Warten auf Gwendoline - H. Aemmerli - E-Book

Warten auf Gwendoline E-Book

H. Aemmerli

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Beschreibung

Warten auf Gwendoline ist eine melodramatische Komödie. Sie enthält gesellschaftskritische Satire und vielschichtige politische Anspielungen. Es jagen sich völlig unerwartete Ereignisse. Das ganze Stück ist in die Kategorie des absurden Theaters einzuordnen. Inspiriert wurde der Autor durch Samuels Becketts Warten auf Godot.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 48

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Melodramatische Komödie in vier Akten.

Von H. Aemmerli.

Für:

2 Damen

3 Herren

Personen:

Franz Fäger

WC-Reiniger

Konrad von Klotzgenstein

CEO einer Investment-Bank

Meier 13

Polizeiwachtmeister

Lisy

Polizeiassistentin

Eine ältere Balletteuse.

Zeit:

ca: 2018

Ort der Handlungen:

1. Akt: Sehr

v

ornehmes Büro des Bankdirektors

2+3.,Akt: Unter der Quaibrücke in Zürich

4.Akt: Sehr vornehmes Büro des Bankdirektors

Dauer:

ca. 75 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Akt.1. Szene

1. Akt 2. Szene

2. Akt. 1. Szene

2. Akt. 2. Szene

2. Akt. 3. Szene

2. Akt. 4. Szene

2. Akt. 5. Szene

2. Akt. 6. Szene

2. Akt. 7. Szene

2. Akt. 8. Szene

3. Akt.1. Szene

4. Akt.1. Szene

Zusammenfassung:

Der SMI Index sinkt ins Bodenlose. Der Bankier ist pleite und verzweifelt Er will sich umbringen.

In seinem Unglück kommt ihm Franz, ein arbeitsloser WC-Reiniger,

über den Weg. Der nimmt ihn mit in seine Behausung unter der

Quaibrücke.

Sie verbringen nun ihre Zeit als Clochards im Warten auf eine

In den Illusionen von Franz tief eingeprägten verweibliche Erscheinung.

die unwahrscheinlich reich, lieb und schön sein soll nämlich:

.

Die Gwendoline

Dabei kommen sie in angeregt Gespräche, vielschichtige Diskussionen und hitzige Streitereien.

Die Themen sind vielseitig:

Religion, Relativität, Zeit, Glück und Pech. Und natürlich immer wieder die Gwendoline.

Sie haben natürlich Hunger und Durst. Die Mittagsmahlzeit des CEO reicht nicht weit, Die 'Clochards' müssen deshalb anderweitig nach Essen und Trinken umsehen.

Sie werden in ihren Diskussionen, die oft in Streit ausarten, durch den kurzen Besuch einer Polizeistreife unterbrochen. Die Polizeasistentin leiert eine lange Liste von Gesetzen hinunter.

Während die Männer auf die Strasse hinaufgehen um nach Brosamen, Wurstresten und halbvollen Biergläser zu suchen kommt die Polizistin in Zivil zurück. Allein unter der Brücke zelebriert sie alles vorher als Verbot zitierte.

Die Männer kommen enttäuscht zurück und entdecken, dass in ihrer Abwesenheit jemand hier gewesen sein musste. Der erste Verdacht, dass es Gwendoline gewesen sein könnte, wurde verworfen.

Also geht die Warterei im gleichen Stil weiter,

Bis es dann 'passiert'!

1. Akt.1. Szene

Konrad

Bühnenbild: Ein kahles, aber vornehmes Büro. An der Hinterwand der Bühne eine grosse Leinwand. Gut sichtbar eine grosse vergoldete Uhr, mit digitaler Anzeige an der Wand. In der Mitte des Raumes ein riesengrosser sehr teurer moderner schwarzer Tisch. Als einzige Gegenstände stehen darauf ein schwarzer Laptop mit der Rückseite zum Publikum und eine übergrosse grüne Botaniker-Büchse. Dazu dahinter ein sehr komfortabler und sehr teueren Bürosessel. Das Licht indirekt, diskret.

Ein im Nadelstreifenanzug gekleideter älterer Herr, perfekt frisiert, mit korrekt sitzender roter Krawatte tritt flotten Schrittes von links her auf die Bühne, setzt sich hinter den Tisch und schaltet den Laptop ein.

