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Europa 1941. Die Mitglieder der Familien Sedlmayr und Sternlicht sind weit verstreut: Hannah Sedlmayr studiert in Berlin Medizin und trifft dort auf einen alten Bekannten. Der skrupellose Oberführer Erich Winter geht für seine Karriere über Leichen und bedrängt sie. Hannahs Familie in der Heimat droht zu zerbrechen, da die älteren Brüder ihren Dienst fürs Vaterland tun müssen. Währenddessen kämpft die jüdische Familie Sternlicht im Osten ums nackte Überleben. Hannahs Freundin Marlene Liebreiz infiltriert die Reihen der NSDAP und erfährt von ihren schrecklichen Plänen. Für alle Beteiligten spitzt sich die Lage immer weiter zu. Werden alle den Krieg überleben?
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Die nachfolgende Geschichte ist, obwohl sie in der Heimatstadt der Autorin spielt, fiktiv. Rückschlüsse auf noch lebende oder bereits verstorbene Personen sollen in keiner Weise nahegelegt werden.
Obwohl die Protagonisten an realen Schauplätzen agieren und bei historischen Ereignissen, die sich so zugetragen haben, vor Ort sind, sind die Handlungsstränge größtenteils frei erfunden. Dies gilt insbesonders für die Verstrickungen einiger Handlungsträger mit Nationalsozialisten.
Weitere Handlungen im Roman entspringen Zeitzeugenberichten oder auch den Erzählungen meiner Großeltern.
LESEPROBE zu
Vollständige E-Book-Ausgabe der im Rosenheimer Verlagshaus erschienenen Originalausgabe 2021
© 2021 Rosenheimer Verlagshaus GmbH & Co. KG, Rosenheim
www.rosenheimer.com
Titelbild: Michaela Stocker, Meißen
Lektorat und Bearbeitung: Christine Rechberger, Rimsting
Satz: SATZstudio Josef Pieper, Bedburg-Hau
eISBN 978-3-475-55474-2 (epub)
Worum geht es im Buch?
Raphaela Höfner
Von Sehnsucht und Träumen
Europa 1941. Die Mitglieder der Familien Sedlmayr und Sternlicht sind weit verstreut: Hannah Sedlmayr studiert in Berlin Medizin und trifft dort auf einen alten Bekannten. Der skrupellose Oberführer Erich Winter geht für seine Karriere über Leichen und bedrängt sie. Hannahs Familie in der Heimat droht zu zerbrechen, da die älteren Brüder ihren Dienst fürs Vaterland tun müssen. Währenddessen kämpft die jüdische Familie Sternlicht im Osten ums nackte Überleben. Hannahs Freundin Marlene Liebreiz infiltriert die Reihen der NSDAP und erfährt von ihren schrecklichen Plänen. Für alle Beteiligten spitzt sich die Lage immer weiter zu. Werden alle den Krieg überleben?
Inhalt
März 1941
April 1941
April 1941
Ende April 1941
Mai 1941
Mai 1941
Juni 1941
Juni 1941
Juni 1941
Juni 1941
21. Juni 1941
29. Juli 1941
30. Juli 1941
31. Juli 1941
1. August 1941
4. August 1941
5. August 1941
7. August 1941
20. August 1941
28. August 1941
3. September 1941
7. September 1941
10. September 1941
15. September 1941
11. Oktober 1941
13. Oktober 1941
15. Oktober 1941
Oktober 1941
5. November 1941
10. November 1941
3. Dezember 1941
8. Dezember 1941
11. Dezember 1941
Kurz vor Weihnachten 1941
Weihnachten 1941
1. Januar 1942
16. Januar 1942
1. Februar 1942
25. Februar 1942
8. März 1942
4. Mai 1942
Ende Mai 1942
22. Juli 1942
20. August 1942
Ende August 1942
Spätsommer
Dank
Für alle,
die nicht aufhören zu träumen.
»Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh’ ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!«
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)
März 1941
Berlin
Es war ein Samstagmorgen, wie er ihn liebte. Durch das geöffnete Fenster schnitt der scharfe Ostwind herein, der immer wieder Graupel- und Hagelschauer mit sich brachte. Reste von Schnee lagen auf der Wiese im Park, wie Edelweiß auf dem Mieder eines kieferngrünen Dirndlkleides. Die Morgensonne sandte schräge Strahlen auf den Parkrasen vor dem Gebäude und übergoss die kahlen Sträucher mit Licht.
Aufgrund der Kälte war noch keine Spur von Frühling zu sehen. Keine Knospen an den Bäumen. Keine Blumen, die einen Wechsel der Jahreszeit verrieten. Kein fröhliches Gezwitscher der Vögel. Kein Summen der Bienen. Ewiger Winter.
Berlin wirkte auf den ersten Blick nicht wie die Hauptstadt eines Landes, das sich im Krieg befand. Die zerstörten Gebäude, vor allem in den Industrievierteln, die einem der Luftangriffe zum Opfer gefallen waren, fielen natürlich sofort ins Auge. Und es gab weitere Anzeichen, die ihm nicht verborgen bleiben konnten.
