Wasserteufel - Literatur-Quickie - Paul Divjak - E-Book

Wasserteufel - Literatur-Quickie E-Book

Paul Divjak

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Beschreibung

Kurze Geschichten. Spannend erzählt. Einfach gut. Du bist ein Schwein, sagte einmal ein Kind zu einem anderen. Und ich bin der Metzger, fügte es hinzu. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Aber Paul Divjak fügt noch mehr hinzu. Jede Menge kafkaesker Sätze und skurriler Geschichten. Er schafft ein Märchenland, in dem es keine guten Feen und hübschen Prinzessinnen gibt. Sondern melancholische, gebrochene und gescheiterte Existenzen. Der Literatur-Quickie – das schnelle Lesevergnügen für Zwischendurch von Deutschlands besten Autorinnen und Autoren. Jetzt als eBook: "Wasserteufel" von Paul Divjak. dotbooks – der eBook-Verlag.

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Über dieses Buch:

Du bist ein Schwein, sagte einmal ein Kind zu einem anderen. Und ich bin der Metzger, fügte es hinzu. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Aber Paul Divjak fügt noch mehr hinzu. Jede Menge kafkaesker Sätze und skurriler Geschichten. Er schafft ein Märchenland, in dem es keine guten Feen und hübschen Prinzessinnen gibt. Sondern melancholische, gebrochene und gescheiterte Existenzen.

Der Literatur-Quickie – das schnelle Lesevergnügen für Zwischendurch von Deutschlands besten Autorinnen und Autoren.

Über den Autor:

Paul Divjak lebt in Wien. Er schreibt Bücher, Theaterstücke und Kolumnen und veröffentlicht elektronische Musik. Zuletzt erschienen die CD Money und sein Erzählband Unter einer leuchtend grünen Wiese verbirgt sich ein gespenstischer Frauenkopf in düsteren Farben.

Der Literatur-Quickie Verlag im Internet: http://www.literatur-quickie.de

***

eBook-Ausgabe April 2013

Die Printversion erschien 2011 bei Literatur-Quickie, Hamburg

Copyright © der Printausgabe 2011 Literatur-Quickie, Hamburg

Copyright © der eBook-Ausgabe 2013 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Nicola Bernhart Feines Grafikdesign, München

Titelbildabbildung: Bel Beer

ISBN 978-3-95520-192-0

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Die Hand

Es war einmal eine Hand, die war so unerhört dumm, dass ihr Besitzer es keinen Tag länger mit ihr aushalten wollte und sie in die Welt hinausjagte.

Die dumme Hand lief über Stock und Stein, über Berge und durch Täler, bis sie an den äußersten Rand Europas gelangte. An den Meeresklippen angekommen, sprang sie kurzerhand ins salzige Wasser.

Da trieb sie nun auf einer Welle und wusste nicht, was tun. Das Meer war groß und Afrika noch weit.

Da kam ein alter Schuh des Wegs geschwommen. Mit loser Sohle sagte er: „Dumme Hand, umschling mich. Dumme Hand, ich versenk dich!“

Da wurde selbst der dummen Hand ein wenig mulmig zumute. Der Schuh aber ließ nicht locker.

Also gab die dumme Hand ihrem Herzen einen Stoß, umfasste den Schuh und folgte ihm in die Tiefen des Meeres.

Im Reich des Schuhs angekommen, diente die dumme Hand fortan dem Schuh und fühlte sich zum ersten Mal in ihrem Leben nützlich und tatsächlich angenommen. Und sie verliebte sich in den ausgetretenen Gesellen.

Schon bald darauf feierten die dumme Hand und der Schuh Hochzeit, und sie lebten glücklich und zufrieden am Grund des Meeres, wo sich die Fische gute Nacht sagen.

Der Metzger und das Schwein

„Du bist ein Schwein“, sagte einmal ein Kind zu einem anderen. „Und ich bin der Metzger“, fügte es hinzu.

„Einverstanden. Aber nachher bist du das Schwein“, sagte das zweite Kind.

Im Handumdrehen schnitt nun der Metzger dem Schwein verabredeterweise mit einem Klappmesser die Gurgel durch. Das arme Schwein röchelte ein klein wenig und verblutete, von den anwesenden Eltern unbemerkt, in der Sandkiste des städtischen Spielplatzes. Als sich nun der Metzger, versunken ins Spiel, daranmachte, winzige Würste herzustellen, erschien eine alte Frau, die hatte ein Kopftuch um und ging an einem Stock.

„Sag, Metzger, was kostet ein solch lecker Würstchen?“, fragte sie.

Doch ehe der Angesprochene Auskunft geben konnte, war die Seele des toten Kindleins zum Himmel aufgestiegen und alle Glocken der Stadt begannen zu läuten.

Mit einem Mal legten sich die Würste um den Hals des Knaben, welcher den Metzger gegeben hatte.

Und schon wenig später war er erstickt und sank tot zu Boden.