Urlaub, Bett und Brechfest - Adrien Amadeo Ferand - E-Book

Urlaub, Bett und Brechfest E-Book

Adrien Amadeo Ferand

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Beschreibung

Auf eindrucksvolle Weise wird beschrieben, dass sich reale Erlebnisse des Alltags dermaßen humorvoll präsentieren können, dass es den Leserinnen und Lesern die Lachtränen in die Augen treibt. Dieses Buch stellt Ihnen 13 voneinander völlig unterschiedliche Beiträge vor, inklusive der vom deutschen Fernsehen verfilmten Story "Er ist 48, seine Mutter ist erst Sieben". Nebst einer guten Portion an Satire und sozialkritischen Anmerkungen, präsentiert Adrien Amadeo Ferand ein Feuerwerk amüsanter Begebenheiten und Umstände, die Ihre Lachmuskeln gebührend strapazieren werden. In seinen Büchern "Urlaub, Bett & Brechfest" sowie "Pardon mein Herr, sind Sie ein Arschloch?" wird da so Einiges liebevoll, ironisch sowie sarkastisch auf die Schippe genommen. In insgesamt 14 Beiträgen wird da der Weihnachtsmann plötzlich zum Sozialrevolutionär des deutschen Gesundheitssystems. Eine völlig diffuse Fernsehtalkshow "avanciert" zum Brüller der Nation. Sinnfreie Briefe einer 96-Jährigen erweisen sich als wahr und gleichzeitig kurios. Nebst Gepäck soll an Flughäfen nun auch das Körpergewicht von Passagieren gewogen werden. Kampftrinker werden hier unerwartet zu Zahlern der Autosteuern. Super-Zombies des deutschen Poptitans geben sich ein schockierendes Stelldichein. Eine Urlaubsreise ist nachhaltig und satirisch bis zum Abkotzen. Aber es wird auch mysteriös, denn eine Siebenjährige erinnert ihren 48-jährigen Sohn an frühere Zeiten und vieles, vieles mehr. Wir wünschen satirisches Vergnügen !

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Adrien Amadeo Ferand

Urlaub, Bett und Brechfest

Amüsantes und Satirisches in 13 Beiträgen

 

 

 

Dieses eBook wurde erstellt bei

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- gekürzte Vorschau -

Inhaltsverzeichnis

Titel

Urlaub, Bett & Brechfest

Betrug am Passagier

Der fast unbeschreibliche Leidensweg vom Essen einer Knackwurst

Der Überfall

Die Fernsehdiskussion

Eiland Deutschland- Wenn Ostern zum Western wird

Die unglaublich wahren Briefe der Therese Manko

Er ist 48... seine Mutter ist erst Sieben

Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd- in Deutschland ist es umgekehrt

Schockierend- es gibt sie wirklich

Spiele, die das Leben schreibt

Der sozialrevolutionierte Weihnachtsmann

Zu guter Letzt: Über Sinn und Unsinn von Sprichwörtern und Redewendungen

Impressum tolino

Urlaub, Bett & Brechfest

Inhaltsverzeichnis

Endlich Urlaub! An diesem Morgen sollte es los gehen. Doch: Wenn einer eine Reise tut, dann muss er sich oft quälen…

03:35 h :

Der Wecker klingelt. Kann mich nicht stören, da ich schon wach bin, seit ich ins Bett ging. Meine bessere Hälfte wendet sich gerade auf die andere Seite. Ich rüttele an dieser, um der Missachtung des Weckwerks Einhalt zu gebieten und anschließend an unser heutiges Vorhaben zu erinnern.

03:47 h:

Weckvorgang kann ohne Hilfe des Schlüsselnotdienstes erfolgreich abgeschlossen werden. Gemeinsames Verlassen der Schlafstätte wird durch einen Mückenangriff beschleunigt. Bessere Hälfte schlägt mit dem vom Einpacken noch übrig gebliebenen T-Shirt um sich, um auf diese Weise erheblichen Stichverletzungen aus dem Wege zu gehen.

