Wer war Jesus? - Gerd Lüdemann - E-Book

Wer war Jesus? E-Book

Gerd Lüdemann

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Beschreibung

Der kritische Theologe Gerd Lüdemann hat wegweisende Forschungsergebnisse über das Neue Testament vorgelegt. Sein neues Buch nun ist nicht der Forschung gewidmet. Die kurzen, gut zugänglichen Interventionen in 'Wer war Jesus??' behandeln Themen von der Ausbildung des biblischen Monotheismus bis hin zum Verhältnis von Glaube und Wissen. Dabei fügen sich die Texte wie einzelne Mosaiksteine zu einem Gesamtbild der ältesten Kirche zusammen. Alle Texte kreisen um die Frage nach dem historischen Jesus. Angesichts der kirchlichen Verfälschung des Jesusbildes hat diese Frage politische Implikationen, denn die Kirchen gründen ihre Machtansprüche bis heute auf einen mythischen Jesus, der mit dem historischen Jesus nichts zu tun hat.

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Informationen zum Buch

Die Frage nach dem historischen Jesus hat nicht nur theologische Konsequenzen, sondern auch politische. In knappen Interventionen geht Gerd Lüdemann dieser Dimension seines Wissensgebiets nach.

Informationen zum Autor

Gerd Lüdemann, Jahrgang 1946, ist Professor für Geschichte und Literatur des frühen Christentums an der Universität Göttingen. Er leitet die Abteilung "Frühchristliche Studien" am Institut für Spezialforschungen sowie das Archiv "Religionsgeschichtliche Schule" der Theologischen Fakultät Göttingen.Ihm wurde als ausgewiesenem Neutestamentler die Bezeichnung seines Lehrstuhls als Lehrstuhl für Neues Testament vom Präsidenten der Universität Göttingen als Folge der Beanstandung seiner Lehre durch die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verboten, weil er sich in seinen Veröffentlichungen und in seiner wissenschaftlichen Arbeit kritisch mit Fragen des evangelischen Bekenntnisses auseinandergesetzt hat und die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit den evangelischen Kirchen in Niedersachsen und der Leitung der Universität Göttingen nicht genehm sind.

Gerd Lüdemann

Wer war Jesus?

Theologisch-politische Interventionen

Impressum

© 2011 zu Klampen Verlag • Röse 21 • D-31832 Springe [email protected] • www.zuklampen.de Titelgestaltung: »In Zeiten wie diesen« – Büro für Kommunikation, Konzept & Kreation, Hannover Konvertierung: Konvertierung Koch, Neff & Volckmar GmbH, KN digital – die digitale Verlagsauslieferung, Stuttgart

ISBN 978-3-86674-119-5

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in und Verarbeitung durch elektronische Systeme.

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.

Inhaltsübersicht

Vorwort

DER GOTT DES ALTEN TESTAMENTS

1. Gott wurde spät erfunden

2. Schwelgen in Ausrottungsphantasien

3. Intolerantes Evangelium

JESUS

4. Wer war Jesus?

5. Als Johannes der Täufer Karriere machte

6. Jede Zeit malte ihr Bild von Jesus

AUFERSTEHUNG

7. Das Grab des Gekreuzigten war nicht leer

8. Die Legende vom heiligen Grab

CHRISTLICHE JUDENFEINDSCHAFT

9. Wer war schuld am Tode Jesu?

10. Das falsche Feindbild von Judas, dem Verräter

11. Pius-Bruderschaft – Keine Zukunft mehr

PAULUS

12. Das Fundament der Kirche war nicht nur männlich

13. Der Gründer des Christentums

LUTHER UND CALVIN

14. Aus dem christologischen Tollhaus befreit

15. Eifern um Gottes Ehre

DER PAPST ALS BIBELAUSLEGER

16. Papst Benedikts Jesus-Buch: »Eine peinliche Entgleisung«

17. Jesus von Nazareth aus der Sicht des Papstes

18. Wider die Mariendogmen

19. Liebe den Gleichgesinnten wie dich selbst

DIE KIRCHEN HEUTE

20. Gott muss Werte erst erlernen

21. Gemeinschaft von Thron und Altar

22. Zwischen Dogma und Wirrwarr

23. Wie viel Zweifel ist erlaubt?

THEOLOGISCHE FAKULTÄTEN

24. Ketten des Dogmas

25. Muss ein Theologieprofessor gläubig sein?

VERSCHIEDENES

26. Der Schmerzensmann

27. Beten nach dem Tode Gottes

28. Glaube und Wissen

VORWORT

Im vorliegenden Band lege ich eine Auswahl von Essays vor, von denen die meisten in deutschen Tages- und Wochenzeitungen erschienen sind. Die Essays behandeln die Bibel und ihre Wirkungsgeschichte, das frühe Christentum und heutige kirchlich-theologische Praxis, das Verhältnis von Glaube und Geschichte. An wenigen Stellen habe ich sie leicht überarbeitet, gelegentliche Überschneidungen indes nicht künstlich ausgeglichen.

Die meisten Texte kreisen um die Frage nach Jesus von Nazareth. Diese Frage hat nicht nur theologische Konsequenzen, sondern auch politische, denn die Kirchen gründen ihre Machtansprüche bis heute auf einen mythischen Jesus, der mit dem historischen Jesus nichts zu tun hat.

Die Gelegenheit, wissenschaftliche Probleme, die mein Spezialgebiet betreffen, vor einem großen Publikum literarisch bearbeiten zu dürfen, ist für mich immer eine große Herausforderung. Ich muss auf zumeist knappem, vorgegebenem Raum präzise formulieren, meine größeren wissenschaftlichen Werke ziehen daraus auch Nutzen.

Charakter und Entstehungsgeschichte der vorgelegten Beiträge bringen es mit sich, dass jeder einzelne kurz, aber für sich verständlich ist. Dies hat den Vorteil, dass der Leser einen raschen Zugang zum Gesamtthema gewinnen kann.

Göttingen, im Januar 2011

DER GOTT DES ALTEN TESTAMENTS

1. Gott wurde spät erfunden1

Das Christentum versteht sich seit alters als eine Religion, die auf den Geschichtstaten Gottes ruht, von denen im Alten und im Neuen Testament die Rede ist. In den Satz »Gott hat Israel aus Ägypten geführt und Jesus Christus von den Toten erweckt« konnten bisher die meisten Theologen einstimmen. Nun war die Auferstehung Jesu schon immer Gegenstand der Kritik auch in der Öffentlichkeit, während der Auszug Israels aus Ägypten davon verschont blieb. Doch gerade am Exodus und dem mit ihm verbundenen Thema des vorstaatlichen Israel hat sich, fast unbemerkt, eine wissenschaftliche Revolution vollzogen.

Die historisch-kritische Erforschung des Alten Testaments ist älter als 200 Jahre. Sie führte zu einer Durchforstung aller alttestamentlichen Bücher. Forscher gewannen unter anderem die bis heute verlässliche quellenkritische Erkenntnis, dass am Anfang der Bibel zwei verschiedene Schöpfungsberichte vorliegen. Dennoch hielten sich die Gelehrten an einem Punkt meistens mit der Quellenkritik zurück: Sie sahen in den ersten Büchern der Heiligen Schrift das ideale Bild von Israel, das der Gott Jahwe zu seinem Volk gemacht hat, im Kern als glaubwürdig an.

Israel in Ägypten, Moses Rolle bei dem Empfang der Zehn Gebote und die Einnahme des Gelobten Landes blieben so, bei aller Kritik im Einzelnen, historisch unangetastet. Das Blatt wendete sich aber, als man erkannte: Das in der Bibel entworfene Bild des vorstaatlichen Israel (vor 1000 v. Chr.) entspringt theologischen Fiktionen aus der nachstaatlichen Zeit (ab dem 6. Jahrhundert v. Chr.).

Archäologische Forschungen im Verein mit subtilen textlichen Beobachtungen haben diesem Paradigmenwechsel schnell zum Erfolg verholfen. Erst jetzt wurde evident: Die älteste Erwähnung Israels auf der Sieges-Stele des Pharao Merenptah, die dieser im Jahre 1208 v. Chr. aufrichten ließ, ist ein starkes Argument gegen das bisher geltende biblische Geschichtsbild.

Da die Inschrift Israel nämlich als eine Gruppe von offenbar schon länger in Palästina ansässigen Menschen erwähnt, widerspricht sie dem alttestamentlichen Bild von dem in zwölf Stämmen vereinigten Israel, das nach biblischer Chronologie ungefähr zu derselben Zeit von außen in das Land Kanaan eingedrungen ist.

Überdies beziehen sich ägyptische Dokumente – die für die Zeit, da Israel in Ägypten gewesen sein soll (14. Jahrhundert v. Chr.), reichlich fließen – weder auf Israels Aufenthalt in und Flucht aus Ägypten noch auf Mose, der gemäß biblischer Darstellung Kontakt zum Pharaonischen Königshaus hatte. Aus all dem ergibt sich kurioserweise, dass die Israeliten ursprünglich selber Kanaanäer waren.

Die ältere Forschung meinte, eine Verehrung Jahwes habe es immer nur zusammen mit dem Ersten Gebot gegeben, das die Existenz anderer Götter zwar nicht bestreitet, aber die alleinige Verehrung Jahwes befiehlt. Indes herrscht mittlerweile Konsens: Weder der Exklusivitätsanspruch Jahwes noch gar die Behauptung, außer Jahwe gebe es überhaupt keine anderen Götter, stand am Anfang des Jahwe-Glaubens. Denn für das achte vorchristliche Jahrhundert haben Inschriften in Palästina einen toleranten Jahwe-Kult belegt. Diese erst in den letzten Jahrzehnten entdeckten Quellen erwähnen zahlreiche lokale Jahwe-Götter und belegen so das Phänomen eines Polyjahwismus. Sie nennen weiter das Götterpaar Jahwe und seine Gemahlin Aschera. Demnach war eine exklusive Jahwe-Verehrung im Sinne des biblischen Moses zu dieser Zeit in Israel und Juda noch unbekannt. Erst nach dem Untergang Judas im Jahre 587 v. Chr. ersannen findige theologische Köpfe das Erste Gebot im Zuge der Deutung des Volksgeschicks. Motto: Weil Israel fremden Göttern diente und nicht Jahwe allein, musste es zur Katastrophe kommen.

Spätestens hier entsteht für den christlichen Glauben ein Dilemma. Denn die Kirche betrachtet – weil sie sich als neues Israel auffasst – von Beginn an das im Alten Testament berichtete Handeln Jahwes an Israel als festen Bestandteil der Heilsgeschichte, die zu Jesus Christus führt.

Wenn jedoch der historische Rahmen der Geschichtsbücher des Alten Testaments fiktiv ist und es sich beim biblischen Israel, ja selbst bei dem exklusiven Gott Jahwe um theologische Konstrukte des nachstaatlichen Judentums handelt, dann sind die biblische Frühgeschichte Israels und damit die Vorgeschichte Jesu Christi vollständig entleert. Sie lösen sich in Nebel auf und mit ihnen auch die Auferstehung Jesu, denn das Zentraldatum christlichen Glaubens gilt in der Theologie inzwischen auch als unhistorisch.

Diese Erkenntnisse besiegeln nicht nur den Tod des alttestamentlichen Geschichtsgottes, sondern auch das Ende des Vaters Jesu Christi. Sie nehmen aber auch dem Islam, der sich als Reform der beiden anderen Religionen versteht, sein monotheistisches Fundament.

2. Schwelgen in Ausrottungsphantasien1

Über das Jahr 2006 haben die christlichen Kirchen als Losung ein Wort aus dem Buch Josua gestellt, Kapitel 1, Vers 5. Der Gott Jahwe verspricht dort Josua, dem Nachfolger Moses, vor dem Einzug in das gelobte Land Kanaan: »Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.«

Die Wahl dieses Spruchs als Jahreslosung lebt förmlich von der Nicht-Berücksichtigung seines biblischen Kontextes: der im Josuabuch von Gott befohlenen Vernichtung der Urbewohner Kanaans. Deren Anfang macht die Zerstörung Jerichos, beschrieben in Kapitel 6, Vers 21: »Sie vollstreckten den Bann aber an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Frau, jung und alt, Rindern, Schafen und Eseln.« Andere Städte unterliegen derselben gräulichen Maschinerie der Ausrottung. Bei diesen Säuberungsaktionen in Jericho sowie in anderen Städten Kanaans lässt Gott Josua nicht fallen und verlässt ihn nicht.

Der große französische Bibelkritiker Ernest Renan hat seinen Abscheu vor diesen »bluttriefenden Barbarensitten« vor gut einem Jahrhundert so ausgedrückt: »Die menschliche Grausamkeit nahm die Form eines Paktes mit der Göttlichkeit an. Man legte ein feierliches Gelöbnis ab, alles zu töten, und verbot damit sich selbst, der Vernunft oder dem Mitleid Folge zu leisten. Man weihte eine Stadt oder ein Land der Vernichtung und glaubte Gott zu beleidigen, wenn man den gräulichen Eid nicht hielt.«

Immerhin hat der Bann wenig mit Rache, Hass oder Plünderung zu tun. Er ist vielmehr eine rituelle Heiligmachung mit dem Ziel, der Gottheit als Spenderin des Lebens gefangene Menschen und Tiere als Opfergaben zurückzugeben. Wer wie später König Saul den Bann brach und sich an gesundem Vieh bereicherte, wurde daher unverzüglich bestraft.

Nun hat der Heilige Krieg so, wie ihn das Josuabuch beschreibt, niemals stattgefunden. Die neuere Forschung zeigt deutlich: Die biblische Erzählung über den Auszug aus Ägypten und die Eroberung Kanaans ist keine Wiedergabe des historischen Verlaufs. Ihre Verfasser sind vielmehr politisch machtlose Theologen, die im babylonischen Exil mehr als ein halbes Jahrtausend nach dem vermeintlichen Einzug ins Gelobte Land aus Eifer für Gott in Ausrottungsphantasien schwelgen.

Jedoch besteht das Problem für uns heute gar nicht darin, ob die Erzählungen Faktum oder Fiktion sind. Ärgernis erregt, dass die rituelle Zerstörung überhaupt befohlen wird. Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung, und es gibt keine einzige Passage im Alten Testament, die den Bann kritisiert oder seine Anordnung durch Gott bestreitet. Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht.

Die Jahreslosung für 2006 stammt aus einem der schlimmsten Zeugnisse für die blutige Seite der Bibel, die indes nicht auf das Alte Testament beschränkt ist, wie etwa das letzte Buch der Bibel, die »Offenbarung des Johannes«, zeigt. Die Kirchenführer, die diese Losung auserkoren und aus dem Kontext gerissen haben, sollten sie daher schleunigst wieder aus dem Verkehr ziehen.

3. Intolerantes Evangelium1

Die frühchristliche Botschaft sagt eine von Gott herbeigeführte neue Epoche an. Sie begann mit dem Kommen seines Sohnes in die Welt, fand in der Auferstehung Jesu von den Toten einen vorläufigen Höhepunkt und sollte sich bei dessen Wiederkunft am Ende der Zeit vollenden. Das Evangelium, wörtlich übersetzt »Frohbotschaft«, hat Jesus Christus zur Mitte. Am Glauben daran, dass Gott ihn zum Heiland bestimmt hat, entscheiden sich Heil und Unheil der Menschen. »Wer da glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden« (Mk 16,16), heißt es griffig am Schluss des ältesten Evangeliums.

Die Frohbotschaft wandelte sich unversehens zur Drohbotschaft, wenn das Angebot zur Rettung verweigert wurde. Kirchenführer setzten bald Rechtgläubigkeit mit Gehorsam gleich. Sie projizierten ein an der Unterdrückung orientiertes soziales Gefüge in den Himmel und zeigten sich von einer Kultur der Unterordnung geprägt. Vor allem der kanonische Status, durch den die Texte des Neuen Testaments zur ewigen Norm für die Kirche erklärt wurden, hat den Blick dafür getrübt, dass die »heiligen Schriften« aus massiven Machtkämpfen hervorgingen und durch sie geprägt sind.

Bis zum Ende des ersten Jahrhunderts – mit begünstigt durch die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 – hatte die Kirche sich über das ganze römischen Reich ausgedehnt, und zweieinhalb Jahrhunderte später war sie bereits Staatsreligion. Den Boden für ihren enormen Erfolg hatte das Judentum bereitet. Ihm verdankte die Kirche die hochstehende Ethik und das Alte Testament. Welch eine Ironie der Geschichte, dass die christliche Religion ihrer jüdischen Mutter keinerlei Dankbarkeit zeigte, sondern sie zusammen mit anderen Widersachern in das Reich der Finsternis verbannte. Doch erwies sie sich auch gerade darin als eine Tochter, die von der Mutter gelernt hatte. Denn Erbe Israels war auch das Bewusstsein der Erwählung und vor allem der exklusive Monotheismus, der alle anderen Formen der Verehrung Gottes oder der Götter als Götzendienst verurteilte.

Bei ihrer Mission führten die Christen die religiöse Intoleranz des Ersten Gebotes (»Ich bin Jahwe, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir«) in die griechisch-römische Welt ein. Kein Wunder, dass die rivalisierenden heidnischen Religionen, die eine große Duldsamkeit auszeichnete, der Kirche kein Paroli zu bieten vermochten. Diese konnte sich fast ungehindert durch den römischen Staat ausbreiten und war Nutznießerin von dessen toleranter Religionspolitik.

Auch hielten sich die Christenverfolgungen in Grenzen. Von der Sehnsucht nach dem Martyrium getrieben, schlugen sich die Christen oft selbst die Köpfe blutig, weil viele römische Statthalter ihnen nicht den Gefallen der Hinrichtung taten. Einmal an der politischen Macht beteiligt, wussten Bischöfe das staatliche Schwert gegen Heiden, Ketzer und Juden in einem Ausmaß zu lenken, das die Intensität bisheriger Religionsverfolgungen weit übertraf. Beidieser Unduldsamkeit blieb es bis an die Schwelle der Neuzeit.