Unser Leben - ein Wimpernschlag - Sonja Pistracher - E-Book

Unser Leben - ein Wimpernschlag E-Book

Sonja Pistracher

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Beschreibung

Inne halten will gelernt sein. Zu genießen ebenso. Das Jahr - das Leben - mit all seinen Facetten, den festgelegten Bräuchen, den immer wiederkehrenden Vorgängen in der Natur, zeigt unseren Handlungsspielraum auf. Darauf habe ich meinen Fokus gerichtet und all unsere Gedanken um diese wiederkehrenden Momente im Leben festzuhalten versucht. Um zu erkennen, dass unser Leben, unser Handeln, unser tägliches Tun einem Wimpernschlag gleicht - in der Abfolge in unserer doch sehr strukturierten Welt. Die wir lieben. So, wie wir sie kennen. Lass dich entführen - auf vertrauten Wegen.

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Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Autorin: Sonja Pistracher

Unser Leben – ein Wimpernschlag

Gedanken um Augenblicke im Jahresreigen

Coverdesign: Katja Berndt

2019

ISBN: 978-9-4634-2048-8

© Sonja Pistracher

Nachdruck und Vervielfältigung jeder Art, auch auf Bild-, Ton-, Daten- und anderen Trägern, insbesondere Fotokopien, sind (außer zum privaten Gebrauch unter Angabe der Autorin) kommerziell nur nach Absprache mit der Autorin erlaubt und möglich.

INHALTSVERZEICHNIS

Cover

Impressum

Einleitung

Ein Moment gleich einem Wimpernschlag

Zwiegespräch

Spüre dich

MOMENTE - Ich bin

Traurigkeit

Leid

Gute Gedanken

Glück

Seele

Traum

Hoffnung

Bitterkeit

Gefühle

Tun

Wut

Ekel

Geben

Neid

Verzeihen

Vertrauen

Besserwisserei

JÄNNER - ich lebe

Jänner

Gut, dass ich ein Baum (1)

Der Winter

Wia wird a Schneemann zum Schneemann?

Frostiger Winterspuk

Die Weisen

Krähen und Raben

Bauernregeln für den Jänner

FEBRUAR - Ich wachse

Februar

Fröhlichkeit

Kleine Glücksmomente

Maskerade

Valentinstag

Freiheit

Lebensfreude - Übermut

Lostag Valentinstag

Kälte

Maria Lichtmess

Bauernregeln für den Februar

MÄRZ - ich erblühe

März

Fasten

Auch das geht vorbei

Wach sein wider Willen

Spür den Duft, der dich ruft!

Hier bin ich

Erkennen, entfalten, vertrauen

Tag- und Nachtgleiche

Mein Traum

Bauernregeln für den März

Bauernregel zum Frühlingsanfang

APRIL - Ich erwache

April

Der Osterhase

Hin- und hergerissen sein

Aprilscherz

Frühlingsdüfte

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Frühlingserwachen

Das immer wiederkehrende Wunder der Natur

Der Frosch in Nachbars Garten

Bauernregel für den April

Ich bin ein Baum (2)

MAI - Ich liebe

Mai

Der Liebe wegen

Weil ich dir so verbunden bin

Mit dir

Mütterg´schichten

Alles neu macht der Mai

Der Maibaum

Heiratswillige vor

Geborgenheit

Liebe bedingt auch den Schmerz

Ich hab geträumt....

Ein Leben mit dir

Maikäfer

Ein Liebesbrief

Dies....

und Jenes

Bauernregel für den Mai

JUNI - Ich genieße

Juni

Vatertag – Gedanken an meinen “Papa”

Es beginnt

Kindermund (Leonie mit 2 ½ Jahren)

“Ich sage DU”

“Oma, bitte Auto foahr´n”

Dschungelbär

Mein erster Abschlag

Junikäfer

Ameisengleich

Bauernregel Juni

Ich bin vernetzt

JULI - Ich erlebe

Juli

Schulschluss

Neue Freundschaften

Wenn der Platz an der Sonne besetzt ist....

Die perfekte Welle

Gartenplauderei

Die zweite Hälfte

Bauernregeln für den Juli

AUGUST - Ich entspanne

August

Freundschaft “Für Marianne”

Im Krankenhaus

Freundschaft “Für Brigitte”

Mitgefühl

Lebensfreude im August

Grenzenlos frei

Statt Urlaub ins Krankenhaus?

