Warum Jesus sterben musste - John Piper - E-Book

Warum Jesus sterben musste E-Book

John Piper

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Beschreibung

Warum wurde Jesus gekreuzigt – und was hat sein Tod mit mir zu tun? Dieses Buch zeigt: Hinter der Grausamkeit des Kreuzes steht ein guter Plan Gottes. John Piper führt fünfzig biblische Gründe dafür an und zeigt auf: Jesu Tod nimmt den gerechten Zorn Gottes weg, erfüllt vollkommenen Gehorsam und seine Auferstehung besiegelt, dass sein Opfer genügt – für jeden, der darauf vertraut. So wird das grausam wirkende Kreuz eine Einladung zur Versöhnung mit Gott, zur Freiheit von Schuld und zur Hoffnung über den Tod hinaus. • Von Bestseller-Autor John Piper • Tiefe Einsichten in das Evangelium • Geeignet für die Passions- und Osterzeit

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Seitenzahl: 157

Veröffentlichungsjahr: 2026

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WarumJesussterbenmusste

John Piper

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar.

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Bei Fragen zur Produktsicherheit wende dich bitte postalisch oder per E-Mail über die angegebenen Kontaktdaten an uns.

2025 Verbum Medien gGmbH

Titel des englischen Originals

Fifty Reasons Why Jesus Came to Die

Formerly published as

The Passion of Jesus Christ

© 2025 Verbum Medien gGmbH

Kleines Lohfeld 6

D-32549 Bad Oeynhausen

verbum-medien.de

[email protected]

Copyright © 2006 by Desiring God

Foundation

Übersetzung

Ulrike Wilhelm

Lektorat

Hans-Werner Deppe,

Sarah-Lena Glaum

Umschlag

Karin Rekowski, Becci Depner

Satz

Satz & Medien Wieser

Druck und Bindung

Finidr, Tschechien

Published by Crossway

a publishing ministry of Good

News Publishers

Wheaton, Illinois 60187, U.S.A.

This edition published by

arrangement with Crossway.

All rights reserved.

Wenn nicht anders angegeben,

wurde folgende Bibelübersetzung

verwendet

Lutherbibel, revidiert 2017,

© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft,

Stuttgart.

1. Auflage 2026

Best.-Nr. 8652 361

ISBN 978-3-98665-361-3

E-Book 978-3-98665-362-0

Hörbuch 978-3-98665-363-7

DOI 10.54291/i676275297

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Inhalt

Über Jesus Christus

Einleitung

Jesus Christus starb, 1 um den Zorn Gottes auf sich zu nehmen

Jesus Christus starb, 2 um seinen himmlischen Vater zu erfreuen

Jesus Christus starb, 3 um Gehorsam zu lernen und vollkommen gemacht zu werden

Jesus Christus starb, 4 um seine eigene Auferstehung von den Toten zu erlangen

Jesus Christus starb, 5 um den Reichtum der Liebe und Gnade Gottes für Sünder zu offenbaren

Jesus Christus starb, 6 um zu zeigen, wie sehr er uns liebt

Jesus Christus starb, 7 um die Rechtsforderungen des Gesetzes an uns zu tilgen

Jesus Christus starb, 8 um sein Leben als Lösegeld für viele zu geben

Jesus Christus starb, 9 zur Vergebung unserer Sünden

Jesus Christus starb, 10 um die Grundlage für unsere Rechtfertigung zu schaffen

Jesus Christus starb, 11 um den Gehorsam zu vollenden, der uns zur Gerechtigkeit wird

Jesus Christus starb, 12 um unsere Verdammnis wegzunehmen

Jesus Christus starb, 13 um die Beschneidung und alle Rituale als Grundlage der Errettung abzuschaffen

Jesus Christus starb, 14 um uns zum Glauben zu bringen und uns darin zu bewahren

Jesus Christus starb, 15 um uns heilig, makellos und untadelig zu machen

Jesus Christus starb, 16 um uns ein reines Gewissen zu geben

Jesus Christus starb, 17 um uns alles zu schenken, was gut für uns ist

Jesus Christus starb, 18 um uns von moralischer und körperlicher Krankheit zu heilen

