Vom Fohlen zur Remonte - Michael Leutner - E-Book

Vom Fohlen zur Remonte E-Book

Michael Leutner

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Beschreibung

Mit Pferden zu arbeiten ist ein Geschenk des Himmels. Sie begleiten uns Menschen schon fast seit Urzeiten. Aus jahrzehntelanger Erfahrung ist ein Ratgeber entstanden, in dem die Arbeit in der Pferdeschule, im Speziellen die Pädagogik des Jungpferdes vorgestellt wird. Zu den Grundlagen der Ausbildung zählt die Kunst der Wiederholung ebenso wie die der Pause. Denn in der Regelmäßigkeit liegt das Geheimnis des krönenden Erfolges. Und wenn das Fohleneinmaleins trainiert wird, darf auch die Geschichte von "Zottel" nicht fehlen, der eigentlich auf den stolzen spanischen Namen Apuesto hört: Beispielhaft steht Michael Leutners eigenes Pferd für die einzigartige Arbeitsmethode seines Reiters.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 86

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Impressum 2

Danke 3

Einleitung 4

1 Grundlagen für die Arbeit mit dem Pferd 9

2 Die Wahl des Begleiters 17

3Haltung29

4 Die Geschichte von Apuesto, genannt Zottel 31

5 Führung 33

6 Beginn der Arbeit 64

7 Der Erstberitt 70

8 Wiederholung, eine Form des Beginns. Die Übertragbarkeit 82

9 „Und was sonst noch …“ 91

10 Ausblick 98

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2021 novum publishing

ISBN Printausgabe: 978-3-99107-198-3

ISBN e-book: 978-3-99107-199-0

Lektorat: Dr. Annette Debold

Umschlagfotos: Michael Leutner, Galina Yakimova | Dreamstime.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

Innenabbildungen: Michael Leutner

www.novumverlag.com

Danke

Mit Pferden zu arbeiten ist ein Geschenk des Himmels.

Danke an die vielen, die ich begleiten durfte, danke aber vor allem an jene, die mich unterstützen, insbesondere in diesen Zeiten und denen der Krebserkrankung!

Katharina, Andreas, Christian und Andrea! Ich danke für die fortwährende Unterstützung!

PIOH Frechen, danke für die Geduld und Aufopferung für alle Patienten, vor allem in dieser Zeit von Corona!

Der Steigbügel GbR für die Unterstützung über die Jahre und das entgegengebrachte Vertrauen.

Von den Schülern seien nur exemplarisch Beate T., Andrea G. und die St. Augustiner, Gerda, Gabi und Gesche.

Der Illustratorin dieses Bandes!

Danke insbesondere an all die großen und kleinen Seelen, die ich begleiten durfte: die Pferde, Willow vor allen anderen.

Danke.

Einleitung

Arbeits- und Lesebuch zu den Online-Kursen von Michael Leutners Pferdeschule

Orientiert an der Ausbildung eines Jungpferdes bauen wir den jeweiligen Unterricht auf. Die hier enthaltenen Hinweise sind die Darstellung dessen, was in den Unterrichtstunden immer wieder auftreten kann. Wobei die Visualisierung der jeweiligen Problematik hervorgehoben werden soll. Erfahrungsgemäß muss jeweils mit Einheiten der Grundausbildung auf die Tagesprobleme reagiert werden.

Wiederholungen sind beabsichtigt. Und gehören sowohl in diesem Heft als auch in der Praxis zum täglichen Ablauf.

Es ist im Sinne eines Arbeitsbuches gedacht, auch mit der ausdrücklichen Bitte um Rückmeldungen. Im Mittelpunkt stehen die Bilder und Zeichnungen. Bitte diese ausschließlich via Mail an die [email protected].

Am Beispiel von Apuesto, genannt Zottel, will ich die Arbeit mit und am Pferd vorstellen, beziehungsweise beschreiben. Natürlich finden sich auch allgemeine Informationen und Aussagen zum Pferd und dem Umgang mit diesem.

Enttäuschung und Freude mit dem Jungpferd

Pädagogik des jungen Pferdes

Aus der Erfahrung von mehr als 30 Jahren Arbeit mit dem Pferd und dem Reiter hat sich diese Schrift ergeben, die sich in die jeweiligen Sonderbereiche erweitern soll.

Wie soll der Beginn eines solchen Sach- und Lesebuchs sein? In einem so komplexen und weitreichenden Bereich wie der Welt der Pferde.

