Von Glücksrittern und Alltagsheldinnen - Riki Wunderer - E-Book

Von Glücksrittern und Alltagsheldinnen E-Book

Riki Wunderer

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Beschreibung

25 Geschichten über das Glück und das Scheitern Unverhofft kommt in diesem Band eine Buchhalterin auf den Hund und wird Geschäftsführerin. Ein verliebter Polizist stürzt über einen Krug ins Verderben oder der Fotoausflug in die Unterwelt wird zum Spießrutenlauf der Angst. Ein Fisch begehrt auf und rettet sich damit das Leben. Während Gras über das Grab des Ehegatten wächst, entdeckt die Witwe seine wahre Natur. Wünsche und Träume geraten aus dem Ruder und wachsen den Beteiligten über den Kopf, denn der ganze Segen scheint in einer einzigen Sache zu liegen. So wird eine Komödie nur allzuleicht zur Tragödie oder umgekehrt. Manchmal aber können auch kleine Wunder geschehen, denn Geschichten sind unberechenbar.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Riki Wunderer

Von Glücksrittern und Alltagsheldinnen

Riki Wunderer

Von Glücksritternund Alltagsheldinnen

25 unberechenbare Kurzgeschichtenmit Tiefgang

© 2021 Riki Wunderer

Autorin: Riki Wunderer

Umschlaggestaltung und -abbildungen: Riki Wunderer

Foto der Autorin: Anselm Wunderer

Korrektorat: Meike Licht

Buchsatz: Eva Denk

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback

978-3-347-23079-8

Hardcover

978-3-347-23080-4

E-Book

978-3-347-23081-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Tausend Rosen

Klettern

Der Kuchen

Der zerbrochene Krug

Der Büchernarr

Der Wolf

Bergwärts

Der Lawinenhund

Hühner füttern

Das Orakel

Der Karpfen

Am Laufsteg

Roquefort und die Sonntagsfrau

Der Klavierhocker

Die Räuber

Tabula rasa

Schüsse im Kanal

Der Auftrag

Klaus

Der Schatz

U7 Air

Zusammen stirbt man weniger allein

Hanni räumt auf

Alles was recht ist

Tauchen

Über die Autorin

Für meine Lieben

Tausend Rosen

»Nicht wer wenig hat,sondern wer zu viel wünscht, ist arm.«Lucius Annaeus Seneca

Rosa, weiß, orange, rot, pink, gelb … große und kleine Blüten. Und alle nur uni – einfarbig!

Zum dritten Mal ging sie die Reihen im Gartenmarkt ab, um vielleicht doch noch die eine Sorte zu finden, die sie sich für den Rosenbogen in ihrem kleinen Garten vorgestellt hatte. Viele kleine Blüten wollte sie im nächsten Sommer haben. Und zwar innen schneeweiß und der Rand rosa-zartpink gefiedert. Sie wusste genau, dass es so etwas gab. Irgendwo hatte sie das schon gesehen. Wenn sie nur wüsste, wo das war! Plötzlich wurde ihr klar, dass sie diese Rose hier bei Bella-Garten nicht finden würde. Denn das was sie suchte, war schließlich etwas ganz Besonderes. Hier gab es nur Durchschnittliches. Dieses Jahr gepflanzt, im nächsten entsorgt und erneuert. Sie musste eine kleinere Gärtnerei finden. Am besten eine, die sich auf Rosen spezialisiert hatte.

Gedacht, getan, stellte sie den leeren Einkaufswagen zu den anderen Gesellen in die Kolonne, ging zum Parkplatz und setzte sich ins Auto. Aber wo fand sie nun eine kleine, traditionelle Gärtnerei? Mit dem Schwerpunkt Rosen natürlich. Sie zermarterte sich das Gehirn und malträtierte die Suchfunktion am Smartphone, aber es wollte keine passende Antwort auftauchen. Geistesabwesend klickte sie sich von ›Rosen kaufen‹ zu ›Rosensorten‹ zu ›Rosen schneiden‹ zu ›Rosen pflanzen‹. Und plötzlich landete sie bei ›Rosen züchten‹ und fand die Seite der städtischen Gärtnerei. Als sie bereits einigermaßen hoffnungslos durch die Bilder scrollte, entfuhr ihr ein spitzer Schrei. »Aaaahhh! Da ist sie ja … genau das ist sie!«, stellte sie erfreut fest. Ganz unten fand sie die Mitteilung, dass das Stadtgartenamt auch einen Verkaufsladen hatte.

