Vom Opfer zur Täterin - Carmen Coduri - E-Book

Vom Opfer zur Täterin E-Book

Carmen Coduri

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Beschreibung

Carmen Coduri leidet schon seit 20 Jahren unter einer manisch-depressiven Erkrankung, heute als bipolare Störung bezeichnet. In diesem Buch beschreibt sie alle Hochs und Tiefs in ihrem Leben und das, was sie in ihren verschiedenen Phasen alles erlebt und gemacht hat. Ihre zahlreichen Einweisungen in eine Psychiatrische Klinik in der Schweiz sowie ihre Erlebnisse auf ihren Reisen in Spanien, Griechenland und Paris. Sie berichtet auch über ihre zahlreichen Männerbeziehungen, Abenteuer und ihre längeren Aufenthalte in New York und Italien. Auch versucht sie, durch ihre Kindheitserinnerungen und ihre Lebenstraumata zu beschreiben, wie es dazu kam, dass sie krank wurde. Nebenbei ist sie schon seit über 25 Jahren künstlerisch tätig und malt und modelliert, darüber hinaus hat sie auch eine Website kreiert: www.Coduri-art.com.

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Seitenzahl: 539

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Carmen Coduri

Vom Opfer zur Täterin

Autobiografie Carmen Coduri

www.tredition.de

© 2015 Carmen Coduri

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7323-4522-9

Hardcover:

978-3-7323-4523-6

e-Book:

978-3-7323-4524-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Einleitung

Autobiografie

Spanien Oktober 2011 – Juli 2012

7 Ehejahre, 2003 – 2010

Graubünden, Sedrun, 15.9.2010 bis 30.9.2011

Griechenland, 2002

Meine ersten Klinikaufenthalte, 1994 – 1999

Paris, 1998

Bürklihof, 1999–2001

Hasliberg, Berner Oberland, 1999

Korsika, Sardinien 1999

Meine Kindheit, 1969-1983

Italien, Turin 1985

Meine Jugend 15 – 21 Jahre

Spanien 1985

London, 1987

Der Millionär, 1987/88

New York, 1989, erster Aufenthalt

New York 1990

Das Delikt, 1992

Paris, 1993

Sandra

Vom Opfer zur Täterin

Einleitung

Dezember 2012

Ich heisse Carmen Coduri, bin jetzt 43 Jahre alt und leide schon seit 18 Jahren unter einer manisch-depressiven Erkrankung, die heute unter dem Namen bipolare Störung bekannt ist. Das sind Schwankungen von einerseits himmelhochjauchzend bis zum Grössenwahn zu andererseits zu Tode betrübt und Depressionen mit Selbstmordgedanken.

Ich nehme seit 18 Jahren Medikamente, die mich ein wenig stabilisieren sollen, damit ich nicht solchen Schwankungen ausgesetzt bin. Momentan bin ich eher depressiv. Ich habe jetzt wieder eine 50-Prozent-Stelle in einem Büro gefunden, aber es ist ein geschützter Arbeitsplatz in einer Stiftung, ich fühle mich ziemlich mittelmässig und das Monotone holt mich ein. Aber das ist ja eben das normale Leben, das ich wieder wollte. Also muss ich mich damit abfinden, jeden Tag arbeiten zu gehen etc. Aber ich sollte froh sein, überhaupt wieder eine Stelle gefunden zu haben. Jetzt brauche ich nur noch eine Wohnung, da ich vorübergehend bei meiner Mutter untergetaucht bin.

Ich möchte mein Leben niederschreiben, da ich vieles noch nicht verkraftet und verarbeitet habe, und nur Wenige können sich so ein Leben vorstellen, wenn man mich sieht, kann man dies fast nicht glauben. Doch ich werde hier nur die Wahrheit schreiben und auch erklären, was ich mir in meiner Manie nur eingebildet habe und was wirklich wahr ist. Dies kann ich sehr gut unterscheiden.

Autobiografie

Das letzte grosse Ereignis in meinem Leben war meine Auswanderung nach Spanien und ich möchte damit meine Autobiografie beginnen, da mir immer wieder nachts mein Leben in Spanien in den Sinn kommt und ich ziemlich davon traumatisiert bin. Ich denke mir immer wieder, wäre ich doch nie nach Spanien ausgereist, da hätte ich mir einiges ersparen können. Manchmal denke ich mir auch, wie blöde ich doch war. Mit ein wenig mehr Taktik wäre ich jetzt Millionärin oder Milliardärin, aber das glaubt mir ja sowieso niemand. Darum beschreibe ich es nachher näher, da man es jetzt schon wieder in die Schublade Grössenwahn einordnen könnte.

Anfangen möchte ich aber in Graubünden, Sedrun. Nach der Trennung von meinem arabischen Mann, nach 7 Ehejahren, Kündigung der gemeinsamen Wohnung in Uster im Zürcher Oberland und meiner Verhaftung habe ich von der Psychiatrie Schlössli aus eine Wohnung in Graubünden gefunden (ich konnte in der Klinik an den Computer). In Graubünden wurde ich dreimal per FFE (fürsorgerischer Freiheitsentzug wegen Fremd- und Selbstgefährdung) hospitalisiert wobei es eher Fremdgefährdung war. Allerdings möchte ich jetzt nicht alles von Graubünden niederschreiben, da mich momentan mehr Spanien beschäftigt.

Ich wollte nur kurz beschreiben, dass kurz vor meiner Abreise nach Spanien 5 angetrunkene Sedruner mich in meiner Wohnung überfallen wollten. Sie schlugen auf jeden Fall mit dem Fuss gegen meine Stubeneingangsscheibe, ich wohnte im Parterre, sodass die Jalousien kaputt gingen und einen Fussabdruck hinterlassen wurde. Einige Italiener riefen noch auf Italienisch: „Achtung sie kommen zu fünft, schliesse das Fenster.“ Doch es war schon zu spät, sie waren schon hier. Doch ich ging dann ans offene Klappfenster und schrie: „Haut ab, ihr Arschlöcher“. Da lachten sie und sagten: „La Invalida! Ha, ha.” Ich konnte an diesem Abend auch zusätzlich nicht mehr gut laufen und ging ins Bett, weil mir das Bein so wehtat. Ich habe ein wenig Arthrose am linken Knie.

Ich hatte nun ziemliche Angst und ging in die Küche, um ein Küchenmesser und das Telefon zu holen, und versuchte, die Polizei anzurufen. Doch die Polizei nahm mich nicht mehr ernst, da ich schon am Nachmittag angerufen und mich über die Autos und Motorräder auf der Strasse unter meiner Wohnung beschwert hatte, da ich mich durch sie belästigt gefühlt hatte. Die Polizei kannte mich auch schon durch die vielen Einweisungen. Der Polizist sagte nur, er würde dann morgen um 8.00 Uhr vorbeikommen und schauen, wie es mir geht. In der Zwischenzeit kamen die Angetrunkenen wieder an meine Wohnung und läuteten. Als ich nicht aufmachte, schlugen und traten sie gegen die Tür. Doch sie konnten nicht reinkommen, ich hatte zwei Türen dort. Ich schrie aber laut und sagte, ich hätte die Polizei am Telefon. Sie verschwanden dann wieder. Dass die Polizei nicht gekommen ist, hat mich am meisten fertiggemacht und ich hatte nun einen Schock und enorme Angst in der Wohnung. Schlafen konnte ich nicht mehr.

Am Morgen kam Lukretia, meine Nachbarin, Freundin und Hauswartin und sagte, sie hätte sie erkannt und die Polizei alarmiert. Die Polizei kam dann auch und die Täter mussten auf dem Polizeiposten erscheinen. Doch sie sagten dort nur, sie hätten mich schreien gehört und mit mir Kaffee trinken wollen. Ha, ha. Die Polizei nahm zwar eine Anzeige auf und ein Foto des Fussabdruckes, doch ich wollte sie anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und versuchter Vergewaltigung oder Ähnlichem. Ich hatte keine Chance und da ich sowieso nach Spanien ausreisen wollte, hätte dies wenig Sinn gehabt. Die Typen kamen dann am nächsten Tag, um sich zu entschuldigen, und wollten einen Kaffee trinken mit mir. Doch ich sagte Lukretia, ich wolle sie nicht sehen und dies könne man nicht entschuldigen. Ich sah sie dann durch das offene Fenster mit den Jalousien unten auf der Wiese im Garten von Lukretia und schrie sie an, sie seien Arschlöcher und ob sie eigentlich spinnen würden, dies mache man einfach nicht. Dann sah ich noch einen dunkelhaarigeren Mann im schwarzen Anzug stehen. Hatte ihnen vielleicht meine Mafia gesagt oder sie gezwungen, sich bei mir zu entschuldigen? Ich bildete mir das wohl ein. Da bin ich nicht sicher, wie es wirklich war. Auf alle Fälle wurde es wohl nichts mit Kaffeetrinken bei mir.

