Ut min Rimelschapp - Richard Christian Stempel - E-Book

Ut min Rimelschapp E-Book

Richard Christian Stempel

0,0
3,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Lustige Läuschen to’n Vordrägen, lustige Alltagsgeschichten zum Vortragen also, verspricht uns dieses kleine Büchlein. Veröffentlicht wurde es 1910 im Verlag der Bremer Zeitungs-Gesellschaft m.b.H.. Die Geschichtchen, witzige Anekdoten aus Bremen und dem Umland, waren seinerzeit im Bremer Tageblatt veröffentlicht worden. Um sie für die Nachwelt zu bewahren brachte der Verfasser, Richard Christian Stempel, sie in Reimform. So entstand dieses kleine Büchlein. Für den heutigen Leser ist es in zweierlei Hinsicht reizvoll. Zum einen wegen der Geschichten, die einen Blick auf das Leben um die Jahrhundertwende und den trockenen Humor der Menschen in Stadt und Land ermöglichen, zum anderen und vor allem wegen seiner Sprache, dem fast ausgestorbenen Bremer Platt. Wenn es heute, bearbeitet von Nachkommen des Verfassers, wieder erscheint, so also einerseits als Dokument einer vergangenen Zeit und Sprache, andererseits aber, wie vor hundert Jahren, um dem Leser ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 49

Veröffentlichungsjahr: 2015

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Wat’r insteit:

Ut min Rimelschapp

Mit upp’n Wegg.

Jan Eegensinn.

De willige Teckel

De bätsche Hummer

Dat Nachtloschih.

Man möt sick to helpen wäten.

Dat Mißverständnis

Anföhrt!

Dat Bispill

Verrückt!

Von’n Vagel, de snacken künn.

Jüh, Schimmel!

Dat is de Keerl!

Se willt em nich begraben

De dumme Frag‘

Recht hett’e

De Affsprung.

De Dönnerslag.

Wokeen kann’t bäter?

De Peerköper.

Drehunnert Ossen.

He weet dat bäter!

Dat is keen Kunst.

De Regelir-Aben.

De Bananen.

Jan schall uppassen.

Dat Versehen.

Dat Gebät in’n Watergraben.

He hett jo Tied.

Dat is ähr lewer.

De Unnerscheed.

Dat Rätselraden.

De Drucksake.

Dat Slachten.

De billigste Platz.

Woto?

De Belohnung.

Dat Pruuschen.

Cord möt sitten.

De lüttje Slüngel.

Dat is’t jo man.

En Mißverständnis.

Anföhrt.

Ordnung möt sin.

De Courage.

De slimmste Angst.

De Grund.

Dat Almosen.

De Koh.

Dat Opernglas.

Dat Hochtiedäten.

De Astronomen.

De kloke Trina.

De Utred.

De Probe.

Richard Christian Stempel (1870-1939)

Ut min Rimelschapp

Das Buch: Lustige Läuschen to’n Vordrägen, lustige Alltagsgeschichten zum Vortragen also, verspricht uns dieses kleine Büchlein. Veröffentlicht wurde es 1910 im Verlag der Bremer Zeitungs-Gesellschaft m.b.H..

Die Geschichtchen, witzige Anekdoten aus Bremen und dem Umland, waren seinerzeit im Bremer Tageblatt veröffentlicht worden. Um sie für die Nachwelt zu bewahren brachte der Verfasser, Richard Christian Stempel, sie in Reimform. So entstand dieses kleine Büchlein.

Für den heutigen Leser ist es in zweierlei Hinsicht reizvoll. Zum einen wegen der Geschichten, die einen Blick auf das Leben um die Jahrhundertwende und den trockenen Humor der Menschen in Stadt und Land ermöglichen, zum anderen und vor allem wegen seiner Sprache, dem fast ausgestorbenen Bremer Platt. Wenn es heute, bearbeitet von Nachkommen des Verfassers, wieder erscheint, so also einerseits als Dokument einer vergangenen Zeit und Sprache, andererseits aber, wie vor hundert Jahren, um dem Leser ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern.

Der Autor: Richard Christian Stempel wurde 1870 in Bremen geboren. Der Vater war Schneidermeister und stammte aus Wulmstorf (Kreis Verden), die Mutter stammte aus Ostfriesland. Die Familie lebte in der Balgebrückstraße in der Bremer Altstadt, in einem Viertel, das für den Bau der Baumwollbörse abgebrochen wurde. Der junge Christian fiel einigen Bremer Baumwollkaufleuten auf und begann nach der Volksschule eine Lehre im Baumwollhandel. Dort machte er schnell Karriere.

