Venus in Weiß - Georg Reif - E-Book

Venus in Weiß E-Book

Georg Reif

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Beschreibung

Mira und Alexander lernen sich während des Medizinstudiums kennen. Angesichts einer Leiche im Anatomiekurs fällt sie erst in Ohnmacht und dann direkt in seine Arme. Aus der Ersten Hilfe wird schnell mehr. Zwischen den beiden beginnt eine hocherotische und prickelnde Liaison. Ihre pikanten Begegnungen finden unter immer anregenderen Bedingungen statt und steigern sich bis zur zügellosen Obsession … Ein erotischer und witziger Roman aus einem Milieu, das schon immer die sexuellen Phantasien beflügelt hat.

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EPUB

Seitenzahl: 242

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Georg Reif

Venus in Weiß

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Über dieses Buch

Mira und Alexander lernen sich während des Medizinstudiums kennen. Angesichts einer Leiche im Anatomiekurs fällt sie erst in Ohnmacht und dann direkt in seine Arme. Aus der Ersten Hilfe wird schnell mehr. Zwischen den beiden beginnt eine hocherotische und prickelnde Liaison. Ihre pikanten Begegnungen finden unter immer anregenderen Bedingungen statt und steigern sich bis zur zügellosen Obsession …

Ein erotischer und witziger Roman aus einem Milieu, das schon immer die sexuellen Phantasien beflügelt hat.

Über Georg Reif

Georg Reif, geb. 1961, Tätigkeit als Arzt im Fachbereich Nervenheilkunde, Promotion über die Wirkung von Yoga. Veröffentlichung von Satiren und Kurzprosa, Ko-Autor eines Dokumentarfilms über Menschen im Koma. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Köln.

Inhaltsübersicht

Die folgende Geschichte ...I. Teil1. Kapitel2. Kapitel3. Kapitel4. Kapitel5. Kapitel6. Kapitel7. Kapitel8. Kapitel9. KapitelII. Teil10. Kapitel11. Kapitel12. Kapitel13. Kapitel14. KapitelIII. Teil15. Kapitel16. Kapitel17. Kapitel

Die folgende Geschichte und die handelnden Personen sind selbstverständlich völlig frei erfunden. Vor allem ihr allzu lascher Umgang mit Schutzmaßnahmen vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist heutzutage unrealistisch.

Das hoffen wir jedenfalls. Ansonsten gilt: Die EG-Gesundheitsminister warnen:

Ungeschützter Sexgefährdet Ihre Gesundheit.

I. Teil

1

Die Gänge hallten wider vom nervösen Geklapper der Besteckkästen, als sich die über hundert Studenten vor der Tür zum Allerheiligsten drängelten. Schon unter die noch viel zu weiten magischen weißen Kittel geschlüpft, schlugen sie die letzten Minuten mit sinnlosem, aber lautem Geplapper tot; so, als befürchteten sie das Gestöhne der Leichen im Seziersaal zu hören. Alexander Stern kannte diese Reaktion seiner Kommilitonen. Gerade in den Momenten der größten Befangenheit schwatzten die angehenden Ärzte wie Klatschtanten. Er betrachtete die vielen unreifen, ausdruckslosen Gesichter um ihn herum. Einige wenige Studentinnen sahen wirklich gut aus, die meisten jedoch zeigten die typische blasse Langeweile gebildeter Frauen, die es sich leisten können, auf ihre äußere Erscheinung keinen Wert zu legen. Ein süßlich-beißender Geruch kroch unter der verschlossenen Tür hervor, breitete sich still und zäh auf dem Gang aus und klebte in der Nase. Die schwüle Sommerhitze verstärkte den Geruch. Alexander schwitzte unter seinem Kittel. Wahrscheinlich war wieder die Klimaanlage ausgefallen. Der rauhe, harte Stoff rieb bei jeder Bewegung auf seinen nackten Armen. Er mochte diese grobe Berührung auf der Haut. Arztkittel sind etwas ganz Besonderes, dachte er.

Alexander Stern nahm seine unauffälligen Beobachtungen wieder auf. Im Minirock. Eine Studentin trat im Minirock unter dem Kittel zum Tranchieren der Leiche an. Sie war ziemlich klein, zeigte fast die ganze Länge ihrer kräftigen, wohlgeformten Beine und warf gerade den Kopf nach hinten, schüttelte ihre lange kirschbaumbraune Mähne, um sie mit einem Haargummi zu zähmen. Alexander suchte den Blickkontakt, sie wich aus. Eingebildete Ziege, dachte er. Ich bin ihr noch nicht einmal einen Blick wert. Warum sind gerade die interessanten Frauen so arrogant und hochnäsig, warum tun sie so, als wären sie jeder Körperlichkeit enthoben, so als hätten sie keine körperlichen Bedürfnisse? Manche Frauen versuchen den Eindruck zu erwecken, als stünden sie so weit über jeder Leiblichkeit, daß es für sie noch nicht einmal mehr Stuhlgang gäbe.