Ich hatte dann die ganze Zeit abends Angst, sie könnten wiederkommen, und ich schob den Fernseher mit dem Gestell unten vor die Stubeneingangstüre. Trotzdem konnte ich kaum mehr gut schlafen. Ich hatte sonst schon Probleme mit dem Einschlafen und musste zusätzlich zu meinen Medikamenten Schlaftabletten nehmen. Doch jetzt traute ich mich nicht mehr, Schlaftabletten zu nehmen, um ganz da zu sein, wenn wieder etwas passieren würde.

Der Nachbar oben, ein junger Portugiese, ging dann noch raus an diesem Abend. Aber die Betrunkenen waren schon wieder weg. Ich muss sagen, in diesem Chalet, wo ich im Parterre eine 3-Zi-Wohnung hatte, war es so ringhörig, dass man bis in den 3. Stock alles hörte und jedes Wort verstand. Das war auch ein Grund, warum ich es nicht mehr aushielt in diesem Haus. Die Männer hörten mich ab und geilten sich auf und ihre Frauen machten mich fertig.

Vorher hatte ich so einen alten Glüstler oben als Nachbar, und der hörte alles, ich hörte ihn alles kommentieren, was ich machte. Ich wurde fast wahnsinnig und meinte in meiner Manie, alles käme im Radio, ich würde per Satellit gefilmt, käme in einem speziellen Sender im Fernsehen und die ganze Welt würde mich kennen und sich das anschauen. Auch meinte ich, weil mich alle abhörten und über mich redeten, würde auch der Staat mich abhören und bespitzlen. Diesen Verfolgungswahn hatte ich überall, wo ich war, dachte ich, die Leute kämen absichtlich dorthin, um mich zu sehen. Ich konnte kaum in den Garten gehen, denn ich meinte, alle kämen vorbei, nur um mich anzuschauen. Darum warf ich vom Garten, der auf einem Hügel lag, Sachen nach unten auf die befahrene Strasse mit dem Trottoir. Darum haben sie mich auch mehrmals eingewiesen.

Ich mag jetzt aber nicht alles erzählen von den Bergen. Ich wollte nur kurz erklären, dass ich aus Angst vor den 5 Männern Marco zu mir rief, der mich beschützen sollte. Marco, das muss ich erklären, war jahrelang mein Traummann. Ich hatte ein Foto von ihm, das ich seit 12 Jahren bei mir aufbewahrte. Das Foto hatte ich in meinem Portemonnaie versteckt, da ich damals auch noch verheiratet war. Marco hatte sich vor 12 Jahren bei meinem Escort-Ring gemeldet, wo ich Männer und Frauen suchte, um diese teuer zu vermitteln. Ich wollte einen High-Society-Escort-Service gründen. Doch habe ich bald wieder damit aufgehört, da alle mich wollten, obwohl ich nur am Telefon antwortete und lediglich die Escort-Chefin sein und einigermassen seriös vermitteln wollte. Es hatten sich fast 50 Leute gemeldet, vor allem Männer, darunter auch Marco mit einem schönen Foto und Bewerbungsbrief. Ich kann mich noch genau erinnern an den Brief und das Foto: Er hatte schwarze Haare, schwarze Augen und lange schwarze Wimpern. Marco war 1,88 m gross, etwas behaart und leicht muskulös, wie er sich in der Bewerbung beschrieb, er hatte einen schwarzen Anzug, ein schwarzes Hemd und Krawatte an, ich stehe so auf schwarze Kleider. Und er war der einzige, der nicht mehr antwortete und sich nicht vorstellen kam, als ich ihm auf die Combox gesprochen hatte. Ich hinterließ dann zweimal Nachrichten auf der Combox und beim dritten Mal sagte ich auf Italienisch, ich wisse genau, wer er wäre. Er war nämlich ein Mafioso und pervers, das sah ich an den Augen und dem Blick. Er hat sich aber nie mehr gemeldet und ich fand, er wäre genau mein Traummann gewesen.

Während der Ehe mit meinem arabischen Mann habe ich, als ich manisch war, in meinem Mal- und Modellieratelier immer gerufen, ich wolle meinen Mafiaboss. Ich wolle ihn und versteckte sein Foto manchmal im Atelier. Ich bildete mir auch einmal ein, ihn im Auto vor meiner Wohnung gesehen zu haben, er glich ihm wirklich sehr.

Ich sah ihn dann aber wirklich einige Male in den Bergen im Auto, als ich spazieren ging, und das war hundertprozentig er. Ich hatte auch in Uster, wo ich mit meinem Mann gewohnt habe, gesagt, er solle nach Graubünden in die Berge kommen und er war bestimmt dort. Wie auch die Mafia, die mich dort beschützte, ich war zwar keine Prostituierte, aber viele dachten dies. Ich zeigte mich in der Wohnung vor allem abends und machte Shows, die die Leute im Dorf sahen, einmal bis zum halben Striptease, aber nicht nackt. Ich dachte eben, es komme im Fernsehen und, wenn ich in der Wohnung war, im Radio. Darum redete ich immer laut in der Wohnung.

Die Mafia war wirklich dort, um mich zu beschützen, was auch schon gelungen ist. Im Dorf hatten alle Angst vor den Mafiosos, sie waren auch dort in ihren abgedunkelten schwarzen Autos und so liessen mich die anderen in Ruhe.

Ich sagte dann in der Wohnung, ich sei ihre neue Mafiabossin und ich hätte so gerne zwei bei mir gehabt oder Marco, denn sie sind auch Italiener und kriminell, wie auch ich ein bisschen. Wir glichen uns sehr. Aber die kleineren Mafiosi hatten echt Respekt vor mir, nicht wie die Schweizer Dorfleute. Die Mafia ist oft im Auto unter meiner Wohnung durchgefahren und jedes Mal haben sie die Köpfe runtergetan wie bei einer Verneigung, und dies hat mir sehr geholfen. Doch konnten sie auch nichts machen, als ich eingewiesen wurde. Ich sagte ihnen oft, sie sollen die Polizisten umbringen, oder die Passanten oder diejenigen, die mich genervt hatten, das haben sie aber – glaube ich – nicht gemacht. Ich hatte nicht wirklich Kontakt mit ihnen. Keine Telefonnummer, keine Nachnamen, nichts, ich redete auch zu viel über sie.

Auf alle Fälle bildete ich mir noch ein, die neue Mafiabossin zu sein, und das wollte ich auch mit Marco teilen, da als hübsche Frau, dies sehr gefährlich sein konnte. Ich wusste schon, wie die Mafia war. Aber man weiss auch, dass sie aus Armut im Süden von Italien zu Mafiosi wurden und die kleineren von den grösseren Mafiabossen ja auch ermordet werden und Morddrohungen bekommen etc. Früher haben sie den kleineren Mafiosi den kleinen Finger abgeschnitten, heute werden sie einfach schnell erschossen.

Ja, ich wollte eigentlich von Marco erzählen, meinen sogenannten Traummann, der auch dort war.

Ich hatte dort in den Bergen definitiv Angst, als die 5 Angetrunkenen in meine Wohnung wollten. Schon vorher hatte ich neben jedem Fenster in meiner 3-Zi-Wohnung ein Messer und im Atelier einen Hammer liegen. Ich habe manchmal auf der Wiese gebildhauert. Und weil ich nun so Angst in der Wohnung hatte, habe ich Marco zu mir gerufen. Ich sagte aus der Wohnung zu den Mafiosi, sie sollten mir Marco schicken … und er kam. Aber er hat nicht normal an meiner Wohnung geläutet, wie ich wollte, sondern er war immer draussen bei meinem Atelier- und Bürozimmer, wo ich auch in einem Einerbett schlief. Dort war er, wie schon viele andere, sie kamen immer nachts an mein Schlafzimmer heran, machten aber nichts, ausser sich aufgeilen etc. Aber ich sagte nichts, da sie mich sonst in Ruhe liessen und nicht reinwollten.

