Vogelgezwitscher aus dem Garten am Wald - Irma Köhler-Eickhoff - E-Book
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Vogelgezwitscher aus dem Garten am Wald E-Book

Irma Köhler-Eickhoff

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Beschreibung

Dieses Refugium, diesen „Garten am Wald“ gab es wirklich. Rund zwei Jahrzehnte lebten die Autorin und ihr Mann in einem solchen selbstgeschaffenen Paradies in Alt Meteln in der Nähe von Schwerin. Dort erlebten sie das Glück, der Natur nahe zu sein und mehr und mehr mit den Tieren vertraut zu werden. Sie staunten über ihre Vielfalt, beobachteten die Amseln, die ihre Kräfte beim Zusammentragen des Nistmaterials fast überschätzt hatten und litten später mit ihnen, als ihr Nest ausgeraubt wurde. Sie brachten eine kleine Blaumeise fast zur Verzweiflung, weil sie ihre „Hilferufe“ lange nicht deuten konnten, hielten mit dem Rotkehlchen die Luft an, als es beobachtete, wie sich eine Ringelnatter einen Frosch aus dem Teich holte. So konnten sie nach einiger Zeit verstehen, was ihnen die Vögel zu erzählen hatten, wie zum Beispiel eine kleine Schwalbe, die das Fliegen gar nicht genug loben kann: Hier meldet sich die Schwalbe. Ich will versuchen, euch alles der Reihe nach zu erzählen: Gestern am frühen Morgen kam wie immer die große Schwalbenfamilie, um meine Geschwister und mich zu füttern. Als wir alle satt waren, flogen die erwachsenen Schwalben zum nächsten Nest, wir aber schlummerten wieder ein. Plötzlich wurde ich von lautem Gezwitscher geweckt. Meine Geschwister waren bereits wach und flatterten aufgeregt in unserem Nest herum. Auch unsere Mutter schien nervös zu sein. Jetzt hörte ich die Stimmen der großen Schwalbenfamilie. Sie kamen diesmal bis kurz vor unser Nest geflogen, drehten aber wieder ab, um gleich darauf zurückzukommen. Dabei riefen sie alle wild durcheinander: „Kommt mit, kommt mit, bewegt eure Flügel, es ist Zeit für euch, das Fliegen zu lernen.“ Meine Geschwister gaben aufgeregtes Gepiepe zurück, ich drückte mich ganz tief in unser warmes Nest. Erneut kamen die Verwandten und lockten: „Traut euch, nur Mut, das Fliegen ist gar nicht schwer“ und flogen wieder davon. Ich konnte nur staunen, das Mutigste meiner Geschwister kletterte auf den Nestrand, flatterte mit den Flügeln und segelte durch die Luft davon, so elegant, als hätte es noch nie etwas anderes getan. Schon kamen die lockenden Stimmen zum Nest zurück und bald waren meine Geschwister alle mutig mit ihnen davon geflogen. Nur ich saß noch im Nest, machte mich immer kleiner und hoffte, sie würden mich nicht sehen. Aber die Erwachsenen ließen sich nicht täuschen, kamen immer wieder zum Nest und lockten mich: „Hast du gesehen, wie gut deine Geschwister fliegen können? Das kannst du auch.“

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Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhaltsverzeichnis

Impressum

Ein Sonntagmorgen der Erinnerungen und Entschlüsse

Über den Schnabel geschaut

Ein Rotkehlchen erzählt

Auf Beutezug

Ein Rotkehlchen erzählt

Die Meisenkinder sind flügge

Ein Rotkehlchen erzählt

Immer mehr Besuch am Futterhäuschen

Ein Rotkehlchen erzählt

Gefahr am Gartenteich

Ein Rotkehlchen erzählt

Mittsommer

Fliegen ist so schön!

Eine kleine Schwalbe erzählt

Der Schmetterlingskasten

Eine kleine Blaumeise erzählt

Die Tiere im und am Teich

Gesang am Morgen und am Abend

Eine Singdrossel erzählt

Schreck in der Morgenstunde

Ein Zaunkönig erzählt

Frühlingsgefühle

Ein Rotkehlchen erzählt

Nestbau

Ein Rotkehlchen erzählt

Abschied

Dank

Bildnachweis

Irma Köhler-Eickhoff

Impressum

Irma Köhler-Eickhoff

Vogelgezwitscher aus dem Garten am Wald

ISBN 978-3-95655-846-7 (E-Book)

ISBN 978-3-95655-845-0 (Buch)

Umschlaggestaltung: Ernst Franta

© 2017 EDITION digital® Pekrul & Sohn GbR Godern Alte Dorfstraße 2 b 19065 Pinnow Tel.: 03860 505788 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.edition-digital.de

Viele Menschen versäumen das kleine Glück,

während sie auf das große vergebens warten.