Jesus Christus starb, 19 um denen, die an ihn glauben, ewiges Leben zu geben

Jesus Christus starb, 20 um uns aus der gegenwärtigen, bösen Welt zu erretten

Jesus Christus starb, 21 um uns mit Gott zu versöhnen

Jesus Christus starb, 22 um uns zu Gott zu führen

Jesus Christus starb, 23 damit wir ihm gehören

Jesus Christus starb, 24 um uns freimütigen Eintritt in das Heiligtum zu geben

Jesus Christus starb, 25 um für uns zu dem Ort zu werden, wo wir Gott begegnen können

Jesus Christus starb, 26 um das alttestamentliche Priestertum zu beenden und selbst zum ewigen Hohenpriester zu werden

Jesus Christus starb, 27 um ein mitfühlender und helfender Priester zu werden

Jesus Christus starb, 28 um uns vom nichtigen Wandel unserer Vorfahren zu erlösen

Jesus Christus starb, 29 um uns von der Sklaverei der Sünde zu befreien

Jesus Christus starb, 30 damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben

Jesus Christus starb, 31 damit wir dem Gesetz sterben und Gott Frucht bringen

Jesus Christus starb, 32 damit wir für ihn leben können und nicht für uns

Jesus Christus starb, 33 um das Kreuz zum Grund all unseres Rühmens zu machen

Jesus Christus starb, 34 damit wir im Glauben an ihn leben können

Jesus Christus starb, 35 um der Ehe ihren tiefsten Sinn zu geben

Jesus Christus starb, 36 um ein Volk zu schaffen, das eifrig wäre zu guten Werken

Jesus Christus starb, 37 um uns aufzurufen, seinem Beispiel der Demut und aufopfernden Liebe zu folgen

Jesus Christus starb, 38 um eine Schar von gekreuzigten Nachfolgern zu haben

Jesus Christus starb, 39 um uns von der Angst vor dem Tod zu befreien

Jesus Christus starb, 40 damit wir sofort nach dem Tod bei ihm sind

Jesus Christus starb, 41 um unsere Auferstehung von den Toten sicherzustellen

Jesus Christus starb, 42 um die Gewalten und Mächte zu entwaffnen

Jesus Christus starb, 43 um durch das Evangelium die Kraft Gottes freizusetzen

Jesus Christus starb, 44 um Feindschaften zu überwinden

Jesus Christus starb, 45 um Menschen aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation zu erkaufen

Jesus Christus starb, 46 um alle seine Schafe aus der ganzen Welt zu sammeln

Jesus Christus starb, 47 um uns vor dem künftigen Gericht zu retten

Jesus Christus starb, 48 um seine und unsere Freude zu erlangen

Jesus Christus starb, 49 damit er mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt wird

Jesus Christus starb, 50 um zu zeigen, dass das schlimmste Übel von Gott zum Guten gedacht ist

Ein Gebet

Endnoten

Über Jesus Christus

»Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt.

Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.

Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen.

Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.

Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen.

Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.

Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg;

aber der Herr ließ ihn treffen unser aller Schuld. – Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern;

und er tat seinen Mund nicht auf. …

Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen … kein Trug ist in seinem Mund gewesen.

Doch dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen.

Er hat ihn leiden lassen.«

JESAJA 53, 3–10 (ELB)

Einleitung

Warum musste Jesus Christus so sehr leiden? Die Antwort darauf werden wir nie finden, wenn wir nicht über unseren beschränkten menschlichen Horizont hinausgehen. Auf die Frage, wer Jesus ans Kreuz brachte, gibt es nur eine Antwort: Gott. Dieser Gedanke verschlägt uns den Atem, denn Jesus war Gottes Sohn. Die ganze Botschaft der Bibel führt jedoch zu dieser Schlussfolgerung.

