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In Sophies Leben gibt es nur einen Mann: ihren Berner Sennenhund Rudi! Die zwei sind ein eingeschworenes Team und viel auf Achse. Auf einem ihrer Ausflüge treffen sie auf drei Männer. Sophie wird engagiert, Timo seine Hundeangst zu nehmen. Sie treffen sich öfters und von Mal zu Mal wird Timos Angst vor Hunden weniger. Sie lernt Timos Kumpel kennen. Benjamin sitzt erst seit Kurzem wegen eines Unfalls im Rollstuhl. Unhöflich und mürrisch begegnet er seinen Mitmenschen. Doch Rudi knackt ihn recht schnell. So findet auch Sophie immer besseren Zugang zu ihm. Sogar zu einem Rehaaufenthalt kann sie Benjamin ermutigen. Die Wochen der Trennung werden ein Prüfstein für Sophie und auch für die gemeinsame Beziehung, denn eines Tages reißt Rudi ein tiefes Loch in ihr Leben.
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Seitenzahl: 75
Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhalt
Impressum 2
Kapitel 1 3
Kapitel 2 26
Nachwort 63
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
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© 2022 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99107-967-5
ISBN e-book: 978-3-99107-968-2
Lektorat: Mag. Angelika Mählich
Umschlagfoto: Mikel Martinez De Osaba, Wildlife World, Isselee, Pixattitude | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Kapitel 1
„Rudi, hiiieeer!“, rufe ich laut und deutlich.
Schon dreht er sich zu mir herum und kommt freudig hergerannt.
Erwartungsvoll schaut er mich mit seinen warmen braunen Augen an.
Zur Belohnung, dass er so toll gefolgt hat, bekommt er ein Leckerli von mir.
Anschließend darf er wieder laufen.
Rudi ist mein Berner Sennenhund.
Er ist vier Jahre alt und das Liebste, was ich mir vorstellen kann!
Ohne Rudi wäre mein Leben noch ärmer. Warum?
Ich bin achtundzwanzig Jahre alt, Single, habe so gut wie keine engen Freunde und mein liebster Begleiter ist mein Hund!
Er liebt mich einfach so, wie ich bin! Und dafür liebe ich ihn noch viel mehr!
Ich arbeite freiwillig in Teilzeit, damit mein Hund nicht so lange alleine zu Hause ist!
Das Highlight des Tages sind unsere ausgedehnten Spaziergänge im Wald.
Mittlerweile kenne ich jeden Weg und jede Abzweigung!
Doch leider gibt es hier im Nordschwarzwald nicht sehr viele kurze Strecken!
Viele ziehen sich endlos, ohne irgendeine Möglichkeit abzukürzen! Deshalb überlege ich vorher gut, wohin wir gehen.
Aber dafür kenne ich sehr schöne Wege!
Einige der Wege werden von kleinen Bächen begleitet. Das Wasser plätschert von Stein zu Stein das mitunter gurgelnde Geräusche macht.
Das ist es, was einige nicht verstehen können, dass ich die Gerüche, die Farben und Geräusche der Natur so liebe, und ich mich gerne im Freien aufhalte!
Viele treffen sich lieber mit Freunden im Kaffee oder abends in der Disco. Doch das ist nichts für mich! Zu viele Menschen und zu viel Lärm!
Tja, manche würden sagen, dass mit mir etwas nicht stimmt! Schlimm? Für mich nicht!
Denn mir geht es gut und mir fehlt nichts! Oder doch? Na ja, vielleicht ein, zwei Freunde zum Quatschen wäre nicht schlecht!
Wer weiß! Vielleicht kommt mir ja mal einer über den Weg gelaufen?
Ein Prinz auf einem weißen Pferd wird es wohl nicht sein! So verträumt und fern der Realität bin auch ich nicht!
„Rudi komm, wir gehen zum Bach!“, rufe ich meinem Hund zu.
Mit einer Geste zeige ich ihm, welchen Weg ich meine.