Jeden Dienstag, von 8 – 12 Uhr, las sie. Was für ein Glück, dachte sie. Heute ist Dienstag und bis zwölf Uhr würde sie es schaffen. Rasch gab sie die Adresse ins Navi ein und fuhr los. Fünf vor zwölf betrat sie den Laden und sah sich nach einem Verkäufer um. Ein Mann in einem grauen Arbeitsmantel tauchte kurz darauf aus einer Tür auf und meinte, dass sie bald schließen würden.

»Ja, ich weiß«, sagte sie, »aber ich brauche nur zwei Stück von dieser hier, die Usurpatore, sehen Sie?«, und hielt dem Mann das Smartphone mit dem Bild ihrer Traumrose hin.

»Ach ja, das ist wirklich eine sehr schöne und ungewöhnliche Züchtung. Aber ich sage ihnen gleich, sie wächst sehr schnell. Sie werden also schon einige Arbeit damit haben.«

»Oh, das macht nichts. Die oder keine. Zwei Stück möchte ich bitte!«

»Ja gut, Ihre Entscheidung«, sagte der Verkäufer, drehte sich um und ging durch die Tür, aus der er kurz zuvor gekommen war. Bald darauf kam er mit zwei Töpfen mit dornigem Gestrüpp, an welchem jeweils ein Etikett mit Sortenname, Bild und Pflegeanleitung hing. Dann zeigte er auf die Wand hinter sich, an welcher einige Gartengeräte hingen.

»Diese Gartenschere kann ich Ihnen …«, weiter kam er nicht, denn sie hatte es nun eilig.

»Nein danke, ich habe eine zu Hause.«

»Ich zeige Ihnen noch, wie sie geschnitten werden …«

»Nein, nein, vielen Dank, ich kenne mich aus.«

Der Gärtner zuckte mit den Schultern. »Ganz wie Sie wollen.«

Sie bezahlte und nahm die Pflanzen freudig in Empfang.

Zu Hause grub sie die Rosen beiderseits des Torbogens ein und goss sie. Dann betrachtete sie zufrieden ihr Werk. Wie die meisten Gärten in den Wohnsiedlungen war auch ihr Garten nicht sehr groß. Aber sie war froh, dass sie wenigstens diese kleine grüne Oase hatte. Der Torbogen, an welchem sich im nächsten Sommer die Rosen emporranken sollten, stand direkt am Zaun. Dahinter war die Feuermauer des nächsten Hauses und sie hatte einfach keine Lust mehr gehabt, diese öde Wand zu sehen. Jetzt war es November. Aber im nächsten Jahr würde sie sich an den weiß-rosa Blüten erfreuen. Sie konnte es kaum erwarten.

Am nächsten Morgen glaubte sie zu träumen. Der Torbogen war nicht nur über und über mit weiß-rosa Blüten überwuchert, sondern auch die Mitte dazwischen vollkommen überwachsen. Sie rieb sich ungläubig die Augen. Das konnte doch nicht wahr sein! Träumte sie? Sie kniff sich in beide Ohrläppchen, dass es weh tat. Dann ging sie zur blühenden Pracht und befühlte noch immer ungläubig die Blütenblätter. Prompt stach sie sich dabei in die Finger.

»Also kein Traum«, sagte sie laut.

»Wow …!!! Und das im November!«, und blieb mit offenem Mund stehen. Als Mann und Kinder nach Hause kamen, fanden sie das Blütenwunder zwar höchst seltsam aber nichtsdestotrotz wunderschön. Auch die Nachbarn bewunderten den Rosenbogen. Dann gingen sie hinein, denn so großartig die Blütenpracht auch anzusehen war, im November wurde es früh finster und es war kalt.

Am nächsten Morgen nahm sie die Gartenschere, um die rasch gewachsenen Rosen etwas zurechtzustutzen. Wieder hatten sich über Nacht die Rosen entlang der Feuermauer und sogar ein Stück weit über dem Boden ausgebreitet. Einige Äste schlangen sich bereits links und rechts am Zaun entlang. Das würde den Nachbarn kaum gefallen, dachte sie. Drei Stunden arbeitete sie daran, die Rosenstöcke beiderseits des Torbogens in die Schranken zu weisen. Schließlich streifte sie die Gartenhandschuhe ab und legte zufrieden die Schere weg. Das war sicher nur der erste Wachstumsschub, dachte sie. Nun hatte sie den ersten Schnitt gemacht und den Wuchs dem Torbogen angepasst.

»Gut, gut«, sagte sie, aber leise, leise nisteten sich Zweifel in ihr ein. Denn etwas unheimlich war das Ganze ja schon.

Am frühen Morgen klingelte es an der Haustür.

»Wer kann denn das sein um diese Zeit?«, sagte sie und ging zur Tür, um zu öffnen.