Marco war auch dort hinter der Mauer, bei der man alles verstanden hat, was ich sagte. Er war schon einmal dort gewesen und hatte gesagt, er würde mit mir nach Spanien kommen und mich dort unterhalten, was ich eine gute Idee fand. Ich wollte ihn auch in Sedrun in der Wohnung haben und eine Beziehung mit ihm anfangen. Ab und zu bei mir, vielleicht dann ein 1, 2 oder 3 Tage bei mir. Dann wieder bei ihm oder auch im Hotel und schön ausgehen. Doch er hatte nicht solche Absichten. Einmal sagte er mir, er würde sich schämen, mit mir in den Ausgang zu gehen. Ich war wohl als schöne Spinnerin bekannt und als Halbprostituierte oder etwas Ähnliches, obwohl ich in diesem Jahr in den Bergen nur einen Freund hatte. So ich habe mich ein bisschen an diesen Marco hinter der Mauer rangeschmissen. Ich war in den Vorbereitungen, um nach Spanien auszureisen. Eigentlich wollte ich nach Sardinien auswandern, fand aber nur ein Haus, das für höchstens ein halbes Jahr vermietet werden konnte. Sonst waren sie zu teuer, da ich von einer IV-Rente lebe.

Also schaute ich weiter im Internet nach einem Haus oder einer Wohnung in Sardinien, da ich einfach weg von der Schweiz wollte und von diesem Sedrun in den Bergen und hoffte, so nie mehr in die Psychiatrie zu kommen. Fast wollte ich flüchten von der Schweiz, wo ich immer wieder in die Psychiatrie musste und mit den Schweizern nicht klar kam. Mit meinen Eltern hatte ich zu dieser Zeit keinen Kontakt mehr. Mein Vater wohnt in Norditalien und meine Schweizer Mutter in der Schweiz, ich wollte aber nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Ich meinte auch, meine Mutter hätte mich wieder in Uster einweisen lassen, was sie schon einmal mit meinem Ex-Mann veranlasst hatte.

Während ich schwer am Packen war, war die ganze Zeit Marco hinter der Wand meines Atelier-Schlafzimmers, ich erholte mich dann zwischendurch auf dem Bett und hatte Fantasien mit ihm bzw. er sagte von draussen, was er machen würde. Dass er mich streicheln würde an meinem P. und mit mir nur spielen wollte. Und das von einem Mafiaboss, das fand ich süss. Er verriet mir dann noch etwas über sich, was ich aber nicht schreiben möchte, eine sexuelle Vorliebe, es ging dann immer so weiter. Der junge portugiesische Nachbar von oben geilte sich immer auch noch auf und störte mich enorm. Man hörte ja alles durch die Wände. Er redete auch so zu mir: „Mir wänd, dass du go dusche gasch …” etc. Es ging ihn doch nichts an, wenn ich einmal später duschte. Ich fand diesen Nachbarn mit seiner verblödeten jungen, blonden Freundin so schrecklich. Sie machte mich nonstop fertig, als ich am Packen war. Sie konnte nicht einmal Deutsch. „La puttanella vole far vedere che chia forza, la puttanella vol far vedere che e intelligente, la p … vol far vedere che sa cucinare“ etc. Das Nüttchen will zeigen, dass sie intelligent ist …Das Nüttchen will zeigen, dass sie Kraft hat … etc. Jeden Tag nonstop nur das, bei allem, was ich machte, und ihr Freund, der Portugiese redete auch immer von oben herab zu mir und kommentierte, was ich machte … Einmal meinte ich auch, er wäre jetzt von der Mafia engagiert, um mich abzuhören.

Und so erholte ich mich zwischen dem Packen bei Marco. Ich wollte ihn reinholen, doch war er dann immer weg. Dann dachte ich wieder, ich bilde mir das vielleicht nur ein. Aber er war schon dort, als ich in meinem Garten war, hörte ich von Weitem wieder seine Stimme, dass er mich ja so liebe, auf Italienisch. „Ti amo cosi” … Das vergesse ich nicht mehr. Und dass er mich auch mit Cellulitis liebe, als ich fand, ich hätte am Tageslicht Cellulitis. Und dass er mich auch als Invalidin lieben würde, als ich fast nicht mehr laufen konnte und Angst hatte, einmal im Rollstuhl zu landen. Und dass er auch diese Killerin liebe, als ich sagte, ich sei eine Killerin. Damit wollte ich auch den anderen Nachbarn Angst machen.

Ja, das war irgendwie schön mit der Fantasie um Marco. Zum guten Glück war es nur durch die Wände und nicht wirklich real. Denn ich war ja am Packen für Spanien und jetzt fing er an, mir zu drohen, damit ich nicht nach Spanien ginge. Er versuchte alles Mögliche. Er wollte, dass ich bei ihm wohnen würde, das wollte ich eigentlich schon irgendwann einmal. Aber jetzt hatte ich alles nach Spanien organisiert und ich wollte es zuerst in meinen eigenen vier Wänden ausprobieren, ob es mit ihm gehen würde. So sagte ich, da er jedes Mal weg war, wenn ich ihn in die Wohnung in Sedrun lassen wollte, dass er ja nach Spanien kommen könne. Wenn er mich nett eingeladen hätte, zu ihm zu kommen, wäre ich mit ihm gegangen.

Doch er fing nun an, Morddrohungen auszusprechen. Er bringe mich um, wenn ich nicht mit ihm kommen würde. Er war übrigens Multimillionär und wollte mir meine Fotos, die ich von mir machte, auch Nacktfotos, für eine Million abkaufen, da er nicht wollte, dass ich sie veröffentlichen würde. Doch die anderen Mafiosi wollten mir drei Millionen für diese geben. Ich wollte sie aber gar nicht verkaufen, sondern zuerst die anderen und dann warten, bis der Preis steigt. Da war ich auch grössenwahnsinnig, ich sagte der Mafia, sie sollen Donald Trump, den Milliardär, fragen, ob er die Fotos kaufen wolle, oder Bill Gates, den Microsoft-Gründer und Milliardär. Doch für diese Million wollte Marco auch mich kaufen … und dann fing er an, sein wahres Gesicht zu zeigen. Er wollte mir auch den Computer und das Handy wegnehmen und das Schminkzeug. Also ehrlich, das lasse ich mir sicher nicht gefallen. Er sagte auch, er würde mich ein Jahr missbrauchen und nachher in den Container werfen, da ich damals schon 42 Jahre alt war. Nachher sagte er, er hätte das extra gesagt, um zu schauen, was ich sagen würde. Ich sagte nicht viel, er machte mich manchmal so wütend, dass ich mit dem Bildhauerhammer rausging. Da er schon wieder weg war, schlug ich gegen die Luft auf den Vorplatz, wo er neben meinem Zimmer die Stellung hielt. Er rief von Weitem: „Ti amo cosi…“ Dann ging ich rein und ruhte mich auf dem Bett aus, und wieder war er dort neben der Wand und redete mit mir … Und wir hatten, glaube ich, wieder Fantasien miteinander, da er ja so ein Schönling war.

Doch er bedrohte mich weiter, da ich nicht mit ihm gehen wollte. Ich wusste nicht mal, wo er wohnte, und er wollte mir ja alles wegnehmen. Da hat er ja Angst, oder? Vor irgendetwas, dass ich jemanden anrufen könnte. Und so konnte ich nicht leben. Es ging dann weiter mit seinen Drohungen. Er drohte mir an den letzten Tagen vor der Abreise nach Spanien, sie würden reinkommen. Jetzt sprach er in Mehrzahl, also von seinen Mafiosi. Er würde reinkommen und sie würden einen Porno von hinten von mir machen… Ich hatte nachts solche Angst. Und er hätte mich beschützen sollen, jetzt hatte ich ja meinen Beschützer. Ich war so im Stress mit dem Zügeln und musste funktionieren, damit ich schön alles nach Plan schaffte, um nach Spanien auszureisen.

Einmal sagte er, er würde mich heute Nacht mit der Pistole im Zimmer erschiessen. Ich konnte fast nicht schlafen, hatte immer das Handy neben mir und ein Küchenmesser und konnte mit niemanden darüber sprechen. Er drohte mir auch, wenn ich der Polizei etwas sagte, bringe er mich um. Auch sagte er, wenn ich nicht mit ihm käme, würde er mich nach Italien als Prostituierte verkaufen. Einmal haben die Nachbarn den Arzt gerufen, weil ich öffentlich die befahrene Strasse zusammenschiss, und er meinte nur, ob ich die Medikamente nehmen würde, was ich bejahte, obwohl ich sie nicht mehr nahm. Der Arzt glaubte mir nicht, er wollte die Tür oben am Haus aufstossen und mit Gewalt reinkommen, da ich sie zustiess. Dann kam er einmal alleine, nicht mit der Polizei. Ich versuchte dann extra, am geöffneten Fenster mit ihm zu sprechen, und wollte ihm auch erklären, dass ich von einem Mafiaboss bedroht würde. Doch er glaubte mir natürlich nicht.