Konrad:

So, bin bereit für einen weiteren, wahrscheinlich sehr stressigen Tag.

(Schaut auf die Uhr)

So, auf los geht’s los. Um Punkt neun öffnet die Börse. Und dann wird es wieder sehr zackig losgehen. Gestern hatte es sich schon deutlich angedeutet. Der SMI war am Schluss gar nicht so schlecht, nur etwa 5 Prozent tiefer als am Vortag.

(Steht nochmals auf, atmet tief durch. Erst jetzt realisiert er die Zuschauer)

Oh, entschuldigen Sie, meine Damen und Herren, wie unhöflich von mir: Hatte ja noch nicht die Ehre, mich ihnen vorzustellen.

(Sehr Laut und sehr überheblich)

Konrad von Klotzgenstein. CEO und damit verantwortlicher Direktor der Bank High-Performance Investors Privat Fortune Multiplayer).

(Die Uhr schlägt Neun) Hopps, jetzt aber sofort an die Arbeit!

(Er springt auf den Sessel, legt sich leicht zurück und schaut gebannt auf den Monitor) Der SMI von gestern ist vom System richtig übernommen worden. Auch solche Kleinigkeiten muss ein CEO ständig überwachen.

Ach, wie unhöflich, sie können es ja nicht mit verfolgen.

(Stellt den Videobeamer ein, der auf die an der Hinterwand installierte Leinwand gerichtet ist.

Jetzt erscheint dort, für die Zuschauer gut sichtbar eine Kurve auf dem Bildschirm der den SMI Index anzeigt. Die bewegt sich langsam leicht aufwärts.

Konrad nimmt sein Handy aus der Brusttasche und schreit hinein)

Sofort für drei Kisten UBS ins Portfolio Nummer 25 reinquetschen!

(Der Strich auf dem Monitor geht plötzlich nach unten, weit unter den Anfangswert. Er schreit sofort wieder ins Handy)

Sofort fünf Wagenladungen CS aus dem Schwarzgeldkonto Nummer X23744.37-SH rausschmeissen!

(Der fortlaufende Strich auf dem Bildschirm, der die Höhe des SMI Index anzeigt, schnellt steil nach oben. Konrad rauft sich im Haar)

(schreit) Daran bleiben!

(Kurze Pause)

(Schreit noch lauter) Ihr wisst doch schon wo, ihr Idioten! Was, der Klötzli weiss es nicht?

(Kurze Pause)

Kann sofort im Lohnbüro vorbeigehen. Er ist augenblicklich abgeschossen! Gefeuert!!!

(Lehnt sich, den Kopf in die Hände gestützt, nach vorne. Der Strich auf dem Bildschirm bewegt sich immer hektischer. Die Amplitude wird immer grösser, berührt schliesslich den oberen Rand, berührt dann den unter Rand, schiesst wieder senkrecht nach oben und verschwindet für eine Weile, kommt senkrecht zurück und verschwindet endgültig am unteren Rand. Konrad senkt den Kopf immer tiefer.)

Konrad:

(Mit abgrundtiefem Seufzer) Ich bin uriniert. Oh Entschuldigung: Ruiniert.

(Nach 10 Sekunden geht das Licht auf der Bühne aus. Nur eine kleine Notstromlampe bringt kargen Schein auf Konrad, der jetzt mit dem Gesicht auf der Tischplatte liegt.)

(Röchelndes Stöhnen von Konrad)

Jetzt haben die schon prophylaktisch den Strom abgestellt!

1. Akt 2. Szene

Konrad, Franz.

Von links her schleicht sich, leicht gebückt, einen Putzkarren vor sich herschiebend und ein Besen in der Hand, sehr dürftig, fast in Fetzen gekleidet, der Franz hinein.

Franz:

Sauerej, jetzt händs eus au no de Pfuss useget. Macht nüt, so gsehn i au de Dräck nöd.

(Sieht jetzt den Konrad, zeigt mit dem Arm, sich den Zuschauern hinwendend auf ihn) Doch da hätts ja no en grosse Huufe.

Konrad:

Wer zum Teufel sind Sie? Sind sie wenn möglich der Teufel selbst?

Franz: