Vielleicht grün - Konsul Landstreicher - E-Book

Vielleicht grün E-Book

Konsul Landstreicher

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Beschreibung

Neue Stadt. Neue Leute. Neues Ich? Vielleicht grün ist die Geschichte eines Menschen, der inmitten von Liebe, starken Meinungen und philosophischen Büchern, versucht seinen Weg zu finden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

1

Okay, also los. Ich habe mir vorgenommen aufzuschreiben, was mir in den letzten Monaten passiert ist, um es zum einen besser zu verstehen und um dann zu entscheiden, wie ich jetzt weiterleben will. Mein Schreibstil wird klar und schnörkellos sein, damit ich hoffentlich auch im Kopf klarer werde. Die Idee für dieses Projekt schwebt mir schon länger im Kopf herum. Es tut gut, jetzt mal wirklich anzufangen. Doch wo setze ich am besten an?

Wahrscheinlich mit der Frage, warum ich überhaupt hierhergezogen bin, in diese Stadt voller Verrückter. Übrigens sind vielleicht nicht alle verrückt, sondern nur die um mich herum. Und auch die sind eher „ver“-rückt“ von der Norm als „verrückt“ wie geistesgestört (und das finde ich ja eigentlich sehr sympathisch).

Der Grund oder die Gründe, denn nichts hat nur einen Grund, oder besser: alles hat einen Komplex aus Gründen, sind natürlich in meiner Vergangenheit zu suchen. Ich sollte also kurz etwas zu meiner Vorgeschichte erzählen, bevor ich mich meinem letzten Lebensabschnitt widme.

Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt – kaum größer als ein Dorf – namens Bad Nüssen. Ich hatte eine eher ruhige und glückliche Kindheit. Meine Eltern lebten zusammen und ich hatte eigentlich immer Freunde. Selbstverständlich war nicht alles immer toll, mein Vater schien mir oft zu streng und ich stritt mich mit meinen Freunden oder Eltern. Heute sehe ich diese Dinge nicht mehr so dramatisch, aber damals bedeutete jeder Streit und jede empfundene Ungerechtigkeit für mich die Welt. Glücklich war meine Kindheit also mehr im Vergleich zu den Kindheiten anderer, welche getrennte Eltern hatten, arm waren oder ständig gemobbt wurden.

Mein größtes Leid war, dass es so ruhig in meiner Kleinstadt war und es so wenig unterschiedliche Menschen gab. Die lokale Kultur wurde beherrscht von Fußball und Kneipen. Daher verließ ich nach der Schule den Ort meiner Kindheit und zog – ganz pragmatisch – nach Dernfeld, die nächstgrößere Stadt, und fing dort an zu studieren. Ich wollte wohl nicht zu weit von meinen Eltern entfernt wohnen, um sie schnell besuchen zu können, was ich allerdings in den ersten paar Monaten kaum tat.

Meine Fächer waren Soziologie und Philosophie, doch beides packte mich nicht so richtig. Ich fand die meisten Themen irgendwie interessant, von Tierethik bis zur Kritischen Theorie, aber keines schaffte es, meine Leidenschaft zu wecken. Dadurch einigermaßen enttäuscht – ich bin mir nicht sicher, was ich mir erhofft hatte – hörte ich nach 3 Semestern wieder auf zu studieren. Das ist jetzt ein Jahr her.

Mit der Zeit drehten mir meine Eltern den Geldhahn zu und so fing ich an, erst als Küchenhilfe und dann als Kellner zu arbeiten. Aber ich merkte schnell, dass ich das nicht lange machen wollte. Es erfüllte mich nicht und wenn ich spät abends nach Hause kam, konnte ich höchstens Serien gucken und kiffen. Zu lesen oder mich irgendeiner anderen anspruchsvollen, geistigen oder gar kreativen Tätigkeit zu widmen, schaffte ich nur sehr selten. Es schien mir, als wäre mein Studium zu intellektuell und das Jobben zu anspruchslos, vielleicht auch zu praxisorientiert für mich.

Hinzu kam, dass ich unzufrieden mit mir war, weil ich eigentlich weniger kiffen wollte, da es mir Geld und Konzentration raubte. Doch das bekam ich glücklicherweise schließlich in den Griff und mittlerweile kiffe ich so gut wie gar nicht mehr. Gleichzeitig hörte ich auf, im Restaurant zu arbeiten. Ich lebte jetzt von meinem Rest Gespartem und von nicht versteuerten Gelegenheitsjobs, vor allem Garten- und Umzugsarbeiten. Meine restliche Zeit verbrachte ich hauptsächlich mit Lesen, im Internet und mit langen Spaziergängen.