Es ist einfach schlimm, wenn man nicht mehr glaubwürdig ist. Ich weiss noch, dass die im Dorf sagten, ich solle mit ihm (Marco) gehen, sonst bringe er mich um. Da sie das mitbekommen hatten, stimmt es und ich bin mir so sicher. Ich habe mir noch nie so etwas eingebildet und ich höre auch keine eingebildeten Stimmen, denn ich bin nicht schizophren, sondern manisch-depressiv.

Als Marco merkte, dass ich nicht mit ihm gehen würde, sagte er noch, er würde mich auf der Fahrt nach Spanien kidnappen und mich in den Kofferraum tun und abschleppen… oder meine Katze Sheela umbringen …

Folglich hatte ich auf der ganzen Fahrt nach Spanien, 13 Stunden sind wir durchgefahren, Angst, er würde mich kidnappen. Ich hatte einen Gürtel mit meinen zwei Handys an und ging nur bei den Stopps aufs WC. Und als ich die Schweizer-Polizei sah, winkte ich ihnen zu und war froh, die Polizei zu sehen. Ich bildete mir sogar ein, sie wären extra dort für mich, in Frankreich sprach ich noch mit der französischen Polizei, die bei einem Stopp dort war, und fragte nach ihrer Polizei-Nummer und der in Spanien, das wusste die Polizistin aber nicht. Sonst sagte ich nichts. Aber es beruhigte mich. Ich wollte sogar bei meinem Fahrer einen kugelsicheren Mercedes mieten, um nach Spanien zu fahren. Den hatte er aber nicht. Er schlug eine Limousine vor, die ich aber nicht wollte. War auch zu teuer und zu auffällig.

So blieb ich beim AVIS-Wagen, da wir sonst noch einen zusätzlichen Fahrer gebraucht hätten.

Nachher komme ich dann zu der Fahrt nach Spanien, Alcanar-Playa ist zwei Stunden von Barcelona entfernt. Wir – der Fahrer, ein Zügelmann, den mir Lukretia organisiert hatte und ich – haben noch die Wohnung ausgeräumt. Das Doppelbett habe ich fortgeschmissen und die restlichen Möbel drin gelassen, der künftige Mieter hat mir nicht einmal etwas dafür bezahlt. Dem Chef des Brockenhauses habe ich, als er ging, einen Tritt in den Arsch gegeben. Da er sofort mit dem Vorurteil kam, ich hörte es im anderen Zimmer, wie er zu seinen Mitarbeiter sagte: „Das ist eine Halbprostituierte.“ Er motzte auch, dass ich nicht richtig aufgeräumt hatte, und er hatte auch noch Angst, dass ich nicht bezahlen würde. Ich schmiss ihn raus und gab ihm eben einen Tritt in den Arsch. Nachher hatte ich Angst, dass er die Polizei alarmieren könnte, aber er machte es nicht. Nun hatte ich alle Möbel noch hier und niemanden zum Putzen, da sie dies ja auch noch machen wollten. Lukretia hat mir dann noch schnell Putzleute organisieren können. Doch es war ein pensioniertes Ehepaar und die Frau machte mir auch noch Probleme, da die Küche noch nicht fertig ausgeräumt war, es musste noch die Frau des Besitzers kommen, die war ganz nett und sagte z. B., dass wir das Cheminee nicht reinigen müssten. Dort hatte ich am letzten Tag meine Unterlagen verbrannt und Lukretia wollte mir noch meine Hefter klauen.

Wir konnten uns dann mit den Putzleuten einigen, ich räumte noch die ganze Küche aus und half mit beim Putzen. Als ich der alten Frau statt 500 CHF 700 CHF bar gab, damit sie fertig putzten, kam sie im Atelier am Boden angekrochen … richtig auf den Knien. Sie reinigten dann super die Wohnung und wir konnten die Wohnungsübergabe am nächsten Tag super machen und den AVISWagen noch fertig einräumen. Ich hatte im ganzen 30 Boxen, die ich nach Spanien in das Haus mitnahm und habe den AVIS Wagen selbst aufgeladen, da ein Zügelmann nicht mehr kam.

Wir sind dann nach der Wohnungsübergabe um 11.00 Uhr losgefahren. Den Fahrer hatte ich aus 10 Bewerbern ausgesucht, da er eine Sicherheits-Firma hatte, die aber nicht so gut lief, und selbst zwei Katzen besaß. So konnte ich während der Fahrt meine Katze rauslassen und an der Leine mit ihr rausgehen, er schaute auch auf sie und sie sass uns während der Fahrt auf dem Schoss und sah aus dem Fenster. Sie hatte es also nicht schlecht auf der Fahrt. Wir sind dann über Genf und Frankreich gefahren. Es ging eigentlich relativ gut auf der Fahrt, allerdings bildete ich mir wieder ein, sie würden alle nebenan durchfahren, um mich dazu zu bringen, mein Oberteil nicht abzudecken. Ich fluchte dann und deckte das Fenster ganz zu. Einmal hat dann der Fahrer die Katzenkiste rüber geschmissen, so genervt war er, dann hat er auch gesagt, er würde aussteigen und ich könne selbst fahren. Deshalb war ich still, das hätte mir gerade noch gefehlt.

Spanien Oktober 2011 – Juli 2012

Ich wollte eigentlich in einem Hotel in Frankreich übernachten, doch da mir Marco auch drohte, er würde mich im Hotel umbringen, gingen wir nicht in ein Hotel und fuhren bis nach Spanien durch, mit kleinen Stopps brauchten wir 13 Stunden.

Vor Sant Carlos de la Rapida haben wir uns dann noch total verfahren und dann bei einem Stopp die Hunde bellen und – glaube ich – Hyänen heulen gehört, und weit und breit war kein Haus. Es war unheimlich. Wir sind dann die ganze Nacht noch im Gaggo herumgefahren und das Navigationsgerät hat auch nicht mehr viel genützt. Am Morgen haben wir dann noch dreimal mit dem Besitzer des Hauses telefoniert, der uns in Sant Carlos de la Rapida abholen sollte und sind schließlich um 8.00 Uhr angekommen.

Der Besitzer kam uns dann noch mit seinem schwarzen Mercedes und seiner Frau, einer Russin, in Sant Carlos de la Rapida abholen und zeigte uns das Haus. Ich war positiv überrascht von dem Haus. Die Stube sah viel schöner und grösser aus als auf dem Foto und die anderen drei Zimmer waren auch sehr schön. Rundherum waren Palmen, Blumen und Kürbisse angepflanzt. Nur die Hecken rundherum, die auf dem Foto waren, fehlten. Das störte mich, da man so direkt hereinschauen konnte. Ausser beim Vorplatzgartentisch hatte es eine Mauer, wo man sich vor Blicken schützen konnte. Aber die Umgebung fand ich schon vom ersten Augenblick komisch. Ich sah keine direkten Nachbarn, Sepp, der Besitzer sagte auch, es lebe nur ein alter Mann nebenan. Rundherum waren, glaube ich, Ferienhäuser. Aber ich spürte schon die komische Atmosphäre, alles war so ruhig, aber es war eine merkwürdige Ruhe und auf einmal fühlte ich mich allein gelassen in dem Haus.

Sepp, der Besitzer lud uns dann noch in seine Villa mit Swimmingpool zum Kaffee ein. Ich war todmüde und wollte endlich schlafen gehen, wir waren die ganze Nacht durchgefahren. Wir konnten uns nur schwer wieder losmachen von Sepp. Doch dann half er uns sogar, den Wagen auszuräumen, was ich sehr nett fand. Ich konnte mich dann hinlegen und probierte das schöne Doppelbett aus, während sie die Schachteln reinbrachten.

Der Fahrer wollte nicht übernachten, sondern gleich wieder zurückfahren. Ich zahlte ihm sein Honorar aus und ein wenig sollte er noch von der AVIS-Kaution zurückbekommen.

Ich ging dann schlafen und da fing es schon wieder an. Ich hatte gedacht, dass ich in dem Haus ruhig sein könnte und nicht abgehört würde. Doch ich konnte nicht schlafen und zählte die vorbeifahrenden Autos. Nach 14 Autos in einer Stunde fing ich wieder an zu fluchen und zu reden. Was ich auch nicht vorteilhaft fand, war die Glasfenstertüre beim Haupteingang, man konnte bei Licht direkt hineinsehen. Deshalb verbarrikadierte ich am Abend die Türe schon mit Schachteln. Später hängte ich dann ein Tuch über die Türe.

Am Samstag packte ich dann ein wenig aus, machte mir Essen und ging früh ins Bett. Doch konnte ich nicht gut schlafen, da ich das Haus im Dunkeln unheimlich fand. Ich hatte noch nie alleine in einem Haus gelebt. Ich musste dann ein Licht anmachen, die Erdkugel in der Stube und die Türe offen lassen, um nicht so viel Angst zu haben.