Vor wichtigen Gebäuden türmten sich Sandsäcke, Schutzräume waren in den Kellern der Wohnhäuser und Gärten der Vorstädte errichtet worden. Plakate über Luftschutz und den Endsieg tapezierten Wände und Säulen. Er bemerkte, dass Mütter, die mit ihren Kindern durch die Parks liefen, mit den Augen immer wieder ängstlich den Himmel abtasteten, als ob jederzeit ein feindlicher Flieger über den Horizont schießen und Bomben abwerfen könnte.
Natürlich entging ihm auch nicht die Zahl der Autos, die durch die Straßen der Hauptstadt ruckelten. Trotz der strengen Benzinrationierung kündigten Autofirmen neue Modelle an. Waren es die letzten Monate nicht deutlich weniger geworden als noch im vergangenen Herbst?
Wie Ameisen strömten die Arbeiter zu jeder Tages- und Nachtschicht in die Fabriken, deren Schornsteine in den immergrauen Himmel ragten. 24 Stunden, sieben Tage die Woche lockte sich der Rauch aus ihren Mündern. Der Ruß fiel wie dichter Nebel auf die Häuser. Arbeit gab es mittlerweile mehr als genug.
Er kannte auch die Zahlen der Truppen, die mit der Eisenbahn außer Landes geschickt wurden. Eine neue Streitmacht, bestehend aus hunderttausend Mann, war erst vorgestern in den Osten aufgebrochen. Niemand hatte die Absicht, den Nichtangriffs-Pakt mit Russland einzuhalten. Hitler persönlich hatte dem Oberkommando der Wehrmacht seinen Entschluss zu einem Angriffskrieg gegen Russland bereits im Jahr zuvor mitgeteilt. Unternehmen Barbarossa. Winter hatte den Decknamen erfahren, nachdem er das Vertrauen der Obrigen hier gewonnen hatte. Seit Dezember wurden militärische Vorbereitungen getroffen. Spätestens im Herbst würden sie Teile Russlands eingenommen haben, vermutlich nächstes Jahr das gesamte Land.
Auch die Zahl der Toten war ihm geläufig. Auf allen Seiten häuften sich die Leichen, doch er war davon überzeugt, dass ein Opfer gebracht werden musste. Noch nie hatte es in der Geschichte einen Sieg ohne Opfer gegeben.
In seiner Schreibtischschublade bewahrte er einen ganzen Stapel Bilder auf: Fotoaufnahmen von der Eroberung Polens, von lachenden Soldaten, Fotos aus Lazaretten, sterbende Männer. Leichen hatte er inzwischen zur Genüge gesehen.
Er selbst liebte die Großstadt. Ihm gefielen die eleganten, riesigen Gebäude. Der Reichstag mit seiner Kuppel. Die ausgedehnten Mahlzeiten, die ihm trotz der Lebensmittelknappheit zustanden. Die neueste Mode – Kostüme für die jungen Fräulein, gewagte Rocklängen, die das Damenbein in einer Feinstrumpfhose zur Geltung brachten, die breiten Gürtel, die die schlanken Wespentaillen betonten.
Tag und Nacht schlug Berlins Herz wie eine Maschine. Er amüsierte sich gerne in Kinos, Restaurants und Cafés, besuchte sogar hin und wieder Bars und Kneipen. Je mehr Leute sich aber um ihn versammelten, desto mehr sehnte er sich nach der Ruhe seiner Heimat. Nach den immergrünen Hügeln, den endlosen Sommern, der Meeresbrise. Dort, wo er herkam, konnte man stundenlang ausreiten, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen.
Guddin. Das Herz wurde ihm schwer, als der ostpreußische Gutshof in seiner Erinnerung aufflammte. Der Name glitt ihm wie ein Seufzen über die Lippen. Ein Ort voller Schönheit, Magie und Sehnsucht. Lange war er nicht mehr dortgewesen. Das letzte Mal hatte er herausfinden müssen, dass sein Vater, ein ranghoher Offizier im Ersten Weltkrieg, ihn jahrelang belogen und betrogen hatte. An die Demütigungen, die er als Kind erfahren und immer noch ertragen musste, sobald er seinem alten Herrn unter die Augen kam, hatte er sich gewöhnt. Es war aussichtslos, auf Anerkennung, Achtung oder gar einen Funken Liebe zu hoffen. Aber der Tod seiner Mutter ging ihm wie heißes Öl unter die Haut. Es musste einen Grund geben. Irgendetwas, das mit seinem Vater zu tun hatte, musste sie in den Freitod getrieben haben. Er schob den Gedanken beiseite und sperrte die Erinnerungen sorgfältig ein. Schließlich war er doch jetzt da, wo er all die Jahre hinwollte. In der Position, die er sich so lange gewünscht hatte. Doch er träumte von mehr.