Ein vierschrötiger Assistent trat zu den Studenten und öffnete die Tür. Der mozzarellafarben marmorierte Teint seines ungerührten Gesichts schien zu belegen, daß er in seinem Leben schon mehr Formalin als Luft eingeatmet hatte. Als die Studenten eintraten, sprang sie der giftige Gestank wie ein wütendes Raubtier an und verbiß sich in ihre Kehlen. Alexander hustete.

 

Wenn es etwas gab, was Mira Lubek haßte, dann war es warten. Und dieses Studium schien vor allem aus Warten zu bestehen, warten bei der Rückmeldung zum neuen Semester, warten vor jedem Kurs, warten auf die Vorlesungen … Und das bei der Hitze. Was konnte bescheuerter sein, als einen brütend heißen Sommertag in einem fensterlosen Kellerloch zu verbringen, um an toten Menschen rumzuschnippeln? Auf jeden Fall gäbe es jetzt Schöneres. Zum Beispiel nackt an einem der vielen Badeseen außerhalb der Stadt liegen, coole Drinks schlürfen, sich von einem hübschen Masseur mit starken und geschickten Händen verwöhnen lassen (leider sind die meisten schwul) und über die Perspektiven des Sozialismus diskutieren. Mira band ihr Haar. Es ist heiß genug. Was starrt mich dieser große Typ so an. Mit Seitenscheitel! Das ist wohl das Letzte, das Spießigste überhaupt, Seitenscheitel. Seine Augen sind schön, blauer als ein Baggersee, aber mit der Frisur … nein. Frau kann einen Mann doch nicht erst skalpieren, damit sie ihn überhaupt betrachten kann. Männer!

Endlich wurden sie eingelassen. Es war noch schlimmer als erwartet. Der durchgehend hell gekachelte Saal war von Neonröhren grell erleuchtet; in regelmäßiger Anordnung standen chromglänzende Metalltische, deren Oberfläche eine Mulde bildete. Dort lagen sie, unbeweglich, nackt, sämtliche Körperhaare abrasiert. Die Farbe der Gestalten variierte zwischen lehmgelb, schmutziggrau und der sprichwörtlichen Leichenblässe. Und über allem hing der stechende, alles durchdringende Formalingestank. Mira wurde übel. Sie mußte da durch, wie durch so vieles in diesem Studium.

Der Assistent las die Namen vor und wies die Studenten an die Leichen. Sie arbeiteten zu acht: zwei Zahnmediziner am Kopf, je zwei Studenten für die Arme, Beine und den Rumpf. Mira erhielt das linke Bein einer älteren Frau. Der Große mit den blauen Augen von vorhin kam an den gleichen Tisch, ihr gegenüber, an das andere Bein.

Verlegen lachend berieten die Studenten über einen passenden Namen für die Leiche.

«Eva», schlug der Große mit dem Seitenscheitel vor.

«Warum Eva?» fragte der Zahnmediziner.

«Weil sie so alt aussieht, als wäre sie die erste Frau.» Keiner schien so recht überzeugt.

«Wie wär’s mit Hannelore?» fragte Mira. «Sie erinnert mich an die Frau eines Politikers.»

«Meinst du den großen Dicken von der CDU, der unbedingt Kanzler werden will?» fragte der Student mit den blauen Augen.

«Klar», grinste Mira.

«Na ja», kommentierte der Zahnmediziner.

«Findet ihr Miss Piggy oder Emanuelle vielleicht besser?» legte Mira nach. Der Zahnmediziner schüttelte den Kopf, der Große mit den blauen Augen lächelte. Die anderen Frauen an den Armen und am Bauch der Leiche sagten nichts. Offenbar galt ihr Vorschlag damit als angenommen. Der Assistent mit der ungesunden Gesichtsfarbe trat an ihren Tisch und erklärte, wie sie die Haut abzutrennen hätten. Natürlich ohne die darunterliegenden Nerven zu beschädigen, weil diese ja noch für das Testat benötigt würden. Vorsichtig begannen die Studenten, eckige Hautareale mit Skalpell und Pinzette abzulösen. Unter der Haut waberte eine vanillegelbe, glibbrige Masse, wie Pudding. Mira spürte, wie ihr in diesem verdammten Kittel immer heißer wurde. Was ist nur mit dem Licht, dachte sie, als die Lampen im Kreis zu tanzen begannen und sie plötzlich nichts mehr sah.

