Und plötzlich Venedig - Frederike Hieronymi - E-Book

Und plötzlich Venedig E-Book

Frederike Hieronymi

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Beschreibung

Alle italienischen Schimpfwörter helfen der jungen Reisebegleiterin Ella nicht, die Untreue ihres Verlobten Max zu vergessen. Zu dumm, dass er ein Ende ihrer Beziehung nicht akzeptieren will. Ein weiteres Pech, dass seine Mutter, Signora Taviani, das ebenso sieht und die Signora auch noch Ellas Chefin ist, mit der sie eine Reisegruppe durch Italien begleiten soll. Als Max ihnen nach Venedig nachreist, um Ella umzustimmen, läuft sie ihm davon, verirrt sich und steht plötzlich, aus der Enge der venezianischen Gassen heraus, vor der Weite der nächtlichen Lagune – konfrontiert mit den entscheidenden Fragen: Ist sie wirklich glücklich? Und ist es möglich, dass Max doch nicht die große Liebe ist, für die sie ihn gehalten hatte? In einer kleinen Bar am Rande der Stadt findet Ella Unterschlupf, die Aussicht auf ein anderes Leben und die Erkenntnis, wie sich wirkliches Herzklopfen anfühlt.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Table of Contents

Und plötzlich Venedig

Impressum

1: Ella

Raffaele

Grafik

Ella

2: Raffaele

Ella

Raffaele

Ella

Raffaele

Ella

Die Autorin

Frederike Hieronymi

 

 

 

Und ploetzlich Venedig

 

 

RomanceNovelle

 

 

 

Ashera Verlag

Impressum

Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig.

 

 

 

Erste Auflage im Juni 2025

 

Copyright © 2025 dieser Ausgabe by

Ashera Verlag

Hochwaldstr. 38

51580 Reichshof

[email protected]

www.ashera-verlag.net

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder andere Verwertungen – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlags.

Covergrafik: pixabay

Innengrafik: pixabay

Szenentrenner: pixabay

Coverlayout: Atelier Bonzai

Redaktion: Alisha Bionda

Lektorat & Satz: TTT

Vermittelt über die Agentur Ashera

(www.agentur-ashera.net)

 

1: Ella

 

Porca miseria! Verdammt! Wenigstens anständig fluchen hatte ich von Max gelernt, das war in meinem Italienischstudium nämlich zu kurz gekommen. Auf alles andere mit ihm hätte ich im Nachhinein lieber verzichtet.

Mascalzone!

Schuft!

Wie hatte ich nur auf ihn reinfallen können?

Ella, hatte meine Mutter mir von klein auf beigebracht, Ella, trau den Kerlen nicht. Die sind alle gleich. Männer eben. Pah! – Hätte ich nur mal besser auf Mama gehört. Hatte ich aber nicht. Wie sollte man das auch bewerkstelligen? Auf einmal machte es Zack! und man hatte einen brennenden Liebespfeil im Herzen. Von Amors Schergen höchstpersönlich abgeschossen, vermutete ich. Und schon ging es los, dieses Spiel, das so alt sein musste wie die Menschheit selbst: Liebe.

Das hieß Herzklopfen, Flattern in der Magengrube, Sternchen vor den Augen. Die ganze Palette. Es mussten wohl die Hormone sein, die einem so etwas einbrockten, die einen tanzen ließen wie einen Gummiball durch Stromschnellen, völlig ausgeliefert.

Wenn Max nicht noch dazu der Sohn meiner Chefin gewesen wäre, deren Blicke ich wie Dolche im Rücken spürte, während der Kerl in der neunten Reihe schon wieder nervte. Jetzt spürte ich auch noch ihre spitzen Finger, die sich in meine Seite bohrten.

„Jetzt geh schon und kümmere dich um den Herrn“, zischte Signora Taviani mir ins Ohr, ohne ihr beschwichtigendes Lächeln dabei verblassen zu lassen, da war ich mir sicher.