Die Atmosphäre war unheimlich und man hörte komische Geräusche. Ich dachte immer, was das denn sein könnte. Am nächsten Tag packte ich weiter aus und ging raus an die Sonne, da es so ein schöner Tag und noch so warm war, es war der 2. Oktober 2011.

Am Montag um 11.00 Uhr war ich mit Sepp, dem Hausbesitzer, verabredet, um ins nächste Dorf einkaufen zu gehen. Das war auch so ein Fiasko. Ich ging alleine in den Laden und schrie den ganzen Laden zusammen, weil ich meinte, alle kommen wieder im Jeans-Arsch, damit ich mich dran gewöhne, meinen zu zeigen. Da ich extra etwas Weites darüber anzog, damit nicht alle auf meinen A. schauten, hatte da so einen Komplex. Ich hatte damals noch so einen sport-brasilianischen A. und schon in den Bergen nervten mich alle Frauen, die ihren in Jeans zeigten, weil ich meinte, sie zeigen sich extra so. Ich rief also in dem Lebensmittelladen laut aus und schiss die Leute zusammen, doch die verstanden mich gar nicht gross, sondern schauten mich nur an. Ich wollte danach nie mehr in diesen Laden gehen, da mir das Ganze hinterher peinlich war.

Sepp wartete draussen und vorher meinte er noch, ich solle mich nicht so anstellen. Da merkte ich schon, dass er gar nicht so nett war. Ich hatte auf jeden Fall sehr gut eingekauft, es reichte mir 2 Wochen für, glaube ich, 110 Euro.

Auf alle Fälle war ich vollmanisch. Ich nahm keine Medikamente mehr, da ich es endlich ohne schaffen wollte und dachte, in Spanien seien die Leute nicht so. Doch ich bildete mir nun schon wieder ein Jahr lang ein, dass ich per Satellit gefilmt würde und die Leute überall hinkommen würden, weil ich dort war. Ich dachte, die ganze Welt höre mich wieder ab im Haus. So redete ich laut im Haus und auch draussen und regte mich sogar auf wegen den Tönen, die klangen, als ob Bauarbeiter auf etwas schlagen würden auf. Und jedes Mal, wenn ich rauskam, dachte ich, sie machten wegen meinem A. Lärm, und wenn ich z. B. die Beine zeigte, wegen den Beinen, um Komplimente zu machen. Ich rastete jedes Mal aus und im Haus sagte ich irgendwann, wenn sie nicht aufhören würden, würde ich mir die Haare kurz abschneiden. Ich hatte rotblonde, sehr lange lockige Haare. Weiter sagte ich sogar, ich würde mich umbringen, wenn sie nicht aufhörten. Aber sie hörten dies wohl gar nicht, ich redete extra italienisch, damit sie es verstanden, und es gab viele, die es verstanden haben. Denn die Nachbarn rundherum hörten mich schon ab und antworteten auch, wenn ich redete.

An einem Tag ging ich beim Quartierchef vorbei und sprach mit ihm. Er fragte, ob ich französisch spreche und wir sprachen französisch. Ich sagte, dass ich in dem Haus unten wohne, und er fragte, ob ich Besitzerin sei. Da antwortete ich ihm, ich hätte das Haus nur gemietet. Als ich ihn zuerst fragte, ob er italienisch spreche, meinte er, er würde mir den Italiener im Quartier vorstellen. Also liefen wir durch das Quartier und er brachte mich zu einem riesigen Haus mit Mauer rundherum, das mit Villa Toscana bezeichnet war. Ich weiss bis heute noch nicht, ob das auch sein Haus war … Er sagte dann, er sei nicht hier, er wollte mich einer Spanierin vorstellen und brachte mich zu dem Haus, das hinter meinem lag. Von meiner Terrasse konnte ich direkt auf dieses Haus sehen. Doch die Spanierin war nicht dort, es kam ein wunderschöner schwarzhaariger, sehr muskulöser Mann auf den Balkon heraus, er sprach mit ihm und stellte mir ihn vor. Ich kann mich aber nicht mehr an den Vornamen erinnern und der Mann nickte nur ganz vornehm und zeigte seine muskulösen Oberarme. Der Quartiermeister sagte mir dann, die Spanierin sei nicht hier. Sie war wahrscheinlich die Frau des Unbekannten auf dem Balkon. Der Quartiermeister, sagte dann noch, wenn ich Hilfe brauchen würde, könne ich zu ihm gehen. Ich verliebte mich ein wenig in diesen Mann auf dem Balkon, der wie ein Beschützer seine Muskeln zeigte und so vornehm nickte, sonst sagte er gar nichts. Ich bedauerte nur, dass er schon verheiratet war, und versuchte ihn zu vergessen.

Die nächsten Tage verbrachte ich mit ein wenig Auspacken. Sepp kam dann noch mit dem Quartierpräsidenten, der einem Schäferhund dabei hatte, und brachte je ein Bett aus den Zimmern hinaus, sodass ich in einem Zimmer das Büro einrichtete, dort liess ich meinen Schreibtisch aufstellen, und in einem anderen Zimmer richtete ich das Atelier mit einem Einerbett ein, dann blieb noch ein Zimmer mit dem Doppelbett, wo ich von Sepp meine Spiegelkommode aufstellen liess, die ich von der Schweiz mitgebracht hatte.

Zum guten Glück hatte ich noch einen dunklen Vorhang mitgenommen, den ich im Schlafzimmer aufhängen konnte. Besser gesagt, ich musste ihn mit Doppelklebstreifen oben aufkleben, da es schon helle Vorhänge gab, aber keine dunklen. Ohne diese hätte ich nicht gut schlafen können. Die Stores testete ich schon von aussen, ob man sie auftun könne, und man konnte, besonders gut im Doppelschlafzimmer. Ich konnte nur mit einem Küchenmesser neben dem Bett und meinen Telefonen mit Polizeinummer einschlafen, und das nützte auch nicht viel, ich konnte nur schlecht schlafen, wie ich schon beschrieben habe.

Tagsüber hatte ich natürlich keine Angst, nur nachts war es unheimlich. Ich packte also tagsüber ein bisschen aus und ging noch ein wenig an die schöne Sonne, aber mit dem Gesicht unter den Sonnenschirm, gab den Pflanzen rundherum mit dem Schlauch Wasser und regte mich auf, wenn die Leute, die vorbeifuhren, mich anschauten. Nicht einmal in Ruhe draussen essen konnte ich, denn ich hatte das Gefühl, sie kämen, um mich absichtlich anzuschauen. Ich hielt es nicht so lange aus draussen …

Die Männer aus dem Quartier fingen dann an, nachts an mein Haus zu kommen und mich abzuhören. Und sie begannen, Angebote zu machen. Sie wollten mir eine Million geben (es hatte viele Millionäre dort), um ihnen eins zu blasen etc., ehrlich gesagt, glaubte ich ihnen das erst nicht so recht. Doch ich sagte, ich wollte eigentlich nur als Domina zu den Männern gehen, aber mit zwei italienischen Mafiosi, die nie bei mir waren. Ich habe sie immer gerufen und schon in der Schweiz gesagt, sie sollten in der Nähe meines Hauses als Schutz parkieren … Man kennt ja die Spanier, wenn die eine blonde, alleinstehende Frau sehen. Ich sagte den Mafiosi schon in Sedrun, dass mein Plan wäre, zwei schwarze Wagen mit der Mafia in der Nähe meines Hauses als Schutz vor den Spaniern zu haben, damit ich sie dann endlich persönlich ansprechen könnte.

Einmal in den Bergen am frühen Morgen sagte ein Mann auf Italienisch an meinem Büro- und Atelierzimmer, wo ich auch schlief, sie würden mir 50 000 CHF geben für erotische Fotos. Doch bis ich fertig war mit Anziehen und Schminken, sonst zeige ich mich nie so, war er schon weg. Aber ich habe danach über 1000 Fotos von mir gemacht. Da war ich noch 8 Kilo leichter als jetzt und sportlicher und hatte lange rotblonde, lockige Haare. Es war mein neues Hobby in den Bergen, mich zu fotografieren. Mit dem neuen Nokia habe ich angefangen und mit dem Stativ und Kamera mit Selbstauslöser machte ich immer mehr Fotoshootings. Schon mit 16 Jahren habe ich für Modelagenturen Fotos machen lassen, war aber nicht erfolgreich, nicht dünn genug etc. Und so wollte ich mit der Mafia und meinen Fotos das grosse Geld machen, leider hat der Plan mit der Mafia nie funktioniert … das frustet mich heute noch. 50000 CHF für erotische Fotos!! Da hatte ich in der Schweiz schon CDs mit den Fotos vorbereitet, um sie verkaufen zu können, und ich wollte in Spanien daran weiterarbeiten und auch noch andere Frauen fotografieren.