Freundschaft “Für Sylvia”

Erntezeit

Kurzbeschreibung August

SEPTEMBER - Ich ernte

September

Wehmut

Nüsse und Kastanien

Weinlese

Obst

Herbstanfang

Wanderehrgeiz

Septembergefühl

Schulanfang

OKTOBER - Ich lasse los

Oktober

Der Stein im Schuh

Sei ein Baum (3)

Pension – Rente - Freiheit

Streit und Versöhnung

Zurück in die Kindheit

Mein Zuhause

Heimat

In Weimar

Dresden mit Freunden

Welttierschutztag

Herbst

Igel & Co

NOVEMBER - Ich leide

November

Es gibt Tage

Trauergedanken - Anteilnahme

Frieden

Frieden kontra Krieg

Gute-Nacht-Zeilen für meine Enkelkinder

A graues Hoar

Totenstille

Depression

Besitzanspruch

Verzeih?

Altern, doch immer jung

21. Nov. – Tag des Gebens

Weil ich ein guter Mensch ja bin

Älter werden, begleitet von Demenz

Der Spätherbst

DEZEMBER - Ich glaube

Dezember

Unser Christkind

Es war da – in der Nacht davor

Was uns die Krippe sagt

Familientage

Ich war ein Baum (4)

Weihnacht, hab´ Dank!

Silvester

Nimm diese Gedanken ins neue Jahr mit

Gedanken

Glück ist das Lächeln der Seele

Danke

Einleitung

Es geht mir um Momente, die sich aneinander reihen und ein Jahr ergeben.

Aber auch ein Leben, das dem Jahr gleichgesetzt ist. Anhand der, unseren Vorstellungen klar zugänglichen Monatseinteilungen innerhalb eines Jahres, lassen sich diese Momente aneinander reihen. Ich wollte sie sichtbar machen. Darum habe ich unter jede Überschrift des Monats auch einen Hinweis gestellt. Allerdings nur zwei, maximal drei Worte, um auch das Leben einfließen zu lassen. Das Jahr mit all seinen Facetten, den festgelegten Bräuchen, den immer wiederkehrenden Vorgängen in der Natur, den Fixpunkten und den daraus resultierenden Zusammenhängen, soll das Gefühl erlebbar machen, sich wiederzufinden. Aber es soll auch aufzeigen, was wir überzeichnen, wo wir an uns arbeiten müssen und welche Rätsel es zu lösen gibt.Der Bezug auf ein ganzes Leben, reduziert auf nur ein Jahr, ist der Ursprung des Moments, dem wir täglich begegnen. Das zu vermitteln habe ich als meine Aufgabe in diesem Buch gesehen. Mit Worten, die man versteht, mit Vergleichen, in denen man sich entdeckt und in Gedanken, die wachrütteln sollen, um dem Gleichklang des Ablaufs zu entkommen.

Das Buch wird dadurch auch mit offenem Auge durch die Monate führen. Bei genauer Betrachtung erkennt man in einem Auge eine Generation. Wobei dieses Auge ab Juli darzu übergeht, mit römischen Zahlen das Vergängliche unserer Lebenszeit darzustellen.

Da ich mich seit meiner Kindheit mit Goethe auseinandersetze und seine Reimformen und den Ausdruck, der durch diesen periodischen Ablauf von in sich immer wiederkehrenden und unterbrochenen Kreuzreimen zu faszinierenden Erzählungen, Dramen und Geschichten geführt hat, liebe, war mein ganzes Denken oft so beeinflusst, dass es nur eine Sprache für dieses Buch geben konnte: Lyrik – auf meine Art.

Lass dich überraschen und tauche ein in die Welt der Momente.

Ein Moment gleich einem Wimpernschlag

Es ist der Moment,der erkennt,dass er vorbeiohne “verzeih”und kehrt nicht wieder,sondern müderwird der nächste Schritt,der an seine Stelle tritt.

Ein guter Moment,der nenntdir die Sterne,sagt: "Lerneaus mir,denn was dafürich dir gebe,erhebesich über dein Tun,verlässt dich im Ruh´n”.