Aber Gott gedachte es gut zu machen

Der hebräische Prophet Jesaja sagte: »Doch dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen« (Jes 53,10 ELB). Im Neuen Testament steht: »Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?« (Röm 8,32).»Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut« (Röm 3,25).

Wie lässt sich diese göttliche Tat in Zusammenhang bringen mit der mörderischen Bosheit derer, die Jesus töteten? Die Bibel beantwortet diese Frage mit einem Gebet der frühen Kirche: »Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte« (Apg 4,27–28). Das Ausmaß dieser göttlichen Souveränität verschlägt uns den Atem. Aber sie ist der Schlüssel zu unserer Rettung. Gott hatte alles so geplant und benutzte böse Menschen, um uns etwas Großartiges und Gutes zu schenken. Eine Aussage der jüdischen Thora bringt es in einer vergleichbaren Situation auf den Punkt:»Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen« (1 Mose 50,20).

Weil Gott Gutes beabsichtigte, muss man von menschlichen Erklärungen absehen und nach dem göttlichen Zweck fragen. Bei Jesu Tod geht es nicht um die Frage der Täterschaft, sondern um das Ziel – den eigentlichen Sinn. Die Menschheit hat vielleicht ihre Gründe, Jesus aus dem Weg zu schaffen. Aber nur Gott kann daraus etwas Gutes machen. Tatsache ist, dass Gottes Absichten für die Welt mit dem Tod Jesu unsere Vorstellungskraft übertreffen.

Ich kratze mit diesem kleinen Buch nur an der Oberfläche, wenn ich dir fünfzig Gründe aufzeige, warum Jesus am Kreuz gestorben ist. Ich hoffe, dass sie dich dazu anregen, dich immer wieder neu auf die Suche zu machen, um herauszufinden, welchen großartigen Plan Gott mit dem Tod seines Sohnes verfolgte.

Warum war Jesu Leiden einzigartig?

Jesus wurde als Anwärter auf den römischen Thron für schuldig erklärt und verurteilt. Warum hat seine Hinrichtung in den darauffolgenden drei Jahrhunderten eine Kraft des Leidens und der Liebe entfesselt, die das Römische Reich veränderte und die Welt auch heute noch beeinflusst? Die Antwort ist: Jesu Leiden war absolut einzigartig und mit seiner Auferstehung von den Toten drei Tage später bestätigte Gott das, was durch seinen Tod erreicht worden war.

Sein Leiden war einzigartig, weil er mehr als ein gewöhnlicher Mensch war. Er war, wie das Bekenntnis von Nicäa belegt, »wahrer Gott vom wahren Gott«. Das ist das Zeugnis derer, die ihn kannten und von ihm inspiriert wurden, zu erklären, wer er ist. Der Apostel Johannes nannte Christus »das Wort« und schrieb:»Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist … Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit« (Joh 1,1–3.14).

Jesus blieb in seinem Leiden völlig unschuldig. Nicht nur unschuldig hinsichtlich der Anklage der Gotteslästerung, sondern aller Sünden. Einer seiner engsten Jünger schrieb: »Er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand« (1 Petr 2,22).

Zu dieser Einzigartigkeit kommt auch noch hinzu, dass ohne seine Einwilligung niemand seinen Tod hätte herbeiführen können. Eine der unglaublichsten Aussagen, die Jesus jemals über seinen Tod und seine Auferstehung machte, war: »Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich’s wieder empfange. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu empfangen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater« (Joh 10,17–18). Die Streitfrage, wer Jesus tötete, ist unwichtig. Er entschied sich, zu sterben. Der Vater bestimmte es. Der Sohn nahm es an.

Sein Leiden wurde durch die Auferstehung besiegelt

Drei Tage später hat Gott Jesus von den Toten auferweckt, um zu zeigen, dass er im Recht war und alle seine Worte wahr sind. Am frühen Sonntagmorgen ist Jesus von den Toten auferstanden. Bevor er in den Himmel aufgenommen wurde, erschien er vierzig Tage lang immer wieder seinen Jüngern (vgl. Apg 1,3).

