Wer bist du, Schöne? - Friederike von Buchner - E-Book

Wer bist du, Schöne? E-Book

Friederike von Buchner

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Beschreibung

Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann.

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Toni der Hüttenwirt Extra – 75 –Wer bist du, Schöne?

Aufregungen und Überraschungen auf der Alm

Friederike von Buchner

Toni hielt vor seinem Elternhaus. Es war früher Abend. Er kam aus Kirchwalden vom Einkaufen zurück. Er nahm eine Einkaufstüte aus dem Kofferraum und ging ins Haus.

Über den Wintergarten betrat er die Küche.

Seine Eltern saßen am Küchentisch und aßen.

Es war der wöchentliche Ruhetag der Wirtschaft ‘Zum Baumberger’. Sie hatten auch keine Pensionsgäste. So genossen sie die Ruhe.

»Grüß Gott zusammen!«, rief Toni, als er eintrat.

Seine Eltern strahlten.

»Grüß Gott, setz dich, Toni! Magst du mitessen?«

»Nein, danke!«, antwortete Toni. »Ich war am späten Nachmittag mit Leo von der Bergwacht im Biergarten. Wir hatten uns schon länger nicht mehr so richtig unterhalten können. Nun ja, das ist im Sommer so. Da haben wir beide viel zu tun. Wir sehen uns zwar, wenn er mit dem Hubschrauber die Bierfässer auf die Berghütte bringt. Aber dann ist auch meistens keine Zeit. Er muss ständig weiterfliegen. Es ist immer nur eine kurze Zwischenlandung.«

Er stellte die Einkaufstasche ab, goss sich Kaffee ein und setzte sich dazu.

»Meta, Ich habe alles bekommen, was du aus Kirchwalden hast haben wollen. Es ist alles in der Tasche.«

»Danke, Toni! Das erspart uns einen Weg nach Kirchwalden, und wir müssen unsere kostbare Zeit am freien Tag nicht opfern«, sagte Meta.

Sie sah ihn an und bemerkte:

»Du bist so nachdenklich, Toni.«

Toni lächelte.

»Es ist alles in Ordnung. Ich habe nur darüber nachgedacht, was Leo mir erzählt hat. Ich kann aber nicht darüber sprechen, denn ich habe Leo mein Wort gegeben.«

»Oh, dann muss es etwas Dienstliches sein, was ihm Kopfweh bereitet«, sagte Xaver. »Auch bei den Kameraden der Bergwacht gibt es sicher mal Unstimmigkeiten. Das gibt es überall dort, wo Menschen zusammenarbeiten. Die Bergwacht hat wenig Festangestellte. Das macht Leos Arbeit bestimmt nicht einfach. Wahrscheinlich ist er oft in Sorge, ob die Freiwilligen zum eingeplanten Einsatztermin erscheinen.«

»Ja, das war auch ein Thema«, murmelte Toni.

Seine Eltern warfen sich Blicke zu und stellten keine Fragen mehr.

Toni schaute auf die Uhr.

»Ich muss los. Ich will noch bei Wendy auf der Ziegenalm halten«, erklärte Toni. »Ich habe Geschenke für die Zwillinge gekauft. Wendy hatte mir schon vor Tagen gesagt, dass sie es für gut fände, wenn ich die beiden ein bisserl verwöhne. Sie sind nämlich eifersüchtig auf den Franz. Sie hätten gesagt, ich würde sie sicher weniger liebhaben. Wendy kommt oft mit ihnen hinauf auf die Berghütte. Natürlich dreht sich im Augenblick alles um dem kleinen Franz.«

»Ich wollte dich gerade fragen, wie es dem kleinen Franz und seiner Mutter geht«, sagte Tonis Mutter.

»Meta, Sophie ist eine wunderbare Mutter. Sie hat sich binnen zwei Tagen von der Geburt erholt. Sie trägt Franz den ganzen Tag mit sich herum in einem Tragetuch. Dem kleinen Buben scheint das gut zu bekommen. Er weint kaum. Eigentlich nur, wenn die Windeln gewechselt werden müssen. Er trinkt und schläft viel.«

»Wie lange wollen Sebastian und Sophie mit dem Kindl noch auf der Berghütte bleiben?«, fragte Tonis Vater.

»Sicherlich nicht mehr lange. Sophie wird in Waldkogel bleiben, und Sebastian nach München zur Arbeit pendeln. Ich denke, er freut sich auf die Arbeit. Peter vertritt ihn gut. Außerdem ist der alte Gerber zu Besuch, der ehemalige Besitzer aus der Schweiz «, antwortete Toni.

Er trank seinen Kaffee aus und verabschiedete sich von seinen Eltern.

Sie brachten ihn zum Auto. Meta gab ihm noch einen Korb mit frischem Gemüse und Beeren aus dem Garten mit. Ein zweiter großer Korb war für die Berghütte bestimmt.

Toni wendete und fuhr den Milchpfad hinauf. Seine Eltern winkten.

Toni parkte auf dem Milchpfad. Er ging den kurzen Fußweg entlang, der etwas den Hang hinunterführte. Hinter der Ziegenalmhütte hing Wendy Wäsche auf.

Sie begrüßten sich herzlich.

»Ich bin gleich fertig, nur noch die paar Wäschestücke. Ich wollte sie schon früher aufhängen, aber ich lernte eine Wanderin kennen. Sie fragte nach dem Weg hinauf zur Berghütte. Wir kamen ins Plaudern und ich lud sie zum Kaffee ein. Ich genoss es, mich einmal ungestört mit jemanden zu unterhalten. Die Zwillinge sind mit Henk nach München gefahren.«

»Dann hattest du einen ruhigeren Tag.«

»Das stimmt. Ich habe ihn genossen«, antwortete Wendy.

Toni blieb bei ihr stehen, bis sie das letzte Wäschestück aufgehängt hatte.

Sie ließ den Wäschekorb stehen und legte den Klammerbeutel hinein. Dann fuhr sie noch einmal mit der Hand über die Wäschestücke.

»Bis es dunkel wird, werden sie trocken sein«, murmelte Wendy. »Lass uns reingehen!«

Toni folgte ihr in die große Wohnküche. Dort stellte er den Korb mit dem frischen Gemüse ab. Wendy freute sich und räumte ihn sofort aus.

»Setz dich! Magst du einen Kaffee? In der Thermoskanne ist noch ein Rest. Für eine Tasse wird es reichen.«

»Nein, danke, Wendy! Ich nehme aber gern einen Saft.«

Toni nahm zwei Päckchen in Geschenkpapier aus seinem Rucksack. »Hier, das ist für die Zwillinge«, sagte er.

»Danke, ich lege deine Geschenke zur Seite. Du kannst es ihnen bei deinem nächsten Besuch geben«, sagte Wendy.

Wendy holte Saft und schenkte Toni ein.

Sie selbst nahm einen Kaffee.

Sie trank einen Schluck und sah Toni ernst an.

»Gut, dass wir allein sind, Toni. Ich möchte zu einem bestimmten Thema gern deine Meinung wissen. Wenn die Kinder da sind, kann man sich nicht richtig unterhalten.«

Toni lachte.

»Das stimmt, die beiden mischen sich in alles ein. Sie stellen viele Fragen und tun lautstark ihre Ansicht kund.«

»Das ist wohl so in dem Alter Toni. Ich muss mal Ole fragen, ob ich auch so war«, murmelte Wendy.

Sie sahen sich an. Beide erinnerten sich, dass das Schicksal sich zwischen sie gestellt hatte. Über zwanzig Jahre waren vergangen, bevor Wendy ihren leiblichen Vater gefunden hatte und sie sich endlich in die Arme nehmen konnte. Ole, der Mann ihrer Mutter, hatte die Rolle wie ein liebender Vater ausgefüllt und noch heute verband sie viel. Manchmal dachte Wendy, dass sie es nicht schlecht getroffen hatte mit ihren beiden Papas. Ole und Toni waren inzwischen engbefreundet und verstanden sich gut.

»Ole kann dir bestimmt etwas sagen«, sagte Toni.

Er trank einen Schluck Saft.

»Also, über was wolltest du mit mir sprechen?«

»Über diese junge Wanderin, mit der ich einen schönen Nachmittag verbracht habe. Sie war schon mehrmals in Norwegen in Urlaub und so hatten wir viel Gesprächsstoff. Sie heißt Heidrun Giller und wird Heddy gerufen. Sie ist achtzehn Jahre alt und hat gerade Abitur gemacht. Sie arbeitete eine Weile hier im Kloster und machte ein pädagogisches Praktikum. Sie will Erzieherin werden. Sie half die Schüler des Internats zu betreuen, die während der Sommerferien dortblieben.«

»Das war eine gründliche Einleitung, Wendy. Ich denke, dass jetzt deine eigentliche Frage kommt.«

»Ja, Toni. Also glaubst du an Doppelgänger, in dem Fall Doppelgängerinnen? Okay, erst dachte ich, Chris käme den Weg herauf. Doch dann erkannte ich, dass sie es nicht war. Heddy ist viel jünger als Chris. Aber sie gleicht ihr wie ein Ei dem anderen. Ich bin richtig erschrocken. Das gibt es doch nicht, dachte ich. Also, meinst du, es gibt diese Laune der Natur, dass sich zwei Menschen so ähnlichsehen?«

Toni runzelte die Stirn. Er trank noch einen Schluck Saft, bevor er antwortete.

»Wendy, was soll ich dazu sagen? Sicherlich könnte es große Ähnlichkeiten zwischen Menschen geben, die nicht eng miteinander verwandt sind. Es gibt Leute, die verdienen damit ihr Geld, dass sie irgendeinem Prominenten ähnlichsehen. Davon liest man immer wieder. Meta liest gern die bunten Blätter. Sie erzählte mir schon öfters davon.«

Toni lachte und sagte:

»Deine Großmutter meinte, sie würde gern einem Promi ähnlichsehen. Das sei dann leichtverdientes Geld. Jeder Mensch hat eine lange Ahnenreihe.«

»Du hast recht«, sagte Wendy. »Aber seltsam ist es schon. Nun ja, Heidrun oder Heddy, wie sie gerufen wird, wird schon oben auf der Berghütte sein. Schau sie dir an! Du wirst verblüfft sein.«

Toni lachte laut.

»Es wird sich nicht umgehen lassen, dass ich mit ihr bekannt werde, wenn sie Hüttengast ist«, sagte Toni. »Klar, dass du verwundert bist, Wendy. Mache dir nicht so viele Gedanken!«

»Du hast recht, Toni.«

»Hast du sie auf die Ähnlichkeit angesprochen?«, fragte Toni.

»Ja, das habe ich«, antwortete Wendy. »Heddy hat nur gelacht. Sie sagte mir, dass sie das schon öfters gesagt bekam. Sie maß dem aber keine Bedeutung zu.«

Toni schaute auf die Uhr.

»Ich muss gehen. Danke für den Saft. Grüße Henk und die Zwillinge von mir!«

»Ach, da fällt mir etwas ein. Ich nehme an, du weißt es noch nicht. Sebastian und Sophie sind wieder unten im Dorf. Sophie rief mich an. Peter hat sich den Fuß verstaucht, vielleicht sogar angebrochen. Er muss morgen in die Klinik. Deshalb ist Sebastian sofort nach München gefahren. Sophie hat sich entschlossen, heimzufahren. Alois und Addi haben ihr geholfen, alle Sachen ins Tal zu bringen. Sie werden noch dort sein.«

»Nein, das wusste ich nicht. Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich vorbeigefahren. Nun ja, ich werde Sophie anrufen und sie morgen besuchen. Oder Anna kann sie besuchen und ich halte die Stellung auf der Berghütte.«

»Lass Anna gehen! Sie wird den kleinen Frank bestimmt vermissen«, lächelte Wendy. »Ich habe mit Anna telefoniert. Sie sagte, sie freut sich auf den Winter, wenn ihr im Tal seid. Dann könnte sie Frank so oft sehen, wie sie will.«

Toni lächelte.

»Ich freue mich ebenso«, sagte er leise.

Er trank seinen Saft aus, verabschiedete sich von Wendy und ging.

*

Anna stand in der Küche am Herd, als Toni hereinkam. Sie lächelten sich an. Toni stellte den Rucksack auf einen Stuhl. Er umarmte sie und gab ihr einen Kuss.

»Sophie ist mit Frank ins Tal«, sagte sie. »Sebastian musste nach München ins Hotel. Peter, der ihn vertrat, hatte einen Unfall.«

»Ich weiß, ich war kurz bei Wendy. Es wird einige Tage dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben, wieder allein zu sein.«

»Oh ja, Toni, das wird es. Ich vermisse Sophie und Sebastian und natürlich den kleinen Frank. Er ist so herzig.«

Toni schloss Anna noch einmal in die Arme.

»Ja, das ist er, unser Berghüttenbub«, sagte Toni.

Seine Stimme war erfüllt von Liebe.

Anna legte den Kopf an Tonis Schulter. Er streichelte ihr über das Haar.

»Bald ist der Sommer vorbei und ab dem Spätherbst sind wir wieder im Tal. Dann kannst du den kleinen Baumberger-Buben jeden Tag sehen und ihn herzen. Morgen nimmst du dir frei und besuchst ihn im Tal. Sophie soll ihn in den ­Kinderwagen packen. Dann macht ihr eine lange Ausfahrt durch Waldkogel. Du zeigst jedem deinen Enkel«, flüsterte Toni ihr ins Ohr.

»Gute Idee«, sagte Anna.

Sie fragte, ob Toni alles bekommen habe, was auf ihrer Einkaufsliste stand.

»Ja, es ist alles im Rucksack. Pack aus! Ich ziehe mich schnell um und helfe dir dann. Sind noch viele Tagesgäste auf der Terrasse?«

»Ja, aber es sind geduldige, angenehme Gäste«, antwortete Anna.

»Und was gibt es sonst so Neues?«, fragte Toni.

»Interessantes, sehr Interessantes, Toni. Aber dazu ist jetzt keine Zeit. Wir reden heute Abend darüber«, antwortete Anna.

Sie machte weiter und richtete eine Brotzeit her.

Toni ging sich umziehen. Es dauerte nicht lange. Er zapfte Bier und servierte auf der Terrasse.

Stunden später saßen Toni und Anna in der Küche zusammen. Im Wirtsraum spielte noch eine kleine Gruppe Skat.

Anna hatte die Tür zum Wirtsraum bis auf einen schmalen Spalt geschlossen.

»So, jetzt können wir reden, Toni«, sagte Anna. »Wir haben ein Madl als Gast auf der Berghütte, das mich sehr verwundert hat. Sie heißt Heidrun Giller. Sie ist letzte Woche volljährig geworden. Sie ist ein herziges Madl. Es ist nur so, dass ihr Aussehen mich verwirrt. Heddy, wie sie gerufen wird, sieht unserer Chris hier in Waldkogel sehr, sehr, sehr ähnlich. Sie ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Heddy hat die gleichen großen rehbraunen Augen wie Chris. Die Gesichtszüge sind … kurz, sie sieht genau wie Chris aus … nur eben jünger.«

Toni nickte. Er trank einen Schluck Bier.

»Anna, das ist Wendy auch aufgefallen, als sich das Madl bei ihr nach dem Weg hier herauf erkundigte. Und vorher hatte mir schon Leo davon erzählt. Er kennt Heidrun. Sie war letzte Woche mit den Kindern bei der Bergwacht. Das war im Rahmen des Ferienprogramms für die Internatsschüler, die während der Sommerferien nicht zu ihren Eltern konnten. Leo war sehr erstaunt. Heddy macht ein Praktikum im Internat. Sie will Erzieherin werden. Wo ist sie jetzt?«

»Sie schläft wohl. Sie bezog gleich ihre Kammer. Letzte Nacht sei sie nicht ins Bett gekommen. Sie wollte wissen, ab wann es morgens Frühstück gibt. Ich nehme an, wir sehen sie heute nicht mehr«, antwortete Anna.

Toni rieb sich das Kinn.

»Anna, wie denkst du über Doppelgänger?«

Anna zuckte mit den Schultern. Sie nippte an ihrem Tee.

»Ich habe nie über das Thema nachgedacht. Warum sollte ich auch? Ich hatte noch nie ein solches Erlebnis. Natürlich habe ich Leute gesehen, die eine vage Ähnlichkeit mit jemandem hatten, den ich kannte. Aber mit Heddy ist das anders. Warten wir es ab! Vielleicht ist sie mit Chris über sieben Ecken verwandt? Vielleicht schlägt die Natur über Generationen Kapriolen? Der Stammbaum eines Menschen ist verzweigt. Ich erinnere mich gerade an den Text von Carl Zuckmayer über die Kelten am Rhein«, antwortete Anna.

»Stimmt! Vielleicht sind bei Heddy verschiedene, weitauseinanderliegende Verwandtschaftsbeziehungen aufeinandergetroffen und haben diese Ähnlichkeit hervorgebracht«, sagte Toni nachdenklich.

Anna schaute ihn an.

»Toni, ich kenne dich gut. Dir geht eine andere Möglichkeit durch den Kopf. Gib es zu!«

»Anna, es ist besser, wir sprechen es nicht aus.«

»Das denke ich auch. Es gibt sicher genug Getratsche, Toni.«

»Stimmt.«

Toni nippte an seinem Bier.

»Wie lange will Heddy auf der Berghütte bleiben?«

»Sie weiß es noch nicht genau. Sie plant, ungefähr zwei Wochen zu bleiben. Ich habe ihr die Kammer für diese Zeit zugesagt.«

»Gut, dass wir eine Absage hatten«, murmelte Toni. »Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir diese Ähnlichkeit gegenüber Heddy nicht ansprechen sollten.«

Anna lächelte.

»Wenn dir dein Bauchgefühl das sagt, dann ist es richtig. Mir sagt es mein Kopf. Lassen wir die Sache einfach auf sich beruhen, Toni.«

»Das werden wir.«

Sie sahen sich an. Doch weder Toni noch Anna konnten die Gedanken um Heddys Ähnlichkeit mit Chris verdrängen.

»In der Zeit von Heddys Aufenthalt werden wir sie vielleicht näher kennenlernen. Ich gebe zu, ich bin schon neugierig, wer ihre Eltern sind. Mich interessiert die Frage, ob Heddy nicht doch irgendwo eine Verbindung zu unserer tüchtigen und allzeit geschätzten Polizistin hat. Aber ich werde mich zurückhalten.«

Anna grinste.

»Du glaubst im Ernst, das kannst du? Mei, das wird dir schwerfallen.«

»Mmm, das gebe ich zu. Aber mein Bauchgefühl warnt mich auch, vorsichtig zu sein. Genauer gesagt, es schrillen die Alarmglocken.«

»Na, das ist doch übertrieben.«