 

Das Licht, die Leichen, die geschäftigen Studenten, so, als sei es das Normalste auf der Welt … Nein, eher eine Szene aus einem B-Movie, ein schlechter Science-Fiction, dachte Alexander. Aber auch was Archaisches, dem Tod so nah, das nackte Opfer direkt vor Augen. Noch nie hatte Alexander eine nackte Frau so lange und ausgiebig betrachten können, den geilen Blick zwischen die aufgeweichten Wachsbeine versenkt, direkt in diese offene Muschel mit all ihren Häuten; noch nie hatte eine so lange stillgelegen. Und dann noch rasiert. Manchmal bietet dieses Studium einmalige Erfahrungen. Ausgerechnet an ihrem Geschlecht schien der Zahn der Jahre am wenigsten genagt zu haben. Hier war sie jung geblieben. Forever young. War sie bis zuletzt, was hieß bis zu ihrem Tod, aktiv geblieben, war verwöhnt worden, hatte sich als Kelch der Lust bedankt, forever young, oder war sie vergessen und verdorrt wie ein zierliches und zerbrechliches Vogelgerippe in der Wüstensonne. Als lebendes Totes oder totes Lebendiges. Hannelore verlor jetzt den letzten Rest von Intimität, als die ersten Skalpelle geometrische Formen in ihre formalinvolle Epidermis schnitten. Alexander spürte Hannelores Haut durch den Gummihandschuh: eine verwaschene, mit kaltem Teig gefüllte Beate-Uhse-Puppe. Auf seiner Stirn tropfte Wasser. Die Studentin gegenüber, die mit dem Minirock, fächelte sich Luft mit einem anatomischen Atlas. Sie hatte ein hübsches Gesicht, einen verlangenden, hungrigen Mund mit kräftigen Lippen. Ihre dunklen Augen, hinter der schwarzen, dickrandigen Brille verkleinert, verirrten sich zu ihm, nur einen klitzekleinen Moment, dann drehten sie ab und sie sackte weg, langsam, wie in Zeitlupe. Alexander ließ sein Besteck fallen, blechern klirrte es auf den Boden und im selben Moment sprang er um den Tisch und fing sie auf. Ihre Nachbarin glotzte blöde.

«Hilf doch mal, faß mit an», bat Alexander. Die Nachbarin zuckte die Schulter. «Ich werd sonst nicht fertig», sagte sie und wandte sich wieder Hannelores Bauchhaut zu. Alexander griff den schlaffen Leib unter den Schultern und unter den Knien, stand vorsichtig auf und schleppte sie raus. Er schaffte es noch bis zum Umkleideraum und legte sie auf eine Bank. Er setzte sich neben sie und atmete schwer.

 

Blau. Der Himmel. Ein Badesee. Nein, seine Augen. Mira wurde wieder klar, auch wenn sich alles drehte. An Stehen war gar nicht zu denken. Harte Holzlatten drückten im Rücken, die Decke in grauem Beton: der Umkleideraum. Sie spürte auf der Haut einen feinen Schweißfilm, der träge abkühlte. Zugleich war da noch die Hitze. Sie nestelte an den Knöpfen ihres Kittels, bekam ihn im Liegen nicht auf. Er beugte sich zu ihr runter, knöpfte ihn auf und lächelte unsicher. Mira holte tief Atem.

«Komm noch mal näher», bat sie. Er zog die Stirn in Fragefalten, tat aber wie ihm geheißen und beugte sich über sie. Sein Gesicht war jetzt genau vor ihrem. Seine Züge waren weich für einen Mann, nur um den großen Mund hatte er etwas Hartes, fast schon Brutales. Mira griff mit beiden Händen auf seinen Kopf und verwuselte die Haare.

«So ist es viel besser», sagte sie. «Danke, daß du mich rausgebracht hast …»

«Alexander.»

«Okay, Alexander. Ich heiße Mira.»

«Ich sollte …»

«Ja, geh ruhig. Wir würden gleich auffallen, wenn wir beide zusammen weg sind. Der Professor mag das nicht. Noch mal danke, aber ich denke, ich komme jetzt wieder alleine klar.»

«Gut», sagte er und ging. Scheiße, dachte Mira. Warum muß mir das ausgerechnet am ersten Tag passieren.

 

Sie roch gut, als sie so dalag vor ihm. Obwohl – verglichen mit den stechenden Formalinschwaden, welche die Leichen vernebelten, hätte er wahrscheinlich jeden Geruch einer lebendigen Frau als angenehm, ja attraktiv empfunden. Ein süßlich-leichtes Parfum, fruchtig, vielleicht Pfirsichblüten. Vermischt mit Minze und Muskat, als er sich ihr näherte. Unter ihrem dünnen T-Shirt und dem Minirock wölbte sich das feste Fleisch reifer Früchte, eine Frau inmitten der Blüte, eine Frau mit Formen, eine Frau, die man als Frau erkannte, kein pergamentbehangenes Bohnengerüst, das sich durch öde Diäten quält. Er hätte sie sofort küssen können. Amor intra orcus. Mit einer Geste ließ sie ihn sich erneut zu ihr herunterbeugen. Dachte sie das Gleiche, eine Gedankenübertragung? Sie griff ihm in die Haare, zog seinen Kopf aber nicht an sich. Also zurück zur nackten Hannelore, der das Fell über die Ohren gezogen werden mußte. Die anderen Studenten bemerkten ihn kaum, als er wieder zu Skalpell und Pinzette griff, so waren sie damit beschäftigt, die Leiche zu enthäuten.