Ein schlechter Moment,der überrenntdich mit allen Sinnenbinnendem spürbarenund wahrenAugenblickin einem Stückund lässt zurückin dir findenein warnend Empfinden.

Beunruhigt bist du fortan,wo voller Elangerade dein Denken warund starrbist du bewegt,wenn sich legtdie Schwereund Leereauf dein Gemüt,die dich hinunterzieht.

Doch ist es so leichterreicht,dass nur ein Wortzieht fortdies Empfinden,das ohne zu ergründensich dem Augenblick ergibt,wenn der nächste Momentdich wieder liebt.

Zwiegespräch

Es macht mir Sorgen,wenn ich lese

deine Thesefast bizarr

vom fix verwobenen Jahr,da wird mir schlecht.

In echt?

So wenig Zeit

Tut mir leid

Sodass nur verweilt

dazwischen gekeiltmein Tun

darf ruh´n.

Gut erkannt,

bleib entspannt,

sei gescheit,

nutz die Zeit!

Aber nur aktivist attraktiv

und ich mag kein Leben,das so vorgegeben.

Aha, keine Faschingszeit

oder dass es mal schneit,

kein Feiertag,

versteh ich die Klag?

Ich fühl mich getrieben,wenn festgeschrieben

das ganze Jahrund die Tage starr.

War das nicht immer so

Und du warst dabei froh,

nur weil ich´s gesagt,

ist die These gewagt?

Du hast aufgedeckt,

und mich erschreckt,was ich geahnt,

dass so viel verplant,und so viel Zeit verronnen,

schon bevor das neue Jahrbegonnen.

Fasching, Ostern, Feiertage

Urlaub, Bräuche, Familientage,

Wetterabhängigkeiten

bereiten dir Angst,

du schwankst

zu deiner Pein

zwischen Wollen und Sein

oder verkenne ich dich?

Was fragst du mich?Es ist der Frust

an der Lustder mich zweifeln lässt

zu tun, was ich willohne Drill,

ohne Vorgabe des Tages,ich mag es

nur zu lebenund selbst anzustreben

den Ablaufich hau den Hut drauf.

Bräuche geben uns Halt,

weil sie dergestalt

uns führen,

um nicht zu verlieren

den Rhythmus vom Jahr

und mir ist klar,

dass bewusst

wir glauben und tun

ohne auszuruh´n,

selbstbestimmt zu sein,

doch ist es

tatsächlich eine Tristesse,

dass so viele Momente

eine latente

Vorgabe sind?

Doch das sind lind

gesagtund angeklagt

zu viele Vorgaben -Jahreszeit und Brauchtum,

ein zu großes Spektrum,die das Jahr beschreibt,

dass viel zu wenig für michbleibt.

Eine Frage:

Wer stopft die Tage zu,

bist das nicht du,

Terminkalender übervoll,

vollgebucht ist jeder Zoll,

gejagt, getrieben,

Arbeit mit Erreichbarkeit

am Tag, des nachts, zu jeder Zeit,

Familie muss warten,

das sind deine Karten.

Und wenn ich dir dann sage,

zum Glück gibt’s Feiertage,

die beenden deine Hast,

empfinde sie nicht als Last,

gut, wenn das Jahr durchbrochen

mit Tagen und auch Wochen,

die du dann nicht verplanst,

weil sie vorgegeben

für dein Leben.

Du meinst wohl, dass du recht

bekämst,wenn ich derart ausgebremst?

Du glücklicher wohl wärst,

bevor du dich beschwerst,

und sind sie sicher nicht

für jeden eine Pflicht

sondern kleine Helfer

der Gemeinsamkeit,

drum sei gescheit

und sei weiser,

tritt einfach leiser.

Denn ist das Jahr vorbei

hilft keine Quengelei.

Ist gut, ich hab´s kapiert,

auch wenn ich garantiertnicht jeden Brauch mitlebe,

so strebeich als Ziel nur an,

dass dann und wannich es genieße,

wenn meine Füßebarfuß und entspannt

völlig unerkanntauf leisen Sohlen,

sich ihre Freiheit holenund sie im Jahr,

das meinem Leben gleicht,völlig planlos unerreicht

den Wert der Zeit erkennenund ihn beim Namen nennen.