Nur langsam fingen die Jünger an, zu glauben, dass es Wirklichkeit war. Sie waren keine leichtgläubigen Spinner. Sie standen mit beiden Beinen im Leben. Sie wussten, dass Menschen nicht von den Toten auferstanden. Einmal bestand Jesus darauf, etwas zu essen, um ihnen zu beweisen, dass er kein Geist war (vgl. Lk 24,39–43). Das war keine Wiederbelebung einer Leiche. Es war die Auferstehung des Menschensohnes in ein unzerstörbares neues Leben hinein. Die frühe Kirche feierte ihn als Herrn des Himmels und der Erde. Sie sagten: »Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe« (Hebr 1,3). Jesus hatte die Aufgabe vollendet, die Gott ihm gegeben hatte. Die Auferstehung war der Beweis, dass Gottes Ansprüche an ein vollkommenes Opfer zur Vergebung der Sünden erfüllt waren. In diesem Buch geht es darum, was der Tod Jesu für die Welt bewirkt hat.

Nachdem alles gesagt und getan ist, bleibt die entscheidende Frage: Warum? Warum litt und starb Christus? Was hat Christus durch sein Leiden erreicht? Warum musste er so viel leiden? Welches großartige Werk geschah auf Golgatha für die Welt? Was hat Gott für uns Sünder erreicht, als er seinen Sohn sandte, der für uns starb? Dem wenden wir uns jetzt zu.

Jesus Christus starb,1um den Zorn Gottes auf sich zu nehmen

»Christus aber hat uns losgekauft vondem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluchwurde für uns – denn es steht geschrieben:›Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.‹«

GALATER 3,13

»Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seinerGerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden.«

RÖMER 3,25

»Darin besteht die Liebe: nicht dass wirGott geliebt haben, sondern dass er unsgeliebt hat und gesandt seinen Sohnzur Versöhnung für unsre Sünden.«

1. JOHANNES 4,10

Wenn Gott nicht gerecht wäre, hätte es für seinen Sohn keine Notwendigkeit gegeben, zu leiden und zu sterben. Und wenn Gott nicht lieben würde, hätte sein Sohn nicht bereitwillig leiden und sterben müssen. Aber Gott ist beides, er ist gerecht und ein liebender Gott. Daher ist er in seiner Liebe bereit, die Forderung seiner Gerechtigkeit selbst zu erfüllen.

Gottes Gesetz verlangt: »Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft« (5 Mose 6,5). Wir alle haben aber schon andere Dinge mehr geliebt. Genau das bedeutet Sünde – nämlich, Gott nicht zu ehren, weil man andere Dinge ihm vorzieht und sich mit diesen Vorlieben beschäftigt. Daher sagt die Bibel: »Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen« (Röm 3,23). Wir verherrlichen das, was wir am meisten genießen. Gott gehört nicht dazu.

Das ist keine kleine Sünde, weil sie sich nicht gegen eine kleine Autorität wendet. Der Ernst einer Beleidigung nimmt mit der Würde des Beleidigten zu. Gott – der Schöpfer des Weltalls – ist der Achtung und Verehrung und der Treue unendlich würdig. Daher ist es nicht unbedeutend, wenn man versäumt, ihn zu lieben – es ist Betrug. Gott wird verleugnet und das Glück des Menschen zerstört.

Da Gott gerecht ist, kehrt er diese Verbrechen nicht unter den Teppich des Universums. Er hat einen heiligen Zorn gegen sie. Sie verdienen, bestraft zu werden, und das hat er klar ausgedrückt: »Denn der Sünde Sold ist der Tod« (Röm 6,23). »Jeder, der sündigt, soll sterben« (Hes 18,4).