Ich wusste jetzt immer noch nicht, was ich machen wollte mit meinem Leben, aber konnte immerhin ein paar Sachen ausschließen. Oberflächlich betrachtet war ich damals in einer ähnlichen Situation wie jetzt, nur dass ich damals viel über meine Zukunft nachgrübelte und das jetzt durch das Schreiben hoffentlich systematischer angehe und mich gedanklich nicht so viel im Kreis drehe. Außerdem war ich damals eher unfreiwillig und bin jetzt freiwillig allein. Ich hatte zwar zwei Mitbewohner, doch einer war ständig bei seiner Freundin und der andere machte eine Ausbildung und war dementsprechend nur selten da.

An einem Tag im letzten Februar, als ich nach längerem Spaziergang, welcher mich zwar erfrischte, mir aber keinen neuen Gedanken, keine neue Perspektive auf mein Problem brachte, sah ich, dass Jan, mein ehemaliger Schulfreund, mir geschrieben hatte. Dieser war erst im vorletzten Schuljahr auf meine Schule gewechselt, doch wir hatten uns schnell gut verstanden. Er war ein offener Typ, der viel redete und ich ein netter, der gern zuhörte. Sein Vater ließ seine Mutter sitzen, kurz bevor Jan in die Schule kam, und setzte sich nach Kanada ab. Er erzählte mir, dass seine Mutter danach immer wieder kurze Affären hatte, welche sie versuchte, als Vaterfigur einzuspannen, da es ihr selbst an Durchsetzungsfähigkeit mangelte. Er betonte öfters, wie es ihn „nen Feuchten interessiere, was diese Penner von ihm wollen“. Jedenfalls musste er die Schule wechseln, weil er mehreren Lehrern nicht nur ständig widersprach, sondern auch behauptete, sie wären völlige Idioten und hätten keine Ahnung von ihren Fächern. Er selbst las ziemlich viel und hatte sich schon früh ein breites Wissensspektrum verschafft. Außerdem, ich muss es zugeben, war er ein Stück weit begabter als ich, konnte sich Dinge schneller aneignen und besser einordnen, wahrscheinlich auch weil er sich nicht von Autoritäten blenden ließ und es trainierte, eigenständig zu denken. Mit ihm hatte ich auch meine ersten richtigen Diskussionen über politische und philosophische Fragen und er hat auf jeden Fall meine Begeisterung für solche Themen, wenn nicht geweckt, dann doch zumindest immens verstärkt.

Studieren wollte er aber – das wusste er im Gegensatz zu mir sehr genau – Musik, und zwar an einer Uni in Megas, da diese das beste Angebot für ihn hatte. Dafür brauchte er natürlich Abitur und konnte es sich daher nicht mit allen Lehrern verscherzen, aber immerhin gab es keinen NC. Sein erstes Instrument war Geige, seit ein paar Jahren spielte er aber auch leidenschaftlich Bassklarinette.

Jetzt schrieb er mir, ob ich nicht zu ihm in die WG nach Megas ziehen wollte, wo ein Zimmer frei wurde. Später erfuhr ich jedoch, dass besagtes Zimmer schon seit längerem leer stand.

Ich brauchte zwar ein paar Tage, um mich endgültig festzulegen, war aber sehr froh über diese neue Möglichkeit, welche einen Perspektivwechsel versprach und mir vor allem die ungleich schwerere Entscheidung abnahm, was ich längerfristig machen wollte.

Ich denke solche Lebensentscheidungen kann man gar nicht treffen, wenn man nicht schon viel ausprobiert hat. Insofern war es wohl doch keine so schlechte Entscheidung hierhinzuziehen. Man kann zudem Entscheidungen nicht nur am Ergebnis messen, dafür spielt der Zufall eine zu große Rolle.

Allmählich fing ich an, mich auf die neue Umgebung zu freuen. Es wohnt wohl nicht nur jedem Anfang ein Zauber inne, sondern auch einigen Enden. Man könnte auch behaupten, das wäre schon die Freude des Beginnens, aber für mich war die Vorfreude grundlegend anders als das Gefühl in meinem neuen Umfeld. Ich wünschte ich könnte meine gegenwärtige Lage, als Anfang sehen, aber ich sehe nur das Ende von etwas. Doch der Reihe nach.