Ein viel zu junger, dynamischer Brillenträger mit kurzgeschorenem Blondschopf stapfte mit wichtigen, weit ausholenden Schritten von Tisch zu Tisch, im Schlepptau einen Hofstaat in Weiß: der Anatomieprofessor.

«Was ist hier an den Beinen los?» Aus Erfahrung vermied es Alexander, zu sehr aufzuschauen.

«Tempo, Tempo, so bestehen Sie das Testat nie. Die Haut muß heute noch ab, von den äußeren Schamlippen bis zum Hüftknochen. Wo ist eigentlich der andere?» Alexander murmelte was von Toilette.

«Toilette? Sie wollen doch mal Ärzte werden. Da ist Disziplin das Wichtigste. Oder meinen Sie, Sie könnten sich später mitten aus einer Herzoperation verabschieden, um aufs Klo zu rennen?» Der Professor ließ den Blick in seinem Hofstaat kreisen, der sich im weißen Halbmond um ihn formiert hatte. Beifälliges Gemurmel.

«Die Studenten waren schon immer dumm, aber heute sind sie auch noch faul, stinkfaul …» Damit wandte er sich ab und suchte den nächsten Tisch heim. Mira kehrte zurück, immer noch blaß, warf ihm einen kurzen, dankbaren Blick mit einem großzügigen Lächeln zu, und begann ungerührt, an ihrem Bein weiter zu schneiden. Alexander empfand plötzlich das Bedürfnis, sie einfach in den Arm zu nehmen.

«Wie geht’s?» fragte er. Dabei hätte es ihn viel mehr interessiert, ob sie einen Freund hatte.

2

Der riesige Hörsaal füllte sich bis zum letzten Platz. Mira quetschte sich durch die Reihe und setzte sich neben Alexander. Sie roch anders, auch ohne Formalin: ein neues Parfum, noch betörender.

«High», strahlte sie ihn an. «Schon angefangen?»

«Nein, er legt erst noch los.» Der Professor schnallte sich umständlich ein Mikro um den Hals und ließ den kleinen roten Punkt seines Laser Pointers prüfend über die Wand hüpfen. Er räusperte sich ins Mikrofon, bevor er begann.

«Heute sprechen wir über die Geschlechtsorgane …»

«Na, wieder einigermaßen erholt?» fragte Alexander.

«Ja, viel besser, ich meine gut, eigentlich. Und noch mal danke für vorgestern.»

«… Die Geschlechtsmerkmale unterscheiden die beiden Geschlechter …»

«Nicht der Rede wert. Sicherlich hättest du auch …» Er stockte, als ihm der Größenunterschied klar wurde.

Mira lachte. «Ja klar, ich hätte dich auch rausgetragen.»

«… Man unterscheidet die primären und sekundären …» Er spingste im halbdunklen Dämmerlicht. Kein Ring, wenigstens kein Ring am Finger. Vielleicht ist sie wirklich frei. Ich sollte etwas unternehmen, sie einladen.

«… Die sekundären Geschlechtsmerkmale hängen von der Einwirkung der Geschlechtsdrüsen ab und sind teils geschlechtlicher, teils außergeschlechtlicher Natur, das nächste Dia bitte …»

«Hast du hiernach Lust auf einen Kaffee?» Aus dem finsteren Hinterhalt wurde ein weibliches Becken im seitlichen Aufschnitt an die kahle Stirnwand des Hörsaals geworfen.

«Ja, gerne. Wegen mir können wir auch gleich schon gehen. So trocken und langweilig wie der Prof liest, steht es noch nicht mal im Anatomiebuch.»

«… Zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen genitaler Natur gehören die Ausbildung der ableitenden Geschlechtswege mit Anhangdrüsen und die Gestaltung der äußeren Geschlechtsorgane, die Schambehaarung und der Geschlechtstrieb …» Alexander sah sie von der Seite an. Ihre sinnlichen Lippen im Profil, wie sie sich um ihn schließen würden. Ist der Mund auch ein Geschlechtsorgan? Alexander spürte, wie es in der Hose eng wurde. Love is all you need.

«Sekundäre Geschlechtsmerkmale außergeschlechtlicher Natur betreffen die Maßverhältnisse der Körperteile, die Verteilung des Fettpolsters, die Entwicklung der Brustdrüse, das sexuelle Verhalten und ebenso die besondere Affektivität …»

Affe steckt tief, reckt stief, deckt sie, er rief.

