Werkbuch Psalmen III - Beat Weber - E-Book

Werkbuch Psalmen III E-Book

Beat Weber

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Beschreibung

The theological engagement with the biblical psalms and the Psalter cannot be limited to the discussion of factual statements, themes and concepts. Spirituality is a genuine concern since the Psalter involves people in a conversation with God (which ranges from lament to praise), but simultaneously also attempts to provide guidance on the way of life. The uniqueness of the Psalter as a book in the Bible consists of its being simultaneously >words to GodWord of GodWerkbuch PsalmenWerkbuch Psalmen IIIJohann Tobias Beck< prize in 2011. This prize to the value of 1000 Euro has been awarded annually since 1987 for outstanding biblically-founded theological literature.

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Die theologische Beschäftigung mit Psalmen und Psalter kann sich nicht auf die Erarbeitung von Sachaussagen, Themen und Konzepten beschränken. Spiritualität ist insofern genuines Anliegen, als der Psalter Menschen ins Gespräch mit Gott, das von der Klage bis zum Lob reicht, einbeziehen und zugleich Wegleitung geben will. Die Einzigartigkeit des Psalmenbuchs innerhalb der Bibel besteht darin, zugleich 'Wort zu Gott' (Gebet) und 'Wort von Gott' (Schrift) zu sein. 'Werkbuch Psalmen' will dem Transfer von Ressourcen und Einsichten aus der Psalmenforschung in die Bereiche von Studium, Kirche/Pfarramt und Schule dienen. Steht in den Bänden I und II die textanalytische Erarbeitung der Psalmen verbunden mit Anstößen für die Praxisverwendung im Vordergrund, so bringt Band III eine synthetische Sichtweise ein und bildet zusammen mit den beiden ersten Bänden eine Trilogie; gleichwohl kann er auch als separates Werk gelesen werden. Der Band wurde mit dem Johann-Tobias-Beck-Preis 2011 ausgezeichnet.

Dr. Beat Weber ist hauptberuflich Pfarrer in Linden/Bern, daneben Fachdozent für Altes Testament im Master-Studiengang zweier Theologischer Seminare in der Schweiz.

Beat Weber

Werkbuch Psalmen III

Theologie und Spiritualität des Psalters und seiner Psalmen

Verlag W. Kohlhammer

Phil Botha in Freundschaft und dem Department of Ancient Languages der Universität Pretoria (Südafrika) in Verbundenheit

Alle Rechte vorbehalten © 2010 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany

Print: 978-3-17-018676-7

E-Book-Formate

pdf:

epub:

978-3-17-028320-6

mobi:

978-3-17-028321-3

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

ABKÜRZUNGEN

I. Abkürzungen der biblischen Bücher und Umschriften

II. Abkürzungen weiterer Schriften

III. Übrige Abkürzungen

1 VORÜBERLEGUNGEN

I. Psalmenwahl und Psaltertheologie

1. Einen Psalm auswählen!?

2. Eine Psalmen- oder eine Psaltertheologie gestalten?!

II. Hermeneutische Bemerkungen und theologische Positionierungen

1. Blickrichtungen und Stimmen

A) Blickrichtungen

B) Stimmen

C) Fazit: Multiperspektivität und Dialogizität

2. Problemanzeigen und Vorentscheidungen

A) Über-setzungen

B) Standort

III. Aufbau

2 DER PSALTER-EINGANG ALS LESEANLEITUNG

I. Psalm 1: Wegweisung

1. Psalm 1

2. Wegweisung

A) "Tora" als Schlüsselwort und Psalm 1 als Januskopf

a) Rückbindung

b) Einweisung

B) Psalm 1,2 als "Herz"-Wort und Programm der Psalterlektüre

a) Glückpreisungen

b) Einverleibung

C) Abgrenzungen und gelingendes Leben

D) Die biblische Weisheit: "Gerechte(r)" oder Frevler

E) Vom "Aufstehen" zum "Auferstehen"