Ich schmiedete Pläne, was ich alles machen könnte in Megas: Feiern auf Partys, die genau meinem Geschmack entsprachen, Hockey ausprobieren, Ultimate Frisbee ausprobieren, ich könnte mich auch wieder an einer Uni einschreiben, vielleicht diesmal mit einem Angebot, das mir wirklich gefiel; es gab bestimmt viel mehr verschiedene und interessantere Frauen…

Am meisten jedoch stellte ich mir Diskussionen mit Jan vor. Diskussionen, in denen ich kleine schlaue Ideen einbrachte. Jan hatte in unseren zwei gemeinsamen Jahren einen sehr starken Eindruck auf mich gemacht. So stark, dass das Bild, welches ich von ihm hatte, in mein Bewusstsein getreten ist als eine Art Beobachter, der immer wieder vor meinem geistigen Auge auftauchte. Vor dieser Instanz musste ich mich rechtfertigen und durch sie bekam ich gute Laune, wenn ich wusste, was ich gerade tat, würde ihm gefallen. Sogar wenn ich nur daran dachte, was ich meinem Chef Schlagfertiges ins Gesicht schleudern konnte, gab es mir einen kleinen Schub, wenn ich wusste, er würde es lustig finden.

Eineinhalb Monate später zog ich also in diese Stadt. Inzwischen wohne ich weniger zentral, damit ich mir eine kleine Wohnung allein leisten kann. Hier sitze ich jetzt und schreibe. In einer Ecke liegt meine Matratze, gegenüber steht der Schreibtisch. Und dem einzigen Fenster gegenüber, steht ein kleines Sofa, welches allerdings zu kurz für mich ist, wenn ich meine Füße ausstrecken will. Sonst habe ich hier nur meinen Laptop und ein paar Bücher und Notizen.

Mein Zimmer ist so karg eingerichtet, weil ich nicht viel mitnahm in die WG, da der Vormieter mir einiges daließ, ich aber wiederum bei meinem Auszug aus der WG fast nichts in die neue Wohnung mitnehmen wollte.

Hier wohne ich mittlerweile schon ein paar Wochen – seit ich es nicht mehr ausgehalten hab mit den anderen. Ich musste allein sein. Es war so viel passiert, was ich nicht oder nur schlecht verarbeiten oder einordnen konnte, sodass ich Angst hatte, mir selbst verloren zu gehen. Also meine Weltsicht zu verlieren, meine Perspektive, meine Ordnung. Wobei diese wohl ständig gestört wird und sich verändern muss, aber jetzt fällt mir diese Veränderung unglaublich schwer, weil die Störung so grundlegend ist. Und dadurch, dass mir diese Ordnung fehlt, weiß ich nicht, was ich will.

Das heißt, ich will erstmal verstehen und dabei hilft es mir, wenn ich nicht zu viele ablenkende Eindrücke in meinem Zimmer habe.

Nichtsdestotrotz ist diese Umgebung, in der ich schreibe, nicht neutral und sie wird sich auf meine Erinnerungen und Überlegungen auswirken. Würde ich am Meer unter freiem Himmel sitzen, würde ich vielleicht ein langes Gedicht schreiben, so schreibe ich Prosa.

Nebenbei bemerkt, weiß ich nicht so recht, wen ich in diesem Text ansprechen soll. Veröffentlicht wird er ja höchstwahrscheinlich nicht, doch es hilft mir, anzunehmen, ich schriebe für einen (meine Eitelkeit stellt sich vor für viele) Leser. Vielleicht kann diese potenzielle Leserschaft es mir verzeihen, wenn es bestenfalls sekundär darum geht, ihr etwas zu erzählen. Ich werde mich aber bemühen, nichts Relevantes wegzulassen, um schon für mich einen guten Überblick zu schaffen.

2

Aber ich habe das Gefühl, mich in Nebensächlichkeiten zu verlieren, während ich eigentlich erstmal schreiben sollte, was überhaupt geschehen ist. Mein Unbewusstes will scheinbar gewisse Gefühle und Szenen für sich behalten.

Nach 6-stündiger Busfahrt erreichte ich also Jans Wohnung. An Gepäck hatte ich bloß einen großen Reiserucksack und zwei große Stoffbeutel, den Rest meiner Sachen, die ich behielt, lagerte ich bei meinen Eltern ein.

Das erste, was mir schon durch die Busfenster auffiel, waren die großen, vielspurigen Straßen und die hohen Häuserreihen daneben. Klar, es war dunkel, als ich ankam, aber ich war trotzdem etwas enttäuscht. Ich hatte mir die Stadt scheinender, lebendiger und irgendwie einheitlicher vorgestellt. Wahrscheinlich sieht man in seinen Fantasien immer nur wenige Seiten, welche für einen dann zur Essenz des Vorgestellten werden, auch wenn vielleicht gerade diese Seiten am wenigsten in der wirklichen Welt vorhanden sind.

Als ich losgefahren bin, war ich noch ziemlich aufgeregt, doch durch das lange Sitzen und Warten war ich erschöpft geworden. Nachdem ich meine Sachen in die S-Bahn und von der Haltestelle aus zur Wohnung geschleppt hatte, war es 10 Uhr abends und ich hätte mich am liebsten gleich hingelegt.

