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Durch vielfältige Verbindungen, vor allem familiärer Art, gelingt es auf die Spuren vielfältiger Hinterlassenschaften des vergangenen Dritten Reichs zu kommen. Durch geschicktes Verhandeln und schnellem Ausnutzen dieser Informationen können die Ressourcen der Betriebe weiter nachhaltig aufgebessert und gewinnbringend eingesetzt werden. Dabei bewährt sich der Zusammenhalt sowohl der Großfamilie als auch der der Angehörigen des Betriebes nachhaltig. Ein Schwerpunkt ist mittlerweile die soziale Unterstützung anderer. Besonders die Arbeit mit den Kindern des Waisenhauses in Braunschweig ist hervorzuheben. Die Intensivierung des Reitsports innerhalb der Familie um Hubert, Ulla und deren Sohn fördert dieses ebenfalls. Nach der Vergrößerung der Großfamilie durch den weiteren Nachwuchs kommt es zu Bewährungsproben im Zueinander der Eheleute im sich weiter öffnenden privaten Umfeld der beiden. Ein verloren geglaubtes Mitglied der Großfamilie wird gefunden und wieder in der Sippe aufgenommen.
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Seitenzahl: 656
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Die Personen und deren Zuordnung in der Familien- und Firmenstruktur
Die drei Wedel Brüder, ihre Schwester und die enge Familie
Fritz Wedel
ältester Sohn, Landwirt Molkereibesitzerin,
Barbara Wedel
Ehefrau von Fritz
Hubert Wedel
2. Sohn, ehemaliger Offizier Leiterin Grundschule,
Ursula Wedel
Ehefrau von Hubert
Gert Wedel, 3. Sohn, Landmaschinen- und Kfz Meister Doris Kerner, Verlobte von Gert, Kauffrau
Christina Wedel , Arzthelferin, in der Hebammenausbildung Hartmut Meier, Verlobter von Christina, Banklehrling Heinrich Wedel, Landwirtschaftsmeister, Hofbesitzer, Vater Malwine Wedel, dessen Ehefrau und Kauffrau, Mutter Ludwig Huber, Patenonkel v. Hubert,Staatssekretär Finanzen Sonja Huber, Ehefrau von Ludwig, Schwester von Malwine Hans und Martina Ehrlich Cousins, Kinder der verstorbenen Schwester Malwines
Der engere Kreis
Joachim Fischer, Geschäftsführer bei Hubert, Steuerberater
Heinz Dolle, Bauingenieur, ehemaliger Pionieroffizier
Heinz Becker, ehemaliger Jagdflieger, Immobilienverwalter
Gertrud Nicolai, Chefin Vorzimmer, Sekretärin & rechte Hand Jochen Bode, ehem. SS Offizier, Versicherungsagentur,Freund
Max Krummrich,
Leiter Spedition Einsatzleiter für den Harz Chef der Logistik im Betrieb
2. Ingenieur bei Dolle, Außendienst Tierarzt
Karl Schlüter,
Karl Kokoschka,
Egon Mielke,
Joachim Purzer,
Martin Weber, Reitlehrer, Koordinator Reiten bei Turnieren
Georg von Klagenheim, Reiterkamerad v. Hubert, Industrieller
Dr. Britta März, Frauenärztin
Dr. Max Hartig, allgemeiner Arzt in Cremlingen
Die Engländer
Oberstleutnant Allen, Stadtkommandant BS
Sergeant Woods, Chef der Kriegsgefangenen, Allrounder, Tauschpartner
Im Laufe der Erzählung kommen ständig weitere Personen dazu. Bewohner des Dorfes, Heimkehrer aus der
Kriegsgefangenschaft, Flüchtlinge sowie Vertreter von Ämtern und Behörden.
Zum Freundeskreis gehören die Jagdkameraden mit ihren Ehefrauen, sowie die entsprechenden Förster.
Über das Buch
Impressum
Vorwort
Überraschende Planungen
Ein hoffnungsvoller Arztbesuch
Erstes Tauschergebnis und erste Jagd
Aufräumen und neue Bindungen
Freundschaft zweier Frauen
Weihnachtsfeiern
Ausflug in den Harz
Altenau
Wohnungsbesichtigungen
Weihnachtsfeier im Waisenhaus
Weihnachtsfeier mit den Meistern
Jagd bei Winterfeld
Räumung der Wohnungen
Der Neue
Bei der Bank und in der Villa
Die Villa
Kauf der Immobilien
Ein ruhiger Freitagabend
Weihnachtsfeier der Firma
Der Weihnachtsbasar
Restarbeiten vor Weihnachten
Letzte Arbeiten im Jahr 1945
Restarbeiten
Ein Abend mit Freunden
Vorbereitungen auf Weihnachten
Weihnachten 1946 bei Familie Wedel
Jahresanfang 1947
Routine im Alltag
Eine unliebsame Entdeckung
Was steckt dahinter?
Die Suche beginnt
IHK Vorstandssitzung
Räumung in Lucklum
Besuch in Verden
Neuerwerbungen und mehr Arbeit
Die Wärmestube und der Ball
Das Seminar
Hubert allein zu Hause
Die Maske fällt
Aufräumen
Aufräumen und Unterstützung
Eine ruhige Zeit
Der „Gemischtwarenladen“
Dienstaufsicht im Winter
Weitere Dienstaufsicht und Büro
Neue Aufträge
„Haus und Grund“, Jagd
Erschienen sind bisher:
Mit dem vorzeitigen Ende des Krieges für die beiden älteren Brüder der Familie Wedel beginnt eine Zeit des Überlegens, was nach dieser Zeit des Krieges für sie beruflich zu tun sein wird. Für den älteren Bruder Fritz ist das unproblematisch, als ausgebildeter Landwirt und geplanter Hofnachfolger ihrer Eltern ist sein Weg vorgezeichnet. Ähnlich ist es beim jüngeren Bruder Gert, der nach den beiden nach Hause kommt und seiner Liebe zum Motor und zur Technik nachgehen will. Für den mittleren Sohn Hubert Ist ein Studium erstrebenswert, allerdings ist ihm nicht klar, in welchem Bereich. Während bei den anderen Brüdern sich die Berufswünsche relativ schnell in geordneten Bahnen bewegen, ergibt sich bei Hubert eine andere Lage. Mehrere Ereignisse bringen ihn in die Situation, seine erworbene und bewährte Führungsfähigkeit praktisch anzuwenden und daraus ergibt sich erst langsam, dann immer schneller, die Möglichkeit beruflich in die Situation eines Firmenchefs hineinzuwachsen. Allerdings geht das nur mit der Unterstützung der Familie und mit guten Mitarbeitern, die er gewinnen kann.
Recht schnell ändern sich bei den drei Brüdern die persönlichen Situationen, wie bei ihrer jüngeren Schwester. Alle drei Brüder finden Ehefrauen und gründen eigene Familien, die Großfamilie findet sich und hält sehr gut zusammen. Andere verwandtschaftliche Beziehungen fördern den Erfolg des aufstrebenden Unternehmens Huberts, dazu kommt eine gute vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den britischen Besatzern. Zu Hilfe kommt den Brüdern die ungeordnete allgemeine Situation nach dem Kriegsende und die Entdeckung von lukrativen Überbleibseln der vergangenen Herrscherkaste. Mögen manche Wege nicht gerade und üblich sein, sie sind jedoch hilfreich für den gesamten Familien – und Firmenverbund. Nach der ersten Konsolidierung der Bau – und Transportfirma, kommen bei Hubert weitere Leidenschaften hinzu, das Reiten, die Pferdezucht und die Jagd. Hier entwickeln sich neue Freundschaften, alte werden wiederbelebt und tragen zum weiteren Wachsen der Firma bei. Ein zweiter Wohnsitz zum Urlauben und Entspannen kommt in der Heide hinzu und bietet ein wenig Luxus in dieser Zeit.
Neben der wirtschaftlichen Weiterentwicklung verändern sich die familiären Situationen. Als erster wird der ältere Bruder Fritz Vater von Zwillingen, weitere Geburten in der Familie und dem nahen Umfeld stehen heran. Bei der Familie Hubert und Ulla Wedel wird Hannelore geboren. Allerdings werden die Probleme vor und nach der Schwangerschaft größer, belasten das Verhältnis zwischen beiden.
Trotz vieler Schwierigkeiten, die sich durch den verlorenen Krieg, die Aufdeckung der vielfältigen Missstände der alten NS Zeit, der ungeklärten politischen Situation, der noch fehlenden eigenen Exekutive, der Not der Bevölkerung und einer heranstehenden Währungsreform ergeben, verläuft das Leben der Protagonisten sehr spannend, abwechslungsreich und letztendlich erfolgreich. Damit bildet diese Familie eine Ausnahme in dieser schwierigen Zeit. Neben den Erfolgen im wirtschaftlichen Bereich, vor allem mit dem ersten Großauftrag, einem Hotel, kommen erste Erfolge im reiterlichen Bereich hinzu. Die kriegsbedingte unterbrochene Karriere Huberts als Springreiter nimmt wieder Fahrt auf.
Bedingt durch gute Beziehungen kommen Aufträge zum Räumen von nach wie vor vorhandenen und getarnten Überbleibseln des alten Regimes hinzu und verbessern die wirtschaftliche Situation.
Tatkräftig half er am nächsten Morgen Frank beim Füttern, war kurz vor 08:00 Uhr im Büro. Becker legte die Abrechnung der Mieten vor, das war in Ordnung, ein Guthaben hatte sich wieder angesammelt. Während er seine Postmappen bewältigte, herrschte Ruhe im Vorzimmer. Beim Lesen hörte er, wie jemand ins Vorzimmer kam.
„Hast du mal kurz Zeit Gertrud?“ Das war Ina. Es entspann sich ein netter Wortwechsel. „Ja, momentan schon, was gibt es denn?“ „Stell dir vor, ich habe Post bekommen.“ „Von den Briten, wegen der Aktion von damals?“ „Nein, nein. Ich habe eine Ansichtskarte aus Wittingen bekommen.“ „Aus Wittingen? Wie geht das denn?“ „Michael hat mir geschrieben, es geht ihm gut und er lädt mich für Samstag zu einem Glas Wein im Reiterstübchen ein.“ „Wir treffen uns da, wegen des Weihnachtsreitens. Finde ich wirklich sehr nett. Du hast einen netten Verehrer!“ „Ich bin ganz sprachlos, habe bisher nie solche Post bekommen.“ Gertrud lachte leise. „Einmal ist immer das erste Mal. Da hast du wen Nettes und auch sehr Strebsames an der Hand!“
„Gertrud, daran habe ich gar nicht gedacht!“ „Werde nicht gleich rot. Ich gebe dir einen Ratschlag: Halte den fest, das wird einer.“
Die Tür im Vorzimmer ging wieder auf, das Gespräch brach ab. Fritz war gekommen. „Ich habe Arbeit für euch, einen ganzen Kipper mit Grünzeug und Bäumen.“
„Oh, prima, das werden wir gleich ansehen.“ „Ich komme mit, da nehme ich gern etwas von“, fügte Ina hinzu.
Die Mädels verschwanden und Fritz kam zu ihm ins Zimmer. „Für die Familie habe ich Bäume auf die Höfe bringen lassen. Gert hat seinen bereits. Wenn die nicht ausreichen, Weber bringt zusätzliche mit.“ „Das sollte reichen. Wie läuft es bei dir?“ „Wir kommen gut voran.
Zur Jagd von Winterfeld komme ich mit. Du hast unseren Eltern gute Sachen mitgebracht.“ „Mutter wird euch von der einen Hirschkuh etwas abgeben.“ „Hat sie schon gesagt. Sänger zerlegt die heute, danach will sie verteilen. Die Schweine und die andere Hirschkuh hat sie an Struss verkauft. Das muss ein blendendes Geschäft gewesen sein.“ „Mittlerweile macht sie das ganz schön clever.“ „Ich wundere mich sehr, wer hätte das gedacht. Übrigens unsere erste Auszahlung soll morgen um 18:00 Uhr bei den Eltern stattfinden. Wie wollen wir uns verhalten?“ „Vater bat mich, ihnen möglichst das Geld zu überlassen. Ich habe damit kein Problem. Was meinst du dazu?“
„Einiges Geld bräuchte ich, denn ich muss meine Leute bezahlen. Bis jetzt steht die Bezahlung zweier Getreidelieferungen aus, die von den Rüben erfolgt erst im Januar. Zumindest die Löhne muss ich zahlen.“
„Besprich das vorher mit unseren Eltern und holt bitte Frau Goldap dazu, damit die uns den Wert der eingetauschten Sachen sagt.“ „Also nimmst du mehr von den Sachen?“ „Ja, mache ich, kann das gut unterbringen.“
Ein hoffnungsvoller Arztbesuch
Mit Britta März hatte Ulla einen Termin zur Untersuchung um 10:00 Uhr ausgemacht. Im Wartezimmer herrschte guter Betrieb, vor allem Frauen saßen dort. Obwohl viele zu Hartig wollten, schien das Interesse an der Frauenärztin recht hoch zu sein. Um kurz nach 10:00 Uhr wurde sie zu Britta in deren Behandlungszimmer gebeten. Zuerst erkundigte die sich nach Ullas Allgemeinbefinden. Ganz offensichtlich war bei ihr alles in Ordnung. Langsam und vorsichtig brachte Britta März das Gespräch auf eventuelle Nachwirkungen der kleinen OP. Ulla seufzte und sagte etwas verlegen: „Also, ich habe keine körperlichen Probleme, aber ich traue mich einfach nicht, mit meinem Mann wieder sexuell aktiv zu werden.“ Britta nickte verständnisvoll. „Verstehe, dazu sollten wir schauen, ob da irgendwelche Rückstände der OP vorhanden sind. Mach dich bitte frei und leg dich auf diesen Stuhl, den kennst du ja bereits.“
Ulla nickte, einen gynäkologischen Stuhl kannte sie natürlich, hatte keine Bedenken. Britta untersuchte sie sorgfältig. „So fertig, habe mir alles genau angeschaut.
Bei dir ist alles in Ordnung, wunderbar verheilt, es gibt dort keinerlei Probleme. Du bist völlig in Ordnung.“ Ulla kletterte vorsichtig von dem Stuhl und zog sich wieder an. „Das hört sich gut an, danke. Aber, wie soll ich sagen, wie kann ich eventuell meine Gefühle mehr sensibilisieren?“ „Ach, das können wir gut und einfach ein wenig anschieben. Ich gebe dir ein Röhrchen mit Pillen, da nimmst du täglich zwei. Da sind Hormone dabei und ich denke, das sollte recht schnell wirken.
Allerdings muss man, wie bei jedem Medikament, daran glauben. Nach meiner Erfahrung zeigen die schon nach ein paar Tagen ihre Wirkung und die Wirkung hält an, die musst du nicht ständig weiternehmen. Wenn alles wieder in Schwung ist, lass sie weg, danach brauchst du die nicht mehr“, lächelte sie. Ulla war angezogen und bedankte sich, steckte das Röhrchen mit den Pillen in ihre Handtasche. „Danke für deine Hilfe, ich hatte bereits ein ganz schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber.“ Sie fuhr in die Schule, nahm dort die erste der Pillen.
Als sie gegangen war, öffnete Max Hartig die Schiebetür von seinem zu Brittas Sprechzimmer. „Zufällig habe ich etwas von den Problemen unserer gemeinsamen Freundin mitbekommen. Mal eine fachliche Frage, was hast du ihr verschrieben?“ Britta kicherte halblaut: „Das ist keine gynäkologische Sache, die ist völlig fit. Das ist eine Kopfsache. Ich habe ihr nichts verschrieben, in dem Röhrchen sind Placebos, du wirst sehen, wie die schnell wirken.“ Verblüfft sah Max sie an und lachte hell auf. „Das werde ich mir merken. Übrigens, gut, dass du keine Placebos brauchst.“ Grinsend schlug ihm Britta auf den Hintern. „Das klappt alles so und macht richtig Spaß. Aber jetzt kommt der nächste Patient, bei dir ebenfalls.“
In dieser Zeit hatte Hubert seine Sachen im Büro abgeschlossen. Gerade wollte er einen Gang durch die Abteilungen machen, als Lässig anrief. „Moin, ich bin heute früh losgefahren, die Sachen mit diesen Depots ließ mir keine Ruhe. Den Schlüssel habe ich bei jeder Hütte genau dort gefunden, wie du es beschrieben hattest.“ „Prima, lagen große Holzstapel zur Tarnung davor?“ „Ja, bei beiden, gutes abgelagertes Holz. Um es kurz zu machen, in dem ersten lagen sowohl Waffen als auch Munition. Anhand der Bestandslisten habe ich das überprüft, alles vollzählig. In dem zweiten befand sich ein umfangreiches Sammelsurium. Klamotten, Verpflegung. Liegenschaftsmaterial, zwei Motorräder und zehn Fahrräder. Von dem Sprit habe ich zehn Kanister Benzin in mein Auto für mich gepackt. Von der Verpflegung und den anderen Sachen packe ich mir etwas weg, was ich brauchen kann. Den Rest kannst du holen, mit dem Holz. Was mache ich jetzt mit der Munition und den Waffen?“ „Hast du alles wieder gesichert und verschlossen?“ „Beide Depots sind wieder zu.“ „Gut, ich kann dir morgen ein paar Laster schicken, um das zweite Depot zu räumen. Das Holz holen wir später. Wenn das Zeug aus dem zweiten Depot weg ist, informierst du am Samstag die Briten, was du gefunden hast: Das Depot mit den Waffen und Munition.
Vermutlich werden die das zügig räumen wollen. Sprich am Samstagmorgen mit deinem Verbindungsmann der Briten. Deine Sachen bringen wir dir nach Hause, stelle bitte fest, wo Straßenkontrollen sind.“ „Alles klar, so machen wir das. Sagst du mir, wann deine Leute wo ankommen?“ „Du hörst heute Abend von mir!“ Nachdem er aufgelegt hatte, überlegte er. Wie sollte er Bode benachrichtigen? Um 17:00 Uhr begann die Vorstandssitzung der IHK und vorher wollte er die Vorsitzende abholen Als nächster kam Mielke und berichtete von den Häusern, die er mit Winterfeld angeschaut hatte. „Wir haben ausgemacht, dass wir an ein Haus jetzt drangehen. Erdarbeiten sind nicht erforderlich, das kann jetzt alles gemacht werden. Das Dach ist in Ordnung, nur an der Außenseite sind Schäden. Hier können wir Baumann dransetzen, der wird damit locker bis Ende des Jahres fertig.“ „So machen wir das, Weber kommt mit Tietz allein gut aus.“
Fischer zeigte ihm das Ergebnis der bisherigen Holzverkäufe, das war beachtlich. Bei Schmitz würde er sich später anschauen, wie die Lage dort war. Vom Vorzimmer ließ er die Stellenbesetzung des Betriebes auf Vordermann bringen. Außerdem bat er Gertrud, ihm eine Liste zu geben, wer wieviel Resturlaub aus diesem Jahr hatte. Jetzt im Winter zwischen Weihnachten und Neujahr bot es sich an, den abzubauen. Einige weitere Sachen regelte er, ging anschließend in den technischen Bereich zu Schmidt. Er kam ihm entgegen mit einer Spaltaxt, deren Stiel gebrochen war. „Lasse gerade einen neuen Stiel einbauen, wo gehobelt wird, fallen Späne!“
„So ist es, macht ihr Fortschritte?“ „Ja, schon.
Momentan nehmen wir das abgelagerte Holz, das aus dem Harz und dem Elm kommt. Ich spreche immer mit Fischer, wann der die nächste Ladung braucht. Als nächstes benötigt er einen Kipper voll, dazu habe ich von Schwarz das Förderband geholt zum Aufladen.“
„Dazu haben wir die Maschinen. Ich habe gehört der Stellmacher ist jetzt bei Grings und der ist zufrieden mit dem.“ „Habe ich gehört, die Frauen haben ja einen guten Job. Wenn ich wieder jemanden habe, von dem ich meine, er wäre gut für die Firma, sage ich es. Für den Nachschub an Arbeitskräften muss ich nur auf meine Liste für Nachrücker schauen, das geht ganz schnell.“ Gerade wollte er Schmitz antworten, als neben ihnen ein größerer Laster mit Anhänger bremste und Richard ausstieg. „Ich bin als erster gefahren, die beiden anderen kommen nach mir.“ „Prima, habe für euch morgen früh einen ähnlichen Auftrag.“ „Besprich das mit Bode, ich fahre wieder mit Thomas, der Junge kann gut und hart arbeiten.“ „Gut, was hast du alles drauf?“
„Der Anhänger ist voll mit Holz, Karl hat Schubert gebeten zu helfen und so konnten wir alles mitnehmen.
Alle drei Anhänger sind voll mit Holz, wollte meinen zum Abladen hier abkoppeln. Auf dem Motorwagen ist alles für dich drauf und einiges an Verpflegung, was in den Keller unter dem Stall kommt. Muhsal und Meier haben die Motorräder, Fahrräder und die Sachen, die oben ins Lager zu Frau Goldap kommen. Den Rest hat Bode drauf, bringt die Verpflegung gleich zum Lehrlingsheim in den Keller. Alle beiden hängen ihre Anhänger hier ab.“ „Da habt ihr das ja gut und sinnvoll gepackt. Bode soll sich unbedingt heute bei mir im Büro melden.“
„Sage ich ihm, wenn er kommt.“ Hubert ging zu Gert und Richard sagte zu Schmitz: „Ich habe drei Motorsägen mit Tauschteilen für dich dabei. Nur Gemisch musst du dir holen.“ „Sehr gut. Ich kenne mich damit aus, jetzt bekommen wir das Holz gut klein, was auf den Anhängern ist.“
Gert traf er in dessen Besprechungsraum. Dort hatte er mit seinen beiden Bürokräften zusammengesessen und den Monatsabschluss gemacht. Beide räumten gerade das Papier weg, eine Kanne mit frischem Kaffee stand auf dem Tisch. „Mensch Peter, du läufst ja wieder richtig gut“, sagte Hubert zu Ziegler. „Ja, das klappt mittlerweile prima, die Prothese sitzt sehr gut!“ „Freue mich, dass du keine Krücken mehr brauchst.“ Er lachte: „Die haben wir zersägt und in den Ofen gelegt. Ich fühle mich viel besser, sogar so gut, dass unsere Familie Zuwachs bekommt.“ „Glückwunsch, wunderbar, da geht es dir ja wirklich wieder gut!“ Gert lachte mit, Ziegler verschwand in seinem Büro. „Seitdem er die Prothese hat, ist er ein ganz anderer Mensch, sogar fröhlich ist er wieder und arbeitet besser.“
„Da haben wir etwas Gutes getan! Gleich kommen die Motorräder, Öle und Fette, sowie die Fahrräder. Ich denke die Motorräder werden wir bestimmt gut los. Am Freitag, also morgen, kommen weitere. Was hältst du davon, wenn wir uns den Erlös teilen?“ „Ja gerne, das Geld kann ich brauchen, so machen wir das. Was geschieht mit den Fahrrädern?“ „Ich dachte, die behalten wir für den Betrieb. Da können die Leute von ihrer Wohnung zur Arbeit fahren und sind alle beweglich.“ „Eine gute Idee, aber ich lasse sie überprüfen.“ Als er wieder zum Büro ging, sah er wie Bode und ein paar andere die Motorräder abluden.
„Kommst du bitte gleich vorbei?“ rief er dem zu. Der hob die Hand: „Wir sind gleich fertig, Richard hat es mir schon gesagt.“
Im Vorzimmer saß nur Monika, Gertrud und Anja waren beim Schreibmaschinenkurs. „Monika, Gert bekommt gerade Fahrräder. Kannst du für Anja, Gertrud, Ina und Regina eines davon sicherstellen? Die sollen die behalten, damit sind sie beweglicher.“ „Gerade für Anja wäre das gut, die muss immer nach Hordorf. Die Liste mit dem Urlaub bekommst du morgen früh.“ Während er die Post durchsah und abzeichnete, kam Bode. „Alles hat wunderbar geklappt, Karl hatte es sehr gut vorbereitet. Richard hat dir ja gesagt, wo alles hinkommt.“ „Ja, prima, das hat gut geklappt. Aber jetzt haben wir für morgen einen ähnlichen Auftrag.“ Er berichtete Bode von den Absprachen mit Lässig. Der hörte zu und sagte: „Dafür sollten zwei Lkw Züge reichen, ich fahre mit einem Lieferwagen. Wann sollen wir uns wo treffen?“ „Am besten ist, ich rufe Lässig an und du besprichst das mit ihm persönlich.“ Monika stellte die Verbindung mit Lässig her und nach der Begrüßung übergab er den Hörer an Bode, die beiden besprachen sich. Zufrieden fuhr er nach Hause, um etwas zu essen, sich umzuziehen und zur IHK Besprechung zu fahren.
Während er seine Portion Bratkartoffeln mit Spiegelei verzehrte, berichtete ihm Ulla von ihrem Arztbesuch.
Verständnisvoll nickend nahm er zur Kenntnis, alles sei gynäkologisch in Ordnung und sie habe jetzt Hormontabletten bekommen. „Hauptsache du wirst wieder gesund!“ sagte er salomonisch. Dachte sich dabei, vielleicht klappt es ja wirklich bald wieder. Seit dem Nachmittag schneite es und weil der Opel eine bessere Heizung besaß, nahm er den, holte pünktlich Hilde ab, besprach sich mit ihr auf der Fahrt zum Treffen. Den Personalentscheidungen, die vorgeschlagen waren, wurde einstimmig zugestimmt. Es gab einen längeren Austausch über die von Hubert angeregte Meisterausbildung. Schließlich wurde beschlossen, eine derartige Ausbildung für die Bauhauptberufe und den Kfz-Bereich ab dem Frühsommer 1947 probeweise anlaufen zu lassen. Die Organisation dazu wurde dem neuen Geschäftsführer übertragen. Ein weiterer Punkt wurde ebenfalls zu Huberts vollständiger Befriedigung beschlossen. Der Um- und Ausbau der IHK Geschäftsstelle sollte von seiner Firma im Winter durchgeführt werden. Zufrieden mit den Ergebnissen brachte er Hilde nach Hause. Bevor sie ausstieg, sagte sie lächelnd: „Du machst das gut, danke für deine Hilfe.
Hättest du etwas dagegen, wenn ich dich im Neuen Jahr wieder zu einem Espresso einladen würde?“ Er nahm ihre Hand und küsste sie leicht. „Nein, gar nicht. Ich würde mich über einen derartigen Gedankenaustausch sehr freuen!“ Verstehend lächelnd sahen sich beide an, sie stieg aus und ging in ihr Haus,
Erstes Tauschergebnis und erste Jagd
Der Freitag verlief ruhig, vor der wöchentlichen Besprechung kamen die zwei Laster mit Bode voll beladen aus dem Harz zurück. Die Tauschkammer füllte sich immer mehr, der Lebensmittelkeller der Lehrlinge war voll und einige Sachen wurden an die Mitarbeiter weitergegeben. Das Vorzimmer erhielt einen Karton, den die drei Frauen untereinander aufteilten. Wie Bode mitteilte, sei Lässig bis ins Frühjahr versorgt. Glück hatten Agnes und Martina, die zurückkehrten, als die zwei Laster kamen und einen Karton mit Esswaren erhielten. „Da können wir morgen Abend ein gutes Essen veranstalten“, lachte Agnes, erhielt von Richard zwei Flaschen Wein. „Wunderbar“, sagte sie zu Martina, „morgen Abend machen wir es uns richtig gemütlich!“
Erfreulich kurz war die Besprechung, sodass Hubert pünktlich um 18:00 Uhr zu seinen Eltern kam. Dort hatte Frau Goldap vorgearbeitet. Auf dem Küchentisch lagen ein Stapel Geldscheine und drei Häufchen mit Schmuck. Erst gab es für jeden einen Tee, Heinrich begann: „Ich habe Frau Goldap gebeten, vom Geld und von den anderen Sachen jeweils diese drei Haufen zu machen. Das Geld hat eine Gesamtsumme von 6.350
RM, die drei Häufchen habe ich bereits erwähnt. Wie wollen wir jetzt vorgehen?“ Fritz räusperte sich und sagte: „Ein wenig Geld brauche ich, um meine Leute zu bezahlen!“ Hubert äußerte sich als nächster: „Ich nehme die Wertsachen und ihr wolltet am liebsten Geld, nicht wahr?“ Heinrich nickte: „So ist es.“ Fritz wusste das bereits und schlug vor: „Damit bekommt ihr 2.000, plus 2.000 von Hubert und 1.000 von mir. Was ich gern hätte, ist der große Kasten mit dem silbernen Besteck!“
Lächelnd sagte Heinrich: „Kein Problem. Frau Goldap entscheidet, wie wir das tauschen.“ Die machte sich an die Arbeit und schob Schmuckstücke zu Huberts Häufchen, Fritz nickte zufrieden. „Was machen wir mit dem Restbetrag von 350 RM“, fragte Heinrich. Hubert entschied spontan. „Das Geld bekommt Frau Goldap für ihre Hilfe!“ Malwine klatschte von hinten Beifall, die anderen nickten. Frau Goldap schaute verblüfft. „So viel Geld! Ich habe das doch nur gemacht, weil ich helfen wollte!“ „Ja, ja, das glauben wir, aber ohne ihre Hilfe hätten wir das alles nicht gehabt!“ sagte Fritz und steckte sein Geld ein. Nachdem sie ihren Tee ausgetrunken hatten, machten sich alle auf den Heimweg. Frau Goldap wurde von Hubert ins Depot gefahren. Dabei nutzte er die Gelegenheit, sie zu fragen, wie die Zusammenarbeit mit Frau Nowitzki klappte.
„Sehr gut. Die Frau ist sehr nett und hilfsbereit, nimmt mir die gesamte Nachtarbeit ab und hält ein Auge auf die Zimmer. Bei den Lehrlingen kommt sie sehr gut an.
Das war eine tolle Idee, Herr Wedel. Ich schlafe wieder besser und mein Mann ist ebenfalls sehr zufrieden. Mit der Hilfe von Magda werden wir jetzt die neuen Sachen sortieren müssen, da haben wir eine sehr große Reserve.“ Daheim hatte man ihm sein Essen warmgehalten und nachdem er das in Gesellschaft von Junior gegessen hatte, nahm er sich mehrere Putzlappen und ging in den Partykeller, um dort seine Waffen zu reinigen. Junior durfte dabei helfen, Ulla wollte Hannelore fertig machen und später dazu stoßen.
Nachdem er bei seinem Gewehr und Revolver die Sicherheitsüberprüfung gemacht hatte, nahm er beide auseinander und legte die Teile auf die alte Wolldecke auf dem Tisch. Als Junior einzelne Teile mit Öl auf einem Lappen bereits eifrig putzte, kam Ulla und hatte ihr Gewehr dabei. Anfangs tat sie sich etwas schwer beim Auseinandernehmen des Gewehres. Junior beobachtete das genau und sagte: „Papa hat gesagt, das da muss zuerst aufgemacht werden!“ Verblüfft sah Ulla ihn an, machte das und schon klappte es. Schmunzelnd hatte Hubert das Ganze verfolgt, sagte aber nichts dazu.
„Mein Sohn, da hast du sehr gut aufgepasst, danke für den Ratschlag!“ sagte Ulla lächelnd und begann ihr Gewehr zu reinigen. Alle drei waren eifrig beschäftigt, schließlich wurden die Waffen sorgfältig entölt und zusammengesetzt. Ulla legte ihr Gewehr ab und sagte: „So, das wäre geschafft!“ Junior sagte ohne aufzublicken: „Willst du keinen Revolver mitnehmen?“
Ulla runzelte die Stirn: „Doch, der gehört ja dazu!“
„Muss man den nicht vorher reinigen?“ Tief schnaufte sie durch, sagte: „Ja, mein Sohn!“ Sie stand auf, um den Revolver zu holen. Irgendetwas murmelte sie dabei leise, Hubert meinte das Wort „Klugscheißer“ gehört zu haben. Aber er hielt sich weiter raus. „Du solltest deiner Mutter vielleicht dabei helfen“, sagte er zu Junior. „Klar, mache ich gern“, kam die Antwort prompt. Als Ulla mit dem Revolver kam und den auf den Tisch legte, kam er zu ihr. „Darf ich ihn auseinandernehmen?“ Bevor Ulla etwas sagen konnte, sagte Hubert: „Stopp, was geschieht als erstes?“ Ulla grinste: „Die Sicherheitsüberprüfung! Die mache ich selber, mein Sohn.“ Anschließend nahmen beide den Revolver auseinander, reinigten ihn und bauten ihn wieder zusammen. Nachdem Ulla und Hubert ihre Jagdtaschen für den nächsten Tag gepackt hatten, ließen sie alles auf dem Tisch liegen und gingen hinauf. Nach dem Waschen und Zähneputzen verschwand Hans-Wilhelm in seinem Bett und Hubert setzte sich an seinen Schreibtisch. Dort legte er vorsichtig alles hin, was er von seinen Eltern mitgebracht hatte. Ulla trat hinter ihn und massierte seinen Nacken.
„Was hast du da für schöne Sachen?“ „Das ist unser Erlös vom Tauschen!“ Er erzählte ihr, wie das gelaufen war. „Und warum wolltest du das Geld nicht?“ „Weil dort eine ganze Menge drin ist! Das Geschmeide kann man nach der Währungsreform zu neuem Geld machen oder einschmelzen!“ Was in dem Sack war, erklärte er genau. „Die Überlegung ist sehr praktisch, da habe ich nicht dran gedacht! Drehst du dich bitte einmal um?“ Er drehte sich mit dem ganzen Stuhl zu ihr. Sie nahm seinen Kopf in beide Hände und küsste ihn. „Ich wollte dir nur sagen, ich liebe dich und es tut mir leid, dass ich dich vernachlässigt habe. Können wir nach der Jagd etwas nachholen?“ Er umfasste ihren Hintern. „Das können wir sehr gerne, darauf freue ich mich jetzt schon.“ Sie gab ihm einen Kuss. „Jetzt lass mich das ganze Zeug überprüfen und danach sollten wir schlafen gehen, damit wir morgen fit sind!“ Während Hubert den Ledersack leerte, studierte Ulla die Teile, die Hubert mitgebracht hatte. Alle Papierbelege, kamen in den Ofen. Das gebündelte Geld mit mehreren Rollen Kleingeld in den Tresor. Die anderen Unterlagen lagen im verschlossenen Schreibtisch. Am Montag würde er diesen Ledersack und den ersten, der im Keller lag, Klatte übergeben. Das gerollte Kleingeld wollte er Doris zum Eintauschen in Scheine geben. Ulla war ebenfalls fertig. „Einige Silberteile sind dabei, die Masse sind Schmuckstücke mit Halbedelsteinen und einem nicht ganz so hochwertigen Goldanteil. Diese schmale Silberkette mit dem Kreuz daran, werde ich Susanne schenken. Was wir mit den fünf Uhren machen sollen, weiß ich nicht. Diese Wanduhr scheint wertvoll zu sein, vermutlich ist sie mit Gold beschichtet. Alle Uhren funktionieren.“
„Was wollen wir mit den Kisten unter dem Schauer machen?“ „Da gehen wir am Sonntag ran, nicht morgen!“
Beide waren schon jagdlich angezogen, als sie frühstückten. Hans-Wilhelm würde bei Dolles übernachten, Susanne war mit Hannelore beschäftigt.
Ulla hatte heute frei, die Schüler waren im Schnee beschäftigt und Hubert hatte sich in der Firma für heute abgemeldet. Der Lieferwagen war aufgetankt, benötigtes Werkzeug lag im Auto, dazu ihre dicken Jacken und die Filzstiefel. Beide Gewehre waren in ihren Hüllen und die Jagdtaschen lagen daneben. Während der Fahrt tranken sie Kaffee aus der mitgenommenen Thermoskanne.
Etwas vor der Zeit erreichten sie ihr Ziel am Heidesee, wurden von Rudi Busch begrüßt und dem zuständigen Förster vorgestellt. Kurz darauf trafen die anderen Jagdfreunde und zwei weitere Geschäftspartner von Rudi ein. Vor der Jagd gab es zur Stärkung Mettbrötchen, danach wurde es ernst, der Jagdherr begrüßte alle und übergab an den Förster, der erklärte, was frei zum Schießen war. Wildschweine aller Größe, Damwild, Füchse und Dachse. Durch die lange vernachlässigte Jagd in diesem Bereich, war es bei den Wildtieren zu einer hohen Population gekommen, die verringert werden sollte. Die Treiber waren unterwegs, zwei Gespanne mit Kaltblütern standen bereit für den Transport der Jäger und den Transport der Strecke.
Nach 20 Minuten hatten sie den Bereich der Schützen erreicht, es war eine Baumreihe links des Weges hinter dem sich ein Wiesengrund mit einem Bach in der Mitte erstreckte, die einzelnen Stände waren durch weiße Stoffteile gekennzeichnet. Ziemlich in der Mitte standen zuerst Ulla, rechts von ihr Hubert, links von Ulla war Joachim und neben Hubert stand Rudi. Die Wiese vor ihnen war mit Schnee bedeckt, das Büchsenlicht war sehr gut. Ein leichter Wind stand genau auf sie zu. Das Signal zum Beginn des Treibens ertönte.
Ein paar Mal hatte Hubert den Anschlag geübt und seine Waffe geladen. Zwei kurze Blicke hinüber zu Ulla hatten ihm gezeigt, sie machte es ähnlich. Als sie zu ihm herüberschaute, hob er seine rechte Hand und zeigte mit einem Daumen hoch, er sei bereit. Sie antwortete mit dem gleichen Zeichen. Das Warten begann. Plötzlich ertönte ein Schuss ganz links in der Kette der Schützen, etwas Kleineres Dunkles überschlug sich im aufstiebenden Schnee. Rechts von ihm wollte ein Fuchs über die Waldwiese wechseln und war genau in Rudis Schusslinie gelaufen, lag jetzt im Schnee. Aufmerksam betrachtete Hubert den Waldrand gegenüber, plötzlich stellte er Bewegungen halbrechts von ihm fest, dort sammelte sich ein Rudel Damwild. Langsam hob er in der Deckung des großen Baums neben ihm die Hand in Richtung Ulla und deutete nach halb rechts vor ihm.
Aus den Augenwinkeln sah er wie sie sich langsam dorthin drehte. Jetzt geschah es, unter Führung des weiblichen Leittieres brach das große Rudel aus dem Wald, wollte schnell über die Wiese und den Bach den anderen Wald erreichen. Mitten darin ein Hirsch.
Hubert visierte eine Hirschkuh an, folgte ihr und traf sie gut, im hohen Bogen flog sie in den Schnee. Rechts und links brachen Schüsse, andere Tiere wurden gestreckt.
Der Hirsch, den er als nächstes im Visier hatte, wurde von seinem Nachbarn gestreckt, der war schneller.
Während er das Gewehr nach links schwenkte, dem Rudel folgend, bemerkte er eine Hirschkuh, die getroffen war, sich jetzt hochrappelte und versuchte, dem Rest zu folgen. Sein Schuss beendete den Versuch. Schnell lud er nach, das war nicht das Ende des Treibens. Laut krachte es weit links und etwas Dunkles überschlug sich wieder im Schnee. Von weitem hörte man in der klaren Luft die Rufe der Treiber, die Wildscheine fehlten.
Die Spannung stieg, bis plötzlich eine große Rotte aus dem gegenüberliegenden Holz brach und versuchte, den anderen Wald zu erreichen. Eine Sau und einen ihr folgender großer Überläufer traf er, beide überschlugen sich im Schnee. Hastig lud er nach, eine kleine Rotte folgte. Sein erster Schuss fehlte, mit dem zweiten traf er eine weitere Sau tödlich. Während er hastig nachlud, krachte es rechts wieder. Rudi hatte einen mächtigen Keiler tödlich erwischt, ein weiterer wurde weiter links gestreckt.
Das war es, der Ruf ertönte, Ende des Treibens. Er entlud seine Waffe, nahm seine Jagdtasche und folgte den anderen Schützen, auf die Fläche hinaus. Zuerst ging er zu der getroffenen Dammwildkuh, ehrte sie nach alter Sitte, tat das gleiche mit den beiden Wildschweinen in der Nähe. Rechts von ihm krachten zwei Revolverschüsse. Der große Eber, den Rudi getroffen hatte, versuchte hochzukommen, aber Rudis Schüsse beendeten das sofort. Links von sich sah er Ulla, die sich zu der Hirschkuh beugte, die er schließlich gestreckt hatte. In der Nähe von der lag im Schnee eine Sau. Die Treiber waren da und halfen beim Aufbrechen.
Trotz deren Hilfe war die Arbeit mühselig in der Kälte.
Das fertige Wildbret wurde auf den zweiten Wagen verladen. Während sich Hubert im Schnee säuberte, sah er, dass Ulla, unterstützt von zwei Helfern, fast fertig war. Langsam stapfte er durch den Schnee zurück und packte seine Sachen zusammen, ging zu dem Gespann, wo sich die anderen Jäger sammelten. Der Förster grinste breit. „Das wurde Zeit, den Bestand zu dezimieren. Alle Bauern der Umgebung werden uns dankbar sein.“ Rudi kam in bester Laune, er hatte den Hirsch und einen mächtigen Keiler erlegt. Das Wildbret war verladen, das Gespann fuhr los, Ulla kam mit ihren Sachen. „Waidmannsheil“, rief sie fröhlich.
„Waidmannsdank!“ kam es von allen Seiten zurück.
Rudi kam mit einem Tablett, auf dem volle Schnapsgläser standen. Als alle ihr Glas in der Hand hielten, bedankte er sich, alle prosteten sich zu. Man unterhielt sich lebhaft über die erzielten Ergebnisse.
„Danke, dass du die Hirschkuh erwischt hast. Mein erster Schuss ging vorbei, sie sprang blöde zur Seite und ich traf sie nur am Hinterschenkel. Du hast sie gestreckt.“ „Ich hatte noch einen Schuss und sah das aus den Augenwinkeln, da habe ich geschossen, was hast du weiter getroffen?“ „Eine Sau, einen Überläufer und du?“ „Eine Kuh und die Schweine, genau wie du!“
„Das war ja erfolgreich. Fühle mich jetzt viel sicherer!“
„Prima, das mit dem Fehlschuss kann immer passieren, ging mir neulich ebenfalls so.“
Die Jäger saßen auf dem zweiten Wagen auf und wurden zum Saal einer Gaststätte am See gefahren, wo die Strecke ausgelegt war. Sieben Stücke Damwild, 15 Wildschweine, zwei Dachse und ein Fuchs waren das Ergebnis. Die Jagd wurde verblasen, man traf sich zum Essen.
Rudi hatte sich nicht lumpen lassen, es gab Schnitzel mit Gemüse und Kartoffeln. Während der Gespräche war es schön, mitzubekommen, dass die anderen Jagdfreunde ebenfalls erfolgreich gewesen waren.
Joachim hatte den Fuchs geschossen und der Bankdirektor einen Dachs. Der Apotheker hatte zwei Stück Damwild erlegt. Beide Geschäftsfreunde Rudis kamen mit Hubert ins Gespräch. Der eine war Hotelier und plante die Erweiterung seines Betriebes und der andere war Besitzer mehrerer Einkaufsläden. Er hätte gehört, dass die Firma Wedel öfters Obst aus dem Elbegebiet holen würde, ob er sich da anhängen könne.
Hubert tauschte mit denen Visitenkarten und versprach, seine Leute würden sich am Montag bei ihnen melden. Joachim und der Hotelbesitzer sprachen anschließend länger miteinander, dort schien es um einen lukrativen Auftrag zu gehen. Rudi kam zu ihm.
„Jetzt haben wir so viel geschossen, wohin damit? Der Förster und seine Treiber haben eine Hirschkuh und zwei Sauen erhalten. Ich nehme einen Überläufer und den Hirsch. Du bekommst den Überläufer, als Dank für den Revolver. Kannst du deine Mutter fragen, ob sie den Rest haben will?“ „Danke für den Überläufer. Wenn es hier ein Telefon gibt, können wir meine Mutter anrufen.“
„Vorn in der Wirtschaft gibt es ein Telefon, das machen wir gleich!“ Gemeinsam gingen sie in den Schankraum, der Wirt stellte ihnen das Gespräch her. Hubert sagte seiner Mutter, sie wären sehr erfolgreich gewesen, der Jagdherr wollte sie etwas fragen. Er übergab Rudi den Hörer und ging zurück zu den anderen. Lächelnd folgte ihm Rudi später. „Wir haben das schnell geklärt. Sie hat das Wildbret für einen guten Preis bekommen und ich lasse ihr das heute bringen.“ Die Jagdfreunde erhielten den Fuchs und den Dachs, Hubert gab den beiden den Tipp, über Wagner die Tiere ausstopfen zu lassen.
Es war noch hell, als Ulla und Hubert nach Hause fuhren, der große Überläufer lag hinten im Lieferwagen.
Als sie auf den Hof fuhren, war es bereits dunkel, der Schneefall hatte wieder eingesetzt. Gemeinsam trugen sie das Wildschwein in den Keller unter dem Stall, der eigentlich als Wildkammer vorgesehen war. Während Ulla ins Haus ging, um sich um die Kleine zu kümmern, brachte Hubert ihre Sachen in den Partykeller, ging wieder hinaus und schaute sich an, was unter dem Schauer lag. Die fünf Blechkisten standen ganz rechts, es folgte ein Stapel von Kisten und Kartons. Alles wartete auf das Auspacken.
In der Küche saß Ulla und fütterte Hannelore, unterhielt sich dabei mit Sieglinde, die beiden einen Teller mit belegten Broten auf den Tisch gestellt hatte. Susanne war heute bei Anja in Hordorf und würde bei der übernachten, erst morgen Vormittag zurück sein.
Sieglinde und Richard waren bei Frank und dessen Familie eingeladen. Als Gastgeschenk hatte Ulla ihnen eine Flasche Wein mitgegeben. „Ich gehe in den Keller und reinige unsere Waffen“, sagte er zu Ulla, nachdem er zwei Scheiben Brot gegessen hatte. „Danach gehe ich unter die Dusche.“ „Mach das, ich gehe nach dir!“ Unten öffnete er sich eine Flasche Bier und reinigte gründlich beider Waffen, nächste Woche war wieder eine Jagd angesagt, da sollten die in Ordnung sein. Anschließend ging er hoch, entkleidete sich und ging unter die Dusche. Ulla war bei der Kleinen und sang ihr etwas vor. Erfrischt zog er sich eine Trainingshose und einen der herrlich weichen Pullover an, verschloss die Außentür, die Tür zum Flur und legte einige Holzstücke auf den Kachelofen. Zwei Cognacschwenker füllte er mit französischem Cognac, öffnete eine weitere Flasche Bier und setzte sich an seinen Schreibtisch. Gertrud hatte heute Mittag einen Pultordner mit der Post auf den Hof gebracht, da schaute er hinein. Nach dem ersten Blick sah er durch das Fenster hinaus in den wirbelnden Schnee, stand auf und ließ die Jalousie herunter, jetzt war es richtig gemütlich. Während er die Post durchsah, abzeichnete und andere Sachen unterschrieb, notierte er einige Gedanken auf einem Zettel daneben.
Geschenke für Kolonnenführer, stand da drauf, Urlaubsplanung Weihnachten/ Neujahr, Benutzung der betriebseigenen Hütte, Schokolade von Woods und einige andere Punkte. An die würde er Montag herangehen.
Behaglich lehnte er sich in seinem Bürostuhl zurück und genoss den Cognac, der warm und weich vom Mund in den Magen lief. Die Tür des Esszimmers öffnete sich, Ulla kam herein. Kaum hatte sie den Raum betreten, als sich ein wunderbarer Parfumgeruch ausbreitete. „Ach, war das herrlich unter der heißen Dusche. Schön, dass du mir bereits etwas zu trinken eingegossen hast!“ Beide tranken sich zu. „Hmm, das wärmt zusätzlich von innen, wie angenehm.“
Sie kam zu ihm und setzte sich auf seinen Schoss, legte einen Arm um ihn, küsste ihn zärtlich. „Hubert, ich habe dich sehr vernachlässigt, es tut mir leid, ich entschuldige mich dafür!“ Er erwiderte ihren Kuss. „Ich habe auf dich gewartet, aber es ist schön, dich wieder so zu fühlen. Aber ich habe mich nicht beschwert oder versucht, etwas von dir zu bekommen, was du nicht wolltest!“ „Ja, das stimmt und dafür möchte ich mich bei dir bedanken.“ Sie küssten sich wieder. „Hubert, ich hatte dir vor längerer Zeit versprochen, was ich bisher nicht eingelöst habe, aber das möchte ich jetzt tun.“ „Du machst mich neugierig, da bin ich sehr gespannt.“ Sie küsste ihn wieder, sagte halblaut: „Öffne bitte meine Bluse, aber bitte ganz.“ Mit einer Hand hielt er sie, mit der anderen begann er die dünne Bluse aufzuknöpfen.
Zum Vorschein kam ein hauchdünner schwarzer BH, der ihren vollen Busen durchsichtig halb umhüllte. Ihre dunklen Brustwarzen waren deutlich zu erkennen, sie standen fest hervor. „Oh, wie schön, das sieht wunderbar aus“, sagte er halblaut. „Schön, dass es dir gefällt. Schiebst du bitte meinen Rock ganz hoch?“ Auch dieser Stoff war leicht, knisterte unter seinen Händen, als er das langsam tat. Schwarze Strumpfhalter kamen zum Vorschein. „Oh, das sieht genauso toll aus.“ „Mach bitte weiter.“ Ein sehr knapper durchsichtiger Slip kam zum Vorschein, auch hauchdünn. Zärtlich strich er darüber, sie küsste ihn wieder. „Ich muss dir etwas sagen, ich habe dein Rasierzeug benutzt, schau dir bitte an, ob ich es sorgfältig genug gemacht habe.“ Sie erhob sich vor ihm und raffte ihr Röckchen hoch. Natürlich verstand er diese Aufforderung. Langsam schob er ihren Slip hinunter und stellte fasziniert fest, sie war komplett rasiert. Nachdem sie aus dem Stoff herausgetreten war, küsste sie ihn wieder, sagte leise: „Den BH kann man vorne öffnen.“
Unter ihrem Kuss fasste er dort hin und öffnete den mit einer Hand. Sofort schwang der Stoff zur Seite. Wieder küssten sie sich, jetzt leidenschaftlich und er ließ dabei seine Hand über ihren gesamten Busen streichen. Leise stöhnte sie dabei. Halblaut sagte sie: „Hubert ich bin wieder für dich da und bereit, dass kannst du spüren!“
Seine Hand wanderte über ihren warmen weichen Körper herunter in ihren Schritt, sie war bereit für alles, stellte er dabei fest.
„Warte, steht bitte mal auf“, sagte er leise und als sie stand kniete er sich vor sie hin und küsste ihre Oberschenkel, dort wo sie frei waren. Mit zwei Griffen hatte sie den Rock geöffnet, ließ ihn zu Boden fallen und setzte sich auf die Schreibtischkante, spreizte ihre Schenkel. Sein Kopf verschwand darin, seine Zunge wurde tätig, bis sie laut aufstöhnte und ihre Hände sich in seinen Haaren festkrallten. Halblaut sagte sie schweratmend: „Nicht schon wieder auf dem Schreibtisch, wir haben so ein schönes großes Bett!“ Auf dem Weg dorthin half sie ihm beim Entkleiden, endlich hatten sie das Bett erreicht und fielen übereinander her.
Am nächsten Morgen weckte sie ihn mit einem Kuss: „Kaffee ist fertig!“ Er reckte sich. „Oh, ich glaube wir müssen unsere Sachen im Büro wegräumen, was soll Sieglinde denken!“ Sie lachte: „Alles schon erledigt, Hannelore wurde wach und nachdem sie ihre Flasche hatte, habe ich aufgeräumt und Frühstück gemacht.“
„Am frühen Morgen so fleißig, du bist eine wunderbare Frau!“ Sie gab ihm einen weiteren Kuss. „Danke, aber das tute ich gern für den Mann, den ich liebe.“
Aufräumen und neue Bindungen
Während des Frühstücks saß Hannelore mit am Tisch und kaute an einem Weißbrot. Sieglinde kam und berichtete vom Abend mit Frank und Eva Mielke. Sie hätten sich wunderbar unterhalten und die beiden hätten ihnen gesagt, sie wollten demnächst heiraten.
„Ach, das ist ja nett“, sagte Ulla, „die beiden passen gut zueinander.“ „Das kann man gut merken. Beide wollen die Vergangenheit vergessen und gemeinsam etwas schaffen“, bestätigte Sieglinde. „Momentan scheint aber überall Ruhe zu sein“, sagte Hubert kauend. „Naja, so ganz wohl nicht. In der Gemeinschaftsküche von Block 2 im Depot war ein Treffen von Jüngeren und nicht Gebundenen. Da soll es sehr nett gewesen sein, gute Stimmung und man hat sogar getanzt!“ „Ach, das ist ja nett. Woher hatten sie die Musik?“ fragte Ulla. „So wie ich das mitbekommen habe, hat sich einer bei Frings ein Radio geliehen und nach der Musik hat man getanzt. Ganz beliebt ist der britische Soldatensender oder, wenn man den hereinbekommt, der amerikanische.“ Hubert hatte ausgekaut. „Ich bin beeindruckt. Finde es gut, wenn man an was anderes als Arbeit oder die Vergangenheit denkt.“ Ulla nickte zustimmend und fütterte die Kleine mit einem zerkleinerten Apfel. Plötzlich hörte man draußen lautes Motorengeräusch. „Was ist da denn los?“ fragte Hubert, schnappte sich einen Schal und ging hinaus.
Auf dem Hof stand der kleine Traktor, den sie aus der Gartenabteilung der Forschungsanstalt geholt hatten mit laufendem Motor. Weber und Thomas standen beide in dicken Jacken, Mütze und Handschuhen daneben.
„Moin, was habt ihr denn vor?“ „Wir machen gerade Fahrschule“, grinste Weber. „Rechtzeitig fiel mir ein, der kleine Traktor hat ein Räumschild. Das haben wir gerade angebaut und jetzt soll Thomas den Schnee wegschieben.“ „Kann er das?“ „Noch nicht, aber gleich.
Treckerfahren kann er ja, er muss nur wissen, was er hier machen soll.“ „Das ist ja eine tolle Idee. Könnt ihr in der Firma Schnee räumen?“ „Klar, da hat er genug Platz zum Üben!“ Thomas setzte sich auf den Sitz und gab vorsichtig Gas. Langsam setzt sich die Maschine in Gang. Weber ging nebenher und sagte etwas. Schnell hatte der Junge den Bogen raus, räumte den Hof, die Zugänge zum Schauer und zu den Stallungen, sowie der Reithalle. Weber hob einen Daumen und lachte. „Das macht er doch gut.“ „Ja, lass ihn fahren, das macht ihm Spaß und uns hilft es.“ Drinnen erzählte er, was draußen geschah. „Sehr gut, jetzt kommen wir gut an die Sachen unter dem Schauer, da müssen wir heute unbedingt ran.“ „Damit können wir gleich anfangen, aber dazu sollten wir uns warm anziehen, liebe Ehefrau!“ „Susanne ist schon da, die übernimmt die Kleine, ich ziehe mich entsprechend an.“
Gerade war er auf dem Hof, kippte Schnee aus einer Schubkarre, als sein Vater auf den Hof fuhr. Als er ausstieg, folgte ihm Purzer. „Guten Morgen ihr beiden, was treibt euch zu uns in der Früh?“ rief Hubert. „Wir sind schon länger wach. Der Herr Tierarzt hat das Wild, was dein Freund Rudi gestern Abend liefern ließ, auf Gesundheit überprüft und da der Fahrer mir erzählte, du hättest einen großen Überläufer, kann er den mit überprüfen.“ Zu dritt gingen sie in den Keller, und während Purzer das Schwein untersuchte, holte Hubert aus dem anderen Keller zwei Flaschen guten Weißweins.
Sein Vater war ihm gefolgt und drückte ihm ein kleines, prall gefülltes Stoffsäckchen in die Hand. „Schöne Grüße von deiner Mutter, danke für das gute Geschäft, soll ich dir sagen. Das Säckchen hatte sie am Freitag vergessen zu den anderen Sachen zu legen. Nimm es als Dank für das Wildbret!“ „Oh danke, das habe ich gern getan. Sollen wir das nächsten Sonntag bei Winterfeldt genauso machen?“ „Da bin ich eingeladen, ich frage den selber.“ Purzer erhielt als Dank die zwei Flaschen Wein.
„Sehr gut, hast du noch mehr? Dafür arbeite ich gern.“
„Ne, für dich heute nichts weiter. Aber wenn Anne heute meine drei Stuten im zweiten Stall reiten könnte, wäre das gut.“ „Kein Problem, sage ich ihr. Deinen Hund sollten wir im Frühjahr gegen Staupe impfen!“„Da werde ich dran denken, danke für den Hinweis. Sonst alles gut?“
„Ja, schon, gestern war bei Birte ein großes Treffen der Hausbewohner. Sie hat einen Joker gezogen. Auf der Flucht rettete sie das Vermögen und einiges mehr der Familie in Ostpreußen. Die überlebende Tochter hat sie ausfindig gemacht und kam zu ihr. Als Dank für die Aufbewahrung hat sie ihr eine Brieftasche mit 1.000 RM geschenkt. Die war recht groß und dick, keiner dachte sich dabei etwas, das war ja eine Menge Geld. Später stellte Birte aber irgendwann fest, da stimmte etwas nicht, untersuchte die dicke Brieftasche und siehe da: Da war ein zugenähtes Geheimfach proppenvoll mit großen Geldscheinen. Ehrlich rief sie ihre alte Freundin an und sagte ihr das, aber die bedankte sich und sagte, sie solle das Geld behalten, als Dank für die Rettung der Sachen.“ „Donnerwetter und wie viel war da drin?“
„Glatte 80.000 RM. Damit ist ihr Haus bezahlt und sie heiraten im Sommer. Das haben wir gestern gefeiert.“
Das würde er nachher Ulla erzählen. Als die beiden wieder gefahren waren, schob Hubert seine Schubkarre zum Schauer und überlegte. Da hatten ja einige schöne Feiern gestern stattgefunden. Und die anstehenden Hochzeiten waren bemerkenswert. Was er nicht wusste und vermutlich auch nie erfahren würde, war die Feier von Agnes und Martina.
Freundschaft zweier Frauen
Nachdem Martina am Mittwoch ihre Fahrprüfung bestanden hatte, durfte sie bereits am nächsten Tag die Verpflegung ausfahren. Jeden Morgen freute sie sich auf Agnes, entweder holte sie die ab, oder es lief umgekehrt.
Die Sympathie und die damit verbundene Zuneigung zwischen den beiden Frauen wuchs. Am Samstag hatten sie ihre Arbeit gründlich und gewissenhaft erledigt.
Bevor sie die leeren Essensbehälter nach Wolfsburg zurückbrachten, reinigten sie diese. Dabei fiel Martina auf, es waren sieben Schnitzel übriggeblieben. Da es an keiner Schule zu Fehlern oder Mängeln gekommen war, beschlossen sie kurzer Hand die selber zu essen.
Gesagt, getan, alles klappte so, wie sie es gehofft hatten.
Nach der Rückkehr stieg Martina bei sich aus, würde etwas später zu Agnes kommen. „Ich stecke die Kinder in die Wanne, danach können wir das Essen zubereiten.
Übrigens, dein Nachthemd liegt unter dem Kopfkissen bei mir.“
Martina lächelte: „Das ist schön, kann ich bei dir wieder heiß duschen?“ „Klar, das machen wir gemeinsam!“
Voller Vorfreude darauf ging Martina in ihr Zimmer, traf dabei Ina, die etwas in die Gemeinschaftsküche brachte.
„Hast du Lust, heute Abende mitzumachen? Wir treffen uns zu einem gemütlichen Abend hier!“ „Danke für die Einladung, aber ich bin heute bei Agnes und ihren Kindern. Wenn ihr wieder so etwas macht, sehr gerne.“
In ihrem Zimmer legte sie sich unter ihre Decke und schlummerte ein wenig. Anschließend brühte sie sich in der Küche einen Pulverkaffee und plauderte ein Weilchen mit Ina und Regina, die den Abend vorbereiteten. Ein paar Sachen packte sie ein, zog einen Trainingsanzug und eine dicke Jacke an, fuhr mit dem Rad zu Agnes. Deren Kinder saßen in der Badewanne, sie wollte gerade das Essen vorbereiten. Das nahm ihr Martina ab und die kümmerte sich um ihre Kinder. Als das Essen fertig war, saßen sie bereits im Schlafanzug am Tisch. Mittlerweile plauderten beide entspannt mit Martina, irgendwie fühlte sie sich hier dazugehörig.
Nach zwei Brettspielen brachte sie die beiden zu Bett, las ihnen etwas vor, bis sie einschliefen. Agnes hatte das lächelnd beobachtet, Martina gehörte fast schon zur Familie. Nachdem die Hausarbeit erledigt war, plauderten sie eine Weile in der Küche, die Kinder schliefen tief und fest.
„Jetzt kümmern wir uns um uns beide. Ich hol dir ein großes Handtuch, wir können ins Bad.“ Im Schlafzimmer entkleideten sie sich und gingen nur mit einem Handtuch umhüllt da hin. Schon beim Ausziehen hatte Martina unauffällig Agnes schlanken Körper gemustert, er zog sie magisch an.
Wieder schlüpfte Agnes als Erste unter das heiße Wasser. Als sie herauskam und sich abtrocknete, sagte sie locker: „Es ist für mich bisher nicht üblich gewesen, so mit einer anderen Frau nackt umzugehen, aber es gefällt mir immer besser!“ Martina lächelte zurück: "Mir geht es ähnlich, ich fühle mich sehr wohl dabei.“ Sie verschwand unter die Dusche. Als sie sich abtrocknete, stand Agnes vor dem Spiegel und cremte ihr Gesicht ein. „Ich habe neulich eine schöne Hautcreme von Ulla bekommen. Könntest du mich damit bitte auf dem Rücken eincremen?“ Martina war fertig mit dem Abtrocknen. „Ja, gerne, mache ich.“
Sie nahm die Tube und cremte sorgsam Agnes Rücken ein. Allerdings hörte sie damit nicht auf, sondern machte an deren knackigem Po weiter, nahm die Oberschenkel dazu. „Oh, das ist sehr angenehm“, sagte Agnes, „Schade, dass ich das vorne schon getan habe, aber das mache ich jetzt bei dir!“
„Ja, mach das, das hatte ich schon lange nicht mehr.“
Sorgfältig tat Agnes das gleiche bei ihr und sagte: „Fertig, und jetzt?“ Beide standen sich nackt gegenüber und lächelten sich an. Keine traute sich das zu tun, was beide jetzt gernhätten. „Wir sollten uns etwas anziehen und es uns im Wohnzimmer gemütlich machen.“
Martina zog sich nur einen Slip, ein kurzes Röckchen und einen Pullover an.
Agnes tat es ihr gleich, beide saßen auf der Couch, tranken Tee und plauderten angeregt. Irgendwann nahm Agnes Martinas Hand. „Martina ich bin so froh, dich kennengelernt zu haben. Ich fühle mich in deiner Nähe richtig wohl.“ Martina drückte ihre Hand und lächelte sie an: „Das geht mir genauso. Nach all diesen bitteren Enttäuschungen ist es sehr schön, jemanden zu haben, bei dem man sich einfach so geben kann, wie man will. Ich mag dich sehr!“ Beide sahen sich lächelnd an. Langsam beugte sich Agnes vor und küsste sie auf die Stirn. „Entschuldige, aber das musste einfach so sein!“ Lächelnd erwiderte Martina: „Warum entschuldigst du dich dafür? Ich habe das gleiche Bedürfnis.“ Kurz sahen sich die beiden Frauen an, jetzt beugte sich Martina vor, legte einen Arm um Agnes und küsste sie auf den Mund. Nur kurz zögerte die, erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Wieder und wieder küssten sie sich, lagen schließlich eng umarmt in einer Ecke des Sofas. Später erhob sich Agnes und gab Martina die Hand. „Komm mit, meine Liebe es ist spät, lass uns ins Bett gehen.“
Die kam dieser Aufforderung sofort nach. Als sie später eng aneinander gekuschelt unter dem Deckbett lagen, flüsterte Agnes: „Martina bleibst du bei mir?“ „Ja, das tue ich. Aber wir dürfen das nicht öffentlich tun.“ „Nein, das tun wir nur, wenn wir ungestört sind!“
Von all diesen Erlebnissen wusste Hubert nichts, dachte daran, wie das Erlebnis gestern mit seiner Frau war.
Während er das tat, kam das Bedürfnis, es bald zu wiederholen. Aber das musste jetzt zurückstehen, es gab eine Menge Arbeit, die auf ihn wartete. Jetzt ging es darum zu schauen, was sich in der Menge der Kartons und Kisten befand, die hier aufgetürmt war. Ganz vorn standen die Kartons mit den Getränken. Zielsicher fand er die Packung mit dem Rum, die er zur Seite stellte.
Das war der Zusatz, für den Glühwein, den würde Jurka bekommen. Insgesamt zehn Kartons mit Weißwein und Sekt fuhr er nach hinten vor den Kellereingang. Es folgten zwölf weitere mit Schnapssorten und acht mit Rotwein. Ulla kam dazu und sah sich die Verpflegung an. Nachdem er acht große Kartons mit Zigaretten und zwei mit Zigarren in den Keller gebracht hatte, waren Ulla, Sieglinde und Richard dabei, Verpflegung im Wildkeller zu verstauen. Drei große, unterschiedlich gefüllte Kartons waren für Sigurd und dessen Frau beiseitegestellt. Sechs Kartons waren für Olbrich vorgesehen. Langsam wurde der Berg kleiner und überschaubarer. Die Sachen für Olbrich standen im kleinen Verschlag, wo ehemals die Bücher gewesen waren. Je zwei Kartons wurden für Gert und Christina gepackt. Dolle und Becker erhielten je einen. Da immer noch viel vorhanden war, wurden weitere acht Pakete zusammengestellt. Monika, Gertrud, Krummrich, Birte, Purzer und Lindner sollten die bekommen. Die vier letzten sollten Fischer, Kokoschka, Grings und Magda erhalten. Als letztes standen dort drei Kartons mit Körperpflegemitteln, vier mit Schokolade und anderen Süßigkeiten. Die sollten für das Waisenhaus und die Kinder der Beschäftigten sein. Fünf Kartons mit Kaffee und vier mit Tee brachte Hubert in den Keller. „Habt ihr euch bedient?“ fragte Ulla Richard. Der winkte ab.
„Danke, Hubert hatte uns das bereits gesagt. Alle hier im Bereich sind sehr gut versorgt und einige andere, die beim Abladen halfen. Für die Lehrlinge ist so viel da, dort musste ein zweiter großer Keller dazu genommen werden. Also alle haben reichlich.“ „Na gut, dann ist das hier unsere Reserve. Wenn euch etwas fehlt, müsst ihr das sagen.“ Sieglinde winkte ab. „Keine Sorge, das tun wir schon.“
Weitere zehn Kartons mit dienstlicher Bekleidung kamen auf einen der Opel die hier standen. Sechs für Doris und vier für die eigene Kleiderkammer im Betrieb.
Übrig blieben die fünf großen Metallkisten ehemaliger Offiziere. „Die holen wir uns nacheinander herein und schauen uns die im Haus an“, sagte Hubert zu Ulla. „In Ordnung, lass uns gleich damit anfangen.“
Susanne kam mit der Kleinen und Prinz an der Leine vom Spaziergang zurück. Stürmisch begrüßte Prinz Ulla und Hubert, bekam jede Menge Streicheleinheiten, bevor er wieder in seinen Zwinger kam und gefüttert wurde. Ulla trug Susanne auf, den Laufstall für Hannelore im Wohnzimmer aufzubauen, zwei Decken und Spielzeug hineinzulegen und das Kind dazu zu setzen. „Was machen wir eigentlich mit dem Wildschwein?“ „Das lasse ich von Sänger zerlegen, du kannst das Fleisch einfrieren, er bekommt etwas davon.“ „Es ist kühl da, das muss nicht sofort gemacht werden.“
Im Haus öffnete Hubert mit seinem Bolzenschneider die erste Kiste. Zuvor hatte er festgestellt, es war genauso eine, wie sie von fast allen Offizieren benutzt worden war. Die erste Kiste war aus dem Versteck, dessen Waffen er bereits vereinnahmt hatte. Ganz oben lag ein Uniformmantel aus Wolle, der innen gefüttert war und einen Kragen aus Fell besaß. Dienstgradabzeichen waren auf den Schulterpartien, ein Oberst. Eine komplette Ausgehuniform mit vielen Orden folgte, dazu die entsprechenden Reitstiefel. Die stellte Ulla sofort zur Seite. Ebenfalls die zivile Kombination mit zwei Hemden, entsprechende Krawatten und Schuhen, alles beste Qualität. Strümpfe und Unterwäsche folgten. Eine feste Wildlederweste und eine Jacke aus dem gleichen Stoff wiesen den Mann als Jäger aus, alle Taschen daran waren für die Aufnahme von Munition gestaltet, das legte er für sich zur Seite. Eine schmale Aktentasche mit Schnellheftern kam auf den Schreibtisch, dazu eine lederne Brieftasche und einen Geldbeutel. Ein volles Schmuckkästchen stellte er auf Ullas Schreibtisch, damit sie es prüfen konnte.
In einer verzierten Holzkiste lagen zwei alte Duellpistolen, auf dem Boden der Kiste diverse flache Pokale und Plaketten für den Gewinn jagdlichen Schießens, teilweise unterzeichnet von Reichsjägermeister Göring. „Bis auf die Sachen, die wir herausgenommen haben, bleibt alles in der Kiste, da können wir von den anderen etwas dazu tun und das kann ich an Woods übergeben!“ sagte er zu Ulla. Hubert ging hinaus, um die nächste Kiste zu holen.
Die nächste Kiste war die eines Oberstleutnants der Artillerie, der Name war Hubert schemenhaft bekannt.
Hier war eine Ausgehuniform mit vielen Orden und Ehrenzeichen, Privatzeug, eine schmale Aktentasche aus Leder, ein Stapel mit Briefen, ein Kästchen mit Schmuck, sowie eine große Packung mit Kondomen.
Kichernd legte Ulla die auf den Esstisch. Ähnlich gefüllt war die Kiste eines Majors der Fernmeldetruppe, außer den Kondomen. Dafür lag hier ein Album mit Goldmünzen auf dem Boden. Bei der folgenden Kiste wurde es interessant. Die Ausgehuniform eines Standartenführers der SS kam sofort in eine Kiste, die privaten Sachen zu den anderen auf den Tisch. Eine lederne Mappe folgte, Geldbeutel und Brieftasche aus feinstem Leder. Zwei Ehrendolche der SS, sowie eine größere Kiste, die mit Schmuck gefüllt war. Ein reich verzierter Säbel mit SS Symbolen lag darin und zwei wunderschöne Pistolen. Ein Bündel Briefe sowie zwei Fotoalben vervollständigten den Inhalt. Fehlte die fünfte Kiste, danach wollten sie zu Mittag essen. Dieser Inhalt war bemerkenswert, es war die Kiste eines Generalmajors. Einer der gefütterten Ledermäntel lag obenauf, die Ausgehuniform folgte. Auch hier befand sich zivile Kleidung, das obligatorische Mäppchen und die Brieftasche. Ein Koppel mit einer Pistole kam zum Vorschein und zwei Paar silberne Sporen, Briefe, Fotoalben und eine zweibändige Münzsammlung bildeten den Abschluss. „So jetzt haben wir drei Kisten voll mit Uniformteilen und eine mit Sachen für deinen Tauschkeller. Die zivilen Sachen werde ich oben aufhängen und du kannst deine Leute damit ausstatten, aber jetzt essen wir!“ sagte Ulla und schloss die dritte Kiste.
Die Vorhaben des Tages wurden bei Tisch besprochen.
Hans-Wilhelm wollte mit Richard und Niemann bei der Waldkontrolle mitreiten, Birte und Gertrud waren dabei.
Da Ulla wusste, dass Richard ständig ein Auge auf den Jungen haben würde, stimmte sie zu. Susanne fragte, ob es möglich sei, sich mit Petra zu treffen, das war kein Problem. Sieglinde wollte die ruhige Zeit nutzen, um sich ein wenig zu entspannen. Blieben die Beiden und die Kleine, aber die würde gleich ihren Mittagsschlaf halten. „Das werden wir auf der Couch tun!“ entschied Hubert lächelnd und seine Frau stimmte spontan zu.
Während abgewaschen wurde, nutzte Hubert die Zeit, um Ordnung auf seinem Schreibtisch zu schaffen. Er schloss die Haustür ab und bereitete die Couch vor.
Beide breiteten die weichen Decken über sich aus und kuschelten sich aneinander. Aber das währte nur kurz, denn Huberts Hand verschwand unter ihrem Pullover und suchte ihren Busen. „Hubert, das ist schön, ich freue mich, dass du meine Nähe suchst. Jetzt weiß ich erst, wie sehr mir das gefehlt hat.“
Zärtlich küsste sie ihn, kam ihm näher. Aber beide wurden sie vom Schlaf übermannt. Erst, als sich die Kleine lautstark meldete, standen sie auf. Dieses Mal sorgte er für die Wiederherstellung der Couch als Sitzmöbel und bereitete den Kaffee zu. Als die beiden in die Küche kamen, war er fertig.
Anschließend kam Hannelore in ihren Laufstall und spielte dort mit den Holzklötzchen. Ulla hatte sie ständig unter Beobachtung, räumte dabei die zivile Kleidung, die sie aussortiert hatten, sorgsam zusammen und brachte sie in den Wäscheschrank im ersten Stock. Um wieder Platz zu schaffen, brachte Hubert die vollen Blechkisten in seinen Lieferwagen, vielleicht gelang es ihm, die schnell an Woods weiterzugeben. Danach setzte er sich an den Schreibtisch und begann die Brieftaschen und Geldbeutel zu untersuchen. Nachdem er alle geleert hatte und das nicht benötigte Papier in den Ofen geworden hatte, legte er 8.560 RM in Scheinen in einen Umschlag. Das war geschafft, nun kamen die weiteren Papiere in den Taschen dran. Nachdem er alles überflogen hatte, nahm er sich eine Zigarette, ging hinaus und unternahm eine kleine Wanderung auf dem Hof. Als er wieder hereinkam sagte Ulla, die gerade die Kleine für einen Spaziergang umzog: „Du scheinst etwas aufgewühlt zu sein, was hast du in den Papieren gefunden?“ „Bei zwei Leuten überhaupt nichts Besonderes, aber bei dem Rest will ich unbedingt nachbohren. Dieser Oberst wurde beauftragt, Standgerichte in der gesamten Region des Harzes durchzuführen, davor war er ein Spezialist in der Partisanenbekämpfung und der Standartenführer sollte die „Werwolf“ Organisation dort aufbauen und leiten.
Bei dem General muss ich weiterlesen. Ich werde telefonieren, ob etwas bekannt ist über die beiden.“ „Das sind ja ganz üble Personalien. Es würde mich interessieren, was mit denen geschah.“ „Habe mir etwas überlegt, das versuche ich jetzt!“
Nachdem Ulla gegangen war, setzte er sich an seinen Schreibtisch und suchte in seinem Büchlein nach der Nummer des Professors in Querum, vielleicht wusste der etwas. Nach kurzer Zeit hatte er den am Telefon.
„Wir haben bei Aufräumarbeiten im Harz einige Offizierskisten gefunden, bei denen die persönlichen Unterlagen der Besitzer lagen. Könnten Sie uns helfen und uns etwas zu den entsprechenden Personen sagen?“ „Gerne, wenn ich entsprechende Unterlagen in meinen Fundus habe. Ich hatte ja während meines Berufsverbotes genügend Zeit und habe mir eine Kartei
