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Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Weltreise. Er schildert auf seine Weise sichtbare und unsichtbare Erlebnisse in Singapur, Sydney, Noumea, Mare, Mystery Island, Lautoka, Pago Pago, Honolulu, Victoria, Vancouver, Washington Nationalpark, Cannon Beach, Portland und St. Helens National-park. In 40 Tagen werden 40.000 km von Ost nach West über Äquator und Datumsgrenze bewältigt. Höhepunkt ist die 26 tägige Überfahrt des Pazifik mit dem Passagierschiff Noordam. Für jeden Leser, ob er eine Weltreise plant oder eine solche hinter sich hat oder sich nur in Gedanken auf eine Weltreise begibt, ist das Buch ein Genuss.
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Weltreise in 40 Tagen
für Friedberta
„Wer gleichen Kurs hält, ist am Ende dort, wo er am Anfang war.“
Weltreise in 40 Tagen
Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Weltreise. Er schildert auf seine Weise sichtbare und unsichtbare Erlebnisse in Singapur, Sydney, Noumea, Mare, Mystery Island, Lautoka, Pago Pago, Honolulu, Victoria, Vancouver, Washington Nationalpark, Cannon Beach, Portland und St. Helens Nationalpark. In 40 Tagen werden 40.000 km von Ost nach West über Äquator und Datumsgrenze bewältigt. Höhepunkt ist die 26 tägige Überfahrt des Pazifik mit dem Passagierschiff Noordam. Für jeden Leser, ob er eine Weltreise plant oder eine solche hinter sich hat oder sich nur in Gedanken auf eine Weltreise begibt, ist das Buch ein Genuss.
Über den Autor
Friedbert Wittum ist Jurist, 1948 geboren, verheiratet, drei Kinder und wohnt in Obernkirchen.
Neben juristischer Literatur hat er folgende belletristische und poetische Bücher geschrieben:
1970 Der Herr mit den sieben Schlüsseln
1980 Spiritus Fausti
1981 Gedichte
1983 Autorenwerkstatt 3, Gedichte
1984 Haitabu
1989 Autorenwerkstatt 17, Gedichte
1992 Ein Blumenstrauß, Gedichte
1993 Der Maler Friedbert Wittum
1994 Das Geschlecht der Alther von St. Gallen
1995 Reisezeit, Gedichte
1996 Entropie
2004 Der Schatz der Erde
2009 Zeus und seine Geliebten
Inhalt
Kapitel 1 Von Obernkirchen nach Frankfurt
Kapitel 2 Von Frankfurt nach Singapur
Kapitel 3 Von Singapur nach Sydney
Kapitel 4 Von Sydney nach Neukaledonien
Kapitel 5 Von Neukaledonien nach Vanuatu
Kapitel 6 Von Vanuatu nach Fidschi
Kapitel 7 Von Fidschi zur Datumsgrenze
Kapitel 8 Von der Datumsgrenze nach Samoa
Kapitel 9 Von Samoa nach Honolulu
Kapitel 10 Von Honolulu nach Victoria
Kapitel 11 Von Victoria nach Vancouver
Kapitel 12 Von Vancouver nach Seaside
Kapitel 13 Von Seaside nach Portland
Kapitel 14 Von Portland nach Frankfurt
Kapitel 15 Von Frankfurt nach Obernkirchen
Ich wohne in einer Kleinstadt zwischen Hannover und Minden. Obernkirchen. Die Stadt ist der Nabel der Welt. Es gibt 150 Millionen Jahre alte Dinosaurierspuren, Obernkirchener Sandstein, Kohle, Glas, die Marienkirche und ein beheiztes Freibad.
Foto 1: Obernkirchen - Marktplatzbrunnen
Die Schaumburger Märchensänger singen dort und Dr. Oetker hat hier das Puddingpulver erfunden. Die Bückeberge grüßen die Nordsee. Alles ist ruhig und gemächlich. Außerhalb der Stadt wird platt gesprochen. Das Wetter ist meist schön und die Leute werden uralt.
Bevor auch ich uralt werde, machte ich mit meiner Frau Brigitte eine Weltreise. Da dies in Obernkirchen selten vorkommt, stand die Blaskapelle am Bahnhof der historischen Dampfeisenbahn und winkte und spielte: „Wo die Weser einen großen Bogen macht“. Dann kam die Dampfmaschine und trug zwei Menschen und sechs Koffer in die weite Ferne.