»Also Rosen hin oder her, aber das ist denn doch zu viel. Die wachsen ja schon über den Zaun. Unser Marillenbaum ist ja kaum mehr zu sehen. Das geht wirklich nicht Frau …«

»Was … wieso … ich hab doch gestern …«

»Ja schauen Sie sich das an, das ist doch eine Katastrophe. Wenn die so weiterwachsen, sind wir bald eingeschlossen wie die Königsfamilie«, sagte aufgebracht die Nachbarin.

Sie ging mit ihr in den kleinen Garten, wo die Ranken der wachssüchtigen Pflanze die ganze Feuermauer, die Wiese und die Zäune zu den Nachbarn erreicht hatte. So dicht, dass sie nicht einmal mehr den Marillenbaum jenseits des Maschenzaunes sehen konnte. Einige Zweige hatten sogar schon die Regenrinne erreicht und waren auf dem besten Weg, das Dach zu überwuchern.

»Das gibt’s doch nicht«, sagte sie entgeistert, »ich hab doch gestern …«

»Ich erwarte, dass Sie das in Ordnung bringen. Heute noch!«, stieß die Nachbarin erbost hervor und ging zur Tür hinaus.

»Ich glaube, ich muss jetzt beim Stadtgartenamt anrufen, das geht ja nicht mit rechten Dingen zu«, wandte sie sich ihrem Mann zu, der nun neben ihr stand und seinem Erstaunen mit einem lauten Pfiff Ausdruck gab.

»Ja, das glaub ich auch. Mach das. Ich muss jetzt auf jeden Fall weg. Ich fahr die Kinder gleich zur Schule.«

Als die Familie aus dem Haus war, suchte sie die Nummer vom Stadtgartenamt heraus und wählte. »Guten Tag, unsere Geschäftszeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 12 Uhr«, tönte es aus dem Hörer.

»So ein Mist!«, dachte sie. »Heute ist Mittwoch. Muss ich wohl noch einmal mit der Schere Ordnung schaffen.«

Diesmal aber brauchte sie fast den ganzen Tag. Als sie endlich damit fertig war und sich erschöpft auf das Sofa sinken ließ, dämmerte es bereits. Morgen war Donnerstag, da würde sie als erstes im Stadtgartenamt anrufen. Die müssten ja schließlich wissen, wie man diese wildgewordenen Rosenstöcke bändigen muss.

Als am Morgen der Wecker klingelte war sie beunruhigt. Eigentlich müsste es um diese Zeit schon viel heller sein. Dann sah sie es: Das Schlafzimmerfenster war vollkommen mit Rosenranken überwuchert. Fassungslos stürzte sie in die anderen Zimmer. Überall das gleiche Bild: Rosen und Dornen. Dann wollte sie die Haustür öffnen. Etwas hielt sie von draußen fest.

»Das gibt’s ja nicht!« schrie sie außer sich »Hiiilfeeee!«

Dann klingelte das Telefon. Es war die Nachbarin »Jetzt reicht es!«, brüllte sie. »Unternehmen Sie etwas, sofort …« Eine Schar von Schimpfwörtern folgte, die sie sich nicht weiter anhören wollte und drückte deshalb den ›Aus‹ Knopf. Kaum hatte sie aber aufgelegt, klingelte es schon wieder. Die nächste Nachbarin. So ging es eine ganze Stunde, bis sie endlich das Telefon von der Leitung kappte. Offenbar war die ganze Siedlung mit dornigem Gestrüpp und Rosenblüten zugewachsen.

Sie nahm ihr Smartphone und wählte die Nummer vom Stadtgartenamt. Es war zwar noch nicht ganz acht Uhr, aber nach ein paarmal Läuten hob jemand ab. Noch völlig aufgelöst und verstört erklärte sie dem Mann die Situation.

»Und die Rosen sind von uns?«, fragte der Mann.

»Ja sicher, Usurpartore heißt sie.«

»Kenn ich nicht. Sagt mir gar nichts.«

»Aber ich hab sie doch bei ihnen gekauft. Vorgestern. Bei einem Kollegen von ihnen. Nicht sehr groß. Um die fünfzig. So einen grauen Arbeitsmantel hatte er an … mit dem Logo vom Stadtgartenamt.«

»Wir haben grüne Arbeitskleidung. Graue gibt’s gar nicht bei uns … da müssen Sie wohl woanders gewesen sein.«

»Das gibt’s doch nicht! Stadtgartenamt, Dahlienweg 1b. Verkauf Dienstag von 8 bis 12 Uhr.«