Wir sind so gut aufeinander eingespielt, dass er alleine an meiner Körperhaltung merkt, was los ist und wohin es geht!
Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich meinen Hund liebe?
Ich mache mir auch keine Sorgen, dass er jagen geht und einem Reh hinterherrennt. Dafür hört er zu gut und hat keinen Jagdtrieb, was mir die Hundeerziehung deutlich vereinfacht hat!
Heute ist es relativ warm für einen Nachmittag im Mai.
Deshalb gehen wir zu einem Bach, da kann Rudi sich abkühlen und etwas trinken!
Im Hochsommer wird die Hitze echt zum Problem!
Rudi ist kein Kurzhaarhund!
Sein Fell fühlt sich im Winter an wie bei einem kuscheligen Teddybären!
Im Sommer ist es etwas ausgedünnt, aber ihm ist dann immer noch sehr warm!
Er braucht ab und zu mal eine Bürste, um das alte Fell wegzubekommen, und im Sommer einen kühlen Platz zum Liegen!
Spaziergänge gehen dann nur frühmorgens oder spät am Abend!
Durch das schwarze dichte Fell könnte er sonst einen Hitzschlag bekommen! Und das will ich natürlich auf gar keinen Fall!
Ebenso die Hitze, die vom Boden abstrahlt, ist nicht zu unterschätzen!
Ich möchte im Hochsommer auch nicht barfuß über einen aufgeheizten Boden laufen!
Also mute ich das auch nicht meinem Hund zu!
Wir kommen dem Bach auf einem kleinen Trampelpfad immer näher.
Ich merke schon, wie es Rudi dahinzieht!
Er wird Durst haben, da er sich nur durch hecheln abkühlen kann!
Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch der Mund sehr trocken wird! Da hätte ich auch Durst!
Aber ganz so ungestört, wie ich dachte, sind wir nicht!
Männerstimmen dringen vom Bach aus in unsere Richtung!
Deshalb rufe ich Rudi zu mir und nehme ihn vorsorglich an die Leine!
Ich finde, das gehört sich so!
Man weiß nie, ob die Leute vor großen Hunden Angst haben.
Und Rudi ist ein Rüde mit einem Stockmaß von fast siebzig Zentimeter und einem Gewicht von fünfundfünfzig Kilogramm!
Er ist schon eine stattliche Erscheinung!
Deshalb rufe ich ihn immer zu mir, wenn jemand kommt.
Ich will keiner von den Hundebesitzern sein, die ihren Hund machen lassen, was er gerade will, weil sie nicht fähig sind, ihren Hund richtig zu erziehen!
Und von diesen Leuten gibt es leider genug!
Ich habe schon etliche Hund-Mensch-Begegnungen hinter mir, auf die ich ganz gerne verzichtet hätte!
Mein Hund „tut nichts“, er kommt aber trotzdem an die Leine!
Rudi setzt sich brav vor mich hin. Ich lobe ihn und nehme ihn problemlos an die Leine!
Dann gehen wir weiter zum Bach.
Wenn ich nicht bemerkt hätte, wie Rudi zum Wasser zieht, hätte ich jetzt die Abzweigung, eine sehr steile Abkürzung, zu einem anderen Weg genommen!
Na gut!
Noch ein paar Meter, dann seh’ ich ja, wie viele Personen da sind, und wo genau sie sich aufhalten!
Drei Männer stehen lachend und sich gegenseitig neckend an dem Uferbereich im Wasser, genau da, wo ich hinmuss!
Denn nur an dieser Stelle gibt es einen leichten Zugang zum Wasser! An anderen Stellen ist die Böschung viel zu steil!
Ich gehe einfach langsam näher und hoffe, dass sie mich bald bemerken!
Denn dann muss ich sie nicht ansprechen oder sie erschrecken sich nicht vor mir.
Aber so viel Glück ist mir heute nicht vergönnt!
Etwas unsicher, was ich in dem Moment tun soll, gehe ich langsam näher.
