Urban Explorer: Der Pfad in den Tod - Robert Heinrich - E-Book

Urban Explorer: Der Pfad in den Tod E-Book

Robert Heinrich

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Beschreibung

Die Heilanstalt "Ebenholz" steht seit Jahren leer – so heißt es. Kein Strom. Keine Menschen. Nur bröckelnder Putz, rostige Betten und der Geruch von feuchtem Beton. Der perfekte Lost Place für einen Nervenkitzel. Doch schon beim Betreten stimmt etwas nicht: frische Fußspuren im Staub. Türen, die eben noch offen waren, sind verschlossen. Und irgendwo in der Tiefe summt ein Geräusch, als würde das Gebäude atmen. Als die ersten Hinweise auftauchen – Patientenakten mit fehlenden Seiten, Namenslisten ohne Enddatum, medizinische Protokolle, die nicht existieren dürften – beginnt ein Puzzle aus Lügen und Vertuschung. Und dann wird aus dem Rätsel eine Jagd. Ein sadistischer Psychopath hat Ebenholz zu seinem persönlichen "Therapieraum" gemacht. Er kennt jede Abkürzung, jede Falle, jeden blinden Winkel. Er beobachtet, manipuliert, bricht seine Opfer – nicht nur körperlich, sondern psychisch. Und je näher die Gruppe der Wahrheit kommt, desto klarer wird: Ebenholz war nie wirklich verlassen. Es hat nur gewartet. Ein Psychothriller-eBook voller Wahnsinn, Psychoterror und dunkler Geheimnisse. Traust du dich in das Schlachthaus des Seelenmetzgers – oder bist du schon Teil seiner Diagnose?

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Seitenzahl: 60

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Urban Explorer: Der Pfad in den Tod

Gefangen im Schlachthaus eines irren Psychopathen

von Robert Heinrich

4 Kapitel · Einleitung · Outro

Inhaltsverzeichnis

***
CoverTitelseiteVorwortKapitel 1: Die Pforte in den WahnsinnKapitel 2: Das Protokoll der SchmerzenKapitel 3: Am Altar des SchlächtersKapitel 4: Schatten ohne SeeleNachwortÜber dieses Buch

Vorwort

***

Willkommen zu Urban Explorer: Der Pfad in den Tod – einem düsteren Thriller von Robert Heinrich.

Verlassene Orte haben ihre eigene Sprache: Rost, Staub, Stille. Doch manche Ruinen flüstern nicht – sie schreien. Als eine Gruppe Urban Explorer einer Spur folgt, wird aus Neugier eine Jagd.

Dieses Buch enthält drastische Szenen, Gewalt und psychologischen Horror. Alles ist fiktional; wenn du sensibel auf solche Inhalte reagierst, lies bitte mit Vorsicht.

Mach es dir bequem, atme einmal tief durch – und geh einen Schritt über die Schwelle. Viel Spaß beim Lesen.

Kapitel 1: Die Pforte in den Wahnsinn

Der rostige Maschendrahtzaun ragte wie ein verfaultes, drohendes Gerippe in den bleiernen, grauen Himmel empor. Dichte Nebelschwaden hingen tief und schwer über dem weitläufigen Gelände, als wollten sie das alte, verfallene Gemäuer vor den neugierigen Blicken der Außenwelt verbergen oder vielleicht die Welt vor dem schützen, was dort drinnen lauerte. Jonas zog den Reißverschluss seiner wetterfesten Jacke höher, bis er sein Kinn berührte. Die feuchte, beißende Kälte kroch ihm bereits jetzt unter die Kleidung, kroch in seine Knochen, obwohl sie noch nicht einmal das eigentliche Gebäude betreten hatten.

Es war eine Kälte, die nicht nur von der Witterung herrührte, sondern tief aus der Erde selbst zu kommen schien, als würde der Boden die Wärme der Lebenden gierig aufsaugen. Neben ihm stand Elias und fummelte nervös an den Einstellungen seiner teuren Spiegelreflexkamera herum. Das Klicken des Verschlusses und das Surren des Autofokus hallten unnatürlich laut und aggressiv in der drückenden Stille wider. Vor ihnen lag das alte Schlachthaus, ein monströser Koloss aus rotem Backstein, der seit Jahrzehnten dem unaufhaltsamen Verfall überlassen war.

Die Fenster waren blind vor Schmutz, mit Brettern vernagelt oder brutal eingeschlagen, dunkle, leere Augenhöhlen, die sie stumm und vorwurfsvoll beobachteten. Über dem massiven Haupttor aus verrostetem Eisen hing noch immer das verwitterte Schild, dessen Schriftzug kaum noch zu entziffern war. Fleischverarbeitung stand dort in verblassten Lettern, und darunter eine Jahreszahl, die Jonas nicht mehr lesen konnte, da der Rost sie zerfressen hatte. Es spielte auch keine Rolle mehr. Die Geschichte dieses Ortes war vorbei, begraben unter Staub und Zeit.