»Dahlienweg 1a. Hören Sie verehrte Dame, wir haben sehr viele Rosensorten und wir verkaufen natürlich auch welche. Aber eine Usurpatore haben wir nicht und auch nie gehabt. Da bin ich mir ganz sicher.«

Klettern

»Die meisten Probleme entstehen bei ihrer Lösung.«Leonardo Da Vinci

Als Kind war Sanna kein Baum zu hoch, kein Abhang zu steil. Und es versteht sich fast von selbst, dass sie nie ein Seil, geschweige denn Helm, Gurt, Kletterhaken oder Karabiner gebraucht hätte. Sie hatte zwei Füße, um nach festem Stand zu tasten, zwei Hände um zu greifen und sich festzuhalten, und ein paar wissende Augen, um den nächsten Griff auszumachen, der aufwärts führte. Ihr Körper schien von klein auf dazu gemacht, sich nicht nur horizontal, sondern auch vertikal fortzubewegen. Und sie hatte vor allem Spaß an letzterem. Je höher, desto lieber.

Hätten ihre Eltern von den Ausflügen gewusst, wäre der Lohn dafür eine schallende Ohrfeige gewesen. Aber auch davon hätte sie sich nicht abhalten lassen. Im senkrechten Fels aufwärts fühlte sie sich lebendig und in ihrem Element.

Es war eine dieser Nächte, in welchem der Kopf nicht zur Ruhe kam. Schlaf finden und aufwachen zwischen Traum und Wirklichkeit. Solche Nächte, über die man schwören würde, dass man kaum zwei Stunden geschlafen hatte, obwohl ein stiller Beobachter gleichermaßen stete Atem- und Schnarchgeräusche bestätigen würde.

Sanna drehte sich noch im Halbschlaf auf die rechte Seite und schlug dann die Augen auf. Es dämmerte bereits und im Halbdunkel fiel ihr Blick auf das bärtige Gesicht von Peter. Da fiel es ihr wieder ein. Der Streit gestern Abend. Peter hatte ihr eröffnet, dass sie nach Dubai gehen würden. In zwei Wochen. Ganz selbstverständlich hatte er angenommen, dass sie mitkommen würde. Schließlich wären sie seit sieben Jahren ein Team, hatte er gemeint.

Für Peter waren die Windräder, Sendemasten, Fassaden, Hochhäuser und Industrieprojekte in schwindelnder Höhe der ultimative Kick. Sie kannte Peter. Die abwechslungsreichen Herausforderungen zwischen Klettern und Technik waren seine Leidenschaft. »Du hast doch auch Spaß daran«, hatte er gesagt. Sanna spürte wieder die Wut im Bauch hochkommen. Er hatte offenbar keine Ahnung davon, woran sie wirklich Spaß hatte. Sicher war ihre Arbeit interessant und brachte auch finanzielle Sicherheit, aber für lange Zeit und hopp, hopp nach Dubai? Nein. Sanna konnte sich ein Leben ohne Berge, ohne den Fels unter ihren Fingern, ohne Freeclimbing einfach nicht vorstellen. Weder für einen Monat und schon gar nicht für die von Peter in Aussicht gestellten drei Jahre.

Seit sieben Jahren arbeiteten sie zusammen im Team und fünf Jahre lang waren sie ein Paar. Kannte er sie so wenig? War es ihm egal? War die Arbeit alles, was sie verbunden hatte? Und hatte er sie überhaupt jemals ernst genommen?

Sanna spürte die Distanz zu Peter. Obwohl er gerade so nah bei ihr lag, tat sich plötzlich ein tiefer Abgrund auf. Genauso gelassen wie er gestern das Dubai-Projekt präsentiert hatte, schlief er hier neben ihr, ganz friedlich und entspannt.

Sie hielt diesen Anblick nicht mehr aus und stand auf. Es war fünf Uhr dreißig und draußen wurde es langsam hell. Sie ging in die Küche, setzte Teewasser auf und zog sich an. Dann saß sie da, die dampfende Tasse in den Händen und schaute ins Leere. In ihrem Kopf kreisten die Fragen zum Gehen oder Bleiben und den jeweils damit verbundenen Konsequenzen.

»Drei Jahre!«, stieß sie halblaut aus. »Der spinnt doch.« Dann sprang sie auf, schlüpfte in ihre Sneakers und legte eine Nachricht auf den Tisch – Bin zur Geierwand. Sie musste den Kopf frei bekommen.