Ein heiliger Fluch liegt auf allen Sünden. Nicht zu strafen, wäre ungerecht. Das würde billigen, dass Gott erniedrigt wird. Eine Lüge würde die Welt regieren. Daher sagt Gott: »Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: ›Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!‹« (Gal 3,10; vgl. 5 Mose 27,26).

Aber die Liebe Gottes belässt es nicht bei dem Fluch, der über der ganzen sündigen Menschheit liegt. Er gibt sich nicht zufrieden, Zorn zu zeigen, egal wie heilig er auch ist. Daher sendet Gott seinen eigenen Sohn, der seinen Zorn auf sich nimmt und für alle, die ihm vertrauen, selbst zum Fluch wird.»Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns« (Gal 3,13). Das ist die Bedeutung des Wortes »Sühne« in dem am Anfang zitierten Bibelvers (vgl. Röm 3,25). Es drückt aus, dass Gottes Zorn weggenommen wird, indem er einen Stellvertreter gibt. Diesen Stellvertreter stellt Gott selbst zur Verfügung. Der Stellvertreter, Jesus Christus, hebt den Zorn nicht auf, sondern wendet ihn von uns ab, indem er ihn auf sich nimmt. Gottes Zorn ist gerecht und wurde nicht zurückgehalten, sondern ausgeschüttet.

Wir wollen Gott weder zu leicht nehmen noch seine Liebe als unwichtig abtun. Wir werden niemals vor Gottes Liebe Ehrfurcht haben, wenn wir nicht mit den Folgen der Sünde und mit der Gerechtigkeit seines Zornes gegen uns rechnen. Aber wenn wir uns durch seine Gnade unserer Unwürdigkeit bewusst werden, dann schauen wir auf das Leiden und Sterben Christi und sagen: »Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden« (1 Joh 4,10).

Jesus Christus starb,2um seinen himmlischen Vater zu erfreuen

»Doch dem Herrn gefiel es, ihn zuzerschlagen. Er hat ihn leiden lassen.«

JESAJA 53,10 ELB

»Wie auch Christus uns geliebt hat und hatsich selbst für uns gegeben als Gabe undOpfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.«

EPHESER 5,2

Jesus hat nicht mit einem zornigen Gott auf dem Boden des Himmels gerungen und ihm die Peitsche aus der Hand gerissen. Er hat ihn nicht gezwungen, mit der Menschheit barmherzig zu sein. Sein Tod war auch nicht eine widerwillige Zustimmung Gottes, dem Sünder gegenüber nachsichtig zu sein. Nein, was Jesus tat, als er litt und starb, war die Idee des Vaters. Es war eine atemberaubende Strategie, die sogar noch vor der Erschaffung der Welt erdacht worden war, nämlich als Gott die Geschichte der Welt sah und plante. Darum spricht die Bibel von Gottes »Ratschluss und … Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt« (2 Tim 1,9).

Schon in den jüdischen Schriften wurde dieser Plan enthüllt. Der Prophet Jesaja sagte die Leiden des Messias, der den Platz der Sünder einnehmen würde, voraus. Er sagte, dass Christus, stellvertretend für uns, »von Gott geschlagen« werde.

»Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn fürden, der geplagt und von Gott geschlagen undgemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willenzerschlagen … Wir gingen alle in die Irre wieSchafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aberder Herr warf unser aller Sünde auf ihn.«

JESAJA 53,4– 6

Am erstaunlichsten an Christi Stellvertretung für uns Sünder ist jedoch, dass es Gottes Idee war. Christus hat sich nicht einfach in Gottes Plan, Sünder zu bestrafen,»eingemischt«. Gott plante Golgatha ein. Ein Prophet aus dem Alten Testament sagte: »Doch dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen« (Jes 53,10 ELB).

Das erklärt den Kontrast des Neuen Testaments. Einerseits leidet Christus, weil Gott seinen Zorn über ihn ausgegossen hat, andererseits ist Christi Leiden eine wunderbare Tat der Unterwerfung und des Gehorsams gegenüber Gottes Willen. So schrie Christus am Kreuz: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«