Wespen - Kissling Rolf - E-Book

Wespen E-Book

Kissling Rolf

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Beschreibung

2039. Sie sind gross wie Sperlinge, die Wespen, und spritzen den Menschen eine unbekannte Droge, welche ihre konstruktiven Möglichkeiten erhöht und unter anderem die Neigung zu Selbstbetrug praktisch auf Null zurückfährt. Eine Handvoll Menschen aus aller Welt um den ewigen Schweizer Studenten Joel Caviezel erleben gemeinsam, wie sich die Gesellschaft spektakulär verändert. Werbung wirkt im besten Fall nicht negativ, der "Killerinstinkt" stirbt nicht nur im Sport, Lügen fällt immer schwerer. In einer längeren Rückblende wird das seltsame Treiben des aus Georgien stammenden Schweizer Bundesrats Kurt Butischwili und seines Assistenten Ansgar Furgler genüsslich ausgebreitet. Butischwili sammelt nach dem Vorbild eines ehemaligen FBI-Chefs massenhaft Daten über einflussreiche Persönlichkeiten und hilft bei Bedarf auch mal mit definitiv nicht lupenreinen Methoden nach. Die Informationen benützt er ohne grosse Skrupel dazu, seine Projekte in rekordverdächtigem Tempo zu verwirklichen. Die Frage ist, wie lange das gut gehen kann. Haben der seltsame Bundesrat und sein Stabschef sogar etwas mit den schon auch ein wenig unheimlichen Wespen zu tun?

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Seitenzahl: 216

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Wespen

TitelseiteIschia, Italia, Februar 2039Portland, Oregon USA, Februar 2039Liverpool, England, März 2039Hamburg, Deutschland, März 2039Portland, Oregon USA, März 2039Hamburg, Deutschland, März 2039Liverpool, England, Mai 2039Ischia, Italia, Mai 2039Bern, Schweiz, Dezember 2027 (Rückblende)Bern, Schweiz, Januar 2028Ischia, Italia, Mai 2039Liverpool, England, Juni 2039Port of Spain, Trinidad, Juni 2039Portland, Oregon USA, Juni 2039Ischia, Italia, Juli 2039Wilderswil, Schweiz, Juli 2039Napoli/Ischia, Italia, Juli 2039Liverpool, England, Juli 2039Portland, Oregon USA, August 2039Bern, Schweiz, Januar 2030 (Rückblende)Portland, Oregon USA, August 2039Liverpool, September 2039Berner Oberland, Schweiz, Oktober 2039Mallorca, Oktober 2039Liverpool, England Oktober 2039Interlaken, Schweiz, Oktober 2039Liverpool, England November 2039Diverse Orte ab November 2039Bern, Schweiz und div. Orte, ab Juli 2040 bis Juni 2041Ischia, Italia, Juni 2041Mallorca Juli 2041Portland, Oregon USA, August 2041Liverpool, England August 2041Ganze Welt, ab Oktober 2041Hamburg, Deutschland, November 2041Vesuvio, November 2041Schluss (Erzähler) 2078Impressum

Einleitung

Wir schreiben jetzt das Jahr 2078 und fast alle inaktiven Vulkane der Erde haben begonnen, leicht zu grollen. Eigentlich ist es weniger ein Grollen als viel mehr ein niederfrequentes Summen, fast gleich wie damals, 2039, als der Vesuv „ausbrach“. Ähnlich wie damals dauert dieses Brummen nun schon mehrere Monate, wird langsam lauter und beunruhigt längst nicht mehr nur die Fachleute. Abgesehen davon, dass damals ausschliesslich der Vesuv betroffen war, ist alles wieder so wie in Vaters Geschichte, die er in der Form eines Ereignisprotokolls geschrieben hat.

Vater war ursprünglich Ingenieur, genauer gesagt Systemanalytiker. Sein berufliches Hauptinteresse bestand darin, beliebige, physikalische Systeme auf dem Computer nachzubilden und mit diesen Modellen zu untersuchen, wie sich das System, also beispielsweise ein Kraftwerk unter ganz bestimmten Bedingungen verhalten würde. Die Informationen, welche seine Simulationen lieferten, dienten unter anderem einmal den Verkäufern seiner Firma als Basis für die Behauptung, ihre Turbine, ein Riesending von 1000 Megawatt Leistung, würde keinen Schaden davontragen, wenn es einem Terroristen in den Sinn käme, in nächster Nähe des Kraftwerkes mit einer Harpune ein Drahtseil über die Hochspannungsleitung zu schiessen und damit einen fürchterlichen Kurzschluss zu verursachen. Vaters Modell sagte für diesen Fall zwar beträchtliche Belastungen für Druckleitungen und die Turbine voraus, welche diese aber sicher aushielten. Nicht zuletzt auf Grund dieser „Garantie“ entschloss sich der Kunde damals, die Turbine eben bei Vaters Firma zu kaufen. Was mir nie ganz klar wurde war, wie er selbst mit der Bedeutung seiner Resultate klar kam, obwohl er zwar ein kühner Kerl, aber alles andere als fahrlässig war.