Später ging ich dann Blumen fotografieren im Quartier …

Mit der Mafia habe ich gesprochen, aber sie kamen auch nachts an das Haus und sprachen mit mir, dass ihnen Spanien auch nicht gefallen würde und sie nicht bei meinem Haus parkieren könnten, da sie Angst vor der spanischen Polizei hätten. Einmal kamen sie und einer sagte auch, er gäbe mir 30 000 Euro, wenn ich ihm eins blasen würde. Ich wurde aber nur wütend und sie gingen wieder, was mich am meisten frustete. Ich war langsam auch wütend auf die Mafiosi und sagte, man sollte ihnen die rechte Hand abschneiden zur Bestrafung, da sie sich auch vor meinem Haus eins runterholten und ich nichts sagte. Da ich sie ja als Beschützer wollte … und zur Beruhigung, da ich mich bös aufregte über die primitiven Spanier.

Einmal rief einer am Haus, wenn ich meinen A. nicht zeige, bringe er mich um. Dort dachte ich mir schon, was denn für Leute dort im Quartier wohnten. Wohl Killer oder Ähnliches und es war tatsächlich so … Doch der Witz war, dass ich mich auch verstecken wollte, also liess ich sie in Ruhe. Doch sie wollten mich immer im Badekleid sehen und ich zeigte mich nie ganz im Badekleid. Sie sagten auch einmal, sie wären enttäuscht von meinen Brüsten etc., ich antwortete dann immer, ich sei enttäuscht von ihren Gehirnen.

Ich fand die Spanier in diesem Quartier unmöglich, ich wusste noch nicht, wie die anderen waren, denn ich ging fast nie aus dem Quartier heraus, da ich nicht mehr so gut laufen konnte. Ins nächste Dorf waren es doch ein paar Kilometer.

Die Männer machten mir dauernd Angebote, auch als Domina wollten sie mir eine Million geben. Das hätte ich natürlich voll gemacht, aber nur mit zwei von meinen Mafiosi, und die blieben nie bei mir. Mit der Zeit gewöhnte ich mich so an diese Millionen-Angebote, dass ich mir auch überlegte, wie man das denn macht mit der Million, mit der Bezahlung und dem Geldkonto etc. Und eben ohne Beschützer wollte ich gar nichts machen, musste ihnen erklären, dass ich Angst vor ihnen hatte. Vielleicht wollten sie dann mehr oder liessen mich nicht mehr gehen oder würden nicht bezahlen … Mit der Zeit fragte ich nur noch, wie wird es denn mit der Million machen würde. Wusste es wirklich nicht.

Eines Abends hat sich sogar ein Milliardär gemeldet, es war ein Nachbar von mir. Er antwortete mir am Haus, er sei Milliardär. Ich sagte dann, ich würde reiche Leute hassen. Dann erklärte er mir noch, er wohne in diesem Quartier, um sich wegen der Steuern zu verstecken. Er sprach fliessend italienisch wie viele dort.

Später kam er dann auch nachts an mein Haus. Sie kamen vor allem, wenn ich auf dem WC war, und ich machte noch gefährliche, perverse Spielchen mit ihnen, da ich mich auch alleine fühlte. Und ein Milliardär an der Angel! Einmal beschrieb ich ihn, ohne ihn je gesehen zu haben, und er sagte, es sei genau richtig. Ich beschrieb ihn gross, dunkelblond mit grau-blauen Augen. Ich meinte, er sei 46 Jahre alt, gutsituiert, ein edler Mann, suche immer noch seine Traumfrau und hätte auch bei jeder Frau Angst, sie würde ihn nur wegen des Geldes wollen. Da war ich, glaube ich, auch richtig. Er sagte dann eines Nachts, er gäbe mir eine Milliarde für die Nacktfotos und einen kleinen Tanz für ihn. Da sagte ich natürlich sofort zu, ich war ja nicht blöde. Doch wie sollten wir es mit der Milliarde machen! Ich konnte mir das nicht so richtig vorstellen und glaubte ihm auch nicht wirklich. Doch er sagte es wieder, bis ich ihm glaubte.

Die Frauen im Quartier waren schrecklich. Die schrecklichsten Frauen, die ich je erlebt hatte. Eifersüchtig bis zum Gehtnichtmehr. Sie beschimpften mich als grösste Nutte der Welt, wünschten mir nur Böses. Wenn ich rausginge, würden sie mir die Haare abschneiden und sich freuen, wenn ich endlich Falten bekäme etc. Immer diese Stimmen nonstop um mein Haus. Sie spuckten sogar auf mich, sagten sie. Ich wurde nur noch schlimmer durch diese Frauen, da ich dort keine Freundinnen hatte und eigentlich niemanden. Ich zeigte mich im Haus umso mehr, auch nachts, ich liess die Stores auf und zeigte mich beim Malen, am Computer auf dem Sofa etc. Da mein Fernseher nicht ging, wurde es mir schon langweilig mit der Zeit, und so machte ich wohl ein gefährliches Spiel mit den Männern dort.

Aber zum guten Glück hatte ich eine Alarmanlage am Haus, die ich mit einem Code innen im Haus ein- und ausstellen konnte, sonst hätte ich mich nicht so sicher gefühlt. Doch auch dies nützte nicht so viel. Einmal warfen sie Steine an die Rollläden, um zu testen, ob der Alarm losging, so ging er nicht los, sondern nur dann, wenn man die Türe auftat.

Einmal wollte ich schlafen, da waren zwei Männer vor dem Haus und sagten, sie würden reinkommen und mich in meinen A. figgare. Ich sagte dann: „Ach ja, kommt nur.“ Dann zückte ich auf einmal das Küchenmesser und sagte: „Und jetzt schneide ich euch den Schwanz ab.“ Sie antworteten schnell: „Ach ja, wir werden dich in Zukunft meiden.“ Ich hatte aber trotzdem Angst, einmal kamen sie und sagten, sie kämen alle Zehn in das Haus herein. Ich hatte solche Angst, da ich ja schon in den Bergen so etwas erlebt hatte, und fand die Männer so gemein.

Ich weiss nicht mehr wann, aber einmal rief ich die Polizei an, doch hatte mir Sepp eine falsche Nummer gegeben und ich erklärte alles, weiss auch nicht wem. Einmal kam eine Frau an mein Schlafzimmer, ich hörte es an den Schuhen, und öffnete die Stores. Da hatte ich keine Angst. Sie sagte dann nur, sie hätten mich testen wollen. Was wollten sie denn testen?? Wie ich reagiere?

Einmal kamen Spanier ans Haus und sagten, sie würden meine Brüste abschneiden, weil sie zu klein seien. Sie würden mich von hinten vergewaltigen, weil ich meinen A. nie ganz zeigte (im Badekleid oder Jeans…). Und wenn ich ihn mal zeigte in engen schwarzen Jeans, sagten sie gerade „Che Gullo che gia …“ Was für einen A. sie hat.

Der Polizei konnte ich das nicht erklären, da ich nicht gut Spanisch sprach.

Jetzt waren einige im Quartier wütend, weil ich die Polizei angerufen hatte. Sie sagten, sie würden mich umbringen, weil ich der Polizei alles gesagt hätte. Ich meinte dann, sie können mich ja in Ruhe lassen …

Irgendwie war ich froh, Marcos Stimme wieder zu hören … Er war wieder hier. Ist mir also gefolgt bis nach Spanien … Doch habe ich natürlich nicht vergessen, wie er mir gedroht hatte. Doch er drohte mir nicht mehr, er war ja jetzt in Spanien. Aber er sagte mir immer wieder, er wolle mich unterwerfen, da dies ziemlich schwierig ist bei mir, vor allem wenn ich manisch bin. Und er meinte, ich müsse (beim Putzen) diese Stellung üben …(von hinten), ich müsse das können!! Ich fand ihn wieder unmöglich. Einmal sagte er, er gäbe mir 10 000 Euro, wenn ich das Haus putze, und ich reinigte super das Haus. Das war mein neuer Sport, da ich wegen meines Beines keinen anderen Sport mehr machen konnte. Die Nachbarin sagte dann noch, was für eine Nutte ich sei, als ich das Bad reinigte. Ich regte mich bös auf über diese Nachbarin vis-a-vis. Sie ging auch einmal mit Sicherheit bei Sepp reklamieren.