Pearl S. Buck

Ein Sonntagmorgen der Erinnerungen und Entschlüsse

Es ist Sonntagmorgen. Die Sonne lockt mich gleich nach dem Aufstehen in den Garten. Langsam gehe ich über den noch feuchten Rasen, schaue über die Blumenbeete, bewundere wie so oft die Tautropfen auf den Blättern des Frauenmantels. Ich lasse meinen Blick über die Rosen an der Hauswand schweifen und sehe die erste große Knospe. Noch ist sie geschlossen. Doch der feine rote Rand der gelben Blütenblätter zeigt sich bereits verheißungsvoll. Im Laufe des Tages wird sich diese Knospe zu einer großen Blüte öffnen. Ich setze mich an den Teich, genieße die sonntägliche Ruhe und lausche dem facettenreichen Gesang des Amselmännchens, das ein Duett mit einem Artgenossen im Wald angestimmt hat. Dabei wandern meine Gedanken zurück in unsere erste Zeit auf diesem Grundstück.

Als wir den Bauplatz hier am Wald kauften, war die gesamte Fläche des Eckgrundstückes bereits von Baufahrzeugen festgefahren. Beide direkten Nachbarn hatten das noch freie Grundstück als Lagerplatz für ihr Baumaterial genutzt. Während unserer Bauphase taten wir es ihnen gleich. Weder wir noch die Handwerker achteten darauf, ob sich Vögel oder andere Tiere dort aufhielten und von uns gestört oder gar vertrieben wurden.

Einige Tage vor Weihnachten war es endlich so weit, wir bezogen unser neues Heim. Den Winter nutzten wir, um einen Gartenplan zu erstellen. Nach einigen Diskussionen beschlossen wir aber, nach dem Ausheben eines Teiches zunächst die übrige Gartenfläche mit Gründüngung zu versorgen, damit der Boden sich von den Strapazen der Bauphase erholen konnte. Doch bevor wir im späten Frühjahr damit beginnen konnten, wurden wir von den Schwalben überrascht. Dort, wo später der Einstellplatz für unsere Autos gepflastert werden sollte, bildete sich nach einem heftigen Regenguss eine große Lehmpfütze. Die Schwalben, die gerade aus dem Süden zurückgekehrt waren, nutzten die Gelegenheit und bauten aus Stroh, Gräsern und dem nassen Lehm neue Nester unter dem Dachüberstand an der Südseite unseres Hauses. Die ganze Schwalbenkolonie arbeitete einige Tage ohne Pause. Erst als sie den feuchten Lehm vollständig verarbeitet hatten, beendeten sie ihr Werk. Um die Schwalben bei ihrer Arbeit nicht zu stören, hatten wir uns an diesen Tagen nicht in den Garten gewagt. Jetzt waren wir gespannt. Neugierig schauten wir nun unter unseren Dachüberstand und zählten zweiundzwanzig Nester!

Jetzt wurde es aber Zeit, die Gründüngung in die Erde zu bringen. Wir hatten uns für Lupinen entschieden. Für jeweils fünf Samenkörner mussten kleine Löcher in den Boden gehackt werden. Es wurde eine beschwerliche, schweißtreibende Angelegenheit, denn der Boden war ziemlich trocken und hart geworden. Aber nach einigen Tagen anstrengender Arbeit waren rund um den Teich die Lupinen in der Erde. Schon folgte die nächste Überraschung. Als wir morgens aus dem Fenster sahen, erblickten wir Dutzende Grünlinge, die über unser holpriges Gartenland schritten und einen Lupinensamen nach dem anderen aus der Erde pickten. Damit nicht genug, scheinbar sprach sich der so reichlich gedeckte Tisch bei den Vögeln herum, denn einen Tag später kamen sehr, sehr viele Birkenhänflinge und Erlenzeisige dazu und ließen es sich ebenfalls schmecken. Zwiespältig beobachteten wir vom Haus aus die „Herde“ der Vögel. Einerseits freuten wir uns, dass die Vögel den Weg zu uns gefunden hatten, andererseits befürchteten wir, dass die Lupinen, die in der Erde verblieben, nicht mehr ausreichen würden, um den Boden zu verbessern. Doch wir entschieden uns für die Vögel und ließen sie picken, bis sie genug hatten und von alleine wegblieben. Die Bodenverbesserung fiel dadurch nicht so üppig aus wie geplant, war aber noch ausreichend genug, damit im Folgejahr die Gartenbepflanzung gut anwuchs.