auch nicht schlecht.

Und hier noch eine Art Disclaimer: Alles, was ich zu sagen habe, kommt nicht von mir (Plagiat!). Ich habe es aus Gedanken zu Liedern oder Predigten, die ich gehört, Filmen, die ich gesehen, Büchern, die ich gelesen habe oder einfach aus meinem Leben, das ich erfahren darf. Um es kurz zu machen: Letzten Endes kommt alles von Gott! Was aber nicht heißt, dass ich da nicht auch Fehler draus mache und Schwachsinn weitergebe. Aber das kannst du dann selbst herausfinden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist nun da. Und bei dir liegt es, ob du nun weiterblätterst oder es wieder zurücklegst. Aber ich hoffe, zumindest John wagt das Umblättern.

Ach ja, bevor es losgeht, doch noch eine kleine Sache: Was erwartet dich hier eigentlich? Na ja, ich sag mal so: Dich erwartet hier ein theologisches Buch, ohne theologisch zu sein. Also, was ich damit meine, ist, ich schreibe über das, woran ich glaube. Es ist aber nicht theologisch ausgearbeitet. Es ist nicht bis ins kleinste Detail recherchiert und ausgelegt (also in die Bibel hab‘ ich schon mal geschaut). Vielleicht ist es oberflächlich. Vielleicht ist es aber eben auch einfach nur meine Sichtweise. (Wo ist der Unterschied?) Also, wenn du hier ein theologisch tief recherchiertes Buch erwartest, dann leg das Buch jetzt lieber beiseite und mach es nicht wie John. Denn sonst wirst du wohl nur enttäuscht werden. Für alle anderen: Let's go!

FALLENLASSEN

Wie beginnt man so ein Buch? Recht einfach: Mit der für mich alles entscheidenden Frage! Vielleicht ist es dir zu simpel, vielleicht auch zu kompliziert, keine Ahnung. Aber ich würde dieses Buch gern mit dieser einen Frage beginnen, die mich mehr als jede andere beschäftigt: Wie werde ich Christin beziehungsweise Christ1? Und ich meine jetzt nicht, wie ich konfessionell in irgendeine Kirche eintrete oder so. Noch nicht mal einfach das Bekenntnis, zu sagen: Ich glaube an Gott, ich glaube an Jesus, ich glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Ich meine, wie schaffe ich es, mich Gott wirklich hinzugeben? Jesus tatsächlich nachzufolgen?

Vorab: Ich glaube, es gibt eine Grundprämisse für das Christin- beziehungsweise Christsein. Ich glaube, wir müssen an den Punkt kommen, an dem wir erkennen, dass wir eigentlich ziemliche Ärsche sind. Dass wir kaputt sind, fehlerhaft, nicht perfekt, dass wir hilfsbedürftig sind.2 Ich glaube, dass, wenn wir der Überzeugung sind, wir können alles und sind die Größten – wir brauchen also absolut nichts und niemanden –, wir gar kein Verlangen haben werden, Gott zu suchen. Warum auch, wenn doch schon alles gut und keine Leere in deinem Leben vorhanden ist? Ich glaube, wenn du so denkst, bist du nicht ehrlich zu dir. Sorry, aber ich glaube, wir sind alle so was von unperfekt und stümperhaft. Klar, in manchen Bereich mehr und in anderen weniger, aber come on: Perfekt? No way! Lasst uns von scheinheilig zu heilig kommen! Jesus machte das schon ziemlich deutlich: »Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.« (Lukas 5,31b-32)

Easy von Sarah Reeves ist ein tolles Lied, welches ich vor noch gar nicht allzu langer Zeit erst kennenlernen durfte, und da heißt es im Refrain:

I thought I wanted it easy but easy never needed

never needed You

Just because I'm feeling weak and feeling lonely

doesn't make it true

I know I'm only human

and I don't know what I'm doing

I thought I wanted it easy but easy never needed

never needed You3

Ich dachte, ich wollte, dass es einfach ist, aber einfach

hat Dich nie gebraucht,

hat Dich nie gebraucht.

Nur weil ich mich schwach und einsam fühle,

heißt das nicht, dass es wahr ist.

Ich weiß, ich bin nur ein Mensch

und ich weiß nicht, was ich tue.

Ich dachte, ich wollte, dass es einfach ist, aber einfach

hat Dich nie gebraucht,

hat Dich nie gebraucht.4

Wenn alles einfach und fehlerlos bei uns laufen würde, bräuchten wir Gott nicht. Ich glaube aber, dass es nicht so ist. Das ist also meines Erachtens die Grundvoraussetzung, um mit Gott unterwegs sein zu wollen (nicht, um überhaupt mit Gott unterwegs zu sein!). Wenn ich das nun also möchte, stellt sich die Frage: Wie schaffe ich das?

Ich habe eine Predigt gehört, die für mich ein paar sehr starke Aspekte genau zu diesem Thema wiedergab und die ich in dieses Kapitel hier gerne nicht zu knapp mit einfließen lassen möchte.5 Im Rahmen dieser Predigt kam mir ein Gedanke in den Kopf: Ich bin kein guter Christ. Aber nicht, weil ich schlechte Dinge tue, sondern weil ich ständig versuche, gute Dinge zu tun. Lies das ruhig nochmal. Ich finde, in diesem Satz steckt ein Paradoxon, mein