03:58 h:

Falle mit noch halbwegs verklebten Augen über das dezente Gepäcktürmchen im Flur, welches ich dort nicht vermutet habe. Erst danach erinnere ich mich, es selbst dort aufgebaut zu haben. Die Fallstudie bewirkt plötzliches Babygeschrei aus der Nachbarwohnung. Es fällt auf, dass die sonst fürsorglichen Eltern ihrem Kind wieder einmal nur den Mundstöpsel geben, während die Ohren auf Empfang geschaltet sind und daher unverstöpselt bleiben.

04:10 h:

Gemeinsames Duschen unter einem Brausekopf, um Zeit zu sparen. Dicht gedrängt, Bäuche kleben aneinander, damit das Wasser überall hinkommt. Ein erhebendes Gefühl. Warmes Wasser wird plötzlich kalt, Boiler ist sowieso Auslaufmodell, Gefühle sind bereits wieder im Keller.

04:21 h:

Leider ist kein Handtuch mehr da, da alle gestern abgehängt und in den Wäschekorb oder Koffer verfrachtet wurden. Hopse wie der Mann aus der Duschgel-Werbung mit vermeintlich erotisch anhaftenden und herunterlaufenden Tropfen des inzwischen kühlen Nass’ auf den Flur zum Gepäck, um unter den 36 T-Shirts und Oberhemden ein Handtuch hervor zu ziehen.

04:33 h:

Wir schauen in alle Winkel und Ecken, ob nichts vergessen wird. Feierliches Verschließen aller Gepäckstücke, deren Inhalte bereits angefeuchtet sind. Da wir aus 16 Grad Celsius in rund drei Stunden zu etwa 30 Grad Celsius gewechselt haben werden, erkenne ich kein Problem.

04:45 h:

Wasserzufluss des Hauptrohres wird zugedreht, um mögliche Entwicklung von Feuchtbiotopen während unserer Abwesenheit zu verhindern. Hauptschalter des Sicherungskastens auf Ex gekippt. Jetzt steht nichts mehr unter Strom. Sämtliche Belüftungsvorrichtungen werden soeben von uns geschlossen, da wir unseren Dunstkreis in Kürze ins Urlaubsland verlagern und dort mit wohlwollenden Nasen diplomatischer Gastgeber rechnen.

05:10 h:

Mit gepackten Koffern und Taschen stehen wir bereits am Straßenrand und erwarten den fernmündlich bestellten Droschken-Chauffeur. Ein Eichhorn hüpft ebenfalls bepackt und aufgeregt mit mindestens einer Eichel über die noch kaum befahrene Landstraße. Offensichtlich haben wir ähnliche Absichten.

05:14 h:

Das Taxi erreicht den ausgemachten Meeting-Point um präzise eine Minute und 12 Sekunden zu spät. Da wir beide bereits die häusliche Bedürfnisanstalt aufsuchten, um somit nicht mehr die des Flughafens besuchen zu müssen, gehen wir davon aus, die Flugmaschine noch frühzeitig betreten zu können.

05:36 h:

Am Airport angekommen, reicht die Zeit gerade noch aus, um einem hinter uns drängelnden Passagier auf die Füße zu treten. Dieser beschwert sich lauthals, sieht aber ein, dass seine expandierende Schuhgröße für einen zu dichten Anschluss an seinen Vordermann entschieden zu riskant scheint.

06:05 h:

Am Gangway erkenne ich die Kartenabrisskontrolleurin unseres Breitwandkinos wieder. Ihr hiesiger Job unterscheidet sich nur unwesentlich von ihrem früheren. Sie lächelt wie immer, achtet auf gültige Tickets und sorgt für die Kartensanierung.

06:14 h :

Mit Mühe verstauen wir das wenige Handgepäck in den Hängeschränken des Innenlebens der Maschine, während dessen sich ungeduldige Passagiere ungeachtet ihrer eigenen Ausmaße durch das noch übrig gebliebene Nadelöhr eines Durchgangs zu pressen versuchen. Durch die schwingende Dynamik unserer eigenen körperlichen Bestandteile ist das Vorüberziehen einiger Passanten vereinzelt möglich, dieweil sich blaue Flecken als kostenfreie Tätowierungen über unsere Körper verteilen, wobei wir guter Dinge sind, dass diese sich auch ohne medizinische Hilfe wieder von selbst entfernen werden.

