Wartezimmerkonfitüre - Heike Langschuh - E-Book

Wartezimmerkonfitüre E-Book

Heike Langschuh

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Beschreibung

2016 hat mich verändert. Mein, durch Arthrose, abgenutzter Organismus brauchte einen Arzt! Die Situation hat mich völlig überstrapaziert! In dieser Geschichte versuche ich zu vergessen! Ich bin Handwerker, gehe nie zum Doc, solange ich klar komme! Dieses Mal war völlig anders! Ich musste es aufschreiben, sonst wär ich geplatzt!

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EPUB
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Seitenzahl: 159

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Heike Langschuh

Wartezimmerkonfitüre

Copyright: © 2018: Heike Langschuh

Umschlag & Satz: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

http://dnb.dnb.de abrufbar.

Mein Horoskop von Dienstag # Waage # 24.09. – 23.10.

Vergessen Sie nicht, dass Ihr Gegenüber nicht die leiseste Ahnung von dem hat, was hinter Ihrer Stirn vor sich geht. Sprechen Sie sich aus !

(Da kennt mich wohl jemand!? Na und!)

Vorwort

Es gibt Ereignisse im Leben, die muss man aus seinem Hirn verbannen. Da ist mitunter so viel nutzloses Wissen gebunkert! Wie im Rechner. Wichtiges, Lustiges und Schönes wird gespeichert. Der Rest kann weg. Die Festplatte einfach mal löschen!

Ich bin ein positiver Mensch. Immer optimistisch! Immer mit einem Grinsen im Gesicht oder einem blöden Spruch auf den Lippen, um meinem Gegenüber ein Schmunzeln zu entlocken. Ich hab auch den Hang zu unüberlegten Albernheiten. Wer mich kennt, wird ahnen, was gleich kommt. Es ist in der Tat nicht einfach, mich gegenüber sitzen zu haben, oder was auch immer. Mein Kollege sagt dann, er hat Angst davor, dabei zu sein, wenn ich mal nachts auf dem Parkplatz auf `s Maul kriege. (Wer hält denn dann meinen Rucksack? Soll ich den derweil in den Dreck schmeißen?)

Ich lasse Dich an einem Jahr in meinem Leben teilhaben. Ich muss mal wieder richtig abledern, ausmisten, Platz machen …

Früher hab ich schlimme Dinge in Briefen verarbeitet, die ich Freunden oder meiner Schwester geschrieben hab. Da konnte ich mein Gehirn noch frei machen. Seit mein Junge in der Schule ist, nehme ich mir dafür keine Zeit mehr. Mein Ausredenkatalog ist dick. Da steht für jede Situation genau das Richtige drin. So etwas braucht man heut zutage und je älter man wird, noch viel mehr.

Frau Hummel sagt: „Aus einem Trauma kann sich durchaus eine Neurose erwachsen.“

Ich bin schwer traumatisiert.

Frau Hummel ist die Schulbegleiterin von meinem Jungen. Wann immer es möglich ist treffen wir uns. Die Frau ist ein Segen für uns. Mir nimmt sie Bedenken und meinem a-typisch autistischen Kind gibt sie Lebenssicherheit. Das ist verdammt wichtig. Wir sind ein gut eingespieltes Team, schwimmen vielleicht sogar auf einer ähnlichen Wellenlänge …

***

Mai 2016

Über unserem Dorf liegt der Schleier der Nacht. Es ist friedlich. Es ist ruhig. Total idyllisch. Die Nachtigallen rollen sich ihre Lieder zu. 2.30 Uhr beginnen die Feldlerchen. Die haben „ihren“ Platz auf der Wiese unter den kleinen Kastanienbäumen, direkt hinter unserem Haus. Total romantisch.

Es ist Frühling.

Ich wohne schon immer hier. Das Dorf ist meine Heimat. Hier kennt jeder jeden. Ist auch nicht sooo schwer!! Wir sind um die 400 Einwohner und es werden immer weniger! Das Alter …

Die Wiese ist durch einen kleinen Weg geteilt. Auf der einen Seite tummeln sich die Feldlerchen, auf der anderen zirpen die Grillen. Neben der Wiese ist der neue Damm. Die Wyhra ist beim vorletzten Hochwasser bedrohlich angestiegen. Früher war da eine Durchfahrt für Trecker. Als Kinder sind wir oft da durchgewatet und haben uns an der Furt den Schlamm von den Beinen gewaschen. Die Furt konnte man aus der Ferne nicht so gut einsehen. Das war für uns ideal zum Frösche angeln. Einen Stock mit einem Taschentuch über`s Wasser halten und abwarten. Wenn einer „angebissen“ hat, musste man schnell sein. Frösche sind ja auch nicht doof. Den Frosch gut festhalten, Trinkstäbchen rein und … Mann, waren wir Plagen sadistisch!!

