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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Walli saß in der großen Wohnküche und schälte Kartoffeln. Als es klopfte, sah sie auf. Wolfi stand im Türrahmen. Obwohl es noch früh am Morgen war, trug er seine Polizeiuniform.
»Grüß Gott, Walli!«, sagte er freundlich. »Die Sprechstundenhilfe sagte mir, ich soll in die Küche gehen.«
»Das war recht so. Grüß Gott, Wolfi! Komm her und setze dich hin. Magst du einen Kaffee?«
»Den nehme ich gern. Ich bin gekommen, um mich nach Chris zu erkundigen. Martin scheint nicht da zu sein. Sascha ist beim Blutabnehmen, das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem würde ich lieber mit Martin sprechen.«
»Da hast du Pech, Wolfi. Martin ist unterwegs auf Hausbesuch«, antwortete Walli.
Während sie die Kartoffel zu Ende schälte, erkundigte sie sich nach Wolfis Frau.
»Oh, Moni geht es gut. Nach Abschluss ihres Tiermedizinstudiums hat sie eine halbe Stelle bei Beate und Carl in der Tierarztpraxis. Darüber hinaus illustriert sie Carls tierwissenschaftliche Fachbücher. Das macht ihr viel Freude. Zeichnen und Malen, alles, was mit Kunst zu tun hat, war schon immer ihre Herzensangelegenheit. Sie hat sich oben unterm Dach ein Studio eingerichtet. Sie sagt, das sei ihr Himmelreich auf Erden«, erzählte Wolfi stolz.
»Das freut mich, dass es Moni gut geht«, sagte Walli.
Sie stand auf und wischte sich die Hände ab. Dann holte sie einen Becher aus dem Küchenschrank und schenkte Wolfi aus der Thermoskanne Bohnenkaffee ein.
»Willst du Zucker und Sahne?«, fragte Walli.
»Danke, ich trinke ihn schwarz«, antwortete Wolfi. »Das soll schön machen.«
Walli lachte laut.
»Du bist doch ein schöner Bursche. Willst du noch schöner werden?«, scherzte Walli.
»Nun aber mal ernst, Walli. Ich weiß, dass du über alles Bescheid weißt. Wie geht es Chris?«
Walli setzte sich wieder und begann, die nächste Kartoffel zu schälen. Sie schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie nachdenklich:
»Körperlich ist wohl alles in Ordnung mit ihr, Wolfi. So ein richtiger Unfall war es nicht, das weißt du ja. Trotzdem sieht sie aus, wie ein Tropfen Wasser.«
Durch die offenen Fenster war Martins Geländewagen zu hören.
»Ah, da kommt Martin, dann kannst du ihn selbst fragen«, sagte Walli.
Martin brachte die Blutproben, die er bei den Hausbesuchen gemacht hatte, der Sprechstundenhilfe. Sie machte sie gleich zum Versand fertig.
Dann betrat er die Küche.
»Mei, Wolfi, grüß Gott!«, sagte Martin erfreut.
Wolfi begrüßte ihn herzlich. Zu Walli sagt er:
»Katja ist bei Veronika. Sie will etwas für Eric aus dem Katalog bestellen.« Er schmunzelte. »Ich schätze, es dauert, bis sie kommt. Sicher sitzen Veronika und Katja noch eine Weile im Lager hinter dem Laden, und tratschen. Es sei ihnen gegönnt.«
Er holte einen Becher und schenkte sich Kaffee ein.
»Du willst sicher wissen, wie es Chris geht«, bemerkte Martin.
»Genau, darum geht es mir«, antwortete Wolfi und sah ihn ernst an.
Martin runzelte die Stirn.
»Bevor ich auf meine frühe Hausbesuchsrunde fuhr, habe ich nach Chris geschaut. Ich dachte, sie schläft noch. Irrtum! Sie saß im Schneidersitz auf dem Bett. Dicke Tränen kullerten ihr über die Wangen. Ihr Taschentuch war nass. Ich gab ihr meines. Dann setzte ich mich zu ihr auf die Bettkante und wartete, bis sie sich wieder gefasst hatte. Dann fragte sie, warum sie weint. Sie antwortete, ach nur so, ich muss einfach weinen.«
Martin seufzte. Währen er Kaffee trank, kräuselte er die Stirn.
»Wolfi, ich werde aus dem Madl nicht schlau. Ich habe sie heute Morgen noch einmal gründlich untersucht. Sie ist körperlich völlig gesund. Es war auch kein richtiger Unfall. Okay, sie hat mit dem weitausladenden Seitenspiegel den Baum berührt. Ich dachte, vielleicht hat sie eine Schulterzerrung, weil ihr der Lenker möglicherweise herumgerissen wurde. Aber nix da.«
»Sie heult nur«, sagte Wolfi leise.