Pferde begleiten den Menschen schon fast seit Urzeiten und haben sich in das Leben und in die Wahrnehmung der Geschichte des Menschen nahtlos eingefügt. Trotzdem suchen wir immer wieder nach einem Weg, mit diesem kraftvoll stolzen Wesen in Kontakt zu treten und mit ihm unseren Alltag, aber auch unsere Krisen zu bewältigen. Das Pferd ist deshalb auch ein Pädagoge, Helfer, Arbeiter und Tröster. Begegnen wir diesem schönen, freien und imposanten Wesen mit dem nötigen Respekt und gehen wir auf die Bedürfnisse desselben ein, so gewinnen wir einen Lebensbegleiter! Trotzdem ist es in manchen Zusammenhängen so, dass die ungeheure Kraft und die unbändige Lebendigkeit eines Pferdes uns nicht nur Respekt, sondern auch Angst einflößen. Mit diesem Widerspruch muss der Reiter/Betreuer des Pferdes umzugehen lernen. Dies gilt für das junge Pferd als auch für das erfahrene „alte“ Pferd.

Für die Arbeit oder den Umgang mit dem Pferd hat sich aus meiner Erfahrung ergeben, dass es an den Grundlagen der Ausbildung liegt, ob ein Pferd teamfähig oder auf immer ein kaum zu bändigendes Sondersportgerät wird, das eine stets latente Gefahr darstellt. Daher beginnt diese kleine Serie mit der Ausbildung des jungen Pferdes. Hier legen wir den Grundstein für eine Beziehung, die vielleicht sogar 30 Jahre andauern soll, also länger als die meisten Ehen oder Beziehungen der Menschen.

Und hier liegt die Gefahr verborgen, die vielen Ausbildern nicht immer bewusst ist: Das Pferd bleibt ein Fluchttier, das mit dem Raubtier zusammenarbeiten soll, und kann nicht „vermenschlicht“ werden. Wir müssen hier einen respektvollen Umgang miteinander lernen und üben. Dabei geht es nicht darum, das Pferd zu brechen, sondern es mit Wissen und Gefühl zur Zusammenarbeit mit dem Menschen zu erziehen und auszubilden.

Ein gebrochener Wille wird immer zum kritischen Zeitpunkt zu Missverständnissen oder gar zu Unfällen führen! Das gegenseitige Vertrauen fehlt.

Natürlich beschreibe ich in diesem Zusammenhang einen idealen Fall und weiß, dass es im täglichen Leben sicherlich nicht immer diese optimalen Voraussetzungen gibt. Hier muss dann ein Kompromiss gesucht werden; diesen Weg zu beschreiten ist dann die Aufgabe des Begleiters, Mediators oder Ausbilders, der das Projekt einer Grundausbildung des Pferdes immer begleiten sollte.

Um die vielen Anforderungen erfüllen zu können, muss das Pferd ausgesucht, gefunden und dann auf seine Aufgabe vorbereitet werden. Von dieser Aufgabe will ich hier auszugsweise berichten und Gedankenanstöße geben.

Wie bei den Menschen finden wir bei den Pferden begabte und unbegabte, der eine sieht eine Aufgabe, setzt sich kurz damit auseinander und ist von da an ein Spezialist auf seinem Gebiet, und dann gibt es den, der mühsam für jeden Bereich ausgebildet werden muss. Daher ist bei der Arbeit mit dem Pferd der Faktor Zeit ein wesentlicher, dieser sollte großzügig bemessen sein und ist eine riesige Herausforderung im Rahmen unserer heutigen stark durchgetakteten Zeit und Lebensabläufe.

Für den Menschen, der den Weg zum Pferd gesucht und gefunden hat, ist der Umgang mit dem Tier von essenzieller Bedeutung, denn das Pferd wird zum Kameraden und Freund, mit dem er alle Geheimnisse und Sorgen teilt. Es der Spiegel der Seele, aber die Seele des Menschen kann das Pferd nicht ersetzen.

Es gilt, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, die sich naturgemäß am gemeinsamen kleinsten Nenner orientieren muss, der Sprache der Pferde. Die Sprache der Pferde ist orientiert an der Körperhaltung, dem Impetus der Körperspannung und dem Gemüt, das von dem jeweiligen Tier ausgeht.