«Hat er eigentlich noch was gesagt?» fragte Alexander.

«Wer?»

«Na, der Professor natürlich. Dazu, daß du nicht da warst.»

«Nö, nicht daß ich wüßte. Außerdem bin ich dann ja noch gekommen.»

«Sexuelles Verhalten bietet die charakteristischen Merkmale primärer Bedürfnisse wie Unruhe …»

«Dann ist ja gut.»

«… Getriebensein, Suchtverhalten bis zur Entdeckung des Sexualobjektes …» Love is the drug.

«Komm», sagte sie und griff seinen Arm. «Hier lernen wir nicht mehr viel. Laß uns gehen.»

«… Eingeengte Wahrnehmung und Erregung, steife … äh, starre Ausrichtung auf das Triebziel …» Immer noch ruhelos raste der rote Knopf des Professors, diese nervös zuckende Lichteichel, durch das Innere eines weiblichen Beckens und besprang Höhlen und Falten, als sie gingen.

 

«Irgendwie zerschnippelt der den weiblichen Körper, jeder Satz ein Skalpell, die Worte mit einer Pinzette aufgepinnt, Analyse nennt er das, Wissenschaft und Logik. Aber es ist tot, kalt und hart, ein männlicher Zugang, nichts Weiches, nichts Weibliches, keine Lust oder Liebe. Nur Macht.» Zur Unterstützung schüttelte sie ihre Hand zur Faust geballt, eine golden glitzernde Kette hüpfte um ihr Handgelenk. «Siehst du das nicht?» Jetzt nagelte sie ihn fest. Alexander umklammerte seine Kaffeetasse. Sie bot wenig Halt, aber ihr Inhalt erhitzte, beschleunigte alles, bis ihm der Schweiß ausbrach. Vielleicht hätten sie doch warten sollen, bis draußen ein Tisch frei wurde, hier drin war es heiß und stickig.

«Na ja, kann sein, klingt interessant, ist irgendwie was dran.»

«Ist irgendwie was dran? Na hör mal, das ist ja wohl maßlos untertrieben.» Mens sana in corporis salax. Alexander versuchte seine Gedanken zu ordnen, die Neuronen zu stimulieren, zu erregen, auf daß sie diesen Ausschnitt, nein, nicht an ihr Dekolleté denken, daß sie ihn dieses Glied humanoider Brunftrituale geil, nein heil, überstehen ließen. Stehvermögen fand sich in der Tiefe des Schoßes. Nein, nicht jetzt, bitte nicht jetzt, er mußte zur Toilette, wahrscheinlich eine Folge des Kaffees, traute sich aber nicht aufzustehen, damit sich nichts abzeichne, ausdrücke, vorwitzig vorwage und rohrspitz rausrage. Am besten an etwas völlig anderes denken.

«Nein, du hast schon recht mit der Macht und so, aber wir müssen den ganzen Scheiß auch lernen, ich meine das macht doch nichts, wenn wir alles mal so gesehen haben …»

«Ach, Alexander, du verstehst mich nicht. Mir geht es um die gesellschaftliche Funktion, den menschlichen und vor allem den weiblichen Körper auf seine Funktionalität als Reproduktionsmittel und Sexualobjekt zu reduzieren.» Mira griff nach ihrer Tasse. Eine Diskussion, in der er nur verlieren konnte. Widersprich nie einer hübschen Frau – zumindest vorher nicht.

«Meinst du das jetzt politisch oder was?» Die Reproduktionsmittel weckten unangenehme Erinnerungen. Dafür ließ wenigstens die Erektion erst mal nach.

«Ja, natürlich. Sexualität ist immer politisch. In der katholisch-patriarchalischen Gesellschaft werden Freiheit, Frauen und Sexualität gleichermaßen unterdrückt.» Das half, er konnte jetzt gefahrlos zur Toilette gehen. Um Frauen, die so redeten, machte man am besten einen großen Bogen. Vielleicht gehört sie auch zu denen, die eine vorbeugende Behandlung potentieller Vergewaltiger verlangten, damit diesen ihr Instrument der Gewalt entrissen werde … Allein die Vorstellung ließ ihn schaudern. Schade, hätte schön werden können mit ihr.

Als er an ihren Tisch zurückkehrte, hatte sie sich eine angesteckt. Einladend hielt sie ihm die aufgerissene Packung hin. Er schüttelte den Kopf. «Ich rauche nicht.» Noch so ein Unterschied. Sie sog genußvoll, zog die gebräunten Wangen ein, so daß die Backenknochen noch stärker hervortraten. Ich stehe immer noch auf sie, dachte er, aber nur körperlich. Jetzt bloß keinen Fehler machen, bei so einer Politischen, einer Feministin, wie schnell ist die sexuell belästigt. Besser ich gehe rechtzeitig.