Die anfänglichen Ziele, die ihn von Bayern in die Hauptstadt getrieben hatten, hatte er erreicht. Sogar übertroffen, und das mit nur 33 Jahren. Seit einem halben Jahr lebte und arbeitete er nun in Berlin. Jeden Tag stand er um sechs Uhr morgens pünktlich in seinem Arbeitszimmer in der Prinz-Albrecht-Straße 8. In nur sechs Monaten war es ihm gelungen, sich hier einen Namen zu machen. Regelmäßig las er ihn in der Zeitung. Ein seltenes Lächeln ging über sein Gesicht, wenn er ein Bild von sich auf einem Titelblatt erspähte. Er erhielt Einladungen zu großen Feiern, durfte an Besprechungen teilnehmen. Selbst die »hohen Tiere« des Reiches kannten und schätzten ihn. Nicht länger war er irgendein kleiner Fisch im Reichssicherheitshauptamt, das nunmehr an die 3.000 Leute beschäftigte. Seine Befehle wurden befolgt und umgesetzt, er allein trug die Verantwortung für zwei Dutzend Mitarbeiter. Eine Verantwortung, die er sich lange gewünscht hatte. Wenn ihn sein Vater nur so sehen könnte!
Er stand am geöffneten Fenster und kostete den Moment voll aus. Sein Atem formte sich vor seinem Gesicht zu kleinen Wölkchen, dennoch öffnete er es ganz, lehnte sich mit dem Oberkörper nach draußen und schoss ein Bild vom Park. Eine Kamera – das war das Erste, wonach er verlangt hatte. Eine Kamera, um Momente wie diesen festzuhalten.
Sein Herz machte einen Satz, als er eine schlanke, blonde Frau erblickte, die mit einer Tasche am Arm durch die Parkanlage lief. Das Klacken ihrer Absätze drang bis zu ihm nach oben. Er setzte die Kamera an und sah durch die Linse. Enttäuscht erkannte er ein fremdes Gesicht.
Das Schrillen des Telefons lenkte seine Aufmerksamkeit zurück ins Arbeitszimmer. Er hastete zu seinem Schreibtisch und nahm den Hörer von der Gabel.
»Herr Sturmbannführer Winter«, erklang die Stimme seiner Sektretärin am anderen Ende der Leitung.
»Was gibt es?«
»Oberführer Müller möchte Sie sprechen. Er steht hier vor mir.«
Ein so wichtiger Besuch schon am frühen Morgen. Winter streichelte mit dem Daumen über den Telefonhörer und lächelte. Er kannte Heinrich Müller noch aus München. Direkt nach der Machtübernahme Hitlers war er in die neugegründete Bayerische Politische Polizei übernommen worden und kämpfte seitdem gegen die Feinde des Nationalsozialismus. Er war ein großes Vorbild, ein Planungsgenie. Winter kannte alle seine Arbeiten und war immer wieder aufs Neue beeindruckt, mit welcher Präzision und Genauigkeit er vorging. Winter hatte ihn nach dem Anschlag auf Hitler im Bürgerbräukeller persönlich kennenlernen dürfen. Durch Winters entscheidenden Hinweis, die Knie des Verdächtigen zu inspizieren, hatte er selbst damals zur Aufklärung des Falles beitragen können. Der Attentäter Georg Elser konnte daraufhin der Tat überführt werden. Müller, der nun schon viele Jahre in Berlin arbeitete, war sehr beeindruckt gewesen, weshalb er Winter nach seiner Ankunft in der Hauptstadt unter seine Fittiche nehmen wollte.
Die Tür öffnete sich und Heinrich Müller trat ein, ein schlanker Mann mit schmalen Lippen, die ihm eine gewisse Ernsthaftigkeit verliehen.
»Heil Hitler«, begrüßte Winter ihn und nahm den rechten Arm nach oben.
»Heil Hitler.«
»Darf ich dir etwas anbieten, Heinrich? Einen Morgenkaffee? Ich wollte mir selbst auch gerade einen machen lassen.«
»Gerne.«
Winter nahm erneut den Hörer von der Gabel und wählte die Durchwahl zu seiner Sekretärin.
»Hilde, wir möchten gerne einen Kaffee genießen. Ja, für mich schwarz.«
»Milch und Zucker«, sagte Müller.
»Genau, der Herr Oberführer wünscht Milch und Zucker.«
»Hast du die Bilder selbst geschossen?«, fragte Müller und hob eines der Schwarz-Weiß-Fotos hoch, die Winter auf seinem Schreibtisch ausgebreitet hatte. Eigentlich hatte er diese in sein Album heften wollen.
»Erinnerungen, die bleiben«, gab Winter als Antwort.
»Eine hervorragende Idee. Man würde sonst vergessen, wie die Ruinen ausgesehen haben, nachdem wir sie wieder aufgebaut haben.«
Es klopfte zaghaft an der Tür und Winters Sekretärin kam mit einem Tablett herein.
