Vanilleeis zum Frühstück - Daniel Mauerfeld - E-Book

Vanilleeis zum Frühstück E-Book

Daniel Mauerfeld

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Beschreibung

Drei Kurzgeschichten über Liebe, Trennung und komplizierte Beziehungen. Heiter. Traurig. Nachdenklich. Abwechslungsreich und kurzweilig geschrieben und zuweilen mit einer Prise Erotik.   »Vanilleeis zum Frühstück - Frühling« beinhaltet die Kurzgeschichten »Liebe auf den ersten Blick«, »Eine unmoralische Affäre« und »Die Dachwohnung«.

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Seitenzahl: 29

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Vanilleeis zum Frühstück

TitelseiteLiebe auf den ersten BlickEine unmoralische AffäreDie DachwohnungÜber den AutorImpressum

Daniel Mauerfeld

Vanilleeis zum Frühstück – Frühling

- Kurzgeschichten -

Der Handlungsrahmen der Kurzgeschichten wurde der Realität entlehnt.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind

rein zufällig und nicht beabsichtigt.

2. Auflage / Version 4.0 © 2002 - 2014 Daniel Mauerfeld & AMS Verlag. Die Rechte an den einzelnen Kurzgeschichten liegen bei den jeweiligen Autoren. © 2020 der E-Book-Version: Daniel Mauerfeld & AMS mediagroup.  Alle Rechte vorbehalten. ISBN: 9783734705816 Coverfoto: © SG-design Covergestaltung: Ricarda Maiwald & Daniel Mauerfeld

Liebe auf den ersten Blick

Daniel Mauerfeld

Immer, wenn sie sich in der S-Bahn begegneten, schien sie seine Gesellschaft zu suchen. Das redete sich Stefan zumindest ein. Er wollte daran glauben, dass die unbekannte Schöne gern die halbe Stunde mit ihm zusammen verbrachte, die die S-Bahn für die Fahrt von den Außenbezirken bis in die Innenstadt von Frankfurt brauchte.

Stefan stieg immer zwei Stationen vor ihr ein und setzte sich in das Abteil der ersten Klasse, der sich an der Spitze der Bahn befand. Die zweite Klasse konnte man im Berufsverkehr einfach vergessen - zu voll, zu stickig, zu laut. Dann schon lieber mehr bezahlen und dafür entspannt gefahren werden. Billiger als mit dem Auto war es trotzdem allemal, besonders wenn man in der Firma keinen reservierten Parkplatz hatte, sondern einen im Parkhaus mieten musste. Außerdem verbrachte man im Berufsverkehr immer eine Ewigkeit im Stau. Und die paar Minuten Fußweg vom Bahnhof bis zum Büro waren bei jedem Wetter gut zu schaffen.

Wenn da bloß nicht Nadine gewesen wäre, die Stefan ständig ablenkte. Ob sie wirklich so hieß, war eher zweifelhaft. Ihren richtigen Namen hatte er nie erfahren, obwohl es sicherlich genug Gelegenheiten dafür gegeben hatte, ihn herauszufinden.

Tagelang hatte er gegrübelt, welcher Name wohl am besten zu ihr passen würde. Schließlich hatte er den Namen seiner ersten großen Liebe gewählt. Und so nannte er sie einfach Nadine.

Nadine stieg an fast jedem Arbeitstag in seinen Wagen ein, zumindest bei der Hinfahrt. Auf dem Heimweg sah er sie nie. Nach einiger Zeit hatte sie sich daran gewöhnt, Stefan mit einem kurzen Blick zu finden und sich zu ihm zu setzen. Am schönsten war es, wenn ihm gegenüber noch ein Platz frei war, den sie wie selbstverständlich wählte. So konnten sie sich anschauen. Stefan machte es ihr dadurch leichter, dass er sich möglichst immer auf seinen Stammplatz setzte. Das war leicht zu merken.

Ihr Alter konnte Stefan nur schwer schätzen, sie schien nach seinem Gefühl wenige Jahre jünger zu sein als er.

Für Stefan war es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen, während sich Nadine offenbar erst mit der Zeit an ihn gewöhnt hatte. Vielleicht suchte sie seine Nähe auch nur, weil er nie aufdringlich wurde. Zwar hatte es früher ein paar harmlose Kontaktversuche gegeben, die allerdings eher kläglich geendet hatten.

Vielleicht lag es an seinem Ehering, der sie zurückschrecken ließ? Sie trug keinen, auch keinen anderen Ring. Die schlanken Hände waren ohne jeden Schmuck, ziemlich ungewöhnlich für eine Frau. Aber welchen Schmuck brauchte schon eine solche Zauberfee? Hätte Stefan je das Wunschbild einer Traumfrau gehabt, so hätte es Nadine weit übertroffen.

Nicht nur in der S-Bahn sah er dieses Bild fast ständig vor sich. Die Gestalt, nur ein wenig kleiner als er selbst, die sinnliche Figur mit den weiblichsten Formen, die er jemals gesehen hatte. Sie war nicht etwa der leptosome Typ, sondern etwas fülliger. Es kamen sicherlich gut 70 Kilogramm zusammen, doch er hätte auf keines verzichten wollen. Dazu noch dieses engelhafte Gesicht und das lange hellbraune Haar, das einen interessanten Kontrast dazu bildete.