Foto 2: Obernkirchen Bahnhof - Dampfeisenbahn „Else"
Das erste Ziel war Stadthagen. Dieser Verwaltungssitz von Schaumburg darf nicht mit Hagen in Westfalen verwechselt werden. Stadthagen war der Bahnhof von Wilhelm Busch. Dort dichtete er die weltberühmten Verse: „Zug zu fahren ist nicht schwer, wenn die Wagen völlig leer“. Statt Wilhelm Busch stand der Stadthauptmann von Stadthagen am Bahngleis, um uns abzuholen.
Er wollte uns mit dem Auto, wegen des vielen Gepäcks nach Hannover zum Flughafen fahren. Der Stadthauptmann, ein berühmter Schlachtschwertträger, ist der Schwiegersohn meiner Frau Brigitte. Er ist stark und ich bin schwach, darum durfte er drei, meine Frau zwei, und ich einen Koffer tragen. Mit seinem schnellen Wagen waren wir in einer halben Stunde bereits beim Einchecken. Der Schwiegersohn winkte, Küsschen, Küsschen und verschwand. Meine Frau merkte plötzlich, dass der rote Koffer fehlte. Sie telefonierte mit dem Stadthauptmann. Die Flughafenansage bat Herrn und Frau Wittum dringend an Bord zu gehen. Es erschien der Schwiegersohn, ohne Koffer. Dann verschwand er wieder. Diesmal ohne Küsschen. Das Flugzeug hob ab. Da sagte Brigitte zu mir: „Was hast Du mit dem roten Koffer gemacht!?!“ Dann folgte bis Frankfurt eisiges Schweigen. Um 22 Uhr sollte es mit der Lufthansa weiter nach Singapur gehen. In der Wartehalle stand ein roter Koffer. Dahinter meine Tochter Ketti, ohne den Stadthauptmann. Sie lächelte. „Viel Spaß auf der Weltreise“, flüsterte sie noch. Dann war sie weg. Es war Freitag der 1.4.2016 und wir hatten 300 km geschafft.
Im Flieger geht es zu wie im Krankenhaus. Man wird auf einen Stuhl geschnallt, gefüttert, bekommt einen Schlürschluck, wird flachgelegt und zugedeckt. Dann ging das Licht aus. Als ich aufwachte, war ich in Singapur. Nun waren schon 10.300 km geschafft und davon 12 Stunden im Schlaf. Die Ankunftszeit war 16 Uhr Ortszeit.
Sechs Koffer und zwei Weltreisende passen nicht in ein Taxi. Also kamen die sechs Koffer in ein Taxi und wir fuhren mit dem South West Train hinterher. Das Taxi kostete 30 Singapur Dollar, der Zug fünf Singapur Dollar, etwa 3,50 Euro. Im Hotel Mandarin, Orchard Road, standen schon alle Koffer im Zimmer auf dem 22. Stock. Die Nacht kostete 150 Euro. Ich durfte die Koffer öffnen, dann wurden die Kleider gelüftet und Handys und Tablets mit Strom versorgt, Emails und WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht. Nur der rote Koffer wollte nicht aufgehen. Sapperlot. Unser Koffercode, 9596, klappte nicht. Meine liebe Frau Brigitte störte mich noch mit der Frage: „Wie ist noch gleich die Vorwahl von Deutschland?“ Das weiß sie ganz genau, sie fragte bloß, um mich zu provozieren. Und sie setzte nach: „Wo ist der rote Koffer?“ Um nicht zu streiten sagte ich: „0049“ und tippte gedankenverloren die Zahl ein. Der Koffer sprang auf. „Hier mein Liebling“, höre ich mich noch sagen, „da ist der Koffer.“ Warum sie mich minutenlang den falschen Code eintippen ließ, wissen die Götter. Ein Schrei von ihr ließ mich hochfahren. „Schau rein“, rief sie empört, „Was siehst Du?“ Dem Schrei nach, musste wenigstens eine Leiche im Koffer liegen. Gutmütig stand ich auf und guckte rein. Ich war enttäuscht, aber auch fasziniert: Keine Leiche. Statt dessen High Heels und knackige Dessous. Dazu diverse Parfüms. „Das ist der falsche Koffer“, sagte Brigitte resolut. „Bring ihn zurück. Ich will meinen Koffer.“ Nachdem sie sich beruhigt hatte, skypte sie ausführlich mit meiner Tochter Ketti und dem Stadthauptmann. In Deutschland war es gerade 13 Uhr. Der Kontakt zeigte keinen Erfolg. Die beiden beharrten darauf, dass meine Tochter den richtigen Koffer nach Frankfurt gebracht hatte. Schuld hatte nun der Taxifahrer.
Foto 3: Singapur - Hotel „Marina Bay Sands“
Am nächsten Tag besuchte uns unser Sohn Reimer. Dieser wohnt gleich um die Ecke, bei Peking in Shenyang. Er kam zum Frühstück. Dann ging es zu Dritt auf Sightseeingtour: Shopping in der Orchard Road, Wanderung um die Marina Bay, wo viele Kunstobjekte, auch der Merlion, stehen, und Wolkenkratzer bestaunen.
Foto 4: Singapur - Merlion
Weiter ging es zu einem tropischen Urwald in der Stadt. Der Weg führte vom Hort Park zum Mount Faber. Hier war der linke Fuß meiner Frau so erschöpft, dass er drei Tage lang nur humpelnd mit sich gehen ließ. Abends ist der South Marina Park ein Muss. Hier stehen Kunstbäume, die den Himmel und die Besucher verzaubern.
Foto 5: Singapur - South Marina Park Kunstbäume
Um Mitternacht wanderte der Kalender vom 3.4. auf den 4.4.2016. Wir waren im Marina Bay Sands Hotel angekommen. Ganz oben auf der Terrasse im 57. Stock feierten wir den Geburtstag von Brigitte. Singapur täuscht mit der phonetischen Nachsilbe poor, über das, was sie wahrlich nicht ist: arm. Ihr gebührt der Name Singarich. Der Präsident der Republik wacht über den Wohlstand. Hier ein Beispiel: In der Orchard Road machen tausende von Vögeln einen Heidenlärm. In der Hotelbar im Mandarin Hotel traf ich auf einen Deutschen mit wettergegerbtem Gesicht und Dreitagebart. Er stellte sich als Ernst Goll vor. Er sei Wengerthiater, also Rebenbeschützer. Mittels einer Rätsche und einer Schreckschusspistole vertreibe er die Vögel. Die würden sonst die Touristen erschrecken. Der Präsident von Singapur sei mit vielen Leuten bei ihm in Knittlingen gewesen auf dem Besen, also in einer Weinausschänke. Er habe ihn vom Fleck weg engagiert und nun vertreibe er die Vögel mit seiner Rätsche und der Schreckschusspistole aus den Bäumen in der Orchard Road. Kost und Logis frei sowie 10.000 Singapur Dollar monatlich ließe sich der Präsident diesen Spaß kosten. Au weia, da wurde ich aber blass. Da hat man jahrelang studiert und ein Wengerthiater verdient mehr als mancher Akademiker. Mit diesen Gedanken schlief ich ein.
Mehrere Schüsse schreckten mich aus dem Schlaf. Der Wengerthiater, dachte ich. Ich schaute auf die Uhr: sieben Uhr. Meine liebe Gattin schlief den Schlaf der Gerechten. Um 9 Uhr ging das Flugzeug. Mein Sohn erschien, er musste zurück nach China. Da er allein mit dem Taxi fuhr, nahm er von uns den roten Koffer mit. Wir fuhren später mit den restlichen Koffern zum Flughafen und waren tatsächlich kurz vor 9 Uhr im Flieger. Diesmal ging es mit der Singapur Airline nach Sydney. Eine tolle Fluggesellschaft sagen alle. Als wir Weltreisenden nun zwei Stunden im Flugzeug saßen und sich gar nichts rührte, kamen Zweifel auf. Endlich durften wir das Flugzeug verlassen und wurden mit einem Bus zum Hotel Mandarin in der Orchard Road zurückgebracht. Dieses hatten wir in aller Eile vor drei Stunden verlassen. Im Changi Flughafen sei Bombenalarm, sagte mir der Hotelportier, er sei völlig geräumt worden. Es wundert mich sehr, dass in einer Präsidialrepublik, wie Singapur ein Bombenalarm zugelassen wird. Ein hiesiger Geschäftsmann versicherte mir an der Bar, dass dies noch nie vorgekommen sei.