»Ich stelle den Kaffee am besten auf den kleinen Besuchertisch. Milch habe ich in der Kanne dabei, da ich nicht wusste, wie viel es sein darf.«
»Herrlich. Wie immer alles richtig gemacht, Hilde«, schmeichelte Winter und Hildes Wangen flammten rot auf. Sie schlug die Augen nieder und verließ mit einem breiten Grinsen das Zimmer.
»Setzen wir uns doch, Heinrich.«
Winter nahm seine Tasse in die Hand und beobachtete Müller, wie er Milch zum Kaffee mischte.
»Du magst wohl nicht besonders gern blond«, witzelte Müller mit einem Augenzwinkern auf Winters Tasse, in der die schwarze Flüssigkeit fast bis zum Rand schwappte.
»Jedenfalls nicht bei meinem Kaffee«, gab Winter zurück und entlockte Müller damit ein Lächeln. Eisbrecher. Ein Witz war immer ein guter Einstieg in ein Gespräch.
»Ich hatte dir damals rudimentär vom Euthanasie-Programm erzählt. Vom Gnadentod an unheilbar Kranken«, begann Müller und Winter setzte seine Kaffeetasse an, um seinem Gegenüber mehr Zeit beim Formulieren der richtigen Worte zu geben. »Hitler selbst hat damals den Befehl erteilt und wir haben uns gemeinsam damit befasst und Pläne ausgearbeitet.«
»Aktion T4«, sagte Winter.
»Du weißt davon?«
»Man hört doch so einiges.«
Müller warf ihm einen erstaunten Blick zu.
»Keine Sorge, Heinrich. Ich habe nur vage Informationen erhalten, keine Einzelheiten.« Natürlich wusste Erich Winter um die Pläne der Aktion, aber er hoffte, dass Müller nun mit Details herausrückte.
»Ich müsste dir normalerweise eine Verschwiegenheitsurkunde zum Unterschreiben geben«, gab er zu bedenken. Winter fiel auf, dass er dabei den Kopf leicht schief hielt.
»Ich hole einen Stift«, sagte Winter und erhob sich.
»Nein, nein, nicht nötig, Erich.«
Die Finte mit dem Stift klappte immer wieder aufs Neue. Wenn man sofort bereit war, etwas zu unterschreiben, weckte das Vertrauen. Ein Vertrauen, das er brauchte wie die Luft zum Atmen. Vertrauen, das ihm Informationen beschaffte. Nicht nur von Müller, auch von den anderen hohen Funktionären der Gestapo und SS. Müller selbst war Leiter des Amtes IV. Leiter der Gestapo in Berlin und verantwortlich für die Gegnerbekämpfung im Reich. Sein Vertrauen war mehr wert als pures Gold.
»Mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses kamen wir nicht zu dem Ziel, das wir ursprünglich erreichen wollten. Durch die Sterilisationen konnten wir zumindest eine Weitergabe des defekten Erbguts vermeiden, aber dennoch leben die Menschen auf Staatskosten.«
»Von wie vielen Sterilisationen sprechen wir?«
»400.000. Mindestens. Du kannst dir ja vorstellen, wie viele Ärzte und Krankenschwestern wir dafür benötigen. Die Operationen sind vor allem bei Frauen sehr kostspielig.«
»Ich habe mir die Arbeit gemacht, das alles auszurechnen. Hohe Summen, die an anderen Stellen dringend gebraucht werden würden.« Winter blickte Müller aus schmalen Augen an. Wie immer verdüsterte sich seine Laune, wenn es darum ging, dass Gelder unnötig aus dem Fenster geworfen wurden.
»Aber fahr bitte fort, ich habe dich unterbrochen.« Winter trank den letzten Schluck Kaffee und leckte sich über die Lippen.
»Seit 1939 gibt es Meldebögen zur Erfassung bestimmter Personen, um detaillierte Angaben zu Krankheiten und zur Arbeitsfähigkeit machen zu können. Unheilbar Kranke. Psychisch Gestörte. Die Pflegeanstalten sind schließlich kein Entspannungshotel für Dauerurlauber. Man kann die Leute nicht bis an ihr Lebensende durchfüttern und medizinisch versorgen.« Müller hatte sich in Fahrt geredet, sein Kaffee stand vergessen auf dem Beistelltisch. »In unserer Zentrale wurden die Eintragungen an unsere Obergutachter übermittelt. So konnten sie anhand des Zustands der Patienten sofort entscheiden, ob eine Fortführung der Behandlung überhaupt Sinn macht. Ihre Entscheidung wurde den Heilanstalten mitgeteilt und die Patienten verlegt.«
»Wie war das möglich, ohne die Zustimmung der Angehörigen zu bekommen?« Interesse flammte in Winter auf.