Rudi hat Durst und zieht mich die letzten drei Meter schnell zum Wasser.
Da endlich bemerken mich die Männer!
Zwei schauen freundlich überrascht, Einer bekommt ganz große Augen!
Ich hebe die Hand, um zu grüßen, und lächle dabei freundlich in ihre Richtung.
„Bin gleich wieder weg!“, sage ich so laut, dass sie mich gut verstehen können.
Einer der Männer kommt näher, Einer zieht sich sogar noch etwas weiter zurück.
„Wow, was für ein schöner Hund!“, sagt der eine, der nähergekommen ist, und lächelt mich dabei freundlich an.
„Kann man den streicheln?“, fragt er hoffnungsvoll und schaut mich dabei fragend an.
„Wenn du dich traust!“, gebe ich grinsend zur Antwort.
Mit starkem Herzklopfen schaue ich zu, wie er barfuß aus dem Wasser kommt und sich neben mich stellt.
„Hi, ich bin der Florian!“, stellt er sich vor und streckt mir seine Hand entgegen.
Ich ergreife sie und antworte freundlich: „Sophie!“
„Und wie heißt dein Hund?“, fragt er neugierig weiter.
„Das ist der Rudi!“, antworte ich immer noch verhalten grinsend.
Er grinst zurück und geht in die Hocke.
Rudi kommt näher und schnüffelt erst mal an Florian.
Dann traut er sich und streichelt vorsichtig meinen Hund.
Rudi setzt sich brav hin und vergewissert sich durch einen kurzen Blick bei mir, ob alles in Ordnung ist.
Florian ist hin und weg von Rudi.
Sein Kumpel kommt dazu.
„Na, Florian, hast du einen neuen Freund gefunden?“, sagt dieser fröhlich und haut ihm freundschaftlich auf die Schulter.
Florian zeigt ihm den Stinkefinger und krault Rudi unbeirrt weiter.
Das erheitert seinen Freund!
Er sieht breit grinsend zu mir und stellt sich vor.
„Hi, ich bin Daniel, Florian kennst du ja schon. Der Angsthase da drüben ist Timo!“
Er zwinkert mir dabei freundlich zu.
Ich lächle höflich zurück.
„Ich bin Sophie!“, stelle ich mich kurz und bündig vor.
Die Jungs sind irgendwie witzig!
Doch drei auf einmal sind mir fast schon zu viel!
Bleibt es bei einem netten Gespräch oder muss ich mich schnell aus dem Staub machen?
Ach, wer nicht wagt …
„Weißt du“, fängt Daniel an.
„Timo hat total Angst vor Hunden! Als Kind ist er mal gebissen worden!“, klärt er mich auf.
Meine Augen verengen sich bei dieser Aussage.
„Das tut mir leid für ihn! Aber Rudi tut keiner Seele was zuleide!“, sage ich ernst zurück.
„Machen wir eine Wette?“, fragt mich Daniel und der Schalk blitzt ihm dabei aus den Augen.
„Was stellst du dir denn vor?“, frage ich neugierig zurück.
Er grinst mich herausfordernd an.
Florian schaut skeptisch.
„Hey, Timo!“, ruft er laut. „Ich wette mit dir, dass du es nicht schaffst, dich eine Stunde lang in der Nähe dieses Hundes aufzuhalten!“
„Geht das für dich in Ordnung?“, flüstert er mir noch schnell zu.
Ich grinse und lasse ihn mit meiner Antwort kurze Zeit zappeln.
Nervös schaut er mich an und tritt dabei von einem Bein auf das andere.
„Warum nicht?“, erlöse ich ihn aus seinem Dilemma.
Erleichtert seufzt er auf.
„Was bekomme ich, wenn ich gewinne?“, ruft Timo zurück und kommt zögerlich näher.
„Die nächste Runde im Biergarten geht auf mich!“, erklärt Daniel mit zuckenden Mundwinkeln.