Diese Sprache muss der Mensch zunächst lernen wahrzunehmen, dann zu verstehen und schlussendlich dann auch anzuwenden. Das fällt dem Menschen sehr schwer, der gewohnt ist sich über Worte, Sprache und nur geringe Gestik auszudrücken, der dann auch noch gewohnt ist einen Teil seiner Stimmung, Meinung und Gefühle der Kommunikation zu enthalten. Ganz anders das Pferd, das seine Meinungen, seine Gefühle und seine Ängste immer offen vor sich herträgt und nur in ganz geringem Masse Selbstbeherrschung ausüben kann.

Genauso wie der Mensch ist das jeweilige Pferd das Ergebnis seiner Geschichte, und diese beginnt mit seiner Domestizierung; diese Anlagen sind die Grundlage unserer Arbeit, und dann haben wir die Geschichte jedes einzelnen Lebewesens Pferd, das dann eine sehr stark individualisierte Betrachtungsweise erfordert.

Die Idee für dieses Buch hat sich aus einem Taschenbuch für den Berittführer aus dem 15. Jahrhundert ergeben, das mich in seiner Skurrilität und als Beginn der schriftlichen Sammlung des Wissens rund um das Pferd in unserer modernen Form inspiriert hat. Der Stich zu Beginn des Buches zeigt deutlich wie schwer es ist, Pferdewissen in Worte oder Bilder zu fassen:

Daher ist es schwierig, immer einen gemeingültigen Weg für alle Pferde oder Jungpferde aufzuzeigen. Der im Folgenden gezeigte Weg ist der, den meine Pferde, meine Schüler und ich als richtig und gangbar empfinden, daher wünsche ich viel Freude bei der Lektüre.

1 Grundlagen für die Arbeit mit dem Pferd

Grundgesetz für den Umgang mit dem Pferd

§ 1 Das Wesen eines Pferdes ist unantastbar.

§ 2 Das Pferd ist ein Fluchttier und akzeptiert das Raubtier als Führer.

§ 3 Das Pferd akzeptiert das Raubtier Mensch, dafür muss dieser für es sorgen.

§ 4 Das Pferd hat ein Recht auf Bewegung.

§ 5 Das Pferd ist ein soziales Wesen und hat das Recht auf Interaktion mit Artgenossen.

§ 6 Das Pferd hat das Recht auf Respekt.

An diesen Grundsätzen muss sich die Ausbildung eines Pferdes orientieren.

Zitat einer Schülerin:

„Wenn ein Leben zu früh zu Ende geht, wurde eine Geschichte nicht zu Ende erzählt.“

Der Traum fast jeden Reiters ist es, ein Pferd von Grund auf zu bereiten oder für die Arbeit mit dem Menschen vorzubereiten. Hier ist es wichtig, die Grundlagen abzufragen, die für dieses Projekt vorliegen.

Wissen, Erfahrung und Routine sind die Voraussetzungen für die Ausbildung des eigenen Pferdes.

Die erste Frage: Wann bekomme ich das Pferd? Am leichtesten kann es sein, das Pferd schon nach der Geburt zu übernehmen. Vorsicht, hier kann eine zu starke Bindung entstehen, die immer wieder an die Fohlenaugen und die ‚Hilflosigkeit der ersten Tage erinnert und daran festhält. Nur irgendwann wiegt das Baby halt 450 kg aufwärts. Spätestens dann ist Knuddeln und Liebhaben nicht mehr die einzige Form der Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Das Setzen der Grenzen kann schwierig werden, wenn im Hinterkopf das süße Fohlen erscheint. Das sich aber mittlerweile zu einem pubertären Rabauken entwickelt hat, der eine klare Führung benötigt und klare Grenzen. Essenziell ist hierbei, nicht ungerecht oder mit mangelnder Großzügigkeit auf das Pferd zuzugehen. Ein aus Angst gehorchendes Pferd ist mindestens so schlimm wie die vielen gebrochenen Seelen, die wir in den Reitbahnen beobachten können.

Erarbeitet werden soll eine Kommunikationsform mit dem Pferd, die auf systematischen Grundlagen beruht. Haltung und Form sollen dann so intensiviert werden, dass nicht mehr darüber nachgedacht werden muss. Ziel ist, dass eine intuitive Arbeit mit dem Pferd möglich wird. Damit sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit die ständigen Ängste des Reitens, die bei allen Reitern im Untergrund mitschwingen, kanalisiert. Ein Pferd kann nur dann selbstbewusst und angstfrei sein, wenn dies von seinem Reiter oder Führer auch vermittelt wird …