II. Psalm 2: der Himmelskönig und sein Messias

1. Psalm 2

2. Der Himmelskönig und sein Messias

A) Kommunikative Interaktionen

B) Hoffnung, Eschatologie und Prophetie

C) Machtfrage und Königsherrschaft

D) Glückpreisungen

III. Psalm 3: Beten und Singen mit David

1. Psalm 3

2. Beten und Singen mit David

A) Musik und Gebet

B) Mit David leiden, beten und bekennen

a) Der vor Absalom fliehende David

b) Wechselnde Zeiten von Not und Rettung

c) Der bekennende und lobdankende David

IV. Psalm 1–3: der eine Psalter und seine drei Verstehensweisen

1. Die Ouvertüre des Psalters

2. Stabübergaben und Verbindungslinien

3. Der Dreiklang einer Theologie und Spiritualität des Psalters

3 BETEN UND SINGEN ("LITURGIE")

I. Hinführung

II. Situationen – Ausdrucksformen – Verwendungszusammenhänge

1. Einführung

2. Die "Klagebitte"

A) Bezeichnung

B) Psalmen dieser Gattung innerhalb des Psalters

C) Formelemente

D) Entstehungs- und Verwendungszusammenhänge

E) Sonderformen und Untertypen

F) Überlegungen im Blick auf Neuverwendungen in der Gegenwart

3. Der "Lobdank"

A) Bezeichnung

B) Psalmen dieser Gattung innerhalb des Psalters

C) Formelemente

D) Entstehungs- und Verwendungszusammenhänge

E) Sonderformen und Untertypen

F) Überlegungen im Blick auf Neuverwendungen in der Gegenwart

4. Die "Klagebitte des Volkes"

A) Bezeichnung

B) Psalmen dieser Gattung innerhalb des Psalters

C) Formelemente

D) Entstehungs- und Verwendungszusammenhänge

E) Sonderformen und Untertypen

F) Überlegungen im Blick auf Neuverwendungen in der Gegenwart

5. Der "Lobpreis"

A) Bezeichnung

B) Psalmen dieser Gattung innerhalb des Psalters

C) Formelemente

D) Entstehungs- und Verwendungszusammenhänge

E) Sonderformen und Untertypen

F) Überlegungen im Blick auf Neuverwendungen in der Gegenwart

6. Ausgewählte Beispiele

A) Psalm 13: eine Klagebitte

B) Psalm 30: ein Lobdank

C) Psalm 22–24: ein "Gebetsweg"

III. Zeiten – Räume – Wegstationen

1. Einführung

2. Von der Zeit und den Zeiten

A) Zeitebenen und Zeitverhältnisse

B) Mythos, Geschichte, Vergegenwärtigung

a) Gedenken

b) Mythos und Geschichte

C) Zeiten des Heils und des Unheils

a) Notzeiten

b) Heilszeiten

D) Gotteszeiten, Jahreszeiten, Festzeiten

a) Der Jahreskreis und seine Feste

b) Gottes Wirken in Schöpfung und Geschichte

c) Hinweise über Festzusammenhänge anhand der Überschriften

d) Psalmenverwendung in heutigen Festzeiten

3. Räume, Orte und Wege

A) Konturen einer religiösen Topographie

B) Zion: Berg – Heiligtum – Stadt

a) Namen und Geschichte

b) Zion in den Psalmen

c) Zum Zion hin – vom Zion her

d) Psalm 48 als Beispiel eines Zionlieds

C) Ein Tempel aus Worten

D) Vom Himmel bis zur Unterwelt

a) Himmel und Erde

b) Gottferne und Unterwelt

4. Psalm 102 als abschliessendes Beispiel für Zeit- und Raumaussagen

IV. Personen – Stimmen – Konstellationen

1. Einführung

2. Gott

A) Die Personalität Gottes

B) Der eine Name und die vielen Bezeichnungen

a) Der eine Name

b) Die vielen Bezeichnungen

C) Der An- und Aufgerufene

D) Das Reden von Gott mit "Leib"-Begriffen

E) Der himmlische Hofstaat und Fremdgottheiten

3. Der Mensch

A) Individuum

a) Person-Charakterisierungen

b) Der Arme und der Leidende

c) Der Feiernde

B) Widersacher

a) Begriffe und Konstellationen

b) Feindverhalten und Notsituationen

c) Folgen der Not und ihre Überwindung

d) Zum Umgang mit Feind- und Vergeltungsaussagen heute

C) Sozial- und Glaubensgestalten

a) Haus, Familie und soziales Umfeld

b) Volk und Gottesgemeinde

c) Fremdvölker

4. "Stimmen" und kommunikative Konstellationen

A) Sprechhandlungen

B) Sprechrichtungen und Sprechzeiten

C) Die Vielschichtigkeit kommunikativer Konstellationen

a) Psalm 2

b) Durch die Zeiten hindurch bis heute

5. Psalm 28 als abschliessendes Beispiel

V. Motive – Themen – Traditionen

1. Einführung

2. Rettung

3. Vertrauen und Zuflucht

4. Sünde

5. Schande und Ehre

6. Schweigen

7. Gnade und als abschliessendes Beispiel Exodus 34,6–7 im Psalter

A) Gnade

B) Exodus 34,6–7 im Psalter

4 KÖNIGSHERRSCHAFT GOTTES UND SEINES GESALBTEN ("PROPHETIE")

I. Königsherrschaft im Psalter

II. Der königliche Gesalbte auf dem Jerusalemer Davidsthron

1. Das Königsmandat, in Gerechtigkeit zu herrschen

2. Verbindungen zwischen Königspsalmen

A) Die Psalmen 2 – 72 – 89 als Säulen des "Messianischen Psalters"

B) Die Psalmen 18 und 20–21 als Kern der Kleingruppe Psalm 15–24

3. Vom Messias David zum Christus Jesus

III. Psalmen und Prophetie

1. Königtum und Prophetie

2. Gotteswort im Psalmenwort

A) Übersicht der Belege

B) Der prophetische Charakter der Asaph-Psalmen

C) Psalm 81 als abschliessendes Beispiel

IV. Die universale Königsherrschaft Gottes

1. Der richtende und rettende Gott

2. Audienz am "Hof" des Königsgottes

5 WEGWEISUNG ("WEISHEIT")

I. Konturen der Weisheit

II. Weisheitliche Prägung von Psalmen

1. Weisheitliche Psalmen im Überblick

2. Weisheitliche Akzente in den Psalmen

A) Weisheit als Belehrung: Die beiden Wege als Alternative

B) Weisheit und Tora

C) Weisheit verbunden mit Schöpfung und Geschichte

D) Liturgie und Lehre

3. Psalm 112 als abschliessendes Beispiel

III. Der Psalter als weisheitliche Wegweisung

1. Strukturmerkmale der Weisheit im Psalmenbuch

2. Weisheitstheologische Wegspuren im und durch den Psalter

3. Glückpreisungen an Menschen und Lobpreis an Gott

4. Die Verbindung von Tora-Weisheit und Königsherrschaft

5. In der "Mitte" des Psalters: Psalm 78 als Geschichtsbelehrung Gottes

6. Psalm 145 als abschliessendes Beispiel

6 DER PSALTER-AUSGANG ALS EINSTIMMUNG IN ANHALTENDEN LOBPREIS

I. Von der Klage zum Lob

II. Das "Kleine Hallel": die Psalmen 146–150

1. Halleluja zum Abschluss

2. Abfolge und Arrangierung

3. Ein Wort zu Psalm 149

4. Anfang und Ende

III. Ein (musikalischer) Schluss ohne Schluss

1. Psalm 150

2. Der Psalm danach: Psalm 151

7 PSALMEN UND PSALTER IN GESCHICHTE, THEOLOGIE UND SPIRITUALITÄT

I. Bezeichnungen und Bedeutungen

1. Die Psalmen als Sammlung

2. Der Psalter als Bibelbuch

3. Der Psalter als Gesangbuch

II. Von den Psalmen zum Psalter

1. Mose und die Anfänge

2. David und der Gottesdienst am Jerusalemer Tempel

3. Die Entstehung und Überlieferung einzelner Psalmen

A) Entstehung

B) Wiederverwendung und Überlieferung

4. Der Weg von den Psalmen zur Buchwerdung des Psalters

A) Sammlung und Gruppierung von Psalmen

B) Setzung von Überschriften

C) Der Psalter als Buchkomposition

D) Der Psalter als Teil des Kanons der Heiligen Schrift(en)

III. Die literarische Gestalt der Psalmen und des Psalters

1. Dichtkunst, Gebet und Lied

2. Die Psalmen als lyrische Dichtung

A) Kürze, Mehrdeutigkeit und Dichte

B) Wiederholung und Räumlichkeit

C) Klanggestalt und Vortragsweise

D) Bildhaftigkeit

E) Gespräch, das bewirkt und verändert

3. Der Psalter als unterweisende "Erzählung"

A) Die Funktion der Überschriften

a) Begleittexte zu den Psalmen

b) Trenner und Verbinder der Psalmen

B) Der Psalter als Grosstext

a) Textwahrnehmung

b) Textwirkung

4. Die doppelte Textgestalt und ihre Auswirkungen

IV. Vom Psalter zu den Psalmen

1. Von der Psaltergenese zur Psaltertheologie

2. Der theologische Vorrang des Psalters im Kontext der Heiligen Schrift

V. Der Psalter im Kanon der Heiligen Schrift

1. Der Anschluss des Psalters an Tora und Nebiim

2. Der Psalter und die Ketubim

A) Der Psalter als Abschluss von Tora und Nebiim sowie als Eröffnung der Ketubim

a) Der Psalter als Verklammerung von Tora und Nebiim

b) Der Psalter als Anfang der Ketubim

B) Beziehungslinien vom Psalter zu anderen Büchern der Ketubim

a) Chronik und Esra-Nehemia

b) Hiob, Sprüche und weitere Bücher

3. Der Psalter und das Neue Testament

A) Jesus als der endzeitliche Messias

B) Bezugnahmen auf die Psalmen im Matthäusevangelium

4. Der Psalter als "Kleine Biblia" respektive "Mitte" der Heiligen Schrift

VI. Menschenwort, Gotteswort und Gottesvolk

1. Die Psalmen zusammen mit Jesus Christus beten

2. Psaltertheologie als Wort von Gott und als Wort zu Gott

3. Hinweise zum Gotteswortcharakter aus dem Psalter selbst

4. Namensvielfalt und Gottesgegenwart

5. Gotteswort und Gottesvolk

A) Israel als Glaubensgemeinschaft

B) Gott als "Autor" und die Christusgemeinde als Empfängerin

C) Gegenseitige Auferbauung, gesungenes Gotteslob und Dankgebet

D) Theologie, Liturgie und Spiritualität

VII. Der Psalter und seine Psalmen in Geschichte und Gegenwart

1. Geschichte

A) Antikes Judentum mit Ausblicken in die weitere Geschichte

a) Manuskripte, Übersetzungen und Auslegungen des Psalters

b) Verständnis und Verwendung der Psalmen

B) Alte Kirche, mit einem Blick ins Mittelalter

C) Reformation und Protestantismus

a) Martin Luther und der lutherische Protestantismus

b) Johannes Calvin und der reformierte Protestantismus

D) Neuzeit

2. Gegenwart

A) Leitcharakteristika der Psalmen

B) Kommunikation

a) Autoren

b) Adressaten

c) Übermittlungen

C) Gestalten

a) Poesie und unterweisende Erzählung

b) Klänge, Bilder, Bewegungen

D) Verwendungsweisen

a) Liturgie

b) Prophetie

c) Weisheit

E) Ein Wort zum Schluss

LITERATURVERZEICHNIS

I. Literatur zu Psalmen und Psalter

1. Textausgaben und allgemeinverständliche Erläuterungen

2. Wissenschaftliche Literatur zum Psalter insgesamt und zu einzelnen Teilgruppen

3. Einzelbeiträge zu den Psalmen 1–150

4. Materialien und diverse Literatur im Umfeld von Exegese, Poesie und Theologie der Psalmen

II. Die Psalmen in Wirkungsgeschichte und Praxis

1. Die Rezeption der Psalmen im Judentum und Christentum

2. Die Psalmen in Predigt, Unterricht und Erwachsenenbildung

3. Die Psalmen in Gebet, Lied und Gottesdienst

4. Die Psalmen in Theologie, Seelsorge und Psychotherapie

5. Die Psalmen und ihre Nachdichtungen in der Literatur und in heutiger Spiritualität

6. Psalmen und Bilder

REGISTER

I. Stellenregister (Auswahl)

1. Bibel

2. Übrige Texte

II. Sach- und Namensregister (Auswahl)

VORWORT

Die beiden bisher erschienenen Bände (2001/03) "Werkbuch Psalmen" (Wb Pss) haben eine gute Aufnahme gefunden. Mit der Erarbeitung der 150 Psalmen war das Projekt abgeschlossen. Erst ein Jahr nach Erscheinen des zweiten Bandes entstanden Überlegungen für ein Wb Pss III als Ergänzung zu den Vorgängerbänden: thematischtheologische Querschnitte verbunden mit Aspekten einer Theologie und Spiritualität des Psalters. Bis zur vorliegenden Ausgestaltung bedurfte es mancher Überlegungen, Gespräche und Vorarbeiten. Die Durchführung zog sich, nicht zuletzt aufgrund der pfarramtlichen Haupttätigkeit des Verfassers, über einen Zeitraum von rund fünf Jahren hin. Damit sind Vor- und Nachteile verbunden: Der wiederholte Wechsel von Diensten in der Kirche als Gemeindepfarrer und als Seminardozent im Unterricht einerseits und der Arbeit am Wb Pss III andererseits hat zu einer "Erdung" beigetragen und war dem Anliegen, spirituelle und praktische Aspekte einzubringen, dienlich. Allerdings waren die zum Teil längeren Unterbrechungen für die Ausrichtung der Abschnitte auf eine Gesamtsicht hin nicht eben förderlich. Entsprechend mag man bemängeln, dass das "Werkbuch" gewisse Wiederholungen aufweist und nicht als aus einem Guss wirkt. Ein Stück weit fügt sich dies freilich zum Werkstattcharakter der Bände: Das Wb Pss ist weder ein ausgearbeiteter Psalmenkommentar (Wb Pss I/II) noch eine abgerundete Psalter- und Psalmentheologie (Wb Pss III). Es will, wissenschaftlich abgestützt, Beobachtungen und Überlegungen, Ressourcen und Bausteine liefern – vornehmlich den "Praktikern" zur Weiterverwendung in verschiedenen Diensten. Den Echos auf Wb Pss I/II von Studierenden und sogar Dozierenden an Theologischen Fakultäten und Seminaren ist zu entnehmen, dass ihnen die bisherigen Bände ebenfalls nützlich waren. Analoges erhoffe ich mir für Wb Pss III und von daher sind Studierende der Bibel und der Theologie als Zielpublikum mit einbezogen.

Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Theologie auf der einen und Spiritualität und "Praxis" auf der anderen Seite ist das wesentliche Anliegen der Wb Pss. Transferleistungen zwischen hochgradig ausdifferenzierter Bibelwissenschaft (und anderen theologischen Disziplinen) und der mit Gegenwarts-, Umsetzungs- und Praxisrelevanz beschäftigten Dienste in Kirche, Schule und Gesellschaft scheinen mir nötiger denn je. In dem Sinn versteht sich das Wb Pss als Beitrag zu dem – meines Erachtens künftig vermehrt zu entwickelnden – intermediären Arbeitsbereich einer "angewandten Wissenschaft" (applied theology). Einige mögen sich ein stärker praxisbezogenes und anwendungsorientiertes "Werkbuch" wünschen. Tatsächlich bietet Wb Pss III (nur) die erste Wegstrecke auf dem Weg von der Psalmenforschung hin zur Psalmenanwendung für die eigene Spiritualität, im Rahmen einer Unterrichtslektion, eines seelsorglichen Gesprächs, der liturgischen oder homiletischen Gestaltung eines Gottesdienstes oder anderem mehr. Die zweite Wegstrecke wird dem Benutzer des Wb Pss anvertraut und zugemutet: die dargebotenen Hinweise für die jeweiligen Erlebens- und Handlungsfelder situativ zu bedenken, auszuwählen, den Stoff zu "portionieren" und zu adaptieren. Die kursiv gesetzte Inhaltsübersicht vor jedem Hauptteil und die Register (Stellen und Begriffe) sollen als Arbeitshilfen dafür den Zugang erleichtern. Für Un- oder Nichtmehr- Kundige des Bibelhebräischen wurde in Wb Pss III auf die Verwendung hebräischer Schriftzeichen verzichtet. Wo angebracht, werden hebräische und griechische Begriffe in (vereinfachter) Umschrift und mit Übersetzung angeführt. Um wissenschaftlichen Standards zu genügen und zur vertieften Beschäftigung werden gegenüber Wb Pss I/II neu Literaturhinweise angeführt. Vor jedem Hauptkapitel findet sich eine Literaturzusammenstellung (ohne Untertitel) im Hinblick auf die nachfolgenden Erörterungen. Insbesondere sind Beiträge aufgeführt, die zitiert werden und für die Ausarbeitung wegleitend waren. Zudem sind eigene Studien angezeigt, die als "Vorarbeiten" für das Wb Pss III entstanden sind und bei Bedarf konsultiert werden können. Weit über die bibliographischen Angaben hinaus sind über die Jahre dabei Einsichten und Überlegungen vieler literarischer und persönlicher Gesprächspartner aus Wissenschaft und Kirche in die Ausführungen eingeflossen. Das Literaturverzeichnis am Schluss trägt in den von Wb Pss I/II gewohnten Rubriken (in I. 3. zur Erleichterung neu mit vorangestellten Psalmangaben) die seit ungefähr 2003 (Wb Pss II) erschienene Literatur nach.

Am Schluss steht der Dank an viele, die mich beraten oder auf diesem Unternehmen begleitet und so zu dessen Gelingen beigetragen haben. Prof. Dr. Peter Wick (Bochum) und Prof. Dr. Bernd Janowski (Tübingen) haben mir bei der Konzeption Hilfestellungen gegeben. Letzterer hat mir auch ermöglicht, am Tübinger Theologicum in vorzüglichem Umfeld arbeiten zu können. Daraus ergaben sich kollegiale Kontakte zu Mitarbeitenden an seinem Lehrstuhl und darüber hinaus. Dank gebührt insbesondere auch dem "Department of Ancient Languages" innerhalb der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Pretoria (Südafrika). Dort wurde ich als research associate akkreditiert, durfte mehrere Forschungsaufenthalte verbringen und konnte Teile dieser Arbeit fertigstellen. Die Verbindung von exegetisch-theologischer Arbeit, persönlicher Spiritualität und kirchlichem Dienst hat mich bei den südafrikanischen Kollegen beeindruckt. Dem gesamten Department, insbesondere Prof. Dr. Phil Botha, der mir zum Freund geworden ist, sei dieser Band gewidmet. Ohne meine Arbeitgeber, die ihren Pfarrersleuten nach zehn Dienstjahren einen Studienurlaub gewähren, wäre dieses Buch kaum zustande gekommen. Zu danken habe ich ferner all denen, die Korrekturlesungen übernommen haben: Pfr. i.R. Lic. theol. Reinhard Fritsche, Pfr. i.R. Dr. Edgar Kellenberger, Lic. theol. Mathis Sieber und Pfr. Dr. Torsten Uhlig. Meine Frau Sonja M. Weber-Lehnherr hat mir vieles in Haus und Beruf abgenommen und mir so den Rücken frei gehalten für die geliebte Arbeit an der Bibel. Über allem steht die Treue Gottes, die mich – wie die Menschen in den Psalmen mit ihren Gebeten – durch Tiefen und Höhen getragen hat. Mit der im Blick auf meinen Namen doppelsinnigen (lateinischen) Psaltereröffnung sei es gesagt: Beatus vir!

Linden BE (Schweiz), im Juli 2010

Beat Weber

P.S.: Hinweise jeder Art nehme ich – wie schon zu Wb Pss I/II – auch zu Wb Pss III unter [email protected] wiederum gerne entgegen.

ABKÜRZUNGEN

Was die Abkürzungen bei bibliographischen Angaben (Zeitschriften, Buchreihen etc.) angeht, richten sich diese nach S.M. Schwertner, Internationales Abkürzungsverzeichnis für Theologie und Grenzgebiete (IATG2), Berlin – New York21992 bzw. S.M. Schwertner, Theologische Realenzyklopädie. Abkürzungsverzeichnis, Berlin – New York, NY21994 oder: Abkürzungen Theologie und Religionswissenschaften nach RGG4 (UTB 2868), Tübingen 2007.

I. Abkürzungen der biblischen Bücher und Umschriften

Gen Ex Lev Num Dtn Jos Ri Rut 1. Sam 2. Sam 1. Kön 2. Kön 1. Chr 2. Chr Esr Neh Est Hi Ps Spr Koh Hld Jes Jer Klgl Ez Dan Hos Jo Am Obd Jon Mi Nah Hab Zeph Hag Sach Mal

Mt(Ev) Mk Lk Joh Apg Röm 1. Kor 2. Kor Gal Eph Phil Kol 1. Thess 2. Thess 1. Tim 2. Tim Tit Phlm Hebr Jak 1. Petr 2. Petr 1. Joh 2. Joh 3. Joh Jud Offb

Hebräische Konsonanten: ’ b g d h w z ch th j k l m n s ‘ p(h) tz q r sh/sch t

II. Abkürzungen weiterer Schriften

1./2. Makk

1./2. Buch der Makkabäer

bBB

Babylonischer Talmud: Traktat Baba Bathra

mMid

Mischna-Traktat Middot

mPes

Mischna-Traktat Pesachim

mSuk

Mischna-Traktat Sukka

mTaan

Mischna-Traktat Ta'anit

mTam

Mischna-Traktat Tamid

MTeh

Midrasch Tehillim (Psalmen)

PsSal

Psalmen Salomos

Q

Qumran-Handschrift (die Ziffer davor bezeichnet die jeweilige Höhle, die Nummern bzw. Abkürzungen danach das Fragment und die Stelle[n] darin)

(Prol)Sir

(Prolog zu) Jesus Sirach

Weish

Weisheit

III. Übrige Abkürzungen

Adj

Adjektiv

äg.

ägyptisch

AK

Afformativkonjugation ("Perfekt")

Akrost.

(alphabetisches) Akrostichon

Art.

Artikel

AT

Altes Testament

atl.

alttestamentlich

bibl.

biblisch

bzw.

beziehungsweise

christl.

christlich

d.h.

das heisst

dt.

deutsch

ebd.

ebenda

Ed.

Editor(en), Herausgeber (für nicht deutschsprachige Titel)

EG

(Deutsches) Evangelisches Gesangbuch (Stammteil)

EG-West

EG für die evang. Kirchen (reformierter Prägung) des Westbundes

eigtl.

eigentlich

engl.

englisch

etc.

et cetera (und so weiter)

etw.

etwas

evang.

evangelisch

evang.-ref.

evangelisch-reformiert

evtl.

eventuell

f

femininum

f.

folgender (Vers)

ff.

folgende (Verse)

FS

Festschrift

Frag.

Fragment(e)

franz.

französisch

G

griechische Textüberlieferung

griech.

griechisch

hebr.

hebräisch

hi

hiph‘il (H- bzw. Kausativ-Stamm)

Hrsg.

Herausgeber

Impt

Imperativ

Inf

Infinitiv

inkl.

inklusiv(e)

Jh.

Jahrhundert

jüd.

jüdisch

Koh

Kohortativ

Kol.

Kolumne(n)

koll

kollektiv

lat.

lateinisch

LXX

Septuaginta (griechische Übersetzung des ATs)

LXX.D

Septuaginta Deutsch (griechisches AT in deutscher Übersetzung)

MT

masoretische (hebräische) Textüberlieferung

m

maskulinum

m.E.

meines Erachtens

m.W.

meines Wissens

Ms(s)

Handschrift(en)

n.Chr.

(Jahr) nach Christus

ni

niph‘al (N-Stamm)

NT

Neues Testament

ntl.

neutestamentlich

o.ä.

oder ähnlich

P

(grammatikalische) Person

par

Parallele(n), Parallelstelle(n)

pi

pi‘el (D[oppelungs]-Stamm)

PK

Präformativkonjugation ("Imperfekt")

pl

plural

Präp

Präposition

proph.

prophetisch

Ptz

Partizip

qal

Grundstamm des Verbs

R

Refrain oder Rahmen

rabb.

rabbinisch

ref.

reformiert

RG

Gesangbuch der Evang.-ref. Kirchen der deutschsprachigen Schweiz

s.

siehe

sg

singular

sog.

sogenannt

s.o.

siehe oben

s.u.

siehe unten

Suff

Suffix

syr.

syrisch

theol.

theologisch

u.a.

unter anderem

u.a.m.

und andere(s) mehr

u.ä.

und ähnliche(s)

Übers.

(alte) Übersetzung(en), Übersetzer(in)

u.ö.

und öfters

u.s.w.

und so weiter

u.U.

unter Umständen

V.

Vers (um der Klarheit willen; oft einfach Verszahl ohne V.)

v.a.

vor allem

v.Chr.

(Jahr) vor Christus

vgl.

vergleiche

w

Konjugation we ("und")

Wb Pss

Werkbuch Psalmen

weish.

weisheitlich

wiss.

wissenschaftlich

z.B.

zum Beispiel

z.T.

zum Teil

(?)

Unsicherheit in der Übersetzung (unklare Vorlage oder

Textverderbnis)

I, II, III

Stanzen oder Strophen (poetische Textbausteine)

Weitergehender Text (Auslassung)

(…)

"wörtliche" Textbedeutung

[…]

sinngemässe Ergänzung oder Einklammerung innerhalb runder Klammern

//

Markierung der Verszeilen-Trennung innerhalb eines Verses

|

Abtrennung von Einheiten

||

parallel zu

bis

+

und

gleich, identisch

ungleich, nicht identisch

=> / <=

in Beziehung zu

<=>

gegensätzlich zu

*

Der angegebene Textumfang (z.B. Ps 2–89*) enthält Ausnahmen

1 VORÜBERLEGUNGEN

Am Anfang stehen Überlegungen zum "Einstichpunkt" bei der Beschäftigung mit den Psalmen. Daran schliessen sich grundlegende, das Verstehen leitende Bemerkungen über Perspektiven und "Stimmen" im Umgang mit dem Psalter und seinen Psalmen an. Es folgen Überlegungen zu zwei Problemfeldern, die es bei der Verwendung der Psalmen in modernen bzw. christlichen Kontexten zu beachten gilt: ihre Abständigkeit sowie ihre Israelbezogenheit. Die Vorüberlegungen schliessen mit knappen Hinweisen zum Standort des Verfassers sowie einem Blick auf die Gliederung des Wb Pss III.

I. Psalmenwahl und Psaltertheologie

Bader G., Psalterspiel (HUTh 54), Tübingen 2009 • Brueggemann W., The Message of the Psalms, Minneapolis, MN 1984 • J.F.D., The Destiny of the Righteous in the Psalms, St. Louis, MO 2008 • B., Konfliktgespräche mit Gott, Neukirchen-Vluyn 2009 (2003) • J., Die Theologie der Psalmen, Freiburg i.Br. 1857 • H.-J., Theologie der Psalmen (BKAT XV/3), Neukirchen-Vluyn 1989 (1979) • J.H., Zur Theologie der Psalmen, Dorpat 1865 • J.L. The Lord Reigns, Louisville, KY 1994 • D.C., The Message of the Psalter (JSOT.S 252), Sheffield 1997 • H., Heilsgegenwart (FRLANT 148), Göttingen 1989.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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