Aber die Hochwassersperre gab es nicht mehr. Wir hatten auch nach der Flussbettverlegung noch nie so ein Hochwasser. Darum gab es den neuen Damm. Seit man vom Klimawandel spricht ist auch bei uns hier einiges im Argen. Und seit die Tagebaue um uns herum geflutet wurden und die Brikettfabriken weg sind, ist es auch an den Menschen zu spüren. Kaum einer, der noch wirklich gesund ist. Früher haben wir unsere Medizin geatmet, wurden wir mit Kohlendreck und Flugasche gepudert. Das gibt es alles nicht mehr.

Vermisse ich es? Nein!! Nicht wirklich!! Obwohl – in unserem Tagebau hab ich gern gearbeitet … Vorbei!!! Man muss sich auch trennen können!!!

Die kleinen Sänger werden jäh vom Krächzen einer Krähe unterbrochen. Was hat denn die um diese Zeit schon hier verloren? Ist die mit ihrem massigen Körper vom Ast gefallen? Oder ist der Ast abgebrochen, auf dem sie gesessen hat? Dann geht das Zwitschern weiter. Es werden immer mehr von diesen kleinen zarten Stimmen. Amseln, Meisen, Spatzen, Rotschwänzchen … Ich höre mir das wirklich gerne an. Herrlich!! Irgendwann erwacht auch der Kuckuck, der auf der anderen Seite der Wyhra wohnt. Vorsichtig ruft er in den erwachenden Morgen. Erst zögerlich einen Ruf, dann noch einen, noch einen. Dann wird er aber nervig!!!

Für kein Geld der Welt würde ich mein Dorf verlassen. Hier habe ich alles was ich brauch.

Wir haben einen Garten, die Autos stehen vorne auf dem Parkplatz. Unsere Wohnung … Ok, da hört die Idylle erst mal auf. 64 qm, Neubaublock aus den 70er Jahren. Über uns leben geh- und hörgeschädigte Rentner. Unter uns leben hörgeschädigte Rentner mit Raucherhusten. Die Kläfferei stört aber zum Glück nicht das Vogelzwitschern.

Mit Kindern ist es auch nicht mehr so gut bestellt. Wenn ich mir vorstelle, dass hier früher um die 50 Plagen gelebt haben … Jetzt kann man sie an 2 Händen abzählen. Wir haben eins; im Nachbareingang wohnt eins; vorne im 1. Eingang wohnt eins … Die Arbeit hat die Leute aus dem Dorf getrieben. Ich fahr auch jeden Tag in den Leipziger Norden. Zum Autos bauen. Unterwegs sinniere ich manchmal wie es wäre, wenn …

Mein Kopf ist voll merkwürdiger Gedanken. In den letzten Monaten hat sich da einiges angestaut! Ich platze, wenn das nicht raus kommt! Die Schubladen laufen über! Ja, sowas hab ich im Kopf. Immer, bevor ich etwas sagen kann, geht mein Kopfkino los. Die Schubladen werfen sich Bilder und Wörter zu und ich guck mir das mit dem inneren Auge an. Meistens sind die Filme lustig, aber in der letzten Zeit …

***

Jetzt geht das schon seit Juli letztes Jahr. Ich kriege nachts kein Auge zu, bin wie erschlagen. Ich kann nicht mehr schlafen. Ich hab Ärmelschmerz! Ich wälze mich die ganze Nacht und bin von mir selbst genervt! Doch dann geht endlich der Wecker los! 3.20 Uhr! Ich darf endlich aufstehen! Fix und fertig, aber endlich nicht mehr liegen müssen … Und als erprobter Morgenmuffel gibt`s zum Frühstück Clown! Bei anderen eher Sauerkraut, ich brauch aber meine Dosis Spaß gleich früh zum Überleben. Nein, nicht was du denkst. Mir reicht die Seite mit den Witzen. Wo ist denn meine Zeitung heute? Kaffee, Bemme und danach werfe ich mir eine Ibu ein. Nachtisch. Sind nur noch 2 in der Packung … Verdammt!!

Wir haben Frühschicht. Ich bin einer der Springer. Seit Monaten plagt mich dieser verdammte Schmerz in der Schulter und im Arm. Schweller rechts versuche ich zu meiden! Freihandschrauben bringt mich irgendwann um. Heute ist wieder so ein Tag! Verdammte Axt! Wenn das nicht aufhört muss ich zum Doc!

Ich bin die Erste in der Schwenke. Kaffee kochen, Zettel tauschen, Schränke aufschließen, Arbeitsplatz kontrollieren … Die andere Schicht lässt manchmal was für uns übrig. Dafür bin ich ja da.

Heute war wieder Kaffeefach auffüllen dran. Milch, Zucker, Kaffee, Filtertüten. Hab auch paar Kekse mitgebracht. Die meisten von meinen Helden haben nicht wirklich gefrühstückt. Ich kann das nicht leiden!! Hunger macht böse!!

Die ersten Kollegen treffen ein. Tom freut sich: „Der Kaffee duftet ja schon! Heike ist da. Toll!!“

Dann kommen nach und nach die anderen. Der Pausenraum ist gut gefüllt. Nur noch ein paar Minuten, dann geht’s los.

Die 1. Runde Springen beginnt. Mir brummt der Ast! Bin zuerst im Einlauf. Schorsch ist auf Antenne. Der war wegen seiner Schulter erst wochenlang krankgeschrieben. Hab ihn gefragt, was bei ihm gemacht wurde. Schorsch sagt, Ibu und Strom haben gereicht … Naja, geht ja noch. Dann wird es bei mir auch nicht viel schlimmer sein!!!! Vielleicht trau ich mich ja doch mal zum Doc, wenn nichts mehr geht.

Dann bin ich bei uns. Renato ist schon seit Oktober wegen seiner Schulter zu Hause! Der soll aber dem nächst wieder kommen. Am Tank merke ich, dass was nicht wirklich passt. Mir ist komisch im Ärmel. Gehe weiter zum Einfüllrohr. Verschrauben mit links ist noch ok! Aber die hässlichen kleinen Stopfen sind furztrocken! Ich brauch viel Kraft!! Zu viel!! Mit rechts und links … Geschafft …

Radhaus! Ich hab eine Tröte einzubauen. Hab wohl bisschen komisch angefasst. Das gab mir gerade einen Hieb!!! Kurz durchatmen, weiter … Schweller links … Stopfen setzen, vorne im Radhaus und im Schweller … Verdammt!!! Ich hatte gerade wieder so einen fiesen Hieb!!! Durchatmen hilft nicht … Scheiße!!! Reißleine!!! Hilfe!!! Jetzt ist sie kaputt …

„ Bummi – kannst du mich für die nächste Runde aus dem Springen nehmen? Ich geh mal vor zum Doc.“

Wir waren mit dieser Runde gerade durch. Das war Glückssache!!

Mein Arm ist taub vor Schmerz!! Vom Hals an, bis in die Fingerspitzen. Ich will das nicht!!!

Bin im Med-Punkt. Es ist sehr still dort. Da scheint keiner da zu sein. Zumindest saß aber eine Schwester da, hinter der Tür. Die hab ich auch gleich vollgequatscht. „Ich brauch mal was.“ Sie fragte: „Was ist denn los?“ „Ich brauch was zum Durchhalten. Ist ja nur noch heute und morgen. Krieg ich bitte eine Pille gegen Knochenschmerz. Mir brummt die rechte Seite und links ist mir ein komisches Ding gewachsen. Im Handgelenk. Das drückt wie Huf. Da müsste, glaub ich, was gestützt werden.“

Hab eine Ibu bekommen und einen blauen Stützverband. Voll schick. „Das Ding ist ein Ganglion. Das muss raus operiert werden, wenn es stört.“ (An mir wird nicht rumgeschnippelt!)

Ich mach den Rest der Schicht weiter rechts am Schweller! Stopfen drücken! Eine Stunde vor Feierabend hat der Roboter aufgegeben! Jetzt muss ich alle Stopfen machen!! Verdammt!! Mein linkes Handgelenk fault weg!! Rechts funktioniert nicht wirklich!!

Bummi macht gerade Einteilung für die nächste Runde. „Ich bin raus! Kannst du bitte einen Ersatzspringer einteilen? Das funktioniert bei mir nicht.“ „Ok. Rocco ist ja heute da! Läuft! Und wie ist es mit Morgen? Denkst du das geht dann wieder?“ fragt er mich … „Nee!!“ … Morgen ist Samstag. Da kriegen wir so schnell keinen Ersatz. Weiß ich! „Die Beine laufen ja noch. Ich bin morgen da, aber tauge nicht zum Springen!! Lass mich rechts den Schweller stopfen! Das könnte noch funktionieren. Montag geh ich zum Doc! Definitiv! Hab keine Reserven mehr!“

***

Dann ist Montag, 09.05.2016.

Die Nacht war wieder fürchterlich! Ich steh am Waschbecken, gucke in den Spiegel. Meine Augenringe sind schon so dick und schwarz – wie Autoreifen. Der Schock reicht für den Rest des Jahres. Ich häng das Ding besser wieder zu. Heute geh ich zu meinem Hausarzt. Dem vertrau ich!! Den kenn ich, seit ich Stift war. Ich bin Ü 50 und hab Angst vor`m weißen Mann!! Das geht doch gar nicht!! Nein!!! Ich hab nicht einfach nur Angst!! Ich schiebe voll die Panik!! (Heike!! Du kennst deinen Doc!! Alles wird gut!! Trau dich!!) Mein Hirn versucht mir Mut zu machen. Ich brauch erst eine Weile. Sitze im Wartezimmer, darf auch noch bisschen draußen warten. Dann werde ich aufgerufen.

Hab ihm erzählt, was Freitag und Samstag bei der Arbeit los war. Er zückt den gelben Zettelblock und verpasst mir 2 Wochen Ruhe und Physio. Dann bin ich vielleicht auch wieder fit! „Hol dir mal noch die Schmerzpillen in der Apotheke! Ist ganz sicher auch was entzündet. Wenn es nicht besser wird kommst du wieder her!“ Ich hab mir echt Mühe gegeben … Aber es wurde nicht besser!

Wir arbeiten auch am Samstag. Ist ganz normal. Mein Schein ging bis Freitag. Also muss ich zum Doc. Und das Schlimmste!!! Mein Doc ist nur noch montags in der Praxis! Der geht einfach in Rente! Hallo – was soll ich denn jetzt machen?

Freitags ist Marko da, der kleine Bruder vom Doc. Hab wieder den Urschleim aufgewühlt und erzählt. Der zückt den gelben Zettelblock, guckt mich so an und fragt, ob ich schon zum Röntgen war … Nee!! Das war so nicht geplant! Ich kann doch auch nichts dafür, dass der blöde Ärmel länger Ruhe braucht. Hab nur mit dem Kopf geschüttelt. „ Du gehst röntgen und dann kommst du wieder her.“

„Ok.“

Und dann war ich wieder da. Wieder bei Marko. Menschenskinder, mit dem kann ich nicht. Der ist zwar voll lieb. Aber … das geht nicht … Der hat sich den Bericht vom Röntgen angesehen, hochgeguckt und gefragt: „Und wie ist es jetzt?“ – „Immer noch genau so doof!“ – „So …, dann schick ich dich zum MRT!“

Na Gott sei Dank!! Den nächsten Termin kann ich wieder bei meinem Doc machen! Nächste Woche!

***

Am ersten Wochenende im Juni ist bei uns Dorffest. Das ist jedes Jahr schön. Wir treffen uns im alten Rittergutspark. Bei Musik, Bratwurst und Getränken ist die Stimmung ganz schnell recht ausgelassen. Es gibt immer ein kleines Programm und ein bisschen Show. Da gibt`s auch eine Tombola ohne Nieten. Die Preise spenden verschiedene Firmen und wir Einwohner. Sind jedes Jahr tolle Sachen dabei. Ich hab auch wieder was dazu gegeben. Muss ja auch alles finanziert werden. Meistens besuchen uns auch diverse Schausteller und einige Vereine aus der Umgebung.

Aber dieses Jahr trau ich mich nicht hin!! Mir brummt der Ast … Ich hab Angst davor, von Leuten angerempelt zu werden … Mir reichen die Eigenschmerzen total aus!! Beim Tanz im Zelt würde ich eh bloß rumsitzen! Wir haben da einen total coolen DJ. Und wenn der Bullie vom Nachbardorf mit seiner Frau tanzt, guckt das halbe Dorf neidvoll zu. Die beiden laufen auf, wie die Profis!! Das muss man gesehen haben!!

Ich hab mich mit meinen Lieblingskollegen verabredet. Wir treffen uns am Bootshaus.

Gegen halb elf sind wir in die Spur. Unterwegs wurde ich geblitzt!! Ich Troddel!! Ich kenne den Blitzer!! Egal!! Erinnerungsfoto!! Hoffentlich hab ich nicht zu verkrampft geguckt!!

Wir haben uns für „über Nacht“ angemeldet. Dann kann ich zum Grillen auch ein Bier trinken.