Die Kletterrouten der Geierwand kannte sie im Schlaf. Heute wählte sie den schwierigsten Einstieg, der an der hohen Fichte vorbei über den kleinen Überhang nach oben führte. Heute brauchte sie eine körperliche Herausforderung, um wieder klar zu werden. Als sie an der Wand ankam, war ihr vom Anstieg warm geworden. Sie machte ein paar Dehnungsübungen und legte sich den Chalkbag um die Hüften. Dann war sie bereit für den Aufstieg. Während ihr Blick die Wand hoch wanderte und die möglichen Griffe erkannte, kreiste hoch über ihr ein größerer Vogel. An jedem anderen Tag hätte sie ihm und seinen scharfen »Pijä« Rufen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Diesmal aber war sie abgelenkt und nahm den kreisenden Schatten nur am Rande wahr.

Auf den ersten Metern nach oben tauchten immer wieder Bruchstücke der gestrigen Auseinandersetzung auf. »Das ist doch eine Riesenchance … wir gehören doch zusammen … und … du willst das doch auch«, hatte Peter gesagt. Offenbar hatte er keine blasse Ahnung, was sie wollte. »Hey, wir verdienen das Dreifache«, meinte Peter noch, als ob sie das Geld jemals so wichtig genommen hätte. Nein wirklich, dachte Sanna, er hatte keine Ahnung.

Dann kam der Überhang und Sanna brauchte ihre ganze Aufmerksamkeit für diese schwierige Passage. Wieder hörte sie den Vogelruf: »Pijä, Pijä!«, tönte es über ihr. Kurz darauf, gerade ging es wieder senkrecht aufwärts, hielt sie inne. »Pijä!«, rief der Vogel wieder und unter ihr antworteten mit schrillem Ton »Piij – Piij – Piij« Rufe aus den Baumkronen. Sanna sah sich um, als sie plötzlich einen Aufprall im Bereich der Schultern spürte und gegen die Wand knallte. Ein Bussard, dachte sie noch, dann verlor sie den Halt und fiel.

Eigentlich hätte sie tot sein müssen.

Sanna streckte den rechten Arm aus und stöhnte auf. Ein scharfer Schmerz zog von ihrer Schulter über den Ellenbogen bis zum kleinen Finger. Langsam wandte sie den Kopf und sah sich um. Grün, grün – alles grün. Sie versuchte sich zu erinnern. Da war … der Bussard. Er hatte sie angegriffen. Oberhalb des Überhangs. Direkt oberhalb der Fichte war sie gefallen.

Dann spürte sie den rauen Druck diagonal unter ihrem Rücken und ein herber Geruch stieg ihr in die Nase. Was war das nochmal? Fichte … Harz … die Fichte hatte ihr das Leben gerettet. Sanna versuchte, ihre Lage im Geäst etwas zu verbessern und verlor dabei beinahe das Gleichgewicht. Wie lange lag sie schon hier, wie lange war sie weggetreten? Zwei Minuten – zwei Stunden? Die Uhr … hatte sie im Schlafzimmer liegen lassen. Dann hörte sie den Bussard wieder. Es war Frühling, dachte Sanna. Er musste ganz hier in der Nähe sein Nest haben. Zu dumm, dass sie nicht auf die Warnungen geachtet hatte.

Und dann fielen ihr wieder Peter und der Auftrag in Dubai ein. Und das Handy – rechts hinten in der Gesäßtasche. Sie hielt sich links an einem Zweig fest und rutschte auf ihrem Ast etwas nach rechts, um an ihre Pobacke heranzukommen. Dann wollte sie mit der rechten Hand nach dem lebensrettenden Gerät greifen. Wieder durchfuhr ein scharfer Schmerz ihren Arm. Sie hatte sich wohl die Schulter ausgerenkt. »Ahhh, verdammt …«, stieß sie aus. Dann versuchte sie sich aufzurichten. Schob sich mit den Beinen zum Stamm hin, bis sie daran angelehnt, aufrecht auf ihrem Ast saß. Sie blickte nach unten. Die Fichte war circa sechzig Meter hoch. Etwa das obere Drittel rundum mit Ästen bewachsen, darunter nur mehr der Stamm, an welchem hier und da ein paar Reste von abgebrochenen Zweigen herausragten. Wäre da nicht dieser irre Schmerz in der Schulter, würde sie einfach hinunterklettern, dachte Sanna. Also doch lieber Hilfe holen. Sie griff mit der linken Hand nach der rechten Gesäßtasche. Dabei versuchte sie, die verletzte Schulter so gut als möglich zu entspannen und den Schmerz wegzuatmen. Zentimeter für Zentimeter zog sie das Telefon mit den Fingern unter dem Stoff hervor und hatte es beinahe geschafft, als sie vor einem Flattern knapp über ihrem Kopf erschrak. Reflexartig ließ sie das Telefon los, um mit ihrer Hand den Kopf zu schützen. Das Handy fiel auf den Waldboden. »Scheiße, verdammte Scheiße!«, entfuhr es Sanna.