»Genau, Chris ist sehr nah am Wasser gebaut. Wie du mir gestern Abend erzählt hast, benahm sie sich in der letzten Zeit ein bisserl sonderbar. Es muss dafür einen Grund geben. Sag mal, Wolfi, könnte es sein, dass sie Liebeskummer hat?«
»Liebeskummer?«, wiederholte Wolfi erstaunt.
Er zuckte mit den Schultern.
»Ich weiß nicht, ob Chris einen Burschen hat oder sich etwas anbahnte, was dann in die Brüche ging. Wenn es um Liebe geht, ist sie verschlossen wie eine Auster. Ich weiß, dass sie sich hin und wieder mal mit Kolleginnen in München trifft, gelegentlich über das Wochenende. Dann gehen sie ins Kino, essen im Biergarten und meistens besuchen sie anschließend eine Disco. Kino, Essen, Disco ist jedes Mal die Aufzählung, wenn ich sie frage. Wenn ich frage, ob sie mit feschen Burschen getanzt habe, wird sie böse. Ich weiß, dass Chris einmal mit jemanden zusammen war. Aber das war, bevor sie nach Waldkogel kam. Genaues weiß ich nicht. Aber irgendwann wollte er wieder mit ihr anbändeln, aber sie wollte nicht. Das habe ich so im Hintergrund mitbekommen. Sie hat auch nie darüber gesprochen. Mehr kann ich dir nicht sagen, Martin. Chris ist eine wunderbare Kollegin. Auf sie ist absolut Verlass. Charakterlich ist sie ein Mensch mit einem großen Herzen. Das brauche ich dir nicht zu sagen, Martin. Du kennst sie.«
Sie schwiegen eine Weile und dachten nach. Martin sagte schließlich:
»Mit Chris stimmt etwas nicht, Wolfi. Ich habe ihr ein Schlafmittel gegeben. Alle Patienten schlafen lange auf das Medikament. Chris muss eine sehr hohe Adrenalinausschüttung haben, denn das Mittel hatte bei ihr nur kurz gewirkt. Deshalb habe ich sie heute Morgen richtig abgeschossen, wie man salopp sagt. Ich hoffe, sie schläft bis zum Nachmittag. Schlaf ist die beste Medizin, sagt der Volksmund. Das stimmt auch.«
»Sie schläft tief und fest, Martin«, sagte Walli. »Als du unterwegs warst, habe ich nach ihr geschaut. Sascha hat auch nach ihr gesehen, bevor der erste Patient zur Blutabnahme kam.«
Wolfi schüttelte den Kopf und sagte:
»Zu mir hat sie nur gesagt, sie sei urlaubsreif. Kann man so erschöpft sein? Mir ist das ein Rätsel.«
»Nun ja, sie könnte ein Burn-out haben, wie man neudeutsch und modisch sagt. Früher hieß das Erschöpfungszustand«, antwortete Martin. »Entschuldige, Wolfi, wenn ich das jetzt sage. Aber so stressig scheint die Arbeit auf der Wache nicht zu sein.«
Wolfi grinste.
»Bei Gott, Waldkogel ist sehr friedlich.«
Dann musste er herzlich lachen.
»Martin, im Vertrauen, wir müssen die Berichte etwas aufbauschen. Nicht, dass irgendwelche Vorgesetzten auf die Idee kommen, die Wache könne man schließen oder einer von uns beiden sei entbehrlich.«
»Himmel wirklich?«, rief Martin aus.
»Doch, es war schon einmal die Rede davon. Irgend so ein Oberfuzzi hat letztes Jahr für Unruhe gesorgt. Die Kollegen aus Kirchwalden könnten Waldkogel mitbetreuen, meinte er.«
»Wolfi, das ist Schwachsinn. Sie kennen sich nicht in den Bergen aus. Wie sollte das gehen? Nehmen wir mal an, eine Alm ruft an, weil sie einen Einbruch melden will oder sonst etwas passiert ist. Wie sollten die Kollegen aus Kirchwalden die Almhütte finden? Das ist wirklich eine lächerliche Idee«, sagte Martin heftig.
»Das stimmt, außerdem hat man Chris hierher versetzt, weil sie als Motorradfahrerin schnell in den Bergen vorankommt.«
»Genauso war es, Wolfi. Aber zurück zum Anfang! Chris Erschöpfung kann also nicht von Überarbeitung kommen.«
Martin goss sich Kaffee nach.
