Vergiss es nie - R. Eho - E-Book

Vergiss es nie E-Book

R. Eho

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Beschreibung

--- ein Anruf und alles war anders. Brustkrebs. Dieses Buch beschreibt die Zeit nach der Diagnose, aus Sicht eines Mannes, mit all seinen Gefühlen zu den unausweichlichen Momenten. Es geht hier um den gemeinsamen Weg durch eine schwere Zeit mit seinen wenigen Höhen und reichlichen Tiefen. Die Zeilen dienten dem Autor diese Zeit zu überstehen, bzw. zu verstehen, und eine Basis für eine bessere Zukunft aufzubauen. Es könnte eine Hilfe für alle sein, die ähnliches durchstehen müssen, insbesondere im Verständnis untereinander während dieser Zeit. Aber es könnte auch eine kleine Lebenshilfe sein für Menschen, die "DENKEN" es geht ihnen schlecht und täglich mit Ihrem Leben hadern.

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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2016

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www.tredition.de

R. Eho

Vergiss es nie

für Sie UND IHN

www.tredition.de

© 2016 R. Eho

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7345-1683-2

Hardcover:

978-3-7345-1684-9

e-Book:

978-3-7345-1685-6

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Für meine große Liebe

Ein Dank an alle, die uns in dieser schweren Zeit begleitet haben.

Inhaltsverzeichnis

Der Anruf

Woher kommt es?

Bestätigung

Das Ergebnis

Wohin sollen wir gehen?

MRT

Die Entscheidung ist gefallen

OP

Warten. Warten. Warten.

Noch mehr Untersuchungsergebnisse

Danke für das Leben

Ein Hoffnungsfunke

Perücke

Die erste Chemotherapie

Alltag

Der Tag des Haarfalls

Chemo Teil zwei von acht

Chemozeit

Das Buch als Geschenk

Meine große Liebe

Vorwort

Dieses Buch hat keinen Anspruch auf literarische Größe, es ist weniger erdacht als erfühlt und auf Papier verbracht. Da Liebe nicht in Einheiten gemessen und ein Gefühl nicht wertmäßig dargestellt werden kann, ist es meiner Meinung nach kein falscher Weg, eine der schlimmsten Zeiten in meinen Leben festzuhalten und meiner Frau meine Liebe auf diese ganz besondere Art zu offenbaren.

Ich schreibe diese Zeilen weil Sie mir in dieser schweren Zeit helfen meine Gedanken zu ordnen, und später eine Plattform für mein weiteres Leben werden könnten.

Ich hoffe es hilft auch denjenigen, die in der gleichen Situation sind, und allen, die der Meinung waren, es gehe ihnen schlecht und es müsste alles so viel besser sein.

Ich will mich ändern. Nur verfalle ich viel zu schnell wieder in mein Standarddenken.

Diese Zeilen sollen meiner Frau und mir in Zukunft helfen, richtig zu leben.

Der Anruf

Ich sitze im Büro bei der Arbeit.

Alles ist wie immer. Das heißt, es ist alles super gut. Ich habe einen tollen Job, eine großartige Familie, klasse Freunde, ein abbezahltes Haus, ein bezahltes Boot vor der Tür, ein weiteres Grundstück für die Altersplanung usw. usw. und vor allem:

„Wir sind alle gesund.“

Klingt gut, aber ich bin nicht zufrieden. Die Arbeit ist zu viel, die Kinder zu nervig, die eigenen Interessen reduziert bzw. fremdgesteuert. Die ersten Wehwehchen kommen, und nachts muss ich mehr als einmal zur Toilette. Geld kann man nicht genug haben, und so ist nur höher, weiter und schneller gut.

Eine komische Situation: Alle Ampeln stehen auf Grün, aber man hat keine Lust Auto zu fahren.

Ein Anruf meiner lieben Frau ändert alles: Ich solle nach Hause kommen. Ich sage noch, ich rufe zurück. Wie immer. Was kann schon so wichtig sein?

Als Lilith „nein, komm sofort“ sagt, ist mir klar: Es ist etwas sehr Schlimmes passiert.

Die Frauenärztin hat etwas in ihrer Brust gefunden, was dort nicht hingehört.

Ich schwinge mich in mein Auto und rase nach Hause. Das kann doch nicht sein! Nicht wir. Nicht Lilith. Bestimmt gutartig oder eine Zyste oder was auch immer, aber nicht …

Ich beginne bereits während der Fahrt alles anzuflehen, was Hilfe verspricht: Gott, höhere Lebewesen, das Universum. Es solle doch besser mich ereilen. Was würde ich in Zukunft anders machen, wenn wir gut aus diesem Albtraum erwachen.