Was das besagte Kraftwerk betrifft, soll der Kraftwerkbetreiber Jahre später, kurz vor der Ausserbetriebnahme der Anlage den Versuch selber gewagt und Terrorist gespielt haben. Vielleicht hofften die, für das alte Ding mit Hilfe von Schadenersatzforderungen vor Gericht noch einen Beitrag an die Entsorgung zu erstreiten. Dabei hatten sie aber die Rechnung ohne Vaters Rechnung gemacht. Das Kraftwerk erzitterte in seinen Grundfesten, brüllte, vibrierte, donnerte, reduzierte die Leistung während der Sekundenbruchteile, die bis zur Verdampfung des „Terroristenseiles“ verstrichen, auf null und fuhr sie anschliessend wieder hoch als ob nichts gewesen wäre. Vater erzählte mir das grinsend und augenzwinkernd. Offenbar hatte er selbst keinen Moment an seinen Simulationen gezweifelt.

Obwohl er seinen Job gesundheitlich sicher noch jahrelang problemlos ausgehalten hätte, liess er sich sehr frühzeitig pensionieren, um sich ausschliesslich seinen beiden Hobbys widmen zu können. Er hatte mit über 50 Jahren die Ausbildung zum Gleitschirmpiloten spielend bestanden und kurvte im Gebirge herum wann immer es nur möglich war und, wie mir scheint, manchmal auch dann, wenn es eigentlich nicht möglich gewesen wäre. Nur gerade bei ausgesprochen schlechtem Wetter entwickelte er seine zweite Leidenschaft, die allerdings mit steigendem Alter stetig an Bedeutung gewann. Mein Vater war eine Art „Geburtshelfer“ für Geschichten. Weder erfand er ganze Geschichten selber, noch liess er sie sich einfach erzählen. Er hörte Radio, las Zeitung und fuhr seine Antennen in seiner Umgebung aus um Hinweise zu sammeln auf Leute, welche, häufig ohne dies selber wahrzunehmen, Geschichten erlebt hatten oder sogar noch mitten drin steckten. Dann machte er diese Darsteller ausfindig und liess sich von ihnen Erlebnisse erzählen, Gefühle, Erwartungen, Hoffnungen, Befürchtungen beschreiben, worauf die Geschichten, natürlich schon auch mit Hilfe seiner Phantasie, sozusagen von selbst entstanden, die Figuren Gestalt annahmen, Handlungen sich entwickelten. Eine dieser Geschichten möchte ich hier genau so wiedergeben, wie er sie schliesslich erzählt hat, und es ist kein Zufall, dass ich gerade diese Geschichte ausgewählt habe. Ich bin sicher, dass zwischen den heutigen Ereignissen und Vaters Geschichte ein unmittelbarer Zusammenhang besteht.

Ischia, Italia, Februar 2039

Roberto Albertini ist Portier im Hotel Quattro Delfini auf Ischia, vor der Küste Napolis, mit Blick auf die Stadt und den unwesentlich weiter entfernten Vesuv. Er liebt sein Hotel und seinen Job und ist, wie die meisten hier, geblieben, obwohl der Vesuvio seit zwei Monaten brummt. Sie kennen alle die Story vom grossen Ausbruch. So wie damals in Pompeji, in scheinbar sicherer Distanz, alles Leben von Glut und Asche ausgelöscht wurde, könnte es diesmal Ischia treffen. Und doch sind alle noch da, Roberto, seine Kolleginnen, der Chef, die Taxifahrer, Ladenbesitzer, Coiffeure, Marroniverkäufer, alle. Und erstaunlicherweise sind die Touristen nicht etwa ausgeblieben. Im Gegenteil. Februar und fast alles ausgebucht, Schiffe und Aliscafi bereit für eine allfällige Flucht, Fernrohre und Feldstecher auch in Napoli längst ausverkauft. Alle konsumieren, quatschen, warten, hören das Brummen, einzelne von ihnen als käme es aus ihrem Inneren. Viele haben davor Angst, aber seltsamerweise gibt es auch Leute, denen das Phänomen eine unbekannte, seltsame Art von Wonnegefühl vermittelt. Viele geraten in einen Erregungszustand, den sie nicht erklären können, den sie mit nichts bisher Bekanntem vergleichen mögen und der dazu führt, dass der Verkauf von Viagra und ähnlichen Stimulanzien praktisch zum Erliegen kommt. Beim Vesuv aber geschieht wochenlang nichts, abgesehen davon, dass das Summen immer lauter wird. Allerdings genügt das, die Spannung aufrecht und die Touristen auf der Insel zu halten, zumal da das ungeteilte Interesse der Weltöffentlichkeit voll auf die Region gerichtet ist und fast jeder und jede einmal mit einer Stellungnahme oder sogar mit einem Kurzportrait auf den Bildschirmen der Welt erscheinen darf. Wer viel, wenig oder nichts zu sagen hat, fährt nach Ischia und sagt dort in die nächstbeste Kamera viel, wenig oder nichts.

