WEHE DEN MACHOS! - Romeo Monrose - E-Book

WEHE DEN MACHOS! E-Book

Romeo Monrose

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Beschreibung

Wäre diese Geschichte wahr, würde niemand sie glauben. Wie kann man glauben, dass eine Frau von einer Konklave der Kardinälinnen zur Päpstin gewählt wird? Warum sollten Männer dieselbe Unterdrückung erleiden, wie es Frauen seit Jahrhunderten tun? Wird das geplante Attentat auf die Päpstin Erfolg haben? Ein Misserfolg bedeutet das sofortige Todesurteil. Wird Romeo, wund vor Liebe und mit erschöpftem Geist, siegen? Es ist keine wahre Geschichte; Aber sie ist voller Spannung und Spaß. Zusammenfassung der Geschichte Der Krieg der Geschlechter wird immer aktueller. Panzer und Kampfflugzeuge haben sich als nutzlos erwiesen, bis jetzt. In diesem Krieg mussten Frauen unter der mãnnlichen Arroganz und Gewalt leiden, und müssen es noch heute. Stellen wir uns einen rachsüchtigen Wendepunkt in der Geschichte vor und betrachten wir die Arroganz und Gewalt der Frauen gegenüber den Mãnnern, wie in dieser utopischen und satirischen Erzählung dargestellt wird. Die Zukunft der Geschlechter sollte durch mehr Toleranz, Solidarität und Humor erleichtert werden. Und Liebe. Alles beginnt mit der Wahl der Päpstin Lucretia Prima... Gründerin des Feministischen Reiches, oder genannt Tulipanregime. Neue Reproduktionstechniken der menschlichen Spezies machen die Männer überflüssig, sodass sie nach und nach aus der Gesellschaft entfernt werden können. Als alle «Machos» verfolgt werden, erleidet der «Held» Romeo Monrose eine ganze Reihe von Widerwärtigkeiten, deren Schlimmste darin besteht, dass er zum Befruchter junger Tulipaninnen ernannt wird. Nach diesem Leidensweg beteiligt sich Romeo unter dem Decknamen «Homer» am Partisanenkampf und führt als Terrorist ein Attentat auf die Päpstin aus, das allerdings scheitert, da er sich in sie verliebt. Fortan dient Romeo dem Tulipanregime mit einem Eifer, der ihm den Hass sowohl fanatischer Tulipaninnen als auch seiner Macho-Kameraden einbringt. Mit der Geburt der Zwillinge des kaiserlichen Paares erstrahlt ein Friedensschimmer am Himmel. Dann jedoch bedroht ein von den Tulipan-Astronominnen übersehenes astrales Ereignis das Imperium: Ein Asteroid von immensem Ausmaß hält Kurs auf die feministische Ewige Stadt. Durch die Kollision werden die Charaktere aus ihrer Utopie herausgeschleudert und landen am Ufer einer ganz und gar alltäglichen Realität, die sie vielleicht nie wirklich verlassen hatten.

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Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Satire ist eine fantastische Möglichkeit, wichtige Themen mit einem guten Sinn für Humor zu beleuchten" (Romeo Monrose)

Unseren lieben Feindinnen gewidmet

ZUSAMMENFASSUNG

Alle Kriege haben einen Anfang und ein Ende. Der Krieg der Geschlechter hat in Eden begonnen und wird niemals enden.

In diesen Memoiren eines männlichen Überlebenden der feministischen Diktatur werden die Ereignisse der blutigsten Phase des endlosen Krieges geschildert.

Alles beginnt mit der Wahl der Päpstin Lucretia Prima, die Gründerin des Feministischen Reiches, das auch Tulipanregime genannt wird.

Neue Reproduktionstechniken der menschlichen Spezies machen die Männer überflüssig, sodass sie nach und nach aus der Gesellschaft entfernt werden können.

Als alle „Machos“ verfolgt werden, erleidet der „Held“ Romeo Monrose eine ganze Reihe von Widerwärtigkeiten, deren Schlimmste darin besteht, dass er zum Befruchter junger Tulipaninnen ernannt wird.

Nach diesem Leidensweg beteiligt sich Romeo unter dem Decknamen „Homer“ am Partisanenkampf und führt als Terrorist ein Attentat auf die Päpstin aus, das allerdings scheitert, weil er sich in sie verliebt.

Fortan dient Romeo dem Tulipanregime mit einem Eifer, der ihm den Hass sowohl fanatischer Tulipaninnen als auch seiner Macho-Kameraden einbringt.

Mit der Geburt der Zwillinge des kaiserlichen Paares erstrahlt ein Friedensschimmer am Himmel.

Dann jedoch bedroht ein von den Tulipan-Astronominnen übersehenes astrales Ereignis das Imperium: Ein Asteroid von immensem Ausmaß hält Kurs auf die feministische Ewige Stadt.

Durch die Kollision werden die Charaktere aus ihrer Utopie herausgeschleudert und landen am Ufer einer ganz und gar alltäglichen Realität, die sie vielleicht nie wirklich verlassen hatten.

HAUPTFIGUREN

Lucretia Prima: Päpstin und despotische Kaiserin des feministischen Tulipanregimes

Romeo Monrose: Autor der Memoiren, zu Zwangslieben verurteilter Kriegsgefangener, der den demografischen Mangel des Feministischen Reiches ausgleichen soll. Nach seiner Flucht schließt er sich als Partisan den Macho-Brigaden an, überlebt den Krieg der Geschlechter und wird Lucretias Ehemann.

Bakunin: Freund von Romeo, Kommandant der Brigaden der Machos, Organisator des Angriffs auf die Päpstin

Lady Doktor Brain: Wissenschaftlerin, Historikerin im Revolutionär-Feministischen Tulipanregime, verantwortlich für die moralische Wiederherstellung der degenerierten Machos im Lager 47

Lady Tartara (ehemals Lola Metoo): Brutale Kerkermeisterin, die den gefangenen Machos „spontane“ Geständnisse entlocken kann; heimliche Leserin von Liebesromanen

Lady Marschallin: Leiterin des Zuchtprogramms im Schlosspensionat der jungen Tulipaninnen

Proffa Killenstein: Primatenforscherin und Chirurgin mit dem Spezialgebiet der Genitaltransplantation.

Mankongo: Gorilla aus dem Dschungel der Vulkane, leidenschaftsloser Organspender

Polyphemos: Partisan, nicht ganz so machohafter Macho, mutiger, kompetenter, selbstloser Plagegeist

Lady Kardinalsstaatssekretärin

Klara Kurzmann: Pianistin, Komponistin von Sonaten, Konzerten, Liedern und Hymnen, die die Größe des Tulipan-Reiches würdigen; ihre Werke dienen der Folter von Machos mit mangelnder Musikkultur.

PROLOG

Unter der Arroganz und Gewalt von Männern mussten Frauen schon immer leiden – und müssen es noch.

Romeo Monrose sinniert in seiner utopischen und satirischen Erzählung über einen Wendepunkt der Geschichte, der die Arroganz und Gewalt der Frauen gegenüber den Männern beschreibt.

Hoffen wir, dass spätere Generationen von Frauen und Männern lernen, in Frieden, Freiheit und Toleranz zusammenzuleben.

INHALTSVERZEICHNIS

ZUSAMMENFASSUNG

HAUPTFIGUREN

PROLOG

Das Unglück, als Mann geboren zu sein

Das Ereignis, das das schicksal der Menschheit spaltete

Die letzte unschuldige Orgie und dann die Hölle

Die verfluchten verräterischen Juwelen

Die trügerischen Federn der neuen Hühner

Umerziehungslager für degenerierte Machos

Newton, Einstein, Ei des Kolumbus

Der Orgasmische Big Bang

Feministische Vorgeschichte und Macho Vorgeschischte

Wie man die Birke reitet

Die Kunst des spontanen Geständnisses

Es gab eine Zeit, in der das Lamm glücklich auf den Rücken des Wolfes sprang.

Der Voyeur der Bräute

Schmutziger Verdacht aus der Vergangenheit des Romeo Monrose

PASSIONATE LOVE, Leidenschaftlicher Roman von Desirée Lamour

Wie man einen Autor romantischer Romane foltert

Wie der Wolf urinieren muss

Meine Mama war ein blutrünstiges Reptil

PASSIONATE LOVE, letztes Kapitel und rette sich wer kann

Epische Mission zur Venus

Die härteste Strafe für einen unschuldigen Macho

Zwölf Bikerinnen mit majestätischen Hinterachsen

Die süssen Tauben und die knappe Zeit zum turteln

Die Leidenschafts-Rülpser des Walrosses

Der Kampf von Harlekinen und Kühen

Martyrium eines Kampfhahnes

Der Prototyp der Masculus Masculus Virilis

Genug Blondinen, Brünette bitte

Geheimnisvolle Unfälle beim Liebesspiel

Ein Bus voll Freudianerinnen

No Problem for Mankongo

Eines abends leuchtete ein schwacher Stern in den schwarzen Bergen

Vom Regen in die Traufe

Grausame Enthüllungen während meines Prozesses

Duelle der Steinböckinnen

Die wahre Liebe der Katzen für Mäuse

Der lange Marsch der Machos

Gib meine Rippe zurück

Attentat auf eine Bierdose

Kommando Expedition in die Ewige Stadt

Attentat auf Lucretia, die nette Tyrannin

In den Katakomben der Ewigen Stadt

Der letzte Wunsch des zum Tode verurteilten Machos

Imperialer Kammerherr, wer hätte das gedacht?

Nächtliche Päpstliche Privataudienz

Schreckliche Delikatesse

Besuch des extragalaktischen Botschafters

Wie viele Atombomben besitzen wir?

Steine regnen aus dem Paradies

Die mörderische Umlaufbahn von „KCU-F“

Drohendes Schisma wegen Nessie

Die historische Einsamkeit des Clitos

Wie die Pinguindamen vom Tulipanischen Integralismus infiziert wurden

Was wird das Volk sagen?

Die Schlafwandlerin auf dem Kranzgesims der Basilika

Die Technik des Schiffbruches

Ausserhalb der Schale eines bösen Märchens

DAS UNGLÜCK, ALS MANN GEBOREN ZU SEIN

In jenem Jahr des Herrn, dessen Erinnerung mich immer noch quält, wurde ich, Romeo Monrose, von teuflischen Frauen gefangen genommen.

Grauenhafte Omen hatten mich gewarnt.

Lola tötete Rico, einen schmächtigen männlichen Papagei, den sie mit ihrem mächtigen Schnabel in den Hals biss. Die weibliche Bestie – gesättigt von dem Futter, das sie wie immer von ihrem Gefährten gestohlen hatte, und durch ihr Verbrechen ermutigt – riss mir den Nagel meines kleinen Fingers aus.

Die Katze meines Nachbarn, des Rentners, hatte fünf Kätzchen zur Welt gebracht, zwei davon männlich. Am nächsten Tag bemerkte der gute Mann, dass nur noch drei Kätzchen im Korb herumtappten. Ich fand die Köpfe der zwei Unglücklichen auf der Matte vor meiner Tür.

Ich war auch dann noch nicht beunruhigt, als ich die folgende Überschrift eines Zeitungsartikels las: „Geschlechtsanpassung: Männliche Lachse in schottischen Gewässern produzieren Eier statt Sperma!“

Als ich jedoch aus dem Fernsehen erfuhr, dass sich bei drei Vierteln der erwachsenen Exemplare des Floridaleoparden die Hoden nicht mehr senkten, nahm meine Sorge zu.

Mitte Januar wurde der Verleger Harmonici im Keller seiner Druckerei hängend aufgefunden. Er war von einem Stapel meines neuesten Liebesromans „Zwei Herzen für ein Nest“ gesprungen. In dieser leidenschaftlichen Story hatte ich unter dem Pseudonym Desirée Lamour die Wandlung der Steuerbeamtin Sheila geschildert. Sheila verliebte sich, nachdem sie alle männlichen Unternehmer in Baltimore ruiniert hatte, in den charmanten Architekten Madison und verzichtete auf ihre Karriere, um sich ganz der Pflege ihres Liebesnestes zu widmen.

Nichts war damals schwieriger und gefährlicher als die Liebe. Zwei Tage nach seinem Selbstmord erhielt ich einen Brief von meinem Verleger. Der arme Freund erklärte mir, die Agenten der Literarischen Feministischen Gestapo hätten die fertigen Exemplare beschlagnahmt und die Druckmaschinen versiegelt. Er warnte mich davor, meine Identität als „romantischer“ Autor zu enthüllen, und riet mir, mich einem ehrlicheren und weniger gefährlichen Beruf zu widmen oder mich zumindest dem einzigen literarischen Genre zuzuwenden, das das Regime noch tolerierte: Geschichte, aber gemäß der Tulipan-Feministischen Interpretation.

Das waren die Zeichen dieses unglücklichen Zeitalters.

Das die Vorahnungen einer schmutzigen Wende der Geschichte.

DAS EREIGNIS, DAS DAS SCHICKSAL DER MENSCHHEIT SPALTETE

Im April verstarb Papst Sixtus VI. nach grausamen Bauchkrämpfen in der Küche des Klosters der Kleinen Schwestern der Seligen Virginia Da Castro. Das Konklave, an dem 18 alte Kardinäle und 739 junge Kardinälinnen teilnahmen, hatte nach dem zweiten Wahlgang weißen Rauch aufsteigen lassen: Delìzia Dominanòva stieg mit dem Namen Lucretia Prima auf den päpstlichen Thron.

Mit der Enzyklika „De Foeminarum Eminentia“ legte die Päpstin unverzüglich den Grundstein für die endgültige Vormachtstellung der Frauen im religiösen und säkularen Bereich. Diese Urenkelin eines roten Tyrannen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, Visionärin einer himmlischen Gesellschaft, die sich auf robuste revolutionäre Prinzipien stützt, förderte somit die Bildung einer überlegenen Rasse von Kriegerinnen und gründete eine ausgewählte Militärpolizei, die Tulipan-Brigaden.

Die Kadettinnen wurden ein Jahr lang einem anstrengenden Training unterzogen, in dessen Anschluss die sogenannten Tulipaninnen gegen jede Qual des Herzens immun waren und das sie zu spartanischen Charakteren formte, die jeglichen Sinnesaufruhr ignorierten. Mit rasierten Köpfen und arrogantem Blick patrouillierten diese Nachkommen des ehemals „schwachen Geschlechts“ in den Städten und suchten nach wehrlosen Machos, die sie zu Tode prügeln konnten.

Für uns unglückliche Männer hatte die Verfolgung jedoch nicht nur durch die berüchtigten Tulipaninnen begonnen. Schon seit Jahren betrieb die feministische Wissenschaft eine unmerkliche Ausrottung des männlichen Geschlechts, einen regelrechten Massenmord, einen „Machozid“.

ÖSTROGEN, auch Follikelhormon genannt, ist das wichtigste weibliche Sexualhormon: Das war die hinterhältige Waffe für die universelle Feminisierung. In der Nahrungsmittelindustrie wurden massenhaft Östrogene eingesetzt, die auf lange Sicht die Verdünnung des männlichen Testosterons – des männlichen Hormons – und damit eine Atrophie der Hoden und einen Rückgang der Spermienproduktion verursachten.

Das Östrogen schlug das Testosteron k. o.

Die Ent-Maskulinisierung des Mannes war in vollem Gange.

Die Männer wurden immer unfruchtbarer und zeugten gleichzeitig immer mehr Mädchen. Die wenigen jungen Männer, die es noch gab, zeigten bemerkenswerte weibliche Attribute und erwiesen sich als wenig geeignet für die Fortpflanzung, denn sie hatten kein Interesse mehr am weiblichen Geschlecht.

Mehre preisgekrönte Tulipan-Wissenschaftlerinnen schlugen Alarm und erklärten, dass die in den Samenbanken des feministischen Reichs abgelegten Spermareserven mit großen Mengen von „Nonylphenol“ verschmutzt waren, einer Substanz, die die berüchtigten feminisierenden Östrogene produzierte. Einfach ausgedrückt: Die feministische Gesellschaft wurde zwar stetig durch hervorragende Frauen bereichert, aber es fehlte zunehmend an fruchtbaren Männern, während die gepriesenen Bankreserven nahezu unbrauchbar wurden.

In meinem Fall hatte mich meine Vorliebe für frittierten Maniok und meine Besessenheit von Azteken-Kaktusblüten vor den Östrogenen geschützt. Für mich, Romeo Monrose (und das sage ich in aller Bescheidenheit), wurden die Fähigkeiten, die sich bei anderen Männern auf tragische Weise verschlechtert hatten, dank dieser natürlichen Ernährung sogar außerordentlich verbessert. Das erklärt auch, warum während meiner Gefangenschaft in Lager 47 ...

Aber der Reihe nach.

Ich werde in diesen Memoiren ausführlich erläutern, mit welchen „Leistungen“ ich zur Lösung der unglücklichen demografischen Situation des Feministischen Reiches Ihrer Engelhaften Gnaden, Päpstin Lucretia, beitragen konnte (oder – besser gesagt – musste).

DIE LETZTE UNSCHULDIGE ORGIE UND DANN DIE HÖLLE

Als Autor von verbotenen Liebesromanen tat ich gut daran, mich aus dem Staub zu machen, und fand Zuflucht im Palast von Monsignore di Rocca Brava, der vor Frauen flüchtenden Männern Zuflucht bot. Wir waren dort 30 Machos. Um uns die Langeweile zu vertreiben, führten wir ein Theater mit „verkehrten“ Rollen, Kostümen und Akzenten auf.

Ich, vorsichtigerweise inzwischen Romea getauft, hatte mich in Unterhemden und Schlüpfer gehüllt und in ein Korsett mit Walbein gezwängt, das mit Schnüren und Webereien verziert war. Dazu trug ich einen glockenförmigen Rock und eine Bluse mit einem Kragen aus flämischer Spitze.

Juliux hatte sich als exquisiter Gentleman dazu entschlossen, mein Galan zu werden. Er trug eine ulkige Brokathose, ein Rüschenhemd und eine Weste, und während des Menuetts setzte er seine Schritte mit der Eleganz eines Flamingos.

Es war schwül im Tanzsaal. Wegen der Ausgangssperre hatten wir Türen und Fenster verbarrikadiert. Don Arcimboldo klimperte auf dem Cembalo, verträumt, die Nase rot und Schweiß tropfte aus seiner Pfarrersperücke. Es war die letzte Feier einer Welt, die über uns zusammenbrach. Stuck bröckelte bereits von den Palastdecken. Unter den Bombenschlägen zitterten Kolonnaden und Treppen.

Die frivolen Adligen und die pompösen, schlecht rasierten Damen fächelten sich mit ihren Spitzenfächern die faule Luft zu.

Mit uns in der Belagerung der wilden Tulipan-Feministinnen gefangen waren zwei norwegische Schriftgelehrte, eifrige Besucher staubiger Archive, die Weißmehl schnüffelten.

Von den alten Papieren und von Motten zerfressenen Büchern war nur noch wenig übrig, nachdem hiesige Akademiker, neapolitanische Dichter und türkische Schreiber die kostbaren Verträge, Akten, Klostermemoiren, Tagebücher, Berichte von Geistlichen, Register von Bürgermeistern und Notariatsschreiben geplündert hatten.

Lobenswerte Absichten spornten die emeritierten Leser an: Sie wollten den musealen Müll als Metapher für unsere Zeit, als Allegorie auf das zeitgenössische Leben recyceln und den alten Schriften die Interpretation der existenziellen Sorge des Heute abringen.

Ich wollte mich bei den beiden Fachleuten nach dem Stand des literarischen Freudenhauses erkundigen, aber mein Korsett saß zu eng. Meine bescheidene Brust drängte nach frischer Luft, während sich mein praller Bauch von nicht so frischer befreien wollte.

„Eure Augen, meine herrliche Gräfin Romea, sind die Spiegel meiner Qualen ...“

„Aber Prinz Juliux, was jucken mich Eure Qualen? Ich bin dem mächtigsten Herrscher versprochen. Ich werde Konkubine im Harem von Kalif Kaluf. Oder keusche Lilie im Kloster der Kleinen Schwestern der Ewigen Liebe.“

„Werde ich jemals die Erlaubnis erhalten, die delikaten Spitzen Eurer Finger zu küssen?“

„Wenn meine Finger mitreden dürften, Eure Lordschaft, würdet Ihr rot anlaufen wie ein strangulierter Hahn.“

Und wir drehten uns mit der Anmut der Figuren einer Spieluhr vor dem imposanten Fresko des Martyriums des heiligen Narziss. Ich wusste nicht, ob der Aufruhr in meinen Innereien auf die freche Belästigung von Prinz Juliux oder die vergorene Zwiebelsuppe zurückzuführen war, die uns seit Wochen in Silberschüsseln serviert wurde. Im Laufe des Abends wurde ich Expertin in der Kunst, mich zurückzuziehen und auf die Balkone zu fliehen, um mein Oberteil zu lösen und die verdorbenen Lüfte auszustoßen, die mich so stark anschwellen ließen.

Der x-te Hofknicks der Paare ließ die liebevollen Komplimente und leutselige Gehässigkeit missen. Das Ohr war besorgt über die Musik von Bombardements und Mörsern, die das zügellose Arpeggio des Cembalos nur unzureichend schönte.

„Romea“, sagte mein schelmischer Dandy und hielt meinen kleinen Finger, als wäre er ein Schmetterling, „auf den heiligen Mond dort oben, der die Wipfel der Mandelbäume dieses Gartens in Silber kleidet, schwöre ich Euch ...“

„Sie stürzt auf uns herab!“, schrie ich.

Demoiselles und Messieurs hoben besorgt den Blick. Der Kronleuchter glitzerte in tausendundeinem Funkeln und klingelte mit hunderttausenden Kristallen wie ein Glockenspiel. Und dann öffnete sich unsere noble Gesellschaft wie eine Margerite und mit dem Zischen eines Meteors fiel der Kronleuchter aus dem bläulichen Gewölbe, zerriss das MACHO IS BEAUTIFUL Banner, und krachte auf die mythologischen Mosaike im Carrara-Marmor.

Zur gleichen Zeit drang lautes Getöse und Geklopfe von den Toren des Palastes zu uns, Schreie eines Höllenbordells, entsetzliche Entmannungsdrohungen und die furchterregende KGKS-Hymne – das Lied der Kaiserlichen Gesellschaft für die Kastration der Schweine.

„Zuckersüße Romea, ich werde den tödlichen Kelch mit Euch teilen ...“, murmelte der zitternde Juliux.

„Fick dich! Ich hau ab!“

DIE VERFLUCHTEN VERRÄTERISCHEN JUWELEN

Ich rannte die Dienstbotentreppe zur Küche hinunter, von da in die Keller und durch die Kerker, um die Abwasserkanäle zu erreichen. Während ich durch die Küche rannte, packte ich eine Schere, eine Kerze und ein Feuerzeug.

Keuchend öffnete ich Korsage und Gürtel: Im schlimmsten Fall hätte das entweichende Gas durch die Kerze eine Explosion auslösen können. Ich streifte meine Perücke ab und kürzte so meine Haare um ein paar Jahrhunderte. Dann zerrte ich das dreifache Bambusgerüst und die Walknochen runter und riss einen halben Meter des letzten Petticoats ab. So ging ich als mädchenhaftes Püppchen oder japanische Lolita durch, konnte die feindlichen Grenzen überqueren und meine Kameraden in den „befreiten“ Gebieten in Franciacorta oder Valgrande wiedertreffen.

Aber wehe mir, sollte ich in die Hände der abscheulichen Tulipan-Wächterinnen fallen! Dann konnte ich nur versuchen, sie mit der Halskette aus Flaschenböden – vielleicht Smaragde – zu bestechen, um die ich die Puppe der Gräfin Berenice von Rocca Brava im Schaukasten der Mumien erleichtert hatte.

An die schleimige Wand des Abwasserkanals gelehnt und mit der Schere in der Hand überlegte ich, was ich noch kürzen könnte, um weiblicher zu wirken. Ich wusste nicht, ob draußen Tag oder Nacht war, bis ich es schaffte, einen Kanaldeckel wie einen Sombrero anzuheben. Als ich die Straße verlassen und im Halbschatten vorfand, rannte ich los und schlug mich in die Gassen und dann in Richtung des dichten Pappelwaldes, um dort für die Nacht Schutz zu finden.

Am nächsten Tag hockte ich schmutzig, mein Kinn blutend von der frustrierenden Folter, die ich mit der Schere als Rasierklinge angerichtet hatte, im Schutz der Sträucher in der Nähe einer Steigung.

Versorgungslaster kamen die Straße herauf und ich hob schüchtern die Hand, um sie als Mitfahrgelegenheit anzuhalten.

Ein Lastwagen mit Koka-Kolas, Bebsy und Mineralwasser hielt an.

Die LKW-Fahrerin zog eine Kiste Bier vom Sitz, um Platz für mich zu machen. Sie griff nach einer Flasche und schob den Deckel in einen Schlitz des Armaturenbretts. Ein Schaumstrahl bespritzte mein bereits schmutziges Kleid.

„Ich mag’s, wenn’s spritzt“, sagte sie grinsend. „Und du, Pussycat, haben die bösen Machos dir noch nie ’ne Flasche aufgemacht?“

„Nein ... Kameradin“, sagte ich mit dem Akzent eines nassen Hühnchens.

Eine fettige Hand schlich sich unter meinen Petticoat. Ich presste meine Knie zusammen.

„Können wir einen kleinen Zwischenstopp einlegen, mein süßes Küken?“ Eine lange Reptilienzunge unterstrich den Vorschlag. Ich schüttelte heftig den Kopf, verzog das Gesicht, kaute auf meinen Lippen und war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Besorgt erklärte ich, dass es zu spät sei und mich tragische familiäre Gründe weit weg durch das vom Krieg heimgesuchte Land riefen. Sie klopfte mir auf die zarten Schultern und begann mit tiefer Stimme ein Truckerlied zu trällern, um mich aufzumuntern.

Wir hatten 20 Tulipan-Meilen zurückgelegt, als wir nach einer Kurve auf einen Checkpoint der Fallschirmjägerinnen stießen. Ich saß in der Falle. Eine kräftige schwarze Unteroffizierin in Legionärsshorts näherte sich. Sie pflanzte sich neben dem Lastwagen auf und kitzelte durch das offene Fenster mit dem Korn der Kalaschnikow unsere Nasenlöcher. Dann beäugte sie die Bierkiste und verlangte die Papiere. Nachdem sie die Unterlagen der Truckerin kontrolliert hatte, streckte sie ihren Arm in meine Richtung aus. Ich zuckte verzweifelt mit den Achseln und behauptete, ich hätte sie verloren.

„Komm runter! Los!“, befahl sie. Ich stieg aus.

„Heb die Pfoten, Baby!“ Sie betastete meine flache Brust, eine Pampa im Vergleich zu ihren Anden. Die Kette der Gräfin Berenice erregte ihr Interesse, ebenso wie das Armband. Wir können verhandeln, dachte ich, warum nicht.

„Schöne Juwelen für eine Ausreißerin, wo hast du die geklaut?“

„Tante Berenice hat sie mir geschenkt ... zur Kommunion.“ Ihr Auge verengte sich heimtückisch und spiegelte den Beginn eines Verdachts wider.

„Umdrehen! Los!“ Mit dem Lauf der Kalaschnikow spreizte sie mir die Beine. Dann fuhr sie mit der Hand in mein Höschen.

„Und die“, bellte sie, „hat dir die Onkel Gustavo geschenkt? Zur Firmung?“

Und dann fing sie an, meine liebsten Juwelen zu misshandeln

DIE TRÜGERISCHEN FEDERN DER NEUEN HÜHNER

Bei der Ankunft in einem Gefangenenlager glaube ich, dass es ab einem bestimmten Punkt wenig zu lachen gibt.

Unsere Reise und Ankunft erschienen uns jedoch als Auftakt zu einer wohlwollenden, humanen und respektvollen Internierung gemäß der Genfer Konvention.

Zunächst reisten wir in der ersten Klasse, da die Viehwagen vor Jahren durch Kühlwagen ersetzt worden waren. Den Tieren, die direkt auf dem Hof geschlachtet wurden, blieb so die Qual eines Lebendtransports erspart. Am Anfang dachte man noch nicht daran, an Haken hängende Häftlinge aus dem Krieg der Geschlechter in die Kühlwagen zu stopfen, wie es später in der blutigsten Phase des Konflikts geschehen sollte. So viel Luxus erschien uns unpassend, während die zweite Klasse desselben Konvois mit Tulipan-Truppen überfüllt war.

Während der Fahrt rieb ich diskret meinen Ärmel über die Scheibe, um zu sehen, welche Landschaft wir durchquerten.

Mein Atem gefror an der Scheibe sofort zu einer zierlichen Textur, die nur schwer abzukratzen war. Das wenige Sichtbare war Nebel, Nebel, Nebel.

Die liebenswerte Tulipan-Miliz reichte uns ein leichtes Mittagessen aus Erbsenpüree. Etwas Feines, nicht wie die Kutteln für die Truppe. Aber auch nicht sehr sättigend, weshalb ich um einen Nachschlag bitten musste.

„Sie behandeln uns gut“, bemerkte ich gegenüber meinem Nachbarn.

„Sie wollen uns nur einen Vorgeschmack geben …“ Er schien nicht begeistert vom Püree. „… wie sie sie quetschen.“

Ich wollte gerade genauer nachfragen, als der Zug an einer Geisterstation hielt.

„Wo sind wir?“, fragte ich stattdessen.

„In Ogmgzwg, glaube ich.“

„Mein Name ist Romeo Monrose.“

„Bakunin.“

Eine Bäuerin mit molligen roten Wangen spähte in das Abteil und setzte sich auf den Platz vor mir. Bakunin fragte sie, ob sie aus einer Kolchose im Distrikt komme. Sie kniff die Augen zusammen und öffnete ihre Tasche. Eine Henne mit zerzaustem Gefieder lugte heraus und sprang sofort auf meine Knie. Ich streichelte sie, strich die Federn glatt, und während die Herrin über Dürre und Überschwemmungen, über Zölle und Steuern klagte, fragte ich mich, ob ich nicht ein warmes Ei in meinem Ärmel auffangen könnte, wenn ich das Hühnchen geschickt manipulierte. Mit vorsichtigem Finger versuchte ich, das Ereignis zu beschleunigen. Die Henne schien dadurch alles andere als gestört zu sein und ließ mich gewähren. Aber leider war keine Spur von einem Ei zu finden.

Inzwischen war die Babuschka vorsichtig geworden, und sie vertraute Bakunin an, dass das feministische Landwirtschaftsministerium Hähnen den Besuch in Hühnerställen untersagt hatte. Die abscheuliche Befruchtung durfte nur in vitro und das Schlüpfen nur in staatlichen Inkubatoren erfolgen. Sie kam mir so nahe, dass ihr Atem mir die gute Erinnerung an gebratenes Schmalz und den wenig appetitlichen Geruch von rohem Knoblauch entgegenschlagen ließ.

Die Kapo des Abteils war mit dem Schlagstock unter dem Arm eingeschlafen, und die Bäuerin flüsterte uns zu, dass sie – sofern ich es richtig verstand – nach Igshrwyfz reiste ... zu ihrer Cousine Galìna Fedòrova, die 15 nicht angemeldete Hühner besaß, die trotz des Verbots einen Hahn brauchten.

Bakunin fragte sie besorgt, wie Galìna Fedòrova hoffen könne, zu einem Hahn zu kommen, da ...

Die Babuschka hob das Kinn, spielte offenbar auf das Tier auf meinem Schoß an.

„Ich hab ihm die Stimmbänder durchtrennt und Schwanzfedern geschnitten ...“

Mit langsamer Bewegung zog ich meinen schmerzenden Finger raus und gab den unreinen Transvestiten zurück. Auch ein paar verlorene Federn, die an meiner Hose hingen, gab ich zurück.

Unsere Vorfahren, so erzählt man, untersuchten die Innereien der Vögel als Orakel. Als ich den Finger am Samt der ersten Klasse abwischte, schwand aus meinem Herzen jede Hoffnung auf ein erfreuliches Schicksal.

UMERZIEHUNGSLAGER FÜR DEGENERIERTE MACHOS

Die Tulipankriegerin drehte meine Kriegsgefangenenkarte um.

„Romeo Morenos“, buchstabierte sie.

„Monrose. Sorry, Monrose!“

„Was ist das denn für ein Name?“

Ich zuckte mit den Schultern. Was wusste ich schon: Monrose eben.

„Sei nicht ungeduldig, Motterose, dein Name ärgert mich jetzt schon. Welche Arbeit hast du draußen gemacht?“

„Monrose! Ich war Schriftsteller ... Historiker, patentiert.“ Keine Reaktion. Freundliches Lächeln meinerseits. „Ich habe zum Beispiel historische … ähm, Geschichten über die heroischen Errungenschaften der Tulipan-Sturmtruppen verfasst …“

Sie wurde ungeduldig. Ein Strom von Akademikern, eine Menge Intellektueller und nicht ein Klempner oder Schreiner, ganz zu schweigen von Maurern. Sie drehte ihre Liste um.

„Muckenrose, kannst du ein Hühnchen zubereiten und kochen?“

„Entschuldigung, überhaupt nicht, Mademoiselle!“

„Ich bin eine feministische Kriegerin, keine Mamasell, du Rosemund!“, zischte sie.

„Ja, aber ich heiße Monrose und nicht Rosemumm!“

„Ich weiß, ich weiß, Rosemüll. Du bist der Kantine der Tulipan-Offizierinnen zugeteilt, so lernst du, ein Hühnchen zu kochen, Muffelrose!“

„Monrose! Monrose!“

Im Tulipan-Gulag, dem Lager 47 erhielten die Häftlinge zweimal täglich infiziertes Karibugulasch. Knochen und Klauen waren reichlich enthalten, wurden jedoch nicht auf die Teller verteilt, da sie in den folgenden Tagen dem Gulasch wieder beigefügt wurden. So konnte dasselbe Karibu wochenlang Hunderte hungernder Machos ernähren. In der Baracke wurde das Karibugulasch mit Tannenzapfen und Birkenrinde eingedickt. Zum Glück wurde von Zeit zu Zeit das Gulasch mit einem Büffelfladen angereichert, wenn wir auf dem Rückweg vom Moor im Schnee einen fanden.

Es war schon schwierig, eine halbe Schüssel Gulasch im Gulag zu verzehren, noch schlimmer war es jedoch, es wieder loszuwerden. Das geschah meist in zwei Schritten: eine flüssige Phase – allzu spontan – gefolgt von einer kompakten und sehr schmerzhaften Phase einige Stunden später.

Dies betraf jedoch nur meine unglücklichen Kameraden, da Romeo Monrose das Privileg hatte, sich in den Tulipan-Küchen vollzustopfen. Innerhalb von zwei Wochen nahm ich drei Kilo zu, sodass ich mich für meine Hamsterbacken zu schämen begann.

Ist der Körper gut genährt, strotzt der Geist vor Energie.

Das fiel auch während der ideologischen Umerziehungssitzungen (oder eher Gehirnwäsche) auf. Unsere Feindinnen wuschen ihre Wäsche gründlich, und nachdem sie unser Gehirn gewaschen hatten, bügelten sie es.

Lady Doktor Brain, eine Feministin, die ihre Arme der Wissenschaft geöffnet hatte und niemandem sonst, war für die moralische Genesung der Gefangenen verantwortlich. Ihre Kultur – unermesslich – war uns völlig fremd, nämlich weiblich. Eine Kultur, die sich jahrtausendelang unserer männlichen Dummheit entzogen hatte.

In den Nischen der Kamine, unter den Teppichen der Harems, zwischen den Steinen der Klöster, hinter den Schränken der Schlösser hatten Frauen im Laufe der Jahrhunderte die Texte ihrer heimlichen Bildung versteckt.

In unserer Baracke ließ uns Lady Doktor Brain einen beispielhaften Sketch vortragen, der sich angeblich in einer prähistorischen Höhle abspielte:

„Warum stehst du auf, Schatz?“, fragte Herr Neandertaler.

„Das Baby weint“, antwortete Madame.

„Urgh!“

Und während er sich im Schlaf kratzte, summte sie ein Schlaflied und stützte mit einem Arm das Baby an der Brust, während sie in der anderen Hand die Abhandlung „Von der paläolithischen Grundlage der feministischen Utopie“ oder „Die Grundsätze der matriarchalischen Geometrie“ hielt.

Vorhang.

O Himmel, was für Trottel doch alle Männer waren! Wie konnten sie sich von diesen Zauberinnen täuschen lassen, die sich schüchtern und klug unterwarfen und Analphabetismus simulierten?

„Sokrates. Können Sie mir sagen, wer er war?“ Bei Lady Doktor Brains Frage schossen 30 Hände in die Luft.

„Sokrates ein berühmter griechischer Philosoph? Nein, nein, kein Philosoph! Sokrates war nur der doofe Ehemann, der Papagei der großen Philosophin Xanthippe!“

Staunen. Xanthippe?

Xanthippes Nachbarinnen waren ebenfalls Philosophinnen. Am Morgen diskutierten sie unter dem Vorwand, die Treppe zu kehren, mit ruhiger Ironie über die Immanenz des Seins, über den angeborenen Sinn für Ästhetik der Tulipan-Großmütter und über die moralische Abweichung des männlichen Tieres auf zwei Beinen. Ihre Männer dagegen waren nichts als zynische Epikureer, betrunkene Pepikuraner, bärtige Epipareker, peripatetische Paranoiker ...

Ein Kamikaze vom siebten Rang hob die Hand:

„Aber die Entdeckungen, die Erfindungen, ich meine, die ...“

„Du Affe! Entdeckungen und Erfindungen wurden von den Ehefrauen, Liebhaberinnen, Schwestern, Müttern und Töchtern ihren jeweiligen Affen eingeflüstert!“

NEWTON, EINSTEIN, EI DES KOLUMBUS

Es folgt eine weitere Szene aus der Sammlung „Exempla für die moralische und zivile Genesung der Kriegsgefangenen“ mit der Druckerlaubnis von Päpstin Lucretia.

„Liebster, warum gehst du nicht und pflückst ein paar Äpfel für den Strudel?“

„Hör auf mit diesen Äpfeln!“, beschwerte sich Herr Newton, der Dummkopf.

Er schleppte sich unter den Apfelbaum und statt sich auf das Gravitationsgesetz der Äpfel zu konzentrieren, warf er sich ins Gras, wo er sofort einschlief.

Seine Frau ließ also mithilfe einer Stange einen Apfel nach dem anderen auf seine Birne fallen, bis einer ihn an der Nase traf, sodass er endlich die Sterne sah.