»Sie wurden lediglich über die Verlegung informiert. Was sich in den neuen Anstalten abspielt, das obliegt strengster Geheimhaltung.«
»Selbstverständlich, Heinrich. Verzeih mir bitte meine Nachfrage.«
»Ich habe nicht die Absicht, dir Informationen vorzuenthalten«, sagte Müller.
»Wie lange können die Aktionen noch geheimgehalten werden?«, wollte Winter wissen.
»Die Angehörigen erwarten natürlich Antworten. Antworten darauf, weshalb ihre Mütter, Töchter, Söhne oder was auch immer plötzlich verlegt worden und nach nur wenigen Wochen allesamt an einer Lungenentzündung gestorben sind. Vom Gnadentod dürfen sie selbstverständlich nie erfahren, das würden sie nicht verstehen.«
»Wie ist der Gnadentod geplant?«
»Wir haben Räume luftdicht umgebaut und lassen Gas einlaufen. Die Patienten atmen das Gas ein und nach nur wenigen Minuten sind sie eingeschlafen.«
Winter fiel auf, dass sich Müller auf seinem Stuhl versteift hatte. Seine Körperhaltung drückte Anspannung aus. Jetzt war es Zeit, die Frage zu stellen, die ihm schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte: »Ich schätze dein Vertrauen, Heinrich, aber was hat das Ganze mit mir zu tun? Meine Aufgaben beschränken sich doch auf ein ganz anderes Gebiet.«
Müller schnappte kurz nach Luft, dann griff er in die Innentasche seiner Uniform und holte einen Umschlag hervor. Er öffnete ihn, zog ein einmal gefaltetes dickes, weißes Papier heraus und klappte es auf. Winter erkannte einen offiziellen Briefkopf. Er spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Hatte Müller einen neuen Auftrag für ihn?
»Der Brief stammt aus Grafeneck. Einer dieser Heilanstalten in Baden-Württemberg.«
Winter hob fragend die Augenbrauen und lehnte sich mit dem Oberkörper über den Tisch. Einen Augenblick hatte Winter das Bedürfnis, ihm den Brief einfach aus der Hand zu reißen. Es musste sich um ein wichtiges Dokument handeln, sonst würde er nicht so nervös vor ihm sitzen. Wie ein Schuljunge, den man bei einem Streich erwischt hatte.
»Also?«, begann er, um Müller aus der Reserve zu locken.
»Es geht um deine Frau.« Er blickte auf. »Helene.«
Erich Winter war sofort katzenhaft wach. »Was ist mit ihr?«, rief er aus, und endlich reichte ihm Müller den Brief.
»Er war an mich adressiert, deshalb bin ich gleich zu dir gekommen«, rechtfertigte sich Müller.
Winters Augen flogen über die Buchstaben. Sie machten keinen Sinn. Sie verschwammen vor ihm wie eine dünne Suppe, und er musste den Brief noch einmal lesen. Ein zweites, ein drittes Mal.
»Es tut mir leid, Erich.«
»Was?«
»Es tut mir leid«, begann Müller erneut. Endlich erreichten ihn seine Worte, und Winters Augen blieben auf dem entscheidenden Satz haften: »Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass Helene Winter einer schweren Lungenentzündung erlegen ist. Sofortige Hilfsmaßnahmen brachten keinen Erfolg.« Weiter und weiter und weiter.
Lungenentzündung.
Brechreiz stieg in Winter auf und er musste die bittere Magensäure hinunterschlucken, damit er sich nicht vor Müller vergaß. Zitternd blickte er auf, unfähig seine Zunge zu bewegen und geeignete Worte zu finden.
»Ich habe es auch erst durch den Brief erfahren. Sonst hätte man vielleicht noch einschreiten können. Es tut mir wirklich außerordentlich leid, Erich. Ich hatte keine Ahnung, wie es wirklich um sie stand. Es war sehr mutig von dir, sie damals in eine Heilanstalt zu bringen.«
»Dich trifft keine Schuld, Heinrich.«
Es war seine Entscheidung gewesen. Er hatte es selbst so gewollt. Er hatte handeln müssen.
»Ich lasse dich erst einmal ein wenig zur Ruhe kommen.« Müller erhob sich und verschwand durch die Tür.
Winter war allein. Allein mit dem Brief, der vor ihm auf dem Tisch lag. Helene war tot. Gestorben in irgendeiner dämlichen Heilanstalt, von der er bis vor wenigen Minuten noch nicht einmal gewusst hatte, dass sie existierte.
Winter rief sich die Erlebnisse von damals ins Gedächtnis. Das Gespräch mit dem leitenden Arzt Professor Doktor Prechtl. Der beißende Geruch des Desinfektionsmittels stieg ihm sofort wieder in die Nase, als er in Gedanken die weißen Gänge entlangschritt. In Helenes Augen eine Mischung aus Unsicherheit und Misstrauen. Erst als sie ihr eröffnet hatten, dass sie in der Münchner Heilanstalt bleiben sollte, damit untersucht werden konnte, weshalb sie nicht in der Lage war, ihrem Ehemann einen Nachkommen zu schenken, sprang ihm aus ihren Augen die Angst wie ein Klappmesser entgegen. Gewaltsam musste sie aus dem Zimmer gebracht werden. Ein peinlicher Auftritt. Dreimal hatte er sie danach noch besucht. Er musste zugeben, dass sie wie ausgewechselt schien. Prechtl hatte ihn persönlich informiert, dass sie mit dem Kopf gegen Wände lief und teilweise das Essen verweigerte. Sie fantasierte, faselte irgendein wirres Zeug, das nicht von der Frau stammen konnte, der er einst das Jawort gegeben hatte. Der Grund für ihre Unfruchtbarkeit blieb unklar, jedoch hatte sie während ihres Aufenthalts wohl eine Art Geisteskrankheit entwickelt. Was als harmloser Versuch, ihr zu helfen begonnen hatte, war völlig außer Kontrolle geraten. Er hätte sich nicht träumen lassen, dass seine eigene Frau zu jenen Irren gehören würde, für die ein Gnadentod die beste Lösung war. Eine sogenannte Lungenentzündung. Wenn sie ihm wenigstens die Wahrheit gesagt hätten. Wut kochte in ihm auf. Wut darüber, dass ihn keiner angerufen hatte. Er hätte selbst nach München reisen und sich ein Bild von seiner Frau machen können. Er war sich sicher, dass er bei ihrem Anblick die richtige Entscheidung hätte fällen können. So war sie ihm einfach gestohlen worden.
Winter kehrte ins Hier und Jetzt zurück, löste sich aus seiner Starre und schleppte sich zum Schreibtisch. Dort zog er seinen persönlichen Ordner aus der Lade und heftete das Schreiben sorgfältig ab. Dann fischte er mit ruhigen Fingern seine Ausweispapiere hervor.
Ehepartnerin: Helene Winter. Winter schüttelte den Kopf und auf einmal brach ein Lachen aus ihm heraus. Erst leise, dann wurde er von einem Lachanfall regelrecht geschüttelt. Sein Schäferhund Zeus, der gerade noch eingerollt auf seiner Decke gelegen hatte, sprang besorgt auf und setzte sich grummelnd vor seine Beine. Er hatte jetzt keine Zeit, ihn zu streicheln und schob ihn beiseite. Mit schwarzem Stift strich er Helenes Namen aus dem Büchlein aus. Sollte er sich schlecht fühlen? Trauern? Weinen und schreien?
Wie eine derart schwere Nachricht nur solche Leichtigkeit in ihm auslösen konnte. Wie lange hatte er nicht mehr an sie gedacht. Er war frei. Bittersüß schmeckte er die neugewonnene Freiheit wie Honig auf seiner Zunge. Die unsichtbaren Fesseln, die ihn noch an diese Ehe gebunden hatten, fielen mit einem Mal von ihm ab.
Er bettete das Büchlein in seine Schublade und kramte tiefer. Liebevoll betrachtete er das Foto, das er von ihr geschossen hatte. Sie hatte direkt in die Kamera geblickt, obwohl sie ihn nicht einmal gesehen hatte. Blonde, lange Haare. Gewitterblaue Augen. Das unschuldige Gesicht.
Winters Lippen strichen über die Aufnahme und sein Herz schlug warm in seiner Brust, als er die junge Frau erneut betrachtete. Es war nicht Helene Winter.
April 1941
Berlin
Der Riemen ihrer Ledertasche, die mit Büchern gefüllt war, schnitt in Hannahs Schulter. Das Sommersemester hatte angefangen und sie war auf dem Heimweg von der Universität. Wie vom Professor angekündigt, hatten tatsächlich einige Kommilitonen die Prüfungen nicht bestanden und mussten die medizinische Fakultät verlassen. Die ersten beiden Semester hatte Hannah in München absolviert, war jedoch zum Wintersemester in die Hauptstadt gewechselt. Ein Neuanfang. Eine Flucht vor ihrem alten Leben.
Hannah liebte die harte Arbeit, schonte sich nicht und wusste, dass sie als Frau mehr leisten musste als ihre männlichen Kommilitonen. Im besten Falle machten Frauen noch eine Ausbildung zur Krankenschwester, so wie ihre ehemalige Freundin Elsa. Manche verdienten als Telefonistin, Hausmädchen oder Erzieherin ein paar lausige Reichsmark. Trotz der Vorurteile, dass Frauen weniger leistungsfähig wären, mussten sie seit Kriegsbeginn Arbeitsplätze von Männern in der Industrie, der Verwaltung und im öffentlichen Verkehr übernehmen. Selbstverständlich für viel weniger Lohn und nur temporär, bis die Männer wieder aus dem Krieg heimgekehrt waren. Ein langes Studium galt als absolute Zeitverschwendung. Bis man fertig war, waren die besten Jahre der Frau vorbei. Sie war dankbar, dass ihr Vater ihr niemals das Gefühl gegeben hatte, dass sie als Mädchen weniger schaffen konnte als ihre beiden älteren Brüder. Er hatte sie ermutigt und an sie geglaubt. Er hatte ihren Geist beflügelt und ihren Ehrgeiz geschürt. Sie würde nicht eher aufgeben, bis sie ihr Examen in der Tasche hatte. Hannah verspürte einen gewissen Stolz, da sie zu den Jahrgangsbesten gehörte. Ihr wurde stets auf die Finger geschaut, ihre Zeichnungen wurden kritischer beäugt und ihre Abfragen erschienen ihr ruppiger. Misstrauen wurde ihr entgegengebracht und Zweifel schimmerten in den Augen der Professoren, die einer Frau ein solches Studium nicht zutrauten. Dennoch hatte sie sich wieder und wieder bewiesen und alle Prüfungen mit Bestnoten bestanden. In einer Klausur war es ihr sogar gelungen, die Ergebnisse ihres Bruders Hermann zu toppen. Der Wunsch, Menschen zu helfen und Ärztin zu werden, war größer als die Angst vor dem Versagen.
Normalerweise arbeitete Hannah sogar noch am Wochenende in einem Café. Ihr Vater Georg Sedlmayr, der im Süden Bayerns eine Arztpraxis besaß, schickte ihr zwar jeden Monat einen Geldbetrag, von dem sie gut leben konnte, und er bezahlte die Miete ihrer kleinen Stadtwohnung, aber sie wollte ihm nicht zur Last fallen und auf eigenen Beinen stehen. Für eine junge Frau galt es zwar als unschicklich, wenn sie in ihren eigenen vier Wänden ohne die elterliche Kontrolle lebte, doch Hannah achtete nicht mehr auf das Gerede fremder Leute. Sie hätte auch in die Stadtvilla ihres Onkels ziehen können, hatte sich aber dagegen entschieden. Sie musste frei sein, ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ihr Onkel Tim, der als Mitglied der SPD im Reichstag gesessen hatte, hatte sich seit dem Reichstagsbrand aus der Politik zurückgezogen und arbeitete in einer hohen Position in einer großen Fabrik. Wenn sie Hilfe brauchte, konnte sie sich an ihn wenden. Er war es auch gewesen, der ihr die Wohnung beschafft hatte. Ein beruhigender Gedanke, einen Verwandten in der Nähe zu haben.
Hannahs Bruder Hermann, der in München lebte, war bald am Ende seines Studiums angekommen. Sein Traum war es immer gewesen, die Praxis ihres Vaters in Rosenheim zu übernehmen, doch der Krieg hatte alle Pläne durchkreuzt – das Land brauchte Ärzte. Sie wollte gar nicht daran denken, wohin sie Hermann schicken würden, ohne jegliche Praxiserfahrung, die er vorher in einem Krankenhaus hätte sammeln dürfen. Man wurde heutzutage einfach ins kalte Wasser geworfen. Entweder man lernte zu schwimmen oder man ertrank, so einfach war das. Was die jungen Ärzte an der Front erwartete, das war wahrscheinlich nicht einmal im Traum vorstellbar.
Ihr anderer Bruder Karl war schon vor über einem Jahr eingezogen worden. Mit seinen 22 Jahren beherrschte er den Morsecode wie seine Muttersprache und war als Funker eingesetzt. Wo genau, konnte Hannah nicht einmal mehr sagen. Es dauerte Wochen, bis einer seiner seltenen Briefe zu Hause einflatterte, und gesehen hatte sie ihn im letzten Sommer, als er auf Heimaturlaub war. Von ihrem immerlustigen, verrückten Bruder war nichts mehr übrig gewesen. Beim kleinsten Geräusch ging er in Deckung, seine Ohren und Augen schienen schärfer geworden zu sein. Eine Fähigkeit, die man zum Überleben brauchte.
Im Spätsommer war sie dann zusammen mit ihrer Freundin Marlene Liebreiz nach Berlin gezogen. Marlene wartete auf ihren großen Durchbruch als Schauspielerin und Sängerin. Eine Augenweide. Die Männer drehten sich reihenweise nach ihr um, wenn sie sich mit wiegenden Hüften an ihnen vorbeischlängelte. Hannah bewunderte sie für ihren Mut, ihr Selbstbewusstsein und den richtigen Riecher für die neueste Mode. Neben ihr war Hannah ein zwitschernder, kleiner Spatz, Marlene hingegen ein schillernder Pfau. Eine Exotin auch in ihrem Verhalten, denn sie gab nichts auf die Meinung von anderen. Hermann war ihrem Charme voll und ganz erlegen. Von Marlene wusste sie, dass sie nach wie vor Briefe austauschten und von Zeit zu Zeit telefonierten. Mit ihren 26 Jahren konnte Marlene zwar einen Haufen Verehrer an jedem Finger vorweisen, eine richtige Beziehung hatte sie aber noch nie geführt. Marlene liebte die Freiheit mehr als alles andere. Liebe war austauschbar – Freiheit unbezahlbar.
