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Unsere Gedichte sind vorwiegend in den Jahren 2014 bis 2016 entstanden. Wir verstehen sie als eine Verdichtung innerer Bilder und Vorstellungen aus unseren praktischen Erfahrungen. In Konfrontation mit jeweils unterschiedlichen Orten und unserer gegenwärtigen Zeit. Zusammen mit unserer Teilnahme an den subversiven Kämpfen um ein Mehr an Befreiung, Gerechtigkeit und Solidarität angesichts der Drohungen zunehmender Beherrschung und Barbarei. Wir sehen unsere Gedichte also als sprachliche Verdichtungen gelebter Prozesse, als Spuren und Bewegungen von solidarischer Existenz in der Zeit. Nicht als Ergebnis und Ausdruck von in nur ästhetische Schubladen eingeordneter Trends. Wir versuchen in unserer Poesie eine Sprache zu finden für unsere umfassende Sicht auf die gegenwärtige Weltlage. Keine festgelegten Behauptungen, sondern entwickelte Ströme unserer Träume und inneren Bilder, in Fürsprache für das rettende Humane. Gegen die herrschende Verwertungslogik, der Mensch in den Dreh- und Angelpunkt gestellt. Mit diesem gemeinsamen Gedichtband wollen wir mit unseren Mitteln die Bedingungen unserer konkreten Utopie des Neuen Menschen ausloten, gegen das Vergessen. Unsere Gedichte sind zwar selbstständig, alleine und persönlich geschrieben. In ihrer unterschiedlichen Perspektive und Sprache sind sie jeweils wie ein Gespräch aufeinander bezogen und ergänzen sich. Zu dieser imaginären Reise laden wir unsere Leserinnen und Leser herzlich ein.
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Seitenzahl: 47
Veröffentlichungsjahr: 2017
Die Autoren (wir über uns)
A. Alan Borsan
DIE SEHNSUCHT IM HERBST
GEBURTSTAG
DEINE EXISTENZ
SPRICH, KALASCHNIKOW
DER MENSCH
ICH DANKE DIR
DIE ERDE MIT ASTRONAUTENAUGEN ANGESCHAUT
NEOLIBERALE LOHNARBEIT
NOTIZEN EINES GUERILLERO
ICH PFLÜCKE MIR EINE STEPPENLILIE
IN DER ANATOLISCHEN STEPPE LIEGEN ARMENISCHE GRABSTEINE
DIE WÜSTE
KLIMAKATASTROPHEN
ABSCHIED
DEN POLITISCHEN ÄRMEL AUFKREMPELN
EIN GALICISCHE NACHT
BRAUNE AUGEN ASIEN, AFRIKA, LATEINAMERICA
DIE STERNE SIND IMMER ZUSAMMEN
WIDERSTANDSLOSE, NUR BLEIERNE ZEIT
LATEINAMERIKANISCHES SCHICKSAL
STÜRMISCHE ZEITEN
VEREISTE NEWA IN LENINGRAD
EXIL SEHNSUCHT
KURDISCHER ALLTAG
FRIEDEN SIEGT ÜBER DEN KRIEG
Cornelius Hertz
DAS UNGESAGTE UNSAGBARE
EMPATHIA
AISHE, AHMED UND HANS
EIN HAUCH ATMEND, WIR
BLUMEN DER WILDNIS
PALÄSTINA
GRENZEN SPRENGENDER GESANG - I
GRENZEN SPRENGENDER GESANG - II
DAS GLAS IHRER KÄLTE KLIRREN LASSEN
DIE LIEBE
DIE METROPOLE
MEINE GALERIE
FESTLICH UND LEISE
FEST DES SCHÖNSTEN
AUSPLÜNDERUNG
DIE AKTUELLE WELTLAGE
ÜBERALL, ZU JEDER ZEIT, MIT ALLEN WAFFEN!
SCHLUSS JETZT
VORHABEN
UNSERE IRRLICHTERNDEN WEGE
DIE VERBRECHEN EUROPAS UND WIR
KALTHERZIG UNWISSENDE
DU SÜSSE, EWIGE LIEBE
STRÖME
AUFRUF
EIN GEDICHT IST
„IMPERIALISTISCHE GLOBALISIERUNG“
A. Alan Borsan:
Ich bin in einem asiatischen Land geboren. In Deutschland habe ich Gesellschaftswissenschaften studiert. Danach habe ich in Deutschland als Lehrer, Sozialarbeiter, Stadtplaner, Wissenschaftler, Bibliothekar und Schauspieler gearbeitet.
Auch bin ich Schriftsteller, Dichter, Schauspieler. Parallel dazu habe ich in verschiedenen NGOs und progressiven alternativen Initiativen und Vereinen gearbeitet. Jahrelang habe ich auf der Straße Widerstand geleistet.
Gleichberechtigung. Gerechtigkeit. Frieden, Ökologie und Solidarität sind meine Devise. Ich war oft in Asien, Afrika und Lateinamerika. Ich kenne Abhängigkeiten und Probleme dieser Länder.