«Bringst du mich nach Hause?» fragte sie. Alexander nickte zögernd.

 

Mira verstand ihn nicht. Männer sind merkwürdig. Die ganze Zeit nett, schien sich sogar für sie zu interessieren – und dann ganz plötzlich blasen sie noch vor der entscheidenden Schlacht zum Rückzug, legen die Waffen nieder und ziehen den Schwanz ein. Wahrscheinlich hat er nur Schiß. Von wegen starkes Geschlecht, sie sind nur so stark, wie wir schwach sind. Sind wir zu stark, sind sie zu schwach. Na, warte. Sie stiegen in seinen alten Golf.

«Schnallst du dich nicht an?» fragte er.

«Nein», sagte Mira. Alexander fuhr los. Drei Ampeln lang schwiegen sie. Als sie aus den engen Gassen raus waren und auf die Autobahn bogen, fragte Mira: «Hältst du die Augen eigentlich offen oder geschlossen beim Orgasmus?»

«Was?»

«Red ich vielleicht französisch oder was, ich will wissen, ob du die Augen auf oder zu hast, beim Höhepunkt, wenn du abspritzt?»

«Äh, ich glaube offen …» So verlegen war er richtig süß. Mira legte die Hand auf sein rechtes Bein und strich über die Innenseite bis zu dem Wulst in seiner Hose.

«He, äh, ich weiß nicht, ob das hier der richtige Moment ist und schon gar nicht der richtige Ort …» Er versteifte sich richtig unter ihrer sanften Berührung. Mira legte ihm den Zeigefinger auf den Mund, ließ ihn verstummen. Dann umkreiste sie mit dem Finger seine Lippen und fuhr damit in seinen Mund. Er wehrte sich nicht, schien aber immer noch verwirrt. Alexander konzentrierte sich aufs Fahren. Mira zog seinen Reißverschluß auf. Er stöhnte kurz auf, kein Laut der Entspannung, mehr ein Klang der Klage, nicht hervorgestoßen, eher entglitten, rausgerutscht, als käme er ins Schlittern.

«Kannst du während des Orgasmus die Arme ruhighalten?» fragte Mira sachlich, aber mit tiefem, erotischem Timbre in der Stimme und fischte in seiner Hose.

«Mira …» Der Protest war um einiges dünner als das pulsierende Stück in ihrer Hand. A real handsome man. Sie hatte wirklich was in der Hand bei dem Mann. Vergnügt beobachtete sie, wie er mit seiner Selbstbeherrschung kämpfte. Sie zog und molk. Das hier hat was, ist doch viel besser als in einem langweiligen Bett zu liegen. Die ewige Ruhe eines Bettes ist nur zum Sterben gut. Sie blickte aus dem Seitenfenster. Die ersten grünen Flecken flogen vorüber. Der Golf überholte einen Milchtankwagen. Der Fahrer konnte ihnen von oben in den Wagen sehen. Um sicher zu gehen, lehnte sich Mira mit dem Hinterkopf kurz und heftig gegen die Hupe, bevor sie sich ganz hinabbeugte und ihn in den Mund nahm. Alexander stöhnte wieder, diesmal war es eindeutig. Seine rotwächserne Eichel war so naß wie ihre Möse. Er schmeckte nach Thunfisch-Sushis mit gedünsteten Nierchen. Mira hob den Kopf und schaute zurück. Der Milchtankwagen hatte die Lichthupe aufgeblendet und schien zu trudeln. Oder waren sie das selbst?

«Deine Brust, bitte, laß mich deine Brust sehen, ich will sie anfassen», bat Alexander. Mira stülpte die Lippen wieder über ihn, schüttelte den Kopf und sog so fest, daß sie seinen Schwanz hin- und herrüttelte. Dann richtete sie sich auf. «Später vielleicht. Jetzt wäre das viel zu gefährlich. Es heißt Augen auf im Verkehr, und die Hände sollen am Lenkrad bleiben. Beide! Es hat schon die schlimmsten Unfälle gegeben, wenn sich Männer einen runtergeholt haben am Steuer.» Damit machte sie sich wieder über ihn her, kitzelte das tropfende Loch an der Spitze mit ihrer Zunge, umkreiste den roten Helm und spielte mit den Fingern an seinen Eiern, bis der Sack sich straffte. Als sie ihn kommen fühlte, nahm sie ihn aus dem Mund.

«Was meinte eigentlich der Prof, als er vom ‹Ausschluß aller übrigen, als sekundär empfundenen Bedürfnisse, bis zur triebverzehrenden Endhandlung› sprach?» Alexander stöhnte, blickte glasig zu ihr rüber. «Bitte!»

