Verlag: DUMONT Buchverlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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Hörprobe anhören Zeit: 7 Std. 48 Min. Sprecher: Christian Berkel
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E-Book-Beschreibung Unterwerfung - Michel Houellebecq

Es ist vielleicht der umstrittenste Roman der letzten Jahre: ›Unterwerfung‹ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet. Er erzählt in ›Unterwerfung‹ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.

Meinungen über das E-Book Unterwerfung - Michel Houellebecq

E-Book-Leseprobe Unterwerfung - Michel Houellebecq

›Unterwerfung‹ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet. Er erzählt in ›Unterwerfung‹ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.    Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. Für den Roman ›Karte und Gebiet‹ (2011) erhielt Michel Houellebecq den renommiertesten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt.

MICHEL HOUELLEBECQ

UNTERWERFUNG

ROMAN

Aus dem Französischen von Norma Cassau und Bernd Wilczek

I

»Stimmengewirr brachte ihn nach Saint-Sulpice zurück; der Chor ging hinaus; die Kirche würde gleich schließen. Ich hätte doch versuchen sollen zu beten, sagte sich Durtal; das wäre besser gewesen, als auf einem Stuhl vor mich hin zu träumen; aber beten? Ich habe nicht das Verlangen danach; der Katholizismus lässt mir keine Ruhe, benebelt von seinen Weihrauchschwaden und seinem Kerzenduft, schleiche ich um ihn herum, zu Tränen gerührt von seinen Gebeten, bis ins Mark erschüttert von seinen Psalmodien und Gesängen. Mein Leben ekelt mich an, ich bin meiner überdrüssig, aber deswegen ein neues Leben zu führen ist doch ein großer Schritt! Außerdem … außerdem … so verstört ich in den Kapellen auch bin, sobald ich sie verlasse, werde ich wieder gleichgültig und gefühllos. Im Grunde, dachte er, während er sich erhob und den wenigen Personen folgte, die sich, getrieben von dem Schweizer, zu einer Tür im hinteren Teil begaben, ist mein Herz durch das lockere Leben verhärtet und vertrocknet, ich bin zu nichts nutze.«

(J.-K. Huysmans, ›Unterwegs‹)

In all den Jahren meiner traurigen Jugend war Huysmans mein Gefährte, mein treuer Freund. Nie überkamen mich Zweifel, nie war ich versucht, ihn aufzugeben, mich einem anderen Thema zuzuwenden. Dann, an einem Nachmittag im Juni 2007, nachdem ich lange abgewartet, mich so lange davor gedrückt hatte, wie es zulässig war, ja sogar etwas über diesen Punkt hinaus, verteidigte ich vor dem Prüfungsausschuss der Universität Paris IV – Sorbonne meine Dissertation: Joris-Karl Huysmans oder Das Ende des Tunnels. Am darauffolgenden Morgen (oder vielleicht schon am Abend selbst, ich kann es nicht genau sagen, der Abend meiner Disputation war einsam und alkoholgetränkt) begriff ich, dass ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen war und dass es vermutlich der beste gewesen war.

So geht es in unseren noch westlichen und sozialdemokratischen Gesellschaften allen, die ihr Studium beenden, nur ist es den meisten nicht oder nicht sofort bewusst, denn sie sind hypnotisiert vom Geld oder vom Konsum wie die Primitivsten, die die heftigste Sucht nach gewissen Dingen entwickelt haben (doch sie sind in der Minderzahl; die ernsthaftere und gemäßigtere Mehrheit entwickelt schlicht eine Faszination für Geld, diesen »unermüdlichen Proteus«). Noch willenloser sind sie ihrem Drang ausgeliefert, sich zu beweisen, sich einen beneidenswerten Platz in einer Gesellschaft des – wie sie denken und hoffen – Wettbewerbs zu erkämpfen, elektrisiert von der Anbetung austauschbarer Ikonen: Sportler, Modedesigner, Internetkreative, Schauspieler, Models.

Aus verschiedenen psychologischen Gründen, die zu analysieren ich weder die Fähigkeit noch die Lust habe, entfernte ich mich deutlich von diesem Schema. Am 1.April 1866, im Alter von achtzehn Jahren, begann Joris-Karl Huysmans seine Laufbahn als Beamter des mittleren Dienstes im Ministerium für Inneres und religiöse Angelegenheiten. 1874 publizierte er auf eigene Kosten einen ersten Band mit Prosagedichten, , der abgesehen von einer freundschaftlichen Besprechung aus der Feder Théodore de Banvilles wenig Beachtung fand. Seine ersten Schritte waren also alles andere als sensationell.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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