Eine Weile saß sie mit hängenden Beinen und einer Scheiß-Tagheute-Miene auf ihrem Ast und kam schließlich zur Erkenntnis, dass sie sich wohl selbst helfen musste. Entschlossen holte sie einmal tief Luft, sammelte sich und rutschte langsam dem nächsten Halt entgegen. Der Abstieg war schmerzvoll und Sanna hoffte inständig, dass der Bussard sie nun in Ruhe ließ. Langsam, mit einer Hand und den Füßen tastend, arbeitete sie sich nach unten und schließlich hatte sie es geschafft. Vollkommen erschöpft, aber erleichtert, fand sie ihr Telefon, das vom Sturz glücklicherweise nur ein paar Kratzer abbekommen hatte. Jetzt erst bemerkte sie, dass ihr Knie schmerzte und dass die Krallen des Bussards eine brennende Spur in ihrem Rücken hinterlassen hatten. Sie hatte genug für heute und tippte auf das Telefonsymbol. Peter anrufen? Nein, sie hatte keine Lust auf Erklärungen und weitere Diskussionen. Er musste ohne sie fahren. Sanna würde hier bleiben und notfalls irgendeine andere Arbeit finden. Hier gehörte sie hin, hier in den Bergen war sie zu Hause. Dann öffnete sie das Adressbuch und wählte die Nummer von Gregor – dem Freund und Kollegen von der Bergrettung.

Der Kuchen

»Über Geschmack lässt sich nicht disputieren.«Immanuel Kant

Na du bist ja süß!«, sagte das Mehl. »Aber du bist zu früh. Die Germ war gerade noch im Kühlschrank und muss sich erst erwärmen. Außerdem bist du wieder einmal viel zu viel. Andauernd übst du dich in maßloser Selbstüberschätzung. Hauptsache süß, was?«

»Schau lieber auf dich selbst und plustere dich nicht so auf!«, sagte schnippisch der Zucker und ließ sich in das Mehl fallen, dass es nur so staubte.

»Salz, Salz …«, rief das Mehl, »sonst versüße ich hier noch. Das ist ja nicht auszuhalten, wie der sich aufdrängt.«

»Gleich, gleich«, sagte das Salz, »ich warte nur noch auf das Wasser.«

»Was? Keine Milch heute? Das ist doch langweilig.«

»Nein, Laktose-Unverträglichkeit«, meinte das Wasser.

»Wo bleibt denn jetzt die Germ? Ist ihr hoffentlich langsam warm geworden?«

»Seid nicht so ungeduldig, gut Ding braucht eben Weile«, sagte träge die Germ. Überhaupt schien die Langsamkeit in ihrem Temperament zu liegen. Denn sie kam erst bei gewisser Temperatur so richtig auf Touren. Weder zu heiß, noch zu kalt sollte es sein. Man konnte wirklich nicht behaupten, dass sie zu den Schnellsten gehörte. Aber wenn sie sich in idealer Umgebung erwärmen konnte, dann lief sie verlässlich zur Höchstform auf.

Mit einem satten, gemächlichen Plopp ließ sie sich ins Mehl fallen.

»Und wo bleibt jetzt das Wasser?«, maulte sie, als es im nächsten Moment auch schon auf sie niederfloss und rundum einen kleinen See bildete. Die Germ fühlte sich wohl und breitete sich aus.

»Und das Salz?«, meckerte das Mehl. »Ohne Salz mach ich nicht mit.«

»Ich warte noch auf Rosinen«, sagte bockig das Salz.

»Nein, igitt, bloß keine Rosinen!«, schrie der Zucker auf und schüttelte sich. »Ich bin die süßeste, die leckerste, die zuckrigste Hauptsache aller Mehlspeisen. Ohne mich seid ihr alle zusammen gar nichts.«

»Gib nicht so an!«, rieselte das Salz herbei und brachte die Rosinen mit. »Immer musst du gleich so einen Aufstand veranstalten. Als ob es überhaupt nichts Wichtigeres gäbe als dich. Dabei haben schon alle die Nase voll von dir. Warte nur, bis es heißt: Diabetes. Dann kannst du dir deine Auftritte sparen. Dann kannst du verschimmeln in deiner dämlichen Dose.«

»Ja genau, mir geht dieses ewige Gedöns auch schon auf die Nerven«, stimmte das Mehl mit ein.

»Also ein klein wenig Zucker macht es schon leichter«, sagte die Germ.

Die Rosinen fühlten sich zurückgesetzt, das Wasser wollte endlich anfangen und dem Salz platzte endlich der Kragen wegen der dauernden Verzögerungen.