Mira ignorierte seine Antwort. «Heißt das, jetzt hast du keine anderen Bedürfnisse, bis du abgespritzt hast?» Er versuchte sich zu fangen.

«Was machst du für ein Spiel mit mir? Willst du mich foltern?»

«Ja», lachte sie. «Gefällt es dir nicht?» Dabei formte sie mit Daumen und Mittelfinger einen Ring und strich damit über seine Eichel.

«Hast du das Hinweisschild gesehen?» Alexander stöhnte nur. «Wie weit ist es noch», beharrte sie. Inmitten der saftigen Hügellandschaft draußen starrte ein Dutzend stoischer Kühe im landkartengefleckten Fell auf die Autobahn.

«Ungefähr zweieinhalb Kilometer», antwortete er mit gepreßter Stimme. Der Motor röhrte, als hielte er es nicht mehr aus. Okay, also einen Gang zuschalten, schließlich habe ich den Schaltknüppel in der Hand. Sie nahm ihn wieder in den Mund und fuhr auf und ab. Alexanders Hand steuerte zu ihrem Kopf und wühlte in den braunen Locken. Mira nahm seine Hand und lotste sie zurück zum Lenkrad, während sie ihn mit der Linken bediente, arbeitete ihre Rechte am Sendersuchlauf. Sowing the seeds of love. Das paßt. I suck seed. Succeed, im Englischen heißt Samen saugen erfolgreich sein, nicht nur als Praktikantin. Jetzt kam er richtig in Fahrt, es hielt ihn kaum noch auf dem Sitz, verzweifelt umkrampften die Hände das Steuer, drohten es fast zu zerbrechen, und Mira zählte den Cockdown: Zwölf schwellende Schweineschwänze, elf schwellende Schweineschwänze, zehn schwellende Schweineschwänze, neun schwellende Schweineschwänze …

 

Eine Frauenrechtlerin, noch dazu eine, die den Sozialismus im großen Mund führt, nein, das muß nicht sein.

Und dann diese freche Frage, dieser grobe Griff, jetzt bloß nicht loslassen, direkt und ungeniert, mitten auf der Autobahn, in was für einen Film bin ich denn jetzt geraten, ihre Lippen aufgeworfen und übergestülpt; und er, ans Lenkrad gekreuzigt, nur nicht loslassen, sie will ihn nicht anhalten lassen, will, daß er hier kommt, wie zu Pfingsten, das Geschenk der Zungen, hier und jetzt, in ihrem Mund, auf der Autobahn, die Augen starr auf die Fahrbahn gerichtet, aber nicht loslassen, denn dies ist mein Fleisch, weiterfahren, geradeaus, keine heftige Bewegung, jetzt bloß nicht verreißen, und mein Blut, in der Farbe der Unschuld, kittelfarben, wie es für Dich vergossen wurde. Alexander ahnte den Ruck, fühlte es vom Becken bis ins Rückgrat zucken, spürte die heiße Welle kommen, jenes unhaltbare Aufblähen und Aufpumpen, bis die Explosion sie überschwemmte.

Nein, das ist keine Frau, wie ich sie kenne, das ist ein Feuerwerk, ein Vulkan, die trägt das ewige Feuer der Sonne in sich.

 

Sie saßen auf dem Balkon und aßen Rührei. Ihre Wohnung: die erfolgreiche Paarung zwischen studentischem Sparzwang und klassischer Ästhetik, dazwischen Reliquien einer melancholischen Jungmädchenzeit und das alles kondensiert auf 40 Quadratmeter.

«Wieso sprichst du eigentlich so komisch?» fragte sie kauend.

«Wie meinst du das?»

«Na ja, das rrau-rraus-rrollende ‹R›, das klingt irgendwie östlich. Bist du Pole, Russe oder so was?»

«Nein, ich bin Deutscher. Meine Familie hat aber bis 1976 in Tscheljabinsk gelebt. Das liegt in Rußland, Westsibirien.»

«Und warum seid ihr dann rübergekommen?»

«Deutsche sind in Rußland nicht sehr gut gelitten. Mein Vater war außerdem Dissident, deshalb mußten oder durften wir ausreisen, wie man’s nimmt.»

«Und wie war das Leben im real existierenden Sozialismus?»

«Beschissen, total trostlos, weil sich nichts tut, absolut überhaupt gar nichts. Ein Riesenland im Koma.»

Sie blickte gereizt von ihrem Teller auf.

«Meinst du vielleicht, hier wäre es besser? Glaubst du wirklich hier würde sich einer um den anderen scheren? Geldmachen und noch mehr Geldmachen, das ist der kapitalistische Glaube. Und der wahre Dom steht in Frankfurt und heißt Bundesbank. Dagegen war der Tanz ums Goldene Kalb eine Schulaufführung der sieben Wirtschaftsweisen.» Alexander nahm den Orangensaft und füllte ihre Gläser nach.