Dann, eines Tages schwillt dieses seltsame Geräusch sehr rasch zu einem mächtigen Dröhnen an. Schliesslich, als die ganze Erde nur noch ein einziges Brummen zu sein scheint, erhebt sich aus dem Krater eine ungeheure, dunkle Wolke von mehreren Kilometern Länge, zuerst senkrecht nach oben aufsteigend, dann Richtung Pompeij abbiegend und von dort, ohne irgend einen Schaden anzurichten aufs offene Meer hinaustreibend um, zur allgemeinen Erleichterung, langsam leiser werdend den Blicken zu entschwinden. Wäre Roberto Ingenieur und hätte seine Erfahrungen gemacht mit Maschinen oder Computerprogrammen, die zuerst nicht mehr richtig funktionieren und auf einmal, ohne dass jemand sagen kann warum, wieder einwandfrei laufen, dann könnte er sich dieser Erleichterung kaum anschliessen. Nun sind aber die wenigsten Italiener Ingenieure. Dafür fällt es ihnen sehr leicht, Freude und Erleichterung auszudrücken. Spontan feiern sie die überstandene Gefahr, auch wenn niemand weiss, worin diese eigentlich bestanden hat. Schon nach einigen Wochen kümmern sich fast nur noch Vulkanologen um dieses Ereignis. Diese dafür aber umso heftiger. Sie umschwärmen den ehrwürdigen Vulkan wie aufgescheuchte Wespen, dringen messend und auswertend in den Krater vor, ohne auch nur die geringste Spur eines Ausbruches zu finden. Wissenschafter, welche sehr bald zugeben müssen, mit ihrem Latein am Ende zu sein, Journalisten, welche Neuigkeiten praktisch nur noch erfinden können, Politiker, für deren Wiederwahl das merkwürdige Geschehen nichts mehr herzugeben scheint. Sie alle verschwinden mit der Zeit und sogar die Führer der Endzeitsekten scheinen es langsam leid zu werden, das Ende der Welt zu predigen. Der Vesuv hat die Welt in Erstaunen versetzt. Aber dann kehrte er zur Tagesordnung zurück. Ein alter Vulkan, der zwar jederzeit wieder ausbrechen könnte, aber im Moment keine Anzeichen für Aktivität mehr erkennen lässt.

Portland, Oregon USA, Februar 2039

Ein paar Tage nach den Ereignissen in Italien lässt sich ein Amerikaner namens Eddy Seeger, der soeben von einem Rehabilitationsurlaub aus Pompeji nach Oregon zurückgekehrt ist, von seinem Hausarzt, Dr. Murphy, untersuchen weil er in Italien von einer Riesenwespe gestochen worden sei. Was er unter riesig verstehe, fragt Murphy, worauf Seeger meint, nun, etwa die Grösse eines Sperlings habe das Insekt mindestens gehabt. Der Herr Doktor macht grosse Augen in einem nachdenklichen Gesicht und untersucht den ihm seit lange bekannten Mann, welcher bisher nie auch nur die geringste Abweichung von normalem Verhalten hat erkennen lassen. Er kommt zum Schluss, der Typ sei vollkommen gesund und, abgesehen von der Behauptung mit der Wespe, auf der er mit Nachdruck beharrt, recht normal. Recht seltsam kommt es dem Arzt vor, dass sein Patient behauptet, der Stich habe nicht wie ein üblicher Wespenstich oder noch stärker geschmerzt, sondern überhaupt nicht. Also entlässt er diesen, allerdings nicht ohne ihm dringend zu raten, bei den geringsten gesundheitlichen Unregelmässigkeiten sofort wieder in die Praxis zu kommen. Auch lässt er sich von seinem besten Freund, welcher Psychiater geworden ist, bei einem Mittagessen in die Grundzüge der Kenntnisse über Wahnvorstellungen einführen.

Eddy, Mittelstürmer im Team der „Oregon Bandits“, weder läuferisch noch stocktechnisch besonders begabt, zeichnet sich nicht gerade durch eine überragende Spielintelligenz aus. Dafür besitzt er den „ultimativen Killerinstinkt“, wie es sein Trainer, James Batista nennt. Seine Tore sind häufig erstaunlich, wenn nicht unmöglich, aber höchst selten schön herausgespielt. Eddy würgt, wütet, wuchtet im gegnerischen Slot und schiesst aus allen Lagen in alle Richtungen dass es nur so kracht, und genau das ist es auch, was die Fans sehen wollen. Kampf bis aufs Messer, Sieg um jeden Preis, Triumph über gegnerische und eigene Schwächen. Seit seiner Rückkehr aus Europa ist er nun aber kaum wieder zu erkennen. Eddy Seeger, zuvor Mittelmass in Person, spielt auf einmal jeden Tag erkennbar besser Eishockey. Vor allem sprüht er nur so von überraschenden Einfällen. Sowohl läuferisch als auch spielerisch gelingen ihm plötzlich die unmöglichsten Dinge und er wäre bestimmt über Nacht ein Star geworden, hätte sich nicht auch sein Charakter drastisch verändert. Von einem Tag auf den anderen fehlt ihm „der Biss“, der Wille, andere um jeden Preis zu besiegen. Nicht dass er sich über einen Sieg nicht mehr freuen könnte, aber er freut sich nicht nur über alles, was ihm gelingt, sondern ebenso aufrichtig bewundert und ermuntert er seine Gegner. Sein Spiel ist überragend, aber andererseits auch „l’art pour l’art“. Kurz gesagt, er ist genial, aber fast unbrauchbar. Gelegentlich schiesst er Tore, welche alles bisher da gewesene in den Schatten stellen. Aber weitaus häufiger kurvt er mit dem Puck am Stock durch die Reihen der Gegner so, als wären die gar nicht vorhanden und so lange er gerade Spass daran findet. Er könnte so bis ins gegnerische Tor fahren, aber danach verlangt ihn meistens nicht. Statt dessen versucht er das längst fällige Tor auf eine besonders originelle und unmögliche Art zu erzielen oder überfordert seine Mitspieler, allein vor dem fast leeren Tor, mit einem genialen Pass, den wirklich keiner mehr erwarten kann und beglückwünscht den Torhüter der Gegner, wenn es diesem gelingt, mit einer aussergewöhnlichen Parade das Tor trotzdem noch zu verhindern. Besonders zu wünschen übrig lässt sein Defensivverhalten. Er ahnt zwar häufig Bewegungen und Pässe der Gegner voraus und unterbindet so immer wieder erfolgversprechende Angriffe, aber eine Bereitschaft „auf den Mann“ zu spielen und notfalls den Gegenspieler auch mal etwas weniger fair zu attackieren, ist praktisch nicht mehr zu erkennen.

Nach dem ersten Spiel in diesem Stil nimmt ihn Trainer Batista beiseite und gratuliert ihm erst mal zu seinen Fortschritten, was Eddy mit einem strahlenden Lächeln zur Kenntnis nimmt. „Es gibt da allerdings auch einen negativen Punkt. Ich glaube, du weißt schon, was ich damit meine.“ Das nun weiss Eddy beim besten Willen nicht. Er hat sein Bestes gegeben, unwiderstehliche Dribblings, Pässe millimetergenau und Tore vom feinsten. Was der Trainer da zu bemängeln haben könnte – keine Ahnung. „Na ja, deine kleinen Extratouren, ach du weißt schon.“ Das alles immer noch leicht augenzwinkernd, so von Kumpel zu Kumpel. „Wir hätten die mit einer ausgewachsenen Packung nach Hause schicken können. Statt dessen unentschieden, ach komm, du weißt doch genau, was ich meine.“ Aber das weiss Eddy Seeger tatsächlich nicht. Für ihn ist das Spiel ein grosser Erfolg, Edelhockey, 8:8, ein Schützenfest und er mitten drin, praktisch fehlerfrei. Er versteht schlicht gar nicht, was sein Trainer daran auszusetzen hat und lässt sich das auch anmerken, worauf der sich nun allmählich verarscht vorkommt und wirklich sauer wird. Wie sollte er verstehen, dass Eddy es hundertprozentig ernst meint. So kommt es, dass Seeger trotz seiner Glanzleistung beim nächsten Spiel nur Ersatz ist, was nun wiederum ihm gar nicht einleuchten will. Auf Intervention des Präsidenten hin, der ihm noch eine Chance geben will, ist er beim nächsten Match wieder dabei, spielt eher noch besser und noch unbrauchbarer, worauf ihn der Trainer zuerst nur noch mit der vierten Linie und schliesslich gar nicht mehr bringt. Jetzt allerdings geschieht etwas eher noch Verwirrenderes. Drei der treusten und bekanntesten Fans des Klubs beginnen nach ihm zu schreien. Seeger, Seeger, Seeger ...... und als dieser doch nochmals aufs Eis fährt und seine Show abzieht, wollen sie nicht aufhören zu schreien und applaudieren und reissen letztlich bei Spielende das ganze Stadion zu einer Standing Ovation mit.

Begreiflich, dass in der Vereinsleitung nun eine ansehnliche Verwirrung Einzug hält. Die Bandits haben wieder unentschieden gespielt und trotzdem sind einige Fans vor Begeisterung fast umgekippt. Recherchen ergeben, dass diese weder besoffen noch bekifft gewesen sind, sondern nur wirklich aufgestellt und begeistert. Zudem macht eine seltsame Geschichte die Runde. Einer der Anhänger hat nämlich am Stammtisch zuvor verkündet, er sei von einer Riesenwespe gestochen worden. Nein, keine Hornisse, eine Wespe, gross wie ein Vogel, worauf zwei weitere bestätigen, ihnen sei es genau gleich ergangen. Hockeyfans werden von Riesenwespen gestochen, verspüren weder Schmerzen noch sonstige Nachwirkungen, gehen zu einem Hockeyspiel und freuen sich tierisch über die Eskapaden eines ebenso genialen wie unbrauchbaren Mittelstürmers. Also allmählich wird diese Sache nicht nur ärgerlich, sondern wirklich beunruhigend.

Liverpool, England, März 2039

General Anthony Heskey, 56 jährig, schwarzer Hautfarbe ist gestern von einer Wespe gestochen worden. Aussergewöhnlich dabei war nicht nur die Grösse des Insekts, sondern auch die völlig unerwartete Art des Angriffs. Ein General lässt sich nämlich nicht einfach von einer Wespe stechen, auch wenn es sich um ein unmöglich grosses Biest handelt. Es war ein unerwartet warmer Frühlingstag und er sass abends leicht bekleidet in einem Liegestuhl und las die Times. Ein Brummen unbekannter Art liess ihn aufblicken und feststellen, dass er von einer riesigen Wespe umkreist wurde. Das Insekt hielt sich in sicherer Distanz, konzentrierte sich dann vor allem auf seine rechte Seite und machte offensichtlich Anstalten, ihn in den rechten Arm zu stechen, zog sich aber mehrmals, kurz bevor er zuschlagen konnte, wieder auf etwa einen Meter Abstand zurück. Gerade als er erfolglos nach seinem Feind gedroschen hatte, realisierte er aus den Augenwinkeln eine fast unmerkliche Bewegung auf seiner linken Seite, drehte den Kopf und gewahrte eine zweite Wespe, welche ihn soeben in den linken Arm gestochen hatte. Zwar verspürte er überhaupt keinen Schmerz, konnte aber klar die Einstichstelle oberhalb des Ellbogens erkennen. Seine Vermutung, dass es sich nur um einen koordinierten Angriff gehandelt haben konnte, wurde bestätigt durch die Beobachtung, dass sich die beiden Angreifer anschliessend in gemeinsamem Patrouillenflug von ihm entfernten. Völlig überdimensionierte Wespen, welche als Team Menschen anfielen, sie stachen ohne Schmerz zu verursachen und sich dann sofort davonmachten, das hätte eigentlich auch den nicht so leicht zu beeindruckenden Heskey beunruhigen sollen, was aber erstaunlicherweise überhaupt nicht der Fall war. Der General tupfte lediglich etwas Salmiakgeist auf die Einstichstelle, legte sich wieder in den Liegestuhl und beendete in aller Ruhe die Lektüre seiner Zeitung.

Anthony Heskey ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Sein Vater, Arbeiter in einer grossen Schiffswerft, verdiente gerade genug um seine vierköpfige Familie durchzubringen und wählte ohne grosse Überzeugung Labour. Der junge Anthony, intelligent und arglos, erhielt die Chance, Jurisprudenz zu studieren, und trat, kaum 25 jährig, als Berufsoffizier in die Army ein. Politisch hatte er zu dieser Zeit noch gar keine Meinung. Er fand die Welt, so wie sie war, zwar nicht perfekt, aber in Anbetracht der Möglichkeiten, die sich boten, grundsätzlich in Ordnung, liebte England und war bereit, seine Heimat gegen jeden Gegner zu verteidigen, falls dies je nötig sein sollte. Je länger er diesen Beruf ausübte und je höher er in der Hierarchie stieg, desto schwieriger wäre es natürlich geworden, völlig unvoreingenommen über Gesellschaft und Politik nachzudenken und allenfalls die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Aber diese Gefahr bestand je länger desto weniger. Heskey gehörte nicht zu den Wenigen, welche zuerst über die Weltordnung nachdachten, ihre eigenen Vorstellungen einer möglichst idealen Gesellschaft entwickelten und ihren beruflichen und persönlichen Werdegang danach ausrichteten. Wie die grosse Mehrheit schuf er sich unbewusst in seinem Umfeld und für den beruflichen Werdegang vollendete Tatsachen und nahm eine politische Haltung ein, welche in erster Linie davon geprägt war, seine Privilegien zu zementieren. Wie die meisten Menschen, deren Haltung und Stil nicht einer inneren Überzeugung entsprechen, verteidigte er seine Meinung unerbittlich, liess keinerlei Abweichung gelten und setzte, wenn es sonst nicht ging, seine mittlerweile beträchtliche Macht zur Erhaltung des Status Quo ein. Vordergründig war die Army für ihn ein notwendiges Übel. Aber ob er, wenn die Welt sich zu einer friedlichen Oase entwickelt hätte, bereit gewesen wäre, auch seine Armee abzuschaffen ist mehr als fraglich. Aber leider, wie er immer wieder betonte, bestanden zu so einer Entwicklung nicht die geringsten Anzeichen. Armeen waren unvermeidlich und Leute wie er in der freien Welt dringend nötig.

Vorgestern noch hat Heskey anlässlich einer Manöverübung rein routinemässig eine nukleare Mittelstreckenrakete auf eine mittlere Stadt am südlichen Mittelmeer abfeuern lassen und war zufällig im Funkraum, als die ersten Meldungen über die fiktiven Schäden eintrafen. Kerngebiet der Stadt pulverisiert. Grösste Trümmerstücke etwa in Pflastersteingrösse. Randgebiete komplett verwüstet. Menschen nur noch vereinzelt, alle bereits mit Sekundärsymptomen der Strahlenkrankheit. Ein Desaster ohnegleichen beziehungsweise ein Grosserfolg für seine Army. Dass er das zweite zur Kenntnis nahm, war natürlich und völlig normal. Was ihn kurz beunruhigte war die Vorstellung, was für ein Horror das Ganze für die Betroffenen sein musste. An so was hatte er niemals zuvor wirklich gedacht, vielleicht vor allem auch deshalb, weil das ja immer nur Übungen waren und niemand wirklich leiden musste. Aber gestern Abend, bei einem Glas Wein vor dem Kamin, den Hund auf dem Schoss, waren die Vorstellungen auf einmal wieder da. Fantasie war nie seine Stärke gewesen oder jedenfalls hatte er ihr kaum je auch nur ein wenig Platz in seinem Leben gelassen. Und jetzt, auf einmal fuhr sie mit ihm Schlitten. Das Restaurant, in welchem er vor Jahren mit Diane Couscous gegessen hatte, etwas ausserhalb der Stadt, ein Trümmerhaufen. Aus unerfindlichen Gründen stand noch etwa die Hälfte des Liftschachtes, der Lift schräg nach vorn heraushängend, in einer Ecke, mit zurückgeworfenem Kopf, das Zimmermädchen, Fatima, die Augen weit aufgerissen, leblos. Über den Strand kriechend Achmed, der Wirt, kotzend, in seine eigene Kotze fallend und daran gnädigerweise erstickend. Das Minarett, welches Diane so gefallen hatte – Diane, wie lange war das her –, der Turm in der Mitte zerbrochen, die Spitze verkehrt im Boden steckend wie ein abgestürzter Militärjet. Der General schüttelte sich. Die Bilder, die sich in seinen Feierabend drängten bedrückten ihn zwar schon, aber weitaus schlimmer war für ihn die Erkenntnis, dass mit ihm etwas unerklärliches, bedrohliches geschah, und wiederholt fragte er sich, was zum Teufel mit ihm los sei. Zum letzten Mal sah er die Welt aus seiner herkömmlichen Anschauung und empfand sie als Fixpunkt, während seine Persönlichkeit sich bedrohlich zu verändern schien. Als er nach einer unruhigen Nacht mit verwirrenden Traumbildern aufwachte, war es genau umgekehrt. Er empfand seine neue Einstellung als normalste Sache der Welt und als Mass aller Dinge, während die Welt um ihn herum Kopf zu stehen schien. Er war sich seiner bisherigen Überzeugungen bewusst ohne im geringsten zu verstehen, wie er so hatte leben können.

Heskey ist heute Morgen nicht wie üblich um 5 Uhr aufgestanden und zur Arbeit gefahren, sondern hat sich krank gemeldet und liegt wieder im Liegestuhl, diesmal allerdings ausschliesslich mit sich selbst beschäftigt statt mit der Times. Sein Verstand arbeitet nach wie vor einwandfrei und er versucht, herauszufinden, was sich seit dem Wespenstich geändert hat. Offensichtlich neu ist der Mangel an Abstraktionsvermögen, wenn es um Tod und Vernichtung geht, insbesondere im Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen. An die Stelle der recht bequemen Resignation vor menschlicher Bosheit ist ein beunruhigender, verwirrender Glaube an die Möglichkeiten der Menschenwelt getreten. Er sieht nach wie vor, in welch desolatem Zustand sich die Welt befindet, und die Frage, was England denn tun sollte, wenn es von einer feindlich gesinnten Macht angegriffen würde und darauf nicht vorbereitet wäre, bringt ihn wirklich in Verlegenheit. Heskey verunsichert, etwas ganz Neues. Neben der Abstraktionsfähigkeit hat auch die Neigung zu Vereinfachungen gelitten. England, seine Familie, seine Freunde, aber auch all die Arschlöcher, mit denen er es tagtäglich zu tun hat, soll das Gute sein, für das man kämpft. Ein anderes Land, wilde Gesellen, rohe Fanatiker, abstruse Religion, zusammen mit seinen guten Freunden Achmed und Fatima. Das ist vielleicht der Feind, den es zu bekämpfen und möglichst zu töten gilt. Den Gedanken hat er früher auch schon gehabt, ist aber immer bereit gewesen, ihn beiseite zu wischen, etwas höherem zu opfern, einer Einsicht, dass es jetzt halt einfach so sei, Schicksal, unabänderlich, von einer höheren Gewalt aufgezwungen. Genau dazu ist er heute nicht mehr bereit. Schulter an Schulter mit diesem Kotzbrocken vom Verteidigungsministerium Fatima und Achmed mit den Bajonetten aufspiessen, auch als Symbol eine absurde Vorstellung. Am schlimmsten aber ist die Einsicht, bisher nichts Aufbauendes, wirklich Positives geleistet, sondern sich ausschliesslich der Perfektion von Kampf und Zerstörung gewidmet zu haben. Zwar hadert er überhaut nicht mit dem Schicksal, welches ihm offenbar so eine Vergangenheit beschert hat, aber nur schon der Gedanke, sich seinen Lebensunterhalt weiterhin auf diese Weise zu verdienen, macht ihn krank. Schon nach einer Nacht stellen sich die ersten körperlichen Symptome ein. Unter seinem linken Auge zuckt immer häufiger ein Muskel völlig unkontrollierbar und er leidet auch schon unter leichtem Durchfall. Noch vor kurzer Zeit hat er für Leute „mit einem solchen Lebenswandel und solchen Problemen“ nichts als Verachtung übrig gehabt. Jetzt ist er über Nacht selber so einer geworden. Sein ganzes Leben fängt an, völlig aus dem Ruder zu laufen und es ist ihm jetzt schon klar, dass er etwas unternehmen muss. So kann es eindeutig nicht mehr weitergehen.

Hamburg, Deutschland, März 2039

Martina Ebnöther wundert sich über sich selber. Sie bedeuten ihr doch gar nichts, die Jungs, die sich hin und wieder auf ihr abstrampeln, keuchen, stöhnen, manchmal schreien und meistens sobald möglich wieder Leine ziehen. Zweiundvierzig ist sie mittlerweile, hatte noch nie einen Orgasmus und legt sich doch alle paar Wochen wieder mit einem wildfremden Typen ins Bett, den sie in der Stadt aufgabelt, was ihr keinerlei Anstrengung abverlangt, weil sie nämlich immer noch ganz schön attraktiv aussieht und sich auch ansprechend zu unterhalten versteht, falls dies ausnahmsweise doch mal nötig sein sollte. Eben ist wieder einer gegangen. Sie steht unter der Dusche, schüttelt den Kopf, zuerst nur leicht, fast lächelnd, dann immer stärker, bildet sich ein, dadurch den Mief loszuwerden, dem sie sich in solchen Situationen meistens ausgeliefert vorkommt. Wirklich erotisch ist für sie nur Geld in all seinen Erscheinungsformen, Wertpapiere, Fabriken, Konten, Banknoten, alles.

Schon als Zehnjährige war sie vernarrt in Geld und Gewinn. Monopoly war ihr Lieblingsspiel, das sie leidenschaftlich gern und ausgiebig spielte. Dass ihre Liebe zum Geld erwidert wurde äusserte sich darin, dass sie sehr häufig gewann. Es gab aber zwei Gründe, dass ihr das Spiel dennoch irgendwann mal verleidete. Da war zum einen die Tatsache, dass dieses, kaum war sie wirklich erfolgreich, jeweils schon wieder beendet war. Alle andern bankrott, sie mit Haufen von Spielgeld vor sich auf dem Tisch, die grosse Siegerin, und dann? Alles wieder einsammeln, zu gleichen Teilen an alle Spieler verteilen und neu anfangen, oder sogar einpacken und wegräumen. Zum andern realisierte sie schon bald, dass um sie herum eine weitaus umfassendere Art von Monopoly im Gang war, bei welchem der Zeitpunkt, da alles einem einzigen Spieler gehören würde, nicht abzusehen war. Zudem würde, falls dieses Ereignis doch je einträfe, nicht weggeräumt oder neu verteilt, sondern schon lange vorher erst mal bestimmt, was auf diesem Planeten wie zu laufen hat und was nicht. Bereits als Fünfzehnjährige, spekulierte sie mit gepumptem Geld erfolgreich an der Börse und mit zwanzig hatte sie mit Liegenschaftenspekulation ihre erste Million gemacht und verlegte sich darauf, ganze Fabriken zu kaufen und zu verkaufen, Banken zu eröffnen und zu schliessen, einige Leute reich und viele andere unglücklich zu machen. Sie hätte sich weitaus mehr als ihre 5-Zimmer-Attika und die seetaugliche Motorjacht leisten können, doch sie war nie daran interessiert, Geld auszugeben. Auch Geld zu haben interessierte sie nicht. Ferien leistete sie sich nicht, weil ihr nach einem Tag ohne Finanzmauscheleien sofort langweilig wurde. Das einzige, was sie wirklich zu fesseln vermochte, war eine Grafik, welche die immer schnellere Zunahme ihres Kapitals darstellt, eine Kurve, die sich obszön nach oben wölbt.