»Ihr wechselt euch doch mit dem nächtlichen Bereitschaftsdienst ab. Müsst ihr nachts oft raus?«, fragte Martin.
»Nein, Waldkogel ist ein sehr friedlicher Ort. Außerdem kennt man sich. Die meisten Sachen haben Zeit bis zum Morgen. Du wirst ähnliche Erfahrung mit deinen Patienten haben, Martin.«
»Das stimmt. Sie rufen nur mitten in der Nacht an, wenn es gar nicht mehr anders geht. Aber ich habe meine Erfahrung. Meistens geschieht das nach einem runden Geburtstag. Da essen und trinken alle mehr. Dann weckt sie nachts die Galle. Nicht nur die Jugend kann über die Stränge schlagen, Wolfi. Die alten Herrschaften sind oft noch unvernünftiger. Sie essen mehr als sonst, fett und süß und viele Sachen, die ihnen nicht bekommen. Dazu Wein und Bier und Obstler. Das müssen sie dann büßen. Wer nicht hören will, muss fühlen, Wolfi.«
Sie mussten beide schmunzeln.
»Ein bis zwei Mal im Jahr rufen die Kollegen aus Kirchwalden an«, sagte Wolfi, »und bitten um Amtshilfe, wenn es mal wieder Auffahrtsunfälle auf der Landstraße gegeben hat.«
Martin wusste Bescheid. Wenn es viele Verletzte gab, wurde er hinzugezogen.
»Also halten wir fest, wirklich gestresst kann Chris nicht sein. Doch was hat sie? Wolfi, Weinkrämpfe müssen eine Ursache haben. Ich habe zusammen mit Sascha Chris Blut gründlich untersucht. Sie ist gesund. Ihre Blutwerte zeigen keinerlei krankhafte Auffälligkeiten. Die Blutwerte könnte man in jedem medizinischen Lehrbuch abdrucken als Beispiel für Normalwerte. Okay, Sascha und ich wollen auf Nummer sicher gehen. Man kann sich immer mal irren, auch zwei können sich irren. Deshalb hat Sascha mit dem Klinikum in München telefoniert und ganz früh per Kurier eine Blutprobe hingeschickt. Im Labor einer großen Klinik hat man ganz andere Möglichkeiten, als ich hier in der Praxis habe. Das gilt auch für das Labor in Kirchwalden, zu dem ich die Blutproben gewöhnlich hinschicke. Sascha und ich hoffen, dass die Kollegen in München etwas herausfinden. Sie haben versprochen, die Proben gründlich zu untersuchen. Aber das dauert ein paar Tage. Detaillierte Untersuchungen brauchen Zeit. Leider habe ich nur wenig Geduld.«
Martin trank wieder einen Schluck Kaffee.
»Wie ist das bei dir als Polizist, Wolfi? Es ist etwas geschehen, du musst alles aufnehmen, Beteiligte befragen und einen Bericht schreiben. Alles erscheint dir logisch. Kommt dir nicht trotzdem gelegentlich das Gefühl, dass es da Ungereimten geben könnte?«
»Du meinst, dass sich mein Bauchgefühl meldet. Martin, das gibt es. Es ist dann alles zu glatt gegangen. Innerhalb der Polizei gibt es eine Abteilung für alte Fälle. Es gibt Verbrechen, die nie aufgeklärt werden konnten, oder bei erfahrenen Ermittlern die Alarmglocken klingeln.«
»So ähnlich geht es mir bei Chris. Okay, es kommt vor, dass sich auch bei leichten Unfällen etwas später die Emotionen entladen. Aber Chris ist nicht der Typ dazu. Ich wiederhole mich, Wolfi. Ich will nur sagen, dass ich beunruhigt bin. Außerdem kommt noch etwas dazu. Chris ist eine sehr sichere Motorradfahrerin. Sie fuhr in der Polizeistaffel mit, die wichtige Personen beschützen. Da kommt niemand so einfach rein. Aber du weißt darüber besser Bescheid, Wolfi.«
»Es ist ein sehr strenges Ausleseverfahren. Die Prüfungen gehen über Wochen. Chris hat mir davon erzählt. Ich bewundere sie, dass sie es geschafft hat«, sagte Wolfi.
»Siehst du! Und deshalb kann ich mir schlecht vorstellen, dass sie die Kontrolle über ihr Motorrad verloren hat. Und wenn, warum war es ihr nicht gelungen, den Lenker herumzureißen? Diese Frage drängt sich mir einfach auf«, sagte Martin.
»Hat Pfarrer Zandler nicht das Ganze beobachtet? Vielleicht solltest du noch einmal mit ihm sprechen«, schlug Wolfi vor.