Zumindest dachte er das in diesem Moment noch. Elias sah zu ihm herüber, sein Gesicht war blass vor Aufregung und Kälte. Sein Atem bildete kleine weiße Wölkchen in der kalten Luft, die sofort vom Wind verweht wurden. Er fragte mit zitternder Stimme, ob Jonas bereit sei. Jonas nickte nur stumm. Er war immer bereit für den nächsten Lost Place. Das war ihr gemeinsames Hobby, ihre Flucht aus dem Alltag. Ihre Leidenschaft. Sie suchten die morbide Schönheit im Verfall, die Ästhetik der Zerstörung. Die Melancholie verlassener Orte, wo die Zeit stillzustehen schien.

Doch heute fühlte es sich anders an als sonst. Eine seltsame, erdrückende Schwere lag in der Luft, fast greifbar. Ein metallischer Geschmack lag auf seiner Zunge, der ihn unangenehm an altes, getrocknetes Blut erinnerte. Er schob den Gedanken beiseite, versuchte ihn rational zu erklären. Es war nur die Atmosphäre, redete er sich ein. Die hohe Erwartung. Sie hatten lange, sehr lange nach diesem speziellen Ort gesucht. In obskuren Internetforen hatten sie Gerüchte gehört, vage Andeutungen. Geschichten über Obdachlose, die hier Unterschlupf gesucht hatten und nie wieder gesehen wurden.

Geschichten über seltsame, flackernde Lichter in der Nacht, wo kein Strom mehr fließen sollte. Aber das waren nur Geschichten, sagte er sich. Urban Legends, Schauermärchen, die man sich am Lagerfeuer erzählte, um sich wohlig zu gruseln. Die Realität war meist profaner, langweiliger. Müll, Graffiti, leere Bierdosen, Hinterlassenschaften von Jugendlichen. Jonas trat entschlossen an den Zaun heran. An einer Stelle war der dicke Draht gewaltsam aufgebogen worden. Ein schmales, ausgefranstes Loch, gerade groß genug für einen schlanken Menschen. Er zwängte sich hindurch, achtete darauf, nicht hängenzubleiben.

Der Draht kratzte über den Stoff seiner Jacke, ein hässliches, schabendes Geräusch. Auf der anderen Seite richtete er sich auf und klopfte sich den roten Roststaub von den Ärmeln. Elias folgte ihm, etwas ungeschickter, seine Kameratasche schützend vor den scharfen Kanten. Sie standen nun auf dem gepflasterten Hof. Der Asphalt war aufgebrochen, grobes Unkraut und kleine Bäumchen wucherten aus den Rissen wie Narben. Überall lagen Scherben von Fensterscheiben und Flaschen. Das Glas knirschte laut unter ihren schweren Stiefeln bei jedem Schritt. Es klang wie das Brechen kleiner, trockener Knochen.

Jonas schauderte unwillkürlich. Er holte seine starke Taschenlampe hervor, schaltete sie aber noch nicht ein. Das fahle Tageslicht war noch hell genug, auch wenn die grauen Wolken es dämpften und alles in ein trostloses Licht tauchten. Sie gingen langsam auf das Hauptgebäude zu, den Blick auf die dunklen Fensteröffnungen gerichtet. Die schwere Stahltür stand einen Spaltbreit offen. Einladend. Und doch warnend, wie ein offener Rachen. Jonas legte die Hand auf das kalte, feuchte Metall. Es fühlte sich ölig an, schmierig, widerlich. Er drückte dagegen.

Mit einem langgezogenen Ächzen, das wie ein Schmerzensschrei aus der Kehle des Hauses klang, schwang die Tür schwerfällig nach innen. Dunkelheit empfing sie, dicht und undurchdringlich. Ein modriger, fauliger Geruch schlug ihnen entgegen wie eine physische Wand. Es roch nach feuchtem Putz, nach altem Schimmel und nach etwas anderem, Undefinierbarem. Etwas Süßlichem, Klebrigem. Verwesung. Vielleicht eine tote Ratte in der Wand. Oder eine verendete Taube. Jonas trat ein, den ersten Schritt in den Bauch der Bestie. Der Lichtkegel seiner Lampe tanzte nervös über die Wände.

Die Farbe blätterte in großen, hautartigen Fetzen ab. Darunter kam der nackte, graue Beton zum Vorschein, fleckig von Feuchtigkeit. Elias kam hinter ihm rein, stolperte fast über eine Schwelle. Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss. Nicht laut, aber mit einem satten, endgültigen Klicken. Jonas drehte sich sofort um. Er drückte die Klinke herunter. Sie bewegte sich nicht, als wäre sie verschweißt. Er rüttelte daran, erst sanft, dann fester. Verschlossen. Panik flackerte in ihm auf, heiß und stechend, nur kurz, dann drückte er sie nieder. Er sagte zu Elias mit gespielter Ruhe, dass die Tür wohl durch den Luftzug zugefallen und verklemmt sei.

Elias lachte nervös, ein Geräusch, das zu hoch und zu brüchig klang. Er meinte, dass sie sicher einen anderen Ausgang finden würden. Solche Orte hatten immer Löcher, sagte er. Fenster im Erdgeschoss ohne Glas. Kellertüren, die offen standen. Jonas nickte bestätigend. Er wollte die tiefe Unruhe nicht zeigen, die sich wie ein kalter Stein in seinem Magen ausbreitete. Sie gingen weiter, tiefer hinein. Der Flur war lang, schmal und wirkte endlos. Türen gingen links und rechts ab wie Rippen von einer Wirbelsäule. Die meisten waren offen oder fehlten ganz, aus den Angeln gerissen.