Bewusstwerden einzelner Momente im Jahresreigen

Spüre dich

Lass lächeln dein Gesichtund nichtwie so oftunverhofftdieses Runzelnder Stirn,nicht erzürn,lass bloßetwas los.

Du bist,was istin deiner Seele,darum wähledie Liebe,lass trübeTage undjede Klagenicht widerhallen,sondern fallenins Leere,gewähredem Glückein Stückdeiner Sonne,um voll Wonnezu erlebenein Geben,ein Nehmenvon Träumen,die überschäumenund im Licht,das hell und dichtsich erbricht,beginnen zu atmen,sich erstrecken,nicht mehr verstecken,vereinen und keimenim Frieden der Welt,sodass sich geselltdie Freude dazuund zur Ruhsich begibt,weil jeder jeden liebt.

Es liegt an dirund an mir,an der Sehnsucht,die mit Wuchtund Eifer findetund kündetan eine Zeit,ohne Streit,ohne ZankGott sei Dank!

Traurigkeit

Wenn scheint,dass verweintvorn übergebeugtdu dich fühlstund wühlstin Gedanken,die alles umranken,dann spüre in dich hinein –du fühlst dich kleinund wer dich kenntauch nicht magenresistent,Schmerz potenziert mit Kältekroch in dich hinein,als sich Traurigkeit einstellte.

Leid

Gelebtes Empfindenwill findenden Fluchtweg heraus –Applaus der Stille,dem dein Willesich nicht ebenbürtig erweist,weil er “hilflos” verweistauf den Schmerz,der sich krümmtund dir die Luft zum Atmen nimmt,ein dunkles Kleidvoll Bitterkeit,trägt dein Leid.

Gute Gedanken

Ein guter Tag ist wohl daran zu erkennen,wenn Gedanken ihm nachhängenund ein Lächeln sich einstellt,das den Abend dir erhellt,wenn man nachdenkt, was so war,war vieles richtig und ganz klar,es erscheint beim näheren Betrachten,dass die Momente näherbrachtendir das Leben – eben.Dieser Tag, er hatte Sinn,wofür ich dankbar bin.

Glück

Einen Zauber gespürt,Sterne kreiert,tief eingeatmet,abgewartet,ein Empfindenin dir zu finden,das dich belebt,die Stimmung hebtvoll Kraft und Ruh,die Augen zu,komm erzähle,Glück ist das Lächeln der Seele.

Seele

Eine Seele,die weintist vereintmit tiefer Traurigkeit,die in sich spürt,dass sie das Glück verliert.Eine Seele,die lachterwachtund will sacht anstrebenein glückliches Leben.

Traum

Ach Traum,den ich geträumtund kaumdurchlebt mit Bangen,sei nicht versäumt,lass mich zu dir gelangen.

Hoffnung

Manchmal erahne ichden Hintergrund,um in derselben Stund’ihn zu verdammen,weil viel zu wundmein Herz,aus dem die Hoffnungund die Wünsche stammen.

Bitterkeit

Die Bitterkeit an sichist gut,sie rüttelt wachund stillt die Glut,die zu entgleisen droht,wenn es soweitund nichts im Lot.

Gefühle

Gefühle sind dreistverglichen mit der Bitterkeit,die dir verheißt,dass du zu jeder Zeitdamit verstecken willst,was du sonst fühlst.

Tun

Im Tunliegt ein Ruh´n,wenn dabeivöllig einerlei,wieso, weshalb, warum,du stummdie Handlung des Tuns alleinals Ziel für dich lässt wichtig sein.

Wut

Negative GedankenHitze, Atem, Herzschlag,schnell,es wechselt dunkel mit hell,während das Tabueingekeilt verweiltim Vergessenund ohne Warnung und Mutausbricht – die Wut.

Ekel

Die Stirne kraus,ein Kribbeln im Mundund in den Fingerspitzenein Schwitzenganz ungesund,kein Gezanke,nur ein Fluchtgedanke,dir graut,spürst Gänsehaut -Ekel, der kein Erbarmen kennt,wenn er dich beim Namen nennt.