Auf einmal hörte ich auch wieder die Stimme des Portugiesen, meines Nachbarn aus Sedrun. Ich dachte zuerst, ich bilde mir das ein, ihn wieder zu hören. Doch ich bildete mir dies nicht ein. Er sagte noch, sie hätten sich gut versteckt. Er hatte mich nun auch bis nach Spanien verfolgt und er war so schrecklich. Immer wollte er meinen A. sehen und redete mir immer drein, und auf dem WC sagte er immer: „Mir wänd, dass du d‘Fotze abschniedsch.“ Andauernd, das fand ich so schrecklich. Das fand ich so primitiv, das geht doch den nichts an. Andauernd redete er drein …

Einmal schmiss ich den Teller mit Spaghetti gegen das Fenster des anderen Hauses, da ich meinte, Marco und er versteckten sich dort, ich hörte sie so nahe. Sie machten mich wieder wahnsinnig und das hatte mir gerade noch gefehlt. Der Portugiese war so ein junger, ca. achtundzwanzigjähriger, muskulöser, grosser, gutaussehender Schwarzhaariger. Doch er war ein perverser, eingebildeter und primitiver junger Snob. Ich konnte ihn nicht ausstehen, seit ich ihn kennengelernt hatte. In Sedrun fragte er einmal in seinem Zimmer oben, ob ich ihn mit nach Spanien nehmen würde. Ich sagte dann, er hätte doch eine Freundin. Sie war noch sehr jung und auch hübsch. Doch er meinte, ich sei viel geiler. Später machte er mir dann auch Angebote, er gäbe mir 1 000 CHF, wenn ich ihm eins blase. Und ich antwortete, ein anderer hätte mir schon 50 000 CHF angeboten und ich hätte es nicht gemacht. Später wollte er mir dann auch 50 000 CHF geben. Doch ich hasste nun ihn und seine Freundin, vorher hatte ich ihr einmal ein paar Hosen geschenkt. Ich sagte, er könne kommen und ich nehme ihm die 50 000CHF weg und schneide ihm dann den Schwanz ab. Ich hatte eine richtige Allergie gegen ihn entwickelt und er wollte auch immer meinen A. sehen, das nervte mich so. In Sedrun machte er mich wahnsinnig und jetzt musste ich ihn auch noch in Spanien ertragen.

Und Marco nervte mich auch wieder. Wo war er bloss? Ich hätte ihn so gerne mal live sehen. Einmal, als ich wieder natürliche Beruhigungstabletten nahm und sagte, ich müsse jetzt wieder Medikamente nehmen, fuhr er mit einem schwarzen Wagen am Haus vorbei und zeigte mit dem Finger an die Stirn. Das war er hundertprozentig, und ich dachte, er zeige mir den Vogel. Dabei meinte er, glaube ich, er möchte sich umbringen, weil ich wieder Medikamente nehmen musste. Das fand ich noch sympathisch und er war älter geworden, war ca. 44 Jahre, sah aber immer noch sehr gut aus. Ich hatte sein Foto aus der Zeit, als er 32 Jahre alt war, immer noch auf dem Nachttisch. Ich musste ihn nur anschauen auf dem Foto und ich war weg. Sein Aussehen und dieser Blick, aber ich hatte nun auch seinen Charakter kennengelernt. Eigentlich hatte er recht gehabt. Ich hätte nicht alleine nach Spanien kommen sollen. Auch Frauen im Quartier sagten, ich spinne, alleine nach Spanien zu kommen. Ohne Alarmanlage am Haus hätte ich mich noch schlechter gefühlt.

Ich lernte dann noch den Nachbar links vom Haus kennen, er lud mich dann zum Kaffee ein und später zum Essen. Ich war froh, dass ein Nachbar in der Nähe war. An seinem Haus waren von aussen alle Fenster mit Stahlstangen vergittert, wie bei allen Häuser hier im Quartier, aber drinnen war es schön. Später lud er mich dann noch zum Essen ein und erzählte mir, er hätte noch drei Häuser und seine Frau wäre gestorben. Er war pensioniert und wohnte sonst in Barcelona. Dann meinte er, er wäre mein Koch und würde immer für mich Kochen. Doch als ich einmal das Schlafzimmer anschaute und mich im Spiegel ansah, war er gerade hinter mir und wollte mich anfassen. Ich ging schnell wieder aus dem Schlafzimmer. Beim Essen hielt ich manchmal das Küchenmesser fest. Er ging dann noch für mich einkaufen nach der letzten Einkaufsliste, das fand ich sehr nett. Wir fuhren auch noch einmal mit seinem Auto in die Berge und ans Meer. Doch das ging nicht so gut … Mehr mag ich nicht erzählen, ich war halt manisch.

Er wollte noch mit mir tanzen gehen oder so. Ich wollte aber nicht mehr weggehen, da ich ja immer meinte, die Leute seien absichtlich dort, wo ich war etc., und mich immer aufregte.

Im Oktober war ich einmal draussen vor dem Haus, da kam links ein Spanier mit roten Hosen und ich schrie ihn zusammen, was er hier wolle, er solle weggehen. Er meinte, sie würden meinen A. lieben.

Ich dachte, weil er rote Hosen anhatte, wollte er dies so zeigen … Kurze Zeit später kamen sie zu zweit und schrien mich zusammen … Dann ging ich weg auf die andere Seite des Hauses und da kam ein schwarzhaariger Typ mit seinem Bulldoggen und seiner blonden Freundin, wieder in roten Hosen und blauem T-Shirt. Ich dachte wieder, das bedeute, sie lieben meinen A.. Blaues T-Shirt bedeute, ich sei himmlisch, sagte der Portugiese auch einmal. Ich schrie ihn auf Italienisch an, er solle weggehen und nicht bei meinem Haus vorbeilaufen. Er machte mir mit der Hand das Zeichen „bescheuert“, da wurde ich so wütend, dass ich reinging und die grosse schöne Stehvase, die ich noch von der ehemaligen Wohnung in Sedrun hatte, neben sie warf. Als sie zersplitterte, gingen sie dann.

Ich ging in das Haus hinein, und auf einmal sah ich Lichter mit der Taschenlampe und es polterte an der Türe. Es war die Polizei, ich schaute herum und sah hinten noch die Sanitäter mit dem Sanitätswagen. Sie wollten mich einweisen in eine psychiatrische Klinik, ich hatte einen Schock. In Spanien in eine Psychiatrie!! Ich hatte einen solchen Horror! Ich machte die Türe nicht auf und liess den Alarm los, die Polizei, einer in zivil, sagte, ich solle die Türe auftun. Doch ich verneinte hinter der Glastür. Es ging ziemlich lange, bis ich dann auftun musste. Doch sie waren sehr nett. Ich versuchte, alles auf Italienisch zu erklären. Sie wollten den Pass sehen und ich zeigte ihnen den italienischen Pass, ich hatte zwei, einen italienischen und einen schweizer Pass. Ich versuchte, im Büro zu telefonieren, und meinte immer noch, sie wollten mich einweisen. Ich telefonierte in die Schweiz mit Christian, dem Mann von Lukretia, und sagte ihm, sie wollten mich jetzt einweisen. Sie schauten dann die alten Fotos und gemalten Bilder an und fragten, ob ich das wäre und ob ich einmal Fotomodella war. Sie sagten dann noch, ich solle den Alarm auslöschen und ich gab schnell den vierstelligen Code ein. Sie testeten mich, ob man mich einweisen müsste. Dann schickten sie die Sanitäter weg. Sie wollten noch die Telefonnummer von meiner Mutter. Doch ich sagte, sie sei gestorben, und nachher, ich hätte keinen Kontakt mehr mit ihr. Ich wollte auf keinen Fall die Nummer meiner Mutter angeben, da sie sowieso dann über meine Krankheit sprechen würde und dass ich die Medikamente wahrscheinlich nicht mehr nehme. Sie wollten aber trotzdem die Telefonnummer. Ich gab dann die Telefonnummer einer alten Kollegin, der schizophrenen Christina, an. Auch von meinem Vater wollten sie die Telefonnummer, also gab ich sie, obwohl ich sagte, er wohne in Italien.

Nachher zeigte ich noch schöne Fotos von mir auf dem IPhone und sie sagten, ich sei „Muy bonita“. Dann tat ich im Doppelzimmer so, als ob ich mit der Mafia telefonieren würde. Ich sagte ihnen auch noch, die Mafia sei hier, und es fuhr dann später auch ein schwarzer Wagen hinter dem Sanitätswagen vorbei und die Polizisten schauten die schwarze Gestalt an. Ich ging dann noch, als nur noch die Polizei da war, den Abfallsack leeren und sagte ihnen auch, ich hätte Arthrose am Knie, was sie sofort verstanden. Ich hinkte ein wenig. Die anderen Männer im Quartier verstanden das nie und wussten nicht, was das war. Abnützung der Kniegelenke, die zu Schmerzen führt. Das linke Knie vor allem. Ich konnte damals nicht mehr als einen halben Kilometer laufen und ich fing an zu hinken. Darum blieb ich immer im Haus. Die Polizei meinte dann noch, sie hätten gedacht, ich sei Spanierin. Sie würden nur Spanierinnen einweisen.