»Gute Idee, Wolf! Zandler war sofort bei Chris und hat sie gestützt. Ich werde später im Pfarrhaus vorbeischauen, wenn ich meine zweite Runde Hausbesuche mache«, sagte Martin.
Wolfi schaute auf die Uhr.
»Es wird Zeit für mich. Ich muss gehen. Wie lange wirst du Chris hierbehalten? Ich muss dem Personalbüro melden, dass Chris nicht im Dienst ist. Wahrscheinlich wird eine Vertretung kommen.«
Martin seufzte hörbar.
»Ich möchte Chris hierbehalten, bis sie seelisch stabiler ist. Wie du weißt, betreibe ich die Bettenstation nicht offiziell. Ich betrachte sie als Räumlichkeit für Gäste«, blinzelte Martin. »Außerdem kann niemand einen Patienten gegen seinen Willen festhalten. Dass jemand, der ein richtiges Krankenhaus verlassen will, unterschreiben muss, damit er gehen darf, ist … Ich sage es deutlich. Es ist Nötigung. Ein Krankenhaus ist kein Gefängnis. Viele haben das nicht verstanden. Aber das ist ein anderes Thema. Hier geht es um Chris. Ich werde versuchen, sie davon zu überzeugen, noch ein paar Tage Urlaub hier zu machen.«
»Verstehe«, murmelte Wolfi.
»Mei, es muss doch niemand wissen, dass Chris hier ist!«, platzte Walli heraus. »Wenn einer von euch beiden einen freien Tag hat, dann kommt doch auch keine Unterstützung, oder?«
Sie hatte sich die ganze Zeit ihre eigenen Gedanken gemacht.
»Sei nicht so phantasielos, Wolfi!«, fuhr sie fort. »Chris feiert Überstunden ab. Basta! Da musst du nur etwas am Dienstplan schrauben. Und sollte ein wichtiger Anruf kommen, dann ist Chris einfach auf Patrouille in den Bergen. Es gibt genug Funklöcher in den Bergen. Mei, eine Ausrede wird dir schon einfallen, wenn es hart auf hart kommt. Ich finde, man sollte Chris den Rücken freihalten. Und wenn sie nicht hier auf der Bettenstation bleiben will, Martin, kann sie doch oben ein Gästezimmer beziehen. Ich werde mal gleich eins fertigmachen. Ulrike hatte lange eines der Gästezimmer benutzt. Außerdem kann ich Chris jederzeit drüben bei mir im Altenteil aufnehmen. Also Schluss der Diskussion! Jetzt muss Chris erst einmal ausschlafen. Dann bekommt sie etwas Kräftiges zu essen. Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen. Das weiß man von altersher.«
Walli schaute Martin an.
»Martin, ich weiß, dass du dir Sorgen machst. Du bist ein guter Doktor. Du hast oft eine Ahnung. Körper und Geist sind eine Einheit. Den Alten war das noch mehr bewusst. Heute wird das meistens verdrängt. Nun ja, vielleicht kommen die Leute wieder drauf. Du weißt doch, wie das ist, Martin. Wenn jemand Kummer hat, wenn er unglücklich ist, wird er schneller krank. Der Körper schreit um Hilfe. Es ist doch ganz einfach. Wenn jemand glücklich ist, hat er Herzklopfen vor Glück. Zum Beispiel, wenn er verliebt ist. Ist jemand unglücklich, trägt er eine schwere Bürde und wird herzkrank. Ich habe nicht Medizin studiert. Ich verfüge nur über gesunden Menschenverstand. Hör auf, nach ausgewöhnlichen Blutwerten zu suchen! Sollten du oder die Laborärzte in München welche finden, dann ist die Ursache wahrscheinlich seelischer Natur. Das ist meine unmaßgebliche Meinung. Martin, ich gebe dir den Rat, mach Chris nicht noch mehr verrückt! Sie soll noch eine Weile hierbleiben. Es wird ihr guttun, raus aus dem Alltagstrott zu sein. Sie kann schlafen, essen, sich in den Garten setzen, was immer, sie will. Sie kann mit Eric spielen, sie kann lesen oder nichts tun. Es ist ein Irrtum der modernen Zeit, Nichtstun zu verurteilen. Im Gegenteil, das Nichtstun ist notwendig und nützlich. Chris soll die Seele baumeln lassen. Vielleicht ist es wirklich so, dass das Madl nicht weiß, warum ihr die Tränen kommen.«
Walli seufzte. Sie schälte die letzte Kartoffel. Anschließend wickelte sie das Zeitungspapier mit den Kartoffelschalen zusammen.
»So jetzt hast du uns einen Vortrag gehalten, Walli«, schmunzelte Martin.