Max‘ Familiensituation unterschied sich beträchtlich von meiner. Zum Ersten darin, dass sein Vater kein untergetauchter Deutscher war, der seine Frau mit dem Baby, nämlich mir, hatte sitzen lassen, sondern ein sehr präsenter Italiener, der in München das Reisebüro hatte, für das wir gerade unterwegs waren. Die Signora als Reiseleitung, ich als Reisebegleitung. Bus de luxe hieß unsere Tour und versprach, wie der Name schon sagte, eine Luxusreise mit Erlebnissen gehobener Kultur, noblen Unterkünften und exquisitem Essen. Dazu einen Rundum-Service der Problembewältigung, für den ich zuständig war, während die Signora mit dem Mikrophon vorne stand und auf die Sehenswürdigkeiten hinwies, die an den Busfenstern vorbeihuschten und die die Leute sonst großteils nicht bemerkt hätten, weil sie gerade angestrengt damit beschäftigt waren, den Mechanismus ihrer Rückenlehnen zu enträtseln, ihre Proviantpakete zu erforschen oder mit einem spitzen Zeigefinger auf ihren Seniorenhandys herumzuhacken. Natürlich waren die meisten unserer Reisenden Menschen einer Altersklasse, die keine Lust mehr hatte, sich selbst mit dem Auto über die Straßen zu quälen und zu unsicher auf den Beinen, um sich den Unabwägbarkeiten des öffentlichen Verkehrs anzuvertrauen. Außerdem mussten sie üppige Pensionen beziehen, um sich die Reise mit uns leisten zu können, was einigen die Idee gab, sie hätten damit Anspruch auf einen reibungslosen Ablauf der Fahrt – schließlich hatten sie dafür bezahlt. Das klappte allerdings nie. Das Reibungslose, meine ich. Keine Fahrt ohne Stau, verlorenes Gepäck, verstauchte Knöchel beim Aussteigen, geraubte Handtaschen, vergessene Pässe oder mindestens eine Fischvergiftung, eine Diagnose, mit der sich oft auch selbstverschuldete Völlerei tarnte. Irgendetwas passierte immer. Und irgendeiner nervte immer besonders. In dem Fall schien es der Herr aus Reihe neun zu sein. Ich setzte mein freundlichstes Reisebegleiterinnenlächeln auf und startete los in seine Richtung. Sein Glück, dass er nicht wusste, dass mit dem Lächeln sein Todesstoß nahte, symbolisch gemeint natürlich, den ich ihm sanft aber entschieden verpassen würde. Ich hatte auch so meine Tricks auf Lager. Und mein Pech, dachte ich, als ich der netten Oma in Reihe sechs freundlich zunickte, dass Max die schwarzen Locken und dieses hinreißende Lächeln von seinem italienischen Vater geerbt hatte. Unwillkürlich seufzte ich. Mein weiteres Pech, dass Max der Sohn der Familie war. Ich hatte es erst erfahren, als Amors Pfeil mich bereits getroffen hatte und es kein Zurück mehr gab. Max arbeitete sich durch alle Sparten des Unternehmens – von der Pike auf, wie seine stolze Mama das bezeichnete – und ich Schaf hatte ihn anfangs für einen einfachen Reiseleiter gehalten. Zu spät, denn jetzt hatte er mir nicht nur das Herz gebrochen, sondern ich wurde auch noch von den Blicken seiner Mutter durchbohrt, die – warum auch immer – ihren Herzensjungen in Gefahr sah. Das nächste Pech – ich war bereits bei Reihe acht und hörte den Herrn in der neun schnauben –, dass Max auch den Hang zur Untreue von seinem Vater geerbt haben musste. Im Büro sprach man natürlich nur hinter vorgehaltener Hand über die Eskapaden des Seniorchefs. Signora Taviani begegnete den Gerüchten mit damenhafter Contenance, eiserner Haltung und gefasstem So-sind-sie-nun-einmal. Dass sich ihr Erst- und Einziggeborener erstmal die Hörner abstoßen musste, gehörte dabei auch in dieses Weltbild. Wie gesagt, unser Familienhintergrund unterschied sich gewaltig. Ich fand den Ansatz meiner Mutter schrecklich, allerdings – wie wahrscheinlich die meisten Frauen meiner Generation – die Lebenseinstellung der Signora ebenfalls. „Ich bin fünfundzwanzig, Signora, ich bin nicht Jane Austen“, hatte ich erfolglos protestiert. Wobei ich noch nicht einmal die Freude an diesem Hörnerabstoßen gehabt hätte, vermutete ich. „Papperlapapp und Schwamm drüber!“, hatte meine Chefin nur geantwortet.

Leider schaffte ich es nicht, die schöne Griechin, die erst ins Büro gestürmt kam und in Folge Max an den Hals, so einfach wegzustecken. Und auch nicht das Liebesschloss, das ihm zusammen mit der Rechnung für die Gravur aus der Tasche gerutscht war. Kunstvoll verschnörkelte Initialen. A und M. Mein Name begann nur unglücklicherweise mit E.

Schuft!, dachte ich noch einmal, während ich mich zu dem Herrn in Reihe neun hinunterbeuge. Ihr alle und du auch!

Endlich erreichten wir die fast vier Kilometer lange Brücke, die das Festland mit Venedig, unserem Tagesziel, verbindet, und die Handy-Kameras wurden gezückt. Gleich am Beginn der Lagunenstadt warteten die Parkhäuser auf uns. „Weiter geht es mit dem Bus nicht“, erklärte meine Chefin. „Unser Gepäck wird dort abgeholt, ein Service, den normale Reisende nicht haben.“ Natürlich durfte der kleine Hinweis auf die Exklusivität unserer Reise nicht fehlen. „Und wir werden unsere Fahrt mit dem Boot fortführen. Gehen Sie uns nicht verloren, halten Sie sich bitte an meine Begleiterin, die Ihnen den Weg weisen wird, und vergessen Sie den Namen unseres Hotels nicht, das übrigens eines der renommiertesten in der Nähe des Piazza San Marco ist, dem Herzen der Stadt.“

Sofort begann ein allgemeines Rascheln, mit dem unsere Gäste ihre verstreuten Reiseutensilien zusammenpackten, hektisches Durcheinanderreden und aufgeregtes Lachen:

Die Mischung aus Abenteuer und Luxus, die uns erwartete, setzte zugleich mit dem Adrenalin wohl Glückshormone frei. Alle blickten zu mir, als wollten sie sich noch einmal vergewissern, wie ich aussah, um mich auch wirklich nicht aus den Augen zu verlieren.

---ENDE DER LESEPROBE---