Die Polizei ging dann wieder und ich hatte es überstanden. Einer sagte noch, er komme am nächsten Tag wieder vorbei, um zu schauen, wie es mir gehen würde. Er kam nicht. Ich hatte aber einen solchen Schock. Wie war es bloss in der Psychiatrie in Spanien? Ich dachte fürchterlich, Psychiatriepfleger, die einen missbrauchen und terrorisieren, und man käme nie mehr raus …?!!

Die Männer im Quartier sagten dann noch, das hätten die Frauen im Quartier veranlasst, dass sie mich einweisen wollten. Danke schön, sie haben es nicht geschafft!

Doch ich fühlte mich sehr schlecht, hatte einen Schock und lag nur auf dem Bett. Da redete der Milliardär zu mir und wollte mich ein wenig führen, er konnte das auch gut, nicht wie Marco oder die anderen. Er sagte, ich solle malen, und tatsächlich versuchte ich zu malen. Doch ich malte irgendwie das Gesicht von Marco, der weinte. Der Milliardär sagte dann noch, er würde mir das Bild für eine Million abkaufen und ich solle mich malen. Was ich auch machte aber nur oben links und rechts ganz klein. Meine roten, lockigen langen Haare und der nackte Körper. Ich malte ziemlich lange und fühlte mich danach auch wieder besser.

Ich ging dann in der folgenden Woche noch zu meinem Nachbarn essen und versuchte, es ihm zu erklären. Er meinte, ich müsse nur ruhig sein und nicht solche Sachen machen, dann passiere nichts.

Doch ich warf später wieder Sachen auf die Strasse, wenn mich etwas aufregte oder Leute mich anschauen kamen. Sepp, der Hausbesitzer kam jetzt immer öfter vorbei, um zu schauen, was ich machte, und beschimpfte mich, dass ich doch nicht einfach Sachen rauswerfen könnte etc.

Die Leute im Quartier wollten mich weg haben, da ich Lärm machte und perverse Männer anzog. Ich bekam dann Ende Oktober die Kündigung von Sepp. Doch ich hatte drei Monate Kündigungsfrist, konnte also noch bleiben bis Ende Januar. Die Kündigung machte mir nicht viel aus, da es mir sowieso überhaupt nicht gefiel in diesem Quartier und diesem Haus. Das Haus war zwar schön, doch was nützte das, wenn der Rest nicht stimmte. Ich wollte sowieso nach Sardinien und nicht nach Spanien. Also war meine neue Aufgabe, im Internet mit meinem neuen Laptop eine andere Bleibe zu suchen, und es machte mir so Freude. In Sardinien hatte es so schöne Ferienwohnungen. Ich fand dann auch eine kleine 2-Zimmer-Wohnung, aber mit grosser Veranda und mit einem Garten mit Sitzplätzen und Cheminee für 600 Euro im Monat. Ich schrieb mit dem Besitzer hin und her und er hatte ebenfalls ein Haus zu vermieten, 100 m vom Meer entfernt. Wir hatten schon fast das Datum abgemacht, wann ich einmal 2 Wochen zum Probewohnen kommen würde. Also war nur noch die Fahrt nach Sardinien ein Problem, ich wollte mit der Fähre nach Sardinien, da ich auch noch die Katze bei mir hatte.

In der Zwischenzeit oder vorher noch ging ich auf die kleine Terrasse oben am Haus und wollte mich sonnen, doch trat ich dann nur gegen den Liegestuhl, da mich schon wieder die Anwohner störten.

Einmal schaute der Italiener, den mir der Quartiermeister vorgestellt hatte, aus dem Fenster heraus und lächelte mich an. Ich schrie ihn an, denn ich fand, da er verheiratet war, sollte er nicht mit mir flirten. Doch er fluchte nicht zurück, sondern steckte den Kopf wieder zurück, das fand ich so süss. Die Spanier fluchten immer zurück und waren sehr dominant.

Danach hatte ich das Gefühl, er wolle mich führen und er antwortete mir immer mit Tönen, die ich oberhalb vom Haus hörte, als ob er oberhalb vom Haus wohnte. Er wohnte direkt hinter dem Haus. Und so dachte ich wieder an ihn, da mir auch mal der pensionierte Nachbar sagte, seine Frau lebe in Barcelona, ihr gefalle es nicht so hier und sie sei fast nie hier im Quartier. Deshalb hatte ich nicht so ein schlechtes Gewissen und übte ein bisschen im Haus, als wäre er mein Mann. Und übte, wie ich ihn bedienen und für ihn kochen, ihm das Essen, den Kaffee etc. bringen würde. Und dann fing ich schon an, Fantasien mit ihm zu haben, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann das war. Wie ich mit ihm ass und ihn fütterte und er mich und ich ihm auf dem Schoss sitzen würde etc.

Abends ging ich dann immer auf die Terrasse und redete mit ihm. Ich sah ihn dort in seinem Haus, ich redete ja immer italienisch und er war ja Italiener und hörte mir bestimmt zu. So konnte ich mich beruhigen von den Spaniern. Ich ging auch schon tagsüber an seinem Haus vorbei und schaute, wie er angeschrieben war und es waren drei Personen angeschrieben. Da war ich wieder enttäuscht, da ich doch insgeheim hoffte, er wäre gar nicht verheiratet. Ich dachte dann, es seien vielleicht noch Angestellte. Ich klaute dann einmal sogar Feigen an seinem Feigenbaum am Eingang und dachte, er käme so aus dem Haus. Doch nichts regte sich. Er hatte fast das normalste Haus in der Gegend, ohne Stahlgitter an den Fenstern, mit einem schönem, riesigem Garten und bestimmt mehr als 10 Zimmern, es war zweistöckig. Einen Schäferhund hatte er auch noch.

Eines Nachts wollte ich im Doppelzimmer schlafen, da kamen Männer an das Fenster und sagten, sie würden mich mit dem Revolver umbringen. Ich ging sofort aus dem Zimmer und schloss mich mit der Katze im Bürozimmer ein, wo es auch ein Bett hatte und wo man die Stores nicht so gut aufmachen konnte. Die Nachbarin sagte dann noch, sie könne mir nicht helfen, und die gemeinen Frauen im Quartier riefen noch auf Italienisch: „Speriamo che crepa.“ Sie hofften, ich verrecke! Doch es passierte nichts. Am nächsten Morgen war der Store im grossen Schlafzimmer geöffnet. Ich konnte nun nicht mehr dort schlafen …

Eines Abends beschloss ich, zum Italiener zu gehen, da ja der Quartiermeister gesagt hatte, das sollte ich tun, wenn ich Hilfe bräuchte. Ich bereitete also ein Necessaire vor mit Tresor-Duschgel und Schminkzeug und wollte zum Quartiermeister gehen, damit er mich zu dem Italiener bringen würde. Die Spanier drohten mir wieder, sie würden mich umbringen, wenn ich rausginge. Ich schnappte mir noch ein Küchenmesser zum Schutz und das Nokia und ging zum Quartiermeister. Doch der kam nicht raus, sondern schloss nur hinter dem Fenster die Gardinen. Ich war so wütend, dass ich wieder besser laufen konnte und nicht mehr hinkte. So ging ich alleine zum Italiener … Ich wollte einfach in sein Haus gehen und öffnete das Gittertor auf der Seite des Hauses. Doch sein Schäferhund bellte. Also ging ich weiter. Da war ein schwarzhaariger Mann mit blauem T-Shirt draussen auf dem Balkon einer Wohnung. Er nervte mich mit seinem blauen T-Shirt, ich schiss ihn zusammen und er machte mir das Zeichen „bescheuert“, sein Bullterrier bellte auf dem Balkon. Es war, glaube ich, der Mann, dem ich die Vase nachgeschmissen hatte. Er fluchte mich dann zusammen und machte eine Bewegung, als ob er vom Balkon springen und auf mich losgehen würde. Ich hatte Angst, nahm nun das Küchenmesser hervor und stach in der Luft drauflos. Der Typ zeigte mir dann noch seinen nackten A., seine zwei blonden Freundinnen waren noch bei ihm und eine sagte: „Geh nach Hause …“