Auf dem Weg nach oben, die Haustür war nur angelehnt, hörte ich dumpf Musik und Leute, die hitzig diskutierten. Erst stieg mir der Geruch einer dicken Sauce mit Masala in die Nase, bevor er von Zigarettenrauch abgelöst wurde, welcher offenbar aus einer der Wohnungen kam. Das Treppenhaus war karg, ohne Pflanzen oder Dekorationen, nur Steinstufen und ein metallenes Geländer. Als ich ganz oben, im 5. Stock ankam, merkte ich zu meinem Missfallen, dass die lauten Stimmen und die Musik aus meiner neuen Wohnung kamen. Doch ich war zu müde, um mich wirklich darüber zu ärgern.

Ich klingelte, hörte Schritte und es wurde geöffnet. Als die Öffnerin mich lächelnd begrüßte, erkannte ich in ihr eine meiner neuen Mitbewohnerinnen. Ich hatte einen Teil der WG per Videochat kennengelernt. Mia war damals allerdings sehr erschöpft und wortkarg gewesen. Jetzt wirkte sie hingegen leicht aufgedreht, wahrscheinlich vom Alkohol und der Diskussion, welche ich im Hintergrund hörte. Trotz meiner Müdigkeit weckte sie sofort meine Sympathie. Sie schien etwas zu haben, dass mir fehlte. Etwas, was ich erst in den letzten Wochen der Vorfreude zum Teil wiedererlangt hatte – eine Art Leidenschaft für das Leben.

Obwohl ich wusste, dass die Party sie so erregt haben musste, brachte ich die Gespanntheit in ihrem Blick mit mir in Verbindung. Gleichzeitig hatte ich Bedenken, aufgrund meiner Müdigkeit etwas Peinliches zu sagen. Aber sie nahm die Konversation in die Hand, meinte ich solle erstmal meine Sachen ablegen, wobei sie auf mein Zimmer wies, und dann zu den anderen kommen. Als ich nach dem Gesichtwaschen auf den Flur trat, kam mir Jan entgegen. Er hatte jetzt Bartstoppeln und den Ansatz eines Schnäuzers, sein dunkles Haar war kurz geschnitten.

Sein Blick war wach und ich hatte das Gefühl ein Mischwesen aus Adler und Kaninchen würde mich anschauen. Härte gepaart mit Verletzlichkeit – oder war es vielleicht Leid?

Jetzt schien er jedenfalls aufrichtig erfreut, mich zu sehen, und umarmte mich, sodass ich spürte, wie sein Kopf Wärme ausstrahlte.

„Da bist du ja! Wir reden gerade über die Effektivität von politischen, also ganz allgemein von der Auswirkung von Verhaltensweisen auf die Politik und Heinzberg, dieser Idiot, meint, dass alle Probleme gelöst werden könnten, solange nur jeder darauf achtet, dass es ihm und seinen Liebsten gut geht.“

Heinzberg hatte das gehört, da wir vor der offenen Wohnzimmertür standen und wollte das so nicht stehenlassen:

„Was redest du da?! Ich sage doch nur, wenn sich alle um ihre Nachbarn oder ihre Straße kümmern würden, dann …“

„Das ist aber etwas anderes! Hehe! Das ist etwas anderes!“, rief ein kleiner Mann mit Vollbart vergnügt dazwischen.

So ungefähr lief die Diskussion ab. In dem eher kleinen Wohnzimmer standen und saßen, auf abgesessene Sofas verteilt, 10 oder 12 junge Männer und Frauen. Bis auf eine vielleicht 40-jährige waren alle etwa Mitte 20. Zwischen ihnen standen zwei kleine Tische, vollgestellt mit Getränken, Aschenbechern und halbleeren Snacktüten. Die hier und da glühenden Joints und Zigaretten sorgten dafür, dass es trotz weit geöffnetem Fenster stickig blieb.

Nicht alle beteiligten sich an der lauten Diskussion, manche redeten auch gedämpft über etwas anderes. Jan reichte mir ein Weizen und verwies mich auf Joshua, meinen zweiten Mitbewohner – meine zweite Mitbewohnerin fehlte wie schon beim Videochat. Anschließend schaltete sich Jan wieder in die Diskussion ein:

„Die Leute müssen erstmal lernen, sich selbst zu beschäftigen und mit sich klarzukommen, bevor du sie auf andere loslassen kannst. Jeder hat doch seine eigenen Konflikte und wenn er die nicht geregelt bekommt oder sie sich nicht wenigstens bewusst macht, trägt er sie halt nach außen.“

Mia, die auf einem Barhocker saß, mit einem Pokal-Glas in der Hand, erwiderte sofort: