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Danke Ein scheinbar gebrochener Mann, entdeckt das Leben ganz neu und von einer anderen Seite. Ein Leben, wie es wirklich ist und nicht, wie man es sich gerne wünscht. Ich bin immer noch der Alte. Keine meiner Ecken und Kanten sind seither abgeschliffen. Inzwischen haben wir vieles erreicht und freuen uns jeden Tag über unser Glück, welches wir im Leben hatten und unsere Liebe, welche wir jeden Tag aufs Neue erleben dürfen. Auch sitze ich noch immer, jeden Morgen auf der Terrasse. In der einen Hand die Zigarette und in der Anderen, die Tasse Kaffee. Ich nehme mir die Zeit. Vieles hat sich in den Jahren geändert. Wir gingen gemeinsam durch Höhen und Tiefen, durch Glück und Trauer. Die Liebe jedoch, ist uns stets geblieben. Da sitze ich nun, den Blick starr in den Himmel gerichtet und sehe den Vögeln zu, wie sie ihre Kreise ziehen. Wenn ich alleine bin, schreibe ich ein Buch. Ein Buch über das Leben mit meinem Engel. Ein Leben, welches noch nicht ewig dauerte, aber ewig andauern möge. Ein Geschenk für Maria. Ein Geschenk für die Frau, welche mein Leben veränderte und ihm täglich neuen Sinn gibt. Zeilen für Maria, welche meinem Leben, Freude einhauchte. Liebe Maria, möge dein Leben ewig andauern und von Liebe Freude und Gesundheit erfüllt sein. Danke Maria Du bist mein Engel
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2011
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Elisa Kellermann
Wege zum letzten Kapitel
Roman
Impressum
Prolog
Alleine
Die Fahrt
Annäherung
Hoffnung
Abschied
Schmerz
Freiheit
Entscheidung
Ich schreibe diese Geschichte, weil sie mein Leben veränderte. Die Geschichte zweier Menschen, welche die Hoffung nie aufgaben. Waren sie auf der Suche nach dem Glück? Nein, es war keine Suche. Diese Geschichte ist das wirkliche Leben und wurde auch von ihm geschrieben.
Ist sie romantisch? Manchmal
Verbirgt sie Trauer? Gewiss.
Finden sie ihre Liebe?
Wer Freude finden will, muss das lange Tal der Enttäuschungen hinter sich lassen.
Wer glücklich sein möchte, muss alle Rückschläge ohne Reue hinnehmen.
Wer die wahre Liebe finden will, muss offen dafür sein und in sich gehen um seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Liebe hat keine Grenzen. Sie liegt tief verborgen in jedem von uns.
Ich kann nicht sagen, was dazu führte und wer die Schuld daran trägt. Nun stehe ich vor den Trümmern meiner gescheiterten Ehe, habe meine Kinder seit vielen Jahren nicht gesehen und frage mich nach dem Sinn.
Immer war ich fleißig und bestrebt danach, dass Beste zu geben. Ich habe zwei Berufe gelernt, bin zur See gefahren und dachte, ich könnte ein erfülltes Leben führen und meiner Familie ein guter Vater und Ehemann sein.
Nun wird es kalt um mich, und niemand kennt mich mehr. Alles was ich erschuf, die Firma, das Haus, meine Familie, mein eigenes Leben – nichts existiert mehr. Wo bin ich und wo werde ich hin gehen? Ich existiere beinahe nicht mehr.
Tom war ein Mann mit mehr Ecken und Kanten und mehr Facetten als manch anderer Mann. Doch nur wenige waren so beharrlich und gütig zugleich. Ein Mann, welcher immer für jeden da war und sich selbst dabei vergaß. Zielstrebig und doch liebevoll. Ungehobelt und zugleich zärtlich.
Dann gab es Maria. Eine wunderschöne Frau mit Verstand und Ausstrahlung. Ihre Schönheit lag immer tief verborgen unter dem Mantel von Zurückhaltung und Bescheidenheit.
Aufgewachsen in der Slowakei, machte sie das Abitur, lernte einen Beruf und heiratete. Fortan führte sie ein Leben, wie es ihr vorgegeben wurde.
Ebenso fleißig und zielstrebig aber immer mit dem Fuß in ihrem Nacken. Kinder? Diese blieben ihr verwehrt. Doch wollte sie wenigstens einen Wunsch erfüllt wissen. Sie wollte glücklich leben und lieben dürfen. Das Schicksal in die Hand genommen, ging sie fort.
Sie wollte nicht viel. Sie wollte nur jemanden lieben und spüren, dass auch sie geliebt wird.
Die Geschichte zweier Menschen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Verschiedene Nationalitäten, Eigenschaften und Lebensweisen.
Diese Geschichte sollte jeden Menschen anregen, an das Gute zu glauben. Man begegnet ihm jeden Tag. Nur geht man meist achtlos daran vorbei und übersieht es leichtfertig. Wer bereit ist, etwas von seinem inneren Glück abzugeben, der ist auch offen genug, welches zu erfahren. Ab und zu sollte man etwas aufmerksamer sein und wahrnehmen, was um einen herum geschieht.
Wer hat sich noch nicht zurück gelehnt, die Augen geschlossen und gedacht, was wäre, wenn.....?
Der Wecker läutete und wie immer stieg ich leise, ohne zu zögern aus meinem Bett. Es war bereits sieben Uhr und die Sonne schien durch das Licht durchflutete Wohnzimmer, den Flur entlang zur Schlafzimmertüre. Ein wenig die Augen zusammengekniffen, ging ich langsam ins Bad und betrachtete mich im Spiegel. Ein altes Gesicht blickte mich an. Ein, von der Sonne ausgetrocknetes Gesicht mit Falten wie ein Fünfzigjähriger.
Mit dem Gedanken, Mensch, „bin ich alt geworden“, putzte ich mir die Zähne.
Tom wohnte damals mit seiner Freundin Manuela in einem großen Penthaus in Nürnberg.
Es gehörte einem gemeinsamen Freund von ihnen, welcher es sich als Ruhesitz für das Alter gekauft hatte. Da er jedoch noch zehn Jahre bis dahin hatte, vermietete er es an die Beiden.
Eigentlich war es viel zu teuer für zwei Normalverdiener, doch sie hatten sich vom ersten Augenblick an, darin verliebt. Es gab zwei große Terrassen, wobei man von der Hinteren aus, einen weiten Ausblick auf den nahegelegenen Park hatte. Über dem gewaltigen Wohnzimmer spannte sich eine hohe, gebogene Decke aus Holzbalken. Manuela und Tom richteten das Zimmer mit viel Liebe zum Detail ein.
Nur Massive dunkle Holzmöbel wurden verwandt, ein großer hölzerner Esstisch für zehn Personen stand dominant im Raum und darüber hing ein antiker Kerzenleuchter die Decke herab. An den Wänden waren Kerzenfackeln aus geschmiedetem Eisen angebracht. Wenn es draußen dunkel war und alle Kerzen brannten, hatte man den Eindruck, als sei man in einer Burg.
Der Fußboden war mit Kirschholz belegt und tat sein übriges um dieses mittelalterliche Flair zu unterstreichen.
Manuela schlief noch sanft. Sie wusste, dass ich sie wecken würde, wenn es Zeit dafür wäre.
Nachdem ich auch geduscht war, zog ich mich an. Jeans und ein Hemd waren für mich Standard an einem Wochentag und somit machte ich mich daran, dass Frühstück zu bereiten.
Obwohl man es kaum Frühstück nennen konnte. Wir tranken ausschließlich Kaffee, wenn wir arbeiten mussten. Nur an den Wochenenden frühstückten wir ausgiebig und aßen auch etwas dazu.
Manuela war eine Langschläferin. Lieber verzichtete sie auf ihr Frühstück, als auch nur eine Minute früher aus dem Bett zu steigen. Daher machte ich es mir zur Aufgabe, vor ihr aufzustehen, alles vorzubereiten und sie erst zu wecken, wenn alles fertig war.
Leise ging ich wie jeden Morgen zu unserem Schlafzimmer, machte vorsichtig die Türe auf und blickte hinein. Sie lag auf dem Bauch und nur eine Schulter ragte unter der Bettdecke hervor.
Ich gab ihr einen Kuss auf die Schulter und stupste sie leicht an.
>>Guten Morgen, es ist Zeit, du musst jetzt aufstehen.<<
Langsam drehte sie sich zu mir herum und blickte mich verschlafen an. Ihre langen braunen Haare ragten wild durch einander und standen in jede erdenkliche Richtung.
Orientierungslos und den Blick gerade nach vorne gerichtet, saß sie wortlos da und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen.
Noch benommen, hauchte sie mir ein leises und verschlafenes „guten Morgen“ zu, rieb sich die Augen und blieb wie festgewachsen auf dem Bett, sitzen.
Wie so oft, fand das selbe Ritual statt. Ich musste ihr die Decke weg nehmen, um sie endgültig zum aufstehen zu bewegen.
Langsam drehte sie sich aus dem Bett heraus und versuchte blind mit den Füssen ihre Hausschuhe zu ertasten. Und wie immer, schob ich ihr die Schuhe zu. Behutsam schlurfte sie mit nach unten gesenktem Kopf und verquollenen Augen in Richtung Bad. Ich ging wie immer in die Küche, drückte auf den Knopf des Kaffeeautomaten und mit lautem Mahlgeräusch lief unsere Höllenmaschine auch schon los.
Augenblicklich verbreitete sich ein angenehmer Duft von frisch gemahlenem- und direkt gebrühtem Kaffee im Raum.
Und wie jeden Morgen, brachte ich Manuela den Kaffee ins Bad, damit sie sich in aller Ruhe zur Arbeit fertig machen konnte.
Sie genoss es und wusste es auch zu schätzen. Jedem, unserer Freunde erzählte sie wohlwollend die Geschichte mit ihrem Frühstück. Ich tat es gerne, denn ich liebte sie.
War es wirklich Liebe? Wenn ich heute darüber nachdenke, kann ich es nicht genau beschreiben. Sicher war auch Liebe mit im Spiel. Aber ich glaube, es überwog mehr der Drang danach, nicht alleine sein zu wollen.
Michaela war eine bodenständige Frau, arbeitete in einer Klinik und genoss ein entsprechendes Ansehen unter ihren Freunden und Arbeitskollegen.
Ich hingegen war nur ein Steinmetz mit einer kaputten Bandscheibe, welcher sich nun als Koch durchs Leben schlug. Ich kann nicht sagen, was sie an mir fand?
Vermutlich liebte sie mich gar nicht, sonder empfand es nur als angenehm, mich um sich zu haben. So gesehen, waren wir uns also gar nicht so unähnlich. Wir teilten uns die Miete, wie auch alle anderen Kosten. Ein Verhalten, wie es in einer Partnerschaft eigentlich nicht üblich ist. Einen Lebensgemeinschaft, die ihren Zweck erfüllte.
Meine Gedanken und Befürchtungen wurden zunehmend zur Realität. Ich konnte ihren Ansprüchen nicht gerecht werden. Beinahe gab sie mir das Gefühl, ich sei etwas minderwertiges. Wir lebten uns zunehmend aus einander.
Ihren Kaffee ausgetrunken, die Haare fertig zurecht gemacht, kam sie ins Esszimmer, verabschiedete sich von mir mit einem Kuss und verschwand auch schon eilig in der Türe.
Wie immer, ging ich mit meinem Kaffee auf die Terrasse um eine Zigarette zu rauchen.
Es war ein trüber Tag. Wolken hingen schwer und bedrohlich am Himmel. Nur ganz vereinzelt konnte man hinter den vorbeiziehenden Wolken, die Sonne hindurchschimmern sehen
So verbrachte ich jeden Morgen im Grunde alleine.
Man könnte beinahe sagen, dass es zur Routine wurde. Ich saß jeden Morgen hier, trank drei Tassen Kaffee und rauchte dazu drei Zigaretten
Erst dann begann für mich der Tag. Diese Zeit nahm ich mir einfach. Lieber stand ich früher auf, als dass ich auf den Kaffee verzichtet hätte.
Ich saß in diesen Augenblicken da, dachte über mich, dass Leben, oder vielleicht über den bevorstehenden Tag nach. Ich denke, es ist eine schöne Angewohnheit in unserer mehr als hektischen Zeit. Ich konnte die Vögel in den nahegelegenen Bäumen beobachten und manchmal turnte sogar ein braunes Eichhörnchen auf unserer Terrasse herum. Ich legte immer Nüsse aus, in der Hoffnung, dass es einmal etwas zahmer sein würde.
Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Tom auf dem Land in einem großen Gasthof.
Er hatte seit seiner Scheidung bereits einiges an schweren Hindernissen zu überwinden. Eine Bandscheibe brach und er hat es nur seinem eisernen Willen zu verdanken, alles ohne Operation überstanden zu haben. Es würde ihn sein Leben lang begleiten.
Als er wieder vollständig genesen war, bekam er einen Posten als Küchenchef eines Altenheims. Er dachte fortan, er habe es geschafft. Er hatte wieder eine Aufgabe und nachdem er Manuela kennen lernte, glaubte er auch wieder an den Sinn seines Lebens.
Doch alles kam anders, als er dachte. Der Vertrag lief aus und man bot ihm ersatzweise einen Posten in einer weit entfernten Stadt an. Tom konnte und wollte nicht schon wieder umziehen. Gerade erst war er mit Manuela in die neue Wohnung gezogen. Er kündigte und alles schien von vorne zu beginnen.
So saß ich auch heute auf der Terrasse und dachte über den bevorstehenden Tag nach.
Werde ich zuerst den Rasen mähen oder muss ich vorher in der Küche helfen?
Ich war dort Mädchen für alles. Ich kochte, machte einmal in der Woche Bratwürste, mähte den Rasen, sägte Holz und stand am Ausschank als Thekenkraft. Zwar hatte ich keinerlei Anerkennung aber es war ehrlich verdientes Geld.
Meine Vielseitigkeit wurde von meinem Chef ausgenutzt, dessen war ich mir bewusst. Aber letztendlich musste ich ja von irgend etwas Leben. Er mochte mich nicht sonderlich.
Ob es nun an meiner Vergangenheit lag, welche er detailgenau von mir wissen wollte oder an der Tatsache, dass ich ihm in vielem überlegen war. Ich fand es nie heraus.
Er ließ keine Möglichkeit aus, mir zu zeigen, dass ich doch eigentlich nichts sei und weit unter ihm stünde. Ich spielte bereitwillig mit, denn ich wusste wer ich war.
In dem Lokal arbeiteten viele Leute mit ebenso verschiedenen Nationalitäten.
Ein Italiener, ein Marokkaner, mehrere Deutsche und zwei Slowakische Küchenhilfen bzw. Beiköchinen.
Im Grunde fühle ich mich wohl, in diesem bunt zusammengewürfelten Haufen. Vor allem die beiden Frauen waren immer sehr nett zu mir. Nicht, weil sie sich etwas daraus erhofften, denn sie kannten Michaela. Wir verstanden uns vermutlich so gut, weil ich sie behandelte, wie gleichgestellte Arbeitskollegen.
Diese zwei Frauen kamen schon seit einer ganzen Weile als Saisonkräfte in das Lokal und wohnten während dieser Zeit auch dort. Doch wurden sie nach wie vor, wie Leibeigene von den Deutschen Köchen behandelt. Sie mussten für minimalen Lohn, von früh bis spät in die Nacht hinein arbeiten. Saisonkräfte hatten eben nichts zu sagen. Und wenn es auch noch Ausländer waren, wurden sie wie Sklaven behandelt.
Mein anständiges Verhalten ihnen gegenüber handelte mir bei diesen Frauen, einiges an Sympathien ein. Wir verstanden uns wunderbar. Eine davon, „Sina hieß sie“, drückte mich immer freudig, wenn ich zur Arbeit kam - als ob wir uns seit Ewigkeiten nicht gesehen hätten. Außenstehende meinten, wir hätten ein Verhältnis – was allerdings nicht stimmte.
Die andere der beiden war Maria. Eine unscheinbare Frau, 28 Jahre alt und immer zweckentsprechend der Küche gekleidet.
Also weiße Bluse oder Hemd, ihre langen braunen Haare waren stets zu einem Zopf zusammengebunden, Jeans und eine Schürze. Das war Maria. Vom ersten Tag an, betrachtete ich Maria mit anderen Augen. Ich freute mich auf jeden Moment, in welchem ich sie sah. Doch sie schien immerwährend traurig zu sein, als ob sie etwas bedrücken würde. Hinter all dem jedoch, verbarg sich eine wunderschöne Frau. Eine Frau, welche sich dessen gar nicht selbst bewusst war. Lange schlanke Beine, unter dem Hemd zeichneten sich kleine aber wohlgeformte feste Brüste ab und ihre Figur war mehr als atemberaubend.
Sie sagte fast nie etwas, außer Hallo Tom. Allerdings hatte sie immer ein Lächeln für mich übrig. Ein Lächeln, welches nur für mich war und mich jedes Mal aufs neue verzauberte.
Dabei konnte sie Deutsch sprechen. Zwar nicht perfekt und fließend, aber dennoch recht gut.
Eines Tages, ich war gerade dabei die Dachrinnen vom Laub zu säubern, fing es zu regnen an. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet und gab alles, mich zum aufhören zu bewegen.
Ich räumte schnell die Leiter in den Schuppen und rannte vollkommen durchnässt nach drinnen.
Da kam Maria aus der Küche und stand vor mir. Sie lächelte mich an und reichte mir dabei eine Tasse Kaffee.
>>Wir haben dich beobachtet. Warum machst du das? Du siehst aus, wie eine gebadete Maus<<
>>Aus dem gleichen Grund wie du.<< entgegnete ich leise, während ich mir mit der freien Hand, das Wasser vom Gesicht wischte.
>>Du kannst doch viel mehr, als dass hier. Warum arbeitest du hier?<< fragte sie weiter, als wolle sie es genau wissen.
>>Ich weiß, dass ich mehr kann. Aber im Moment, kann ich es mir nicht aussuchen.
Außerdem ist es eine Arbeit wie jede andere.<< versuchte ich mich zu rechtfertigen
>>Du bist verrückt<< sagte Maria kopfschüttelnd, während sie sich umdrehte und wieder in die Küche ging.
Da stand ich nun, patschnass und fühlbar an die Wand gedrückt. Maria hatte recht mit ihrer Aussage.
Als nächstes standen Bratwürste auf meinem Plan. Jede Woche musste ich tausend Bratwürste machen. Ich mochte diese Arbeit ganz und gar nicht.
Es gab ein extra Schlachthaus dafür. Professionell eingerichtet, mit allen dazu nötigen Maschinen.. Die anschließende Reinigung jedoch unterlag dem Küchenpersonal.
Tom war noch nie der Typ Mann, welcher sich schonte. Welchen Grund hätte er haben sollen, jetzt damit zu beginnen.
Am Abend war er endlich fertig mit den Würsten. Den ganzen Tag stand er alleine da und tat, was man ihm aufgetragen hatte. Er war es gewohnt, alleine zu sein und machte sich daher nichts daraus.
Die Hände rot vom kalten Schlachthaus, legte er alles beiseite und sah sich um. Es gab keinen sauberen Fleck mehr. Alles was man anfasste, war blutig und hatte einen fettigen Belag.
Er holte sich heißes Wasser, gab Reinigungsmittel hinein und begann, alles wieder sauber zu machen. Diese Arbeit hatte auch etwas gutes.
Vom langen stehen hatte er Rückenschmerzen und so tat es ihm sogar sehr gut, sich etwas bücken zu können, während er am Schluss den Fußboden schrubbte. Mit Blutflecken auf seinem karierten Hemd und der Hose, ging er in die Küche, verabschiedete sich mit einem freundlichen gute Nacht an alle noch Anwesenden und verschwand.
Es war bereits sehr spät am Abend, als Maria mit Wassereimer und Schrubber zum Schlachthaus ging. Wie jeden Tag, war sie vollkommen erschöpft und hatte nun auch noch diese undankbare Arbeit vor sich. Sie malte sich bereits im Gedanken aus, wie lange es dauern würde, bis sie in ihr Bett käme.
Dort angekommen, öffnete sie die Türe und suchte nach dem Lichtschalter. Als sie ihn fand und das Licht anmachte, traute sie ihren Augen kaum. Der Raum glänzte, als wäre niemand je hier gewesen.
Sie stand da, hob den Kopf nach oben und rief laut in die Nacht
>>Tom, ich Liebe dich. Danke, dass du das für mich getan hast<<
Sina kam nach draußen gelaufen und fragte, was denn passiert sei?
>>Schaue dir das an, und sag selbst was du denkst.<< meinte Maria und deutete mit der Hand in Richtung der Türe.
Am nächsten Tag jedoch, sollte ich erfahren, dass Maria mitten in der Nacht, vor Tränen gerührt auf der Türschwelle zum Schlachthaus saß. In der Zeit, in welcher sie dort arbeitete, passierte es ihr niemals, dass jemand ihre Arbeit machte oder ihr überhaupt half.
So war sie mehr als überrascht, dass ich meine Sachen selbst reinigte und nicht darauf wartete, dass sie für mich die Putzfrau spielt.
Ich kam wie jeden Tag zur Arbeit, stelle mein Auto auf den Parkplatz und ging hinein.