Geben

Die Freude zu erkennenbeim Geben,kann man Glückseligkeit nennen,sie zu erleben,zu fühlen die Kraft dessen,die Ketten sprengt,ist nicht zu bemessen,du bekommst sie geschenkt.

Neid

Des andern Glückfühlt sichals Stückvon dir gehörig an,es will, es muss zu dir,in deinen Bann,zu deiner Zier,weil sonst verbrenntdie Ohnmacht blass,die nichts and´res kennt,als Ego pur im Übermaß.

Verzeihen

Erniedrigt, geschlagen,zu Boden gedrücktwillst du es wagen,noch immer gebückt,dich zu erhebenzum Leben,das wichtiger ist,weil du glücklicher bist,Ja - bevor Hass entspringtlächle,damit Verzeihen gelingt.

Vertrauen

Blind ohne Gewährzu vertrauen,dass mehrdaraus entsteht,schenkt ein Schauendas für immer besteht.

Besserwisserei

Wenn ein Erzählendie Seelenanderer erreicht,gleichtdies dem Verlangen,in bangenMinuten ein Verstehenzu spüren, zu sehen.

Doch ungehörtzerstörtdie notwendige Stilleoft der Willezur Belehrungunangemessenden Grundstein dessen,was im Tunoder stillen Ruh´nErlösung brächte.

Sich zu erlauben,und zu glauben,es besser zu wissenund diesauch mitteilen zu müssen,ohne Ende und überzeugt,lässt gebeugtzurückden Erzählenden.

Was vorher leiseauf besondere Weisewird laut und ein Schreidurch Besserwisserei.

Gut, dass ich ein Baum (1)

Zarte Äste,die sich biegen,wiegen sich,um lediglichdas Zittern zu versteckenund um zu verdecken,dass sie verletzbar sindund keinen Schutz mehr haben,wenn ausgegrabenfrei die Wurzeln sind,doch blindergebenbeginnen sie zu leben,wie erweckt,sobald die Erde sie bedeckt.

Ihr Wollen und Sein,egal wie kleinverführtkonzentriertalle Kräfteund Säftegezielt in die Spitzen,um dem zu nützen,sich hochzurankenund noch im Nestflüstert das Geästim ersten Jahrstolz und dankbar,beim ersten Blütenflaum“Gut, dass ich ein Baum”.

Mit Jubel und Glanz,Freude und Tanzsind wirgleich einem Saphirins neue Jahreingetaucht,Raketen verrauchtund der Christbaum istin der Zwischenzeitfast Vergangenheit,jeder Vorsatz fast vergessenund schon wird bemessen,welcher Ballist von Fall zu Fall,zu dem wir tanzen,auch erträglich für die Finanzen.

Neujahrsempfängezieh´n sich in die Länge,ob Wahlgeplänkeloder Rumgezänkelbeim Buffet,welches begehrlichund einfach herrlich,Hauptsache, man wird gesehenbeim „Herumstehen“ein Fauxpas, nicht hinzugehen.

Draußen schneit es und es taut,der Wind geht laut,und über alle Maßen,gibt’s Schotter auf den Straßen,dieses Bild bringt´s auf den Nenner,wir befinden uns im Jänner.

Der Winter

A Blinzeln in der Früh,a morgendliches Gfüh´lbeim Aussischau´n,i kann´s net glaub´n,es stürmt und schneitund es is Zeit,dass i aussigehin den neich´n Schnee,die Schauf´l nimm,a Liad anstimm´,weil a Freid in mirund a Energie ois wia;g´spiar ka Kreuzweh mehr,leg mi net querund schiab und schupfalles auf an Gugelhupf.

Kriag rote Wang´n glei,bin voller Freid dabei,griaß die Nochbarn a,während i dazahden Schnee ins Eck,nur weiß – ka Dreck;wia moch i des gern,jeder Kristall a Stern,jede Flock´n a Freidvoll Winterseligkeit.

Die Nochbarin sogtmir ganz verzogt,“dass des Schneerama g´wissda größte Unsinn is,weil schmelz´n tat er so a“und wann den Schiaber i zah,dann weckt´s auf nur die Leit,na, so a Schnee is net g´scheit!”

Doch i loch und schiab weiter,meine Seele is heiter,die Sun scheint in´s G´sicht,da Winter – echt a Gedicht.