Bald darauf artete die Diskussion in einen handfesten Streit aus. Die Parteien prallten aufeinander, schlugen und boxten sich, bis alle zusammen so durchmischt waren, dass sie ihre wahre Natur kaum mehr ausnehmen konnten.

Ofentür auf, rein mit der ganzen Gesellschaft und Ruhe war.

Endlich!

Der zerbrochene Krug

»Je mehr du dich selbst liebst,je mehr bist du dein eigener Feind.«Marie von Ebner-Eschenbach

Prolog

Gruppeninspektor Richter hielt vor dem Schulgebäude. Schon von Weitem sah er Lebrechts antiquierten BMW, der mit Frontspoiler, Heckverkleidung und vier verchromten Auspuffrohren als Rennwagen verkleidet war. Feuerrot mit schwarzen Streifen sollte er wohl ein paar PS mehr vortäuschen, als tatsächlich unter der Haube waren. Wegen Übertretung von Geschwindigkeitsbegrenzungen hatte er Lebrecht schon mehrfach abgestraft. Diesmal aber hatte die Schulleitung angerufen, dass Lebrecht vor der Schule mit Drogen handeln würde.

Richter stieg aus und setzte sich die Dienstmütze auf das Toupet. Er war noch immer eine stattliche Erscheinung. Seine leicht geröteten Augenlider und der Bauch, der über den Gürtel hing, zeugten allerdings von langen Nächten am Stammtisch und sein sinnlich-begieriger Blick von zahlreichen erotischen Abenteuern. Bis vor einigen Jahren zumindest. In Uniform aber fühlte er sich noch immer als der jugendliche Herzensbrecher, der er einmal gewesen war.

Deshalb fiel sein Blick zuerst auch auf das Mädchen, das zwischen den beiden jungen Männern stand. Er kannte sie, denn der Vorort hier hatte Dorfcharakter. Eva war die Tochter der Makler-Witwe. Und sie war ihm mit ihrer aufblühenden Weiblichkeit bereits einige Male aufgefallen. Er straffte seine Schultern und zog den Bauch ein. Er war schließlich dienstlich hier, sagte er sich und es war ihm nicht bewusst, dass sich für ihn das eine vom anderen nicht so gut trennen ließ.

Als Richter näher kam, packte der eine Bursche Lebrecht am Kragen und das Mädchen versuchte, ihn wegzuziehen.

»Was ist hier los?«, fuhr Richter dazwischen.

»Nichts Besonderes, nur eine kleine Meinungsverschiedenheit. Kein Fall für die Polizei.« Lebrecht hob unschuldig die Hände und vergrub sie anschließend grinsend in den weiten Taschen seiner Hose, die lässig auf seinen Hüften hing.

»Ihre Ausweise bitte!«

»Hab ich etwa falsch geparkt?«, feixte Lebrecht und fingerte in der Gesäßtasche nach seinem Portmonee. Richter verlieh seiner Forderung mit ausgestreckter Hand Nachdruck.

»Iss ja gut«, sagte Lebrecht und streckte Richter seinen Führerschein hin. Ohne Lebrecht aus den Augen zu lassen, wandte sich Richters Hand an den anderen jungen Mann. »Ihren auch!«

Der wühlte hektisch in seinem Rucksack, zog schließlich einen zerknitterten Personalausweis hervor und ließ die Tasche offen an seiner Schulter hängen. Richter faltete die Dokumente auseinander.

»So, so. Robert Hölzl«, bemerkte er mit einem raschen Seitenblick zu Robert.

»Und Alexander Lebrecht.« Nach einer kleinen Pause fügte er hinzu: »Wir hatten ja schon das Vergnügen.«

Lebrecht zuckte grinsend mit den Schultern, drehte eine lässige kleine Runde um die kleine Gruppe und steckte sich eine Zigarette an.

Die Papiere in der Hand, wandte sich Richter dem Mädchen zu und tippte mit zwei Fingern der rechten Hand galant an den Rand seiner Schirmmütze. Hübsch war sie, dachte er. Kein aufdringliches Makeup, grelles Outfit oder provozierende Piercings wie manche andere junge Mädchen heutzutage. Nur ihre Nike-Tasche wies darauf hin, dass sie ein Kind der Zeit war. Nein, sie wirkte wie ein nettes, vielversprechendes Mädchen auf Richter. Ein wenig schüchtern vielleicht, aber gerade das fand er reizend.

»Ich habe aber nur einen Schülerausweis dabei«, sagte sie.