Im Auftrag der Baumwollbörse gab er viele Jahre das Deutsche Baumwollhandbuch heraus, ein Standardwerk, das jährlich die Entwicklung des internationalen Baumwoll-handels wiedergab. Neben seiner Tätigkeit für die Baumwollbörse schrieb er Lyrik und epische Gedichte und widmete sich der Förderung der Anthroposophie. Mit Freunden gründete er einen literarischen Zirkel, dessen hektographierte Aufzeich- nungen teilweise erhalten sind. Eine Freundschaft bestand auch zu Georg Droste.

Ob diese Bekanntschaft schon aus Kindertagen rührte (beide waren Schneiderskinder), durch die Nachbarschaft (beide wohnten im Ostertorviertel nur ca. 100 Meter voneinander entfernt) oder durch die gemeinsamen literarischen Interessen, ist unbekannt. Christian Stempel starb 1939. Zuletzt hatte er in der Treseburger Straße gelebt.

Mit upp’n Wegg.

Ick hör‘ all mine leewen Frünn‘:

En Bok von em? Un plattdütsch gor??

Wat fallt em nu blos wedder in?

Tjä! Dat kümmt faken wunnerbor!

Nu lat’t man eers doch mol dat Schell’n

Denn will ick jo dat woll vertell’n:

Süh‘ uset „Bremer Tageblatt“

Dat hett jo mol den Infall hatt,

Allns wat inn Volksmunn’ is bekannt

An plattdütsch Döntjes in Stadt un Land

För düsse Zeitung rantohalen

Un mit’n Dahler to betalen.

Sieddem würd ümmer fliedig meld’t,

Wat jüss de Lü sick so vertellt,

dat ick mit anner Läuschenfrünn’

Mi faken dröwer freien künn.

Doch wat mi ümmer duuern däh

Dat wör, dat ook an düsse Stäh’

Wenn mol so’n Ding eers affdruckt wör,

Man hörde darvon bald nix mehr;

Denn full dat eenfach ünnern Disch

As jede anner Zeitungswisch.

Wat nützt denn so’ne lüttje Freid’

Wenn se sobald verloren geit?

Nä, dat wör mi denn doch to schade

Un süh, deswägen dacht’ ich grade:

De Dinger wören gornich slecht; –

Wenn ick de mol in Rimels bröcht?

Dat wör denn doch wat tom Vördrägen,

Denn künn’n de Lü sick faken hägen!

Ick söcht mi glieks de besten ut

Un bring jem nu in Rimeln rut.

Dat use Läuschen wied un sied

Beholen weert noch lange Tied! –

Süh so hangt dat jo all tosamen,

So is min Book tostanne kamen. –

Nu, mine Herren Kritikiker,

Hewwt nich ’n gor to scharpen Rüker!

Fählt an min Vers’ ook mol’n Foot:

Dat dicke Enn’ makt allens good!

Ji annern aber, de so geern

Mithulpen hewwt in Nah un Feern:

Jo segg ick minen dicken Dank!

Läs’t man dat Book! Ji lacht jo krank!

Jan Eegensinn.

In Tarmstedt harrn se jo vör Jahren

De Kleenbohn boot. Nu wör’t jo Tied

Jan wör all lang mit sick in’n Kloren:

Gliek nächsten Sönndag föhrst Du mit.

Jan mak ganz fröh sick up de Been

Na’n Bahnhoff hen, un wör ganz baff;

Knapp har he sick den Zugg besehn –

Pfüüt! Sä dat Lorck, un dampte aff!

Un leet em stahn! Un Jan de fleit’t

Un winkt un schreit, –

Dat nützt all nix. De Zugg verswünn

Un Jan de stünn’ as Botter an de Sünn!

Vergrellt keek Jan den Rakker nah:

„Du Deubelsteert, künnst Du nich töwn?

Du Rakkerwor?“ Jan wöhr binah

Ganz dicht daran, wat uttoöwen.

Nah’n Ogenblick, bi’n Slagboompahl,

Do fleit de Zug tum Tweetenmahl

Jan lacht: „Süh so, nu meent he mi!

Dat glöw ick, weer so wat vör Di!

Meenst, dat ick Di nahlopen do?

Dor kannst Du lange noch up luern,

Du höllst nich wedder mi för’n Buern,

Nä, du Carnallj! Fleit Du man to!“