«Laß uns über was anderes reden. ‹Lubek› – dein Name klingt auch nicht sehr deutsch. Wo bist du denn her?»

«Meine Eltern sind aus Schlesien. Sie haben sich nach dem Krieg in einem Flüchtlingslager kennengelernt und geheiratet. Vater ist Fliesenleger und hat einen eigenen Betrieb. Die sind so stockkonservativ, daß sich meine Mutter jedes Jahr für den Revanchistenkarneval verkleidet.»

«Revanchisten feiern ihren Karneval extra?»

«Nein», lachte Mira. «So nenne ich die Schlesiertreffen, weil sich meine Mutter wie die meisten Frauen dort dafür in ihre alte Tracht zwängt. Na ja, und wenn die Schlesier nicht revanchistisch sind, wer dann.» Sie sah ihn herausfordernd an. Er lächelte ihr zu.

«Immerhin haben sie ihre Heimat verloren.»

«O Gott, das kann ich nicht mehr hören. Das sagt mein Vater auch immer. Dabei interessiert ihn die Heimat einen Dreck. Wenn er dort noch mehr Geld verdienen könnte, ginge der sogar zum Mond. Von wegen Heimat! Außerdem: Deutschland hat einen Krieg angezettelt, ihn verloren und mußte dafür bezahlen. Das ist doch völlig in Ordnung.»

«Charaschow, ich will mich nicht mit dir streiten.» Alexander stand auf, ging zu Miras Stuhl, beugte sich zu ihrem Gesicht hinab, berührte behutsam ihre Wange und küßte sie auf den Mund. Ihre weichen Lippen wichen auseinander, ihre Zungen spielten, umkreisten sich, tasteten durch die fremde Höhle, gruben im Mund, wühlten im Fleisch. Am Übergang des Kiefers zum Hals bemerkte er einen blonden, lichten Flaum, ein feines Haarmuster, viel heller als die wilden Locken. Er vergrub die Nase in ihrem Hals, sog ihren Geruch in sich auf. Sie begannen sich auszuziehen, sanft, ohne Eile, mit der stillen Vorfreude des Feinschmeckers, der eine edle Pralinenschachtel öffnet. Ihre Haut strahlte ihn an, weich und glatt wie ein Robbenbaby. Alexanders Mund ging auf Entdeckungsreise. Er wanderte über ihr Gesicht, spazierte den samtenen Hals hinab, überquerte die Schlüsselbeine, bummelte über ihre Brust, bestieg die erstarkten roten Knöpfe, begab sich zum Rippenbogen, rutschte über die weich wandernden Bauchwellen, umging den Dschungel, lief über die ganze Länge ihrer Schenkel, machte kehrt und schlich sich durchs lockig lockende Gebüsch bis zum lustvoll überschäumenden Innersten. Nackt war sie noch schöner.

«Komm», sagte sie und zog ihn an sich.

 

Echt süß, der Typ. Wie er verlegen in seinen Eiern rumstochert. Bezaubernd, wie unsicher er mich ansieht. Jetzt bin ich dran, verwöhnt zu werden. Genau, komm rüber, küß mich, wie du noch keine geküßt hast, küß mich überall, ich will dich spüren, küß mich wild und blutvoll, als wär’s für die Ewigkeit. Ziehen wir uns aus, ich will dich sehen, ich will dich riechen und schmecken, ich will dich fühlen, ich will dich. Wie hübsch er ist. Die Brust: stark gezeichnet, etwas wollenes Gestrüpp, nur genug zum Spielen, kein Affenfell; die Arme: kraftvoll, um sich fallenzulassen, getragen zu werden; der Po: schmal und fest und knackig.

«Ich mag keine Gummis, nimmst du die Pille?»

Mira schüttelte den Kopf.

«Ich mag keine Pille. Ich will nicht in meinen Hormonhaushalt eingreifen, davon komme ich schlecht drauf.»

«Depressionen?»

«So kann man es auch nennen. Aber mach dir keine Sorgen, heute ist es ungefährlich.»

«Und sonst?»

«Sonst benutze ich ein Diaphragma. Ich verlasse mich nicht auf Männer.» Er umarmte sie, drückte ihren weichen Körper an sich.

«Wie schön du bist», murmelte Alexander. Mira küßte ihn. Sie spürte, wie sie ihn wachküßte, wie die Spannung seines Körpers wuchs, seine Umarmung, stürmisch und zart, ja schüchtern zugleich, während sich das schwellende Fleisch an ihrer feuchten Pforte rieb und drängte. Sie griff sich seinen Schwanz, genoß Alexanders lustvolles Aufstöhnen, als sie ihn massierte. Wie von selbst glitt er in sie hinein und begann zu pumpen.