Richter wiegte den Kopf. »Dann werde ich Sie wohl mitnehmen müssen …«

»Aber warum?«

Richter lachte begütigend: »Schon gut, das genügt schon«, und nahm ihren Ausweis, von welchem ihm ein typisches Automatenfoto entgegen starrte. »Hmmm, Eva Krull also. Das Foto sollten Sie mal austauschen.«

»Warum? Das ist noch ganz neu.«

»Mag sein, aber dieses Bild wird der Wirklichkeit nicht gerecht«, sagte er schmeichelnd und sah mit einem schnellen Blick, wie Eva rot wurde. Dann gab er den Ausweis zurück und wandte sich wieder Lebrecht zu.

»Nun zu Ihnen Lebrecht. Taschen ausleeren!«

»Was?«

»Sie haben schon richtig gehört, leeren Sie ihre Taschen aus!«

»Was soll denn das jetzt, das grenzt ja an Polizeigewalt.«

»Mach keinen Aufstand, sondern tu es einfach. Zeig her, was du so mit dir herumträgst. Wenn du nichts zu verbergen hast, dann hast du auch nichts zu befürchten.«

»Komm mach schon«, fügte er mit einem Seitenblick auf Eva Krull hinzu. Seitlich neben ihm nahm er zwar eine Bewegung wahr, durch Evas Anwesenheit war er aber abgelenkt. So fand sich in Lebrechts Taschen nichts weiter als seine Brieftasche, Zigaretten, ein Sturmfeuerzeug, die Schlüssel zum roten Rennwagen und ein Kondombriefchen.

»Ist das alles?«

»Sehen Sie doch selbst nach«, frohlockte Lebrecht und drehte so weit als möglich die Taschen um.

Richter gab ihm den Führerschein zurück. »Ich krieg dich schon noch, Freundchen.«

»Wenn Sie glauben. Kann ich jetzt gehen?«

Richter gab Lebrecht den Führerschein zurück und machte ihm mit einer Handbewegung klar, dass er hier nichts mehr verloren hatte.

»Nun zu Ihnen.« Richter senkte seinen Blick auf den Personalausweis. »Robert Hölzl. Was haben Sie zu schaffen mit Lebrecht?«

Robert machte entrüstet einen kleinen Schritt rückwärts. »Gar nichts.«

»Sie haben sich hier mit ihm getroffen?«

»Nein. Eva und ich haben uns verabredet. Er kam einfach dazu«, stieß Robert noch immer verärgert aus.

»Und was war da eben noch?«

»Gar nichts, was soll gewesen sein?« Robert schielte auf seinen Ausweis in Richters Hand. »Können wir jetzt gehen?«

»Zuerst will ich sehen, was Sie in Ihren Taschen haben.«

»Was?«

»Ja, Taschenkontrolle. Wir haben eine Anzeige wegen Drogenhandel.«

»Wenn es unbedingt sein muss, aber Sie werden bei mir nichts finden. So ein Zeug brauch ich nicht.«

»Das werden wir ja sehen.«

Robert hielt Richter den Rucksack hin. Mit prüfendem Blick versenkte Richter seine Hand in den Nischen und Ecken der Tasche. Dann zog er drei Joints ans Tageslicht.

»Und was ist das hier?«

»Das … das … das ist nicht von mir. Das muss …«

»Ich würde sagen, das spricht für sich. Wir klären das auf dem Revier, nicht wahr? Herr Hölzl!« Richter packte Robert am Oberarm und führte ihn zum Streifenwagen. Dort hieß er ihn am Rücksitz einsteigen und ließ die Tür ins Schloss fallen.

Eva folgte den beiden. »Aber das können Sie doch nicht machen. Robert würde niemals …«

Richter wandte sich zu Eva um. »Sie haben doch gesehen, was er in seiner Tasche hatte. Das gibt eine Anzeige und wer weiß, was wir sonst noch herausfinden.«

»Aber Robert doch nicht. Ich kenne ihn doch, er würde nie so ein Zeug rauchen. Er ist doch so ein Gesundheitsapostel. Das passt überhaupt nicht zu ihm.«

»Tja, so kann man sich täuschen, Fräulein Krull.«

»Nein, ich täusche mich ganz bestimmt nicht, Robert ist nicht so einer. Sie können ihn doch nicht einfach mitnehmen. Dürfen Sie das überhaupt?« Eva tänzelte um Richter herum, um einen Blick auf Robert zu werfen.

»Sie müssen ihn gehen lassen. Er hat doch gar nichts getan.« Sie versuchte, an Richter vorbeizukommen, um die Wagentür zu öffnen.

Richter fasste sie an den Schultern und sah, wie sich Evas Augen mit Tränen füllten.