Da sie keinerlei verbindliche Beziehung zu unterhalten pflegt, ist es, neben mangelndem, finanziellem Erfolg, letztlich nur noch ihre eigene Gesundheit, der ihre Sorge gilt. Diese Sorgen sind insofern nicht ganz unberechtigt, als sie seit zwei Jahren weiss, dass sie auf Wespenstiche allergisch ist. Es ist eine aussergewöhnlich starke Allergie und ihr bleiben, wenn sie allein ist, bei Stichen an empfindlichen Orten nur wenige Minuten um sich ein rettendes Medikament zu injizieren. Dieses Wissen ist momentan ihr einziger, allerdings gewichtiger Grund zur Sorge. Eben hat sie ausgiebig gefrühstückt und dabei den Wirtschaftsteil ihrer Tageszeitung studiert. Wie üblich holt sie sich darauf die Post aus dem Briefkasten. Zu ihrem Erstaunen befindet sich im Milchkasten ein Paket, etwas kleiner als ein Schuhkarton, welches sie, zurück in der Wohnung, mit einem unguten Gefühl vorsichtig öffnet. Als sie den Deckel abhebt, entweichen der Schachtel drei riesige Wespen. Zwei von ihnen beginnen auf dem Tisch vor ihr einen merkwürdigen Tanz, den sie, der Panik nahe, widerwillig fasziniert beobachtet. Die dritte setzt sich seelenruhig auf ihre Schulter und sticht sie in den Hals. Martina spürt nur ein leichtes Kribbeln auf der Schulter und sieht das Biest unmittelbar nach dem Stich abheben und sich dem Tanz der anderen beiden anschliessen. Sie realisiert, dass sie offenbar gestochen worden ist und fällt augenblicklich in Ohnmacht.

Portland, Oregon USA, März 2039

Dr. Murphy und Dr. Philipps spielen Schach. Brad Philipps ist der Freund, welcher die psychiatrische Richtung eingeschlagen und in den letzten Wochen ebenfalls einschlägige Erfahrungen mit Wespenstichen gesammelt hat. Zuerst war ihm bei einer Klientin eine ungewöhnliche Persönlichkeitsveränderung aufgefallen. Die Frau hatte ihm bei jeder Sitzung mindestens einmal von den ungewöhnlichen Leistungen ihres älteren Sohnes berichtet, welcher zu ihrem grenzenlosen Stolz seit einem Jahr das College besuchte und entschieden bessere Leistungen erbrachte als der gleichaltrige Sprössling einer Bekannten. Sie investierte eine beträchtliche Energie in diese Rivalität und angesichts der Erfolge ihres Sohnes hätte man erwarten können, dass der berechtigte Stolz ihr Leben mit Sinn erfüllen würde. Aber statt sich an den gegenwärtigen Erfolgen zu freuen, machte sie sich in erster Linie Sorgen um die Zukunft und schien sich panisch davor zu fürchten, diese „Führungsposition“ einzubüssen. Als sie während zweier Sitzungen dieses Lieblingsthema mit keinem Wort mehr erwähnt hatte, fragte er sie gerade heraus nach den Leistungen ihres Nachkommen und erhielt die erstaunliche Antwort, dass dieser sogar eher noch besser arbeite, während sie die Sorge ihrer Bekannten um deren Sohn zu teilen schien, welcher desolate Leistungen erbringe, so dass man sich langsam fragen müsse, ob das etwas mit einer Krankheit oder sogar mit Drogen zu tun haben könnte. Noch während derselben Sitzung kam Philipps Murphys Hockeyspieler in den Sinn und er fragte seine Klientin spontan, ob sie in letzter Zeit von einer Wespe gestochen worden sei. Überrascht und erstaunt bestätigte die Frau seine Vermutung und erzählte ihr Erlebnis mit dem schmerzlosen Stich eines Rieseninsektes, von dem sie noch niemand erzählt habe aus Angst, für verrückt oder zumindest völlig überdreht gehalten zu werden.