Ich bin jetzt schon ziemlich lange zu Hause. Ich bin doch auch neugierig, wie es im Betrieb läuft …

Der Kurze ist mit den Mädels vom Kollegen in den Büschen. Der kennt sich hier inzwischen ganz gut aus. Der weiß genau, wo er Eidechsen finden kann … Wir haben uns auf fast dem ganzen Gelände ausgebreitet. Wir sitzen draußen beim Käffchen und quarken den Kümmel aus dem Käse … Abends haben wir den Grill angeschmissen … Wir haben richtig viel gelacht … Mir tut zwar alles weh, aber ich bin gerne hier!! Mit meinen Leuten ist es herrlich entspannend. Der Kurze hat auch Sauerstoff und Beschäftigung. Der mag die kleinen Mädels vom Kollegen echt gerne. Vor den beiden Größeren, von meinem anderen Kollegen, hat er ein bisschen Dampf. Aber sie würden ihm auch fehlen, wenn sie nicht dabei wären. Manchmal spielen unsere Kinder auch alle zusammen! Ball und so was … Oder die sitzen wie die Orgelpfeifen nebeneinander und zocken um die Wette …

Das kann man in der Tat auch „kleines Urlaubchen“ nennen … Ist jedes Mal schön und immer viel zu schnell vorbei!!

Sonntagnachmittag waren wir dann doch mal auf dem Festplatz zu Hause. Ich hatte keinen Bock zu kochen und es gab ja noch Wurst und Hack-Rib … Waren auch einige Leute zum Quatschen da. Was soll`s!! Ich hoffe, wir können nächstes Jahr ein Dorffest machen. Dann geh ich wieder hin …

***

Hab mein MRT vor mir, dauert noch eine Woche! Mein Doc grinst: „Ja, ist dann mal so! Du kannst noch nicht wieder gehen! Wenn du bei dem Termin warst, dauert das etwa 10 Tage. Dann hab ich den Bericht, dann kommst du wieder zu mir!“ „Ok.“

War da!! MRT ist auch lustig. Da kriegst du „Techno beats“ ins Hirn gepresst. Es ist unglaublich. Mir klingeln jetzt noch die Ohren. Meine Richtung ist eher Hard Rock, Heavy Metal. Ich hätte mich vor Lachen fast geschüttelt. (Heike, du darfst dich nicht bewegen! Reiß dich zusammen!) Ich kann nichts dafür … Ich bin hochgradig albern …

Hab danach geduldig gewartet und bin wieder zu meinem Doc. Der guckt sich den Bericht vom MRT an. Sein Gesicht sieht heute komisch aus! Dann greift er nach einem Block, der ist aber nicht gelb! Er guckt mich heute so komisch an! Was ist denn los? Ich glaube, jetzt krieg ich Angst!

Er guckt heute so komisch! „Du gehst mal zum Dr. Langer! Der ist neu bei Berentz und Groß, dem gibst du den Bericht!“ „OK. (???)“

Ich pack meine Schecke. Erst mal heim. Mir ist schlecht. Berentz und Groß haben ja noch bis abends offen. (War neulich mit der Mutter da, hab ich mir gemerkt.) Kind von der Schule abholen, durchatmen und los!!

Stopp!!

Noch mal schnell ins Netz gucken!! Information suchen!!

Wer ist das, zu dem ich soll? Hab nichts gefunden!! Der ist nicht von hier!

Ich hab Riesenpanik!!! Mir ist schon wieder kotzübel!! Die Bewertungen zu den beiden anderen machen mich nicht gerade zuversichtlich!! Was wird mich da wohl erwarten???

***

Ganz schön voll bei Berentz! Ich soll zu Langer! Anmeldung direkt. Die gute Frau am Tresen ist sehr freundlich und schmunzelt. Das macht mir ein bisschen Mut. Hab ihr die CD und den Bericht gegeben. Sie guckt hoch und sagt: „Das ist wieder typisch Dr. Sommer!“ (Was?) „Naja, ich warte dann mal draußen!“ (Mit dem blöden Bericht in der Hand.) Ich kann aber nicht sitzen, bin voll aufgeregt. 20 min später werde ich aufgerufen!

Auf dem Schild neben der Tür steht:

> Dr. Langer – Füßedoktor < -- Eeekelhaft!!!

Hoffentlich hat der sich die Hände gewaschen!! Mich schüttelt`s!! Hab den Typen gesehen, der da gerade vor mir drin war …

In Bruchteilen einer Sekunde nimmt mein Hirn das Flair einer Umgebung auf, das über Angst und Reden können entscheidet. Resultat – Angst!!!

Der Dr. Langer ist neu???

Der ist vielleicht weichgespült, aber neu?