06:35 h:

Ready for take off. Der Sonnenflieger macht genau das, was uns in der Schule immer untersagt wurde, nachdem wir gute Leistungen zeigten: Er hebt ab. Dies geschieht, nachdem die Flugbegleiterinnen mindestens fünf mal über den Catwalk des hoffentlich rostfreien Blechvogels schweben, um auch den letzten freudig erregten Urlauber davon zu überzeugen, dass seine Überlebenschancen bei Absturz oder Turbulenzen in angegürtelter Form um ein Vielfaches höher sind.

07:12 h:

Von windigen Lüftchen in Eiseskälte über den Wolkendecken umspielt, gleiten wir jetzt dem klimatisch-gesundheitlich akzeptableren Aufenthaltsbereich entgegen, dem wir uns ohne Rheumadecke, Anti-Gichtpillen und eigenem Masseur problemlos nähern können. Schon kommen ein gut übersichtlicher Getränke- und ein noch übersichtlicherer Speiserollcontainer über den Laufsteg gefahren, die jeweils von einer äußerst beflissenen Stewardess manuell angetrieben werden.07:15 h:

Und schon erreicht die Feuchtmamsell unsere Sitzreihe und fragt zuerst den neben uns, direkt am Laufsteg sitzenden Fluggast nach seinem Getränkewunsch. “Kaffää!” brüllt dieser ihr angeregt ins frisch gepuderte Antlitz, während er vor lauter An- und Aufgeregtheit das “Bitte” ganz vergisst. Gottlob nimmt diese es nicht weiter tragisch, was uns bereits als Kinder bei der Kindergartentante auf taube Ohren hätte stoßen lassen, und überreicht ihm seinen feuchten Wunsch in Form einer undefinierbaren, schlecht duftenden, braunen Flüssigkeit. Dazu erhält er ein mehrfach in Kunststoffpapier eingeschweißtes, weiches, sehr biegsames und belegtes Brötchen, einen verschlossenen Joghurtbecher sowie eine Garnitur Camping-Besteck in langweiligem Weiß.

07:17 h:

Und schon werden wir befragt, während ich den unserem Nachbarn soeben offerierten Kaffee dankend ablehne und um einen würzigen Tomatensaft bitte. Freundlich lächelnd überreicht mir die Stewardess das verflüssigte Nachtschattengewächs zusammen mit einem drei mal zwei Zentimeter großen Papierbeutelchen, in dem sich der grobkörnige Pfeffer befindet. Dann erhalte ich ein ebenso dehnbares Brötchen sowie einen Becher mit Früchtejoghurt. Meine bessere Hälfte lehnt dankend ab, um nicht der begonnenen und selbst verordneten Schlankheitskur einen vorzeitigen Riegel vorzuschieben.

07:20 h:

In meiner Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt führe ich den Saft zum Mund, in den ich soeben den Pfeffer eingerührt habe. In diesem Moment tritt das Kleinkind, welches der Papa hinter meinem Flugsessel auf dem Schoß sitzen hat, gegen die von mir kurzfristig während der Flugreise angemietete Rückenlehne. Da mich das Kind im Vorwege nicht über seine Absichten informierte und auch der Papa dieses menschlichen Erzeugnisses weiteren Tritten freien Lauf lässt, sorge ich für eine verspielte, klebrige Collage mit farblich unterlegten Akzenten auf meinem weißen Sweatshirt.

07:57 h:

Nachdem ich mich zwischenzeitlich beim Vater des Kindes für diese großartige Idee seines Nachwuchses bedanke, gleichzeitig aber aus Gründen erforderlicher Abwechslung darum bitte, diesen Vorgang doch freundlicherweise wieder einzustellen, scheint zumindest er es reaktionslos zur Kenntnis zu nehmen. Hier herrschen offenbar Verständigungsschwierigkeiten zwischen Kind und Vater, während die niedlichen roten Babyschühchen der Lehne meines Sitzaufenthalts wiederholt die Sporen geben. Dennoch nehme ich mir vor, weder dem Erziehungsberechtigten noch dem Erziehungsbedürftigen Wortgewaltiges anzutun, weil man mich an Bord für einen Terroristen halten könnte.

08:14 h:

Auf den Bildschirmen läuft zur Zeit Tom & Jerry. Es fällt auf, dass diese Fassung durch die freiwillige Selbstkontrolle stark gekürzt sein muss, da sich alle sexuellen Inhalte (Entblößung der Maus beim Käseverzehr etc.) unseren Augen nicht mehr bieten. Anstelle dieser aber lässt man alle Gewaltszenen bestehen, die sich meines Erachtens eigentlich noch weniger für Kinderaugen eignen, da der Sex mit Liebe und Leidenschaft, die Gewalt aber mit Verletzung und Totschlag zu tun haben. Schön, dass sich die in Windeln gewickelte Humanexistenz hinter mir nicht für diesen Film interessiert und sich statt dessen weiterhin mit Händen und Füßen an der Umgangsform unserer Ellenbogen-gesellschaft orientiert.

08:55 h:

Der Kapitän unterstreicht seine Absicht, den Urlaubsvogel möglichst sanft der Erdoberfläche zuzuführen, dieweil mehrere Turbulenzen während des Landeanflugs dagegen sprechen und meine leicht angefüllte Magengegend zum bulimiehaften Vibrieren beleben. Wenn sich jetzt auch meine annähernd gesunde Gesichtsfarbe in ein fahles, grünliches Blass verfärbt, so habe ich doch das strahlend sonnige Ziel vor Augen, das mir schon in wenigen Minuten wieder die Röte ins Gesicht treiben wird.

09:11 h:

Unser Flieger erreicht soeben sein Ziel und kommt zum Ruhe verdienten Stillstand. Diesen Vorgang sind wir von der deutschen Politik gewohnt, so dass wir uns gleich wieder heimisch fühlen. Schon springen die ersten Passagiere auf, um möglichst schnell an die Griffe ihres Handgepäcks zu gelangen und den schmalen Grat zum bereits geöffneten Ausgang zu bewandeln. Wir drehen uns noch einmal zu Vater und Kind um, die vorher so einen direkten Kontakt zu mir gesucht haben und zumindest an meinem Rücken einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Notizlos scheint uns der Papa aber plötzlich nicht mehr zu kennen. Mitleidig erkenne ich, dass es sich bei ihm womöglich schon um Demenz zu handeln scheint und hoffe, dass er sich an die Position des Flugzeugausstiegs erinnert.

09:26 h:

Wir haben das Portal des mallorquinischen Aeropuertos erreicht. Mit schwerer Umhängetasche und halbwegs überkreuzten Beinen suche ich angestrengt nach dem stillen Örtchen, das sich beim Erreichen allerdings als eher turbulent erweist. Während ich sonst meist nur die Damen in schlangenhafter Warteposition vor irgendwelchen Klotüren vorfinde, trifft es dieses Mal das männliche Geschlecht. Die stark angefüllte Blase zwingt mich dazu, eine andere Toilette des Flughafens aufzusuchen. Hier steht zum Glück niemand vor der Tür und ich trete unbehindert ein. Eine fleißige Boden- und Kachelkosmetikerin warnt mich dahinter mit spanischem Temperament vor den Folgen des Ausrutschens, da sie doch gerade noch dabei sei, dem Innenleben dieser Räumlichkeiten einen unvergleichlichen Glanz zu verleihen.

- Ende der Buchvorschau -

Impressum

Texte © Copyright by Adrien Amadeo Ferand

Bildmaterialien © Copyright by Adrien Amadeo Ferand

Alle Rechte vorbehalten.

ISBN: 978-3-7394-0079-2