Alles!

Ich würde wieder anfangen, meine Frau (wie früher) zu lieben, was ich Grunde auch immer noch tue.

Ich würde meine eigenen Wünsche hintanstellen.

Ich wäre ehrlicher zu mir und anderen.

Ich würde keinem mehr gefallen wollen nur für einen Funken Anerkennung.

Wo kommt so eine dämliche Einstellung eigentlich her? ‚Die Eltern mit ihrer Erziehung sind schuld‘ ist da wirklich zu einfach.

Es ist eigentlich alles gut gewesen. Aber jetzt ist nichts mehr gut.

Wir gehen alle früh zu Bett, da am nächsten Morgen eine Mammografie angesetzt ist.

Ohne Fernsehen, einfach nur nebeneinanderliegen. Keiner braucht mehr, keiner weniger.

Woher kommt es?

In der Nacht versuche ich es mit Reiki. Ein Nachlass aus meiner esoterischen Zeit, in der ich Lösungen für alles Mögliche gesucht habe.

Man greift nach jedem Strohhalm, nach jeder Andeutung eines Strohhalmes, nach jeder Möglichkeit einer Andeutung eines Strohhalmes.

Hatte man diese Situation nicht schon öfter und ist immer gut herausgekommen, weil man diese Techniken angewandt hat? Schlusssatz war dann immer: Wenn es jetzt gut geht, dann bessere ich mich.

Das mit dem Bessern bzw. Ändern habe ich nur allzu schnell vergessen, wenn dann alles wieder gut war.

Habe ich es jetzt ausgereizt? Zu oft gebeten, erhalten, aber meine Versprechen vergessen?

Bin ich schuld an der Krankheit meiner Frau?

Denn das ist sicherlich – neben Schlimmem mit meinen Kinder– die größte Strafe, die ich mir vorstellen kann.

Ich schlafe nicht gut. Die Nacht ist anders als sonst. Sie ist ihres durch Schlaf erschaffenen Trostes beraubt.

Als ich aufwache, denke ich für einen Moment, es sei nur ein schlechter Traum gewesen.

Aber so ist es nicht: Der Termin ist um acht Uhr.

Die Kinder müssen zur Schule. Was ist mit meiner und Liliths Arbeit, wollten wir nicht Urlaub planen? Verwirrung.

Das Schlimme bei solchen Horrornachrichten ist, dass das Leben sofort in aller Alltäglichkeit weitergeht.

Wie sollten wir in dieser Schockstarre irgendetwas bewegen?

Na ja, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm. Entweder kein Tumor oder wenn, dann gutartig.

Auf dem Weg zur Mammografie halte ich wieder innere Einkehr: Was ich alles täte, wie ich mich veränderte, mit was ich alles zufrieden wäre, wenn sich die mögliche Hiobsbotschaft nicht bewahrheiten würde.

Das Wartezimmer ist neu und schön, mit Flachbildschirm und Ledersofa. Man merkt gleich, dass hier nicht die kleinen Krankheiten zu Hause sind.

Wir drücken uns aneinander. Wir haben noch Hoffnung. Es kann noch alles gut werden.

Zeit ist plötzlich egal. Warten tröstlich.

Doch irgendwann wird man aufgerufen.

In dieser Liga ist kein Platz für Niedlichkeiten. Nach kurzer Untersuchung kommt die Bestätigung des Befundes der Hausärztin.

Ab jetzt gibt es nur noch Klartext: zwei Herde, der eine könnte alles sein, der zweite ist wahrscheinlich bösartig.

Der Boden bricht weg. Gespielter Mut, gespielte Härte, gespielte Tapferkeit.

Zurück ins Auto, vielleicht hat er Unrecht? Auch Ärzte irren sich. Was jetzt?

Was hat der Arzt überhaupt gesagt? Was ist zu tun? Wer kann helfen?

Man fühlt sich selber wie ein Tumor in der sich weiterdrehenden Welt um einen herum.

Nach Hause fahren, Geborgenheit. Keine Chance. Der Befund verfolgt uns.

Ich muss jetzt stark sein. Für uns beide. Aber es tut so weh.

Wie sehen die nächsten Schritte aus? Wer hatte es schon? Eine Freundin? Am besten gleich anrufen.