VERPASST - Alexander Plytenberg - E-Book

VERPASST E-Book

Alexander Plytenberg

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Beschreibung

Manche Begegnungen verändern alles. Für Alex sind es zwei rehbraune Augen, die er jeden Morgen am Bahnsteig sieht. Nur ein Sekundenbruchteil war dieser Moment lang, doch seitdem ist er süchtig danach. Jeden Tag sucht er diese Augen in der Menge, ohne sich jemals zu trauen, näher heranzutreten. Doch heute ist alles anders. Ein unplanmäßiger Halt der Schwebebahn droht Alex' kostbarsten Augenblick zu zerstören. Seine Chance, "Rehauge" zu treffen, scheint verpasst. Oder bietet gerade dieses kleine Unglück die Gelegenheit für eine Begegnung, von der er nur geträumt hat? Verpasst ist eine herzerwärmende Kurzgeschichte über die Magie des ersten Augenblicks, die Unwägbarkeiten des Alltags und den Mut, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Verpasst

Anhang

Impressum

Landmarks

Inhaltsverzeichnis

Body Matter

Cover

Title Page

Appendix

Imprint

ALEXANDER PLYTENBERG

VERPASST

Verpasst

Ich könnte heulen! Ausgerechnet heute musste die blöde Schwebebahn hundert Meter vor der Haltestelle Döppersberg stehen bleiben und auf was weiß ich was warten. Meinen Zug werde ich nicht verpassen, denke ich. Die S8 nach Düsseldorf fährt um 07:21 Uhr am Hauptbahnhof Wuppertal ab, aber die S7 nach Remscheid wird schon abgefahren sein.

Seit ein paar Tagen freue ich mich auf die Wartezeit am Bahnhof – seit ich zum ersten Mal diese wunderschönen braunen Augen gesehen habe. Nur ein Sekundenbruchteil war dieser Moment lang, aber lang genug, um sich tief in mein Gedächtnis einzubrennen. Ein Sekundenbruchteil nur, aber doch so lang, dass ich süchtig geworden bin. Seitdem habe ich jeden Morgen diese Augen gesucht und auch gefunden, doch nur aus der Ferne, denn Mut fand ich nie.

Heute werde ich wohl zu spät kommen, spüre schon die ersten Entzugserscheinungen. Zu spät; verpasst; meine Welt bricht zusammen; ich falle – oder nein, das ist die Schwebebahn, die sich wieder in Bewegung setzt und langsam die Haltestelle anfährt. Die Türen öffnen sich in Zeitlupe. Ich fliege hinaus, stürme die Treppen hinunter, tanze um die scheinbar erstarrten Menschen und auf den Bahnhof zu. Die Treppe zum Bahnsteig – als würde ich ein Laufband hoch rennen. Die S-Bahn steht auf dem Gleis und das Ziel meiner Träume vor dem Süßigkeitenautomaten. Eine viertel Drehung, drei-vier schnelle Schritte, ein Sprung in die Bahn. Die Türen schließen sich. Knapp erreicht und knapp verpasst.

Mein Herz bleibt stehen. Heute muss ich auf meinen „Augenblick“ verzichten. Schwindel in meinem Kopf. Dann stehe ich vor dem Süßigkeitenautomaten, ausgehungert suche ich, schnüffle wie ein kleiner Hund, der Krümel sucht, die vom Tisch gefallen sind. Wenn ich schon auf den Anblick der Augen verzichten muss und auch darauf, aus ein paar Metern Entfernung unauffällig zu beobachten, zu bewundern, dann möchte ich wenigstens das sehen, was diese beiden rehbraunen Augen von vor wenigen Momenten sahen. Krümel vom Fußboden.

Was haben sie wohl angesehen, was ausgesucht?

---ENDE DER LESEPROBE---