8,49 €
Keine Zeit des Kirchenjahres hat Dichterinnen und Dichter zu solch sprachschöpferischer Gestaltung inspiriert wie die weihnachtliche Festzeit des Kirchenjahres. Der Weweraner Dichterin Elisabeth Poganiuch-Flören (1907-1982) ist es in ihrer Dichtkunst ein wichtiges Anliegen gewesen, so über die Dinge der Weihnacht zu sprechen, dass sie da wahr werden, wo sie wahr werden müssen: in der Sehnsucht des Menschen, der weiß, dass er zu IHM, Gott, gelangen kann, weil ER, Gott, in seiner Menschwerdung längst zu ihm, dem Menschen, gelangt ist. Die biblische Kunde »Und das Wort ist Fleisch geworden« (Joh 1,14), die besagen will, dass Gott uns nahegekommen ist, hat sie in die Sprache ihrer Worte so zu übersetzen versucht, dass sie uns Heutigen als frohe Kunde wirklich nahegehen kann.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 46
Veröffentlichungsjahr: 2016
Ein Wort des Dankes Frau ROSWITHA BRÜGGEMEIER und Herrn RAINER POGANIUCH für ihre Bereitschaft, mir den gesamten dichterischen Nachlass ihrer Mutter vertrauensvoll zur Sichtung zu überlassen.
Ein Wort des Dankes ISA FREIFRAU VON ELVERFELDT für ihre Bereitschaft, diesen kleinen Band mit adventlich-weihnachlichen Gedichten und Geschichten der Weweraner Dichterin Elisabeth Poganiuch-Flören verlegerisch zu betreuen.
Ein Wort des Dankes meiner Frau MARTINA SILL M.A. für die große Mühe, das gesamte Layout der Texte und Bilder zu übernehmen.
Ein Wort des Dankes meiner Nichte JOHANNA PLÖGER, mit einem wunderbaren Bildmotiv zur Gestaltung des Titelcovers beizutragen.
Eichstätt, 20. August 2016
Bernhard Sill
BERNHARD SILL: Gott in uns Raum geben und Gott zur Welt bringen
Theologisches und Theopoetisches zu Advent und Weihnachten
ELISABETH POGANIUCH-FLÖREN: Adventlich-weihnachtliche Gedichte und Geschichten
Wald im Advent
Advent
Adventstage
Magd des Herrn
Herbergssuche
Am Krippenbettlein
An der Krippe
Ein Menschlein will uns werden
Bei uns armen Leuten ...
Der Krippenesel
Esel des Herrn
Die Krippe im Atomzeitalter
En Lüchten
Die Welt ist starr und schrecklich alt ...
Christ will werden
Weihnacht im Alten Feld
In der Weihnacht …
Weihnachtsfrage
In Nacht und Stille liegt Bethlehem.
Weihnacht in der Trümmerstadt
Du gehst vor grauen Toren …
Und wieder sehn wir sie …
Und die Gewalt deines Lächelns …
O groß Geschehn!
Christbaum
Das Krippenschiff
Weihnachtsbaum
Vor unseren Türen ...
Weihnachtszeit
Nachweihnachtszeit
Späte Heimkehr
Weihachten im Lindenhaus
Die Geschichte vom Nikolaus
Quellennachweis
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Paderborn-Wewer in weihnachtlichem Schmuck
Foto: Bernhard Sill
BERNHARD SILL
»Macht’s wie Gott, werdet Mensch!« Mit diesen programmatischen Worten hat einmal der Limburger Bischof Dr. FRANZ KAMPHAUS (* 1932) versucht, den glaubens- und lebenspraktischen Sinn dessen, was Weihnachten heißt, einzufangen.
»Macht’s wie Maria, gebt Gott in Euch Raum und bringt Gott zur Welt!« Diese ebenfalls programmatischen Worte dürften nicht weniger geeignet sein, den lebens- und glaubenspraktischen Sinn dessen, was Weihnachten heißt, aufzuschlüsseln, und das auch und gerade aus dem Grund, als dabei die »Botschaft« des Advents und die der Weihnacht nicht ohne einander gedacht sind.
Wie Maria Gott zur Welt bringen
Gewiss ist es schwer, das Geschehen der Heiligen Nacht zu begreifen. Doch ist nur das wirklich, was wir »begreifen« können? Ist nicht das ebenso wirklich, von dem wir uns »ergreifen« lassen können. Begriffen hat Maria, die Mutter Gottes, wohl auch nicht ganz, was da an ihr und mit ihr geschah. Doch sie hat es geschehen lassen. Sie hat geschehen lassen, was Gott durch sie geschehen lassen wollte.
Gott selbst wollte (ein) Mensch werden, und sie, Maria, sollte IHN, Gott, zur Welt bringen. Zu diesem, SEINEM Willen, zu Gottes Willen, hat sie damals Ja gesagt. Denn sie hat die Botschaft des Engels beherzigt, der ihr sagte, sie sei dazu erkoren, Gott zur Welt bringen.
Daraus erwächst ein ganz elementar glaubens- und lebenspraktischer »Imperativ« für das Leben aller Menschen, die vom Geheimnis der Heiligen Nacht ergriffen sind, und der lautet: »Macht’s wie Maria, bringt Gott zur Welt!« Wir Menschen sollen in unserem Leben das tun, was Maria in ihrem Leben – damals beim ersten Weihnachten – auch getan hat. Wir sollen Gott zur Welt bringen, denn sooft das geschieht, sooft ist Weihnachten auf der Welt. Denn wunderbar ist es Mal um Mal, wenn Gott zur Welt kommt, da wir Menschen Gott zur Welt bringen.
Das Wunder der Weihnacht ist geschehen das erste Mal durch Maria, die Mutter Gottes. Doch es will wieder und wieder geschehen, und zwar nicht ohne uns Menschen. Es will durch uns Menschen geschehen. Gott will zur Welt kommen, und damit ER das kann, braucht ER uns Menschen, die IHN, Gott, zur Welt bringen. Echte »Weihnachtsmänner« und »Weihnachtsfrauen«, echte Männer und Frauen der Weihnacht sind wir demnach dann und nur dann, wenn wir Männer und Frauen sind, die im wahrsten und besten Sinn des Wortes Gott zur Welt bringen.
»Gott zur Welt zu bringen« – das mag im Leben dieses Menschen diese Gestalt annehmen und im Leben jenes Menschen jene Gestalt. Wichtig ist nicht primär, ob es so oder so geschieht. Wichtig ist primär: Es geschieht überhaupt, und zwar dadurch, dass Menschen den guten Willen haben, Gott zur Welt zu bringen, damit ER Raum gewinnt im Herzen der Welt. Doch wer das so tun will, dass es auch gelingt, der muss jemand sein, der vorab erst einmal auch bereit ist, Gott in sich (selbst) Raum zu geben.
Wie Maria Gott in sich Raum geben
Ohne Zweifel ist es so: Diejenigen, die Gott zur Welt bringen wollen, müssen vorab IHM, Gott, erst einmal Raum geben in sich (selbst). Die Dinge, die das erläutern helfen, sind die Dinge der Schwangerschaft. Wenn die Kirche im liturgischen Kalender die vierwöchige Zeit des Advents begeht, feiert sie doch eigentlich auch den neunten Monat der Gott-schwangeren Gottesmutter Maria.