Ich empfinde es als schändlich für die gesamte Menschheit, dass eine Milliarde Menschen, vorwiegend im Trikont, in Armut und Hunger leben müssen. - und zweihundert Millionen Kinder nicht die Schule besuchen dürfen. Wir müssen den Reichtum der Menschheit mit allen Lebewesen teilen. Zumindest müssen Hunger-, Durst- und Bewegungsfreiheit als Menschenrecht anerkannt werden.
Cornelius Hertz:
Studiert habe ich Soziologie und Bildende Kunst in Deutschland. Mit der 1968ger Bewegung bis heute 2016 bin ich aktiv in außerparlamentarischen Bewegungen in der BRD und in Europa. Ich war 25 Jahre lang als Galerist für internationale Gegenwartskunst im progressiven Kulturbereich tätig.
Zu unseren Gedichten:
Unsere Gedichte sind vorwiegend in den Jahren 2014 bis 2016 entstanden. Wir verstehen sie als eine Verdichtung innerer Bilder und Vorstellungen aus unseren praktischen Erfahrungen. In Konfrontation mit jeweils unterschiedlichen Orten und unserer gegenwärtigen Zeit. Zusammen mit unserer Teilnahme an den subversiven Kämpfen um ein Mehr an Befreiung, Gerechtigkeit und Solidarität angesichts der Drohungen zunehmender Beherrschung und Barbarei.
Wir sehen unsere Gedichte also als sprachliche Verdichtungen gelebter Prozesse, als Spuren und Bewegungen von solidarischer Existenz in der Zeit. Nicht als Ergebnis und Ausdruck von in nur ästhetische Schubladen eingeordneter Trends. Wir versuchen in unserer Poesie eine Sprache zu finden für unsere umfassende Sicht auf die gegenwärtige Weltlage. Keine festgelegten Behauptungen, sondern entwickelte Ströme unserer Träume und inneren Bilder, in Fürsprache für das rettende Humane. Gegen die herrschende Verwertungslogik, der Mensch in den Dreh- und Angelpunkt gestellt.
Mit diesem gemeinsamen Gedichtband wollen wir mit unseren Mitteln die Bedingungen unserer konkreten Utopie des Neuen Menschen ausloten, gegen das Vergessen.
Unsere Gedichte sind zwar selbstständig, alleine und persönlich geschrieben. In ihrer unterschiedlichen Perspektive und Sprache sind sie jeweils wie ein Gespräch aufeinander bezogen und ergänzen sich. Zu dieser imaginären Reise laden wir unsere Leserinnen und Leser herzlich ein.
A. Alan Borsan
Einsam saß ich am See
und blies meine Flöte.
Doch dein Seelenfeuer begleitet mich
und fliegt in meinem süßen Traum.
Hörst du den Klang der Sehnsucht?
Herbstliche Abendröte,
still rede ich mit dir.
Ich spüre sehr, was dein Herz empfindet.
Ich bemerke mein Herz den Bäumen lauschen.
Ich fühle, wie ich dich federleicht berühre.
Herbstblätter fallen und schweben,
es rauscht das Laub, die Blätter fliegen,
rot und gelb, sie welken dahin.
Ach, wehte ich doch wie der Südostwind,
dann würde ich zärtlich dein Gesicht streicheln!
Ich folge dem Flug der Zugvögel über den See.
Ja, Kranichschwärme fliegen über mir, schreien;
rufen nach mir, ohne Klagewort. Still in Sehnsucht.
Bald kommen sie, die heftigen Herbststürme.
Bäume schwanken,
die farbigen Blätter fliegen,
sinkendes Sonnenlicht.
Noch immer bist du nicht da!
Herbst ist voller Sehnsucht nach dir.
A. Alan Borsan
Hamburg, 8. März 2004
Vor 40 Jahren bist du geboren, Monika.
In einem berühmten Krankenhaus der Stadt.
In einem weichen Federbett.
Sogar die Uhrzeit wusste man.
Still hast du geschlafen.
Brav warst du und lieblich.
Du hast noch nicht mal geweint.
Wirklich, ein goldenes Kind, das warst du.
Acht Pfund und ein halbes hast du gewogen.
Jedes Jahr feierten sie deinen Geburtstag.
Später, nach null Uhr, klingelte immer dein Telefon.
Um dich her die Leute umarmten dich.
Ihre Geschenke häuften sich.
Dein Geburtstagskuchen wurde jedes Jahr größer. ―
Happy Birthday to you.
Vor 40 Jahren, in einem peruanischen Bergdorf.
Gleichzeitig mit dir, Monika,
wurde eine namenlose Indianerin im Maisfeld geboren.
Zierlich war sie mit ihren dunkelbraunen Augen.
Nur mit Mühe wurden sie geöffnet.
Carmen wollte die Mutter sie nennen.
Damit sie „zivilisiert“ und klug wird!
Damit sie nicht diskriminiert wird als Indianerin!
Genau den Tag und die Uhrzeit ihrer Geburt,
das wusste man nicht.
Ein Krankenhaus gab es nicht.
Registrieren brauchte man sie nicht.
Weil sie nach 40 Stunden starb. ―
Happy Birthday to you.
Herzliches Beileid für Carmen.