Immer noch war Hannah ihr unendlich dankbar, dass sie mit ihr in die Hauptstadt gegangen war. Allein hätte sie nie den Mut aufgebracht, in eine Stadt zu ziehen, die so weit weg von ihrem Zuhause lag. Sie hatte sich einen Tapetenwechsel gewünscht, und als Marlene ihre alte Heimat vorgeschlagen hatte, war es an der Zeit gewesen, die Koffer zu packen. Ein Neustart. Ein glatter Bruch. Knapp siebenhundert Kilometer lagen nun zwischen ihrer Heimatstadt Rosenheim und Berlin. Siebenhundert Kilometer, die ihr Platz zum Atmen gaben.
Nie hätte sich Hannah träumen lassen, dass sie mit nicht einmal zwanzig Jahren an gebrochenem Herzen leiden würde. Nie hätte sie gedacht, dass man in der Fremde seine Heimat so sehnsüchtig vermissen konnte.
Sie war ein Mädchen vom Land. Der Großstadtdschungel machte ihr immer noch ein wenig Angst, und manchmal stellte sie sich vor, den Asphalt gegen löwenzahnbedeckte Felder auszutauschen, die Pflastersteine gegen Mohnblumen. So sehr sie es auch versuchte, in Berlin konnte sie nie ganz zur Ruhe kommen. Sie sehnte sich nach den Bergen, der freien Landschaft, nach dem vertrauten Dialekt. Aber das neue Leben brachte auch seine Vorteile mit sich. Hier hatte Hannah die Chance, erwachsen und als eigenständige Person wahrgenommen zu werden, nicht nur als die kleine Arzttochter.
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Von Raphaela Höfner bereits erschienen
Von Liebe und Hoffnung
eISBN 978-3-475-55452-0 (epub)
Die Familien Sedlmayr und Sternlicht aus Rosenheim sind schon lange befreundet. Der Vater von Hannah Sedlmayr und ihren Brüdern ist ein bekannter Arzt, und sie durchleben, wenige Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, eine sorgenlose Kindheit. Im Gegensatz dazu sieht sich die jüdische Familie Sternlicht schon früh mit dem Hass gegen Juden konfrontiert. Als dann noch Erich Winter, ein Angehöriger der SS, in die Stadt kommt, spitzt sich die Lage der Familie immer weiter zu. Trotz all dieser Gefahren verlieben sich Hannah und Jacob Sternlicht ineinander und riskieren dafür ihr Leben. Auch die anderen Familienmitglieder müssen in diesen Jahren voller Misstrauen, Intrigen und Bedrohungen ihren Weg finden.
Weitere Bücher der Zeitgeschichte
Einsatz über den Wolken
eISBN 978-3-96600-020-8 (epub)
Gerhard Thybens Leidenschaft für das Fliegen wurde schon im Kindesalter geweckt, als ihm sein Vater eines Tages einen Bauplan für ein Modellsegelflugzeug schenkte. Die ersten Erfahrungen in der Luft sammelte er in der Flieger-HJ, bevor er für die Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde. Als Jagdflieger machte er sich durch 157 Luftkämpfe und über 380 Einsätze im Zweiten Weltkrieg einen Namen und wurde für seine Leistungen etliche Male ausgezeichnet. Beeindruckende Originalfotos und -dokumente bezeugen den faszinierenden Werdegang des jungen Mannes.
Unglaubliches überstanden
eISBN 978-3-475-54886-4 (epub)
Eberhard Dennerlein erlebt den Einmarsch in Polen, führt seine Kompanie bei der Besetzung Hollands und Belgiens an und ist beim »Unternehmen Seelöwe« mit dabei. Dann führt sein Weg quer durch Frankreich, bevor er nach Osten versetzt wird, um den Vormarsch der Russen aufzuhalten. Sein Tagebuch ermöglicht bemerkenswerte Einblicke in den Alltag eines Offiziers im Zweiten Weltkrieg, der mit seinen Kameraden Unglaubliches überstanden hat.
Meine verlorene Heimat
eISBN 978-3-475-55456-8 (epub)
Sonja führt ein einfaches, aber schönes Leben in Mähren und als sie dort auf ihre große Liebe, den deutschen Soldaten Franz trifft, scheint ihr Glück vollkommen. Doch wenig später wird Franz eingezogen, denn der Krieg beginnt. In den folgenden Jahren, schaffen sie es, in kurzen Phasen des Wiedersehens, zu heiraten und eine eigene Wohnung zu finden, in der ihr Sohn Peter zur Welt kommt. Ein Lichtblick, der jedoch zunichte gemacht wird, als Sonja mit Peter und ihrer Mutter aus der Heimat fliehen muss, da die Russen auf dem Vormarsch sind. Die Suche nach einem neuen Zuhause ist nicht einfach, aber wird Sonja ihren Franz je wiedersehen?
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