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Ungewissheitsgeschichten: Sie handeln von dem Unerwarteten, etwas was man nicht kommen sehen kann; es ist einfach, plötzlich da und es kann jeden trefen. In diesen Kurzgeschichten, ist Unvorhersehbarkeit allgegenwärtig. Sie sind bissig und in der Tat, kurz und schicht
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Dirk Bruss
UNGEWISSHEITS- GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTEN
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
TRANS-FORM
KRIDS GESCHICHTE
SCHHH
IST SO DAS LEBEN?
PAULA
RISIKO
RETRO
ES IST WIE ES IST
JOSE(PH)
ANWEISUNGEN UM DIE MÄCHTIGEN MENSCHEN ZU VERSTEHEN
SIEB´ SIE DURCH
VACUUM
KUH
FORTSETZUNG FOLGT...
Impressum neobooks
Er entblößte sich, nahm Spitzhacke und Schaufel, grub sich bis zu den Knien und sagte:
„Ich hab´s satt mit dem Schuften bis zum Umfallen. Ich werde so wie die Pflanzen sein. Ich werde von der Luft, der Sonne und den Nährstoffen des Bodens leben.“
Die Fußgänger, die das öde Grundstück passierten, staunten, lachten oder beleidigten ihn. Seine Kinder versteckten sich Zuhause, um sich solche Schande zu ersparen. Seine Frau hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Seine Arbeitskollegen aus dem lokalen Fernsehsender, nahmen ihn als die „Nachricht des Jahrhundert“ auf und das aus guten Gründen. Aus seinen Armen und Fingern wurden Äste (von denen Blätter keimten), aus seinem Körper wurde ein Stamm und aus seinen Beinen, Füßen und Zehen wurden Wurzeln. Ein paar Monate später, war er ein ganzer Baum. Nach einiger Zeit, war er nichts Neues und die Leute vergaßen ihn.
Zwei Jahre danach, war das Grundstück ein Park, mit mehreren Bäumen und Pflanzen. „Baummann“ war glücklich. Die Vögel flogen um ihm herum, Eichhörnchen und andere Viecher liefen auf ihm herum. Einige Insekten waren lästig, aber das war kein Problem, weil eine Gruppe von Aktivisten sich um dem neuen Park gekümmert und ihn gepflegt haben.
Er konnte sich amüsieren mit der Anwesenheit von vielen Besuchern.
Nach 200 Jahren war er ein alter Baum.
Mit Höhen und Tiefen hatte ich eigentlich ein gutes Leben, dachte er.
Leider hatte er keinen natürlichen Tod. Ein Bagger tötete ihn, da wurde ein Parkplatz gebaut.
Krid wollte sein ganzes Leben lang die letzte Grenze der Welt finden, da wo sie aufhört zu sein, da wo sie endet. Er war Herrscher seines Klans, mit dem er ständig unterwegs war. Sie waren Nomaden und haben in tausenden von Jahren, in hunderten von Generationen, zig Kilometer durchwandert.
Immer und immer wieder ist Krid anderen Nomaden-gruppen begegnet. Eine Frage hat er immer gestellt, eine Frage wurde ihm immer gestellt:
„Habt ihr das Ende der Welt gefunden?“
„Nein“, war immer die gegenseitige Antwort.
Vielleicht ist die Welt unendlich, dachte Krid.
